0,00 EUR

Es befinden sich keine Produkte im Warenkorb.

0,00 EUR

Es befinden sich keine Produkte im Warenkorb.

Start Blog Seite 97

Jethro Tull: Neues Video zu ›Wolf Unchained‹

0

Jethro Tull haben ein neues Video zum Song ›Wolf Unchained‹ veröffentlicht. Der Track stammt von ihrem jüngsten Album RÖKFLÖTE, das Ian Anderson und Co. im April dieses Jahres veröffentlichten.

Erst kürzlich hat die Band außerdem verkündet, dass es nun einen neuen Mix des Albums auf allen Streaming-Plattformen zu hören gibt. Der Alternativ-Mix wurde von Bruce Soord von The Pineapple Thief erstellt.

Jetzt die ganze Geschichte der Prog-Legenden auf 148 Seiten lesen. In unserem Sonderheft über Jethro Tull. Hier versandkostenfrei bestellen: Jethro Tull Sonderheft.

CLASSIC ROCK präsentiert: Chris Norman live!

Zusammen mit seiner Band und mit seinem neuen Album JUNCTION 55 im Gepäck, kommt ehemaliger Smokie-Mann Chris Norman 2024 auf „Junction 55“ Tournee.

27.04.24 Bochum, Ruhrcongress

28.04.24 Düsseldorf, Mitsubishi Electric Halle

09.05.24 Hamburg, Barclays Arena

10.05.24 Rostock, Stadthalle

17.05.24 Magdeburg, GETEC-Arena

18.05.24 Berlin, Tempodrom

29.05.24 Stuttgart, Beethoven Saal

31.05.24 Leipzig, Quarterback Immobilien Arena

01.06.24 Zwickau, Stadthalle

06.06.24 Erfurt, Messe

07.06.24 Chemnitz, Stadthalle

Scorpions: Ein unschlagbares Team

0

Rudolf Schenker (Gitarre), Klaus Meine (Gesang) und Matthias Jabs (Leadgitarre) sind in ihrer beispiellosen Karriere bereits durch alle Höhen und Tiefen des Musikgeschäfts gewandert. Mit über 100.000.000 verkauften Alben und mehr als 5.000 Konzerten in 80 Ländern gehören die Hannoveraner zur absoluten Elite der Rockgeschichte. Anlässlich der am 5. Mai erscheinenden Vinyl-Special-Edition COLOURS OF ROCK reisen die Scorpions mit CLASSIC ROCK noch einmal an die prägnantesten Stationen ihrer Karriere. Der Einstieg von Klaus und Matthias, die Eroberung der amerikanischen Musiklandschaft und die kompositorische Magie des Duos Schenker/Meine sind nur einige Zwischenstopps auf dem rasanten Trip.

Rudolf, Klaus und Matthias, im Dezember 2022 hat sich euer Rücktritt vom Rücktritt zum zehnten Mal gejährt. Die vergangene Dekade lief für euch mega erfolgreich – egal ob man ausverkaufte Arena-Shows auf dem gesamten Globus, eure einmonatige Las Vegas Residency im Planet Hollywood Resort oder das enorm knackige ROCK BELI E VER (2022) als Beispiel nimmt.

Matthias Jabs: Ehrlich gesagt, ist es mir nach wie vor ein Rätsel, wie damals diese Rücktrittsidee überhaupt solche Wellen schlagen konnte.
Rudolf Schenker: Parallel zu unserer „Get Your Sting And Blackout Farewell World Tour“ ist YouTube ein immer größeres Thema geworden. Viele Kids, die mit uns durch dieses Medium zum
ersten Mal in Berührung kamen, wollten die Scorpions verständlicherweise wenigstens einmal live
sehen. Dieser Aspekt war für uns richtig cool, denn eine neue Fan-Generation hat vor der Bühne
richtig abgerockt. Solche berührenden Erlebnisse bringen dich automatisch ins Grübeln: „Ist die Entscheidung, einen Schlussstrich zu ziehen, richtig?!“ Ich glaube, darauf gibt es nur eine passende
Antwort… Zudem ist die Band schlicht und ergreifend unser Leben! Sich zu Hause hinsetzen und
nichts tun, entspricht nämlich so gar nicht unserer Attitüde.
Klaus Meine: Die letzten zehn Jahre waren einfach fantastisch und fühlen sich wie die Zugabe nach der regulären Setlist eines Konzerts an, die uns das Rock’n’Roll-Leben dankenswerterweise beschert hat. Die Energie während der Shows und der enorme Spaß innerhalb der Gruppe zeigen uns, dass bei den Scorpions noch genügend ›Gas In The Tank‹ ist. In der Retrospektive betrachtet, ist die Entscheidung, nicht aufzuhören, genau richtig gewesen.

