0,00 EUR

Es befinden sich keine Produkte im Warenkorb.

0,00 EUR

Es befinden sich keine Produkte im Warenkorb.

Start Blog Seite 1190

Todd Rundgren – RUNT + THE BALLAD OF TODD RUNDGREN / SOMETHING/ANYTHING? / A WIZARD, A TRUE STAR + TODD / INITIATION + FAITHFUL

Rundgren ToddEin Zauberer, ein echter Star: Eine Werkschau erschließt Todd Rundgrens facettenreiches Werk.

Als Genie wurde Todd Rundgren häufiger apostrophiert, doch genutzt hat es dem Sänger, Multi-Instrumentalisten, Komponisten und Produzenten (u.a. Meat Loaf, New York Dolls, Grand Funk Railroad, The Band und The Sparks) nur wenig bis gar nicht: Bis heute gilt der Kauz aus Philadelphia, der als Solist, aber auch mit den Formationen Nazz, Runt und Utopia agierte, als Geheimtipp.

Im Zuge einer kompletten Werkschau liegen nun also die ersten sieben Alben jeweils im Doppelpack vor: Einen Favoriten im US-College-Radio namens ›We Gotta Get You A Woman‹ enthält 1970 das versponnene RUNT. Ein ähnlich diffuses Bild offeriert ein Jahr später Runts Zweitwerk THE BALLAD OF TODD RUND-GREN mit weiteren abstrusen Piano-Balladen wie ›A Long Time, A Long Way To Go‹. Üp- pige 25 Songs präsentiert der Solist Rundgren 1972 auf dem Doppelwerk SOMETHING/ANYTHING? – ein stilistisch hemmungsloser Rundumschlag im virtuosen Abklap-pern von allen nur erdenklichen Genres. Zwischen den Charthits ›Hello It’s Me‹ und ›I Saw The Light‹ gibt es mit dem ›Song For The Viking‹ auch eine Hommage an Poetin Patti Smith. A WIZARD, A TRUE STAR empfiehlt sich 1973 als psychedelisches Konzeptwerk mit satten 56 Minuten Spielzeit, das seinerzeit als idealer Hörgenuss für LSD-Reisende gilt.

Abermals im Doppelformat kommt 1974 das Album TODD: Hartmetallisches wie ›No. 1 Lowest Common Denominator‹ kreuzt sich darauf mit der Traumballade ›The Last Ride‹ und unterstreicht einmal mehr Rundgrens grenzenlose Neu-gier und ungeheure Innova-tionskraft. Noch gewagter operiert ein Jahr später INI-TIATION zwischen Metal, Prog Rock, Jazz Fusion und der 35-minütigen Suite ›A Treatise On Cosmic Fire‹.

FAITHFUL versteht sich 1976 als Fortsetzung, allerdings nur auf Seite zwei. Auf der A-Seite exerziert Rundgren stattdessen seine Songfavoriten der Swinging Sixties nahezu notengetreu: ›If Six Was Nine‹ der Jimi Hendrix Experience, The Yardbirds’ ›Happenings Ten Years Time Ago‹, ›Good Vibrations‹ der Beach Boys sowie ›Strawberry Fields Forever‹ und ›Rain‹ von den Beat-les. Dieser irritierende Stil-Mix sollte das gesamte kreative Schaffen dieses unorthoxen Musikers wie ein roter Faden durchziehen.

RUNT + THE BALLAD OF TODD RUNDGREN: 6
SOMETHING/ANYTHING?: 9
A WIZZARD, A TRUE STAR + TODD: 10
INITIATION + FAITHFUL: 8

Pink Floyd – IMMERSION: THE WALL BOX SET

Pink FloydNobel geht die Welt zugrunde: Ein opulentes Sammlerstück über Pink Floyds monumentalen Mauerbau.

