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Videopremiere: Fischer-Z mit ›Big Wide World‹

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Fischer-Z Big Wide World VideoCLASSIC ROCK präsentiert den neuen Video-Clip von Fischer-Z.

John Watts ist ein Kreativitäts-Bündel: Seit über 40 Jahren schon kreiert der Brite Musik und andere Kunst von politischer Bedeutung und mit Tiefgang.

Im kommenden September erscheint das neue Fischer-Z Album SWIMMING IN THUNDERSTORMS. Schon jetzt gibt es eine erste Single mit passendem Video zu hören und zu sehen.

Seht hier das brandneue Video zu ›Big Wide World‹:

Hier könnt ihr Fischer-Z heuer live erleben:

04.08.2019 Spectrum Club, Augsburg
23.10.2019 Große Freiheit 36, Hamburg
24.10.2019 Columbia Theater, Berlin
25.10.2019 Capitol, Hannover
26.10.2019 Rosenhof Osnabrück, Osnabrück
28.10.2019 Backstage Halle, München
29.10.2019 Im Wizemann (Halle), Stuttgart
30.10.2019 HIRSCH, Nürnberg
31.10.2019 Musiktheater REX, Bensheim
02.11.2019 Kulturzentrum Schlachthof, Bremen
03.11.2019 Die Kantine, Köln
04.11.2019 Zeche Bochum, Bochum
05.11.2019 Colos-Saal, Aschaffenburg

Das Kultbuch: Henry Miller – STILLE TAGE IN CLICHY (1956)

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Henry Miller Stille Tage in Clichy

Unübliche Worte für einen Bohemien.

Es geht hier um die zwei Schrift­steller und Bohemiens Joey und Carl, die sich in Paris eine Wohnung teilen und sich in den Stadtvierteln Clichy und Montmartre herumtreiben. Joey, der Ich-Erzähler, sinniert über ihrer beider Leben, die sich im Großen gleichen. Obwohl sie nie viel Geld haben, geben sie viel aus. Sie kaufen sich die teuersten Flaschen Wein, dazu belegte Brote und Oliven, und nehmen sich dann Frauen, zumeist solche, von denen man Sex gegen Bezahlung bekommt, mit nach Hause, um dort ausgelassene und dekadente Feste, man kann es auch Orgien nennen, zu feiern. Sie zeigen, dass es Spaß macht, komplett über seine Verhältnisse zu leben, und dass man ohnehin nicht immer nur ans schnöde Geld denken sollte.

Miller schildert besonders die Sexszenen sehr genau und mit harten, eigentlich naturalistischen, für Bohemiens jedenfalls nicht üblichen Worten. Was sonst durchaus nervig sein kann, ist es hier nicht. Denn die Beschreibungen haben immer sehr unterschiedliche Wirkungen: Mal sind sie erregend, mal ist man wiederum gerade deswegen deprimiert, mal schlagen einem die grotesken Handlungen und Situationen regelrecht aufs Gemüt, mal ist einem sehr fatalistisch zumute und mal wäre man selbst gerne einmal wieder verliebt.

„Es geht einem beim Lesen so ähnlich wie bei einem Film der Nouvelle Vague: Man hat verstanden, kann aber nicht genau ausdrücken, was.“

Als das Buch herauskam, galt es als skandalös und pornographisch. Heute ist es ein Klassiker, von dem keiner mehr behauptet, es sei pornographisch, weil es sowieso müßig ist, über diese Frage nachzudenken. Wichtiger ist doch, was man aus dem Geschriebenen herausholt. So kann man doch in den Beschreibungen auch so etwas wie Liebe, Sehnsucht, Tragik, Trauer, Hoffnung, kurz: Gefühle finden.

Was mir bei „Stille Tage in Clichy“ immer wieder so gut gefällt, ist die angenehme Art der Handlung: Alles geht einfach so dahin. Der Protagonist erinnert sich ständig an irgendwelche Vorfälle, die in Clichy, am Montmartre oder in seiner Wohnung stattgefunden haben und bei genauerer Betrachtung eigentlich gar nicht besonders spektakulär sind. Alle Schauplätze und Personen sind so bildhaft vorstellbar wie selten in einem Buch. Es geht einem beim Lesen so ähnlich wie bei einem Film der Nouvelle Vague: Man hat verstanden, kann aber nicht genau ausdrücken, was. Vielleicht kommt die Assoziation mit dem Film auch von den vielen Schwarz­weiß­bildern in meiner Ausgabe (eigentlich die meiner Mutter), von denen ich anfangs dachte, sie seien aus dem Film zum Buch. Tatsächlich stammen sie von Brassaï, einem französischen Künstler, und waren schon in der Erstausgabe zu finden.