Zudem steuert ihr gerade schnurstracks auf 2025 und 60 Jahre Scorpions zu.
Klaus Meine: Die Rolling Stones sind uns mit solchen Jubiläen ja immer ein paar Jahre voraus. Deswegen können wir uns an Mick, Keith und Ronnie ein gutes Beispiel nehmen. Wir schauen einfach mal, wohin uns der Weg führt.

Rudolf Schenker: Schön an solchen Festivitäten sind für mich die Erinnerungen an die Anfangstage der Scorpions. Mit 23 oder 24 bin ich von vielen Leuten massiv belächelt worden: „Was?! Du bist immer noch Musiker? Willst du nicht langsam mal was Vernünftiges machen?“ Im Endeffekt ist es doch so, dass der Begriff„vernünftig“ immer im Auge des Betrachters liegt. Warum soll man sein Leben nach einer Devise leben, von der man nicht hundertprozentig überzeugt ist.
Matthias Jabs: Davor steht für mich am 18. Juni noch mein 45. Jubiläum bei den Scorpions an. Unser 50th Anniversary als Gruppe war ja schon eine richtig coole Angelegenheit und ich bin guter Dinge, dass wir den Sechzigsten ebenfalls gebührend feiern.
Rudolf Schenker: 60 Jahre Rock’n’Roll sind schon eine ordentliche Hausnummer. In all der Zeit haben wir ständig aufs Neue bewiesen, dass die kühne Idee, mit den Scorpions überall auf der Welt zu spielen, eben keine Luftblase oder Spinnerei war.

Der Einstieg von Klaus bei den Scorpions im Winter 1969 ist ein immens wichtiges Ereignis für die spätere Karriere der Band.
Klaus Meine: Als ich damals an diese Weggabelung meines Lebens kam, ahnte ich definitiv nicht, welche Auswirkungen der Wechsel von Copernicus zu den Scorpions nach sich ziehen würde. Rudolf und ich kennen uns schon seit Mitte der 60er. Er hat mir damals seinen Bruder Michael vorgestellt, mit dem ich kurze Zeit später Copernicus gründete. Coversongs von Led Zeppelin, Taste oder Rory Gallagher waren unser Ding. Der Proberaum, in dem wir abgerockt haben, befand sich genau neben dem der Scorpions. Rudolf hat öfter mal ein Ohr riskiert. Er wollte ja hören, was sein kleiner Bruder so treibt. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Scorpions außerdem keinen permanenten Sänger. Ende 1969 spielten wir mit Copernicus als Support für die Scorpions in einem Hannoveraner Club. Da ihr damaliger Leadgitarrist Ulrich Worobiec die Gruppe verlassen wollte, hat Rudolf Michael postwendend das Angebot gemacht, bei den Scorpions einzusteigen. Bei der Gelegenheit fand er es wohl auch ganz cool, gleich noch den Sänger mit ins Boot zu holen.
Rudolf Schenker: Das passierte im Deutschen Haus in Sarstedt. Als Klaus mit Mushrooms dort auftrat, hatte ich mir selbstverständlich schon vor diesem gemeinsamen Gig ihre Auftritte angeschaut. Mein lieber Herr Gesangsverein, die Jungs spielten echt gut, und in dem Laden herrschte eine wahnsinnige Stimmung. Die Leute haben auf den Tischen getanzt und die Band richtig abgefeiert … Irgendwann bin ich dann dahintergekommen, warum. Sie haben schlauerweise zu jedem Konzert ihre eigenen Fans eingeladen, um den Rest des Publikums mitzureißen.

