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Start Blog Seite 135

Queens Of The Stone Age: Kündigen neues Album IN TIMES NEW ROMAN an

Im Juni wird das neue Album IN TIMES NEW ROMAN der Queens Of The Stone Age erscheinen. Als Vorgeschmack präsentieren sie jetzt ihre erste Single ›Emotion Sickness‹.

Die Wüstenrocker um Josh Homme werden am 16. Juni ihr achtes Studioalbum herausbringen. Der Band zufolge soll IN TIMES NEW ROMAN „roh, zeitweise brutal und nichts für schwache Nerven“ sein.

Als kleine Einstimmung veröffentlichen die Queens Of The Stone Age nun ihre erste Single daraus, das fetzige und Riff-orientierte ›Emotion Sickness‹:

Hier die Tracklist zu IN TIMES NEW ROMAN:

›Obscenery‹
›Paper Machete‹
›Negative Space‹
›Time & Place‹
›Made to Parade‹
›Carnavoyeur‹
›What the Peephole Say‹
›Sicily‹
›Emotion Sickness‹
›Straight Jacket Fitting‹

Man With A Mission: Kommen für zwei Live-Termine nach Deutschland

Japans neue Rock-Sensation kommt Ende Juni live nach Berlin und München.

Japaner lieben große Geschichten. So ist es nicht verwunderlich, dass Man With A Mission nicht einfach nur eine Band sind, sondern eher ein musikalisches Gesamtkunstwerk. Neben ihrem tierischen Auftreten verbirgt sich noch eine fantastische Geschichte hinter Man With A Mission: Denn es handelt sich bei ihnen um eine vom Biologen und Hobby-Gitarristen kreierte „ultimative Lebensform“. Nachdem sie über Epochen hinweg weltweit enormes Unheil verursacht hatten, waren sie lange in der Antarktis eingefroren und intensiver Musik ausgesetzt gewesen. Durch die Erderwärmung schmolzen ihre Eiskäfige und sie traten in Japan wieder öffentlich in Erscheinung.

In ihrer japanischen Heimat haben Man With A Mission bereits sechs Alben seit ihrer Gründung 2010 veröffentlicht. Nun entdeckt auch die restliche Welt langsam ihre musikalischen Qualitäten. Sie selbst beschreiben ihren Mix aus alternativem Hard- und Punkrock mit etwas Elektro als „Hybrid Rock“.

Ende Juni kommen die „japanischen Linkin Park“ für zwei Live-Termine nach Deutschland:

25.06.23 Berlin, Astra

27.06.23 München, Backstage

Hier eine kleine Kostprobe der Live-Qualitäten von Man With A Mission:

https://www.youtube.com/watch?v=HwnIwehCdrY

Man With a Mission ›Dog Days‹:

Undercover: Heart mit ›Alone‹

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Wie ein Song, der von seinen Autoren in die Schublade gesteckt und vergessen worden war, zu einer der Powerballaden der 80er schlechthin wurde.

›Alone‹ von Heart

Erstmals aufgenommen von: i-Ten, 1983
Geschrieben von: Tom Kelly und Billy Steinberg

Die späten 80er brachten mehr monumentale Powerballaden hervor als jedes andere Jahrzehnt, und kaum eine war so monumental wie ›Alone‹ in der Fassung von Heart. Diese imposante, zwölfstöckige Hochzeitstorte von einem Song, begleitet von einem leder- und spitzenstrotzenden Video, das direkt aus den Träumen der Gothic-Autorin Anne Rice zu stammen schien, war ein Brocken Barock-Drama und verhalf der Band aus Seattle zu ihrem größten US-Hit überhaupt. Zudem läutete er nach einem ihre Karriere bedrohenden Durchhänger in der ersten Hälfte der Dekade ihren zweiten Frühling ein. Die meisten Plattenkäufer, die das Stück damals auf Platz eins der amerikanischen Singlecharts katapultierten, wussten dabei nicht mal, dass Ann und Nancy Wilson es gar nicht selbst geschrieben hatten. ›Alone‹ stammte aus der Feder von Tom Kelly und Billy Steinberg, zwei Berufs-Songwritern, die sich 1981 zusammentaten. Zwei Jahre später veröffentlichten sie ihr Debütalbum TAKING A COLD LOOK unter dem Namen i-Ten. Obwohl es von Steve Lukather von Toto coproduziert worden war, versank es umgehend in der Versenkung. Die wenigen Käufer hörten aber die Urfassung von ›Alone‹. Und die klang nicht wesentlich anders als die spätere Interpretation von Heart. Doch als TAKING A COLD LOOK floppte, verabschiedeten sich Steinberg und Kelly schnell von ihrem Traum, Rockstars zu werden, und konzentrierten sich darauf, für andere zu schreiben.