Der seit Monaten andauernde Wiederveröffentlichungs-Marathon des britischen Prog-Rock-Urgesteins Pink Floyd nähert sich nun endlich der Ziellinie: Inzwischen ist das 1979 erschienene Album THE WALL an der Reihe. Seinerzeit regierte Bandtyrann Roger Waters, so wurde es zumindest von diversen Beteiligten überliefert, seine drei Kollegen mit eiserner Hand. Mehr oder minder gegen den Willen von David Gilmour, Nick Mason und Richard Wright setzte er sein Konzept THE WALL als langatmiges Doppelwerk durch – und Keyboarder Wright sich von der Formation ab, selbst wenn er als bezahlter Session- und Tournee-Musiker vorerst noch zum Einsatz kam.

Während sich einige Fans der frühen Stunde längst abgewendet hatten, entdeckte jetzt die jüngere Generation das einstige Flaggschiff des britischen Psychedelik-Pop, THE WALL mutierte zum Riesenerfolg. Doch der in Noten gegossenen Autobiografie von Roger Waters mitsamt larmoyanter Selbstanalyse mangelte es bis auf ›Another Brick In The Wall‹, ›Hey You‹, ›Comfortably Numb‹ und ›Run Like Hell‹ ein wenig an wirklich durchschlagskräftigem Material.

Für die luxuriöse THE WALL IMMERSION BOX brachte man jetzt das originale Studiowerk auf den klanglich neuesten Stand und verteilte auf nicht weniger als sechs CDs und eine DVD einen ganzen Haufen Bonusmaterial in Form von bislang unveröffentlichten Audio- und Videoaufnahmen. Abgerundet wird das limitierte Stück, das jedes Sammlerherz höher schlagen lassen dürfte, durch ein 44-seitiges Booklet im Großformat, einen Fotoband sowie diverse weitere Gimmicks.

Mötley Crüe – TOO FAST FOR LOVE / SHOUT AT THE DEVIL / THEATRE OF PAIN / GIRLS GIRLS GIRLS / DR. FEELGOOD / GREATEST HITS

MötleyCrüeTooFastForLoveHart an der Grenze zum unfreiwilligen Humor: fleischgewordene Spinal Tap-Epigonen auf Welteroberungszug.

Haarsträubend hautenge Klamotten, dazu zentnerweise Make-up und Tonnen von Haarspray – Amerikas Antwort auf den fantasievollen Glam Rock der Briten in den frühen siebziger Jahren kam nicht nur zehn Jahre zu spät, sondern zu allem Überfluss auch pompös, hölzern und komplett aufgeblasen da-her. Parallel zu weiteren audiovisuellen Katastrophen wie Poison, Quiet Riot und Twisted Sister sorgten vor allem die ebenfalls in Los Angeles ansässigen Mötley Crüe für verrockte Nichtigkeiten, die sich aber nichtsdestotrotz – dank permanenter Video-Clip-Bedröhnung auf MTV – weltweit rund 40 Millionen Mal absetzen ließen.

Fünf Studioalben plus Best-Of-Kopplung liegen nun digital optimiert als LPs, Mini-Vi-nyl-Replica-CDs, Standard-CDs und digitale Downloads vor. Aber auch 30 Jahre nach der Erstveröffentlichung klingt das Debüt TOO FAST FOR LOVE noch immer wie eine ärmliche Hard-Rock-Farce ir-gendwo zwischen Aerosmith und New York Dolls. Dennoch avancierte das Quartett im Jahr darauf mit SHOUT AT THE DEVIL inklusive grottigem Beatles-Cover (›Helter Skelter‹) zum Bandfavoriten amerikanischer Durchschnitts-Teenager. Und sechs Monate, nachdem der wasserstoffblonde Frontmann Vince Neil im Jägermeister-Vollrausch Hanoi-Rocks-Schlagzeuger Razzle totgefahren und zwei weitere Personen schwer verletzt hatte, erschien der zy-nisch betitelte dritte Versuch THEATRE OF PAIN mitsamt dem überflüssigen Remake von Brownsville Stations fa-mosem ›Smokin’ In The Boys-room‹.

Zwei Jahre später erwies sich dann der Titeltrack von GIRLS, GIRLS, GIRLS als idealer Soundtrack für Stripper-Bars. Qualitativ in etwa gleichwertig wie der Vorgänger ge-lang Mötley Crüe 1989 mit DR. FEELGOOD ihre erste Nummer eins in den USA. Für Einstiegswillige versammelt GREATEST HITS 19 Crüe-Klassiker – so man denn hier von Klassikern reden will.