Klaus, deine Stimme ist seit eurem Debüt LONESOME CROW (1972) eine der Trademarks des Scorpions-Sounds.
Klaus Meine: Vor Copernicus und den Scorpions habe ich mit The Mushrooms Cover angesagter Rockhits gespielt. Meine Stimme klang zu dem Zeitpunkt glockenhell und klar. Deswegen habe ich mich immens bemüht, mein Organ etwas zu trashen, um mehr im Fahrwasser von Leuten wie John Lennon oder Roger Daltrey zu schwimmen. Über die Jahre hinweg haben sich dank dieser Prämisse meine Stimmbänder immer mehr in Richtung Rock’n’Roll entwickelt.

Apropos trashen: Ungefähr ein Jahrzehnt später hast du aus genau diesem Grund während der Aufnahmen zu BLACKOUT (1982) deine Stimme vorübergehend verloren.
Klaus Meine: In der Dekade zwischen diesen beiden Alben sind meine Stimmbänder ohne Rücksicht auf Verluste gefordert worden. Es war keine Seltenheit, dass wir fünf bis sechs Shows am Stück spielten. Zur Regeneration gab es partout keine Zeit. Auch an immens wichtige Dinge – wie etwa Gesangstechnik oder Warm-ups – habe ich keinen Gedanken verschwendet. Das Gaspedal war quasi immer bis zum Anschlag durchgedrückt … bis mir mein Organ die rote Karte zeigte. Wir befanden uns damals mit unserem Produzenten Dieter Dierks für die Sessions in einer Villa in Frankreich. Schon zu Beginn der Aufnahmen habe ich gemerkt, dass irgendetwas absolut nicht stimmt. Dieter hat ebenfalls schnell realisiert, dass hier etwas Ungutes im Gange ist. Daraufhin bin ich postwendend zum Arzt gegangen. Nach der ersten Diagnose hat mich der HNO-Mediziner gefragt, was ich denn so beruflich mache. Seine Reaktion auf meine Antwort: „Was?! Sie sind Rocksänger? An Ihrer Stelle würde ich mir einen anderen Job suchen.“ Darauf habe ich weitere Ärzte konsultiert, die dankenswerterweise etwas sensibler mit dem Thema umgegangen sind.

Rudolf, ohne eine immens wichtige Klausel, die du seit dem Deal zu LONESOME CROW in jedem eurer Plattenverträge unterbringst, wäre die Geschichte der Scorpions höchstwahrscheinlich „etwas“ weniger global verlaufen.
Rudolf Schenker: Ich war damals nicht nur Gitarrist und Komponist, sondern auch der Manager der Scorpions. Denn in Deutschland war Mitte, Ende der 60er das Management für Bands aus irgendeinem komischen Grund verboten. Also musste man die Geschicke selbst in die Hand nehmen. Um an Gigs zu kommen, war es an der Tagesordnung, mit dem Arbeitsamt zu kooperieren – kurzum: ein ganz anderer Istzustand, als wir ihn heutzutage haben. Für mich stand schon immer – auch vor den Scorpions – die Musik an erster Stelle. Viele Typen wollen ja nur in Bands spielen, um Mädchen abzubekommen. Das ist für mich nie das Primärziel gewesen. Ich bin seit jeher enorm ehrgeizig und zeige maximalen Einsatz und Hingabe. Dieser Einstellung ist es zu verdanken, dass ich nach und nach die richtigen
Leute um mich scharte, die ebenfalls eine internationale Karriere im Sinn hatten.

