0,00 EUR

Es befinden sich keine Produkte im Warenkorb.

0,00 EUR

Es befinden sich keine Produkte im Warenkorb.

Start Blog Seite 1195

Paul Simon – SONGWRITER

Simon, PaulDetaillierter Karriererückblick eines Ausnahmekünstlers.

Kann es angehen, dass der 70. Geburtstag von Folk-Pop-Legende Paul Simon mit einer Doppel-CD begangen wird, die Simon & Garfunkel ausspart? Nun, das mit 32 Songs recht üppig gefüllte Set SONGWRITER kann. Immerhin drei Klassikern des Duos gelang auf Umwegen der Sprung ins Tracklisting, doch bei ›The Sound Of Silence‹, ›The Boxer‹ und ›Bridge Over Troubled Water‹ mit Aretha Franklin handelt es sich um aktuelle Konzertmitschnitte. Seltsam, wenn man bedenkt, dass Simon & Garfunkel einst auch bei Columbia – heute Sony – veröffentlichten, weshalb Copyrights keine Rolle spielen dürften.

Doch abgesehen von dieser Ungereimtheit ist SONGWRITER ein Rundumschlag, der zumindest in jedes von Simons Solo-Alben mal reinschnuppert, aber trotzdem nicht als übliche Hit-Compilation funktioniert: Mit dem karibisch geprägten ›Mother And Child Reunion‹ vom namenlosen zweiten Werk, das aber alle Welt als Debüt begreift, setzte Simon seine musikalische Weltreise fort, die er mit ›El Condor Pasa‹ und ›Cecilia‹ noch im Gespann mit Art Garfunkel begonnen hatte. Weltmusik im weitesten Sinne vermitteln auch ›Kodachrome‹, ›Late In The Evening‹, ›Diamonds On The Soles Of Her Shoes‹, ›The Boy In The Bubble‹ sowie ›Graceland‹. Simons Faible für Exotisches hielt auch in späteren Jahren an: ›Señorita With A Necklace Of Tears‹ ist ein Bei-spiel von mehreren, die sich auf Disc Nummer zwei tummeln. Interessanterweise wird auch der Broadway-Musical-Flop SONGS FROM THE CAPEMAN zweimal gewürdigt – und das fabelhafte aktuelle Werk von 2011 ist ebenfalls vertreten: ›Rewrite‹, ›Love And Hard Times‹ und der Titelsong stammen von SO BEAUTIFUL OR SO WHAT.

Bob Seger – LIVE BULLET / NINE TONIGHT

Seger, Bob - Live BulletDynamische Konzert-Marathons: Springsteens einst stärkster Konkurrent.

Genau wie sei-ne Zeitgenos-sen aus Asbury Park in New Jersey – Bruce Springsteen & The E Street Band – funktionierten auch Bob Seger & The Silver Bullet Band aus Detroit am überzeugendsten in der Konzertarena. Gleich zwei exzellente Live-Mitschnitte Segers aus der Ära des Stadionrocks liegen jetzt neu vor.

Zwischen die Erfolgsalben BEAUTIFUL LOSERS (noch als Solist) und NIGHT MOVES (erstmals mit The Silver Bullet Band), die dem Rock-Bären nach langem Darben 1975/76 endlich den internationalen Durchbruch bescherten, reiht sich der Mitschnitt LIVE BULLET ein: Aufgezeichnet am 4./5. September 1975 in der Detroiter Cobo Hall, wurde das Live-Album allein in den USA mit fünffachem Platin ausgezeichnet. Die Wiederveröffentlichung glänzt nun mit dem Bonustrack (›I Feel Like Brea-king Up Somebody’s Home‹. Segersche Publikumsfavori-ten jener Phase wie ›Katman-du‹, ›Travelin’ Man‹, ›Get Out Of Denver‹ und ›Ramblin’ Gamblin’ Man‹ ergänzen sich mit explosiven Coverversio-nen von Ike & Tina Turners ›Nutbush City Limits‹, Van Morrisons ›I’ve Been Wor-king‹, Chuck Berrys ›Let It Rock‹ und Bo Diddleys selbstbetiteltem Eigenlob.

