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Start Blog Seite 1302

Coldplay

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coldplay_Sarah Lee_Im Musikgeschäft hat Chris Martin (34, 2.v.l.) alles erreicht. Jetzt, mit seinem fünften Album MYLO XYLOTO, will der Brite unsere demokratischen Grundrechte retten. CLASSIC ROCK traf den radikalisierten Multimillionär in London.

Chris, was ist ein „Mylo Xyloto“?
Was immer du willst. (lacht) Wir fanden den Begriff allein deshalb toll, weil man ihn googeln kann, ohne eine Bedeutung zu finden. Und selbst wenn er jetzt ein bisschen dämlich wirkt: Eines Tages wird er hoffentlich auf einer Ebene mit Coca Cola, Google, YouTube und all diesen Sachen stehen, die vorher auch nichts bedeutet haben – bis jemand etwas erfunden hat. Wobei ich sagen muss, dass er ja auch zu unserem Bandnamen passt, zu Coldplay. Da wusste zunächst auch keiner, was er bedeutet.

Inwieweit handelt es sich um ein Konzeptalbum?
Zu etwa 73 Prozent. Wenn du eine durchge­hen­de Geschichte finden willst, gibt es die auch. Nämlich eine Art Parallelwelt, in der je-der überwacht wird und trotzdem versucht, so etwas wie Liebe und Geborgenheit zu finden.

George Orwell, die „Weiße Rose“-Bewegung und „The Wire“ lassen grüßen?
„The Wire“ ist eine der besten Serien, die es gibt. Sie ist unglaublich kreativ. Wobei wir von vielen verschiedenen Dingen beeinflusst sind – auch von „The Road“, dem Roman von Cor-mac McCarthy. Und was die Bewegung „Wei-ße Rose“ betrifft, so denke ich, dass jeder von Leuten angezogen wird, die ihre Lei­den­schaft offen zur Schau stellen. Da sind die Ge­schwis­ter Scholl einfach nur ein Beispiel.

Wie viel Gesellschaftskritik steckt dahinter?
Eine Menge! Wir leben in einer Zeit, in der die individuelle Freiheit mit Füßen getreten wird. In der die Regierungen sich nur um die In­te­res­sen der Wirtschaft kümmern. Dagegen müssen wir uns wehren. Und wir müssen uns auch privat wieder mehr auf das konzentrieren, was wichtig ist: Liebe, Glück und Harmonie.

Wähnst du dich da auf einer Mission?
Warum nicht? Ich hätte nichts dagegen, die Welt zu retten. Das ist definitiv besser, als von noch mehr Geld zu träumen – was eh schon zu viele tun.

Werkschau: Camel

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In den 1970er Jahren hatten Camel ihre Hochphase, die bis heute zahlreiche Musiker beeinflusst – und sie komponieren noch immer.

CAMELUnter Fachleuten und Musikern ist die britische Prog Rock-Band Camel Kult. Obwohl kommerziell weit weniger erfolgreich als Formationen wie Pink Floyd oder King Crimson, hat die Gruppe speziell Mitte der 1970er Jahre ein künstlerisch wertvolles Erbe hinterlassen. Den großen Einfluss, den Camel auf heutige Mu-siker haben, bestätigen aktuelle Interviews: Insbesondere die Progmetaller von Opeth und Symphony X sind enthusiastische Fans.

Die ersten Vorläufer von Camel gehen zurück bis 1964, als die Brüder Andrew und Ian Latimer gemeinsam mit Schulfreunden die Band The Phantom Four gründen und nach einer Umbesetzung (Ian verlässt die Gruppe) fortan unter Strange Brew firmieren. Schon dabei: Bassist Doug Ferguson und Schlagzeuger Andy Ward, gewissermaßen der Nukleus der Camel-Erstbesetzung. Über eine Anzeige im „Melody Maker“ lernt das Trio 1971 den Keyboarder Peter Bardens kennen, der 1964 als 19-Jähriger mit Mick Fleetwood gespielt hat und neben Van Morrison der Star bei Them war. Durch Bardens zieht jene Extraklasse bei Camel ein, die zwischen 1974 und 1977 mit den Alben MIRAGE, THE SNOW GOOSE, MOONMADNESS und RAIN DANCES zu vier Klassikern in Folge führt und die Gruppe gleich mehrfach hintereinander unter den Top 30 der wichtigsten europäischen Albumcharts platziert.

1978 verlässt Bardens die Gruppe wieder, mit dem Erstarken der Punk- und New Ro-mantics-Szene Englands verlieren Camel an öffentlicher Bedeutung. Innerhalb der Band kommt es zu Unstimmigkeiten, auch hervorgerufen durch die stärker werdende Alkohol- und Drogensucht von Andy Ward, die sogar Konzertabsagen nach sich zieht. In den 90ern emigriert Latimer in die USA und veröffentlicht mit DUST AND DREAMS das erste Album auf seinem eigenen Label. 1992 er-krankt er an der Blutkrankheit Polyzythämie, ist aber noch als Songschreiber/Produzent aktiv. 1996 erscheint das glänzende HAR­BOUR OF TEARS.