„Tom und ich ließen es mehr oder weniger in der Schublade verschwinden, als die Platte keinen Erfolg hatte“, sagte Steinberg später über ›Alone‹, „und dann vergaßen wir es.“ 1987 waren die beiden dann zwei der gefragtesten Auftrags-Songwriter überhaupt, nachdem sie u. a. mit ›Like A Virgin‹ für Madonna und ›True Colors‹ für Cyndi Lauper eine Hitsträhne gelandet hatten. Als sie hörten, dass Heart eine Powerballade für ihr nächstes Album suchten, schlug Kelly vor, ihnen ›Alone‹ zu schicken. Sein Partner war nicht überzeugt von der Idee. „Ich zuckte zusammen und sagte: ‚Oh, ich will mir den Song eigentlich gar nicht anhören.‘“ Auch Heart hatten Zweifel. Für das Album HEART, das 1985 ihre Karriere wieder in Schwung gebracht hatte, waren externe Songwriter engagiert worden, doch wie Sängerin Ann Wilson 2016 im Rolling Stone erzählte: „Die Sache [externe Autoren] war für uns eigentlich schon gegessen.“ Doch nach sanfter Überzeugungsarbeit auf beiden Seiten schickten ihnen Kelly und Steinberg eine neu aufgenommene und leicht überarbeitete Version zu, auf der sie den Text etwas abgeändert und die Melodie ordentlich aufgebohrt hatten. Kelly steuerte auf der neuen Fassung sogar Backing-Vocals bei. Das Ergebnis, dem Produzent Ron Nevison die gebührende und für 1987 so typische Wucht verpasste, wurde sofort ein Hit, stand drei Wochen an der Spitze der US-Charts und etablierte sich als eine der prägenden Hymnen jener Ära. „Es gibt Songs aus dieser Zeit, die wir immer noch gerne spielen, etwa ›Alone‹“, sagte Gitarristin Nancy Wilson 2017. „Heute verzichten wir allerdings auf die Hochzeitstorten-Produktion.“ (Text: Dave Elliott)

Aktuelle Ausgabe: Das erwartet euch im neuen CLASSIC ROCK Magazine

Titelstory: Mike Oldfield – Die Geschichte seines Opus Magnum TUBULAR BELLS

Es ist eine Geschichte so gegen alle Wahrscheinlichkeit, dass man sie für ausgedacht halten könnte: Ein fahler, schweigsamer 19-Jähriger, den kaum einer kennt, zieht sich mit einem Röhrenglockenspiel bewaffnet in ein Studio in den englischen Hügeln zurück – um dort eines der erfolgreichsten Alben der Rockmusik zu erschaffen. Doch genau so ist es passiert. 50 Jahre später schauen wir in unserer Titelgeschichte auf die Entstehung des ewigen Klassikers von Mike Oldfield zurück – der Ein-Mann-Symphonie TUBULAR BELLS – und beleuchten ausgehend davon sein Gesamtwerk.

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The Police: Andy Summers im Interview über sein Leben mit und ohne die Band

Der unbegreiflich jung aussehende 80-Jährige über die Welteroberung an der Seite „zweier totaler Arschlöcher“ mit The Police, seine „Lehre“ bei Zoot Money und anderen, das Leben nach The Police, die Reunion, seine langjährige Leidenschaft für die Fotografie und noch viel mehr.

The Police Albumcover

Rush: Die Geschichte hinter MOVING PICTURES

MOVING PICTURES war die Platte, die nie hätte sein sollen. Geddy Lee und Alex Lifeson von Rush erinnern sich an wütende Meuten, außer Kontrolle geratene Flugzeuge und Superman in der Geschichte hinter dem enorm erfolgreichen Album, das den Klang der Rockmusik Anfang der 80er definierte.

Alice Cooper im Interview

Alice Cooper hat keinen Aus- Schalter. Selbst als der legendäre Schock-Rocker, Hollywood Vampire und Meister des Makabren unlängst seinen 75. Geburtstag feierte – ›Poison‹-Songwriter Desmond Child hatte zu seinen Ehren die Party in Nashville organisiert –, dachte er an seine nächste Tour. „Ich bin der [Broadway-Impresario] Ziegfeld des Rock“, sagt er.

