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Foo Fighters: Neues Album BUT HERE WE ARE

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Heute haben die Foo Fighters ihr neues Album BUT HERE WE ARE angekündigt, das am 2. Juni erscheinen wird. Bis vor kurzem war nicht einmal klar, ob die Foo Fighters nach dem schmerzhaften Verlust von Drummer Taylor Hawkins überhaupt weitermachen würden. Dann kündigte die Band vor wenigen Monaten erste Live-Dates an.

Eine erste Single mit dem Titel ›Rescued‹ haben die Foo Fighters um Chef Dave Grohl gerade eben veröffentlicht. Das von Greg Kurstin produzierte Album markiert einen neuen Abschnitt in der Historie der Foo Fighters und wird sich klanglich, laut einer Mitteilung auf ihrer Homepage, an das Debüt der Band aus dem Jahr 1995 anlehnen.

Verdena: Live in Deutschland!

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Kürzlich standen sie noch im ausverkauften Palazzo dello Sport in Rom auf der Bühne und nun kommen sie für vier Konzerte auch nach Deutschland und in die Schweiz – die ikonische Italienische Band Verdena. Mit ihrem jüngsten Album VOLEVO MAGIA (erschienen bei Capitol Records Italy/Universal) im Gepäck wird das italienische Trio, bestehend aus Alberto Ferrari, Luca Ferrari and Roberta Sammarelli, das Publikum hierzulande verzaubern.

Das exklusive Interview mit Verdena lest ihr in der kommenden Ausgabe von CLASSIC ROCK, ab dem 11. Mai überall am Kiosk.

Verdena hier live erleben:

24.04. München, Backstage
25.04.  Berlin, Hole
26.04.  Köln, MTC (300)
01.05. CH – Zürich, Papiersaal

Roger Waters: „Wir kommen trotzdem nach Frankfurt“

Roger Waters hat sich zu dem Konzertverbot geäußert, dass die Stadt Frankfurt über ihn verhängt hat. Eigentlich hätte Waters am 28. Mai im Zuge seiner „This Is Not A Drill“-Tournee in der Festhalle auftreten sollen, doch die Stadt hatte das Konzert aufgrund Waters „wiederholt anti-israelischen Verhaltens“ abgesagt.

Jetzt reagiert Waters auf Social Media auf die Absage und meint, er werde trotzdem nach Frankfurt kommen und auftreten. Wörtlich postete er unter einem Foto von Sophie Scholls Grab: „Das tut eh nicht viel zur Sache! Wir kommen trotzdem! Weil Menschenrechte wichtig sind! Weil Redefreiheit wichtig ist! Ja! Frankfurter Stadtrat, wir erinnern uns an die Kristallnacht! Wie Sophie Scholl standen unsere Väter an der Seite dieser dreitausend jüdischen Männer und heute stehen wir an der Seite der Palästinenser. Wir kommen nach Frankfurt, am 28. Mai! Liebe, R.“

Die Aussage spielt auf die Rolle der Festhalle in der Reichsprogromnacht an, da hier im Jahr 1938 etwa 3000 jüdische Männer nach den Progromen bis zu ihrer folgenden Deportation eingesperrt wurden.

Chris Cornell: Posthume Veröffentlichung von sieben Songs

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Vor seinem Tod im Jahr 2017 hatte Chris Cornell sieben neue Songs in seinem Homestudio in Florida eingesungen. Um eben jene Gesangsspuren stritten sich lange Zeit seine Band Soundgarden und seine Witwe Vicky Cornell vor Gericht, jetzt kam es zu einer außergerichtlichen Einigung.

Soundgarden haben nun die offizielle Erlaubnis, die Lieder mit Chris Cornell am Gesang zu veröffentlichen. Wann es das neue Material zu hören geben wird, steht bisher noch nicht fest.

Metallica: Drei neue Musikvideos auf einen Streich

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Zur Feier ihres brandneuen Albums 72 SEASONS, das am 14. April erschien, haben Metallica nun auf einen Schlag drei zusätzliche Musikvideos auf ihrem Youtube-Kanal veröffentlicht. Zu den Songs ›Shadows Follow‹, ›Room Of Mirrors‹ und ›Sleepwalk My Life Away‹ gibt es jetzt neue Clips zu sehen, in fünf Stunden folgt außerdem ein neues Video zum Track ›Too Far Gone?‹.

