Heute erscheint die brandneue Single ›Sarah‹ der Boys From Heaven. Die dänische AOR-Band veröffentlicht in diesem Sommer am 9. Juni ihr zweites Studioalbum THE DESCENDANT, mit ›Sarah‹ gibt es nun einen ersten Vorgeschmack in Form einer wahren 80er-Herzschmerz-Ballade.
Lordi: SCREEM WRITERS GUILD
Fantasy Filmfest
Wer sich wundert, wie Lordi mit SCREEM WRITERS GUILD bereits bei ihrer 18. Studioplatte angekommen sein können, wo doch KILLECTION von 2020 erst ihre zehnte war: Dazwischen haben die sympathisch-verrückten Finnen mit LORDIVERSITY 2021 ein Box-Set mit sieben (!) weiteren Alben veröffentlicht. Gut geölt haben sich Mr. Lordi und sein Monstermob also an ihren neuesten Streich gemacht, der zweifellos auch – im wahrsten Sinne des Wortes – von dem frischen Blut lebt, das Neuzugang Kone an der Gitarre in die Band eingebracht hat. Der triumphiert beispielsweise auf der ersten Single ›Lucyfer Prime Evil‹ gleich mal mit einem extravaganten Solo. Wenngleich SCREEM WRITERS GUILD, dessen Titel sich auf eine Vereinigung von Drehbuchautoren im Hollywood der 20er- bis 50er-Jahre namens Screen Writers Guild bezieht, kein Konzeptalbum im eigentlichen Sinn ist, so zieht sich die Filmthematik doch wie ein roter Faden durch das gesamte Werk – was bereits das Cover unmissverständlich ausdrückt. Von Monstern sind nicht nur die Texte bevölkert, monströs ist wie immer auch der gesamte Gestus der Band. Die Finnen zeigen erstaunlicherweise keine Abnutzungserscheinungen, sondern präsentieren wie gewohnt eine Schlachtplatte mit hoher Hitdichte.
8 von 10 Punkten
Lordi
SCREEM WRITERS GUILD
ATOMIC FIRE RECORDS/WARNER

The Hold Steady: THE PRICE OF PROGRESS
Zwei Jahrzehnte The Hold Steady
Zwanzig sind The Hold Steady dieses Jahr geworden. Ein Jubiläum, das das Sextett mit einer Show am 28. Januar in Williamsburg gefeiert hat – exakt zwei Jahrzehnte nach ihrem allersten Live-Auftritt. Mit THE PRICE OF PROGRESS erscheint jetzt ihr neuntes Studioalbum, das sie abermals mit Josh Kaufman aufgenommen haben. Ursprünglich aus Minneapolis, ist die Formation schon lange in Brooklyn ansässig. Der Erstling ALMOST KILLED ME erschien 2004, STAY POSITIVE (2008) und HEAVEN IS WHENEVER (2010) avancierten zu ihren erfolgreichsten und beliebtesten Werken. Die Platten von The Hold Steady gleichen imposanten Episodenfilmen mit Independent-Touch. Frontmann Craig Finn erzählt seine Geschichten zwar in XXL-Bildsprache, aber aus einer persönlichen Sicht. Die Band serviert dazu zurückhaltenden und doch schwungvollen Heartland- und Classic Rock. ›Grand Junction‹ hat ein tolles Riff und eine gelungene Melodie. ›Sideways Skull‹ handelt von Rock’n’Rollern und erzählt von altem Ruhm, den sie versuchen am Leben zu halten. Am abenteuerlichsten ist ›Understudies‹ („Is 4 a.m. the night time or the morning?/It’s hard to get to sleep after performing“). ›Distortions Of Faith‹ ist eine exzellente Ballade und in ›Perdido‹ erklingt eine zauberhafte Gitarre.
7 von 10 Punkten
The Hold Steady/THE PRICE OF PROGRESS/POSITIVE JAMS/THIRTY TIGERS/MEMBRAN

