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Ghost: PHANTOMIME

Der Meister des Coverns verghostet wieder

Wenn Künstler*innen auf den Cover-Trichter kommen, stöhnt man oft auf. Meist sind die neuen
Versionen maximal nett anzuhören, so richtig zünden tun sie nur selten. Anders verhält sich das bei
Ghost: Schon auf dem Debüt OPUS EPONYMOUS hat Tobias Forge mit dem Cover von ›Here
Comes The Sun‹ eine völlig eigene Art des Adaptierens etabliert und fortan mit Cover-EPs wie IF
YOU HAVE GHOST oder POPESTAR für Furore gesorgt. Mit PHANTOMIME folgt ein weiterer
Cover-Streich, der sich ›See No Evil‹ von Television (ein schöner Tribut an den jüngst verstorbenen
Tom Verlaine), ›Hanging Around‹ der Stranglers, ›Phantom Of The Opera‹ vom Iron-Maiden-
Debüt, Tina Turners zum aktuellen Weltgeschehen passendes ›We Don’t Need Another Hero
(Thunderdome)‹ und Genesis‘ religionskritisches ›Jesus He Knows Me‹ vorknöpft. Während alle
Adaptionen gelungen sind, wirken die zwei letztgenannten am meisten verghostet und zeigen, dass
Musiknerd Forge ein Zaubermeister im Spiel mit betörendem Pop-Appeal, bombastischen Melodien
und Harmonien ist. Wenn Ghost covern, ist das nicht nur fast immer ein Hochgenuss, sondern auch
eine kleine Adelung des jeweiligen Songs.

8 von 10 Punkten

Ghost
PHANTOMIME
LOMA VISTA RECORDS

Foo Fighters: Neue Single ›Under You‹

Gerade eben haben die Foo Fighters eine neue Single mit dem Titel ›Under You‹ und somit einen weiteren Vorgeschmack auf ihr neues Album BUT HERE WE ARE veröffentlicht, das am 2. Juni erscheint.

Der Song wird von einem schlichten Lyric-Video begleitet, textlich befasst sich das Stück mit dem Verarbeiten eines persönlichen Verlustes. Bei Textzeilen wie „pictures of us sharing songs and cigarettes, this is how I’ll always picture you“ legen nahe, dass Dave Grohl in dem Song den Verlust seines Schlagzeugers und besten Freundes Taylor Hawkins verarbeit.

Außerdem haben die Foo Fighters für kommenden Sonntag ein kostenfreies Streaming-Event angekündigt. Hier wird die Band die neuen Songs spielen, Behind-The-Scenes-Material zeigen und außerdem „ein paar Überraschungen bereithalten“, wie es in der offiziellen Ankündigung heißt.

Ghost: Neues Cover von Iron Maidens ›Phantom Of The Opera‹

Am 18. Mai erscheint eine neue Ghost-EP mit dem Titel PHANTOMIME. Darauf covert die schwedische Band um Mastermind Tobias Forge Nummern von Iron Maiden, The Stranglers, Television und Tina Turner. Nach dem ersten Vorgeschmack, Forges Cover von Genesis’ ›Jesus He Knows Me‹, gibt es jetzt die verghostete Version von Iron Maidens ›Phantom Of The Opera‹ zu hören.

Das Original ist auf dem Debütalbum IRON MAIDEN vertreten, das 1980 veröffentlicht wurde. Damals stand noch Paul Di’Anno am Mikrofon, der heute übrigens Geburtstag hat.

King Gizzard & The Lizard Wizard: Neues Album angekündigt

Für den 16. Mai kündigen King Gizzard & The Lizard Wizard ihr neues Album an. Die Platte hat den vielleicht längsten Album-Titel der Welt, er lautet: PETRODRAGONIC APOCALYPSE; OR, DAWN OF ETERNAL NIGHT: AN ANNIHILATION OF PLANET EARTH AND THE BEGINNING OF MERCILESS DAMNATION.