›Shadows Follow‹:

›Room Of Mirrors‹:

›Sleepwalk My Life Away‹:

Jetzt überall am Kiosk und hier online bestellbar: Metallica – das Sonderheft. Präsentiert von CLASSIC ROCK.

Midnight Oil: Australiens gutes Gewissen

Es ist eine Geschichte aus zupackendem Rock und ehrlichem Sozial- und Umweltaktivismus: Midnight Oil waren schon über ein Jahrzehnt lang australische Lokalhelden, als ihr 1987er Album DIESEL AND DUST zum Welterfolg wurde. Anfang des Jahrtausends legte Sänger Peter Garrett die Karriere der Band jedoch auf Eis, um den Songtexten Taten folgen zu lassen: Garrett ging in die Politik, erst als Chef der Umweltorganisation Australian Conservation Foundation, ab 2004 dann als Mitglied des Parlaments für die sozialdemokratische Labour Party. Zwischen 2007 und 2013 hatte er sogar zwei Ministerämter inne: Umwelt & Kultur (2007–2010) bzw. Bildung (2010–2013). Nach seinem Rückzug aus der Politik fand Garrett zurück zur Band, die nach dem letztjährigen Krebstod von Bassist „Bones“ Hillman nun jedoch wieder Geschichte sein wird.

Zuerst eine Frage zu Ihrer Zeit in der Politik: Hatten Sie manchmal das Gefühl, als Ex-Rockstar nicht ernst genommen zu werden?
Unter den Kollegen höchstens zu Beginn. Dafür war ich für die konservative Presse mit meinem Promi-Status neun Jahre lang eine wunderbare Zielscheibe. Andersherum gab es auch Leute, die Heldentaten erwarteten, als ob ich im Handumdrehen alles richten könnte. Da musste ich viele enttäuschen.

Hat Ihre Zeit in der Musik auf der politischen Bühne auch geholfen? Zum Beispiel: Eine Rede halten zu müssen ist ja sicher einfacher, wenn man schon oft vor Tausenden stand.
Letztlich sind es aber doch zwei komplett verschiedene Schauplätze. Das eine ist strahlendes Scheinwerferlicht und großer Lärm, das andere ist vor allem unspektakuläre Hintergrundarbeit.

Nach Ihrer politischen Karriere wiederum hätten Sie sicher viele Posten bekleiden können. Es wurde dann doch wieder die Musik. Offenbar geht von ihr eine ganz besondere Kraft aus?
Ich dachte auch, dass ich als Aktivist unterwegs sein würde, für eine wohltätige Organisation vielleicht. Ich schrieb dann erst mal ein Buch. So landete ich auch wieder beim Schreiben von Songs. Diese Liebe zur Musik
wiederzuentdecken, das hatte etwas sehr Instinktives, regelrecht Kindliches. Ich bin wirklich dankbar, dass ich das noch mal erleben durfte. Wir brachten dann die Band wieder zusammen und merkten, dass wir immer noch unsere ganz spezielle Energie hatten – und dass die Leute uns noch sehen wollten.

Nun sind Midnight Oil als Band noch gar nicht lange zurück, da spielen sie schon wieder die Abschiedstournee.
Na ja, es wurden dann ja doch fünf Jahre, seit wir erstmals wieder live spielten. Wir werden ja nicht jünger. Wir können auf der Bühne nicht mehr das geben, was wir mit Mitte 20 geben konnten. Jetzt haben wir ein neues Album im Kasten, da ist es ein guter Zeitpunkt, zu sagen: So, das Live-Kapitel schließen wir ab. Vielleicht nehmen wir weitere Musik auf, aber auf der Bühne soll’s das gewesen sein.

Dieses neue Album, RESIST, schließt nahtlos an das Werk vor der Trennung an. Natürlich auch thematisch. Schon in den 80ern war es so, dass der Rest der Welt manche australische Problematik erst durch Midnight-Oil-Songs kennenlernte: ›Beds Are Burning‹ brachte uns damals etwas über die Diskussion bei, Ureinwohnern Land zurückzugeben, ›Blue Sky Mine‹ berichtete über Asbest-Verschmutzung im westaustralischen Bergbau. Auf der neuen Platte gibt es Songs wie ›Tarkine‹ oder ›The Barka-Darling River‹. Tarkine ist eine von der Menschheit komplett unberührte Landschaft West-Tasmaniens. Wo gibt es so etwas überhaupt noch? Wir müssen alles tun, um dies so zu erhalten. Das Barka-Darling-Flusssystem ist die Lebensader für große Teile Australiens, aber in den letzten Jahren ist es mehrfach ausgetrocknet, weil von Landwirtschaft und Bergbau zu viel Wasser entnommen wird. Dazu kommt nun auch noch der Klimawandel. Als ich Umweltminister war, haben wir genau für dieses Thema Reformen eingeführt – doch die aktuelle Regierung hat sie zurückgenommen. Natürlich frustriert und ärgert mich die Situation enorm. Aber ich wollte diese Energie wenigstens positiv nutzen, ob auf der Bühne oder in anderer Funktion.