TOO FAST FOR LOVE: 2
SHOUT AT THE DEVIL: 3
THEATRE OF PAIN: 3
GIRLS GIRLS GIRLS: 4
DR. FEELGOOD: 5
GREATEST HITS: 6

Manfred Mann’s Earth Band – 40TH ANNIVERSARY

Manfred Manns Earth BandKomplett und luxuriös: Manfred Mann’s Earth Band in einer Box.

18 Albumklassiker, zwei Bonus-CDs sowie diverse Zugaben: Wie oft sich die Earth Band bis zur Auflösung 1988 und seit der Reunion 1992 immer wieder künstlerisch häutete, illustriert minutiös das Jubiläums-Box-Set 40TH ANNIVERSARY.

Zurück zum Anfang: Das De- büt MANFRED MANN’S EARTH BAND erscheint 1972, Bassist Colin Pattenden, Schlagzeuger Chris Slade, Keyboarder Mann sowie Sänger und Gitarrist Mick Rogers zünden mit ›Cali-fornia Coastline‹, ›Captain Bob-by Stout‹ und dem Dylan-Co-ver ›Please Mrs. Henry‹ vor al-lem in Rock-Diskotheken. GLO-RIFIED MAGNIFIED baut im gleichem Jahr das Fundament weiter aus: Heraus ragen der schon obligatorische Dylan-Track ›It’s All Over Now, Baby Blue‹ und die Chapter-Three-Neuauflage ›One Way Glass‹. Mit MESSIN’ findet das Quar-tett 1973 zum ureigenen, zeitlosen Stil: Dr. Johns ›Mardi Gras Day‹, Dylans ›Get Your Rocks Off‹, Mike Huggs Titel-song und das selbstgestrickte neunminütige ›Buddah‹ haben auch nach inzwischen 40 Jahren nichts von ihrer Faszi-nation verloren.

Der endgültige Durchbruch gelingt mit dem klassisch an-gehautem Konzeptwerk SO- LAR FIRE. Als zentrales Kernstück fungiert Bob Dylans sa-krales ›Father Of Day, Father Of Night‹. Ohne eine signifikante Hymne und ohne die vertraute Dylan-Nummer wirkt das seltsam unausgegorene THE GOOD EARTH 1974 wie ein musikalischer Rückschritt. NIGHTINGALES & BOMBERS überzeugt 1975 rundum, vor allem aber wegen der ersten MM-Adaption des noch un-bekannten Bruce Springsteen: ›Spirits In The Night‹. Mick Rogers’ Ausstieg 1976 überrascht, Ersatzmann ist fortan Chris Thompson.

THE ROARING SILENCE mit Springsteens ›Blinded By The Light‹, ›Questions‹ sowie zwei noch von Rogers co-komponierten Stücke entwickelt un-geahnte Hitqualitäten. Zwei Jahre später zieht WATCH mit ›Davy’s On The Road Again‹, dem lyrischen ›California‹ so-wie weiteren Besetzungsveränderungen nicht minder verkaufsträchtig nach.
ANGEL STATION kann das erreichte Niveau 1978 mit den Hits ›Don’t Kill It Carol‹ und ›You Angel You‹ einigermaßen halten, doch das Besetzungs-karussell dreht sich munter wei-ter: Für das stromlinienförmige CHANCE mit ›Lies (Through The 80s)‹ und Springsteens ›For You‹ kehrt kurzfristig noch einmal Mick Rogers zurück. Ethno-Pop mit aufdringlichen E-Drums lautet die Losung auf SOMEWHERE IN AFRICA: Bob Marleys ›Redemption Song‹, Al Stewarts ›Eyes Of Nostra-damus‹, die mehrteilige ›Africa Suite‹ und ›Demolition Man‹ von The Police können an die Erfolge der Jahre 1976 bis 1979 nicht mehr anknüpfen.