2002 wird die bis dato letzte Camel-Platte A NOD AND A WINK veröffentlicht, bereits im Januar war Bardens an Krebs gestorben. Latimers Blutkrankheit hat inzwischen auf sein Knochenmark übergegriffen, die unvermeidliche Rückenmarkstransplantation findet 2007 statt. 2010 erscheint die Konzert-DVD THE OPENING FAREWELL mit Aufnahmen aus 2003, laut Homepage arbeiten Latimer und Schlagzeuger Denis Clement zurzeit an einem neuen Studioalbum.

 

Unverzichtbar

camel - the snow gooseThe Snow Goose
decca, 1975

Ihr bedeutendstes Werk, das auf Drängen von Doug Ferguson zu-stande kommt. Durch die MIRA-GE-Nummer ›White Rider‹ inspiriert, verständigen sich die Musi-ker auf die Umsetzung einer No- velle. Bardens schlägt Hesses ›Siddharta‹ und ›Steppenwolf‹ vor. Als die Produktion startet, sind die Ideen aber wieder verworfen. Camel haben sich auf ›The Snow Goose‹ von Paul Gal-lico geeinigt. Es gibt jedoch juristische Probleme, da der überzeugte Nichtraucher Gallico sei-ne Zustimmung einer Band verweigert, die den Namen und das Logo eines Zigarettenherstellers verwendet. Daher erscheint das Album als MUSIC INSPIRED BY THE SNOW GOOSE.

camel - moonmadnessMoonmadness
decca, 1976

Für MOONMADNESS werden die Karten neu gemischt: Statt Produzent Hitchcock wird diesmal Rhett Davies verpflichtet, der die Band auf einen kommerziell noch erfolgreicheren Weg bringt. Das Album klingt moderner und zukunftsorientierter als sein Vor-gänger, auch aufgrund seiner wunderbaren Gesangsparts. Da- bei wäre das magischste Stück des Albums, die Klavierballade ›Spirit Of The Water‹, beinahe ein Instrumentalstück geblieben: Latimers Originalfassung, ohne Gesang, wird im Januar 1976 in den Londoner „Island Studios“ aufgenommen, nach hartnäckigem Drängen von Davies jedoch überarbeitet und schließlich als Gesangsversion veröffentlicht.

 

Wunderbar

camel - mirageMirage
decca, 1974

MIRAGE sorgt nicht nur aufgrund seines „Zigaretten-Co-vers“ für Aufsehen. Das Design führt in Amerika zu einem Dis-put zwischen Band und Platten-firma, die der US-Version ein anderes Layout verpasst. In Eu- ropa hingegen einigen sich Mu- siker und Tabakfirma auf eine Kooperation: Zur Erstauflage gibt es eine 5er Packung Camel-Zigaretten kostenlos dazu. Hö- hepunkt der Scheibe ist der fast dreizehnminütige Song ›Lady Fantasy‹, eine brillante Gemein-schaftsproduktion aller vier Bandmitglieder, mit faszinierendem Spannungsbogen, packender Atmosphäre und signifikantem Gitarrensolo.

camel - rain dancesRain Dances
decca, 1977

Aus der hektischen Produkti-onsphase für MOONMAD­NESS ziehen Camel ihre Konse­quen-zen und nehmen sich mehr Zeit. „RAIN DANCES ist in vielerlei Hin-sicht die Reaktion auf MOON-­MADNESS“, gibt Latimer zu. „Wir wollten prägnanteres Ma- terial und darüberhinaus auch in jazzigere Territorien vorstoßen.“ Bardens bezeichnet RAIN DAN­CES als „optimistisches Album im Vergleich zu den meisten Sa- chen, die zurzeit veröffentlicht werden. Wir dehnen uns stilistisch aus, von Jazz bis Klassik, dennoch ist die Scheibe weitaus zugänglicher als seine Vorgänger. Ich denke, es ist eine logische Weiterentwicklung.“

camel - dust and dreamsDust And Dreams
camel productions/insideout, 1992

DUST AND DREAMS ist ein atmosphärisch packendes Kon­zeptalbum, inspiriert von John Stein­becks Roman „Früchte des Zorns“, in dem sich der amerikanische Dichter mit den un­-wür­di­gen Lebens­ver­hält­nis­sen der Landarbeiter in den USA auseinandersetzt. Fans und Kenner bezeichnen das Album als partielle Rückbesinnung auf das SNOW GOOSE-Konzept, diesmal mit nur vier Gesangs-nummern und weiten Phasen reiner Instrumentalmusik. Hö- hepunkt der Scheibe mit ihren wunderbaren Keyboard-Arran-gements ist die Nummer ›Rose Of Sharon‹.

