0,00 EUR

Es befinden sich keine Produkte im Warenkorb.

0,00 EUR

Es befinden sich keine Produkte im Warenkorb.

Start Blog Seite 1129

The Golden Grass – THE GOLDEN GRASS

ob_71f177_golden-grassDebüt der Schnellstarter.

Unglaublich, aber wahr: The Golden Grass formierten sich tatsächlich erst in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres. Nun veröffentlichen sie ihr selbstbetiteltes, fünf Songs umfassendes Album, auf dem sie einen zwar 70er-verwurzelten, psychedelisch angehauchten Stil präsentieren, dabei aber keineswegs im Retro-Einheitsbrei versumpfen. Die beiden wichtigsten Gründe dafür sind ihr sonnenvergoldeter, melodischer und eingängiger Grundtenor sowie eine positive Dreistigkeit, die ihre Tracks auf Längen zwischen fünf und knapp 13 Minuten hat anschwellen lassen, ohne dabei den Hörer zu überfordern oder gar zu langweilen. Dabei räubern The Golden Grass über musikalische Berg- (Mountain Rock) und Feldlandschaften (Country und Americana) inklusive souliger Mehrstimmig-keit und einem frechen, mehrminütigen Glam-Schlagzeugsolo.

Rival Sons – GREAT WESTERN VALKYRIE

Rival SonsHerzlichen Glückwunsch, Sie haben Ihr Fahrtziel erreicht.

Vor zwei Jahren veröffentlichten die vier Kalifornier HEAD DOWN. Ein solides Werk, dem aber im Gesamten der Wumms der vorherigen Alben fehlte und bei dem sich die Band noch nicht ganz sicher schien, wohin die Reise geht. Nun also GREAT WESTERN VALKYRIE, wofür sich die Retro-Truppe Anfang des Jahres mit dem neuen Bassisten Dave Beste und Produzent Dave Cobb in ein Studio in Nashville verkroch. Und eines sei vorab gesagt: Diese Platte strotzt nur so vor Energie und bildet einen Querschnitt aus allen musikalischen Ergüssen der Band. So erinnern der Opener ›Electric Man‹ und ›Good Luck‹ stark an ›You Want To‹ und ›Three Fingers‹ der letzten Patte, während die einzige Ballade ›Where I’ve Been‹ dem famosen ›Face Of Light‹ von PRESSURE AND TIME auf den Spuren ist. Das soulig vor sich hin plätschernde ›Good Things‹ entfaltet sich erst beim zweiten Mal hören, genau wie ›Belle Starr‹: Ein wabernder Sound, der sich mit für Rival Sons ungewöhnlich harten Gitarren-Riffs abwechselt – um dann am Ende im Nirvana zu verschwinden. Die erste Single-Auskopplung ›Open My Eyes‹ steht ›All Over The Road‹ von PRESSURE IN TIME in nichts nach, ›Play The Fool‹ überrascht mit einem gelungenen Tempowechsel, wo hingegen ›Rich And The Poor‹ ins Leere läuft und nicht so richtig zur Sache kommen mag. Der einzig verzichtbare Song der Platte. Eine absolute Perle des Albums ist ›Secret‹ – quasi die Fortsetzung des großartigen ›Get Whats Coming‹ von der 2011 erschienen EP. Hirn und Herz bekommen die volle Blues-Packung – ein Fest für die Ohren, wenn sich Jay Buchanan mal wieder die Seele aus dem Leib schreit. Da finden Vergleiche mit Robert Plant ihre absolute Berechtigung. Den Schluss bildet ›Destination On Course‹: Ein-dringlicher Chor-Gesang wechselt sich mit dem Jay’schen Schrei ab, bevor ein Klang-Wirrwarr im Stile von ›Whole A Lotta Love‹ die Fahrt beendet. Bleibt nur zu sagen: Ziel erreicht, Jungs.

Nazareth – ROCK ’N’ ROLL TELEPHONE

NazarethEin Rock’n’Roll-Testament.

