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Video der Woche: Supertramp ›The Logical Song‹

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Heute feiert Rick Davies seinen 79. Geburtstag. Ein Grund zum Feiern und um einen von Supertramps berühmtesten Titeln mit dem Video der Woche zu ehren.

Als einer der beiden kreativen Köpfe von Supertramp feierte Rick Davies vor allem in den 70er und 80er Jahren große Erfolge. Das Wechselspiel zwischen ihm und Rodger Hodgson bescherte Supertramp zahlreiche Hits.

Einer ihrer größten Erfolge ist zweifellos ›The Logical Song‹ aus ihrem Album BREAKFAST IN AMERICA. Hodgson, der den Song zum größten Teil schrieb: „›The Logical Song‹ entstand aus der Frage, was im Leben wirklich wichtig ist. In unserer Kindheit wird uns immer gesagt, wie wir sein sollen. Aber über unser wahres Selbst klärt uns niemand auf. Uns wird beigebracht, wie wir mit der Außenwelt umgehen sollen, aber nicht mit unserem Inneren. Nach einer Kindheit voll Unschuld und Wundern durchleben wir die verwirrende Pubertät und sind als Erwachsene oft zynisch und desillusioniert. In ›The Logical Song‹ stelle ich mir die Frage nach meinem wahren Ich, darum geht es in diesem Song. Ich glaube, diese Frage beschäftigt und berührt viele Menschen auf der Welt. Deswegen ist dieses Lied so wichtig.“

Al Di Meola: Die blaue Mauritius für Akustikgitarren

Mit FRIDAY NIGHT IN SAN FRANCISCO schrieben die Gitarrengötter Al Di Meola, John McLaughlin und Paco de Lucia Musikgeschichte. Nach über 40 Jahren gibt es nun die Zugabe: SATURDAY NIGHT IN SAN FRANCISCO. Al Di Meola klärte uns im Interview auf.

Musik hält jung, heißt es immer. Einen gültigen Beleg für diese These trafen wir Anfang Juli zum Interview: Gitarrist Al Di Meola, 68 Jahre alt. Optisch geht der eher klein gewachsene Virtuose als 50-Jähriger durch. Locker. Kein graues Haar, kaum Falten, drahtige Figur – und: an jugendlichem Elan mangelt es dem in New Jersey lebenden und mit einer Münchnerin verheirateten Super-Gitarrero auch nicht. Schon gar nicht an jenem Interviewtag. Schließlich gibt es frohe Kunde zu berichten: Gut 40 Jahre nach dem Erscheinen des millionenfach verkauften Konzertmitschnitts FRIDAY NIGHT IN SAN FRANCISCO dürfen wir das aus Al Di Meola,John McLaughlin und Paco de Lucia bestehende All-Star-Trio noch einmal live auf Tonträger erleben: SATURDAY NIGHT IN SAN FRANCISCO. Die Bänder des Konzertes galten eigentlich als verschollen. Waren sie aber nicht. „Wir haben damals mindestens jede zweite Show aufgenommen“, berichtet Di Meola während er sich in seinem Ledersessel im Night Club des Bayerischen Hofs räkelt, ein leichtes Grinsen um den Mund. „Nach der Tour hatten wir also eine Unmenge an Material. Wir haben uns gefragt, was wir damit machen wollen. Also sagte ich: ,Wenn ihr wollt, kann ich sie bei mir deponieren, in meinem Haus habe ich genügend Platz.‘“ Über vier Jahrzehnte habe er die Tondokumente des gefeierten Gitarristen-Trios aufbewahrt und sich immer wieder in die Materie vertieft. Schließlich sei in ihm der Plan gereift, 2020 die späte Zugabe zu veröffentlichen. Paco de Lucia war zu diesem Zeitpunkt bereits sechs Jahre tot. Und mit John McLaughlin war es so eine Sache. „Wir hatten über all die Jahre kein gutes Verhältnis zueinander“, gibt Di Meola zu, „doch die Covid-Pandemie hat John scheinbar richtig Angst gemacht, er zeigte sich von seiner menschlichen Seite und es wurde schließlich ein lockeres Gespräch.“ In dessen Verlauf er auf den Mitschnitt der Samstags-Show in San Francisco kam. „John konnte sich gar nicht mehr daran erinnern“, sagt Di Meola. „Als ich ihm aber erzählte, dass ich die Bänder gefunden und sie aufwändig akustisch restauriert habe, wurde er neugierig. Er wollte das Ergebnis unbedingt hören.“ Schon kurz darauf kam McLaughlins Antwort: „Er hat geschwärmt. Er sagte: ,Ich liebe es. Lass es so wie es ist, bearbeite nichts. Lass alles drin, auch die Fehler.‘“