camel - harbour and dreamsHarbour Of Tears
camel productions, 1996

Auf dem 96er Konzeptalbum HARBOUR OF TEARS setzt La- timer stärker als zuletzt auf Folk-Elemente, lässt die Gastsängerin Mae McKenna traditionelle iri-sche Volksweisen singen und verwendet neben Harfe und Flö-te auch Rock-fremde Ins­tru­men-te wie Waldhorn oder Cello. Das Album trägt die typische Camel-Melancholie, die bereits auf MOONMADNESS oder RAJAZ zu finden ist, immer wieder un-terbrochen durch Latimers fantastisches Gitarrenspiel. Knapp die Hälfte der Stücke ist erneut instrumental, ohne dabei aber Längen oder gar Langeweile zu verursachen.

 

Anhörbar

camel - a live recordA Live Record
decca, 1976

Die Tour zu THE SNOW GOOSE ist zunächst enttäuschend: Die Band spielt jeden Abend im ersten Teil der Show die gesamte Platte, doch die Reaktionen sind verhalten. Denn im Vergleich zu dem opulenten Sound des Al- bums fallen die ersten Büh­nen­ver­sionen ohne Orchester­ver­stärkung eher flachbrüstig aus. Latimer und Bardens überarbeiten die Arrangements, um die fehlenden Orchesterparts zu kompensieren, und testen das Material erneut: mit vollem Er- folg. So reift die Idee, zusammen mit dem London Symphony Or- chestra das gesamte Album als Konzert aufzuführen und für ein Live-Album aufzuzeichnen. Das Resultat: A LIVE RECORD.

camel - stationary travellerStationary Traveller
Brain Metronome, 1980

In den für Camel besonders kri-tischen Jahren kümmert sich An- dy Latimer quasi im Alleingang um die Geschicke seiner Band. STATIONARY TRAVELLER stellt gewissermaßen sein zweites So- loalbum dar – zwar mit zahlreichen Gastmusikern eingespielt, aber dennoch mit dem Camel-Logo versehen. Erzählt wird die Geschichte einer Flucht von Ost- nach Westberlin, dokumentiert in Songtiteln wie ›Refugee‹, ›Vo- pos‹ oder ›West Berlin‹. Auch wenn das Album einige Schwä-chen und Längen hat, kann es dank Latimers gewohnt grandioser Gitarrenarbeit gerade in den Instrumentalnummern mehr als überzeugen.

camel - a nod and a winkA Nod And A Wink
camel productions, 2002

Das bis dato letzte Studioalbum zeigt den Camel-Boss von seiner ruhigen, ungewöhnlich persönlichen Seite. Latimer erzählt von eigenen Kindheitserinnerungen, die klanglich mittels Vogel­zwit­schern und Geräuschen einer Dampflokomotive in Szene ge-setzt werden. Entgegen der Zu-­sam­men­setzung vieler früherer Alben gibt es auf A NOD AND A WINK nur einen einzigen Instru-men­talsong (›Squigely Fair‹), da-für aber so manchen Querver-weis auf aktuelle Tagesereignis-se und Parallelen zur eigenen Historie. Andy Latimer widmet die Scheibe seinem im Januar verstorbenen ehemaligen Band­kollegen Peter Bardens.

 

Sonderbar

camel - breathlessBreathless
decca, 1978

Das Album kann mit seiner Kom­bination aus Pop, Jazz und pro­gres­siver Musik nur wenige Hö- rer über­zeugen. Es erfreut sich zwar hoher Chartsnotierungen, dokumentiert aber einen inneren Zwist. Im Juli verlässt Peter Bar-dens aufgrund künstlerischer und persön­licher Unstimmigkei-ten die Band. Zeitzeugen berichten, dass der Streit mit Latimer hart, aber unvermeidlich war. „Peter und ich verstehen uns in kreativer Hinsicht sehr gut, die Pro­bleme beginnen immer erst, wenn es um die konkrete Aus­ar­beitung der Ideen geht“, er­klärt Latimer. „Im Studio verhindere ich permanent seine Beiträge, und er tut es mit meinen. So kann man auf Dauer nicht arbeiten.“

 

TRAUMSAMPLER

Lady Fantasy
Mirage

Rhayader Goes To Town
The Snow Goose

First Light
Rain Dances

Song Within A Song
Moonmadness

Spirit Of The Water
Moonmadness

Hopeless Anger
Dust And Dreams

Ice
A Nod And A Wink

Dunkirk
The Snow Goose

Lunar Sea
Moonmadness

Metrognome
Rain Dances

End Of The Line
Dust And Dreams

Harbour Of Tears
Harbour Of Tears

For Today
A Nod And A Wink

Watching The Bobbins
Harbour Of Tears

Supertwister
Mirage

Refugee
Stationary Traveller

Jethro Tull – AQUALUNG 40TH ANNIVERSARY EDITION

Jethro TullEine Ode auf die Armut: Jethro Tulls zeitlos-aktueller Meilenstein.