Wesentlich kommerzieller in der Ausrichtung, aber mit vierfachem Platin trotzdem nicht ganz so stark im Verkauf, präsentiert sich fünf Jahre später NINE TONIGHT, das nun ebenfalls mit Bonus Track (›Brave Stranger‹) daherkommt: Seger und die Silver Bullet Band, in der Zwischenzeit mit radiofreundlichen internationalen Charthits wie ›Hollywood Nights‹, ›Against The Wind‹, ›The Fire Down Below‹, ›Night Moves‹, ›Fire Lake‹ und ›Old Time Rock’n’Roll‹ reichlich gesegnet, präsentieren sich bei den Aufnahmen aus der Detroiter Cobo Hall vom Juni sowie aus dem Boston Garden vom Oktober des Jahre 1980 erheblich souveräner, routinierter, stringenter – aber eben auch ein ganzes Stück glatter und berechenbarer als noch fünf Jahre zuvor.

LIVE BULLET: 8
NINE TONIGHT: 7

R.E.M. – PART LIES PART HEART PART TRUTH PART GARBAGE 1982-2011

REMUnwiderruflich: R.E.M. adé, Scheiden tut weh.

Kaum absehbar war der urplötzliche Split von R.E.M. im September diesen Jahres, eigenartig kommentiert von Michael Stipes rätselhaftem Statement auf der Band-Homepage. Simultan kündigten R.E.M. einen umfangreichen Rückblick auf Doppel-CD an, der erstmals frühe Aufnahmen für das Label I.R.S. mit den späteren weltweiten Erfolgen auf Warner vereint. Die 40 Songs aus immerhin 18 Alben haben die Bandmitglieder selbst ausgesucht, ebenso die drei neuen wunderbaren Stücke ›A Month Of Saturdays‹, ›We All Go Back To Where We Belong‹ und ›Hallelujah‹, die erst nach Ablauf des Vertrags mit Warner vor wenigen Monaten entstanden sind.

PART LIES PART HEART PART TRUTH PART GARBAGE 1982-2011, dessen Titel auf ein Interview-Zitat von Gitarrist Peter Buck aus dem Jahre 1988 zurückgeht, ist mehr Rückblick denn Hit-Compilation, obwohl übliche Verdächtige wie ›Everybody Hurts‹, ›Man On The Moon‹ und ›Nightswimming‹ natürlich nicht fehlen. Den Beginn machen Alternative-Pop-Frühwerke wie ›Gardening At Night‹, ›Radio Free Europe‹ und ›Begin The Begin‹, doch auffallend ist, dass R.E.M. ihre Ideale auch dann nicht über Bord warfen, als mit ›Losing My Religion‹ und ›Shiny Happy People‹ Geldsegen und weltweites Lob auf sie niederprasselten. ›What’s The Frequen-cy, Kenneth?‹ von MONSTER (1994) und ›Supernatural Superserious‹ von ACCELERATE (2008) umgibt in etwa die gleiche subversive Aura, die zuvor schon ›It’s The End Of The World As We Know It (And I Feel Fine)‹ oder ›The One I Love‹ von DOCUMENT (1987) ausgezeichnet hatte.

Ein wenig melancholisch stimmt diese gelungene Sammlung natürlich schon. Warum musste ausgerechnet eine so authentische, ehrliche und intelligente Band wie R.E.M. das Zeitliche segnen?

The Kinks – FACE TO FACE / SOMETHING ELSE / ARTHUR OR THE DECLINE AND FALL OF THE BRITISH EMPIRE

Kinks - Face To Face+Ein Genie trumpft auf: die Brit-Pop-Chroniken des Ray Davies

Nach den exzellent als Dop-pel-CDs aufbereiteten ersten drei Alben der Kinks folgt sogleich der zweite Streich – abermals im originalen Mono- und Stereo-Mix sowie mit jeder Menge Demos, BBC-Sessions plus Single-A-und-B-Seiten.

FACE TO FACE aus dem Jah-re 1966 ist ein kaleidoskopisches Porträt des Swinging London, das die Gruppe mit optimierter Studiotechnik und songschreiberischen Geistesblitzen wie ›Party Line‹, ›Rainy Day In June‹, ›House In The Country‹ und ›Too Much On My Mind‹ präsentiert. In ›Dandy‹ greift Davies nochmals das Mode-Opfer von ›Dedicated Follower Of Fashion‹ auf, während sich ›Sunny Afternoon‹ junge, reiche britische Nichtstuer vornimmt. In der Bonus-Sektion stechen vor allem ›Dead End Street‹, ›Big Black Smoke‹, und ›This Is Where I Belong‹ hervor.