Im aktuellen Live-Set von Nazareth finden sich immer noch Klassiker wie ›Hair Of The Dog‹, ›Bad Bad Boy‹, ›Dream On‹ oder das Joni-Mitchell-Cover ›This Flight Tonight‹. Doch nun folgt ein bitterer Paukenschlag in Moll: Nach 45 Jahren und einer turbulenten Karriere mit insgesamt 22 Studio-Alben, ist ROCK’N’ROLL TELEPHONE eines, das viele Fans traurig stimmen wird. Denn Nazareth-Sänger Dan McCafferty muss seine Laufbahn als tourender Musiker aus gesundheitlichen Gründen beenden. Im Sommer 2013 erlitt der Frontmann bei einem Auftritt in der Schweiz einen Zusammenbruch. Es wurde vermutet, dass McCafferty einen Schlaganfall erlitten habe, doch nach mehreren Arzt-Besuchen wurde ein kompliziertes Lungenleiden und ein geplatztes Magengeschwür diagnostiziert. Sein Nachfolger steht bereits in den Startlöchern, es ist der 41-jährige Linton Osborne. Dieser neue Sänger hat bereits Mitte April sein Livedebüt in St. Petersburg gegeben und wurde zumindest von den russischen Fans mit warmen Ovationen aufgenommen. Sicher, Nazareth ohne McCafferty sind wie AC/DC ohne Bon Scott. Das war bis zum Februar 1980 auch völlig unvorstellbar. Doch der neue Mann wird sich wacker schlagen. Das neue Album serviert aber noch mit McCafferty am Mikrophon soliden Rock von zart bis hart, manche Songs klingen wie von einem Udo- Dirkschneider-Solo-Album, andere wie Feel-Good-Hardrock für die Ü-50-Party. Es gibt sicher viel schlechtere Möglich-keiten, sich aus dem schillernden Rock’n’Roll-Zirkus zu verabschieden. Die letzte Nummer heißt ›God Save The South‹, das soll nicht nur für den Süden gelten – sondern auch für den weiteren Lebensweg von Dan McCafferty.

Alice Cooper – SUPER DUPER ALICE COOPER

Super-Duper-Alice-Cooper-DVD-cover-hrOnkel Alice war tatsächlich so wild, wie sein Ruf es besagt.

Vor allem ausgewiesene Experten kennen das Frühwerk von Alice Cooper aus Zeiten, als sich hinter dem Namen noch eine Band, nicht ein Solokünstler verbarg. Jeder aber weiß, dass der Mann wirklich geschockt hat, lange bevor er zum abstinenten Golf-Spieler und Desmond-Child-Hit-Kollaborateur (›Poison‹) wurde. Es ist eben jene Entstehung des Alter Ego Alice Cooper, die die Herren von Banger Films („Iron Maiden: Flight 666“, „Rush: Beyond The Lighted Stage“) hier eindrucksvoll nacherzählen. Wir können beobachten, wie die Kunstfigur den Künstler übernimmt, wie der Fokus auf den Sänger die Band spaltet und wie schließlich die unzähligen Biere ihren Tribut zollen. Dazu bemühen die Filmemacher jede Menge Archivmaterial und lassen den Meister selbst nebst Zeitzeugen wie Manager Shep Gordon, Bassist Dennis Dunaway und Elton John zu Wort kommen. Der Gag: Aus statischen Fotos bauen sie bewegte 3D-Abbildungen, verwoben mit abgefahren Live-Aufnahmen und passenden Einspielung-en aus uralten Jekyll & Hide-Streifen. Obwohl der Film größtenteils von den 60ern und 70ern berichtet, als noch nicht alles und jeder mitgefilmt wurde, entsteht so ein lebendiges Bild von wilden Zeiten, als Coopers Musik der von Zappa weitaus näher stand als den (großartigen) Pop-Metal-Alben der 80er. Folge-richtig endet die Erzählung, nach Höhenflug, Drogenabsturz und mehrjähriger Versenkung, mit der Rückkehr zur Bühne 1986 im Zuge des Albums CONSTRICTOR. Einziger Meckerpunkt: Wer sich nicht auf Anhieb sämtliche Stimmen merken kann, wird oft nicht wissen, wer da gerade erzählt. Ansonsten bietet SUPER DUPER ALICE COOPER einen packenden Ritt durch eine schräge Geschichte. Gelungen.

Asia – FANTASIA – LIVE IN TOKYO

4343_frontMainstream in Perfektion: kalorienarm, aber auch ein wenig langweilig.

