Als sich Journey-Songwriter Neal Schon in Corona-Quarantäne befand, verbrachte er viele Stunden damit, zu lernen, wie man Keyboards und Loops spielt. Einige dieser Ideen wurden zu Songs, sodass jetzt, elf Jahre nach dem letzten Longplayer, mal wieder ein neues Studiowerk unter die Fans kommt. Mit ›Together We Run‹, zeigt die Band gleich, dass sie nichts von ihrem Spirit verloren hat. Zudem ist es immer noch erstaunlich, wie es Ausnahmesänger Arnel Pineda schafft, in Sachen Emotion, Betonung, Schwere und Stimmlage mindestens genauso wie einst „The Voice“ Steve Perry zu überzeugen. Die vorab veröffentlichte Single ›You Got The Best Of Me‹ könnte man mit viel Wohlwollen tatsächlich als eine Art punkige Interpretation von ›Any Way You Want It‹ sehen.
Die zweite Auskopplung, ›The Way We Used To Be‹, ist sogar einer der stärksten Songs der Scheibe. Der darauffolgende Mittelpart plätschert dann etwas vor sich hin, bis ›Don’t Go‹ seinem Namen gerecht wird und alles nochmal Fahrt aufnimmt. So kommt FREEDOM mit ›Life Goes On‹ und dem schmeichelhaft-schönen ›Beautiful As You Are‹ zu einem mehr als würdevollen Ende. Gerade der AOR ist meist nicht nur Genre, sondern auch ein Lebensgefühl und Journey wissen auch nach Jahren geschickt damit umzugehen und ihre Zuhörer auf so manch emotionale Reise zu schicken.
Pink Floyds Debütalbum und das einzige Werk mit dem vollen Fingerabdruck von Ikone Syd Barrett. Vieles klingt wie ein Spiegelbild damaliger Jugendkultur mit ihren drogenvernebelten Universen. Barrett mischt Rock und Psychedelic mit Blues und Folk, zerrt sonderbare Instrumente und Arrangements dicht unter die Oberfläche, um seine mitunter schrulligen Texte an den Mann zu bringen. Der Opener ›Astronomy Domine‹ hat (fast) als einziger PIPER-Track das Zeug zum Klassiker, der Rest hingegen ist naiv bis unbeholfen, aber dennoch ein (erster) wichtiger Schritt der Gruppe.
Pete Agnew hat auf den Social-Media-Seiten von Nazareth bestätigt, dass Manny Charlton gestorben ist. Der Gitarrist war Gründungsmitglied war bis 1990 Teil der Band. Er verstarb am 5. Juli im Alter von 80 Jahren in Texas. Die Todesursache ist bisher nicht bekannt.
Bei seinem Konzert am 5. Juli in Michigan brach Carlos Santana auf der Bühne zusammen. Der 74 jährige Künstler wurde daraufhin sofort in die Notaufnahme gebracht. Laut Management gehe es Santana aber gut, eine Mischung aus großer Hitze und Dehydrierung solle für den Zusammenbruch gesorgt haben. Als man Carlos von der Bühne trug, soll er seinen Fans schon wieder halbwegs munter zugewunken haben.
Der heutige Gig seiner US-Tour wurde abgesagt. Wie es um die kommenden Shows steht, ist bisher nicht bekannt. Auch wurde noch kein offizielles Statement zu dem Vorfall veröffentlicht.
Jimmy Page erzählt uns, wie seine Liebe zum Blues das Feuer einer der größten Rockbands aller Zeiten entfachte.
”Der Blues ist furchteinflößend“, sagt Jimmy Page. „Er ist bedrohlich. Er sagt: ‚Ich komme dich holen …‘“ Und das tat er auch. Härter, heavier und haariger als alles, was vor ihnen gekommen war, erschütterten Led Zeppelin die Bluesszene, etablierten Robert Plant als echten Rockstar, Page als unantastbaren Gitarrengott und schenkten der Welt die furiose Rhythmussektion aus Schlagzeuger John Bonham und Bassist John Paul Jones. „Der Blues … ich meine, er ist einfach unbestreitbar“, so Page. „Ein unleugbares Element von allem, was bei Led Zeppelin passierte. Hätte es in den 50ern nicht diese Bewegung in Chicago gegeben, mit all diesen Riffs, hätte man nie das bekommen, was dann später in all diesen anderen Bands zum Vorschein kam. Das gilt auf jeden Fall für mich und wie es mich bei Led Zeppelin beeinflusste. In dieser Zeit lernten alle Gitarristen von den Platten. Ich hatte das Glück, dass ich einen Blues-Sammler als Freund hatte, Dave Williams. Durch ihn wurde ich auf Künstler wie Elmore James aufmerksam. Sowas hätte man im Radio niemals gehört.“ Angesichts seiner Errungenschaften könnte man argumentieren, dass Page als Gitarrist niemandem irgendwas schuldig ist, doch diesen Gedanken tut er ab: „Ich verdanke es all diesen Leuten. Von ihnen habe ich gelernt. Mein Durchbruch war, als ich verstand, wie man die Bottleneck-Gitarre spielt. Das war der Punkt, an dem ich mit offenen Tunings anfing. Boom! Das war’s. Und so eröffnete sich mir diese ganze Welt. Ich versuchte gar nicht, Note um Note das nachzuspielen, was andere gemacht hatten.