Text: Vincent Numberger

STILLE TAGE IN CLICHY (1956)
Henry Miller

Brian May: „Adam kann alles, was Freddie konnte, und mehr“

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Queen live OscarsQueen-Gitarrist Brian May ist ein großer Fan seines aktuellen Sängers Adam Lambert. Das hat er jetzt wieder mal bewiesen.

Unter Queen-Fans ist es eine viel diskutierte Frage: Ist Adam Lambert ein adäquater Ersatz für Freddie Mercury? Gitarrist Brian May zumindest hat Lambert jetzt in einem Interview mit Guitar World in den höchsten Tönen gelobt.

Zunächst ging es in dem Gespräch darum, warum Interims-Sänger Paul Rodgers die Band vor zehn Jahren verlassen hatte. Die Quintessenz: Rodgers wollte mehr seiner eigenen Songs spielen, May und Co. wollten sich auf Queen-Material konzentrieren.

„Mit Adam ist das eine ganz andere Geschichte“, so May. „Denn Adam kann alles, was Freddie konnte, und mehr. Es ist vollkommen egal, was du ihm zuwirfst – er kann es. Er kann ›Good Old-Fashioned Lover Boy‹, woran wir bei Paul Rodgers nicht einmal im Traum gedacht hätten, weil es einfach nicht funktioniert hätte.“

Lambert sei der „geborene Rockstar und Frontmann“, sagte May weiter, er wisse genau, wie man mit seinem Publikum umgehen müsse. „Er ist nicht Freddie, und er tut auch nicht so, als wäre er er.“

Adam Lambert ist seit 2012 zusammen mit Queen als Queen + Adam Lambert unterwegs. Ein gemeinsames Studioalbum ist wohl nicht zu erwarten. Er sei sich nicht sicher, ob das Sinn mache, sagte Lambert dazu kürzlich: „Für mich ist Freddie Mercury Queen.“

Adam Lambert live mit Queen:

Ann Wilson im Interview

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Die Sängerin von Heart über tote Helden, seelenlose Musik, den Dämon Alkohol, Sexismus in der Musikindustrie und ihre Schwester Nancy.

Ann Wilson gab einst zu Protokoll, Cover-Alben zu hassen. Wa­­rum sollte sie schließlich Lieder aus zweiter Hand brauchen, wo sie mit ihrer kleinen Schwester Nancy bei Heart doch ihre ei­­genen Klassiker vom Kaliber ›Ma­­gic Man‹ und ›Barracuda‹ ab­­lieferte? Doch die Zeit hat ihre Haltung verändert. Erst kam 2007 HOPE & GLORY, auf dem sie mit sorgfältig ausgewählten Songs die Themen Krieg und das Schicksal von Flüchtlingen beleuchtete.

Nach einem Vorfall von 2016 zwischen den Familien der beiden Schwestern liegen Heart nun auf unbestimmte Zeit auf Eis und die 68-Jährige befasst sich auf IMMORTAL mit weiteren Evergreens, die ebenfalls eine traurige Gemeinsamkeit haben. „Sie sind alle tot“, sagt sie lapidar über die Künstler, die sie sich ausgesucht hat, „ausnahmslos. Es ist wirklich schön für mich, diese Leute zu ehren, die von uns ge­­gangen sind.“