„Living In The Past“ war das Motto, das Chefideologe Ian Anderson und seine unübersichtliche Heerschar an Mi(e)tmusikern seit Jethro Tulls Gründung 1967 verinnerlicht hatten: Ob sie nun ihren Bandnamen einem im 17. Jahrhundert geborenen englischen Agronomen entliehen, auf dem Cover ihre Debüts als alte Männer posierten oder aber im authentischen Charles-Dickens-Outfit auf den Spuren der Music Hall wandelten: Stets haftete dem Quintett ein Hauch Altertümlichkeit an. Drei Werke mit zuweilen harscher Gesellschaftskritik, THIS WAS, STAND UP und BENEFIT, lagen schon hinter der Band, als in neuer Besetzung mit Keyboarder John Evan und Bassist Jeffrey Hammond im März 1971 jenes Album erschien, das mit über sieben Millionen Exemplaren als ihr bestverkauftes Werk gilt.

Zum Jubiläum gibt es AQUALUNG in der 40TH AN-NIVERSARY EDITION nun im originalen LP-Format von 1971 mit Klapp-Cover, neuer Abmischung, Doppel-CD voller Raritäten sowie 5.1.-Versionen auf DVD und Blu-ray mit zusätzlichen Überraschungen. Nicht zu vergessen: das 48-seitige Buch mit Fotos und Anekdoten rund um die Produktion, Tour-Broschüre, sämtlichen Texten und einem Tourneeplan der Jahre 1970/71.

Doch was unterscheidet AQUALUNG von formal und handwerklich ebenso ausgezeichneten Werken wie STAND UP, WAR CHILD oder TOO OLD TO ROCK’N’ROLL, TOO YOUNG TO DIE? Schon auf ihren früheren Alben überblendeten Jethro Tull Rock, Blues, Klassik, Folk, Vaudeville und Psychedelic. Das von Ian Anderson und Terry Ellis kristallklar produzierte AQUALUNG setzte auf mehr Akustikpassagen (›Cheap Day Re-turn‹, ›Wond’ring Aloud‹, ›Up To Me‹, ›Slipstream‹), brillierte aber auch mit einer Eingängigkeit, die den Zugang zu kommerziellen Radiosendern sicherte. Vor allem die mit Hard-Rock-Riffs verfeiner-ten Tracks ›Locomotive Breath‹, ›Hymn 43‹, ›Wind Up‹ sowie der Titelsong sorgten auf dem Höhepunkt der Progressive-Rock-Ära für massenhaften Zulauf. Nicht zuletzt waren und sind es aber Ander-sons zeitlos-aktuelle Themen, die Interesse wecken, sei es materielle Unterprivilegierung (›Cross-Eyed Ma- ry‹, ›Mother Goose‹) oder harsche Religionskritik (›My God‹, ›Wind Up‹), die vor allem in den USA für heftige Kontroversen sorgte.

Savatage – HALL OF THE MOUNTAIN KING / HANDFUL OF RAIN / POETS & MADMEN / LIVE IN JAPAN / GHOST IN THE RUINS

0207129ERE Savatage Mountain King Booklet-12s.inddWarum einfach, wenn es auch kompliziert geht: die Kunst des Konzeptwerks.

Savatages verwegen-verworrene Band-Biografie, mehrere Stilwechsel und der Tod eines wichtigen Gründungsmitglieds bo-ten im Laufe von 30 Jahren reichlich Stoff für die Legendenbildung. Nach SIRENS, THE DUN-GEONS ARE CALLING, EDGE OF THORNS, THE WAKE OF MAGELLAN und der Best-Of-Zusammenstellung STILL THE ORCHESTRA PLAYS erscheinen nun weitere Neuauflagen der Originalalben.