Mit ihrem Konzeptalbum INFEST THE RAT’S NEST öffneten King Gizzard & The Lizard Wizard 2019 die Tür zum Thrash-Metal. Auf der neuen Platte verfolgen sie diesen heavy Ansatz weiter. Eine erste Single mit dem Titel ›Gila Monster‹ gibt es hier zu hören:

Die eigensinnigen Australier tauchen auf der neuen Platte tief in Fantasy-Universen ein. „Wir wollten die Geschichte in der realen Welt beginnen und sie dann in die Hölle schicken“, so Mackenzie. „Es geht um die Menschheit und um den Planeten Erde, aber auch um Hexen und Drachen und so Zeug“, lacht er. Textlich ist das Albbum oberflächlich gesehen lustig, aber tiefgründig, wenn man etwas genauer hinhört. Shakespeare und die Bibel waren definitiv Inspirationen für die Gestaltung einiger der Texte, die die schwarz-komödiantische und düster-zerstörerische Geschichte des Albums mit höchster Dramatik erzählen. Es ist wie eine zweite Stimme auf dem Album – sie taucht in jedem Song auf, und es sind Worte, die vor 500 Jahren oder vor 2.000 Jahren benutzt wurden“.

Flashback 1966: The Beach Boys PET SOUNDS

Seinerzeit wurde PET SOUNDS nie so ernst genommen wie Bob Dylans BLONDE ON BLONDE oder REVOLVER von den Beatles. Vielleicht lag es daran, dass die Beach Boys nicht deren Gegenkultur-Coolness hatten, oder auch an dem schlichten, kunstlosen Cover.

Heute jedoch gilt dieses Album nicht nur als ebenbürtig, sondern in manchen Kreisen sogar als überlegen. Zweifellos definierte es gemeinsam mit der ebenfalls bahnbrechenden Single ›Good Vibrations‹, die fünf Monate später folgte, einen äußerst ambitionierten Kurs für die Zukunft des Rock.
Für seinen Komponisten, den so fragilen wie kindlichen Brian Wilson, war es vielleicht ein Quantensprung, doch PET SOUNDS kam keineswegs von ungefähr. Wer den Katalog der Band genauer unter die Lupe nimmt, findet schon auf ›The Lonely Sea‹ vom 1963er Zweitling SURFIN‘ USA oder frühen Balladen wie ›The Warmth Of The Sun‹ und ›In My Room‹ Andeutungen jener opulenten, solipsistischen Traurigkeit.

TODAY! von 1965 wiederum beinhaltete auf der zweiten Seite eine Reihe von Stücken, die ausgeklügelte Harmonien und die Absicht erkennen ließen, reifere Themen als Surfen und Hot Rods wie sonst üblich zu behandeln. PET SOUNDS war jedoch ein Kraftakt komplexer Kreativität, teils orchestrale Ambition, teils Proto-Konzeptalbum. Ein Nervenzusammenbruch auf einem Flug von Los Angeles nach Houston im Dezember 1964 hatte Wilson dazu veranlasst, seine Kräfte statt Touren und Promotion auf unterhaltsamere Tätigkeiten wie Songwriting und das grenzenlose Potenzial des Studios zu konzentrieren.

Seine ersten Erfahrungen mit Marihuana und Halluzinogenen im folgenden Jahr verstärkten diesen Freiheitsdrang nur noch. Und jetzt, wo RUBBER SOUL von den Beatles noch in seinen Ohren hallte und sein Konkurrenzdenken angestachelt worden war, nahm er sich vor, das „großartigste Rockalbum aller Zeiten“ zu machen, wie er seiner Frau Marilyn versprach.


Zwei wichtige Schritte erlaubten es ihm, die Mini-Symphonien in seinem Kopf in eine prachtvolle Realität umzusetzen. Erstens vertraute er dem Werbe- und Songtexter Tony Asher die Aufgabe an, seine Gedanken über verlorene Unschuld und die Unwägbarkeit des Daseins zu übersetzen. Zweitens rekrutierte er die Spitzen-Sessionmusiker The Wrecking Crew, darunter Gitarrist Glen Campbell und Bassist Carol Kaye, die schon an Phil Spectors Wall Of Sound mitgewirkt hatten. Die Aufnahmen leitete der 23-jährige Wilson dann selbst.


Die daraus resultierenden Songs – ›Wouldn‘t It Be Nice‹, ›Don‘t Talk (Put Your Head On My Shoulder‹, ›I‘m Waiting For The Day‹, ›God Only Knows‹, ›I Just Wasn‘t Made For These Times‹ und ›Caroline, No‹ – waren perfekte Miniaturen hymnischer Magie, die mit andächtiger Klarheit die Sorgen und Wünsche eines Heranwachsenden an der Schwelle zum schmerzhaften Erwachsensein zum Ausdruck brachten
Und auch wenn der musikalische Beitrag der anderen Beach Boys hier deutlich geringer ausfiel, war PET SOUNDS doch immer noch ein Triumph mehrstimmiger Gesangsharmonien, der ohne Wilsons Brüder Dennis und Carl, seinen Cousin Mike Love, Al Jardine und Neuzugang Bruce Johnston sicher nicht möglich gewesen wäre. 2012 sagte Love, das Album sei das Werk eines Mannes, „der auf dem Zenit seines Könnens war … so Avantgarde war Pop nie wieder“, womit er zudem sein Image als der Böse in der Band widerlegte.


