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Start Blog Seite 1196

Can – TAGO MAGO 40TH ANNIVERSARY SPECIAL EDITION

Layout 1Auch nach 40 Jahren immer noch frisch und neu.

1971 erschienen, stellte die Doppel-Lang­spielplatte TAGO MAGO für Can in vielerlei Hinsicht eine neue Ära dar. Zum einen ist es das erste Album mit Sänger Damo Suzuki, dessen Vorgänger Malcolm Mooney die Band nach einem Nervenzusammenbruch verließ. Aufgenommen wurde es in Schloss Nörvenich in der Nähe von Köln. Der Eigentümer – ein Kunstsammler namens Vohwinkel – erlaubte der Band, sein Schloss ein Jahr mietfrei zu nutzen, was Can neue Mög­lichkeiten im Aufnahmeprozess bot. So war TAGO MAGO das erste Werk der Band, bei dem Basser und Produzent Holger Czukay Jam-Sessions der Band heimlich mitschnitt, um die Resultate mit in die Songs zu integrieren. Ein Prozess, der dem Album eine spontane und authentische Note gab, die schließlich ein Markenzeichen der Band wurde. Noch heute wird TAGO MAGO als das herausragendste Werk der deutschen Rocker gesehen.

40 Jahre nach Entstehung des Originals gibt es nun eine weitere Neuauflage dieses Klassikers, bestehend aus zwei CDs. Silberling Nummer eins bietet die im Jahre 2003 neu abgemischten Versionen aller sieben Songs. Und auch vier Jahrzehnte nach der Erst­ver­öf­fentlichung hat TAGO MAGO nichts von seiner fesselnden Fremdartigkeit eingebüßt. Auch wenn Can viele Musiker beeinflusst haben, stehen ihre Kom­positionen noch immer für sich selbst. Sie sind in ihrer Anders­artigkeit und Originalität nie erreicht worden. Die technische Aufbereitung nimmt ihnen nicht ihre Authentizität und ihren Charme. Der besondere Leckerbissen dieses Geburts­tags-Releases findet sich auf CD Nummer zwei: Dort sind nämlich bislang unveröffentlichte Live-Aufnahmen der Songs ›Mush­room‹, ›Spoon‹ und ›Halle­luwah‹ zu finden, die die damalige Bühnen-Wucht der Musiker verdeutlichen. Am hervorstechendsten ist hier die beinahe 30-minütige Version ihres Single-Erfolges ›Spoon‹, der die Band in Hochform zeigt. Hier sieht man die Kreativität und das Improvisationstalent dieser Ausnahmemusiker direkt vor sich. Der Spaß, den Holger Czukay & Co. selbst auf der Bühne haben, ist nicht zu überhören. Doch das ist noch lange nicht alles bei diesem Paket: Obendrauf gibt es eine völlig neu gestaltete Verpackung. Im Slip­case kommt das Original-Art­work der englischen Erst­aus­gabe sowie das europäische Kopf­cover. Das Booklet enthält aktuelle Liner Notes, rare Fotos und ein Kurzessay von Primal Scream-Sänger Bobby Gillespie. Absolut empfehlenswert.

Beach Boys – THE SMILE SESSIONS

Beach Boys, TheBrian Wilson im Land des Lächelns.

Mit dem Album PET SOUNDS setzten sich die Beach Boys bereits 1966 ein Denkmal, obwohl das damals kaum jemand erkannte. Noch im gleichen Jahr machte sich Brian Wilson mit Texter/Pianist Van Dyke Parks und gegen den Willen seiner Bandkollegen an ein weiteres Meisterwerk, das PET SOUNDS noch übertrumpfen sollte – und scheiterte. SMILE blieb als angebliches Fragment 44 Jahre unter Verschluss. Warum das Experiment, das in Teilen auf nachfolgenden Beach-Boys-Alben, aber auch komplett als Bootleg kursierte, im Archiv-Safe verschwand, hatte mehrere Gründe: Querelen innerhalb der Band, Mike Loves vehemente In- tervention, Vertragsschwierigkeiten mit der Plattenfirma Ca- pitol sowie Brian Wilsons Befürchtungen, es könne als Pla-giat von SGT. PEPPER’S LONELY HEARTS CLUB BAND missverstanden werden.

Nichts von alledem zählt, da THE SMILE SESSIONS jetzt endlich offiziell das Licht der Welt erblicken: Als 2-CD-Set, im Doppelvinyl-Format, als digitales Album, in diversen iTunes-Versionen sowie in limitierter Deluxe-Fassung mit fünf CDs, Doppel-LP, zwei 7-Inch-Singles sowie einem 60-seitigen Hardcoverbuch mit raren Fotos und Essays erhältlich, wird das opulente Werk seinem legendären Ruf auch tatsächlich gerecht. Versponnene Songs wie ›Heroes & Villains‹, ›Good Vibrations‹, ›Cabin Essence‹, ›Surf’s Up!‹ und ›Vegetables‹ passten 1967 wunderbar in den „Summer Of Love“ mit seinen psychedelischen Experimenten, haben aber auch noch heute genug Substanz, um das Gütesiegel „zeitlos“ zu verdienen.

