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Duff McKagan: Neue EP und Video zum Track ›This Is The Song‹

Guns N‘ Roses-Bassist Duff McKagan veröffentlicht neuen Song ›This Is The Song‹ inklusive EP und Video.

Mit ›This Is The Song‹ veröffentlicht Duff McKagan anlässlich des Mental Health Awareness Month fast vier Jahre nach seinem hochgelobten zweiten Soloalbum TENDERNESS wieder neue Musik. Neben dem Titeltrack umfasst die EP ›It Can’t Come Too Soon‹ und ›Pass Me By‹, welches er nach einer Begegnung mit einer bewaffneten Reiterin während einer Motorradtour durch die Cascade Mountains schrieb.

McKagan, der selbst seit vielen Jahren mit psychischen Problemen kämpft, über seinen neuen Song: „›This Is The Song‹ wurde mitten in einer Panikattacke geschrieben. Ich konnte nicht mehr atmen und nicht mehr klarsehen, aber zum Glück habe ich in letzter Zeit in meiner Akustikgitarre meinen Zufluchtsort gefunden. Wenn ich mich einfach an die Gitarre halte, Akkorde spiele und Melodien summe, kann ich anfangen, mich aus diesem Loch herauszuarbeiten. Diejenigen unter euch, die so etwas noch nie erlebt haben, können sich glücklich schätzen. Für diejenigen unter euch, die wissen, wovon ich spreche: IHR SEID NICHT ALLEIN!“

Seht hier auch das neue Video zu ›This Is The Song‹:

Dolly Parton: Neues Album ROCKSTAR mit vielen Rockstars

Countryikone Dolly Parton veröffentlicht im November ein mit Rockstars gespicktes 30 Songs umfassendes Album.

Seit den 1970er Jahren zählt Dolly Parton zu den erfolgreichsten Künstlerinnen der Country- und Pop-Szene. Sie hatte 25 Nummer-Eins-Hits, unter anderem mit der Originalversion von ›I Will Always Love You‹, mit dem auch auch Whitney Houston einen Welthit landete.

Im November veröffentlicht die Sängerin nun ihr sehr ambitioniertes Projekt ROCKSTAR, ein 30 Songs umfassendes Album, auf dem zahlreiche Superstars der Szene mitgewirkt haben. Mit dabei sind unter anderem Richie Sambora, Steven Tyler, Sting, Elton John, John Fogerty, Steve Perry, Stevie Nicks, Debbie Harry, Melissa Etheridge, Rob Halford, Nikki Sixx, Paul McCartney, Ringo Star, Joan Jett und und und …

Neben neun neuen Songs wird das Album 21 Cover-Stücke beinhalten wie etwa ›Stairway To Heaven‹, ›We Are The Champions‹, ›Let It Be‹ und ›Free Bird‹.

Dolly Parton: „Ich bin so aufgeregt, endlich mein erstes Rockalbum ROCKSTAR präsentieren zu können. Es war eine Ehre und ein Privileg mit so vielen großartigen Musikikonen zu arbeiten und einige ihrer herausragendsten Songs einspielen zu dürfen. Die Arbeiten an diesem Album haben mir unbeschreiblichen Spaß gemacht.“

ROCKSTAR wird bei allen Streamingdiensten zur Verfügung stehen und erscheint zudem als vier LPs umfassende Vinyl-Version in unterschiedlichen Formaten.

Hier die Tracklist von ROCKSTAR mit allen Songs und Gastmusikern:

  • ›Rockstar‹ (special guest Richie Sambora)
  • ›World On Fire‹
  • ›Every Breath You Take‹ (feat. Sting)
  • ›Open Arms‹ (feat. Steve Perry)
  • ›Magic Man‹ (feat. Ann Wilson with special guest Howard Leese)
  • ›Long As I Can See The Light‹ (feat. John Fogerty)
  • ›Either Or‹ (feat. Kid Rock)
  • ›I Want You Back‹ (feat. Steven Tyler with special guest Warren Haynes)
  • ›What Has Rock And Roll Ever Done For You‹ (feat. Stevie Nicks with special guest Waddy Wachtel)
  • ›Purple Rain‹
  • ›Baby, I Love Your Way‹ (feat. Peter Frampton)
  • ›I Hate Myself For Loving You‹ (feat. Joan Jett & The Blackhearts)
  • ›Night Moves‹ (feat. Chris Stapleton)
  • ›Wrecking Ball‹ (feat. Miley Cyrus)
  • ›(I Can’t Get No) Satisfaction‹ (feat. P!nk & Brandi Carlile)
  • ›Keep On Loving You‹ (feat. Kevin Cronin)
  • ›Heart Of Glass‹ (feat. Debbie Harry)
  • ›Don’t Let The Sun Go Down On Me‹ (feat. Elton John)
  • ›Tried To Rock And Roll Me‹ (feat. Melissa Etheridge)
  • ›Stairway To Heaven‹ (feat. Lizzo & Sasha Flute)
  • ›We Are The Champions‹
  • ›Bygones‹ (feat. Rob Halford with special guests Nikki Sixx & John 5)
  • ›My Blue Tears‹ (feat. Simon Le Bon)›
  • ›What’s Up?‹ (feat. Linda Perry)
  • ›You’re No Good‹ (feat. Emmylou Harris & Sheryl Crow)
  • ›Heartbreaker‹ (feat. Pat Benatar & Neil Giraldo)
  • ›Bittersweet‹ (feat. Michael McDonald)
  • ›I Dreamed About Elvis‹ (feat. Ronnie McDowell with special guest The Jordanaires)
  • ›Let It Be‹ (feat. Paul McCartney & Ringo Starr with special guests Peter Frampton & Mick Fleetwood)
  • ›Free Bird‹ (feat. Ronnie Van Zant with special guests Gary Rossington, Artimus Pyle and The Artimus Pyle Band)

Dr. Feelgood: Die Anfänge einer Kult-Band

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Im November ging der legendäre Wilko Johnson leider von uns.
Als DOWN BY THE JETTY, das Debütalbum von Dr. Feelgood, 2015 sein 40. Jubiläum feierte, blickten die damals noch lebenden Mitglieder – Wilko, Sparko, The Big Figure – sowie Manager Chris „Whitey“ Fenwick auf die Entstehung ihres Klassikers zurück. (Text: Zoë Howe)

„Vergiss nicht, das ist 40 Jahre her, da muss ich in den Erinnerungen kramen …“, warnt Dr. Feelgood- Manager Chris „Whitey“ Fenwick, als ich mich daran mache, ihn zu DOWN BY THE JETTY, dem Debüt der Band, zu befragen – jenem rauen, messerscharfen Brocken R’n’B, der im Januar 1975 aus dem Themse-Delta anstürmte wie ein gerade abgeworfenes Chakram. Doch in Vorbereitung auf unser Gespräch hat er sich die Platte natürlich noch mal angehört und „es hat Spaß gemacht, sich wieder damit zu befassen. Es hat die Aufregung der frühen Auftritte zurückgebracht – wir stiegen damals jeden Monat weiter auf … Dieses Album hat eine wichtige Rolle in meinem Leben gespielt. 40 Jahre …“, sinniert er. „Es hat sich verdammt gut gehalten.“ Das definitive Line-up von Dr. Feelgood bestand aus Gitarrist Wilko Johnson, dem schmerzlich vermissten Lee Brilleaux am Mikro und der Mundharmonika (er erlag 1994 einem Krebsleiden), Bassist Sparko (John B. Sparks) und Schlagzeuger John „The Big Figure“ Martin. Die Spitznamen waren notwendig, weil alle Feelgoods außer Brilleaux John hießen. Lees zweiter Vorname war allerdings auch John, und als Wilko – bürgerlich John Wilkinson – 1977 ausstieg, wurde er von Gypie Mayo ersetzt, dessen tatsächlicher Vorname – Überraschung! – John lautete. Hier waren vier harte Jungs aus Canvey Island mit Stil, Attitude und besessen vom Rhythm’n’Blues. Die Begeisterung ging so weit, dass der Howlin’-Wolf-Fanatiker Brilleaux kurz nach dem Erscheinen von DOWN BY THE JETTY in der Zeitschrift Sounds sagte: „Es gibt absolut nichts Weißes, das mich inspiriert. Alles ist schwarz.“ Lee Brilleaux hieß eigentlich Lee Collinson. Der Künstlername kam auf, als er eines Tages feststellte, dass sein Haar aussah wie ein Brillo Pad, ein Topfkratzer aus Stahlwolle. Nachdem er zunächst damit herumspielte und sich als „Lee Brillo“ vorstellte, beschloss er, den Namen fest anzunehmen, allerdings mit einer anderen Schreibweise, um mehr wie ein Blueser aus Louisiana zu klingen als etwas, das man unter der Spüle findet. Schon in jungen Jahren ein selbsterklärter Musiksnob, interessierte sich Lee zunächst nicht für Rock’n’Roll, abgesehen von den Rolling Stones. „Für mich war es das Zeug, auf das die Generation vor mir stand. Ich machte mich halb lustig darüber. Mein Onkel war Elvis-Fan und hatte eine idiotische Frisur … Fucking Schrott.“