Vermutlich bist du glücklich damit, wie IMMORTAL geworden ist?
Oh ja. Das ist eine Abkehr von allem, was ich je mit Heart gemacht habe. Da sind so einige Überraschungen auf dieser Platte. Diese Songs sind relevant für die Welt von heute, etwa David Bowies ›I’m Afraid Of Americans‹. Das wollte ich machen, weil es für eine Amerikanerin wie mich gut ist, an einem sardonischen Blick auf Amerikaner teilzunehmen. Es ist so verrückt hier bei uns und Amerikaner scheinen nicht zu begreifen, dass wir uns das selbst eingebrockt haben. Man kann es sich leicht machen und Trump die Schuld an unserer misslichen Lage geben, aber das wahre Problem ist, dass die Leute dumm, eitel und materialistisch sind. Da wollte ich also ein bisschen Dampf ablassen. Dann ist da ›Politician‹, der alte Cream-Song von Jack Bruce [Der Text ist aber tatsächlich von Pete Brown, der noch am Leben ist…]. Wir sind an einem Punkt, wo es zwischen politischen und Unterhaltungsmedien keinen erkennbaren Unterschied mehr gibt. Ich dachte mir: „Lasst uns einen Diskurs starten und die Politiker von ihrem Podest holen.“ Es ist deprimierend, dass dieser Text immer noch relevant ist. Aber für jeden, der wach ist, ist es eine Pflicht, darüber zu reden, die Dinge voranzutreiben, einen Dialog in Gang zu setzen. Wer das nicht tut, steckt einfach nur seinen Kopf in den Sand.

Diese Songs müssen dir persönlich sehr viel bedeuten.
Ich habe versucht, Songs von Künstlern auszuwählen, die protestierten über die Lage der Welt. Gerry Raffertys ›Baker Street‹ ist wohl der am wenigsten politische Song darauf. Da geht es darum, genug davon zu haben, in einer kommerziellen Welt zu existieren, mit dem Kopf gegen die Wand zu rennen und schließlich aufzugeben und nach Hause zu gehen. Ich finde, das ist eine tolle Botschaft. Wirst du dein Leben mit etwas verschwenden, das zwecklos und nicht real ist? Am meisten be­­rührt mich ›A Thousand Kisses Deep‹ von Leonard Cohen. Da geht es um jemanden, der die reale Welt wahrer Liebe entdeckt und dem Materialismus und der Eitelkeit den Rücken kehrt. Am anstrengendsten in praktischer Hinsicht war es, ›I Am The Highway‹ von Au­­dioslave niederzuringen. Ich dachte: „Nun, da fehlt noch ein Flötensolo.“ Also musste ich dann natürlich meine Flöte ausgraben und wieder lernen, wie man sie spielt.

Du singst diese Songs mit so viel Gefühl. Das ist selten geworden in der Musik von heute.
Ich finde die Musikindustrie gerade sehr seltsam. Sie ist so automatisiert – da wird eine Stimme einfach so modifiziert, dass sie keine Fehler mehr hat. Das hat keine Seele, nichts mehr, das auf ein tatsächliches Individuum hinweist. Es ist einfach nur robotisch. So kommerzialisiert habe ich das Musikgeschäft noch nie erlebt. Da ist kaum noch Raum zum Atmen für Künstler.

Gibt es Rockstars, bei denen du überrascht warst, dass sie nicht für IMMORTAL qualifiziert sind?
Ja, jede Menge. Paul Simon, Robert Plant, Elton John – all diese Leute, die ich einfach nur verehre und von denen ich hoffe, dass sie noch so lange wie möglich leben werden. Wir kamen an den Punkt, wo wir sagen mussten: „Okay, das ist unsere Setlist, wir werden nicht mehr warten.“ Na ja, ich wollte nicht mit der Veröffentlichung warten, bis noch jemand gestorben war. (lacht)

Du hast auch ›Back To Black‹ von Amy ­Wi­­ne­­house gecovert. Wie hat es sich angefühlt, ihr Leben zu betrachten?
Sie fühlte sich wohl wirklich einsam und entfremdet. Diesem Song habe ich ganz besondere Aufmerksamkeit gewidmet, ich wollte, dass er besonders viel Kraft hat. Sie schrieb äußerst persönliche, herzzerreißende Texte, die sie dann mit diesem Motown-Feeling ganz locker raushaute. Ich wollte diese Worte einfach schreien lassen. Es ist ziemlich düster, aber schön.

Auch du hast mit Alkoholismus gekämpft. Konntest du dich in sie hineinversetzen?
Yeah. Ich hatte viele Aufs und Abs in meinen mehr als 40 Jahren. Zeiten, in denen ich mich wirklich allein fühlte. Oder sehr fröhlich und lebendig. Ich bin kein Mensch, der je im Leerlauf ist. Ich habe viele Höhen und Tiefen. Amy hatte diese Fähigkeit wohl nicht. Ich denke, sie stürzte einfach ab.

