Rock in der Krise (Teil 11): Frauen im Rock

Lzzy und Joanne, die beide noch vor der Twitter/Facebook-Ära in Erscheinung traten, fingen in sehr jungen Jahren als Gitarristinnen an und führen einen Großteil ihres Erfolgs auf ihre jugendliche Tunnelblick-Mentalität zurück und die Tatsache, dass sie aus musikalischen Familien stammen. Auch sie hatten jedoch schon mit Vorurteilen zu kämpfen: „Ich weiß noch, wie ich mal Saiten auf meine Gitarre zog und dieser Typ zu mir sagte, ‚Meine Freundin macht das nicht für mich!‘ Er ging einfach davon aus, dass ich die Freundin eines Bandmitglieds war“, erinnert sich Lzzy. „Dann gingen wir auf die Bühne, machten unser Ding, und hinterher kam er dann zu uns und sagte, ‚Es tut mir so leid, ich bin einfach davon ausgegangen…’“

Greta Valenti, Sängerin der furchtlosen Punk-Groove-Bluesrocker Well Hung Heart, argumentiert, dass sich nach wie vor das Klischee hält, Frauen seien einfach nicht fähig, gut Rock zu spielen: „Der Kommentar, den ich am meisten höre, ist ’normalerweise mag ich keine Rocksängerinnen, aber du gefällst mir‘. Das verstehe ich einerseits als ein großes Kompliment, aber andererseits ist das für all die anderen Mädels im Rock ziemlich beleidigend, also ist es auch etwas zweischneidig!“

Die 70er, wohl die definierende Dekade für den Hardrock, wie wir ihn heute kennen, bereitete hier gewissermaßen den Grund – als riesige Männerparty. Viv Albertine erinnert sich – selbst gut 30 Jahre später noch leicht ungläubig – an die extremen Reaktionen, mit denen The Slits begrüßt wurden, nur weil sie ein bisschen von dieser rebellischen Rockautorität für sich reklamieren wollten, die so viele Männer für sich beanspruchten: „In den 70ern war die Welt so unglaublich männlich. Sie behandelten dich nicht mal schlecht, sie hatten einfach nur wahnsinnige Angst! Vor deiner Macht. Und wir wurden dafür gehasst. Wir wurden wegen unseres Namens nicht im Radio gespielt, auf Tour sperrten Hotelmanager uns in unsere Zimmer ein und ließen uns nicht in die Lobby oder die Bar, weil wir so verwegen aussehen und uns auch so benahmen… Wir wurden wie Terroristen behandelt!“

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