Ihren Hang zum Seichten konnten Asia noch nie abstreiten. Der handzahme Mainstream der Allstar-Band, tausendfach radioerprobt und mittels moderater Härte auch für kuschelige Abende vor dem Kamin geeignet, gebar Anfang der 80er mit ›Heat Of The Moment‹ einen veritablen Airplay-Hit, in der Folgezeit allerdings auch allerlei Herzschmerz-Schmonzetten, die haarscharf am Kitsch vorbeischrammten. All dies und noch viel mehr präsentierten die Herren Geoff Downes, Steve Howe, Carl Palmer und John Wetton im März 2007 anlässlich des 25. Jahrestags ihres Debütalbums einer devoten Fangemeinde in Tokio, würzten das Set mit Höhepunkten aus den weiteren Erfolgsbands ihrer Mitglieder (›Roundabout‹ von Yes, ›Fanfare For The Common Man‹ von Emerson, Lake & Palmer, ›Video Killed The Radio Star‹ von den Buggles und ›In The Court Of King Crimson‹ von King Crimson), um am Ende nur einen Schluss zuzulassen: Dies ist Rock-Pop in Perfektion. Allerdings schließt sich die Frage an: Weshalb wird die 2009 bereits veröffentlichte DVD jetzt noch einmal neu aufgelegt? Etwa nur als Reminiszenz an die mittlerweile zersplitterte Originalbesetzung? Ein erweitertes bzw. aktualisiertes Bonusmaterial oder irgendwelche spannenden Neuerungen sucht man jedenfalls vergeblich.

The Beach Boys – ENDLESS HARMONY – THE BEACH BOYS STORY

5036369815097xrFun, fun, fun: Ausgezeichnete Dokumentation über eine nicht immer einträchtige Schicksals-gemeinschaft, die (Surf)Popgeschichte schrieb.

Ein allseits beliebtes Saubermann-Image projizierten die Strandjungs in den frühen 60er Jahren: Boten die Wilson-Brüder Brian, Dennis und Carl gemeinsam mit Cousin Mike Love, Al Jardine sowie David Marks doch das Bild eines geradezu idyllischen Familien- und Freundesclans. Propere, nette und attraktive Jungs, die sich körperlich fit und nahtlos sonnengebräunt ausschließlich für wagemutiges Endlossurfing, permanenten Geschwin-digkeitsrausch im ›Little Deuce Coupe‹ sowie makellose ›California Girls‹ zu begeistern wissen. Stilistisch koppelten die Beach Boys eine raffinierte Mixtur aus Chuck Berrys Rhythm’n’Blues, instrumentalen Eskapaden von The Ventures und Dick Dale sowie mehrstimmigem Harmoniegesang der Four Freshmen und provozierten damit ähnliche Erfolgswogen wie die Liverpooler Fab Four. Rasch zu Evergreens avancierten zündende Hits wie ›Surfin U.S.A.‹, ›Fun, Fun, Fun‹ und ›I Get Around‹. Doch wo viel Licht ist, da fällt auch Schatten. Rasch bekam das allzu makellos gezeichnete Bild hässliche Risse, wie die 141-minütige Dokumentation ENDLESS HARMONY – THE BEACH BOYS STORY anhand von Interviews mit den Hauptakteuren und prominenten Bewunderern wie Elvis Costello, Glenn Frey, Jackson Browne, Maurice Gibb, Carol Kaye sowie mit rarem Archivmaterial akribisch recherchiert. Eindrucksvoll zeichnet die zusätzlich mit sechs kompletten Videoclips (u.a. ›In My Room‹, ›Things We Did Last Summer‹, ›Sloop John B‹) und weiteren sieben 5.1. Surround Sound Audiotracks, darunter ›Surf’s Up‹, ›Do It Again‹ und ›Sail On Sailor‹, bestückte DVD die Saga der Wilson-Brüder nach, die unter dem sadistischen Erziehungsstil von Familienoberhaupt Murry Wilson, einem gescheiterten Komponisten, litten. Besonders der als Songautor talentierte Brian, seit früher Jugend auf einem Ohr taub, war Ziel von Vater Murrys Attacken. Sicherlich mit ein Grund, warum Brian sich im Erfolgstaumel erratisch bis soziopathisch verhielt. Schon 1965 schied er, durch Bruce Johnston ersetzt, aus dem aktiven Tourneebetrieb aus, fiel unter Einfluss von Halluzinogenen, Alkohol und Kokain in phlegmatisches Trübsal. Sein über Monate im Studio konzipiertes PET SOUNDS geriert sich als Opus magnum. Doch vom ebenso ambitionierten Projekt SMILE (1967) erschienen bis zur Premiere Dekaden später nur Bruchstücke. Versuche, sich mit Werken wie SURF’S UP und HOLLAND stilistisch vom einstigen Erfolgsformat zu lösen, erfuhren vom Publikum schlicht Ignoranz. Zeitweise entmündigt, verbrachte Brian Jahre in psychiatrischer Therapie, geriet zeitweise gar unter den übermächtigen Einfluss seines Nervenarztes. Derweil rivalisierten der durch östliche Philosphien beeinflusste Love und der ebenfalls auf die Alkohol- und Drogenschiene geratene, 1983 bei tragischem Unfall ums Leben gekommene Dennis um die Vorherrschaft innerhalb der Band. Abermals eine Nummer eins gelang allerdings erst 1988 mit ›Kokomo‹. Mit sporadischen Veröffentlichungen, gelegentlichen Konzerten, Wiedervereinigungen und Trennungen hielten sich die Beach Boys seit dem Krebstod von Carl Wilson halbwegs in der Balance. Alles nachzuerleben in ENDLESS HARMONY.