Als du noch getrunken hast, sagtest du, du wärest gerne der weibliche Keith Richards. Würdest du so einen Lebenswandel empfehlen?
Nein. Irgendwann bist du einfach nicht mehr jung, da sieht das dann auch nicht mehr niedlich aus. Wenn du noch ganz jung bist, kannst du dich besaufen, Mist bauen, und dann bist du ein glamouröses Desaster. Aber das wird nicht für immer so gehen. Dein Körper wird dir sagen: „Okay, wir sind jetzt an einem Scheideweg. Die Leber macht das nicht mehr mit. Du kannst also so weitermachen und sterben, oder du kannst nüchtern werden, überleben und wunderschön sein.“ Ich kam an diesen Scheideweg und beschloss, nicht zu sterben.

Denkst du, die Dinge in der Musikindustrie haben sich verbessert, seit du ›Barracuda‹ geschrieben hast?
Oh, der Sexismus im Business ist absolut wohlauf. Und einige der sexistischsten Figuren darin sind Frauen. Das war schon immer so. Solange Frauen ihre Sexualität für ihre Macht einsetzen, wird der Sexismus nicht einzudämmen sein.

Wir müssen fragen – hast du dich mit ­Nan­cy vertragen?
Ja. Wir machen eine Pause. Ende 2016 sahen wir uns beide um und in den Spiegel und sagten: „Oh Mann, das ist eine Maschine.“ Ich weiß nicht, was in Zukunft passieren wird, aber das tut uns beiden gut. Und es ist gut für alle, die Heart lieben, Nancy lieben, mich lieben und hoffen, uns glücklich zu sehen. Das ist alles, was ich dazu sagen kann.

Bedeutet IMMORTAL, dass du aufgehört hast, Songs zu schreiben?
Überhaupt nicht. Worum wird es in den nächsten Songs gehen? Ich weiß es nicht. Ich muss da raus gehen und ein bisschen Erfahrung sammeln. Im Moment gibt es nichts, was mich nachts wach hält. Ich schlafe wie ein Baby. Aber nächste Woche gehe ich wieder auf Tour, das ist also nur die Ruhe vor dem Sturm.

The Sheepdogs: München, Strom (07.06.2019)

Sheepdogs Video Saturday Night

Crazy from the heat…

Es ist warm draußen. Das bedeutet, dass es drinnen noch viel wärmer sein wird. Doch das macht nichts, denn gefühlsmäßig passen sich die Temperaturen im Strom einfach ziemlich adäquat an die Klänge an, die es im Laufe des Abends von den paradoxerweise aus dem kühlen Kanada stammenden Sheepdogs zu hören geben wird. Doch zuvor erklimmen die Creatures aus London die Bühne und aufgrund der eigensinnig zusammengestellten Vintage-Klamotten und Frisuren bangt man kurz recht vorurteilsbehaftet, gleich einer rechten Hipster-Veranstaltung zum Opfer zu fallen. Doch weit gefehlt.

Das Quintett um seinen überaus fähigen und witzigen Frontmann bewegt sich ganz nonchalant, manchmal leicht ironisch, zwischen verträumtem Indie-Pop und Classic Rock und weiß ab der ersten Note zu überzeugen. Außerdem sieht der Keyboarder und Rhythmusgitarrist aus wie ein junger Klaus Kinski, der abwesende Gesichtsausdruck des Bassisten in Kombination mit seiner topfigen Pony-Frisur erinnert leicht an Garth von „Wayne’s World“, der Sänger selbst irgendwie an eine attraktivere Version von Dr. Gonzo aus „Fear and Loathing in Las Vegas“, sodass man einfach nur dasteht und seiner eigenen Fantasie beim Anblick dieser Truppe freien Lauf lässt. Das Publikum ist am Ende des Sets mehr als gut angeheizt und bereit für die unaufgeregten Stars des Abends.

Die kommen unbeeindruckt nach einer kleinen Umbaupause auf die Bühne und versetzen das brechend volle Strom schon nach kürzester Zeit noch unbeeindruckter in ekstatische Schwingungen. Das ist auch nicht weiter verwunderlich, schließlich ist die entspannte, trotzdem stampfende und vor allem virtuos dargebotene Mischung aus Classic-, Southern- und Bluesrock wie gemacht für einen sommerlichen Freitagabend. Geboten ist auch heute wieder einiges: Posaunen- und Steel-Pedal-Soli, wunderbare Gesangsharmonien, warme Orgeltöne und über allem schwebend natürlich die samtigen Twingitarren von Wunderknabe Jimmy Bowskill und Frontmann Ewan Currie, die sich wie zartschmelzende Schokolade ums heiße Herz legen.