Als Lee und seine Kindheitsfreunde Whitey und Sparko auf den Straßen von Canvey Island eine Jug-Band sahen, mit einem großen, charismatischen älteren Teenager an der Gitarre, zündete Lees
Liebe zum Blues. Es sollte auch die erste schicksalhafte Begegnung von Lee, Sparko, Whitey und Wilko Johnson sein. Lee hinterließ den größten Eindruck bei Wilko: „Ich weiß noch, wie ich mit meinem Bruder Malcolm wieder nach Hause ging und meinte: ‚Fuck, der Junge ist ganz schön auf Zack!‘ Er war sehr lebhaft, er strahlte förmlich.“ Die mittlerweile hinlänglich dokumentierte Geschichte der Entstehung von Dr. Feelgood als Band kann folgendermaßen zusammengefasst werden: Nach der Universität in Newcastle und der Hippie-Pilgerfahrt durch Indien kehrte der langhaarige Wilko nach Hause zurück und fand einen wesentlich erwachseneren Lee Collinson vor, der nun als Anwaltsgehilfe arbeitete und in einem Nadelstreifenanzug durch die Straßen von Canvey Island streifte („Mann, er sah so fies aus!“, sagte Wilko später, immer noch begeistert von dieser Erinnerung).

Lee hatte, inspiriert von Wilko, zunächst seine eigene Jug-Band zusammen mit Whitey, Sparko und den Schulfreunden Phil „Harry“ Ashcroft und Rico Daniels gegründet, doch über die Jahre hatten sie sich zu einer Rockgruppe entwickelt. Lee, dem es ebenfalls nicht an Präsenz mangelte, war so eingeschüchtert von Wilko, dass er es Sparko überließ, den verlorenen Sohn von Canvey zu fragen, ob er an der Gitarre einsteigen wolle – worauf der mit einem eindeutigen „Ja“ antwortete. Letztlich holte Wilko dann noch Figu-re, seinen alten Schulfreund, zeitweiligen Bandkollegen und schon halbprofessionellen Schlagzeuger, ins Boot. Es dauerte nicht lange, bis sie sich von Auftritten mit Coverversionen vor gleichgültigen Pub-Besuchern verabschiedeten („Wir spielten ›Heartbeat‹“, wetterte Wilko. „Kannst du dir vorstellen, wie Lee ›Heartbeat‹ singt?“), zu ihren Wurzeln zurückkehrten und einfach die Musik spielten, die sie liebten – was sich als gute Entscheidung erwies. „Bei einer Probe legte Lee eine Platte von Little Walter auf“, so Wilko. „Und ich sagte: ‚Oh, fick die Popmusik, lasst uns einfach dieses Zeug machen. Wir fantasierten davon, auf Tour zu sein wie die ‚Blues Brothers‘, bevor der Film überhaupt erschienen war. Wir mochten diese Idee von den Anzügen und den dummen Verbrechen, die wir unterwegs begehen würden – wir ahnten das schon voraus.“