Und Wilson war noch nicht fertig. PET SOUNDS erreichte nach seiner Veröffentlichung im Mai 1966 zwar nur Platz 10 in den USA, doch jegliche Enttäuschung über diesen relativen Misserfolg verflog im Oktober mit dem Erscheinen von ›Good Vibrations‹. Mit seinen Tonartwechseln und einem kaleidoskopischen Mosaik von Klangfragmenten, die Wilson über acht Monate in diversen Studios erschuf, erweiterte es maßgeblich den Horizont der Rockmusik und stieß Türen auf für alle, die folgten. Es war das epische, euphorische Gegenstück zur glorreichen Melancholie von PET SOUNDS. Nur wie soll man dieses Lied beschreiben? Als die erste Psychedelic-Single? Acid-Bubblegum-Pop? Etwas völlig anderes? In seiner ganz eigenen, verschrobenen Art beantwortete Brian Wilson es selbst, als er gefragt wurde, ob ›Good Vibrations‹ ein bahnbrechendes Beispiel für progressiven Rock gewesen sei. „Ja“, erwiderte er lapidar, „das war es. (PL)

The Beach Boys, PET SOUNDS, CAPITOL RECORDS 16. Mai 1966

Curved Air: Gründungsmitglied Francis Monkman gestorben

Francis Monkman ist am 12. Mai gestorben. Das Gründungsmitglied der britischen Prog-Rock-Bands Curved Air und Sky wurde 73 Jahre alt. Nach seiner Karriere als Keyboarder und Gitarrist in diesen Bands mischte Monkman im Filmmusik-Business mit und komponierte unter anderem für Streifen wie „The Long Good Friday“ oder „The Empire Strikes Back“.

Video der Woche: The Cult mit ›Love Removal Machine‹

The Cult Love Removal MachineIn dieser Woche widmen wir uns der ersten Single von der dritten The-Cult-Platte.

Ian Astbury wird heute 61 Jahre alt, Gitarrist Billy Duffy hatte vor zwei Tagen am 12. Mai Geburtstag. Aus diesem Doppelanlass gibt es heute ein ‚Video der Woche‘ von The Cult zu sehen. Nach ihrem Durchbruch mit dem zweiten Album LOVE legten The Cult 1987 mit ELECTRIC nach.

Eigentlich hätte das dritte Album PEACE heißen sollen, doch The Cult verwarfen einige ihrer ursprünglichen Ideen wieder, arrangierten vieles um und ließen sich von Rick Rubin ein wenig mehr Richtung Hard Rock führen. Und das mit großem Erfolg: ELECTRIC hielt sich über 27 Wochen in den Charts. Die erste Singleauskopplung war damals ›Love Removal Machine‹.

