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    Edgar Broughton Band – ORIGINAL ALBUM SERIES

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    Edgar Broughton Band – ORIGINAL ALBUM SERIES

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    Edgar Broughton BandDerbe Agitationspropaganda von Londons Polittruppe im preisgünstigen Fünferpack.

    Nach Zerschlagung der guten alten Tante EMI landet ein Teil des umfangreichen Künstlerkatalogs bei Universal, der andere bei Warner Brothers – so bestimmte es zumindest internationales Kartellrecht. Keine drei Jahre ist es her, als EMI die 4-CD-Box THE HARVEST YEARS (1969 – 1973) editierte. Mit frisch erworbenem Rechtepaket legt Warner in seiner Reihe ORIGINAL ALBUM SERIES zwar identisch nach, kappt aber leider den nicht geringen Bonus-Anteil. Als Rückblick zum Schmunzeln eignen sich die fünf Alben dennoch: Galt im „Summer Of Love“ noch die Parole Friede, Freude, Haschkeks und LSD-Löschpapier, brodelt es ein Jahr später auf den Straßen westlicher Großstädte handfest – die Jugend haut auf den Putz. Im Post-Revolutionsjahr 1969 zündet die auf Dauerfaustrecken getrimmte Edgar Broughton Band vor allem auf den in Mode gekommenen Open-Air-Festivals. Kaum einer bemerkt, dass das zeitweilige Trio mit seinen Anti-Establishment- und Klassen-kampfparolen lediglich an Provokationen der Londoner Underground-Kollegen The Deviants anknüpft. Broughtons Forderung, sämtliche Konzerte müssten kostenlos sein, entspricht zwar populistisch linkem Kampfzeitgeist, ernährt aber auf Dauer auch nicht den armen Musikernachwuchs. Kalkuliert inszenierten Umsturz möglich macht Peter Jenner, Ex-Pink-Floyd-Manager, Teilhaber von Blackhill Enterprises und Organisator der Hyde Park Konzerte (u.a. Blind Faith, Rolling Stones). Trotz eher rudimentärer Spiel-fähigkeiten erhalten Jenners Protegés einen Vertrag auf EMIs Underground-Marke Harvest. Das Debüt WASA WASA rührt mit Anti-Hymnen wie ›Evil‹, ›American Boy Soldier‹ und ›Why Can’t Somebody Love Me?‹ hemdsärmelig im Blues-Rock mit pittoresken Anleihen bei Captain Beefheart. Als etwas anspruchsvoller empfiehlt sich 1970 SING BROTHER SING – mit Rang 18 in den UK Charts die höchste Platzierung, die Broughton und Co. erringen werden. Plakative Politparolen wie ›Refugee‹, ›Mamma’s Reward‹ oder ›There’s No Vibration, But Wait!‹ kungeln mit kruder Analyse über einen ›Psychopath‹. Mit aufgehängten Tierkadaver-hälften in einem Schlachthaus, zwischen denen ein menschlicher Torso baumelt, provoziert 1971 das Cover von EDGAR BROUGHTON BAND. Mit abgeebbter Straßenkampf-Welle stellen die vermeintlichen Gegenkulturleitfiguren um auf akustisch Verspieltes im Konsens-Arrangement mit sphärischen Damenchören (›Evening Over Rooftops‹), Country-Grotesken (›Piece Of My Own‹, ›Poppy‹) und fluffigen Folk-Pop (›House Of Turnabout‹). Noch ausgefeilter und wieder ein Stück grantiger präsentiert sich IN SIDE OUT: Doch ›I Got Mad‹, ›They Took It Away‹ und ›The Rake‹ wirken 1972 angesichts von Glam Rock schlicht anachronistisch. OORA ein Jahr später wirkt wie die Migration nach Innen. Ein exotischer Stilmischmasch mit augenzwinkernden Oden in Überlänge (›Exhibits From A New Museum/Green Lights‹, ›Face From A Window/Pretty/Hi-Jack Boogie/Slow Down‹) und bewusst auf verrückt getrimmt Betiteltem (›Roccococooler‹).

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