BUDAPEST LIVE dient als Fan-Souvenir. CRIMINAL TAN-GO offeriert 1986 fast ausschließlich Coverversionen, darunter The Jams ›Going Un- derground‹, Joni Mitchells ›Ban-quet‹ und ›Hey Bulldog‹ von den Beatles. Gustav Holsts ›Planet Suite‹ steht Pate für das Projekt MASQUE mit Mick Rogers. 1991 wird die Earth Band kurzerhand umgetauft, und zwar in Manfred Manns Plain Music – das gleichnamige Album mit dem Sänger Noel McCalla entpuppt sich mit hypnotischen Bearbeitungen von Traditionals der nordamerikanischen Prärie-Indianer als beste Arbeit seit mehr als ei-ner Dekade. Reichlich pathetisch im Mainstream watet 1996 SOFT VENGEANCE mit Bob Dylans ›Shelter From The Storm‹ und ›Play With Fire‹ von den Rolling Stones.

Reiner Cash-In folgt mit dem Konzertmitschnitt MANN ALIVE. Einmal mehr Gustav Holsts Planeten (›Mars‹), aber auch Motive von Peter Tschaikowsky kommen auf dem Album 2006 zum Zug, das dem Bombast der Vorjahre eine Absage erteilt und sich insgesamt moderner gibt. LIVE IN ERSINGEN 2011 erweist sich als überflüssig, Spaß hingegen bereiten die Raritäten auf LEFTOVERS mit Alternativ-Versionen, Single-Edits, Radio-Mixen und Unveröffentlichtem.

Kraan – KRAAN / WINTRUP / ANDY NOGGER / LET IT OUT

KraanNogger Dir einen: experimenteller Jazz-Rock von Graf Metternichs Gnaden.

Hätte der nette Graf Metternich nicht sein tief im Teutoburger Wald vergrabenes Gut Wintrup zur Verfügung gestellt – wer weiß, ob die 1970 aus der Taufe gehobene Ulmer Band Kraan einen derart langen Atem bewiesen hätte. Doch so probten Schlagzeuger Jan Fride Wolbrandt, Saxofonist Johannes „Alto“ Pappert, Gitarrist und Sänger Peter Wolbrandt und der zwischendurch mal mit der Band Erna Schmidt durchgebrannte Bassist Hellmut Hattler oft über mehrere Tage mit akribischem Eifer und ohne Unterbrechung im gemütlich eingerichteten Proberaum. Wenig später war das Debüt KRAAN fertig. In zwei Tagen aufgezeichnet, in einem weiteren gemixt und flugs an das aufstrebende Stuttgarter Label Intercord verkauft, spiegelte es prinzipiell damalige Konzerte eins zu eins wider: eine in weiten Strecken instrumentale Tour de Force zwischen experimentellem Jazz, widerspenstigem Rock und verspielt Orientalischem, das spätere Fanfavoriten wie das überlange ›Sarahs Ritt durch den Schwarzwald‹, ›M.C. Escher‹ und ›Kraan Arabia‹ enthielt. In etwa die gleiche Kerbe schlug 1973 WINTRUP, das einmal mehr ein deutsch betiteltes Stück wie ›Gut und richtig‹ mit den englischen ›Silver Wings‹, ›Mind Quake‹ und einer Hommage ans Domizil ›Wintrup‹ mischte.

Ursprünglich als Werbespot-melodie für Graf Metternichs Quellwasser vorgesehen war der Titelsong von Werk Nummer drei: ANDY NOGGER. Das Magazin „Musik Express“ er-kor die Scheibe zur „Platte des Jahres 1974“, das Album mit den Glanzlichtern ›Holiday am Matterhorn‹ , ›Nam Nam‹ und ›Yellow Bamboo‹ verkaufte sich in erklecklichen Stückzahlen und gab der noch jungen deutschen Musikszene insgesamt Auftrieb.

Zum Quintett aufgestockt mit Ex-Karthago-Keyboarder Ingo Bischof geriet LET IT OUT 1975 zum vorläufigen Höhepunkt mit einem insgesamt zum Funk tendierenden Klangbild: ›Bandits In The Woods‹ avancierte zum kleinen Hit in Rock-Diskotheken. Die extravagante Klangcollage ›Die Maschine‹ erspielte sich vor allem im angelsächsischen Raum Krautrock-Kultstatus, und das Titelstück erntete sogar Lob von höchster Seite: Franz Zappa war seinerzeit ganz angetan.