Erik Cohen: TRUE BLUE
Deutscher Rock in seiner eigenen Kategorie
Mit seinem unwiderstehlichen Stilmix aus 90er-Stoner, Punkrock, Classic Rock und NDW-verwandtem Deutschsound hat sich der einstige Smoke-Blow-Frontmann längst eine ganz eigene Nische im globalen Musikzirkus erschaffen – eine Leistung, die nur den wenigsten Künstlern wirklich gelingt. Insofern ist es auch völlig okay, dass TRUE BLUE keine Welten von seinem Vorgänger NORTHERN SOUL (2021) entfernt daherkommt. Wer auf authentisch-dreckigen Straßenrock steht, wird mit Nummern à la ›Orion‹ oder dem Titeltrack auch dieses Mal wieder mehr als happy sein. Dazu gibt es jede Menge Zeug zum Mitgrölen. ›Club Pinasse‹ und ›Gelsenkirchene Barock‹ schießen diesbezüglich gleich zu Beginn der Scheibe den Vogel ab. Wer außerdem Post-Punkiges mit scheppernden Verneigungen vor Ideal und/oder Fehlfarben mag, sollte zudem speziell mittels ›Malaria‹ auf seine Kosten kommen. Und dann sind da noch die breitwandigen Großkompositionen ›Reeperbahn‹, ›Diamant‹ und ›Trucker‹, bei denen Cohen und seine Mitmusiker ihre gar nicht mal so heimliche Liebe zum – in ihren eigenen Dimensionen natürlich! – Bombast-Pop ausleben und in denen immer wieder angenehm die Bewunderung des Sängers für Joachim Witt durchschimmert.
7 von 10 Punkten
Erik Cohen/TRUE BLUE/RYL NKR/RTD

Last in Line: JERICHO
Hochkarätige Supergroup mit Dio-Background
2012 wurde diese Kombo nach dem Tod von Ronnie James Dio ins Leben gerufen. Mit von der Partie waren damals Gitarrist Vivian Campbell (Def Leppard, ex Dio), Drummer Vinny Appice (ehemals Black Sabbath und Dio), Keyboarder Claude Schnell (ex Dio) und Bassist Jimmy Bain (ex Dio und Rainbow). Zusammen mit Sänger Andrew Freeman (ehemals Lynch Mob) war das Line-Up komplettiert. Heute agiert die Kombo als Vierergespann – mit Campbell, Appice, Freeman und Phil Soussan (ehemals Ozzy Osbourne) an Bord. JERICHO ist nun der dritte Longplayer dieser hochkarätigen Supergroup und bietet unverstaubten, modern klingenden Hard Rock auf hohem Niveau, vor allem was die spielerische Leistung aller namhaften Beteiligten betrifft. An Riffs und Soli wird auf JERICHO nicht gespart, natürlich hält ein Drummer von Format wie Vinny Appice die galoppierenden Saiten-Pferde mit seinem pointierten Spiel gekonnt im Zaum. Was auf diesem Album ein wenig fehlt – und das trotz der Besetzung – sind die Hooks. Als wirklich einprägsam erweisen sich nach ersten Hördurchläufen nur einige der Songs. Vielleicht ist JERICHO aber auch eine von jenen Platten, die Raum und Zeit zum Wachsen brauchen.
Last In Line/JERICHO/EARMUSIC/EDEL

Empyre: Kostenloser Download der EP PARASITES
Am 31. März veröffentlichen EMPYRE ihr neues Album RELENTLESS. Zur Feier der neuen Scheibe schenken die britischen Rocker allen Fans ihre EP PARASITES. Die fünf Songs können hier kostenlos und legal heruntergeladen werden: https://music.empyre.co.uk/5trackep
Emypres Videobotschaft zur EP:
Unsere Review zum neuen Album RELENTLESS:
Die vier Musiker der britischen Prog-Rock-Formation Empyre zeichnen sich durch ein gesundes Selbstbewusstsein aus: Ihr erstes Kscope-Album RELENTLESS sei Arena-Rock, gemacht für die riesigen Bühnen ausverkaufter Großraumhallen, verkündet Sänger Henrik Steenholdt und setzt in den zehn Liedern auf hymnische Refrains, die von raffinierten Gitarren-Hooks getragen werden. Ob daraus tatsächlich ein Sound entsteht, den – wie zumindest die BBC behauptet – die Welt so noch nie gehört hat, sei mal dahingestellt. Zumal sich einige Tracks in Klang und Aufbau ziemlich ähneln. Aber vielleicht erkennt man genau daran die Massenwirksamkeit der Band-DNA: Hier gibt es kein „klingt wie …“ oder „erinnert an…“, sondern nur typische Empyre-Stücke. Ein seltenes Phänomen in der heutigen Zeit. (Matthias Mineur)
Empyre/RELENTLESS/KSCOPE/EDEL