Fehler? Für Otto-Normalmusikliebhaber-Ohren dürften sich etwaige Schnitzer der drei Über-Virtuosen im Nano-Bereich abspielen. Was aber selbst die größten Musikbanausen goutieren sollten, ist ein Feuerwerk aus Skalen, Akkorden, Chops und Soli – vorgetragen in Hyperspace-Geschwindigkeit. Die acht Titel, die sich übrigens nicht mit dem Songmaterial von FRIDAY NIGHT IN SAN FRANCISCO überschneiden, erinnern an einen Hochsprung-wettbewerb, bei dem jeder Athlet die Messlatte mit jedem Solo um einen Tick höher legt. „Ja, der Vergleich ist treffend“, schmunzelt Di Meola, „ich kann mich noch gut erinnern, wie das so war: Paco legte ein unglaubliches Solo vor. Dann John, der das Tempo noch steigern konnte. Ich dachte mir: Großer Himmel, wie soll ich das toppen?“ Diesen Wettstreit der schnellsten Gitarristenfinger fängt der Mitschnitt vom 6. Dezember unmittelbar ein. Man spürt die Energie, den Willen zur Höchstleistung, den gnadenlosen Fanatismus. Aber: „Es war auch ein tolles Zusammenspiel“, sagt Di Meola, „und wir waren auf dem Zenit unseres Könnens. John und ich sind uns einig: Das würden wir heute nicht mehr so hinbekommen.

Tony Bennett: Künstler mit 96 Jahren gestorben

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Jazz-Sänger und Entertainer Tony Bennett ist im Alter von 96 Jahren verstorben. In zwei Wochen wäre der Künstler 97 Jahre alt geworden. Trotz seiner Alzheimer-Diagnose 2016 war Bennett bis vor kurzem noch musikalisch aktiv. So trat er beispielsweise 2021 mit Lady Gaga in New York auf. R.I.P., Tony Bennett.

Jason Becker: Ein wahrer Held

Die Lebensgeschichte von Jason Becker liest sich wie das Drehbuch eines Hollywood Melodrams. Ein Beitrag aus unserem Archiv:

Das Wunderkind, dass zu einem Gitarrenhelden wurde und während seines großen Breaks in den Mainstream an ALS erkrankte. Knappe 26 Jahre nach diesem tragischen Ereignis ist Jason Becker mit einem der musikalisch wertvollsten Alben 2018 zurück.

„TRIUMPHANT HEARTS verschlang sechs lange Jahre. Unzählige Monate gingen für die Kompositionen und die Arrangements drauf. Dazu kam natürlich die Sicherung um die Aufnahmen zu finanzieren, die Koordination des Orchesters, der Gastmusiker und der Produzenten. Aufgrund meiner ALS Erkrankung gibt es an jedem Tag nur ein begrenztes Zeitfenster in dem ich an der Scheibe arbeiten konnte. Die Herausforderung des gesamten Projekts war für mich immens, weswegen ich es ohne eine die massive Hilfe aller Beteiligten nicht geschafft hätte!“ Lasst Jason zu Beginn der per Mail geführten Konversation die Entstehung von TRIUMPHANT HEARTS Revue passieren.

Insgesamt ist es für einen Menschen, der nicht wie Becker mit ALS leben muss eine nicht zu erfassende Unbekannte, welch eiserne Wille dazu nötig war diese LP fertigzustellen. Einen Teil der neuen Stücke schrieb der Neo-Klassik Virtuose um alte 4-Track Solo Ideen, die er in seiner iTunes Bibliothek archiviert.
„Mir schwebte schon lange vor, einen neuen Song um mein liebstes Solo, dass ich damals für ›Go Off‹ (vom gleichnamigen 1988er Cacophony Album – Anm.d.A) schrieb aber leider nicht verwendet wurde, zu kreieren. Also holte ich dieses Demo wieder hervor und passte es in ›Once Upon A Melody‹ ein. Ein weiteres Beispiel ist ›We Are One‹. Ich erinnerte mich urplötzlich daran, als ich am Tag nach Princes Tod an einem Tributestück für ihn werkelte. Die Gitarrenparts nahm ich 1992 kurz bevor ich die Kraft in meinen Händen verlor auf, um sie nicht zu vergessen. Sie funktionieren in diesem Track perfekt, auch wenn diese Takes natürlich wegen den widrigen Umständen unter denen sie eingetütet wurden, nicht meine erste Wahl gewesen wären. Dan Alvarez (Produzent) half mir dabei, diese Fragmente digital „zu säubern“ und einen frischen Sound zu verpassen. Jetzt passen sie perfekt in die aktuelle Komposition.“