Obwohl die Sheepdogs auf höchstem Niveau ablieferten, hatte man zu Beginn ihrer Show manchmal das Gefühl, sie wären nicht mit ganzer Leidenschaft dabei. Verstärkt wurde diese Annahme, als ein wild gewordener Fan eine kleine Bierfontäne auf die Bühne spritzte und Ewan das Gesicht gar so angeekelt verzog, dass man meinte, er würde das Konzert am liebsten sofort abbrechen wollen. Diese Reaktion war zwar irgendwie nachvollziehbar, vielleicht jedoch etwas zu pikiert für einen Abend, der unter dem Stern des Rock’n’Roll stand. Der für sein Pokerface bekannte Bowskill hingegen schien zu diesem Zeitpunkt erst richtig aufzuwachen in seinem feschen Westernhemd. Nach besagtem Vorfall, den er lediglich mit einem sehr überraschten Gesichtsausdruck quittierte, huschte ihm immer öfter ein Lächeln beim Spielen von besonders kraftvollen Soli über das Gesicht und auch Ewan kriegte sich bald wieder ein.

Auf eine Sache muss zum Schluss übrigens nochmal gesondert hingewiesen werden: Bassist Ryan Gullen ließ sich von den tropischen Temperaturen im Club nicht beeindrucken, erschien in einem weißen Denim-Anzug mit Schlaghose und und bewegte sich in so formvollendeter Rock’n’Roll-Manier, dass man schon ein paar mal blinzeln musste, um sicher zu gehen, nicht gerade einen jungen Glenn Hughes vor sich auf der Bühne toben zu sehen. Ob meiner optischen Wahrnehmung durch die Hitze vielleicht ein Streich gespielt wurde? Völlig egal, denn am Ende war es einfach nur wundervoll.

Rolling Stones: Tickets für Pre-Screening von „Bridges To Bremen“ gewinnen!

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Rolling STones Bridges To Bremen GewinnspielVor rund 21 Jahren, am 2. September 1998, machten die Rolling Stones auf ihrer „Bridges To Babylon“-Tour im Bremer Weserstadion Halt. Jetzt kommt der Film dazu: „Bridges To Bremen“. Am 21. Juni erscheint das Konzertspektakel auf DVD und Blu-ray.

Wir verlosen 1×2 Tickets für eine exklusive Kino-Vorführung von „Bridges To Bremen“ im Cinemaxx in Bremen am 20. Juni.

Hier teilnehmen:

[contact-form-7 id=“87676″ title=“Rolling_Stones_Bridges“](Teilnahmeschluss ist der 18.06.)

 

Megadeth: Dave Mustaine hat Kehlkopfkrebs

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Megadeth-Frontmann Dave Mustaine ist an Kehlkopfkrebs erkrankt.

Gestern teilte Dave Mustaine auf seiner Facebook-Seite mit, dass bei im Kehlkopfkrebs diagnostiziert wurde. Er schreibt: „Das ist natürlich eine Sache, die man bedacht angehen muss, aber ich habe schon viele Hindernisse überwunden. Ich arbeite sehr eng mit meinen Ärzten zusammen und wir haben bereits einen Behandlungsplan ausgearbeitet, der wohl zu 90% erfolgreich sein dürfte. Die Behandlung hat schon begonnen. Leider mussten wir deshalb die meisten Shows in diesem Jahr absagen. Die „Megacruise“ wird jedoch trotzdem stattfinden und die Band wird in irgendeiner Form daran teilhaben. Auf unserer Seite megadeth.com halten wir euch auf dem Laufenden, wir werden so bald wie möglich wieder touren.“

In der Zwischenzeit arbeite er weiterhin an einem neuen Megadeth-Album, so Mustaine.

Justin Townes Earle: Wölfe, Hirten und Hurensöhne

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Justin Townes Earle Saint Of Lost CausesDer Americana-Sänger nimmt auf THE SAINT OF LOST CAUSES kein Blatt vor den Mund, wenn er von Gewalt, Drogen und vergiftetem Wasser erzählt.