Man hört’s auf dem Album. Denn manche Bands kommen zurück und man kann die krampfhafte Diskussion „Was können wir machen, um zeitgemäß zu klingen?“ regelrecht zwischen den Rillen hören. Diese Frage stellt sich bei Midnight Oil nicht – vielleicht, weil die Aussage über allem steht?
Tja, jetzt stellt sich als echter Vorteil heraus, dass wir schon vor der Trennung nie im Trend waren. Also, ich finde, es ist eine echt starke Oils-Platte geworden. Sie zu schreiben ist uns leicht gefallen. Auch wenn die Thematik harter Stoff sein kann, wir sagen Dinge, die wir sagen wollen. Dadurch fühlt sich die Platte für uns sehr zeitgemäß an.

Die Direktheit der Texte ist heute sehr untypisch. Eher arbeitet man mit Ironie und Sarkasmus. Da muss dann auch ein gut gemeinter Film über den Klimawandel wie „Don’t Look Up“ zur Satire werden. Aber hilft es der Sache, wenn die Leute über die Situation resigniert lachen?
Okay, „Don’t Look Up“ habe ich noch nicht gesehen. Aber ich weiß, was Sie meinen. Kurz gesagt: Es hilft nicht wirklich. Wenn, dann nur minimal. Sagen wir’s so: Wenn man sich anschaut, was in der modernen Geschichte jemals zu Wandel geführt hat, dann waren das immer Massenbewegungen, gewaltlose direkte Aktion, ziviler Ungehorsam – und immer stand eine moralische Dimension dahinter sowie gute Menschen, die sagten: „Wenn ich nichts unternehme, kommen sie damit durch.“

Sehen Sie denn bei all den Entwicklungen wie dem Klimawandel oder dem weltweiten Rechtsruck Grund, optimistisch zu denken?
Auf jeden Fall. Erstens: Wenn man die Dinge mit etwas Abstand betrachtet, dann befindet sich die Menschheit auf einem stetigen Weg in Richtung Gerechtigkeit, Emanzipation und Menschenrechte. Ja, Rückschritte kommen vor, aber die generelle Richtung bleibt. Zweitens sehe ich all die Einzelbeispiele, in denen sich der Mensch von seiner besten Seite zeigt. Ob es Ärzte und Krankenschwestern sind, junge Aktivisten oder
vielleicht Künstler, die ein tolles Werk schaffen – was Menschen auf die Beine stellen können, bleibt unglaublich …

Video der Woche: Rainbow ›Mistreated‹ (Live in München, 1977)

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Gestern hatte Ritchie Blackmore Geburtstag. Der Ausnahmegitarrist von Deep Purple und Rainbow wurde stolze 78 Jahre alt.

Berühmt wurde Ritchie Blackmore als Gitarrist von Deep Purple, die er 1967 zusammen mit Jon Lord gründete. Blackmore ist nicht nur ein Virtuose auf der Gitarre, sondern auch ein sehr schwieriger Charakter, weswegen es Mitte der 70er Jahre zum Bruch mit Deep Purple kam.

1975 gründete er Rainbow, bei denen Ronnie James Dio bis 1978 am Mikrofon stand. Zur Feier seines Geburtstages seht ihr hier zwei Mitschnitte aus ihrem Konzert 1977 in München, die Blackmores zwei Gesichter zeigen: zum einen den begnadeten Gitarristen und zum anderen das wahnsinnige Genie:

https://www.youtube.com/watch?v=CfEsn53gjTI

Rückblende: UFO mit ›Profession Of Violence‹

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Dieser 40 Jahre alte Klassiker ist von mordlüsternden Kriminellen aus den Sechzigern inspiriert worden. Ebenfalls eine Hauptrolle in Sachen Kreativitätsbeflügelung spielten a) das entspannte Flair der Karibik und b) einige Liter „Carlsberg Special Brew“.