Mit ihrer fast gewalttätig dynamischen Bühnenshow und ihrem Look griffen sie zudem schon dem Punk vor. Von spießigen Hemden keine Spur, hier gab es schmale Krawatten, lüsternes Hinterhergepfeife und resolut kurze Haarschnitte. Nach womöglich einer Frage zu viel über ihr Image ätzte Lee 1975 gegenüber Mick Gold vom Magazin Let It Rock: „Wir hatten nicht das Ziel, wie durchgedrehte Bankangestellte auszusehen.“ (Als ob das etwas Schlechtes gewesen wäre.) Bald hatte Wilko ein paar Songs für die Band geschrieben, inspiriert von der explodierenden Pubrock-Szene in London, die sie bald erobern sollten. Mit ihrer fesselnden Mischung aus Bühnenpräsenz und Klangattacke überzeugten sie das Publikum und warfen Granaten in den „groovy“ Post-Hippie-Nebel, bevor sie in die Nacht stürmten und zurück nach Essex fuhren. Ein großer Teil des Reizes von Dr. Feelgood lag in der funkensprühenden Interaktion zwischen den beiden Anzug tragenden Frontmännern: Wilko mit dem psychotischen Blick, der herumwirbelte, als sei seine Gitarre zum Leben erwacht und zerre ihn ungestüm über die Bühne; und Lee, gerissen und mörderisch, der Wilko ignorierte, unablässig rauchte und mit feurigen Augen die Faust in die Luft reckte. Natürlich alles reines Theater, doch man wollte sich so oder so nicht mit ihnen anlegen. „Lee war ziemlich rau“, so Wilko, „aber er konnte auch sehr lustig sein, und obszön. Ich glaube, er sah zu mir auf, aber er wusste wahrscheinlich nie, dass ich absoluten Respekt vor ihm hatte. Wenn wir auf der Bühne standen – sieh dir jegliche Filmaufnahmen von uns an –, schaute ich ihn die ganze Zeit an. Ich glaubte immer an ihn, als Performer, als Star, schon von Anfang an, und das änderte sich auch nie. Lee war für mich der Dreh- und Angelpunkt von Dr. Feelgood. Ich weiß noch, wie wir mal im Lord Nelson [in der Londoner Holloway Road] spielten, da gab es diese kleine abgesenkte Tanzfläche. Plötzlich brach ein Streit aus und ein paar Typen prügelten sich. Dann tauchte ein Messer auf, und Lee sprang einfach von der Bühne, schnappte sich dieses Messer und sang weiter. Die Lage war ernst, einer dieser Kerle hätte fast sein Ohr verloren, doch Lee riss das Messer einfach an sich. Auf der Bühne war er der König. So etwas habe ich nie wieder erlebt. Mit jemandem auf der Bühne zu stehen und sich ihm so nahe zu fühlen, das ist fantastisch.

Lord Of The Lost: Mit Blut und Flitter zum Eurovision Songcontest

Wenn eine Metal-Band beim Eurovision Song Contest antritt, wirkt das wie ein Brennglas für streitbare Fragen der Rockmusik. Haben Rock’n’Roll oder Metal eine Chance im Mainstream? Und: Wie viel Mainstream verträgt alternative Musik, ohne die in ihrem Wesen verankerte Anti-Establishment-Attitüde zu verraten? Spannende Themen, die jetzt, wo die Hamburger Dark-Metaller von Lord Of The Lost mit ›Blood & Glitter‹ beim ESC in Liverpool antreten, heiß diskutiert werden. Für Frontmann Chris Harms ist die Sache klar: „Wir haben kein Problem mit Mainstream-Plattformen, solange wir – und das ist der Knackpunkt – authentisch sind. Wir bleiben unverbogen und haben beim ESC klar gemacht, dass wir nichts tun, das uns nicht passt. So können wir diese Veranstaltung mit alternativer Musik etwas bunter machen.“ Dabei macht der Sänger auch keinen Hehl daraus, dass sich Lord Of The Lost schon mehrmals beworben haben: „Wir versuchen es schon einige Jahre beim ESC. Lange hat es nicht funktioniert, weil sich Deutschland selbst ein Genre-Korsett gesteckt hatte, in das wir nicht passten. Mit unserer Glam-Optik hat sich das verändert, weil das nun gut im Kontext der Veranstaltung funktioniert.“ Inspiriert wurde der Titel des neuen Albums und der Single vom gleichnamigen Bildband des Fotografen Mick Rock, der alle Größen der Glam-Ära vor der Linse hatte. Harms dazu: „Ich habe Mick Rocks Bilder schon als Kleinkind in der Vinylsammlung meiner Eltern gesehen, ohne dass ich um ihn als Fotografen wusste. Wir hatten viele 70er-Platten, genau aus jener Glamrock Ära, die Rock ja maßgeblich abgelichtet hat. Anfang der 2000er erschien dann sein Bildband „Blood And Glitter“, wo ich all diese wunderbaren Fotos wiederentdeckte. Irgendwann fiel mir auf, was für einen großartigen Titel das abgeben würde, also schlug ich der Band vor, ein Album daraus zu machen. Eine Platte, die das Lebensgefühl der 70er widerspiegelt, ohne zwangsweise nach 70er Jahre zu klingen.“

