Mit einem Instagram-Post erklärte Josh Kiszka von Greta Van Fleet gestern, dass er sich LGBTQ+ Community zugehörig fühlt und er sich seit acht Jahren in einer Beziehung mit seinem Partner befindet. Veranlasst zu dem öffentlichen Statement zu seiner sexuellen Orientierung wurde der Frontmann von Gesetzesentwürfen, die jüngst in seinem Heimat-Bundesstaat Tennessee vorgebracht wurden, die Kiszka zufolge „die Freiheit der Liebe bedrohten“.
Damit ist beispiel der sogenannte „Adult Entertainment Act“ gemeint, das Drag Shows streng einschränken sollte. Der Entwurf wurde von einem Bundesrichter abgelehnt, weil er die Freiheit und Redefreiheit limitiere und somit verfassungswidrig sei.
Stars wie Rob Halford von Judas Priest, der sich selbst nach einem langen Leidensweg in den 90er Jahren als homosexuell outete, unterstützten Kiszka mit aufbauenden Kommentaren bei Social Media. Halford schrieb: „Ich liebe dich, Josh!“
Bill McClintock, bekannt für seine lustigen Mash-Up-Videos, hat seinen Zauber erneut spielen lassen und Kiss und Earth, Wind & Fire miteinander vermengt. Aus der Fusion von ›I Was Made For Loving You‹ und ›Boogie Wonderland‹ entstand so das unterhaltsame ›I Was Made For Boogie Wonderland‹:
20.06.1966: Mit Bob Dylans BLONDE ON BLONDE erscheint die ersten Doppel-LP der Rockhistorie.
Als 1948 in den USA mit der Vinyl-LP (12 Inch & 33 RPM) ein neues Tonträgerformat eingeführt wurde, bot das für den Hörer ungeahnte Dimensionen: Anstatt lediglich zwei Songs, wie auf dem Vorgängerformat Schellackplatte (10 Inch & 78 RPM), bot die Langspielplatte prinzipiell ein Vielfaches an Spielzeit. Zwar ließen sich im Jazz und in der Klassik alsbald LPs im Format Double, Triple, Quadruple und Quintuple absetzen, aber Pop und Rock blieben lange außen vor. Erst im popkulturellen Innovationsjahr 1966, als etablierte Solisten und Bands sowie eine junge Musikergeneration das Stilspektrum extrem verbreiterten und neue Genres wie Psychedelik, Soul und Progressive-Rock auftauchten, erschienen die beiden ersten Doppel-LPs. Zumal die bis dato eher stiefmütterlich behandelte LP, die oft nur eine Aneinanderreihung von Singles und B-Seiten mit einigen weiteren Liedern war, nun de extrem lukrativen Singles-Markt den Rang streitig machte. Unbändiger Experimentierwille gepaart mit durchdachten Konzepten hob die LP auf eine höhere künstlerische Ebene. Zum ersten Popkünstler mit Doppel-LP-Status avancierte Bob Dylan: Nicht nur, weil His Bobness seit dem Newport Folk Festival 1965 samt elektrifizierter Band im Rücken sein Protest-Folk-Image hinter sich lassen wollte. Dylan, seinerzeit stark von Weckaminen abhängig, komponierte in Dauerschleife. BLONDE ON BLONDE im Ausklappcover, erschienen am 20. Juni 1966, bot 14 Tracks mit einer Laufzeit von 72:37 Minuten. Kein Song unterschritt die 3:30-Marke: ›Visions Of Johanna‹ brachte es auf 7:33, ›Stuck Inside Of Mobile With The Memphis Blues Again‹ auf 7:03, ›Temporary Like Achilles‹ auf 5:02 und ›Sad Eyed Lady Of The Lowlands‹ gar auf 11:23 Minuten.
Am 30.06. spielt William Crighton eine exklusive Deutschland-Show in Köln im Blue Shell. Verschrieben hat er sich erdigem Swamp-Blues repräsentiert, auf jenen Klängen bettet er sein Talent zum Geschichtenerzählen.
Sein neues Werk WATERS AND DUST ist noch viel präziser als seine Vorängerwerk und bekam den ARIA Award für das beste Blues- und Roots-Album. Crighton bindet die beiden Vorgänger zusammen und hievt seine Klangfülle auf ein neues Niveau. Am 30. Juni kann man sich davon in Köln persönlich überzeugen.
CLASSIC ROCK verlost 2×2 Tickets für die Köln-Show. Jetzt teilnehmen und gewinnen!
Im September kommt Charley Crockett für drei Shows nach Deutschland und wird das Publikum mit seiner American Roots Music beehren. Dass der „Man from Waco“ Europa bereist, passiert gar nicht so oft, deshalb sollten Fans die Chance ergreifen und eines der Konzerte besuchen.
15.09.2023 Hamburg, Mojo Club
17.09.2023 Frankfurt, Batschkapp
18.09.2023 Berlin, Metropol
CLASSIC ROCK verlost pro Stadt 1×2 Tickets für Charley Crockett.
Wir erheben unser Glas auf Sir Paul McCartney. Der ehemalige Beatle feiert heute seinen 81. Geburtstag.
›Jet‹ ist der wohl berühmteste Song von Paul McCartney’s Wings. Veröffentlicht wurde er auf ihrem dritten Studioalbum BAND ON THE RUN von 1973.
