0,00 EUR

Es befinden sich keine Produkte im Warenkorb.

0,00 EUR

Es befinden sich keine Produkte im Warenkorb.

Start Blog Seite 66

Chris Shiflett: Das letzte Wort

0

„Ehrlich gesagt bin ich nicht gut darin, mir eine Auszeit zu nehmen“, sagt Chris Shiflett. „Ich muss ständig spielen und etwas Neues lernen.“ Was erklärt, warum der langjährige Foo Fighter so viele Projekte am Laufen hat: Er moderiert einen Podcast mit Musiker-Interviews („Walking The Floor“), einen Vodcast, in dem sich alles um Gitarren dreht („Shred With Shifty“), und betreibt weiter seine Solokarriere – soeben erschien sein drittes Album LOST AT SEA. Seine entspannte Art und Begeisterung machen ihn zu äußerst angenehmer Gesellschaft, ob er nun darüber singt, den Moment zu ergreifen, oder mit Alex Lifeson ein Gitarrensolo von Rush seziert.

Welche Poster hattest du als Kind an der Wand hängen?
Als ich auf der Grundschule war, hingen bei mir lauter Bilder von Kiss. Später dann ein Poster von Randy Rhoads und eins von den Sex Pistols. Doch oft war man eingeschränkt in der Auswahl durch das, was im örtlichen Plattenladen verfügbar war. (lacht) Als ich älter wurde, fing ich dann an, Flyer zu sammeln: Armored Saint, L.A. Guns, Poison. Es ist lustig, meine Frau arbeitete als Stilistin und stellte immer diese Collagen zur Inspiration zusammen, da waren die ganzen Wände mit Fotos bedeckt. So ähnlich ist das mit Teenager-Rock’n’Rollern und Postern.

Du hast auch mit Kiss gespielt, oder?
Ja, ein paarmal mit Paul Stanley. Und ich war mal bei dieser Allstar-Benefizveranstaltung zum Spendensammeln für eine Schule, wo Gene Simmons einer der Gäste war. Einerseits sind sie einfach nette Menschen und tolle Musiker. Aber sie waren eben auch die Typen auf den Postern in meinem Zimmer, als ich jung war, und ihre Platten sind der Grund, dass ich mit dem Gitarrespielen anfing. Ein wiederkehrendes Thema auf deinem neuen Album ist, nicht zu viele Gedanken an die Vergangenheit zu verschwenden.

Ist das als Songwriter keine Herausforderung?
Ja, ich denke, wir sind alle nostalgisch und irgendwie übermäßig sentimental. Beim Songwriting tauche ich immer in frühere Zeiten in meinem Leben ein, aber dann widersetze ich mich dem wieder, denn zu viel Nostalgie ist gefährlich. Ich versuche, in der Gegenwart zuschreiben. Ich bin ziemlich glücklich mit meinem Leben, aber fühle mich nicht wohl mit fröhlichen „Alles super“-Liedern. Mit der Zeit holt einen die Realität immer wieder ein – geliebte Menschen sterben, man denkt selbst über Sterblichkeit nach – und einige dieser Stücke spiegeln das wider.

Ein Großteil der Platte ist in Nashville entstanden. Welchen Eindruck hast du von der Stadt?
Ich bin ein Riesenfan von Country und allen Ablegern davon. Wenn man eine Platte machen will, die davon beeinflusst ist, gibt es keinen besseren Ort. Mit den Foo Fighters hielten wir uns mal etwa eine Woche dort auf, um einen Song für SONIC HIGHWAYS aufzunehmen, und ich fand es reizvoll. Es macht einen sehr demütig, wenn man mit all diesen Spitzenmusikern im Studio ist, die so viel in die Lieder einbringen. Das habe ich so nirgends sonst erlebt.

Was hat es dir bedeutet, im Grand Ole Opry aufzutreten?
Es war unglaublich. Man betritt dieses Gebäude nicht, ohne dessen Geschichte zu kennen. Diese Bühne … da steht man auf demselben Stück Holz, auf dem Bill Monroe oder Hank Williams standen.

