„Shot to hell anyway/No reason to stop“: John Mellencamp blickt in seinem neuen Song ›Easy Target‹ in eine dunkle amerikanische Zukunft.
John Mellencamp hat ein schonungsloses Statement zur Lage der USA abgegeben. In seiner aktuellen Single, vorgestellt am Abend vor der Amtseinführung Donald Trumps, kann der Songwriter dem Zustand seiner Heimat jedenfalls wenig Gutes abgewinnen.
„Black lives matter/Who are we tryin‘ to kid“, singt er mit Blick auf die Fälle von (Polizei-)Gewalt gegen Schwarze in den USA in jüngerer Zeit.
Und auch die wachsende gesellschaftliche Ungleichheit ist Thema: „Let the poor be damned/And the easy targets too/All are created equal/Equally beneath me and you“.
Musikalisch kommt ›Easy Target‹ mit Streichern, Barpiano und Mellencamps immer mehr an Tom Waits erinnernder Reibeisenstimme daher.
Hier ist John Mellencamps neuer Clip zu ›Easy Target‹:
Seht hier das Video zu ›No One Gets Out Alive‹, einem Song aus dem neuen Thunder-Album RIP IT UP!
Am 10. Februar erscheint das neue Album der britischen Rocker Thunder. Bereits jetzt geben sie uns mit dem Video zu ›No One Gets Out Alive‹, das bei der Chameleon-Studio-Live-Session entstand, einen Einblick in RIP IT UP!.
Seht hier den neuen Session-Clip zu ›No One Gets Out Alive‹:
Im April werden Thunder für fünf Konzerte nach Deutschland kommen – präsentiert von CLASSIC ROCK!
Jaki Liebezeit, der die legendären Krautrocker Can mit seinem markanten Schlagzeug-Sound prägte, ist mit 78 Jahren an einer Lungenentzündung gestorben.
Eigentlich Jazzmusiker, erlangte Jaki Liebezeit internationale Bekanntheit, als er ab 1968 bei den neu gegründeten Can trommelte. Die Band aus Köln verband Elemente von Jazz, Rock, Avantgarde und Psychedelia und wurde zum Inbegriff des deutschen Phänomens „Krautrock“.
Liebezeit war für seinen repetitiven, hypnotischen, fast roboterhaften Stil bekannt, mit dem er Generationen von Schlagzeugern beeinflusste. Er selbst fasste das einmal so zusammen: „Du musst monoton spielen, also immer wieder das Gleiche, den gleichen rhythmischen Zyklus wiederholen, wiederholen, wiederholen. Dann entsteht Groove.“
Nach seiner Zeit mit Can arbeitete Liebezeit mit Musikern wie Depeche Mode, Brian Eno, Michael Rother von Neu! oder den Eurythmics zusammen.
Am 22. Januar ist Jaki Liebezeit mit 78 Jahren gestorben. „Wir werden ihn sehr vermissen“, sagten Can via Facebook. Liebezeit sei im Kreis seiner Liebsten friedlich entschlafen.
Am vergangenen Freitag fanden zum ersten Mal seit 12 Jahren der Soundgarden-Sänger Chris Cornell und die Instrumentalisten von Rage Against The Machine für eine Reunion von Audioslave zusammen. Seht hier den Auftritt und weitere Highlights des „Anti-Inaugural Ball“.
Was auch immer man politisch von Donald Trump halten mag, musikalisch jedenfalls bringt der gemeinsame Protest der Rockszene gegen den 45. US-Präsidenten einiges in Bewegung. Am vergangenen Freitag, dem Tag, an dem Trump in Washington, D.C. vereidigt wurde, veranstalteten die Prophets Of Rage (Rage Against The Machine, Cypress Hill und Public Enemy) ihren „Anti-Inaugural Ball“ in Los Angeles.