Auf gleicher Augenhöhe ope-riert genau ein Jahr später SOMETHING ELSE mit Charakterstudien wie ›David Watts‹, ›Two Sisters‹ und ›Harry Rag‹. Unnachahmlich die Common-People-Hymne ›Waterloo Sunset‹, der schräge Surrealismus in ›Lazy Old Sun‹, die ironische Rentner-Hommage ›Autumn Almanac‹ und der spöttische Blick auf die Flower-Power-Bewegung in ›The End Of The Season‹. Mit Solo-Treffern wie ›Death Of A Clown‹ und dem Single-Nachfolger ›Susannah’s Still Alive‹ gelingt es Bruder Dave, sich zumindest zeitweise aus Rays Schatten zu lösen. Schlichtweg grandios: Alternative Versionen von ›Afternoon Tea‹, ›Mr. Pleasant‹ und ›Love Me Till The Sun Seines‹.

Für ARTHUR OR THE DECLINE AND FALL OF THE BRITISH EMPIRE, das 1969 dem bereits vor einigen Jahren in DELUXE EDITION veröffentlichten Geniestreich THE VILLAGE GREEN PRESERVATION SOCIETY folgte, hatte Ray erneut ein Konzept im Kopf: Sein Blick zurück ins viktorianische Zeitalter war ursprünglich als der Soundtrack für einen TV- Film geplant, der allerdings nie realisiert wurde. Der typisch eingängige Kinks-Style von ›Victoria‹, ›Shangri La‹ und ›Days‹ ist hier die Ausnahme, als Konzession an den damals gerade angesagten Progressive Rock lümmelt sich die Gruppe dafür mehr als sechs Minuten lang durch ›Australia‹.

Als Bonus gibt’s die 69er-Single ›Plastic Man‹. Auch nicht zu verachten: Dave Davies 45er ›Lincoln County‹ und ›Hold My Hand‹.

FACE TO FACE: 10
SOMETHING ELSE: 10
ARTHUR OR THE DECLINE AND FALL OF THE BRITISH EMPIRE: 10

Smashing Pumpkins – GISH / SIAMESE DREAM

_Smashing Pumpkins - GishRemastert und mit Bonustracks: die ersten beiden Werke der Band aus Chicago.

Ende der achtziger Jahre gegründet, 2000 aufgelöst, sechs Jahre später wieder vereinigt. Streitereien, Eitelkeiten und Dro-gen-Skandale: Die Smashing Pumpkins haben in den vergangenen Jahren sämtliche Rockstar-Klischees voll und ganz erfüllt. Während unter dem Projektnamen Teagarden By Kaleidyscope zur Zeit einzelne Songs über die Band-Home-page veröffentlicht werden, arbeitet Frontmann Billy Corgan mit neuer Besetzung an einem Werk mit dem Titel OCEANIA, das nächstes Jahr er-scheinen soll.

Bis dahin dürfen sich echte Fans mit einer Remaster-Edition des Back-katalogs der Band aus Chicago die Zeit vertreiben. Den Anfang machen das Debütalbum GISH aus dem Jahr 1991 sowie der Nachfolger SIAMESE DREAMS von 1993.

Als GISH, benannt nach der Stummfilm-Schau-spielerin Lilian Gish, er-schien, war der heutige Schlagzeuger der Smashing Pumpkins, Mike Byrne, gerade mal ein Jahr alt. Die Band, damals bestehend aus Corgan, Gitarrist James Iha, Bassistin D’Arcy Wretzky und Drummer Jimmy Chamberlain, schuf ein ebenso aggressives wie verträumtes, von hartem Stadion- und Psyche-delic-Rock sowie The Cure beeinflusstes Rock-Opus. Bandleader Corgan offenbarte seine Vor-liebe für epische Klänge, allein auf ›Soma‹ wurden über 40 Gitarrenspuren übereinander ge-schichtet. Als Produzent stand den Pumpkins Butch Vig zur Seite, der Mann, der kurz darauf auch Nirvanas Meilenstein NEVERMIND verantwortete.

Nach dem Siegeszug von Cobain und Co. fühlten die Smashing Pumpkins, die mit ihrem massiven Alternative-Rock nun plötzlich mit in die Grunge-Ecke geschoben wurden, einen enormen Erfolgsdruck , als es an die Produktion ihres zweiten Werkes ging. Mit erneuter Unter-stützung von Butch Vig arbeitete die Band jetzt in Atlanta – weit weg von zu Hause, um unter keinen Umständen abgelenkt zu werden. Die Aufnahmen indes gestalteten sich als schwierig, da vier ausgeprägte Egos aufeinanderprallten. Besonders Corgan setzte sich unter Erfolgsdruck, feilte Tag und Nacht an den neuen Songs.