Wie lief der Übergang von deinem Job als etablierter Mitstreiter zum Frontmann deiner Solosachen?
Schwierig. (lacht) Beim Gitarrespielen fühle ich mich wohl. Aber auch noch der Sänger zu sein und mit dem Publikum reden zu müssen, daran musste ich arbeiten. Man begreift, dass die Leute eine gute Zeit haben wollen. Sie haben einen Babysitter engagiert, Tickets gekauft, ein paar Drinks, vielleicht auch ein T-Shirt, sie haben in den Abend investiert. Es ist also mein Job da oben auf der Bühne, ihnen eine gute Zeit zu geben. Als ich das begriffen hatte, lief es viel besser.

Auf Instagram hast du ein Promo-Foto von deiner früheren Band Lost Kittens gepostet.
Meine Gruppe von der neunten Klasse bis 1998. Wir versuchten, wie Hanoi Rocks oder Faster Pussycat zu sein, aber unsere Tracks klangen ziemlich chaotisch, mit drei separaten Intros und fünfminütigen Gitarrensoli. (lacht) Nach der Highschool zogen wir nach Los Angeles und versuchten, einen Plattenvertrag zu bekommen. Es war die Grunge-Ära, also sahen wir, was bevorstand, und lösten uns auf. Doch letzlich hatten wir alle eine Karriere in der Musik. Und mein Kumpel Robert, damals unser Schlagzeuger, spielt jetzt auf Tour mit mir.

Du bist ein leidenschaftlicher Surfer. Lässt sich das mit der Musik verbinden?
Wir verbrachten mit meiner Soloband gerade zwei Wochenenden in Kalifornien, und da gingen wir vor den Shows den ganzen Nachmittag surfen. Dann bauten wir auf, machten den Soundcheck und spielten den Gig. Das geht nicht überall, aber verdammt, wenn man auf Tour solche Tage hat, tut es allen so gut! Der Ozean hat einfach etwas an sich, er macht etwas Magisches mit dir.

Was gefällt dir am besten an deinen Podcasts?
Sie sind beide das Resultat meiner Neugier. Bei „Walking The Floor“ fand ich heraus, dass es eine wirklich gute Ausrede ist, um mich hinzusetzen und mit meinen Helden zu reden. Und ständig von neuer Musik zu erfahren. Bei „Shred With Shifty“ hoffe ich, dass es ein gutes Werkzeug für die Leute wird, um über das Gitarrespielen, Verstärker und Equipment zu lernen. Die Episode mit Alex Lifeson ist großartig. Er war so aufmerksam und erklärte ausführlich, warum er das Solo auf ›Limelight‹ so spielte. Ich habe nie gehört, dass jemand seinen Ansatz so beschrieben hat, es veränderte die Art, wie ich über meine eigenen Soli denke.

Was liest du gerade?
Ich habe gerade „Last Train To Memphis“ von Peter Guralnick zu Ende gelesen, den ersten Teil seiner Elvis-Biografie. Es taucht tief in seine Wurzeln ein und ist wunderbar.

Foo Fighter, Solokünstler, Moderator zweier Podcasts … ist es schwer, so viele Sachen am Laufen zu halten?
Je älter ich werde, desto mehr ergreift mich dieses Gefühl von: „Verdammt, ich habe so viel Zeit verschwendet, als ich jünger war.“ Und man bekommt sie nie zurück. Ich habe großes Glück, dass ich Vollzeitmusiker werden konnte. Und das will ich auch weiterhin sein.

Video der Woche: George Thorogood ›Bad To The Bone‹

0

Wir gratulieren George Thorogood! Die amerikanische Blues-Rock-Legende feiert heute sein 74. Wiegenfest.

Seine größten Erfolge feierte George Thorogood zwischen den späten 1970er und frühen 1990er Jahren. Mit seinem „high-energy Boogie-Blues“ prägte er die damalige Musik- und Radiolandschaft.

Einer seiner größten Hits hatte jedoch ein paar kleine Startschwierigkeiten. ›Bad To The Bone‹ vom gleichnamigen Album aus dem Jahr 1982 fand anfangs nur durchschnittliche Beachtung. Erst MTV und einige Lizenzen für Reklame, Film (u.a. „Lethal Weapon“, „Terminator 2“) und Fernsehen (u.a. „Miami Vice“, „Eine schrecklich nette Familie“) verhalfen dem Song zu seiner heutigen Bekanntheit.