Zwar glaube er, dass es da draußen irgendwas gebe, Buddha, Vishnu oder was auch immer, eine religiöse Person im strengeren Sinn sei er aber nicht, sagt Justin Townes Earle, auf das Cover seines aktuellen, neunten Albums angesprochen: THE SAINT OF LOST CAUSES. Darauf ist ebender zu sehen, der Apostel Judas Thaddäus, Helfer in ausweglosen Situationen. Allerdings sei er von seiner gläubigen Mutter katholisch erzogen worden, erklärt Earle, deshalb der Bezug zum Christentum. Und darum die biblische Bildersprache im ersten Song, dem Titelstück, wo er fragt: „If you really stop and think/Between a wolf and a shepherd/Who do you think has killed more men?“

Um Religion gehe es dabei nicht, sondern um ganz konkrete gesellschaftliche Themen. Wer sind also die Hirten, die mehr Menschen tö­­ten als die Wölfe? „Das ist eine Frage, die wir uns jeden Tag stellen sollten, wenn wir beschließen, jemandem zu trauen, jemandem zu glauben“, findet Earle. „Du weißt es nie wirklich. Es geht in dem Song um Polizeigewalt, um Priester, die kleine Jungen vergewaltigen, die CIA, die Kokain in die Innenstädte von Amerika pumpt, die Flut an rechtem Denken auf der ganzen Welt.“ Es könne alles sein. Und es sei wichtig, aufmerksam zu sein, diese Dinge zu erkennen.

„Wenn du spielen und eine Nutte willst, geh nach Vegas. Wenn du eine Platte aufnehmen willst, geh nach Nashville.“

Ganz konkret um Um­­weltverschmutzung dreht sich der Bluesshuffle ›Don’t Drink The Water‹. Hintergrund ist die durch den Kohleabbau bedingte Verschmutzung von Trinkwasser in West Virginia und die steigende Überschwemmungsgefahr durch das Abholzen von Berghängen. Auf eher metaphorische Art nimmt sich die Americana-Ballade ›Frightened By The Sound‹ des selben Themas an. Der Song wirkt wie eine dunkle Vision, wenn der Sänger von drohendem Sturm singt und warnt: „Keep an eye on the river, it’s already up.“ Die Musik dazu ist so eingängig wie Fleetwood Mac oder die Eagles.

Aufgenommen hat Earle die neuen Stücke in Nashville. Denn sein Credo lautet: „Wenn du spielen und eine Nutte willst, geh nach Vegas. Wenn du eine Platte aufnehmen willst, geh nach Nashville.“ Denn dort gebe es einfach die besten Musiker und Studios. Es ist zugleich die Stadt, in der er zur Welt gekommen ist. Sein Vater, der Songwriter Steve Earle, hatte die Familie früh verlassen, also wuchs er bei seiner Mutter auf. Die musste Geld verdienen, weshalb der Sohn viel auf sich gestellt war. Mit dreizehn begann er, Drogen zu nehmen. Es ist eine ähnliche Geschichte wie sie auch ›Appalachian Nightmare‹ erzählt – und damit zurück zu den ausweglosen Situationen. Der Junge im Song wird da­­heim rausgeschmissen, er dealt mit Drogen, ein paar Jahre später er­­schießt er einen Cop. Am Ende sitzt er in einem von der Polizei umstellten Hotelzimmer: „No way I’m getting out alive.“

„So etwas passiert, wenn deine Eltern nicht da sind, um aufzupassen, und du zu den falschen Leuten aufschaust“, sagt Earle. „Wenn du in einer armen Gegend aufwächst, dann ist der Kerl mit den schicken Klamotten, dem Auto, dem Schmuck garantiert der Drogendealer. Irgendein Hurensohn kauft sich Poolreiniger und irgendwelchen Bullshit, macht daraus Methamphetamin und hat 100.000 Dollar in der Tasche. Nichts klingt für arme Leute besser als schnelles Geld.“ Der heute 37-jährige Earle schaffte vor mehr als zehn Jahren den Absprung von den Drogen. Dass er mit der Musik etwas hatte, auf das er sich fokussieren konnte, half ganz sicher, neben ein paar Therapien. Das traurige Ende hat er sich für den Song aufgehoben – das gute im echten Leben.