Dass Lord Of The Lost mit einem absolut nicht kommerziell gedachten Album – die Platte wurde ohne Vorab-Single nur sechs Tage vor Release am 30.12.2022 angekündigt – nun beim Eurovision Songcontest mitmischen, ist nicht nur eine wundervolle Laune der Musiknatur, sondern transportiert gleichzeitig eine wichtige Botschaft, auch wenn Harms selbige nicht spezifisch benennen will: „Im Grunde sind wir die exotische Randerscheinung und die härteste Band dort. Anders möchte ich das gar nicht bewerten. Im Song selbst heißt es „we’re all from the same blood“, die Aussage steht für sich. Wir treten für Deutschland an, wobei ich mich gegen diesen „für meine Nation“-Gedanken ein wenig wehre. Ich bin froh, hier leben zu dürfen, aber ich werde dort nicht mit einer Deutschland-Flagge einlaufen. Vor allem treten wir für unsere Art von Musik an. Die Nationen beim ESC dienen als organisatorischer Rahmen, eigentlich ist dieser Wettbewerb für mich da, um Grenzen zu überwinden.“ Der Mangel an Nationalstolz und der Überfluss an extravaganten Outfits ist jüngst ex-AFD-Politikerin Frauke Petry sauer aufgestoßen, die in einem inzwischen gelöschten Tweet bezweifelte, dass „normale Deutsche von diesen pinken Herren“ vertreten werden wollen. Harms daraufhin: „Was sind überhaupt pinke Herren? Sie muss damit eine vermeintlich homosexuelle Orientierung bemängelt haben, alleine das lässt tief blicken und ist sehr traurig. Da kann ich nur sagen: ‚Liebe Frauke, lieber pinke Herren als braune Frauen.’“

Motörhead: Neues Video zum Cover von Metallicas ›Enter Sandman‹

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Vor 25 Jahren veröffentlichten Motörhead ihre Cover-Version des Metallica-Klassikers ›Enter Sandman‹. Jetzt gibt es dazu ein brandneues Video.

Lemmy und Konsorten zollten in ihrer langen Karriere Künstlern oft mit grandiosen Cover-Versionen Tribut. Ihre Interpretation von Metallicas ›Enter Sandman‹ wurde erstmals 1998 auf der Compilation ECW EXTREME MUSIC veröffentlicht, einem Promotion-Album für den Extreme Wrestling Championship.

Zu den Feierlichkeiten des alljährlichen „Motörhead Day“ wird dieser Song nun auf einer Digital EP und 7“ Vinyl mit dem Titel ENTER SANDMAN COLLECTION wiederveröffentlicht. Die EP enthält außerdem Motörheads Live-Cover-Version von Bob Segers ›Rosalie‹, ihre Interpretation von ›God Save The Queen‹ – im Original von den Sex Pistols – und eine Live-Version des Covers von Hawkwinds ›Silver Machine‹. Als besonderen Bonus-Track gibt es noch ihren Song ›R.A.M.O.N.E.S.‹.

Parallel zur EP erschien auch ein brandneues animiertes Video zu ›Enter Sandman‹. Dort folgen wir einem kleinen Jungen in seine Albträume, in denen er vom bösen Sandmann verfolgt wird. Am Ende wird er von Motörheads Warpig gerettet:

Jetzt überall am Kiosk und hier online bestellbar: Metallica – das Sonderheft. Präsentiert von CLASSIC ROCK.