“ Stattdessen setzte Page selbst neue Maßstäbe. Die Bedeutung des ersten Led-Zeppelin-Albums kann man gar nicht hoch genug einschätzen. „Was das Material für das Debüt betrifft, wusste ich definitiv, dass ich da ›I Can’t Quit You Baby‹ und ›Dazed And Confused‹ bringen wollte. Und das ist kein ‚Blues‘, ich weiß. Aber ist es eben doch! Wenn die Mundharmonika dieses Riff spielt, weißt du, dass es auf jeden Fall Blues ist. Ebenso ›Babe I’m Gonna Leave You‹. All diese Sachen. Ich könnte sie immer weiter auflisten. Alles an dem ersten Album war total beabsichtigt. Es sollte definitiv eine Bühne für den Blues sein. Aber der Led-Zeppelin-Charakter durfte auch nicht fehlen.“
Auf die Frage, inwiefern Zeppelin den Blues anders behandelten als etwa John Mayall und Eric Clapton drei Jahre zuvor, sammelt Page seine Gedanken. „Okay. Nun, da ist die Atmosphäre und die Stimmung, die auf Sachen wie Muddy Waters’ ›Standing Around Crying‹ entsteht. Das ist wie Howlin’ Wolf – wenn du Wolf hörst, spielt er keine Spielchen. Er sagt: ‚Ich jage dich – und ich werde dich mir schnappen!‘ Und deshalb liebe ich ihn. Sagen wir es also so: Ob es nun das erste Album war oder ›Since I’ve Been Loving You‹ oder ›Tea For One‹, wann immer Led Zeppelin den Blues spielen, tun sie das anders als alle anderen.“ War er der größte Bluesfan bei Zeppelin? „Nein, das würde ich nicht sagen. Wir hatten alle unsere Wurzeln, so viel steht fest. Jeder Einzelne von uns, da bin ich mir sicher, hatte in irgendeiner Form zuvor Blues gespielt. Ich würde sagen, Robert war ein Blues-Liebhaber, aber er interessierte sich sehr für den Country-Blues. Er war verdammt gut an der Mundharmonika. Er war es gewohnt, sie askustisch zu spielen, aber ich wollte ihn unbedingt dazu bringen, sie in einen Verstärker zu stöpseln. So entstanden Sachen wie ›When The Levee Breaks‹, das einem wirklich Angst einflößt mit dem, was da mit der Mundharmonika passiert.“ Killer-Track: ›Since I’ve Been Loving You‹
Keine Band war in den 80ern größer als Def Leppard. Mit zwei brillanten Alben, PYROMANIA (1983) und HYSTERIA (1987), hatten die Söhne Sheffields State-of-the-art-Stadionrock erschaffen, dessen erklärtes Ziel – das Knackige von AC/DC plus die Intelligenz von Queen – vom genialen Produzenten „Mutt“ Lange perfektioniert wurde. Beide Platten fanden jeweils mehr als zehn Millionen Käufer in den USA. Doch wenn es um reine Hardrock-Power, glühende Intensität und die schiere Gewalt der Riffs geht, kommt keines ihrer Alben an HIGH‘N‘DRY heran.
Ihr zweites Werk und ihr erstes mit Lange war ein Quantensprung vom Debüt ON THROUGH THE NIGHT, das auf der Höhe der NWOBHM-Welle erschienen war und entsprechend roh klang. HIGH‘N‘DRY hatte die besseren Songs, mehr Energie, mehr Atmosphäre und mehr Klasse. Die erste Seite war makellos: die unmittelbare Aggression von ›Let It Go‹ und ›Another Hit And Run‹, die Saufhymne des Titelstücks und die Powerballade ›Bringin‘ On The Heartbreak‹ gingen in das rauschende, gitarrenlastige Instrumental ›Switch 625‹ über. Auch auf Seite 2 waren grandiose Songs, vor allem der Kracher ›Mirror, Mirror (Look Into My Eyes)‹. HIGH‘N‘DRY war das erste großartige Album von Def Leppard, und analog zu POWERAGE von AC/DC ihr Kultklassiker.
Zeitzeugen: „Eine alle Sinne betäubende Fünf-Sterne-Sensation.“ (Sounds)
Vor 49 Jahren brachten Queen ihre erste Single auf den Markt.
Heute vor 49 Jahren erschien Queens ›Keep Yourself Alive‹. Am 6. Juli 1973 veröffentlichte die Truppe diese Single, auf der B-Seite befand sich der Song ›Son And Daughter‹.
Schon 1971 hatten Mercury, May, Taylor und der damals erst jüngst hinzugekommene John Deacon eine Demoversion des Tracks mit Akustikgitarrenintro in den De Lane Lea Studios in London aufgenommen..
Die letztendliche Version von 1973 erschien dann eine Woche vor dem Release des ersten Studioalbums QUEEN I. Trotz vieler guter Kritiken in der Presse verkauften sich sowohl die Single als auch das Album eher mäßig.
Am 30. Juni gastierte Pink-Floyd-Mann mit seiner Show „A Saucerful Of Secrets“ in der Liederhalle in Stuttgart. Unser Fotograf Frank Witzelmaier war vor Ort und hat das Konzert für euch festgehalten.