Ein Paradigmenwechsel steht 1987 an, als mit HALL OF THE MOUNTAIN KING das dritte von insgesamt neun Werken für das Label Atlantic und das erste mit gezeichnetem Cover-Artwork von Gary Smith erscheint. Fortan begibt sich das Ensemble unter die Fittiche von Produzent Paul O’Neill, der in den kommenden Jahren zum Mentor und Bandmitglied avanciert und maßgeblichen Anteil daran hat, dass das bislang bevorzugte Schwermetall-Stilgemisch rasch künstlerisch hochwertigerem Progressive Power Metal weicht. Wesentlich komplexer und mit Anleihen bei der Klassik spricht die Band aus Tampa, Florida, mit Hymnen wie ›24 Hours‹, ›Beyond The Doors Of The Dark‹ und ›White Witch‹ nun ein deutlich reiferes Publikum an. ›Prelude To Madness‹, das ›Mars, The Bringer Of War‹ von Gustav Holsts PLANETEN-Zyklus verarbeitet, sowie der Titelsong, angelehnt an Edvard Griegs ›In The Hall Of The Mountain King‹ aus der PEER GYNT SUITE, funktionieren fabelhaft als Metal-Classic-Hybriden.

Für HANDFUL OF RAIN aus dem Jahr 1994 teilen sich Keyboarder Jon Oliva, der seinen Sängerposten aufgrund von Stimmproblemen mittlerweile an Zachary Stevens abgetreten hat, und Paul O’Neill den Produzentensessel. Savatage, die nach dem fremdverschuldeten Unfalltod von Gitarrist Criss Oliva noch unter Schock stehen, widmen sich mit dem neuen Gitarristen Alex Skolnick eher nachdenklichen bis düsteren Themen. Etwa dem japanischen Diplomaten Chiune Sugihara (›Chance‹), der während des zweiten Weltkriegs Tausende jüdischer Flüchtlinge mit Ausreise-Visa vor dem sicheren Tod rettete. In ›Castles Burning‹ setzen sie dem 1992 von der Mafia liquidierten Politiker Giovanni Falcone ein Denkmal, mit ›Alone You Breathe‹ verabschieden sie sich schließlich von Criss Olivs.

POETS AND MADMEN, Savatages elftes und letztes Studioalbum und das erste für Nuclear Blast, basiert auf der Biografie des schwarz-afrikanischen Journalisten Kevin Carter, der leidenschaftlich gegen die Apartheid kämpfte und sich 1994 im Alter von 33 Jahren das Leben nahm. Erstmals seit STREETS: A ROCK OPERA übernimmt nach dem Ausscheiden von Zak Stevens wieder Jon Oliva den Gesang. Ebenfalls zum ersten Mal empfiehlt sich Gitarrist Chris Caffery, der den zu Megadeth übergewechselten Al Pitrelli auf hochwertigen Songs wie ›Man In The Mirror‹, ›Morphine Child‹ und der Sing-le-Auskopplung ›Commissar‹ ersetzt, die aber noch in Teilen von Pitrelli selbst eingespielt wurden. Zum Paket zählen auch zwei Konzertmitschnitte:

Mit der letzten Show ihrer HANDFUL OF RAIN-Tour, aufgezeichnet am 12. November 1994 in Kawasaki, präsentiert LIVE IN JAPAN Savatage auf dem kreativen Zenit mit einem ausgezeichneten Zak Stevens im Mittelpunkt. GHOST IN THE RUINS, das nur wenige Monate später im Dezember 1995 aufgelegt wird, trägt den programmatischen Untertitel A TRIBUTE TO CRISS OLIVA. Die ausschließlich in den USA mitgeschnittenen Songs stammen aus den Jahren 1987 bis 1990.

HALL OF THE MOUNTAIN KING: 9
HANDFUL OF RAIN: 9
POETS & MADMEN: 9
LIVE IN JAPAN: 7
GHOST IN THE RUINS: 6

Sarah Lee Guthrie & Johnny Iron

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Sarah Lee Guthrie„Wir haben richtig hart gearbeitet“, stellt Sarah Lee Guthrie klar und bereitet damit allen möglichen Spekulationen, sie und Ehemann Johnny I­ri­on hätten sich seit ihrem letzten Studioalbum EXPLORATION von 2005 auf die faule Haut gelegt, ein Ende. Das Paar war live un-­ter­wegs (als Teil der „Guthrie Family Rides Again“ mit Sarahs Vater Arlo), hat das Kinder­album GO WAGGALOO aufgenommen, die Live-DVD FOLK SONG veröffentlicht, ihre beiden Töchter großgezogen und ist von South Carolina nach Berkshires in Massachussetts umgezogen. „Wir haben sogar ein Haus gebaut“, ergänzt die 32-Jährige. „Wir waren auch in South Carolina sehr kreativ, aber jetzt schweben wir in ganz anderen Sphären. Vor unserem Umzug hatten wir tatsächlich angefangen, eine Platte aufzunehmen, aber es machte einfach keinen Sinn.“ Klar, mit so vielen anderen Dingen auf der To-Do-Liste. Dieses Mal klappte es jedoch – und so steht nun BRIGHT EXAMPLES in den Plattenläden. Bei dessen Produktion wurde das Duo tatkräftig von den Mitgliedern der Folk-Band Vetiver unterstützt, allen voran Andy Cabic und Thom Monahan. „Ich bin durch Gary Louris von den Jayhawks auf Vetiver gestoßen“, erzählt Johnny Irion. „Ich habe mich in all ihre Alben verliebt und wollte unbedingt, dass wir mit Andy Cabic, seiner Band und Gary Louris Musik machen.“