Bei einem derart ambitionierten Projekt, dürfen natürlich auch die Gäste nicht fehlen. Auf TRIUMPHANT HEARTS geben sich Virtuosen wie Uli Jon Roth, Steve Vai, Joe Satriani, Paul Gilbert, Richie Kotzen und Jasons Labelkollege Joe Bonamassa die Klinke in die Hand. „Mit den meisten von ihnen bin ich befreundet und wir pflegen Kontakt über Facebook. Ich freue mich wirklich sehr, dass sie ihre Zeit und ihr Talent mit mir teilten. Ganz nebenbei gehört dieses „Grüppchen“ auch zu meinen liebsten Musikern überhaupt!“

Nach dem Genuss von TRIUMPHANT HEARTS stellt sich unweigerlich die Frage, ob es von Jason Becker in naher Zukunft mehr neue Musik zu hören gibt. „Zum jetzigen Zeitpunkt weiß ich es ehrlich gesagt nicht. Die Arbeit an diesem Album war für mich und alle die mir tagtäglich helfen ein riesiger Aufwand. Aktuell brauche ich meiner Gesundheit wegen etwas Ruhe – aber ich werde natürlich niemals aufhören kreativ zu sein und es gibt noch eine gefühlte Tonne an Ideen, die ich umsetzen muss!“

MF Ruckus: THE FRONT LINES OF GOOD TIMES VOL. I

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Über sechs Jahre haben die Herren aus Denver an ihrem neuen Werk getüftelt, weil sie immer wieder heftige Rückschläge einstecken mussten. Von zahlreichen Todesfällen im Umfeld der Musiker über interne Zerwürfnisse, die im gerichtlich befriedeten Ausstieg ihres Gitarristen gipfelten sowie dem Verlust ihres Plattenvertrags bis hin zur Coronapandemie ereignete sich bei MF Ruckus so viel Tragik in kurzer Zeit, dass die Band wirklich auf die Probe gestellt wurde.

Das Dranbleiben und der Glauben an sich selbst zahlt sich nun aber endlich aus und heute erscheint schließlich das neue Album THE FRONT LINES OF GOOD TIMES VOL. I, das in der digitalen Version drei Bonustracks enthält, die von der wohl 2025 erscheinenden Fortsetzung VOL. II stammen. Unter diesen Tracks befindet sich auch ›Tres Reyes‹, das die Geschichte von drei Königen erzählt, die alle gemeinsam von einem einzigen Schloss in einem weit entfernten Königreich aus regieren.

Ihre widersprüchlichen Visionen, ihr Ehrgeiz und ihr Machthunger führen zu heftigen Streitereien und schließlich sterben sie alle gleichzeitig in einer Ménage à trois durch vergifteten Wein. Der coolste Teil des Songs kommt jedoch in Form von sanften, druckvollen, klassischen Blues-Licks von Leadgitarrist Tony Lee Wilburn daher, der seinen inneren Billy Gibbons kanalisiert.

Israel Nash: Neue Single ›Roman Candle‹

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Am 20. Oktober erscheint das neue Album von Israel Nash mit dem Titel OZARKER. Die Musik darauf erinnert an den Heartland-Rock, mit dem Nash aufgewachsen ist – Petty, Springsteen, Seger -, mit überlebensgroßen Gitarren und hymnischen Melodien, und die Texte sind ähnlich filmisch, sie zeichnen fesselnde Porträts von alltäglichen Männern und Frauen, die ihr Bestes tun, um mit Würde und Selbstachtung zurechtzukommen.

“Ich glaube, der Grund für den Fortbestand des klassischen Rock’n’Roll aus dem Landesinneren ist, dass er Themen berührt, die wir alle so tief empfinden: Sehnsucht, Kampf, Verpflichtung, Flucht”, sagt Nash. “Als Künstler strebe ich immer danach, so viele Menschen wie möglich zu berühren, und das ist es, was diese Musik für mich immer repräsentiert hat.”