Der Song adaptiert die Hookline des Muddy-Waters-Titels ›Mannish Boy‹ von 1955. Thorogood wollte den Titel ursprünglich nicht selbst veröffentlichen, sondern bot ihn Waters an. Dieser lehnte jedoch ab, weil er nicht an den Erfolg eines von einem Weißen geschriebenen Blues-Titels glaubte. Bo Diddely war auch interessiert an dem Song, musste aber absagen, da er zu dieser Zeit keinen Plattenvertrag hatte. Also nahm Thorogood den Titel doch selbst auf – zu seinem Glück. Über die Jahrzehnte entwickelte er sich zu einem seiner bekanntesten Titel.

CLASSIC ROCK präsentiert: Nathaniel Rateliff & The Nightsweats live

Ist er solo unterwegs, lebt die Show vom eher folkigen Charakter der Stücke, dem zurückhaltenden Gitarrenspiel und dem Schmelz in seiner Stimme. Kommt Rateliff aber mit seiner Band, den Night Sweats auf die Bühne, wird aus dem Mann und seinem Organ eine soulige Röhre. Ib Juni ist es endlich wieder so weit und die geniale Kombo lässt drei deutsche Bühnen erzittern. Als Support hat die Truppe William the Conqueror mit an Bord.

Hier live erleben:

19.06. Berlin, Kesselhaus

03.07. Köln, Gloria

08.07. München, Technikum

Sweet: Andy Scott über Steve Priests Extravaganz

0

Im großen Titelstory-Interview sprach Andy Scott, „last man standing“ des Original-Line-Ups von Sweet, zweieinhalb Stunden über das Vermächtnis seiner Band und seine ehemaligen Bandkollegen, mit denen er Großes erreicht hat.


Andy, lass uns über die Glam­-Jahre spre­chen: Ihr wart ständig bei „Top Of The Pops“, die extravaganten Out­fits überschlugen sich. Wer hat bei Sweet mit dem Glitzer angefangen?
1971 waren wir bei der Preisverleihung eines deutschen Magazins namens Bravo. Wir bekamen eine Bronz-Auszeichnung in der Kategorie „Beste neue Band“, Marc Bolan war auf dem ersten Platz. Er war der Top-Künstler mit Hitsingles, wir hatten ein paar Pop-Singles und trotzdem war Brian Connolly das Titelgesicht auf allen Magazinen. Vor Ort kamen wir uns etwas altbacken vor, als Marc Bolan in seiner Glitzerjacke und mit einem Hauch von Silber unter den Augen hereingeschwebt kam. Ich erinnere mich daran, wie Mick und ich uns ansahen und dachten: „Aha, das ändert die Spielregeln!“ Danach plauderten wir mit Marc an der Bar, er war ein ziemlich aufgewecktes Kerlchen, wir mussten viel lachen. Er gab uns dann ein paar Tipps, in welchen Geschäften wir auf der Kings Road einkaufen sollten. Wir walzten also los und kauften so viel Scheiß, wie wir tragen konnten. (lacht) Die nächste Single, die wir veröffentlichten, war ›Little Willy‹ und wir waren ständig bei „Top Of The Pops“. Als wir mit ›Wig Wam Bam‹ dort waren, stand Bowie mit ›Starman‹ auf dem Programm. Ich kannte Mick Ronson und Trevor Bolder noch aus Elastic-Band-Zeiten. Ich erinnere mich daran, wie wir uns im Studio ansahen, ihre Band kom- plett in Satin-Einteilern, wir in unseren neuen Glitzer-Klamotten. Ich meinte nur: „Was zur Hölle ist passiert?“ Weißt du, eineinhalb Jahre zuvor waren wir noch in kleinen Bands, ich z.B. in der von [Paul McCart- neys Bruder] Mike McCartney, und hier stehen wir nun bei „Top Of The Pops“. Ich fragte Mick und Trevor nur: ‚Hättet ihr euch gedacht, dass ihr in dieser Aufmachung hier sein würdet?‘ Das war ein äußerst lustiger Moment. Und noch etwas: Steve Priest trug gerade sein Make-up auf, als David Bowie ihn ansah und meinte: „Ich wäre ein bisschen vorsichtig, ich denke, du übertreibst es“. (lacht) Steve Priest sah Bowie nur an und sagte: „Schau, du kümmerst dich um deins, ich mich um meins“. David nahm das alles sehr ernst.