KRAAN: 7
WINTRUP: 8
ANDY NOGGER: 9
LET IT OUT: 9

Hawkwind – PARALLEL UNIVERSE (LIBERTY/U.A. YEARS)

Hawkwind ParallelUniverseIm Spiegel der Illusionen: Triple-CD-Werkschau der frühen Jahre.

Schräge kosmische Botschaften im Raum-Zeit-Kontinuum gelten in der Post-Hippie-Ära Anfang der siebziger Jahre als Nonplusultra. Zahlreiche Forma-tionen folgen diesem Trend, doch als authentisch ragt allein die im Londoner Distrikt Ladbroke Grove in einem großen viktorianischen Haus residierende Musikerkommune Hawkwind heraus. Weitab der technischen Perfektion von Pink Floyd, besitzen die surrealistischen Weltraumklänge des Kollektivs trotz intergalaktischer Sujets einen ungemein rustikalen Charme. Doch gerade das macht den Reiz der „Psychedelic Warlords“ aus. Nach dem Top 5- Hit ›Silver Machine‹, einem auf Single-Länge editierten 20-minütigen Jam aus dem Londoner Roundhouse von 1972, weitet sich der Aktionsradius der Band europaweit aus. Allein der schnauzbärtige Multi-Instrumentalist Dave Brock ist in den kommenden Dekaden die einzige Konstante eines permanent in Bewegung befindlichen Bandkonzepts, dem u.a. auch der spätere Mötorhead Lemmy Kilmister, Bowie-Violinist Simon House und der renommierte britische SF- und Fantasy-Autor Michael Moorcock angehörten.

Mit dem luxuriös verpackten Triple-CD-Set PARALLEL UNIVERSE (LIBERTY/U.A. YEARS) folgt die längst fällige Werkschau. Allerdings offerieren die 34 Tracks der Alben Hawkwind, In Search Of Space, Doremi Fasol La- tido sowie Hall Of The Mountain Grill mit Out-takes, Single-Cuts und Alter-nate Versions lediglich einen Einblick ins Kreativschaffen der ersten fünf Hawkwind-Jahre. Zwölf der Titel, darunter Alternativ-Versionen von ›Hurry On Sundown‹, ›Mirror Of Illusion‹, ›Seven By Seven‹ und ›Paradox‹, waren bislang unveröffentlicht.

Electric Light Orchestra – THE CLASSIC ALBUM COLLECTION

Electric Light OrchestraElf auf einen Streich: ELO (fast) komplett.

Als Randy New-man anno ’79 in ›The Story Of A Rock And Roll Band‹ das Elec-tric Light Orchestra nicht nur namentlich erwähnt, sondern Songs wie ›Mr. Blue Sky‹, ›Turn To Stone‹ und ›Telephone Line‹ zitiert, glauben viele, der Oberzyniker hätte sich einen seiner sarkastischen Scherze erlaubt. Doch weit gefehlt! Jahre später wählt Newman ELO-Chef Jeff Lynne sogar als Produzenten.

Gestartet hatte ELO 1970 als Trio-Ableger der britischen Band The Move. „Roy Wood, Bev Be- van und Jeff Lynne forschen da weiter, wo die Beatles mit ›I’m The Walrus‹ aufgehört haben“, kommentierte John Lennon ELOs Schaffen Mitte der Sieb-ziger. THE CLASSIC ALBUM COLLECTION illustriert die künstlerische Entwicklung der Band in einer handlichen Box mit ausführlichem Booklet von Jeff Lynne und elf CD-Alben in Mini-Vinyl-Repliken: Vom Ex- perimentierwillen getrieben ist das Debüt ELO I/NO ANSWER mit seinen mittelalterlichen Im- pressionen, eigenwilligen Dissonanzen und dem famosen Pop-Klassiker ›10538 Overture‹. Woods überraschender Ab- gang überlässt Lynne das Ru- der: ELO 2 fasziniert 1973 mit einer konzertanten Version von Chuck Berrys ›Roll Over Beet-hoven‹. Eklektisch präsentiert sich ON THE THIRD DAY: Die Philly-Soul-Ode ›Showdown‹ paart sich mit dem Riff-Rock-Hammer ›Ma Ma Belle‹. Erstmals echte Symphoni-ker zu hören gibt es auf dem Konzeptwerk ELDORADO inklusive des US-Hits ›Can’t Get It Out Of My Head‹. Der Erfolg in Amerika strahlt nach Europa aus: FACE THE MUSIC und A NEW WORLD RECORD, das Albumpärchen von 1975 respektive 1976, dominiert weltweit die Charts mit perfekter Popkost wie ›Evil Woman‹, ›Livin’ Thing‹, ›Rockaria!‹ und ›Te- lephone Line‹.