Saxon: Kleine Geschichtsstunde mit Biff Byford

Das Adjektiv emsig umschreibt das Arbeitsethos dieser britischen Metal-Urgesteine seit der Pandemie wohl am besten. Schließlich erscheint mit MORE INSPIRATIONS nun schon das dritte Langspielwerk in drei Jahren aus dem Hause Saxon und somit auch gleichzeitig der thematische Nachfolger des Coveralbums INSPIRATIONS aus dem Jahr 2021. Diesmal wurden wunderbare Klassiker von Kollegen wie Nazareth, Uriah Heep, Alice Cooper, Rainbow oder auch überraschende Perlen von Künstlern wie Stray Dog, Cream und den Animals saxonisiert. Was es mit der Songauswahl auf sich hat, erklärt Frontmann Biff Byford im Zoom-Interview:

INSPIRATIONS konnte man als klassisches Pandemie-Projekt bezeichnen. Was hat euch zum Nachfolger bewegt?

Die Freude, die wir daran hatten. Außerdem hielt die Pandemie weiter an, unser letztes Album CARPE DIEM war fertig und wir hatten etwas Zeit übrig. Es machte also Sinn, diese Lücke mit MORE INSPIRATIONS zu füllen.

Wie kam MORE INSPIRATIONS dann zustande?

Ähnlich wie INSPIRATIONS: alles ging ziemlich schnell, weil die Songwriting-Phase ja komplett wegfällt. Man arrangiert vielleicht mal hier und da etwas um, aber im Grunde geht es um die Performance dieser Songs, darum, sie etwas mehr nach Saxon klingen zu lassen und dabei möglichst nah am Original zu bleiben. Die Aufnahmen selbst dauerten nur etwa zwei Wochen. Die größte Herausforderung war es, die Keyboards mit Gitarren zu ersetzen – dadurch klingen viele der Songs jetzt ein bisschen mehr heavy, finde ich.

Die Coverversionen stellen deine Stimme in ein neues Licht. Was gibt es dir als Sänger, die Songs verschiedener Künstler zu singen?

Das ist eine Herausforderung, weil die Bandbreite so groß ist. Ich singe The Who, Alice Cooper – verschiedene Sänger mit unterschiedlichen Gesangsstilen. Da muss man sich einfach herantrauen, das Ganze mit seiner eigenen Stimme versuchen und möglichst viel Spaß haben.

Gab es Songs, die du nicht machen konntest, weil deine Stimme nicht dazu passte?

Nein, tatsächlich sind alle drauf, die wir haben wollten. Wir probten die Lieder vor den Aufnahmen gemeinsam, so konnte ich einiges austesten und mich hineinfinden. Es ist wirklich nicht leicht, die Songs anderer zu singen, ich glaube, das unterschätzt man schnell. Auf der anderen Seite muss man aber auch sagen, dass diese Tracks mir nicht fremd sind, sondern mich ja schon eine lange Zeit begleiten. Das vereinfachte die Sache.

Das spannendste an solchen Projekten ist meiner Meinung nach die Songauswahl. Ich habe mir mal meine Favoriten rausgesucht und bin gespannt auf deine Geschichte dazu. Fangen wir mal mit dem Animals-Song an, was hat es damit auf sich?

Ich war ein Teenager, als ›We Gotta Get Out Of This Place‹ erschien. Die Single war ein großer Hit, lief im Radio und im Fernsehen, ich hatte sie auf Vinyl. Ich lernte gerade Gitarre und Bass spielen und das war das erste Riff, das ich auf dem Bass spielen konnte. Eigentlich wollte ich früher ja Gitarrist werden und nicht singen. Aber im Grunde ist ein Gitarrensolo dasselbe wie singen, nur über ein anderes Medium.

Ich liebe es, dass ihr The Faith Healer der Sensational Alex Harvey Band auf die Platte gepackt habt. So ein unterbewerteter Künstler!

Absolut! Ich hörte den Song zum ersten Mal, als ich Alex Harvey in der City Hall in Sheffield spielen sah. Er eröffnete das Set mit The Faith Healer, die Band, er selbst und die Show waren sehr theatralisch. Wenn man zu jung ist, um das live erlebt zu haben, sollte man sich einige Konzerte bei Youtube ansehen. Sie waren verkleidet, als Clowns und Piraten, ein Hauch Clockwork Orange – diese Band war ein großer Einfluss für mich persönlich.

Ein weiterer Song, der mich etwas verwundert hat, ist Chevroletvon ZZ Top…

Tatsächlich haben wir uns an der Version von Stray Dog orientiert. Komponiert wurde die Nummer von Snuffy Walden von Stray Dog und Billy Gibbons. Die Stray-Dog-Interpretation klingt, bei allem Respekt gegenüber ZZ Top, in meinen Ohren etwas rockiger, der Sound ist dichter. Ich mochte diese Band wirklich sehr, auch eine große Empfehlung!