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Rival Sons: „Die Maschine namens Rival Sons“

Eigentlich die Rival Sons die größte Rockband der 2000er Jahre sein. Die Band aus Long Beach hat alles, was eine Gruppe in den 70er Jahren noch unverzüglich auf den Olymp des Rock’n’Roll katapultiert hat: die Songs, das Talent, den Sound, die Persönlichkeiten, das Aussehen und mit Jay Buchanan einen Frontmann vom Format eines Plant oder Morrison, dessen unvergleichliche Stimme alles, aber wirklich alles und jeden, in Grund und Boden singt. Im Interview spricht die Band über ihr neues Album DARKFIGHTER.

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Außerdem in dieser Ausgabe: Yes, The Damned, Peter Frampton, Garbage, Shakin‘ Stevens, Winger, Ghost, Buckcherry und viele mehr!

Wie immer mit Heft-CD mit Songs von Eloy, L.A. Edwards, T.G. Copperfield, Plainride, Ivy Gold und vielen mehr!

Meine erste Liebe: Rob Trujillo über ABRAXAS von Santana

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Der Metallica-Bassist fühlt sich von der alten Black Magic (Woman) in den Bann gezogen.

Mein Vater spielte hobbymäßig Flamenco-Gitarre und hörte oft Santana. Es waren die frühen 70er, ich war wohl um die neun Jahre alt, aber ich wusste, dass ich ABRAXAS wollte. Denn ABRAXAS hatte ›Black Magic Woman‹, und ich fühlte mich zum Latin-Flair dieses großartigen Rocksongs hingezogen. Santana hatte eine große Spannbreite, die schweren Gitarrenriffs pushten dich, die Percussion brachte diesen besonderen Beat, den Rhythmus, den Flow in seine Musik. Von den ganzen tollen, schönen Instrumental-Momenten gar nicht zu reden. Auch das Album-Cover faszinierte mich. Das Artwork ist psychedelisch und wie ein Trip, dazu sind da diese schönen Frauen drauf, die dich hinsehen und „wow” sagen lassen. Es verbinden sich für mich viele Emotionen mit dieser Platte. Santana ist Teil meines Films „Jaco“ (eine Dokumentation über den Jazz-Bass-Virtuosen Jaco Pastorius) und ich hab ihn ein paar Mal spielen sehen. Das erste Mal mit meinem Vater, ungefähr 1980. Mein Dad hat die Liebe dafür an mich weitergegeben und ich halte sie am Leben. Das zweite Album, das ich mir kaufte, war WILD AND PEACEFUL von Kool And The Gang. Es hat ›Jungle Boogie‹ drauf, und was den Groove betrifft, kann es nichts damit aufnehmen.

Hier jetzt versandkostenfrei unser Metallica-Sonderheft mit 148 Seiten bestellen und alles über die Thrash-Legenden erfahren!

Duff McKagan: Neue EP und Video zum Track ›This Is The Song‹

Guns N‘ Roses-Bassist Duff McKagan veröffentlicht neuen Song ›This Is The Song‹ inklusive EP und Video.

Mit ›This Is The Song‹ veröffentlicht Duff McKagan anlässlich des Mental Health Awareness Month fast vier Jahre nach seinem hochgelobten zweiten Soloalbum TENDERNESS wieder neue Musik. Neben dem Titeltrack umfasst die EP ›It Can’t Come Too Soon‹ und ›Pass Me By‹, welches er nach einer Begegnung mit einer bewaffneten Reiterin während einer Motorradtour durch die Cascade Mountains schrieb.

McKagan, der selbst seit vielen Jahren mit psychischen Problemen kämpft, über seinen neuen Song: „›This Is The Song‹ wurde mitten in einer Panikattacke geschrieben. Ich konnte nicht mehr atmen und nicht mehr klarsehen, aber zum Glück habe ich in letzter Zeit in meiner Akustikgitarre meinen Zufluchtsort gefunden. Wenn ich mich einfach an die Gitarre halte, Akkorde spiele und Melodien summe, kann ich anfangen, mich aus diesem Loch herauszuarbeiten. Diejenigen unter euch, die so etwas noch nie erlebt haben, können sich glücklich schätzen. Für diejenigen unter euch, die wissen, wovon ich spreche: IHR SEID NICHT ALLEIN!“

Seht hier auch das neue Video zu ›This Is The Song‹:

Dolly Parton: Neues Album ROCKSTAR mit vielen Rockstars

Countryikone Dolly Parton veröffentlicht im November ein mit Rockstars gespicktes 30 Songs umfassendes Album.