Wie kann man sich die (Rock-) Musiklandschaft in der Bundesrepublik Ende der 60er/Anfang der 70er vorstellen?
Rudolf Schenker: In Deutschland herrschte damals das Krautrock-Fieber … und damit konnten wir so gar nichts anfangen. Dass sich die Scorpions – um beispielsweise Magazinen wie dem Musikexpress zu gefallen – an diese Szene anbiedern, war ein absolutes No-Go. Uns blieb unterm Strich also nichts anderes übrig, als ins Ausland zu gehen. Zuerst nach Belgien, Holland und Frankreich. Unter anderem die Zeitschrift Rock & Folk aus Frankreich hat uns nach den dortigen Premierenshows mit Lob nur so überschüttet. Genauso lief es bei unserem Einstand in England im Melody Maker. Wie man sich vorstellen kann, sorgten diese überschwänglichen Konzertkritiken in der deutschen Presselandschaft für reichlich verdutzte Gesichter. Für mich stand ab diesem Zeitpunkt fest, dass wir bei Vertragsverhandlungen zwingend eine Veröffentlichungsklausel unterbringen mussten, damit unsere LPs in allen Ländern in den Geschäften standen, in denen wir auftraten. Dank des positiven Feedbacks der Printmedien wanderten unsere Scheiben in Scharen über die Theken der Plattenläden.

Das ganze Titelstory-Interview mit den Scorps lest ihr in CLASSIC ROCK #119

50 Jahre AC/DC: Whitfield Crane über LET THERE BE ROCK

0

2023 feiern wir 50 Jahre AC/DC. Und die Stars feiern mit! Musiker und Kollegen der australischen Legenden erzählen von ihren Lieblings Accadacca-Platten:

„Bon Scott war wie ein Steinway-Flügel!“ Whitfield Crane von Ugly Kid Joe verneigt sich vor LET THERE BE ROCK.

Meine Schwester ist vier Jahre älter als ich. Als sie von zu Hause auszog, um aufs College zu gehen, gab sie mir Vinyl-LPs von AC/DCs HIGHWAY TO HELL und Lynyrd Skynyrds STREET SURVIVORS und sagte: „Wenn du mal aufs College gehst, wirst du mit ihnen durch sein.“ Sie konnte nicht ahnen, dass das eine riesige offene Tür für mich war, durch die ich in die Welt des Rock’n’Roll trat. Ich wurde zu einem AC/DC-Fanatiker. BACK IN BLACK stand natürlich über allen anderen, aber ich arbeitete mich durch ihren gesamten Katalog, zurück bis zu Sachen wie [der EP] ‘74 JAILBREAK. Ich war ein so riesiger Fan von Bon Scott, dass ich sogar von seinen Gruppen vor AC/DC besessen war, etwa Fraternity und The Valentines. LET THERE BE ROCK war ein so wegweisendes Werk. Es hielt sie im Wesentlichen über Wasser in einer Zeit, in der es für sie um alles ging. Und die Tracks darauf sind einfach der Hammer. Ich könnte mir ›Bad Boy Boogie‹ immer wieder anhören, ich liebe es einfach so sehr.

Oder ›Problem Child‹ … ich bin jetzt 55, aber ich identifiziere mich damit immer noch genauso wie damals, als ich es als junger Teenager zum ersten Mal hörte. ›Hell Ain’t A Bad Place To Be‹, ›Let There Be Rock‹, ›Whole Lotta Rosie‹ … ich kann dir die Texte zu all diesen Songs vorsingen, ohne auch nur mein Smartphone anzuschauen. Bon Scott war neben Ozzy und Rob Halford einer der Gründe dafür, dass ich Sänger wurde. Eines Tages hörte ich mir an, wie Bon seine Bluesläufe brüllte, und hatte diese Erleuchtung: Er trifft immer den Ton. Absolut immer. Er ist ein kraftvoller Sänger, aber mit Leidenschaft und subtilen Nuancen. Da dachte ich mir: „Oh Gott, dieser Typ ist wie ein Steinway-Flügel – immer perfekt gestimmt.“ Ich hatte das große Glück, Ozzy kennenzulernen, eine weitere Inspiration für mich.