Nightsatan – NIGHTSATAN AND THE LOOPS OF DOOM

nightsatan-nightsatan-and-loops-doom-6047Skurrile Reise in die sandige Hölle.

Die Band Nightsatan ist vielleicht einigen schon durch ihr Debütalbum MIDNIGHT LASER WARRIOR aus dem Jahre 2010 bekannt. Damals erschufen die drei Finnen mithilfe von Synthesizern und Drumcomputern eine Endzeit-Science-Fiction-Stimmung wie aus einem Film der 80er Jahre. Mit NIGHTSATAN AND THE LOOPS OF DOOM veröffentlichen sie nun nicht nur ihr zweites Album, sondern auch gleichzeitig den gleichnamigen, knapp 30-minütigen Film. Die Handlung beginnt in einer kargen Wüstenlandschaft. Beinahe alle Menschen – bzw. Wesen – sind von der Erdoberfläche getilgt worden. Nur ein paar einzelne skurrile Gestaten haben überlebt, wie etwa die drei Nightsatans, die musizieren, um sich nach der Apokalypse am Leben zu erhalten. Als sie schließlich eine gefangene Frau entdecken, treibt sie ihr Edelmut und ihre Geilheit zu ihrer Rettung. Doch bevor sie sie erreichen, wird sie von einem unheimlichen Jungen entführt – die wilde und skurrile Jagd beginnt mit viel Kunstblut, Mad-Max-mäßigen Kostümen und Szenerien, mit vielen Titten, Sex und Gedärmen. Der Kurzfilm (ebenso wie die Musik) ist sowohl eine Hommage an alte Italo-Sci-Fi-Western, Trash-Horrorfilme der Marke „Braindead“ sowie an die blutreiche Splatter-Kultur Japans mit einer Prise der klassischen Werke von Wes Craven, Sam Raimi und John Carpenter. Eine wirklich amüsante Kurzunterhaltung mit viel Liebe zum Detail, bei der kein Auge trocken bleibt.

THE PINK FLOYD & SYD BARRETT STORY

okl_okl_44120Etwas anders, aber gut.

Das Schicksal von Syd Barrett gehört zu den wohl tragischsten und düstersten Geschichten des Rock’n’Roll. Als Frontmann und Liederschreiber der frühen Pink Floyd gehörte er zu den charismatischsten und bedeutendsten Figuren im England der späten 60er Jahre. Dann verloren seine Bandkollegen Syd an seine durch maßlosen Drogen-konsum ausgelöste psychische Krankheit. Geblieben ist eine verwirrte Seele, der nicht das legendenschaffende, junge Ende einer Janis Joplin, eines Jimi Hendrix oder eines Jim Morrison „vergönnt“ war. Nicht frei von Schuldgefühlen und bis heute tief trauernd, kommen in diesem ergreifenden Dokumentarfilm die übrigen Pink- Floyd-Mitglieder Roger Waters, Nick Mason, Richard Wright und Syds Nachfolger David Gilmour zu Wort. Außerdem erinnern sich weitere Weggefährten von Barret sowie Pink-Floyd-Fans wie beispielsweise Graham Coxon von Blur. Das Bonus-Material besteht aus den ungeschnittenen Interviews aller Bandmitglieder. THE PINK FLOYD & SYD BARRETT STORY umfasst zwei DVDs in englischer Sprache mit deutschem und englischem Untertitel und bietet einen Einblick in eines der eher unbeleuchteten Kapitel einer der größten Bands des vergangenen Jahrhunderts.