Der Perfektionismus sollte sich auszahlen: Mit SIAMESE DRAM gelang den Smashing Pumpkins der verdiente Durchbruch, das Album erreichte Platz zehn der US-Charts und öffnete ihnen auch den internationalen Markt. Die Re-Issues der beiden Alben, für die Billy Corgan persönlich die Ar- chive durchforstete, erscheinen nun nicht nur als Standard-Versionen, sondern auch in De- luxe-Ausgaben mit bislang unveröffentlichtem Material, Remixen, einer Live-DVD, ausführlichen Liner Notes, aufschlussreichen Track-by-Track-Kommentaren von Billy Corgan und zahlreichen Fotos.

GISH: 8
SIAMESE DREAMS: 8

JUDAS PRIEST – SINGLE CUTS (BOX-SET)

Judas Priest_Single CutsKonsumgut für manische Sammler und Priest-Fanatiker.

In den Nach­wehen von Judas Priests angeblicher „Farewell-Tournee“ (angeb­lich, weil das Quintett offen­bar bereits wieder fleißig Songs geschrieben und schon vier Tracks gemischt hat – ein neues Studio­album könnte 2012 erscheinen) bringt die Heavy Metal-Institution das Box-Set SINGLE CUTS heraus. Diese Kollektion beinhaltet 20 Maxi-CDs mit den von 1977 bis 1992 als Singles veröffentlichten Liedern inklusive der zugehörigen B-Seiten, dem ursprünglichen Single-Artwork und einem Booklet mit Liner-Notes. Ein ansprechendes Produkt mit einem Haken: Viele Sammler (vor allem solche, die mit Judas Priest die Pubertät durchlaufen haben und mit Langspielplatten sozialisiert wurden) stehen eher auf Vinyl. Warum Rob Halford & Co. also keine aufwendigere Box mit 7“s in die Wege geleitet haben, bleibt ihr Geheimnis. Nichts­des­to­trotz ist SINGLE CUTS ein perfektes Weihnachtsgeschenk.
Zwar avancierte nicht jede Single-Auskopplung zu einem Priest-Klassiker, dank der zahlreichen B-Seiten (inklusive ein paar Live-Versionen) vervollständigt sich jedoch der Eindruck vom Schaffen der Band – und SINGLE CUTS funktioniert sogar als Greatest Hits-Sammlung.

The Jesus & Mary Chain – PSYCHOCANDY / DARKLANDS / AUTOMATIC / HONEY’S DEAD / STONED & DETHRONED / MUNKI

Jesus And Mary Jane - MunkiKrach-Pop aus dem dunklen Reich: die Widergänger von Velvet Underground.

Dass Legendenstatus nicht hohe Verkaufszahlen bedingt, be-griffen die Brüder Jim und William Reid schon recht früh, kultische Verehrung genießen The Jesus And Mary Chain, die sich 1999 trennten, um sich acht Jahre später wieder zu vereinen, allerdings noch heute. Mit ein Grund, warum die regulären sechs Werke der Band nun unter dem Label EXPANDED EDITION erscheinen, fein aufbereitet mit je zwei CDs, die das Original, B-Seiten, BBC-Sessions, Demos, Outtakes sowie weitere Raritäten, aber auch eine DVD mit Videoclips, TV-Auftritten und Konzermitschnitten enthalten.

Zu Idolen der Gegenkultur avanciert die Band 1985 mit dem grandiosen Noise-Meilenstein PSYCHOCANDY, der Lou Reeds Sinnenattacke METAL MACHINE MUSIC zitiert. Mit Suchtfaktor 100 verändern Hymnen wie ›Just Like Honey‹, ›Never Under-stand‹, ›Some Candy Talking‹ und ›You Trip Me Up‹ den Brit-Pop nachhaltig. Wo viel Licht ist, lauert auch Schatten – das schwierige Zweitwerk DARKLANDS ein Jahr später führt beinahe zur Trennung, obwohl die Key-Tracks ›April Skies‹, ›Happy When It Rains‹ und der Titelsong substanziell überzeugen.