Werkschau: Girlschool

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Kim McAuliffe, Rhythmusgitarristin, Frontfrau und Gründerin von Girlschool, brachte ihre Band am besten auf den Punkt: „Im Wesentlich sind wir eine Rock’n’RollBand. Wie Motörhead. Wir nennen es Heavy Metal Rock’n’ Roll .“ Und niemand verstand das besser als Motörhead Anführer Lemmy, ein einflussreicher Unterstützer beim Aufstieg der Truppe Anfang der 80er. Sexistischer Mist war für eine komplett weibliche Band im von Männern dominierten Heavy Rock normal. Gerry Bron, bei dessen Label Bronze Records Motörhead und Hawkwind unter Vertrag waren, sagte über seine Entscheidung, Girlschool zu signen, Folgendes: „Ich ging zu einer frühen Probe und war wirklich überrascht, wie gut sie ihre Instrumente spielten. Wie furchtbar chauvinistisch von mir.“ Doch Lemmy stand über so etwas. Als Girlschool 1979 Motörhead als Vorgruppe begleiteten, sagte er ganz lapidar : „They’re fucking great“. Und er machte keinen Hehl aus seiner Unterstützung für sie und andere Frauenbands: „Die Leute behandeln sie wie Menschen zweiter Klasse, weil sie Mädels sind. Das ist wirklich abartig.“ Die enge Beziehung zwischen den beiden Formationen wurde dann 1981 mit der EP ST. VALEN TINE’S DAY MASSACRE untermauert – erschienen unter dem Hybridnamen Headgirl. Gemeinsam spielten sie darauf eine siedend heiße Version von ›Please Don’t Touch‹, im Original von Johnny Kidd & The Pirates. McAuliffe ist die einzige Konstante in der langen Geschichte ihrer Band, die sie 1975 in London mit dem Namen Painted Lady gegründet hatte . Das klassische Lineup fand dann aber erst 1978 zusammen: McAuliffe und Bassistin/Sängerin Enid Williams hießen Leadgitarristin Kelly Johnson und Schlagzeugerin Denise Dufort willkommen. Den Namen Girlschool gaben sie sich aufgrund der
B Seite des Hits ›Mull Of K intyre‹ von Paul McCartney And Wings. Das Debütalbum DEMOLITION erschien 1980 und etablierte sie umgehend als aufstrebende Stars der New Wave Of British Heavy Metal. Ihr Erfolg war zwar kurz und bescheiden im Vergleich zu Iron Maiden oder Def Leppard, doch McAuliffes Beharrlichkeit hat sie auch durch magere Jahre und zahlreiche Personalwechsel am Leben gehalten. Die Tragödie in der Geschichte von Girlschool war der Verlust von Kelly Johnson, die 1984 ausstieg, 1993 zurückkehrte, aber sich 1999 nach einer Krebsdiagnose wieder zurückzog. Sie starb 2007 im Alter von 49 Jahren. Die Band wird auch weiterhin die großartigen Songs spielen, die in den 80er Jahren mit Kelly entstanden sind, doch wie Kim McAuliffe sagte: „Kelly war fantastisch und wir vermissen sie sehr.“

Unverzichtbar

DEMOLITION
BRONZE, 1980

Das Debütalbum hatte genau die zerstörerische Kraft, die sein Titel implizierte, und kam zur perfekten Zeit. 1980, als die NWOBHM in ihrem Zenit weilte, stand die rohe Energie dieser Platte der von Iron Maidens Debüt oder Saxons WHEELS OF STEEL in nichts nach, und ihr dreckiger, straßenschlauer „Heavy-Metal-Rock‘n‘Roll“ verlieh ihnen den Titel der „weiblichen Motörhead“.
Zu den Highlights unter den zehn Tracks zählten Headbanger wie ›Demolition Boys‹ und ›Emergency‹ sowie eine knackige Version des 68er-Hits ›Race With The Devil‹ von The Gun. Girlschool hatten ein großartiges Album abgeliefert – und den höhnischen Sexisten damit so richtig in die Eier getreten.

HIT AND RUN
BRONZE, 1981

Vergleiche mit der bekanntesten weiblichen Rock-Band waren unvermeidlich: The Runaways. Als deren Aussteigerin Joan Jett ‘81 den Bestseller I LOVE ROCK‘N‘ROLL veröffentlichte, landeten auch Girlschool ihre größten Erfolge – die EP HEADGIRL und den Zweitling HIT AND RUN, die beide die UK-Top 5 erreichten, bevor die Band beim Reading Festival als Headliner auftrat. Auf der Platte gab es in ›C‘mon Let‘s Go‹ den Punk/Glam-Vibe wie bei den Amerikanerinnen, ›Yeah Right‹ sorgte für einen komödiantischen Moment, indem Enid ihre nörgelnde Mutter nachäffte. Dazu gab es ein freches, die Rollen vertauschendes Cover von ZZ Tops Womanizer-Hymne ›Tush‹ und, am besten von allen, ein Titelstück voller Swagger.

Wunderbar

SCREAMING BLUE MURDER
BRONZE, 1982

Auf dem dritten Album ersetzte Gil Weston Enid Williams am Bass, statt Vic Maille produzierte Nigel Gray. Eine überraschende Wahl (zuvor hatte er für The Police gearbeitet), doch das Werk war kein bisschen weniger hart als die beiden Vorgänger. Das Titelstück war drangvoll und Kellys Lead Gitarre darauf einfach überragend. ›Take It From Me‹ strotzte vor Gift und Galle und erinnerte an Aerosmiths ›Draw The Line‹. Dazu kamen eine freche Cover-Version von ›Live With Me‹ von den Stones sowie ein genialer Popmoment mit ›Don‘t Call It Love‹.