Seit den 1970er Jahren zählt Dolly Parton zu den erfolgreichsten Künstlerinnen der Country- und Pop-Szene. Sie hatte 25 Nummer-Eins-Hits, unter anderem mit der Originalversion von ›I Will Always Love You‹, mit dem auch auch Whitney Houston einen Welthit landete.

Im November veröffentlicht die Sängerin nun ihr sehr ambitioniertes Projekt ROCKSTAR, ein 30 Songs umfassendes Album, auf dem zahlreiche Superstars der Szene mitgewirkt haben. Mit dabei sind unter anderem Richie Sambora, Steven Tyler, Sting, Elton John, John Fogerty, Steve Perry, Stevie Nicks, Debbie Harry, Melissa Etheridge, Rob Halford, Nikki Sixx, Paul McCartney, Ringo Star, Joan Jett und und und …

Neben neun neuen Songs wird das Album 21 Cover-Stücke beinhalten wie etwa ›Stairway To Heaven‹, ›We Are The Champions‹, ›Let It Be‹ und ›Free Bird‹.

Dolly Parton: „Ich bin so aufgeregt, endlich mein erstes Rockalbum ROCKSTAR präsentieren zu können. Es war eine Ehre und ein Privileg mit so vielen großartigen Musikikonen zu arbeiten und einige ihrer herausragendsten Songs einspielen zu dürfen. Die Arbeiten an diesem Album haben mir unbeschreiblichen Spaß gemacht.“

ROCKSTAR wird bei allen Streamingdiensten zur Verfügung stehen und erscheint zudem als vier LPs umfassende Vinyl-Version in unterschiedlichen Formaten.

Hier die Tracklist von ROCKSTAR mit allen Songs und Gastmusikern:

  • ›Rockstar‹ (special guest Richie Sambora)
  • ›World On Fire‹
  • ›Every Breath You Take‹ (feat. Sting)
  • ›Open Arms‹ (feat. Steve Perry)
  • ›Magic Man‹ (feat. Ann Wilson with special guest Howard Leese)
  • ›Long As I Can See The Light‹ (feat. John Fogerty)
  • ›Either Or‹ (feat. Kid Rock)
  • ›I Want You Back‹ (feat. Steven Tyler with special guest Warren Haynes)
  • ›What Has Rock And Roll Ever Done For You‹ (feat. Stevie Nicks with special guest Waddy Wachtel)
  • ›Purple Rain‹
  • ›Baby, I Love Your Way‹ (feat. Peter Frampton)
  • ›I Hate Myself For Loving You‹ (feat. Joan Jett & The Blackhearts)
  • ›Night Moves‹ (feat. Chris Stapleton)
  • ›Wrecking Ball‹ (feat. Miley Cyrus)
  • ›(I Can’t Get No) Satisfaction‹ (feat. P!nk & Brandi Carlile)
  • ›Keep On Loving You‹ (feat. Kevin Cronin)
  • ›Heart Of Glass‹ (feat. Debbie Harry)
  • ›Don’t Let The Sun Go Down On Me‹ (feat. Elton John)
  • ›Tried To Rock And Roll Me‹ (feat. Melissa Etheridge)
  • ›Stairway To Heaven‹ (feat. Lizzo & Sasha Flute)
  • ›We Are The Champions‹
  • ›Bygones‹ (feat. Rob Halford with special guests Nikki Sixx & John 5)
  • ›My Blue Tears‹ (feat. Simon Le Bon)›
  • ›What’s Up?‹ (feat. Linda Perry)
  • ›You’re No Good‹ (feat. Emmylou Harris & Sheryl Crow)
  • ›Heartbreaker‹ (feat. Pat Benatar & Neil Giraldo)
  • ›Bittersweet‹ (feat. Michael McDonald)
  • ›I Dreamed About Elvis‹ (feat. Ronnie McDowell with special guest The Jordanaires)
  • ›Let It Be‹ (feat. Paul McCartney & Ringo Starr with special guests Peter Frampton & Mick Fleetwood)
  • ›Free Bird‹ (feat. Ronnie Van Zant with special guests Gary Rossington, Artimus Pyle and The Artimus Pyle Band)