Als ELOs Opus Magnum allerdings zählt das 1977 produzierte Doppelwerk OUT OF THE BLUE mit den Auskopp-lungen ›Mr. Blue Sky‹, ›Turn To Stone‹, ›Sweet Talkin’ Woman‹, ›Wild West Hero‹ und ›It’s Over‹. In Deutschland erfolgt der Durchbruch erst in Form des stromlinienförmigen Kom-merzproduktes DISCOVERY: ›Don’t Bring Me Down‹, ›The Diary Of Horace Wimp‹, ›Con-fusion‹ und ›Last Train To Lon-don‹ sind 1979/80 über Mo- nate in den Charts notiert. Mit TIME und den Radio-Hits ›Hold On Tight‹, ›Twilight‹ und ›The Way Life’s Meant To Be‹ gelingt 1981 noch ein adäquater Nachfolger. Da zeigt die zur Schablone verkommene For-mel mit immer häufigeren Personalwechseln allerdings be-reits unübersehbare Risse: SECRET MESSAGES kocht 1983 in Plagiaten wie ›Rock’n’Roll Is King‹ und ›Four Little Diamonds‹ das Erfolgssüppchen noch einmal auf.

An den absoluten Tiefpunkt kommt das Unternehmen dann schließlich 1986 mit der uninspirierten Eigenkopie BALAN-CE OF POWER an – ein Jahr später löst Jeff Lynne ELO endgültig auf.

The Doors – L.A. WOMAN 40TH ANNIVERSARY EDITION

Doors LAWomanEin Meilenstein wird 40: Stadtgeschichten mit Mr. Mojo Risin’.

Als Ende April 1971 das sechste Album von The Doors erschien, ahnte niemand, dass es das finale Werk in der Ur-Besetzung mit Jim Morrison sein würde. Zwei Monate später, am 3. Juli, fand der Frontmann im Pariser Exil mit 27 Jahren einen ebenso frühen wie mysteriösen Tod.

Befeuert von allerlei kryptischen Anspielungen in den Tex-ten, gilt L.A. WOMAN in Fan-kreisen seither als Morrisons Testament. Als Beweis, dass der ewige Rockgott noch lebt, wird gerne der Titelsong und dessen Zeile „Mr. Mojo Risin’“ herangezogen, die erwiesenermaßen ein Anagramm von Jim Morrison ist. Ein idealer Nähr-boden für konspirative Theo-rien, die aber nicht von der Tatsache ablenken können, dass mit L.A. WOMAN tatsächlich ein würdiges Abschiedswerk gelungen ist. Prinzipiell in wenigen Takes und mit nur vereinzelten Overdubs eingespielt, lie-ferte das Quartett, ergänzt um Bassist Jerry Scheff und Rhyth-musgitarrist Marc Benno, vornehmlich Blues Rock der deftigen Sorte – bis auf John Lee Hookers ›Crawling King Sna-ke‹ und das von Robbie Krieger komponierte ›Love Her Madly‹ gemeinsame Kompositionen. Auch wenn ›Love Her Madly‹ einst die Single war: Die populärste Tracks des Albums sind der Titelsong und die gespenstische Jazz-Hommage ›Riders On The Storm‹.

Für die 40th ANNIVERSARY EDITION öffnete Bruce Botnick seine Archive und förderte elf zusätzliche Raritäten auf einer Bonus-CD zu Tage.