Steve hatte ja sowieso einige interessante Outfits am Start.
Oh ja, er ließ sich von „Clockwork Orange“ inspirieren, er schminkte sich das eine Auge nach diesem Vorbild, es sah schon fast ein wenig nach Kiss aus. Und natürlich das weltberühmte „Gay Hitler“­ Outfit.

Was war denn da los?
Ich muss ehrlich betonen, dass wir davon nichts wussten. Wir standen in der Umkleide von „Top Of The Pops“ und Steve verschwand. Dann sprach er mit jemandem von der Kostümabteilung und irgendwo im Haus wurde gerade eine Kriegssendung ausgestrahlt. Irgendwann kam er zurück in genau jenem Outf it, das du gerade beschrieben hast. Wir waren alle ziemlich erstaunt und mussten sehr lachen. Ich meinte nur zu Steve: „Mal sehen, ob man dir das durchgehen lässt“. (lacht) Das war eine Weihnachtssendung und wir räumten richtig ab, jeder fand es zum Schreien komisch.

Philip Sayce: THE WOLVES ARE COMING

0

Corona ist schuld: Der Guitar-Hero Philip mutiert zum Zappelphilip

Freunde der E-Gitarre kennen die Helden der Szene. Sayce spielte nicht nur für Jeff Healey und Melissa Etheridge, Stadionerfahrung hat er als Support für ZZ Top und Deep Purple gesammelt. Der gebürtige Waliser, geprägt in Kanada und wohnhaft in L. A., kann alles. Songs schreiben, singen und natürlich auf der Klampfe die Sau rauslassen. Viele gestandene Rocker brachten in der Pandemie Akustikalben und ähnliche Langweiler heraus. Bühnentier Sayce ließ seinen Frust an der Axt aus und veröffentlicht das Material erst jetzt. Bei den ersten vier Tracks kriegen wir nacheinander schon mal Griffbrettläufe und Texte mit „bitches“ oder „burning“ um die Ohren gehauen wie nichts Gutes. Auf Track fünf ›It’s Over Now‹, klar, endet eine Beziehung. Es folgen Balladen, dann packt der Philip den Springteufel wieder aus und tributet sich an Hendrix die Finger blutig. Leider fehlt etwas der rote Faden, die Krux bei Gitarristen-Solowerken ist halt leider, dass die Storyline oft fehlt und alles eher wie eine Leistungsschau oder ein Studiomusiker-Bewerbungsschreiben anmutet. Vor dem letzten Stück fiel ihm auf, dass er ja noch keinen Blues hatte. Dass der ausgerechnet ›This Is Hip‹ heißt, zeugt von Humor. Zweifelsfrei hervorragendes E-Gitarrenhandwerk, die Platte ist vielschichtig, oft etwas forscher, eine spezifische DNA kann ich aber nicht erkennen. Immerhin: Eine KI würde an der Aufgabe „Mache mir ein neues Philip Sayce Album“ gnadenlos scheitern.

6 von 10 Punkten

Philip Sayce
THE WOLVES ARE COMING
FORTY BELOW/BERTUS

Vanessa Peters: FLYING ON INSTRUMENTS

0

Singer/Songwriterin mit eigener Note – und brillanten Lyrics

Vanessa Peters ist eine Wandlerin zwischen den Welten. Das ist durchaus geografisch gemeint, denn die aus Dallas stammende Singer/ Songwriterin pendelt seit Jahren zwischen ihrer texanischen Heimat und – man höre und staune – einer kleinen Stadt in der Toskana. Auch musikalisch wurde sie nicht so richtig sesshaft. Sie spielte mal mit dieser, mal mit jener Formation; mal war sie solo unterwegs, dann wieder mit Band. FLYING ON INSTRUMENTS, ihr neues Album, entstand unter ähnlichen Umständen. Viele Stücke schrieb sie in Italien, in Dallas nahm sie die neun Tracks mit ihren Begleitern auf. Stilistisch indes bleibt sich die Sängerin treu: Sie steht mit ihrer Musik ganz in der Tradition von klassischen Singer/Song-writerinnen wie Carly Simon, Joni Mitchell oder – nach eigenen Angaben ihr wichtigster Einfluss – Aimee Mann. Auch wenn Vanessa Peters kommerziell mit den erwähnten Legenden nicht mithalten kann, künstlerisch nimmt die samtkehlige Storytellerin allemal Tuchfühlung auf: Sie hat ein Gespür für eingängige, dennoch eher unkonventionelle Melodien, sie überzeugt als glaubwürdige Interpretin und als Textdichterin ist die einstige Creative-Writing-Studentin ohnehin eine Klasse für sich. Anspieltipps: das luftige ›Blind Curves‹, der stramme Folkrock von ›Out To Sea‹ und die herrliche
Ballade ›Wasted Days‹.