Einmal saß ich mit ihm da und dachte: „Ich werde ihn nach Bon Scott fragen.“ Also meinte ich: „Ozzy, kanntest du Bon?“ Und er verdrehte nur die Augen und sagte: „Er war ein TRINKER.“ Er erzählte mir, wie er einmal bei ihnen war, kurz bevor sie auf die Bühne gingen. Er sah, wie Bon zwei Pints irgendeiner Flüssigkeit trank. Ozzy war neugierig, was das wohl war, und wie sich herausstellte, war es Whisky, unverdünnt. Bon war ein Typ, der auf höchstem Niveau trinken, funktionieren, Straßenpoesie schreiben und leben konnte. Er befand sich in der Matrix des Lebens und war gierig auf alles, was sie zu bieten hatte. AC/DC bliesen mich um, als ich ein Junge war, und veränderten, wie ich die Dinge sah und empfand. Und so denke ich noch heute über sie.

Video der Woche: Manfred Mann’s Earth Band ›Mighty Quinn‹ (Rockpop 1978)

0

Wir erheben heute unser Glas auf Manfred Mann. Der aus Südafrika stammende Rockmusiker feiert heute seinen 83. Geburtstag.

Manchmal schreibt man einen Song und andere Musiker machen ihn zu einem Gassenhauer. Bob Dylan erging es öfter so. Man denke nur an ›All Along The Watchtower‹ von Jimi Hendrix oder ›Mr. Tabourine Man‹ von The Byrds.

Auch ›Mighty Quinn‹ stammt aus Dylans Feder. Er schrieb das Lied 1967 unter dem Titel ›Quinn The Eskimo (Mighty Quinn)‹. Ein Jahr später wurde die Version von Manfred Mann zum Millionenseller. Dylan selbst veröffentlichte den Song erstmals 1970 auf seinem Album SELF PORTRAIT.

Lebenslinien: Steve Lukather (Toto)

0

Nach zahlreichen Jahren im Business, über 35 Millionen verkauften Platten, einem halben Dutzend Grammy-Auszeichnungen, Evergreens wie ›Hold The Line‹, ›Rosanna‹ und ›Africa‹ und Tausenden Sessions für das Who’s Who der Musikwelt erleben die oft belächelten kalifornischen Soft-Rocker Toto derzeit mit LIVE IN POLAND ihren dritten kommerziellen Frühling.

Steve Lukather von Toto wirft für uns einen Blick auf einige seiner wichtigsten musikalischen Weggefährten.


Larry Carlton

Ich kenne Larry, seitdem ich 17 oder 18 bin. Er war und ist mein Held und Mentor. Er hatte zu Beginn meiner Karriere einen riesigen Einfluss auf mein Gitarrenspiel. Er vereinte Bebop-Melodien mit einem Rock’n’Roll-Sound, und das hat mich wirklich berührt. Abgesehen davon ist er einfach ein großartiger Lehrer, von dem ich unglaublich viel gelernt habe. Als ich anfing, als Sessionmusiker zu arbeiten, hat er mich ständig weiterempfohlen. Das war wirklich cool!

Boz Scaggs

Mit Boz zu spielen war damals das Größte für mich. David Paich, Jeff und Steve Porcaro waren in seiner Band, und als sie mich für den Gitarristenposten bei ihm empfahlen, waren wir gerade dabei, die ersten Toto-Demos aufzunehmen. Auf der Tour wollten sie gewissermaßen sehen, was ich draufhabe. Glücklicherweise hat Boz mich gleich ins Herz geschlossen und mir viel Freiraum gelassen. Ich war damals 19 und so ziemlich der einzige Teenager, der mit einer Band unterwegs war. Ich bin Boz bis heute unendlich dankbar dafür, dass er mir diese Chance gegeben hat. Durch ihn habe ich zudem meine erste Goldene Schallplatte bekommen!