Musikalisch ist ›Jet‹ eine straighte Rocknummer, doch ihr Text gibt Fans und Kritikern bis heute Rätsel auf. Der Name Jet stammt wohl entweder von einem Labrador-Welpen, den Paul einmal besessen hat, oder von einem Pony, dem er begegnete, während er den Song schrieb…
McCartney selbst sagte einmal über seine Lyrik: „Ich denke mir so viele Texte aus. Während ich sie schreibe, haben sie eine Bedeutung für mich, ebenso für denjenigen, der sich die Platte kauft. Aber wenn man mich bittet, sie zu analysieren, dann fällt mir das sehr schwer.“
Bei seinem letzten Werk SNAKES & DUST tauchte der bei Regensburg wohnende Musiker tief in eine Wildwest-Phantasiewelt ein: Eine Cowboy-Oper, die dem optisch etwas an Clint Eastwood erinnernden Sänger, Songschreiber und Gitarristen gut zu Gesicht stand. Ein Jahr später treffen wir Tilo Preißer, wie Copperfield laut Geburtsurkunde heißt, wieder zum Gespräch. Anlass: Sein neues Werk OUT IN THE DESERT, bei dem er gemeinsame Sache mit dem amerikanischen Gitarristen und Southern-Rock Experten Ben Forrester macht – der, wie gewünscht, neue Töne zum Sound des produktiven Oberpfälzers beisteuert. „Er ist ein Fan der Allman Brothers Band“, sagt Copperfield, „und steht auf Leute wie Warren Haynes und Derek Trucks.“ Letztere Inspirationsquelle lässt sich nicht kaschieren, hört man Forresters orientalisch angehauchtes Slide-Solo im Track ›The Old Man On The Mountain‹. Mit ihm und den Musikern seiner eigenen Electric Band spielte Tilo die elf größtenteils im letzten Jahr entstandenen Songs ein. Schon alleine die Titel (›Born To Die‹, ›The End Of The World‹, ›Start To Run‹) lassen nicht gerade auf Frohsinn schließen. „Stimmt“, sagt Copperfield, „durch das Album zieht sich schon eine eher düstere Stimmung. Das ist der rote Faden der LP.“ Ein Leitgedanke, der nicht zuletzt durch das Leben im Jahr 2022 aufkam: „Wir hatten die Pandemie, den Krieg in der Ukraine, die Inflation“, zählt er auf, „ich hatte das Gefühl, dass wir die Kontrolle verloren haben. Dass es irgendwas gibt, das dich von heute auf morgen in den Abgrund ziehen kann.“ Einfluss auf sein Seelenleben hatte auch, dass er und seine Frau einer geflüchteten ukrainischen Familie für rund acht Wochen Asyl im heimischen Anwesen boten. Eine noble Tat – die ihm aber auch den Schrecken des Krieges näherbrachte: Plötzlich war das Elend nicht mehr anonym, es hatte ein Gesicht.
Wer bei dieser inhaltlich schweren Kost jetzt ausschließlich Moll-gefärbte Depri-Klänge erwartet, täuscht sich. Zum Glück, darf man sagen. Für die musikalische Ausstattung seiner finsteren Gedanken hat sich der Songschreiber sogar einige höchst elegische Harmonien einfallen lassen. Gutes Beispiel dafür: der Opener ›Born To Die‹. Im Gegensatz zur eher düsteren Strophen-Melo- die reiht Copperfield im Refrain Wohlklang auf Wohlklang. Ein episches Klanggemälde von leuchtender Schönheit. „Danke“, sagt er bescheiden über das Kompliment, „da wollte ich tatsächlich etwas Besonderes und Überraschendes als Kontrapunkt bringen. Daran habe ich auch richtig lange gefeilt.“ Der Aufwand hat sich gelohnt. Denn alleine diese Passagen belegen das musikalische Potenzial des bayerischen Musik-Outlaws. Wer bei diesem und einigen weiteren Tracks – beispielsweise ›The End Of The World‹ – gewisse Ähnlichkeiten mit den Beatles ausmacht, liegt nicht ganz falsch. Ganz im Gegenteil: „Klar, ich bin schon ein Fan“, gibt Copperfield zu, „außerdem habe ich mir im letzten Jahr diese superlange Beatles-Doku angeschaut. Das hinterlässt Spuren.“
Alle posthum veröffentlichten Liveaufnahmen von Lemmy Kilmister (verstorben am 28. Dezember 2015) verdeutlichen, welch große Lücke die Rock’n’Roll-Legende in der Musikwelt hinterlassen hat. LIVE AT MONTREUX JAZZ FESTIVAL ’07 ist hier keine Ausnahme, sondern ein Paradebeispiel für Lems überlebensgroße Bühnenpräsenz. Angefangen bei der Spielfreude, die Kilmister und seine langjährigen Mitstreiter Phil Campbell (Gitarre) und Mikkey Dee (Schlagzeug) an diesem Juliabend 2007 im Auditorium Stravinski am Genfersee an den Tag legten, über die perfekt zusammengestellte, 19 Tracks starke Setlist, bis hin zu den originalbelassenen Aufnahmespuren fängt LIVE AT MONTREUX JAZZ FESTIVAL ’07 den Motörhead-Konzert-Vibe perfekt ein. Hier gibt es keine Overdubs, keine Backing Tapes oder irgendwelche anderen Tricks. Es regiert der pure, harte Rock! Der transparente Mix stellt zudem selbst bei schnellen, furiosen Nummern die einzelnen Instrumente und natürlich Lemmys unverwechselbare Stimme glasklar dar. LIVE AT MONTREUX JAZZ FESTIVAL ’07 ist in seiner Gesamtheit ein weiteres, wichtiges Zeitdokument aus der turbulenten Karriere eines wahren Rebellen.
8 von 10 Punkten
Motörhead LIVE AT MONTREUX JAZZ FESTIVAL ’07 BMG/WARNER