Nachdem Nash bereits den Titeltrack der Platte veröffentlicht hat, folgt heute eine weitere Single mit dem Titel ›Roman Candle‹.

The Gaslight Anthem: Neue Single ›History Books‹ feat. Bruce Springsteen

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Nach neun Jahren bringen The Gaslight Anthem nun ein neues Album raus. Am 28. Oktober wird HISTORY BOOKS erscheinen. Als grandiosen ersten Vorgeschmack veröffentlicht die Band heute die erste Single ›History Books‹, bei der sie von niemand Geringerem als Bruce Springsteen unterstützt wird.

Bandkopf Brian Fallon über diese Kollaboration: „Als Bruce Springsteen meinte, ich solle doch ein Duett für uns beide schreiben, explodierte mein Kopf förmlich. Ich werde nie richtig damit klarkommen, dass einer der größten Songwriter der Welt, die Stimme eines meiner Helden, für immer in diesem Song erfasst sind, den ich an einem kleinen Holzschreibtisch in New Jersey geschrieben habe.“

Greta Van Fleet: STARCATCHER

Beim dritten Werk der erste Volltreffer

In einer Konzertrezension vom vergangenen Jahr über Greta Van Fleet wagte der Autor dieser Zeilen folgende Prognose: „Falls Greta Van Fleet auf Kurs bleiben, könnten sie zu einer der größten Bands dieses Planeten avancieren!“ Und tatsächlich ist das 2012 in Frankenmuth, Michigan gegründete Quartett auch für seine dritte Produktion auf Kurs geblieben. Mit den zehn Stücken auf STARCATCHER schließen Sänger Joshua „Josh“ Kiszka, sein Zwillingsbruder Jacob „Jake“ (Gitarre), der jüngere Bruder Samuel „Sam“ (Bass, Keyboard) und Schlagzeuger Daniel „Danny“ Wagner stilistisch nahtlos an ihr Debüt ANTHEM OF THE PEACEFUL ARMY (2018) und den Nachfolger THE BATTLE AT GARDEN’S GATE (2021) an. Die Gruppe funktioniert als versierte Einheit besser denn je, und auch das Songwriting wurde optimiert. „Die Prämisse lautete, so nah wie möglich am Bühnensound zu bleiben und unsere Instrumente inklusive Jakes Stimme in den Fokus zu stellen, um die Musik authentisch auf Tournee reproduzieren zu können“, wie Danny Wagner die Sessions in den legendären RCA Studios von Nashville unter der Produzentenägide von Grammy-Gewinner Dave Cobb (u. a. Chris Stapleton, Brandi Carlile, Jason Isbell) zusammenfasst.

„Unser Konzept für STARCATCHER war, uns auf unsere Anfänge, unsere Wurzeln zu beziehen und gleichzeitig in unserer künstlerischen Entwicklung voranzuschreiten“, ergänzt Sam Kiszka. Ein Unterfangen, das tatsächlich gelang, wie nicht nur die zuerst akustische, dann in eine majestätische Rock’n’Roll-Hymne überblendende erste Auskopplung ›Meeting The Master‹, sondern auch der vertrackte LP-Auftakt ›Fate Of The Faithful‹, das psychedelische ›The Indigo Streak‹ sowie die Eins-a-Glanzlichter ›Frozen Light‹, ›Runaway Blues‹, ›The Falling Sky‹ und ›Sacred The Thread‹ unter Beweis stellen. „Als wir die RCA Studios betraten, fühlte es sich an, als würden wir heilige Hallen betreten. Wir benötigten nicht so viel Reverb wie sonst, da wir die vorzügliche Klangbalance des großen Raums nutzen konnten“, schwärmt Jake Kiszka. Was vor allem Akustischem und Semi-Akustischem wie ›The Archer‹, ›Waited All Your Life‹ sowie dem abschleißenden ›Farewell For Now‹ zugutekam. Selbstverständlich werden auch mit STARCATCHER nicht jene Stimmen verstummen, die behaupten, Greta Van Fleet seien nichts weiter als „poor man’s Led Zeppelin“ – doch gibt es etwas Besseres für junge Musiker, als von den Meistern zu lernen? Und erinnern wir uns: Led Zeppelin selbst erfuhren demütigende Schmähungen, sie seien ein Plagiat, vor allem von der machtvollen britischen Musikpresse, die auch dann nicht aufhörten, als Millionen weltweit die Band längst innig ins Herz geschlossen hatten.