Brian Wilson schwankte damals zwischen Burn-Out, Depression und Hochstimmung. Seine rund um die vier Elemente Wasser, Feuer, Luft und Erde in zumeist fünfstimmigem Satzgesang meisterlich konzipierten Mini-Pop-Oden, die er mitten in der Produktion überschwänglich als „A teenage symphony to God“ bezeichnete, sind das Produkt eines wahrhaft manischen Schaffensdranges.

Iggy & The Stooges: Rothenburg ob der Tauber, Taubertal-Festival

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Iggy Pop @ Julia Köhler (2)Die Legende funktioniert auch ohne die ganz großen Hits.

Kein ›Lust For Life‹, kein ›Passenger‹ gibt es zu hören. Doch die Neugier auf die Punk-Legende hält die Mehrzahl der Besucher am Festival-Freitag nach dem umjubelten Auftritt von Rise Against vor der Hauptbühne. Und der 64-Jährige enttäuscht nicht. Schon beim Opener ›Raw Power‹ und dem folgenden ›Search & Destroy‹ erobert er mit seinem Iguana Dance die komplette Bühne. Und im Verlauf der rund einstündigen Festival-Show liefert er alles, was man von einer Punk-Ikone erwarten kann: Er bespuckt die Kamera, schleudert das Mikro von sich, beschimpft die VIPs und das Publikum, nur um seine Fans dann zum Tanzen und Singen auf die Bühne zu bitten. Ein paar Auserwählte dürfen tatsächlich mit auf der Bühne stehen. Lustig ist der Fan, der seinem Helden nacheifert: nackter Oberkörper, blonde Zottelhaare und zudem textsicher. Die lautstarke Double-Show entlockt selbst Pop ein breites Grinsen. Spätestens in diesem Moment sind alle zufrieden: Iggy, der trotz Hüft-Schmerzen weiter wie ein Derwisch über die Bühne tobt und zwischendrin ins Publikum winkt. Die Stooges, die in Würde mit ihrem Fronter gealtert sind und eine solide Begleitung zwischen Punk und Blues liefern. Die Fans, die eine entfesselte Show zu sehen bekommen. Und der Veranstalter, der bei der Programmplanung nicht daneben gelegen hat.

The Doors: Offenbach, Capitol

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Ray_ManzarekKrieger & Manzarek mit Verstärkung.

Nichts geht über zünftige Legendenbildung. Was die hinterbliebenen Kollegen unmittelbar nach dem Tod von Jim Morrison im Juli 1971 nicht wagten, trauen sie sich nun: Nach diversen anderen Anläufen besetzen Keyboarder Ray Manzarek und Gitarrist Robbie Krieger die vakante Stelle Morrisons neu: mit Dave Brock, ein seit rund 20 Jahren in einer Doors-Coverband erprobter Frontmann, der dem Original nicht nur ähnelt, sondern auch erstaunlich authentisch klingt, wie das quirlige ›Roadhouse Blues‹ zum Auftakt zeigt. Es scheint, als ob Morrison nie weggewesen wäre. Das Quintett pflügt sich mit Klassikern wie ›Break On Through‹, ›When The Music’s Over‹ und ›Moonlight Drive‹ zu psychedelischen Video-Projektionen durch die Biografie, hält sich am Ende aber nicht an seine eigene Ankündigung: Eigentlich sollte L.A. WOMAN komplett im Set auftauchen. Doch bis auf ›The Changeling‹, John Lee Hookers ›Crawling King Snake‹ und ›Cars Hiss By My Window‹ gibt es nichts. Begeistert sind dennoch alle.

Star Fox 64 3D

StarFox64_3DFüchse im Weltall.

Dem grandiosen THE LEGEND OF ZELDA: OCA­­RI­­NA OF TIME 3D (siehe Rezension in Ausgabe CLASSIC ROCK #9) folgt nun mit STAR FOX 64 3D eine weitere Nintendo 64-Klas­­si­­keraufbereitung. Wie im 1997 hierzulande unter dem Titel LY­­LAT WARS erschienenen Ori­­ginal, greifen Spieler dem Piloten Fox McCloud unter die Arme. Dabei steht nicht weniger als die Weltrettung auf dem Programm, plant der verrückte Wissen­­schaftler Andross doch die Ver­­nich­­tung des Lylat-Sonnen­­sys­­tems durch Einsatz biologischer Waffen. Um dies zu verhindern und eine persönliche Rechnung mit dem Schurken zu begleichen, muss der von seinen Team-Kol­­legen unterstützte Fox an Bord seines Arwing-Fighters eine heikle Mission nach der anderen bestehen.

Schon zu N64-Zeiten ließ der rasante Science-Fiction-Shooter kaum Zeit zum Verschnaufen. Die 3DS-Aufbereitung sorgt für noch höhere Pulsraten: Knack­­i­­gere, schärfere, detailliertere und flüssigere Grafik, clever eingesetzte 3D-Effekte und die freie Wahl zwischen bewegungsunterstützter und herkömmlicher Button-Bedienung katapultieren mitten ins Weltall. Abseits der Kampagne wetteifern bis zu vier Piloten in vier lokalen Mehr­­spielervarianten miteinander. Besonders amüsant: Wäh­­rend­­dessen fertigt die Konsole Fotos der Spielergesichter an und überträgt sie auf die Geräte der Kon­­kurrenten.