Obwohl man UFO eher für energiegeladene Songs wie ›Let It Roll‹, ›Too Hot To Handle‹ und ›Lights Out‹ kennt und liebt, hatte die Band schon immer eine sanfte Seite. Jedes ihrer Alben enthielt zumindest ein Lied in einer ruhigeren Gangart. ›Profession Of Violence‹ vom 1981er-Album THE WILD, THE WILLING AND THE INNOCENT ist dafür ein Beispiel erster Güte.

In UFO-Foren bitten die User die Band schon seit Längerem, Stücke wie diese wieder aufzugreifen. Und tatsächlich: Die Gruppe zieht in Erwägung, ›Profession Of Violence‹ wieder ins aktuelle Set aufzunehmen, wie Sänger Phil Mogg CLASSIC ROCK berichtet: „Wir haben erst kürzlich ›Try Me‹ (vom 1977er-Album LIGHTS OUT – Anm.d.Red.) gespielt und über ›Belladonna‹ (vom 1976er-Werk NO HEAVY PETTING – Anm.d.Red.) sowie ›Profession Of Violence‹ nachgedacht – wir wollen unserer Show etwas mehr ‚Farbe‘ verleihen, sie abwechslungsreicher gestalten.“

Die Entstehungsgeschichte von ›Profession Of Violence‹ beginnt mit dem Gitarrensolo, das die zweite Liedhälfte bestimmt. Geschrieben hat es Gitarrist Paul Chapman – und zwar beim Planschen in karibischen Gewässern, mit Blick auf das Inselparadies Montserrat, wo UFO seinerzeit ihr 1980er-Album NO PLACE TO RUN… aufnehmen. „Es ist das einzige Solo, das ich je geschrieben habe, ohne dass ein Lied dazu existierte“, erinnert sich Chapman. „Ich liebte es, mit meiner ‚Ovation‘-Akustikgitarre zum Strand runterzugehen, knietief im wunderbar kristallenen Wasser zu stehen und vor mich hin zu spielen. Ich stand dort stundenlang, obwohl meine Füße total verschrumpelten. Dieses Solo fiel mir bei einem meiner Beach-Besuche ein, und ich nahm es später mit meinem ‚Revox‘-Tonbandgerät auf.“ Die Idee bleibt zunächst liegen, doch schließlich spielt Chapman sie Phil Mogg vor. Dem fällt sofort eine Gesangsmelodie ein, danach entsteht der Rest des Tracks – er wird quasi „rückwärts“ komponiert.

Titel und Text folgen erst später – beide sind von John Pearsons Buch „The Profession Of Violence: The Rise And Fall Of The Kray Twins“ aus dem Jahr 1972 inspiriert, wie Schlagzeuger Andy Parker berichtet: „Ich brachte das Buch mit. Doch ich weiß nicht, ob ich es Phil dann geliehen habe oder er sich selbst ein Exemplar gekauft hat. Na, egal. Jedenfalls hat er sich oft Inspirationen für Texte aus Werken geholt, die er gerade gelesen hatte.“


Was Mogg bestätigt: „Ich mochte den Titel sofort – obwohl mir ›Profession Of Violence‹ ohne den Artikel ‚The‘ besser gefiel. Manchmal, wenn ich ein Buch lese, schreibe ich mir Zeilen daraus auf, um sie später für Songs zu verwenden. Oft vergesse ich sie dann, aber Jahre später kommen sie mir wieder in den Sinn, ich denke dann: ‚Oh, das passt!‘ Aber zurück zum Text von Text ›Profession Of Violence‹: Er deckt sich inhaltlich nicht 1:1 mit dem Buch, sondern hat einen anderen Dreh. Weggesperrt zu werden ist natürlich für niemanden toll. Aber vielleicht gewöhnst du dich daran, wenn du ein berüchtigter Ganove bist. Doch ›Profession Of Violence‹ sollte eher an diejenigen erinnern, die ‚vergessen‘ worden sind, u.a. von der Gesellschaft.“

Dieser Schmerz, den Mogg in seinen Zeilen transportieren wollte, wird musikalisch von einem Streich-Ensemble unterstrichen, das von keinem Geringeren als Cellist Paul Buckmaster arrangiert worden ist. Buckmaster hat sich unter anderem durch seine Zusammenarbeit mit David Bowie an SPACE ODDITY und den Rolling Stones an STICKY FINGERS einen Namen gemacht. Aber es ist sein Beitrag zum Lied ›Sixty Years On‹ von Elton John (von dessen gleichnamigen 1970er-Album), das Mogg dazu veranlasst, sich für Buckmaster zu entscheiden.