Michael Jackson

Ich hatte immer das Gefühl, dass unsere Beiträge zu THRILLER nie richtig gewürdigt wurden – aber wir waren da! ›Human Nature‹ ist praktisch ein Toto-Song, gesungen von Michael, denn wir alle spielen darauf mit. Bei ›Beat It‹ waren es Jeff und Steve Porcaro, ich und Michael, lediglich das Gitarrensolo stammt von Eddie Van Halen. Das vergessen die meisten gerne, weil sie das Wort Toto nicht zusammen mit THRILLER in den Mund nehmen wollen. Natürlich wusste damals keiner von uns, dass aus diesem Album die meistverkaufte Platte aller Zeiten werden würde, wenngleich uns allen klar war, dass wir da an etwas Großem arbeiteten. Es ist zweifellos ziemlich cool, an dieser Platte beteiligt gewesen zu sein!

Toto

Toto sind für mich praktisch Familie. Ich kenne die Jungs seit mehr als 40 Jahren, und wenn ich mich auf der Bühne umschaue, sehe ich meine Freunde seit der Highschool! Wir sind in der Presse ständig durch den Dreck gezogen worden, haben wichtige Mitglieder durch Tod oder Krankheit verloren, aber mit schierer Willenskraft haben wir durchgehalten. Zusammen haben wir auf 5.000 Platten gespielt, 225 Grammy-Nominierungen eingeheimst und eine halbe Milliarde Platten mit unseren Namen darauf verkauft. Trotzdem gelten wir immer noch als die beschissenste Band der Welt. Ich denke, das liegt daran, dass die Leute aus uns nie richtig schlau geworden sind, weil wir uns ständig verändert haben.

Eddie Van Halen

Er war einer der ganzen Großen und einer meiner besten Freunde. Wir sind in der gleichen Gegend aufgewachsen, er in Pasadena, wir in North Hollywood. Die erste Van-Halen-Platte hat uns alle einfach umgehauen. 1979 sind wir dann bei einem großen Stadionkonzert hier in L.A. zusammen mit ihnen aufgetreten. Dort habe ich Eddie erstmals getroffen – und seitdem waren wir enge Freunde. Ich liebe ihn von ganzem Herzen!

Rosanna

Rosanna Arquette war damals Steve Porcaros Freundin, dennoch handelt der Song nur dem Namen nach von ihr. Schließlich hat David Paich die Nummer geschrieben, und es wäre ja schon etwas schräg gewesen, wenn es darin um die Freundin eines anderen gegangen wäre. Letztlich war Rosanna einfach ein griffiger Name, und der Song hat uns den Grammy in der Rubrik Record of the Year beschert. Das hätten wir nie für möglich gehalten. Doch es ist passiert, und dafür bin ich sehr dankbar.

Paul McCartney, George Harrison & Ringo Starr

Ich traf Paul bei den THRILLER-Sessions und 1983 lud er Jeff und mich ein, an seinem Film GIVE MY REGARDS TO BROAD STREET mitzuwirken. Einige Jahre später habe ich dann George bei dem Tribute-Konzert getroffen, das wir nach dem Tod von Jeff in L.A. veranstaltet haben. Er hat mich dann auch gleich ins Herz geschlossen und mich des Öfteren zum Essen eingeladen. Viele Jahre später kam die Einladung von Ringo, in seiner All-Starr Band mitzuspielen. Er ist einfach wundervoll und inzwischen ein enger Freund. Er wird bald 74 und sieht aus wie 40. Er hat immer auf sich aufgepasst und ist das perfekte Beispiel dafür, dass man in Würde altern kann. Es ist einfach die helle Freude, ihn um sich zu haben. Das Größte war allerdings, bei den Festivitäten zum 50-jährigen Beatles-Jubiläum dabei zu sein. Dort zeigten sie einen Ausschnitt aus dem Film „A Hard Day’s Night“ und ich war wie vom Donner gerührt, denn das war der Auslöser dafür, dass ich Musik machen wollte! Ich hatte den Film als Kind bestimmt 20 mal im Kino gesehen, und 50 Jahre später mit diesen Typen auf der Bühne zu stehen, war unbeschreiblich. Das war ein Moment, den ich nie vergessen werde, denn das zeigte mir: Träume können wahr werden, wenn du nur hart daran arbeitest!