Dr. Feelgood: Die Anfänge einer Kult-Band

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Im November ging der legendäre Wilko Johnson leider von uns.
Als DOWN BY THE JETTY, das Debütalbum von Dr. Feelgood, 2015 sein 40. Jubiläum feierte, blickten die damals noch lebenden Mitglieder – Wilko, Sparko, The Big Figure – sowie Manager Chris „Whitey“ Fenwick auf die Entstehung ihres Klassikers zurück. (Text: Zoë Howe)

„Vergiss nicht, das ist 40 Jahre her, da muss ich in den Erinnerungen kramen …“, warnt Dr. Feelgood- Manager Chris „Whitey“ Fenwick, als ich mich daran mache, ihn zu DOWN BY THE JETTY, dem Debüt der Band, zu befragen – jenem rauen, messerscharfen Brocken R’n’B, der im Januar 1975 aus dem Themse-Delta anstürmte wie ein gerade abgeworfenes Chakram. Doch in Vorbereitung auf unser Gespräch hat er sich die Platte natürlich noch mal angehört und „es hat Spaß gemacht, sich wieder damit zu befassen. Es hat die Aufregung der frühen Auftritte zurückgebracht – wir stiegen damals jeden Monat weiter auf … Dieses Album hat eine wichtige Rolle in meinem Leben gespielt. 40 Jahre …“, sinniert er. „Es hat sich verdammt gut gehalten.“ Das definitive Line-up von Dr. Feelgood bestand aus Gitarrist Wilko Johnson, dem schmerzlich vermissten Lee Brilleaux am Mikro und der Mundharmonika (er erlag 1994 einem Krebsleiden), Bassist Sparko (John B. Sparks) und Schlagzeuger John „The Big Figure“ Martin. Die Spitznamen waren notwendig, weil alle Feelgoods außer Brilleaux John hießen. Lees zweiter Vorname war allerdings auch John, und als Wilko – bürgerlich John Wilkinson – 1977 ausstieg, wurde er von Gypie Mayo ersetzt, dessen tatsächlicher Vorname – Überraschung! – John lautete. Hier waren vier harte Jungs aus Canvey Island mit Stil, Attitude und besessen vom Rhythm’n’Blues. Die Begeisterung ging so weit, dass der Howlin’-Wolf-Fanatiker Brilleaux kurz nach dem Erscheinen von DOWN BY THE JETTY in der Zeitschrift Sounds sagte: „Es gibt absolut nichts Weißes, das mich inspiriert. Alles ist schwarz.“ Lee Brilleaux hieß eigentlich Lee Collinson. Der Künstlername kam auf, als er eines Tages feststellte, dass sein Haar aussah wie ein Brillo Pad, ein Topfkratzer aus Stahlwolle. Nachdem er zunächst damit herumspielte und sich als „Lee Brillo“ vorstellte, beschloss er, den Namen fest anzunehmen, allerdings mit einer anderen Schreibweise, um mehr wie ein Blueser aus Louisiana zu klingen als etwas, das man unter der Spüle findet. Schon in jungen Jahren ein selbsterklärter Musiksnob, interessierte sich Lee zunächst nicht für Rock’n’Roll, abgesehen von den Rolling Stones. „Für mich war es das Zeug, auf das die Generation vor mir stand. Ich machte mich halb lustig darüber. Mein Onkel war Elvis-Fan und hatte eine idiotische Frisur … Fucking Schrott.“

Als Lee und seine Kindheitsfreunde Whitey und Sparko auf den Straßen von Canvey Island eine Jug-Band sahen, mit einem großen, charismatischen älteren Teenager an der Gitarre, zündete Lees
Liebe zum Blues. Es sollte auch die erste schicksalhafte Begegnung von Lee, Sparko, Whitey und Wilko Johnson sein. Lee hinterließ den größten Eindruck bei Wilko: „Ich weiß noch, wie ich mit meinem Bruder Malcolm wieder nach Hause ging und meinte: ‚Fuck, der Junge ist ganz schön auf Zack!‘ Er war sehr lebhaft, er strahlte förmlich.“ Die mittlerweile hinlänglich dokumentierte Geschichte der Entstehung von Dr. Feelgood als Band kann folgendermaßen zusammengefasst werden: Nach der Universität in Newcastle und der Hippie-Pilgerfahrt durch Indien kehrte der langhaarige Wilko nach Hause zurück und fand einen wesentlich erwachseneren Lee Collinson vor, der nun als Anwaltsgehilfe arbeitete und in einem Nadelstreifenanzug durch die Straßen von Canvey Island streifte („Mann, er sah so fies aus!“, sagte Wilko später, immer noch begeistert von dieser Erinnerung).