NHL 12

NHL12Zünftige Kufenhatz.

Die Eishockey-Thron­­position verteidigt NHL 12 mit Hilfe einiger Verbes­­serungen. Neben aufgepeppter Grafik und voluminösem Hal­­lenklang auf TV-Niveau verleiht eine neue, pfeilschnelle „Full Contact“-Physik-Engine bis dato ungesehene Dynamik: Erhöhte Gehirnzellendichte, exakter justierte Pass-/Abwehr-/Angriffs-Systeme und Hervorhebungen individueller Fähigkeiten/Pro­­por­­tionen münden in noch realistischeren Abläufen. Spieler reißen Tore um, zerbrechen inmitten fantastisch aussehender Body­­checks Schläger und Glaswände, enthelmen Gegner oder schicken sie unsanft über die Bande. Tor­­hüterkämpfe garantieren hitzig-witzige Zwischendurch-Schar­­mützel, während Taktiker detaillierte Analysen studieren, um den Mitbewerbern stets einen Schritt voraus zu sein.
Letzteres ist NHL 12 mit Ori­­ginal-Lizenzen (u. a. NHL, PHPA, NHLPA, DEL, CHL) und Modi-Reichtum ohnehin: Zwischen einer erweiterten Karriere-Va­­riante, Playoffs, Turnieren, Ligen, Nachspielmöglichkeiten realer Begegnungen, verfeinerten Ma­­nager-Herausforderungen und Online-Matches für bis zu zwölf Akteure mangelt es der ausgewogenen Arcade-Simulations-Mischung an nichts.

Als Bonus debütiert das seit 2008 jährlich am Neujahrstag vor 70.000 Zuschauern ausgetragene „NHL Winter Classic“-Freiluftereignis.

Monkey Island: Special Edition Collection

MonkeyIslandCollectionRückkehr des Piratenkults.

Obwohl das erste MONKEY ISLAND schon 1990 erschien, bleibt die Serie bis heute unerreicht: Von Sarkasmus über liebevoll er­­schaffene Charaktere bis zu un­­terhaltsamen Rätseln definierte die Geschichte des Möchtegern­­freibeuters Guy­­brush Threep­­wood das Point-&-Click-Ad­­ven­­ture-Genre maßgeblich.

Nun bündeln LucasArts/Acti­­vision die bereits einzeln als Spe­­cial Edition-Remakes erhält­lichen Klassiker THE SECRET OF MON­­KEY ISLAND und MONKEY IS­­LAND 2: LECHUCK’S RE­­VEN­­GE in einer Box. Auf Käufer warten bewährte Knobeleien, Si­­tu­­a­tionskomik und ironische Weis­­heiten der Ursprecher („Jedem fällt es schwer, seinen Atem frisch zu halten, wenn es außer Ratten nichts zu essen gibt…“) in zeitgemäßer Verpackung: Die handgezeichnete Optik präsentiert sich hochauflösend, die wahlweise klassische oder mo­­dernisierte Steuerung komfortabler, die Hintergrundmusik um neu eingespielte Lieder bereichert.

Lobenswert: Nostalgiker können jederzeit zwischen Remake und Original wechseln. Ab­­run­­dend dienen Boni wie Ent­­wick­­lerkommentare, Dreh­­buche­­in­­blicke und Storyboards eines un­­veröffentlichten MON­­KEY IS­­LAND-Animationsfilms.

Peter M. Roese – ALLGÄU SIXTIES

roese, peter m.Das Allgäu bekommt seine eigenen Beatles…

Der Autor dieser Buchbesprechung war nicht beim Bund. Aber nach Lektüre dieses Buches ist er sich nicht mehr sicher, ob er nicht viel­­leicht doch hätte dienen sollen. Klar, den Drill braucht niemand, aber wä­­re dieser Kelch nicht an ihm vorübergegangen, hätte er keinen Lehrgang im Bundeswehr-Slang gebraucht. Denn genau den benutzt Peter M. Roese aber in seinem Buch hier und da. Die Geschichte von ALLGÄU SIXTIES legt zudem nahe, dass es zumindest in den Sechzigern auf einem Luftwaffenstützpunkt in Kaufbeuren im Allgäu doch verhältnismäßig locker zugegangen sein muss. Der Hauptgefreite Rossner, der aus Franken stammende Protagonist des gleichsam unterhaltsamen wie harmlosen Stücks Nos­­talgieliteratur, fährt privat einen VW-Bus (das Hippie-Gefährt schlechthin) und kutschiert damit die Band des Fliegerhorstes (die Caddy Group) zu ihren Auftritten. Darüber hinaus geht es um „Neechermusig“, Miniröcke, Twiggy, Atombomben und all die Themen der Sixties. Mit viel Lokalkolorit geschrieben, richtet sich ALLGÄU SIXTIES wohl vornehmlich an einstige Eingezogene und beinharte Fans dieser Zeit.