Trevor Lukather

Mein Sohn Trev ist inzwischen selbst als Songwriter und Musiker sehr erfolgreich. Er schreibt Songs mit Lady Gaga und allen möglichen anderen verrückten Leuten. Außerdem hat er einen der ersten Hits für Halestorm mitverfasst. Er verschafft sich langsam Gehör und hat auch einen Plattenvertrag. Zuvor hat er auf meinen Soloplatten gespielt. Auch meine älteste Tochter Tina hat darauf gesungen, aber sie ist nicht im Musikbusiness tätig. Sie ist verheiratet und führt ein ganz gewöhnliches Leben. Meine beiden Kleinsten, Lily und Bodhi – mal sehen, was aus ihnen noch wird, immerhin wachsen sie in einem Haus auf, in dem man keine zwei Schritte machen kann, ohne über ein Instrument zu stolpern.

Meilensteine: Led Zeppelin stellen „The Song Remains The Same“ vor

0

20. Oktober 1976: Led Zeppelins Konzertfilm „The Song Remains The Same“ feiert Premiere in New York.

Erst nach mehreren Anläufen seitens des US-Re­gisseurs Joe Massot, Nachbar von Gitarrist Jimmy Page in Berkshire, kam das Projekt überhaupt zustande. Schließlich stimmte Led Zeppelin-Manager Peter Grant einer Doku zu. Eilig stellte Massot eine Filmcrew zusammen, um den Auftakt des zweiten Teils der US-Tour am 23. Juli 1973 in Baltimore aufzuzeichnen. Ein Zusammenschnitt der Konzerte vom 27., 28. und 29. Juli im New Yorker Madison Square Garden auf 35mm und 24-Track-Quadraphonic diente als Ausgangspunkt. Wenig später tauschte Grant im Zorn Massot gegen Peter Clifton aus.

Mehr als drei Jahre dauerte es, um das Projekt in trockene Tücher zu bringen. Weil das Live-Material Lücken enthielt und kein einziger Song vollständig im Kasten war, mussten in den britischen Shepperton Studios Close-Ups und Totalen nachgedreht werden. Probleme bereiteten Bassist John Paul Jones‘ Kurzhaarfrisur – eine Perücke musste her. Auch Frontmann Robert Plants frisch gerichtete Zähne sorgten für Verdruss. Pläne, die US-Tour im Herbst 1975 mitzuschneiden, machte Plants Autounfall in Griechenland zunichte.

Massot zeichnete noch die selbst erdachten Fantasy-Sequenzen der Band auf: Jimmy Page gefiel sich als Mystiker im schottischen Boleskine House, einst Okkultist Aleister Crowleys Bleibe. Robert Plant nahm sich König Arthur und den heiligen Gral auf Raglan Castle zur Brust. In der Doppelrolle als maskierter Schurke und liebevoller Familienvater inszenierte sich John Paul Jones. Als harmloser Farmer und Autonarr präsentierte sich John Bonham.

Just für jene Szenen ernteten Led Zeppelin jede Menge Spott, nachdem der Streifen am 20. Oktober 1976 im New Yorker Cinema I Premiere gefeiert hatte. Die Band war auch anwesend, als zwei Tage später Los Angeles auf dem Programm stand und der Film am 4. November schließlich in zwei Londoner Kinos lief.

The Rolling Stones: HACKNEY DIAMONDS

0

Das erste Album mit Jagger/Richards-Originalen seit 18 Jahren ist ein Schaulaufen – es reicht zurück bis an den Anfang dieser größten Karriere der Rockmusik.

Letztes Jahr spielten die Rolling Stones ihr bis jetzt letztes Konzert, auf der Waldbühne in Berlin. Und ja, an diesem Sommerabend waren sie noch einmal: die größte Rockband von allen. Mick Jagger: altersloser Frontmann-Superheld; Keith Richards – weiß ja jeder – coolster Gitarrist der Welt. Jetzt, nach 18 Jahren – 59 Jahre nach der ersten Platte – wieder ein Album mit neuen Liedern. Es dürfte ihr letztes sein: Auch abgesehen davon, dass die beiden Chefs um die 80 sind, gibt es auf HACKNEY DIAMONDS einen Hinweis darauf. Aber genug der Vorrede. Den ersten Song, die Single ›Angry‹, dürften viele schon gehört haben. Ganz okay, oder? Geradliniger Riff-Rock mit allerdings gutem Gitarrensolo, das entfernt an das in ›Sympathy For The Devil‹ erinnert.