„Er sollte eigentlich den ‚Flash Gordon‘-Soundtrack komponieren, aber dann brachten die Verantwortlichen doch noch Queen dazu, den Job zu übernehmen. Daher hatte er plötzlich Zeit, mit uns zu arbeiten. Wir konnten noch nie gut mit Geld umgehen, deshalb kam ich auch gar nicht auf die Idee, ihn zu fragen, wieviel seine Arbeit denn kosten würde“, so Mogg. „Mit diesem Album häuften wir einen enormen Schuldenberg an. Das ‚Air Studio‘, in dem wir aufnahmen, lag z.B. nah am Oxford Circus, also im Herzen von London, und war dementsprechend teuer…“


Es wäre sinnvoller gewesen, ein preiswerteres Studio zu buchen und das Geld stattdessen in einen Produzenten zu investieren. Doch so sind UFO zwar in einem Nobel-Soundtempel, rennen jedoch wie kopflose Hühner durch den Aufnahmeraum. Niemand sagt ihnen, was passieren soll. Weder Mogg noch Parker können heute sagen, wieso niemand zur Unterstützung vor Ort ist. „Ich frage mich immer noch, wie zum Teufel die Leute bei Chrysalis auf die Idee kamen, uns dorthin zu schicken“, so Parker. „Warum nahmen wir in einem so kostspieligen Studio auf, wenn niemand die Zügel in der Hand behielt. Wir brauchten damals jemand, der sagte, was wir tun sollten. Steve Churchyard war der Studiotechniker, aber er produzierte schließlich das Album. Eben weil es gar keine andere Möglichkeit gab – wir wären allein sofort in den nächsten Pub gerannt.“

Einer Einschätzung und späten Erkenntnis, der Mogg nur beipflichten kann. „UFO sich selbst zu überlassen, war nie eine gute Idee. Die Schulden türmten sich, erst 2002 konnten wir sie schließlich komplett tilgen. Dennoch hatten wir bei den Aufnahmen eine gute Zeit – es gab keine Spannungen, zudem war das Studio mitten in der Stadt. Die Aufnahmen fühlten sich so an, als ob wir an einem typisch britischen Rock-Album arbeiten würden. Also so, wie es sein muss.“

Typisch ist auch das Chaos, das ausgerechnet bei der Aufnahme-Arbeit am Solo von ›Profession Of Violence‹ herrscht. Denn obwohl das Lied gerade diesem Part seine Entstehung verdankt, gibt es bei den Recordings ein Problem. Und zwar aufgrund „menschlichen Versagens“, wie Gitarrist Chapman rekapituliert. „An dem Tag, an dem das Solo auf dem Aufnahme-Plan stand, hatte ich gerade meine zehnsaitige rote ‚BC Rich‘-Gitarre bekommen. Die wollte ich unbedingt – denn auf Tour hatte ich gesehen, dass Joe Perry dieses irre Ding mit allem möglichen Schnickschnack spielte. Ich warf damals nur einen kurzen Blick darauf und sagte: ‚So was will ich auch!‘ Also stieg ich vor Beginn der Aufnahmen in ein Taxi, fuhr zu meinem Kumpel Kevin in die Denmark Street (berühmte „Musik“-Straße in London – Anm.d.Red.), besorgte mir das Teil, fuhr zurück zum Studio und stöpselte es ein. Das Erste, was ich aufnahm, war dieses Solo. Steve Churchyard und ich bastelten später nochmal daran herum. Am Ende des Parts hielt ich diese eine Note, wirbelte sie herum und legte etwas Hall darüber. Das Ganze klang so, als würde die Welt untergehen. Einfach fantastisch! Daraufhin sagte ich zu Steve: ‚Es wäre wirklich schrecklich, wenn das je gelöscht würde!‘ Nur um wenig später herauszufinden, dass er genau das getan hatte… Nach einigen Humpen ‚Carlsberg Special Brew‘ haben wir wohl aneinander vorbeigeredet.“