Markéta Irglová

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Marketa's Band iPhone - 82Als gerade mal 23-Jährige hat Markéta Irglová schon einige Lorbeeren anhäufen können: Mit dem Low-Budget-Film „Once“ machten sie und Leinwandpartner Glen Hansard sich nicht nur einen Namen, das Soundtrack-Stück ›Falling Slowly‹ räumte 2007 sogar einen Oscar als „Bester Song“ ab. Zu- sam­men mit Musikerpartner Hansard formierte Irglová dann das Duo The Swell Season, veröffentlichte 2009 die Platte STRICT JOY und tourte durch die Welt. Danach stand erstmal eine Auszeit auf der Tagesordnung: „Ich bin in ein Haus in Irland gezogen, das lag am Meer, am Ende der Welt. Das war genau das Richtige für mich, denn auf der Swell Season-Tour hatte ich dauernd Menschen um mich. Alleine zu sein, war das, was ich brauchte.“ Bald langweilte sich die gebürtige Tschechin jedoch und fing an, Lieder zu schreiben. Was ihr fehlte, waren andere Musiker, die die Songs zum Leben er-weckten. Also beschloss sie, dass es Zeit war für einen Ortswechsel. „Ich überlegte, welche Städte ich mag und wo ich mich wohl fühlen würde – New York schien die Antwort auf diese Frage zu sein.“ Im Big Apple traf sie dann auch die Leute, die sie bei ihrem Solodebüt ANAR unterstützen: den Clubbesitzer Zohreh Shayesteh und den persischen Percussionisten Aida Shahghasemi. Das Material auf ANAR hat laut Irglová einen deutlich weiblicher Charakter als die Swell Season-Songs: „Ich mag Musik, die wohltuend und harmonisch ist, während Glen sehr leidenschaftlich, feurig und dynamisch sein kann. ANAR fehlt dieser maskuline As-pekt, aber das ist okay.“ Finden wir auch.

Bush – Der zweite Anlauf

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Zehn Jahre beschränkte sich Gavin Rossdale auf die Rolle des Tennis spielenden, Nachwuchs zeugenden Göttergatten von Pop-Ikone Gwen Stefani. Jetzt hat der Wahl-Kalifornier seine Post-Grunge-Kapelle Bush reformiert – und will an Alben wie 16 STONE, RAZORBLADE SUITCASE und THE SCIENCE OF THINGS anknüpfen, die sich in den 90er Jahren wie geschnitten Brot verkauften. CLASSIC ROCK traf den Exil-Briten in Los Angeles.

Bush 2011 (1)Gavin, warum ein Bush-Comeback? Ist es dir zuhause auf der Couch dann doch zu langweilig geworden?

(lacht) Eigentlich war ich in der Zeit aktiver denn je. Ich habe ein Solo-Album gemacht, in Filmen mitgewirkt und ständig live gespielt. Trotzdem meinen die Leute, ich hätte auf der faulen Haut gelegen. Einfach, weil sie mich immer auf irgendwelchen Fotos mit meiner Frau und meinen Kindern sehen und denken: Der genießt das süße Leben. Scheiße Mann, ich habe hart geschuftet. Und ich versuche schon seit acht Jahren, die Band zu reformieren.

Warum ist es nie soweit gekommen?

Weil Nigel (Pulsford, Gitarre – Anm.d.R.) keine Lust aufs Touren hatte. Und Dave (Parsons, Bass – Anm.d.R.) lange überlegt hat, ob er mitmachen soll. Um ehrlich zu sein, ärgere ich mich sehr darüber, dass ich die ganze Zeit auf sie gewartet habe. Ich hätte viel früher reagieren sollen. (Rossdale hat Pulsford und Parsons letztlich mit Chris Traynor und Corey Britz ersetzt – Anm.d.R.) Denn es war ein Riesenfehler, dass wir damals – 2002 – einfach aufgehört haben. Nur: Nach den Anschlägen von 9/11 war halt keine gute Zeit für eine Rockband namens „Bush“. Insofern war es nicht verkehrt, erst einmal eine Pause einzulegen. Aber ich hätte nie gedacht, dass sie zehn Jahre dauern würde. Denn ich habe mich immer nach der Band gesehnt. Ich bin oft mitten in der Nacht aufgewacht, war klitschnass geschwitzt und dachte: „Warum mache ich nicht mit Bush weiter? Mein Leben entgleitet mir – ich tue nicht das, was ich sollte.“ Und ich konnte nicht mal zur Tankstelle fahren, ohne dass jemand fragte: „Wollen Sie mit oder ohne Service – und wann kommt die Band wieder zusammen?“ Habe ich an einem Film gearbeitet, war es genauso. Und wenn ich mir irgendwo ein Sandwich geholt habe, hieß es: „Wollen Sie auch Kaffee dazu – und wann macht die Band weiter?“ So ging das die ganze Zeit. Es gab absolut gar kein Entkommen. Und jetzt versuchen wir es noch mal. Ich denke, unsere Chancen dürften nicht allzu schlecht stehen.