PLAY DIRTY
BRONZE, 1983

Ein mutiger Schritt, der sich nicht auszahlte. Dieses Hochglanz-Album entfremdete viele Fans und warf die Band aus der Bahn. Doch für Denise Dufort ist es ihr bestes Werk, das Titelstück ihre größte Hymne. Produziert von Slades Jim Lea und Noddy Holder, war die Liebe der Damen zum Glamrock unüberhörbar, inklusive zweier Cover von Slade-Songs und einer lärmenden Fassung von Marc Bolans ›20th Century Boy‹. Die Produktion klang zu sehr nach den 80ern, was zwar auf ›Going Under‹ und dem monumentalen Titelstück funktionierte, aber nicht verhindern konnte, dass die Platte floppte.

GIRLSCHOOL
COMMUNIQUÉ, 1992

Laut Cris Bonacci, die 1984 Kelly Johnson ersetzte, hatte das Album einen Arbeitstitel, der Feminismus und Rock‘n‘Roll-Attitüde auf den Punkt brachte: NO BOLLOCKS. Stattdessen wurde die Musik selbst zum Statement. Als der Grunge 1992 eine neue Generation von Frauen im Rock hervorbrachte, sorgten Girlschool für eines der härtesten Alben. Daran war absolut nichts „Alternative“ – nur Rock, wenn die Mädels in ›My Ambition‹ aufs Gas stiegen und mit ›Can‘t Do That‹ selbst Motörhead zu übertreffen versuchten. Es war Bonaccis letztes Album mit der Band, sie verabschiedete sich mit einem Highlight.

21ST ANNIVERSARY: NOT THAT INNOCENT
COMMUNIQUÉ, 2002

Aufgrund von Verzögerungen erschien die Platte erst zum 22. Geburtstag des Debüts. Dennoch ist sie bedeutend und noch dazu Kellys Johnsons Schwanengesang. Sie zog sich während der Entstehung aus der Band zurück, ebenso wie Tracey Lamb, die in den 80ern und 90ern mehrmals als Bassistin an Bord war. Die Aufnahmen wurden mit der wiederkehrenden Enid Williams am Bass und Jackie Chambers an der Gitarre fertiggestellt. Höhepunkte sind die Songs, die Johnson hinterließ: ›Mad Mad Sister‹, ›Knife‹ und ›A Love Too Far‹.

Anhörbar

NIGHTMARE AT MAPLE CROSS
GWR, 1986

Nach PLAY DIRTY und RUNNING WILD mit poliertem Mainstream-Rock, kehrten sie wieder zu den Wurzeln zurück. Nach Jackie Bodimeads Ausstieg, Sängerin auf RUNNING WILD, übernahm McAuliffe alle Lead-Vocals, während Vic Maille als Produzent einer Platte zurückkehrte, die so roh war wie ihr Debüt. Ein Ansatz, der wunderbar laute und rotzige Tracks wie ›All Day, All Night‹ und
›Back For More‹ hervorbrachte. Das Cover von Muds ›Tiger Feet‹ war lahm, aber besser als das, was für die US-Version ausgewählt wurde: ein Duett mit Gary Glitter auf dessen ›I‘m The Leader Of The Gang (I Am)‹.

GUILTY AS SIN
UDR, 2015

Das aktuelle Line-up ist nicht das produktivste und hat in 15 Jahren nur drei Studioalben gemacht. Doch auf allen drei wurde viel Arsch getreten. Vor LEGACY kam 2004 BELIEVE, dessen positive Energie in ›We All Love To (Rock‘n‘Roll)‹ zusammengefasst wurde, einer Hymne, die Joan Jett würdig ist. Der jüngste Release war GUILTY AS SIN, auf dem die langlebigste weibliche Rockband aller Zeiten bewies, dass sie noch Benzin im Tank hatte. Das beste Stück ›Take It Like A Band‹ war eine vertraute, harte und schnelle Hommage an Motörhead, der einzige Schwachpunkt ein unbeholfenes Cover des Bee- Gees-Discohits ›Stayin‘ Alive‹.

Sonderbar

RUNNING WILD
MERCURY, 1985

Girlschool machten nur ein Album als Quintett, McAuliffe gab später zu, dass es „Mist“ war. Nach Johnsons Ausstieg rekrutierte sie die Gitarristin Cris Bonacci und Sängerin Jackie Bodimead. Doch diese Inkarnation mit Glam-Image und amerikanisiertem Sound scheiterte kläglich. RUNNING WILD zielte unverblümt auf den US-Markt und bestand zu gleichen Teilen aus hohlem Hair Metal und weichgespültem Soft-AOR. Die klischeebeladenen Songs klangen fast schon verzweifelt, ebenso wie eine miserable Version der Kiss-Nummer ›Do You Love Me?‹. In den USA floppte die
Platte, in Großbritannien wurde sie erst gar nicht veröffentlicht.