Geschichtsstunde mit Biff Byford!

(lacht) Ja, so soll es schon auch ein bisschen sein. Wir wählen ja absichtlich nicht nur die offensichtlichen Songs aus. Wie beispielsweise Substitutevon The Who, da hätte man sich ja auch für Won’t Get Fooled Again oder My Generation entscheiden können. The Who haben mich ebenfalls stark beeinflusst, an ihnen bewundere ich vor allem, wie man Intellekt so geschickt mit Arbeiterklassenethos verbinden kann. Obendrauf sind die Texte fantastisch!

Auf INSPIRATIONS war die größte Überraschung das Cover von Totos Hold The Line, auf MORE INSPIRATIONS sticht Tales Of Brave Ulysses heraus, ein großartiges Cover meines Lieblingssongs von Cream!

Das freut mich, das ist auch einer meiner Favoriten. Das Original ist wunderbar poetisch, leicht psychedelisch, erinnert fast schon an King Crimson. Tatsächlich sind wir mit Saxon entspannter an das Lied herangegangen, als Cream es taten. Wir interpretieren den Track zurückgelehnter im Gegensatz zu den anderen Songs, die wir meistens eher schneller oder härter spielten. Das wichtige beim Covern ist für mich, dass du nicht versuchst, das Original zu schlagen – das geht gar nicht – sondern den Spirit der Vorlage mit deinen eigenen Mitteln zu interpretieren.

Arbeitet ihr schon wieder an einem neuen Album nach CARPE DIEM?

Ohja, wir sind mittendrin im Songwriting. Ich muss einfach arbeiten, ich kann nicht deprimiert herumsitzen. Irgendwie hat uns Covid zu einer Aufnahme-Band gemacht, wir sind sehr diszipliniert und haben einen guten Lauf. Außerdem habe ich ein weiteres Heavy-Water-Album mit meinem Sohn fertig gestellt, das demnächst erscheint.

Ich finde es schön, dass ihr regelmäßig neues Material veröffentlicht. Leute wie Francis Rossi meinen ja, neue Platten veröffentlichen sei heutzutage komplett unrentabel…

Vielleicht ist das bei Quo anders, aber um das Publikum bei der Stange zu halten und um neue Fans zu gewinnen, muss man neue Songs veröffentlichen. Und diese Songs müssen stark sein, da sollte echt alles auf den Punkt sein. Man muss ja auch sagen, dass Platten aufnehmen heutzutage günstiger geworden ist. Vieles von der Produktion kann man durch den technischen Fortschritt selbst übernehmen, es gibt tolle junge Produzenten, mit denen man arbeiten kann. Vielleicht haben manche Künstler aber auch Versagensängste, wer weiß? Am Ende kann man nur das bestmögliche Album veröffentlichen, ob es den Fans dann gefällt, entscheiden die Fans immer noch selbst.

Rock & Roll Hall Of Fame: Kate Bush und Willie Nelson unter den Gewinnern

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Die Nominierten für die Aufnahme in die Rock & Roll Hall Of Fame waren auch 2023 wieder zahlreich und namenhaft. In diesem Jahr machten u.a. Kate Bush, Willie Nelson, Rage Against The Machine und Missy Elliott das Rennen.

Die Aufnahme in die legendäre Rock & Roll Hall Of Fame ist für jeden Künstler eine erstrebenswerte Ehre. Nominiert werden kann jeder, dessen erste Single mindestens 25 Jahre zurückliegt. Sieben der insgesamt 14 Nominierten, werden nun im November in die heiligen Hallen des Rock aufgenommen.

Zu den Gewinnern zählen Kate Bush, die im letzten Jahr durch den Einsatz ihres Songs ›Running Up That Hill‹ in der Erfolgsserie „Stranger Things“ große Erfolge feiern konnte, Country-Urgestein Willie Nelson, die Crossover-Pioniere Rage Against The Machine, Goldkelchen Sheryl Crow, die Soul-Gruppe The Spinners, der 2016 verstorbene George Michael und Hip-Hop-Queen Missy Elliott. Die ebenfalls nominierten Iron Maiden, The White Stripes, Joy Division/New Order und Soundgarden gingen leer aus.