Glaubst du wirklich, dass du noch einmal an die 90er Jahre anknüpfen kannst, oder gibst du dich damit zufrieden, dass sich heute alles im kleineren Rahmen bzw. kleineren Dimensionen abspielt?

So viel kleiner ist der gar nicht. Wir haben eine Menge richtig guter Festivals gespielt – vor durchschnittlich 15.000 Zuschauern. Und unsere erste Solo-Show war vor 1000 Leuten. Mittlerweile liegen wir in den USA bei 3000 bis 6000. Womit ich sehr zufrieden bin, denn es steigert sich kontinuierlich. Und man muss das umsichtig angehen – und nicht alles auf einmal wollen. Mir ist es viel wichtiger, das richtige Album mit den richtigen Songs zu haben – und sie so gut wie möglich zu performen. Denn wir wollen ja nicht nur einmal groß absahnen und uns dann zur Ruhe setzen, sondern etwas Langfristiges aufbauen. Deshalb stelle ich mich auch nicht hin und sage: „Wir sind zurück. Erinnert euch gefälligst, wie populär wir mal waren. Wenn heute Abend nicht 20.000 Fans kommen und mir zujubeln, werde ich drei Tage heulend auf der Couch liegen.“ Eben dieser Ego-Quatsch. Da ist es viel wichtiger, seine Karten geschickt auszuspielen und es aufregend zu gestalten – für alle Beteiligten. Nach dem Motto: Buche bewusst kleine Hallen, sorge für Nachfrage und Begeisterung. Auf diese Weise haben wir in London drei Shows ausverkauft, die zwar alle nicht groß sind – so um die 1000 Zuschauer – aber doch für ein Medienecho sorgen, weil sämtliche Tickets in vier Minuten vergriffen waren. New York war in einer Minute ausverkauft, L.A. ebenfalls. Und das ist es, was du brauchst. Eben diese Hysterie, dass dich die Leute unbedingt sehen wollen und zugleich das Gefühl haben, dass du eigentlich in viel größere Hallen gehörst. Gleich riesige Locations zu buchen und vielleicht auf den Tickets sitzen zu bleiben, ist dagegen extrem gefährlich.

Und warum ein eigenes Label? Hat Interscope etwa kein Vertrauen mehr in dich und deine Ambitionen?

Wer? Wie? Heute bei einer großen Plattenfirma zu sein, ist etwa so, wie auf einem sinkenden Schiff zu stehen und zu sagen: „Ich unternehme eine Kreuzfahrt.“ Einfach, weil da kein Gas mehr im Tank ist – aber jede Menge Löcher im Rumpf. Und noch viel schlimmer: Es ist keine Besatzung mehr an Bord, obwohl es ein riesiges Schiff ist. Sprich: Das ist glatter Selbstmord. Es tut mir wahnsinnig leid um die Bands, die da noch unter Vertrag stehen. Sie unterschreiben diese „360-Grad-Deals“, mit denen man sie nach Strich und Faden verarscht. Die ganze Musikindustrie ist das Letzte. Also die Art, wie da mit Künstlern umgegangen wird, und wie viel Geld sie sich von ihnen einverleiben. Und das gilt für alle Labels. Interscope ist da noch das Beste. Denn wenn dich Jimmy (Iovine, Vorstandsvorsitzender von Interscope-Geffen-A&M – Anm.d.R.) liebt, ist das fantastisch. Das Problem ist nur, dass er besessen von Kollaborationen ist – weil er niemandem zutraut, etwas alleine zu machen. Meine zynische Reaktion darauf war: „Warum engagieren wir nicht den Typen, der ›Machine Gun‹ oder ›Glycerine‹ geschrieben hat? Den kenne ich, wir können ihn jederzeit haben, und er ist billig.“ Mann, das war eine echte Folter. Insofern ist es umso befreiender, es jetzt mit Zuma Rock Records alleine zu probieren. Und ich habe vor, es zu einem richtigen Künstler-Label auszubauen – mit coolen, fairen Deals.

Heißt das, du stellst deine Tennis-Karriere erst einmal zurück?