Dort traten neben den Gastgebern auch Jackson Browne, Jack Black und Soundgarden-Sänger Chris Cornell auf. Letzterer schloss sich den Rage-Against-The-Machine-Mitgliedern Tom Morello, Tim Commerford und Brad Wilk an, um mit ihnen zum ersten Mal seit 12 Jahren einige Songs ihrer früheren Supergroup Audioslave aufzuführen.
Seht hier die Highlights der Show:
Audioslave kehrten mit ›Cochise‹ zurück:
In ›Like A Stone‹ musste sich Chris Cornell erst einmal wieder „hineinfinden“:
Der letzte der drei Reunion-Songs war ›Show Me How To Live‹:
Tom Morello und Jackson Browne performten ›The Ghost Of Tom Joad‹:
Zum Abschluss der Show gab es dann noch den Rage-Against-The-Machine-Klassiker ›Killing In The Name‹:
In unserem „Video der Woche“ führen uns INXS zu ›Never Tear Us Apart‹ durch das Prag der achtziger Jahre.
Am heutigen Tag wäre der 57. Geburtstag von INXS-Sänger Michael Hutchence, der 1997 auf tragische Weise starb. In Gedenken an ihn seht ihr in unserem „Video der Woche“ den offiziellen Clip zu ›Never Tear Us Apart‹, der Hit-Single aus KICK, dem 1987er Album der Australier.
Die Berliner Heat stehen für authentischen 70s-Rock. Das beweisen sie auch in ihrem augenzwinkernden neuen Video zu ›Day In Day Out‹.
Gut zwei Jahre nach ihrem zweiten Album LABYRINTH werkeln Heat im Studio derzeit fleißig an ihrem dritten Langspieler. Damit uns das Warten nicht zu lang wird, haben die Berliner jetzt eine 7″-Single eingestreut.
Die A-Seite ›Day In Day Out‹ ist klassischer Hardrock – mit ordentlich Wumms und doch auch eingängig. Im zugehörigen Video machen die fünf Bandmitglieder ganz lässig auf Fahrrad-Rocker. Gedreht wurde der Clip von Paul Schlesier.
1983 galten Yes als alte Langweiler auf dem Abstellgleis der Musikgeschichte – bis sie diesen Pop-Rock-Superhit veröffentlichten, der MTV förmlich auffraß. Doch ganz so glatt lief die Sache nicht …
Anfang der 80er Jahre waren Yes so ziemlich die allerletzte Band, der man zugetraut hätte, die US-Single-Charts zu stürmen. Seit ihrer Gründung 1968 hatten die britischen Progrocker mit ihren ausladenden Konzeptwerken zwar Millionen von Alben verkauft, doch das Mainstream-Radio nahm sie praktisch nicht wahr. Die Prog-Szene hing in den Seilen, angepiekst von der Sicherheitsnadel des Punk, und es sah aus, als seien Yes endgültig reif fürs Abstellgleis.
