Dolly Parton: ‚‚Ich rocke seit dem Tag meiner Geburt”

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Dolly Parton: ‚‚Ich rocke seit dem Tag meiner Geburt”

Damit hatte wohl niemand gerechnet. Dolly Parton, die unangefochtene Country-Königin, erzählt von ihrem neuen Rockalbum, dem Who‘s who des Rockadels, der unbedingt mitmachen wollte, und blickt auf ihr außergewöhnliches Leben zurück.

Die Stimme ist unverkennbar, ebenso wie das hell klingelnde Lachen, das folgt. „Hey, ist da Rob ‚Halford‘ Hughes? Guten Morgen!“ Es ist zehn Uhr in Nashville und die absolute Legende namens Dolly Parton telefoniert mit CLASSIC ROCK. Und sie ist offensichtlich bester Laune. Das kann sie auch sein, denn mit 77 steht der größte lebende Superstar des Country kurz davor, ein waschechtes, beledertes, gitarren- heulendes Rockalbum zu veröffentlichen. Und während man zweifelsfrei argumentieren kann, dass Dolly im Wesentlichen schon immer ein Rockstar war, haben wir nun den unbestreitbaren Beweis. Dass sie zu Beginn Rob Halford nennt, ist auch mehr als nur eine zufällige Alliteration. Der Frontmann von Judas Priest ist einer von zahlreichen Gästen auf Partons ROCKSTAR und bef indet sich damit in illustrer Gesellschaft: Paul McCartney, Ringo Starr, John Fogerty, Stevie Nicks, Steven Tyler, Debbie Harry, Peter Frampton, Joan Jett, Elton John, Lynyrd Skynyrd, Richie Sambora … und das ist gerade mal die Hälfte. Wie die meisten Dinge, die Parton über die Jahre angepackt hat, macht ROCKSTAR keine halben Sachen. Es umfasst gigantische 30 Tracks, von denen etwa zwei Drittel Coverversionen sind. Einige davon kommen aus den höchsten Sphären des Genres, von ›Satisfaction‹ über ›Stairway To Heaven‹, ›Let It Be‹, ›Purple Rain‹ und ›Free Bird‹ bis ›We Are The Champions‹.

„Mein Mann Carl ist ein großer Rockfan“, erklärt sie. „Ich habe über die Jahre so viele der großen Rocknummern gehört, denn es ist das einzige, was er je auflegt. Wir sind jetzt seit 59 Jahren zusammen, du kannst dir also vorstellen, wie tief das verankert ist. Aber natürlich hatte ich auch einige persönliche Favoriten. Außerdem musste ich die Lieder auswählen, von denen ich glaubte, dass ich sie gut singen und ihnen gerecht werden konnte. Zumindest musste ich versuchen, so beeindruckend wie möglich zu sein, denn ich wollte, dass die Rockwelt stolz auf mich ist. Ich wollte, dass sie sagen: ‚Das ist ziemlich gut! Ich wusste nicht, dass sie das drauf hat!‘“ Ein Interview mit Dolly ist ein leicht surreales Erlebnis. Da sind natürlich diese wunderbar unverkennbaren Südstaaten-Klänge ihrer Stimme und der Eindruck, dass ein Interview für sie eine Kunst ist, die sie schon vor vielen Jahren gemeistert hat. Doch sie wägt meine Fragen mit gebührender Überlegung und Aufmerksamkeit ab, oft auch mit einem gesunden Maß an Selbstironie. Und sie kichert viel.

Über die folgende Stunden erfahren wir, dass die Entscheidung, diese Platte aufzunehmen, sowohl auf Ereignissen in ihrem Umfeld als auch auf ihrem eigenen Schuldgefühl beruhte. Und da ist noch viel mehr. Nicht zuletzt, dass ROCKSTAR keineswegs die erste Veröffentlichung dieser Art in ihrem Katalog ist. Sie spricht über ihre Anfänge, ihren unbeirrbaren Ehrgeiz, ihre Reue über Elvis, ihre Nervosität vor dem Auftritt beim Glastonbury Festival, Zukunftspläne, ihren wählerischen Mann – und sie verrät, was sie wirklich davon hielt, als die White Stripes ihren Klassiker ›Jolene‹ coverten. Letztendlich ist ROCKSTAR die jüngste Herausforderung in einer phänomenalen Karriere. „Ich habe mir meinen Lebensunterhalt damit verdient, Country-Musik zu machen und ein Country-Girl zu sein, aber diese Platte fühlte sich einfach natürlich an“, erzählt sie. „Ich denke also, es war so bestimmt. Ich bin froh, dass ich es getan habe, und stolz darauf, wie es geworden ist. Jetzt ist es ein Teil meines Vermächtnisses.“

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