Ich fürchte schon… Dabei spiele ich regelmäßig bei Benefiz- und Promi-Turnieren. Meistens im Doppel mit Michael Chang, aber auch alleine. Und ich trainiere jeden Tag zwei Stunden mit dem Coach von Roger Federer, mit dem ich auch eng befreundet bin.

Also ist es gar nicht so schlecht, mit einer Fashion- und Lifestyle-Ikone verheiratet zu sein – und sei es nur, weil das für viele verschiedene sowie illustre Bekanntschaften sorgt?

Ich bin stolz auf sie – und auf mich, dass ich so eine attraktive, intelligente und erfolgreiche Frau habe. Ich meine, ich kann mich wirklich nicht beklagen. Und es ist nett, dass sie so viele unterschiedliche Gesichter hat. Das macht die Sache spannend. (lacht)

Deine älteste Tochter Daisy Lowe ist ähnlich Mode-affin wie deine Gattin Gwen Stefani und hat sich gerade für ein bekanntes Herrenmagazin entblättert. Wie denkst du darüber?

Wie jeder Vater: Ich war ziemlich sauer und verletzt, dass sie mir das erst später erzählt hat. Aber dann denke ich mir auch: Sollen doch alle sehen, wie sexy meine Tochter ist. Das ist ja auch gut für mein Ego. (lacht)

Paul Simon: Mainz, Zitadelle

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Paul_Simon_at_the_9-30_Club_(b)Eindrucksvolle Demonstration: 50 Wege, sein Publikum zu unterhalten.

These are the days of miracles and wonder”, stellt Paul Simon zum Auftakt in ›The Boy In The Bubble‹ mit glasklarer Stimme fest – und ein überwiegend mit seinem Helden gealtertes Publikum weiß genau, auf was der 69 Jahre alte Ho­­hepriester des Folk- und Ethno-Pop da unmittelbar an­­spielt: Künstler und Besucher sind gerade noch einer biblischen Sintflut entgangen, die keine Stunde vor Showbeginn die idyllisch gelegene Mainzer Zitadelle heimgesucht hat. Doch nun blinzeln die letzten Sonnenstrahlen wieder, als der Musiker samt Ensemble sein Lamento über Apartheid in Südafrika über die Bühnenrampe schickt.

Simon steckt auch heute in seinem ewigen Dilemma fest: Einerseits müsste er sein neues Album So Beautiful Or So What promoten. Aber da würde er es sich mit den vielen reiferen Herrschaften verscherzen, die sich in rund 50 Sitzreihen bequem gemacht haben. An die Simon & Garfunkel-Ära gibt es heute jedoch nur ein Zugeständnis – das zur Zugabe auf Akustikgitarre gezupfte ›Sounds Of Silence‹ –, immerhin dazu zeigt sich Paul Simon bereit. Aber es gibt kein ›The Boxer‹, kein ›Bridge Over Troubled Water‹ und auch keine ›Mrs. Robinson‹, obwohl die Ode aus dem Kinofilm „Die Reifeprüfung“ zum Kehraus in einer Swing-Version von Frank Sinatra ertönt. Doch über genügend Gassenhauerfaktor verfügt das aktuelle Repertoire ja ohnehin: ›Slip Slidin’ Away‹, ›Peace Like A River‹ oder ›Fifty Ways To Leave Your Lover‹ reihen sich zeitlos und ohne erkennbare Chronologie aneinander. Simon, unterstützt von Bassist Bakithi Kumalo aus Soweto und dem Kameruner Gitarristen Vincent Nguini, schweift mit Rhythmischem wie ›Diamonds On The Soles Of Her Shoes‹ und ›Gumboots‹ leichtfüßig durch die Townships.

Wünschenswert gewesen wären z.B. ›Mother And Child Re­­union‹, ›Take Me To The Mardi Gras‹ oder ›Me And Julio Down By The Schoolyard‹. Stattdessen serviert er den ein oder an­­deren Auszug aus dem aktuellen Werk. Und auch Oldies von ver­­ehrten Kollegen: ›Here Comes The Sun‹ von den Beatles widmet er George Harrison, und mit Junior Parkers ›Mystery Train‹ und Norman Pettys ›Wheels‹ gedenkt er seinen Wurzeln in den Fünfzigern. Besser aufgehoben ist Paul Simon bei sich selbst: ›Gone At Last‹ delektiert sich am Gospel, ›Kodachrome‹ richtet den Blick zurück in die eigene Kindheit, und ›Hearts And Bones‹ beschreibt die stürmische Kurzehe mit Schauspielerin Carrie Fisher. Mit die wohl wichtigste Botschaft hebt sich Simon bis fast zum Schluss auf: ›Still Crazy After All These Years‹ fühlt sich am Ende nicht nur der Künstler, sondern wohl auch ganz viele im Publikum.