Lee hatte, inspiriert von Wilko, zunächst seine eigene Jug-Band zusammen mit Whitey, Sparko und den Schulfreunden Phil „Harry“ Ashcroft und Rico Daniels gegründet, doch über die Jahre hatten sie sich zu einer Rockgruppe entwickelt. Lee, dem es ebenfalls nicht an Präsenz mangelte, war so eingeschüchtert von Wilko, dass er es Sparko überließ, den verlorenen Sohn von Canvey zu fragen, ob er an der Gitarre einsteigen wolle – worauf der mit einem eindeutigen „Ja“ antwortete. Letztlich holte Wilko dann noch Figu-re, seinen alten Schulfreund, zeitweiligen Bandkollegen und schon halbprofessionellen Schlagzeuger, ins Boot. Es dauerte nicht lange, bis sie sich von Auftritten mit Coverversionen vor gleichgültigen Pub-Besuchern verabschiedeten („Wir spielten ›Heartbeat‹“, wetterte Wilko. „Kannst du dir vorstellen, wie Lee ›Heartbeat‹ singt?“), zu ihren Wurzeln zurückkehrten und einfach die Musik spielten, die sie liebten – was sich als gute Entscheidung erwies. „Bei einer Probe legte Lee eine Platte von Little Walter auf“, so Wilko. „Und ich sagte: ‚Oh, fick die Popmusik, lasst uns einfach dieses Zeug machen. Wir fantasierten davon, auf Tour zu sein wie die ‚Blues Brothers‘, bevor der Film überhaupt erschienen war. Wir mochten diese Idee von den Anzügen und den dummen Verbrechen, die wir unterwegs begehen würden – wir ahnten das schon voraus.“

Mit ihrer fast gewalttätig dynamischen Bühnenshow und ihrem Look griffen sie zudem schon dem Punk vor. Von spießigen Hemden keine Spur, hier gab es schmale Krawatten, lüsternes Hinterhergepfeife und resolut kurze Haarschnitte. Nach womöglich einer Frage zu viel über ihr Image ätzte Lee 1975 gegenüber Mick Gold vom Magazin Let It Rock: „Wir hatten nicht das Ziel, wie durchgedrehte Bankangestellte auszusehen.“ (Als ob das etwas Schlechtes gewesen wäre.) Bald hatte Wilko ein paar Songs für die Band geschrieben, inspiriert von der explodierenden Pubrock-Szene in London, die sie bald erobern sollten. Mit ihrer fesselnden Mischung aus Bühnenpräsenz und Klangattacke überzeugten sie das Publikum und warfen Granaten in den „groovy“ Post-Hippie-Nebel, bevor sie in die Nacht stürmten und zurück nach Essex fuhren. Ein großer Teil des Reizes von Dr. Feelgood lag in der funkensprühenden Interaktion zwischen den beiden Anzug tragenden Frontmännern: Wilko mit dem psychotischen Blick, der herumwirbelte, als sei seine Gitarre zum Leben erwacht und zerre ihn ungestüm über die Bühne; und Lee, gerissen und mörderisch, der Wilko ignorierte, unablässig rauchte und mit feurigen Augen die Faust in die Luft reckte. Natürlich alles reines Theater, doch man wollte sich so oder so nicht mit ihnen anlegen. „Lee war ziemlich rau“, so Wilko, „aber er konnte auch sehr lustig sein, und obszön. Ich glaube, er sah zu mir auf, aber er wusste wahrscheinlich nie, dass ich absoluten Respekt vor ihm hatte. Wenn wir auf der Bühne standen – sieh dir jegliche Filmaufnahmen von uns an –, schaute ich ihn die ganze Zeit an. Ich glaubte immer an ihn, als Performer, als Star, schon von Anfang an, und das änderte sich auch nie. Lee war für mich der Dreh- und Angelpunkt von Dr. Feelgood. Ich weiß noch, wie wir mal im Lord Nelson [in der Londoner Holloway Road] spielten, da gab es diese kleine abgesenkte Tanzfläche. Plötzlich brach ein Streit aus und ein paar Typen prügelten sich. Dann tauchte ein Messer auf, und Lee sprang einfach von der Bühne, schnappte sich dieses Messer und sang weiter. Die Lage war ernst, einer dieser Kerle hätte fast sein Ohr verloren, doch Lee riss das Messer einfach an sich. Auf der Bühne war er der König. So etwas habe ich nie wieder erlebt. Mit jemandem auf der Bühne zu stehen und sich ihm so nahe zu fühlen, das ist fantastisch.