John Sykes, Vorsitzender der Rock & Roll Hall Of Fame Foundation: „Die außergewöhnliche Gruppe der diesjährigen Auserwählten verkörpert die unterschiedlichen Sounds, die den Rock’n’Roll ausmachen. Wir fühlen uns geehrt, dass wir bei der Aufnahmezeremonie im November gleich zwei Meilensteine der Musikkultur mitfeiern können, nämlich den 90. Geburtstag von Willie Nelson und das 50-jährige Jubiläum des Hip Hop.“

Die Feierlichkeiten finden am 3. November im Barclay Center in Brooklyn in New York statt.

Blues Boom: Robert Johnson

Walter Trout über den Einfluss des Königs des Delta Blues und die Legende von der Sache mit der Weggabelung.

Robert Johnsons meisterhafte Gitarrentechnik ist legendär, und Eric Clapton beschrieb seinen fast unheimlichen Gesangsstil als „den mächtigsten Schrei, den man in der menschlichen Stimme wohl finden kann“. ›I Believe I’ll Dust My Broom‹, ›Sweet Home Chicago‹, ›Terraplane Blues‹, ›Love In Vain Blues‹, und ›Hellhound On My Trail‹ sind nur einige seiner Songs, die zu Classic-Rock-Standards wurden, gecovert von Led Zeppelin, Fleetwood Mac, den Rolling Stones, Clapton, Lucinda Williams und Larkin Poe, um nur einige zu nennen.

Viele dieser Coverversionen erhielten wesentlich mehr Aufmerksamkeit, als ihrem Schöpfer in seinem kurzen Leben je beschieden war. Johnson kam 1911 auf die Welt und starb mit 27, doch seine Originale wurden auf dem unverzichtbaren Sampler THE COMPLETE RECORDINGS von 1990 verewigt, dem „Ground Zero“ des aufgezeichneten Delta Blues.

„Robert Johnson war ein unglaublicher Gitarrist und Sänger“, sagt Walter Trout. „Auf diesen Stücken klingt er wie drei Typen, denn er spielt eine Basslinie, einen Rhythmus und Slide-Leads – und zwar alles gleichzeitig! Es gibt Leute, die das Note um Note nachspielen können, aber ihnen fehlt der Funke an Kreativität. Doch die Songs sind für mich der wahre Grund, warum er unter all diesen Jungs wie Blind Lemon Jefferson, Blind Willie McTell, Charley Patton und Blind Willie Johnson in seiner ganz eigenen Liga spielt. Sie sind universell, unsterblich und klassisch. Im gesamten Blueskanon befinden sich seine Stücke an der absoluten Spitze.

Mein Lieblingssong ist ›Love In Vain Blues‹. Der bringt mich zum Weinen, da kommen mir immer die Tränen. Auch ›Cross Road Blues‹ ist unglaublich, sowohl die Gitarre als auch der Gesang. Die ganze Geschichte über die Weggabelung, wo er dem Teufel seine Seele verkaufte … Wann immer man sich mit B.B. King unterhielt, sagte der stets: ‚Nein, das ist Bullshit. Der Blues ist wunderschön. Und Schönheit kommt nicht vom Teufel‘.“ Diese Songs trugen entscheidend zur Entstehung des Rock’n’Roll bei. Und das absolut Unfassbare, wenn man hört, wie Clapton, die Stones und all diese Leute diese grandiosen Songs spielen, ist, dass der Mann nie auch nur einen Cent daran verdient hat.

Insgesamt erhielt Johnson 38 Dollar, das waren seine gesamten Einkünfte aus diesen Songs. Hoffentlich bekommen wenigstens seine Nachfahren Tantiemen dafür. Er ist einer von vielen in der langen Reihe der Schöpfer des Blues, die bettelarm starben (angeblich vergiftet vom Ehemann einer seiner Geliebten). Das ist das wirklich Tragische an dieser Musik. Ihr weltweiter Einfluss ist monumental, doch die Typen, die sie erfanden, erhielten nie auch nur ansatzweise die Anerkennung, die ihnen zustand. Und sie starben, ohne zu wissen, dass ihre Musik ewig weiterleben werden würde.“
Killer-Track: ›Cross Road Blues‹