7 von 10 Punkten

Vanessa Peters
FLYING ON INSTRUMENTS
IDOL RECORDS/CARGO

Modern English: 1 2 3 4

0

Urbesetzung mit neuem Schwung

Man redet nicht zuerst über sie, wenn es um Post-Punk geht, aber man darf sie nicht unterschätzen. MESH & LACE ist die richtige Platte, wenn man diesen Sound finster und unerbittlich haben will. Der Nachfolger AFTER THE SNOW ist wärmer und zugänglicher und lockt mit dem Hit ›I Melt With You‹. Dieses hohe Niveau erreichten Modern English weder mit den Platten unmittelbar danach noch mit TAKE ME TO THE TREES vor acht Jahren. Vergessen und vergeben, jetzt haben sie wieder Feuer im Hintern. Vielleicht animierte sie, dass viele jüngere Musiker wie sie klingen. Ziemlich sicher ekelt Sänger Robbie Grey die Politik heute genauso an wie damals unter Thatcher und Reagan, auf diesem Gefühl jedenfalls basiert ›Not My Leader‹. Die Abscheu vor zu viel Kunststoff in Müll und Meeren ist ›Plastic‹ anzuhören, ›Crazy Lovers‹ gehört ebenso in die Kategorie der widerborstigen New-Wave-Tracks auf dieser Platte. Es geht aber auch anders, ›I Know Your Soul‹ macht einen freundlicheren Eindruck als bei New Order. Zum Schluss geht es in ›Voices‹ auch mal besinnlich zu. „1 2 3 4“ ist ein Album ohne Schwachpunkte, brillant produziert von Mario McNulty.

8 von 10 Punkten

Modern English
1 2 3 4
INKIND MUSIC/THE ORCHARD

Robby Krieger And The Soul Savages: ROBBY KRIEGER AND THE SOUL SAVAGES

0

Der Doors-Gitarrist macht es sich zwischen Soul, Jazz, Rock und Blues gemütlich

Wer es nicht wusste: Robby Krieger war Gründungsmitglied der legendären Doors (größte Hits: ›Light My Fire‹, ›Break On Through To The Other Side‹, ›Riders On The Storm‹, ›L.A. Woman‹) und einer der wichtigsten Impulsgeber der Rockmusik in den späten 1960ern. Mit The Soul Savages hat der 78-Jährige eine neue Band formiert und frönt hemmungslos einer – manche sagen: zeitlosen, andere: antiquierten Musikform, für die man über möglichst viel Erfahrung verfügen sollte. ROBBY KRIEGER & THE SOUL SAVAGES bietet eine bunte Mixtur aus Soul, Jazz, Rock und Blues und wurde mit Musikern eingespielt, die immerhin schon mit Lichtgestalten wie Lenny Kravitz, Stevie Wonder, Aretha Franklin oder Chaka Kahn musiziert haben. Kein Wunder also, dass es handwerklich hier nichts zu kritteln gibt. Allerdings wird so manchem Hörer der Gesang fehlen, denn Krieger weidet sich ausschließlich an Instrumentalnummern und setzt schwerpunktmäßig auf virtuose Fingertechnik. Dabei stechen besonders Pianist/Organist Ed Roth und Bassist Kevin „Brandino“ Brandon hervor, die quasi kontrapunktiert zu Kriegers allgegenwärtigen Gitarrenparts agieren.

7 von 10 Punkten

Robby Krieger And The Soul Savages
ROBBY KRIEGER AND THE SOUL SAVAGES
MASCOT/TONPOOL