Im April 1981 konnte man tatsächlich glauben, die Band habe sich aufgelöst, als die Mitglieder zu anderen Projekten wie Asia oder XYZ abwanderten. Sehr lange blieb der Sargdeckel aber nicht zu. Im Jahr darauf taten sich Bassist Chris Squire, Schlagzeuger Alan White und Keyboarder Tony Kaye mit dem südafrikanischen Gitarristen Trevor Rabin unter dem Namen Cinema zusammen. Als dann später auch noch Jon Anderson dazustieß, um seinen Gesang zu deren 1983er Album 90125 beizusteuern, mussten alle Beteiligten einräumen, dass es sich dabei de facto um eine Yes-Reunion handelte. „Yes sind in meiner DNA“, sagt Anderson heute über seine Bereitschaft, bei jenem Line-up einzusteigen. „Ich fand es richtig aufregend, mit dieser Band zusammenzuarbeiten, die wieder so neu klang.“
Produzent Trevor Horn war davon nicht so überzeugt. Er sagt, er wurde von allen Seiten dafür kritisiert, mit Yes zu arbeiten – seine Frau tat sie als „alte Langweiler“ ab, die „vorbei“ seien. Als er dann Rabin zuhause besuchte, um ein paar Demos anzuhören, fand er, sie seien „etwas anstrengend“. Der Wendepunkt kam laut Horn, als Rabin auf die Toilette ging, die Kassette laufen ließ und eine Rohfassung von ›Owner Of A Lonely Heart‹ anfing. „Als er zurück kam, sagte ich zu ihm: ‚Dieser Refrain ist ein Hit‘. Und er antwortete: ‚Nein, nein, das ist nicht für Yes, das habe ich für jemand anderen geschrieben‘. Doch ich erwiderte: ‚Yes könnten diesen Song auch spielen‘.“
Auch als die Sessions zu 90125 sich 1983 dem Ende zuneigten, blieb ›… Lonely Heart‹ im Regal. Horn behauptete, dass er auf die Knie fallen und die Band anflehen musste, es aufzunehmen. Weitere Konflikte entstanden, als er einen programmierten Sound und einen Schlagzeugklang durchsetzen wollte, der von Stewart Copelands tighter Snare auf SYNCHRONICITY von The Police inspiriert war. Alan White war offenbar in Rage. Horn erinnert sich, wie er zufällig die skeptischen Roadies der Band an der Rezeption der Sarm East Studios hörte, die besagten Klang mit „verficktem Pissen auf ein Fass“ verglichen. „Ich bin mir nie ganz sicher, ob das, was Trevor Horn sagt, wirklich wahr ist“, kommentiert Anderson die Erzählung des Produzenten. „Er ist sehr talentiert, aber wie bei so vielen Leuten weiß man nie so recht, ob sie das meinen, was sie sagen.“
Auch die Autoren-Credits zu ›Owner Of A Lonely Heart‹ wurden über die Jahre angefochten. Rabin behauptet, die gleichberechtigte Nennung von ihm selbst, Anderson, Squire und Horn spiegle nicht die Tatsache wider, dass die entscheidenden Merkmale des Stücks schon vorhanden waren, als er es präsentierte. Die allgemein vorherrschende Meinung scheint zu sein, dass der Refrain schon vollständig bestand und die dramatischen Synthie-Akzente in den Strophen, wenn auch in weniger markanter Form, ebenfalls schon existierten. „Ich weiß noch, wie ich Trevors erstes Demo hörte“, bestätigt Anderson, „das nicht mehr weit vom Endergebnis entfernt war.“
Mit PET SOUNDS revolutionierten die Beach Boys und Mastermind Brian Wilson die Popmusik. Regisseur Martin R. Smith hat der Großtat eine Doku gewidmet.
Eigentlich galten die Beach Boys als ausgemachte Sunny Boys, die mit ihren enthusiastischen Songs das kalifornische Lebensgefühl der Sechziger feierten. Sommer, Sonne, Starnd und Surfen inklusive.
Doch 1966 sollte eine Platte alles verändern. Brian Wilson hatte PET SOUNDS beinahe im Alleingang in, nun ja, exzentrischen Studiosessions aufgenommen. Das hochsensible Klanggenie experimentierte mit Fahrradklingeln, Hupen und Hundegebell, verwendete Flöten und Waldhörner.
Am Ende stimmte einfach alles. PET SOUNDS bietet heute noch bei jedem Hören neue Eindrücke – und ist in seiner musikalischen Komplexität und Ideenvielfalt einzigartig.
„The Beach Boys Pet Sounds – Classic Album“ beschäftigt sich mit dem epochalen Werk und seiner Entstehungsgeschichte und lässt Brian Wilson und seine Beach-Boys-Kollegen Mike Love, Al Jardine, Bruce Johnston und David Marks zu Wort kommen.
Die Dokumentation läuft heute (20. Januar) um 21:55 auf Arte.