In eine ähnliche Richtung geht ›Get Close‹, mit bluesigen Licks und Saxofonsolo. Die erste – sehr schöne – Ballade dann mit ›Depending On You‹: akustische Gitarre, Streicher, Ooh-ooh-Chöre. „I’m too young for dying, and too old to lose“, schmachtet Jagger. „Cause I was depending, relying on you!“ Typisches Terrain bis hierhin. ›Bite My Head Off‹, eine fiese Garage/Bluesrock-Nummer mit Fuzz-Bassgitarre, ist erwähnenswert vor allem wegen des von Jagger reingerufenen „Come on, Paul, let’s hear something“. Genau, der Paul. Der von der Konkurrenz. Der spielt hier nämlich den Bass (dass die Stones und die Beatles trotz ihrer Rivalität eigentlich ganz gut miteinander auskamen, ist ja bekannt).

Etwas arg auf modernen Pop macht der Refrain im ranschmeißerischen ›Mess It Up‹, das mittendrin in Richtung Disco abbiegt, bis der Gesang ins Falsett kippt. Gehört nicht zum Substanziellsten, was die Stones je gemacht haben, aber catchy ist es. Dass HACKNEY DIAMONDS auch so was wie ein
Schaulaufen ist, auf dem Jagger/Richards noch mal zeigen, was sie im Repertoire haben, wird bei ›Dreamy Skies‹ klar – einem Countryrock-Schunkler, wie es sie ja unter anderem auf den Großtaten STICKY FINGERS und EXILE ON MAIN ST gab. Eine Aussteigerfantasie, und aus dem Radio tönt „Hank Williams and some bad Honky Tonk“. ›Live By The Sword‹ ist ein Bar-Boogie mit Klimperklavier (von Elton John), der Bass kommt von Bill Wyman, das Schlagzeug noch von Charlie Watts (also die Stones-Besetzung der mittleren Phase). Auf dem empfindsam-bluesigen ›Tell Me Straight‹ („Is my future all in the past?“) darf Keith ans Mikro – auch das Tradition –, bevor es mit den beiden letzten Stücken denkwürdig wird. ›Sweet Sounds Of Heaven‹ ist ein über sieben Minuten langes Monster aus Rock und Gospel, ein Gebet an die heilende Kraft der Musik, das die Energie von ›Shine A Light‹ und ›Gimme Shelter‹ anzapft und in dem Mick Jagger sich mit Lady Gaga battelt.

„Let us sing, let us shout, let us all stand up proud“ – „Let us all still believe that we’re young“. Nach fünf Minuten scheint es vorbei, Gaga lacht, Jagger sagt „play me something, Stevie“, worauf Stevie Wonder kurz ein Klaviersolo spielt (!), bevor alles wieder abhebt und Jagger und Gaga sich die
Oh-yeahs entgegenschmettern. Beim ›Rolling Stone Blues‹, einem originalgetreuen Cover des Muddy-Waters-Klassikers, von dem Brian Jones damals den Bandnamen klaute, bläst zum Abschied die Blues-Harp. Und vor dem inneren Auge sieht man die Credits runterfahren. Hört da, wo alles angefangen hat, auch alles auf? So genau weiß man das nie bei den Stones. Aber es würde freilich zu gut passen.

8 von 10 Punkten

The Rolling Stones/HACKNEY DIAMONDS/POLYDOR/UNIVERSAL

Jetzt unser brandneues Interview mit den Stones lesen. In der neuen Ausgabe von CLASSIC ROCK. Hier versandkostenfrei bestellen: CLASSIC ROCK #124