Mit einem Zuviel an Synthesizer-Bass, Pomp-Keyboards und Drum-Computer fällt 1989 AUTOMATIC qualitativ klar schwächer aus, ein Lichtblick ist nur ›Blues From A Gun‹. Wieder auf hohem Niveau präsentiert sich das Reid-Duo 1992 mit HONEY’S DEAD. Wegen kontroverser Textinhalte („I wanna die just like JFK“) wird die Single ›Reverence‹ von der BBC boykottiert. Schlicht grandios gelingt auch das 13th Floor Elevators-Cover ›Rollercoa-ster‹. Zunächst als reines Akustikkonzept angedacht, dröhnen 1994 bei ›Sometimes Always‹, ›Dirty Water‹ und ›Bullet Lovers‹ von STONED & DETHRONED dann wie gewohnt die Fuzz-Gitarren im grenzenlosen Rückkopplungsrausch.

Stark geprägt vom ständigen Bruderzwist präsentiert sich das finale Werk MUNKI: Mit den 17 Songs, einer Laufzeit von 69:28 Minuten und unterteilt in Sektionen, die entweder von Jim oder William Reid komponiert wurden, gelingt zum Schluss eine radikale Abkehr vom ursprünglichen Klangkonzept. ›Cracking Up‹ und ›Degenerate‹ thematisieren die internen Probleme, ›Moe Tucker‹ huldigt einmal mehr The Velvet Underground. Um die Gegensätzlichkeiten noch zu unterstreichen, eröffnet Jim Reid mit ›I Love Rock’n’Roll‹ – und William Reid endet mit ›I Hate Rock’n’Roll‹. Ein Gezicke, das wohl nur jene verstehen können, die Dave oder Ray Davies sowie Li- am oder Noel Gallagher heißen.

PSYCHOCANDY: 10
DARKLANDS: 9
AUTOMATIC: 5
HONEY’S DEAD: 9
STONED & DETHRONED: 8
MUNKI: 7

Jimi Hendrix – WINTERLAND / HENDRIX IN THE WEST

Hendrix - WinterlandKonzertmitschnitte aus den Tiefen der Archive.

Hendrix war ver-mutlich der ers-te Künstler, den Manager und Label nach seinem verfrühten Ableben systematisch ausplünderten. Post-hum wurden weit mehr Tonträger unters Volk gebracht als zu seinen Lebzeiten. Auch HENDRIX IN THE WEST ist so ein Produkt. Erstmals erschienen im Januar 1972, setzt sich die um drei zusätzliche Tracks erweiterte CD- Neuauflage aus vier verschiedenen Konzertmitschnitten der Jahre 1969 und 1970 zusammen, aufgezeichnet in der Londoner Royal Albert Hall, der San Diego Sports Arena, im Berkeley Community Theatre und auf der Isle Of Wight. Anfänglich bedient den Bass noch Noel Redding, ein Jahr später übernimmt Billy Cox. Wie aus einem Guss wirken die elf turbulenten Songs dennoch, darunter auch das mit 10:40 Mi- nuten in voller Länge restaurierte ›Voodoo Child (Slight Return)‹ sowie die Live-Kracher ›Fire‹, ›Spanish Castle Magic‹ und ›I Don’t Live Today‹. Fremdmaterial wie ›Blue Suede Shoes‹ von Carl Perkins, Chuck Berrys ›Johnny B. Goode‹ und ›Sgt. Pepper’s Lo- nely Hearts Club Band‹ verwandelt der Saitenmagier in urgewaltigen Rock’n’Roll.

Noch tiefer eintauchen lässt es sich mit der Re-Edition des 4-CD-Sets WINTERLAND: 35 Tracks zumeist in Überlänge, mitgeschnitten im Oktober 1968 bei sechs Konzerten in San Fran-ciscos „Winterland“, sowie ein ausführliches Interview lassen nicht nur Fanherzen höher schlagen. Gleich mehrmals tauchen die Single-Hits ›Hey Joe‹, ›Purple Haze‹, ›Fire‹ und ›Foxy Lady‹ auf. Aber auch hier wird fleißig gecovert: Dylans ›Like A Rolling Sto-ne‹, Creams ›Sunshine Of Your Love‹, Howlin’ Wolfs ›Killing Floor‹, ›Wild Thing‹ von The Troggs so-wie Hansson & Karlssons ›Tax Free‹ interpretieren das bluesige Berserker-Trio mit geradezu en-thusiastischer Leidenschaft.

WINTERLAND: 7
HENDRIX IN THE WEST: 8