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Tom Keifer: So spielt das Leben (mit und ohne Cinderella)

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Er war Kopf und Stimme von Cinderella, einer der größten Rockbands der achtziger Jahre. Als diese zu Ende gingen, hatte das Schicksal für Tom Keifer gleich mehrere Schläge parat.

Seine Band Cinderella – einst von Jon Bon Jovi entdeckt und gefördert – wurde von der Plattenindustrie zugunsten einer Modeerscheinung aus Seattle fallen gelassen. Hits wie ›Gypsy Road‹, ›Nobody‘s Fool‹ oder ›Don‘t Know What You Got (Till It‘s Gone)‹ waren schlagartig nicht mehr von Bedeutung. Zu allem Übel verlor Keifer beinahe über Nacht seine signifikante Singstimme aufgrund einer neurologischen Erkrankung. Es begannen langwierige Kämpfe um Gesundheit, privates Glück, seine Band und ein mit Spannung erwartetes Soloalbum, das er 2013 nach zehn Jahren Produktionszeit endlich fertigstellen und veröffentlichen konnte. Auf THE WAY LIFE GOES wie auch im Interview mit CLASSIC ROCK erzählte Keifer ganz offen vom bisherigen Lauf seines hindernisreichen Lebens:

Tom Keifer, der gerade noch an einer schweren Lungenentzündung laborierte und deshalb einige Shows in den USA absagen musste, ist wieder gut gelaunt. Grund dafür hat er zur Genüge. Immerhin hatte er bereits im Jahr 2003 mit den Arbeiten zu seinem ersten Soloalbum begonnen. Nun ist es endlich soweit, sich mit der Presse über THE WAY LIFE GOES zu unterhalten. „Wir haben all unser Herzblut in diese Sache gesteckt. Da fühlt es sich natürlich gut an, mit dem kreativen Teil abgeschlossen zu haben und die Songs jetzt live spielen zu können“, meint er zufrieden. Wir, das sind in diesem Fall Keifer selbst, seine Frau Savannah Snow und Chuck Turner, die gemeinsam im überschaubaren Kreise an den letztlich 14 veröffentlichten Songs gewerkelt hatten. „Wir hatten von Anfang an den Plan, diese Platte unabhängig von einer Plattenfirma zu produzieren und sie erst nach Fertigstellung über ein Label zu veröffentlichen. Zuvor hatten wir mit Cinderella schon einige Zeit an einem neuen Album gearbeitet, das aufgrund vertraglicher Auflagen dann nie veröffentlicht werden konnte. Danach hatte ich keine Lust mehr, dass mir bei meinem Soloprojekt irgendjemand im Nacken sitzen würde. Ich wollte einfach meine Musik aufnehmen und erst dann mit jemandem zusammenarbeiten, der auch an das fertige Produkt glaubt“, erklärt der Sänger mit der Entenschnute.

„Was abhebt, muss wieder auf dem Boden einschlagen. Jedoch gilt auch das Gegenteil!“

Bis es aber an der Zeit war, einen geeigneten Partner zu finden, mussten unglaubliche zehn Jahre voll Unterbrechungen vergehen. „Manchmal kann so eine Produktion schon frustrierend sein, denn was da manchmal aus den Lautsprechern kommt, entspricht nicht immer deinen Vorstellungen.Weil ich nicht unter dem Druck einer Plattenfirma stand, konnte ich mir zum Glück aber eine Pause nehmen, wann immer ich wollte. Und das tat ich auch.“ Dass es sich dabei oft um Zwangspausen handelte, scheint Keifer beinahe vergessen zu haben. Doch scheinbar allen seiner vergangenen Probleme kann Tom heute eine positive Seite abgewinnen. „Viele Dinge wie mein Privatleben, Tourneen mit Cinderella und meine Stimmprobleme kamen mir dazwischen. Sie zwangen mich immer dann dazu, eine Auszeit zu nehmen, wenn ich sie nötig hatte. Das half mir sogar. Und nun sind wir ja in einer weiteren Phase dieses Projekts angelangt. Die Musik ist fertig und ich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Jetzt können wir das Album endlich in die Welt entlassen. Immerhin waren Savannah, Chuck und ich die einzigen Menschen, die es für Jahre hören durften“, so Keifer.

Und was da in diesen Tagen erscheinen wird, dürfte durchaus den Geschmack der Cinderella-Fans treffen. Immerhin habe sich seit den späteren Cinderella-Werken LONG COLD WINTER und HEARTBREAK STATION laut Keifer kaum etwas an seinen Inspirationsquellen geändert: „Ich wurde stark von den Siebzigern geprägt. Sehr wichtig war für mich Hard Rock mit Blues- und American-Roots-Anleihen. Auch das neue Album folgt dieser Tradition. Es ist sehr dynamisch und die musikalische Bandbreite reicht von knallhartem Rock bis hin zu intimen Akustiknummern.“

Angesprochen auf die hinter ihm liegenden Miseren, die er auch auf THE WAY LIFE GOES verarbeitet, reagiert Tom Keifer mit einer unerwarteten Leichtigkeit: „Na ja, wenn du alles direkt hintereinander abbekommst, bist du zumindest schon darauf vorbereitet“, bricht Keifer – unglaublich, aber wahr – in (kratzig) lautes Lachen aus. „In den Neunzigern änderte sich alles für mich. Die ganze Musikindustrie wandelte sich und dazu kamen noch die Probleme mit meiner Stimme. Das war ein echter Schlag, den ich da einstecken musste. Es ging dabei ja nicht nur um das, was ich liebte, sondern zusätzlich um meinen Lebensunterhalt. Dazu kamen noch die emotionalen und psychologischen Aspekte, wenn du als Sänger dein Instrument verlierst. Ich hatte unter schweren Depressionen und allem, was mit einem so schweren Verlust einhergeht, zu leiden. Ich weiß, dass es vielen aus dem Musikgeschäft so ging. Das kam alles so unerwartet. Es war, als ob unser gesamtes Jahrzehnt plötzlich keine Rolle mehr spielte und für nichtig erklärt wurde. Aber so ist das Business eben. Diese Phase meines Lebens war sehr beängstigend und damit umzugehen, dauerte Jahre“, erinnert sich Keifer.

„Die meisten Leute, die dieselbe Diagnose bekommen, können nie wieder singen.“

Dennoch hegt er keinen Groll gegenüber den damaligen Entscheidungsträgern. Und so hat die Fertigstellung seines Solowerks auch nichts von einer späten Vergeltung für Keifer: „Damit hat es wirklich nichts zu tun. Klar tat es weh, vom eigenen Label zurückgewiesen zu werden. Aber dann nicht mehr in der Lage zu sein, Musik zu machen, war doppelt so schlimm. Deshalb bin ich einfach stolz auf dieses Album. Endlich habe ich neue Musik erschaffen.“ Wie es wohl nur ein Mensch schafft, der überdurchschnittlich viel Leid wegzustecken hatte, konnte Keifer aus seinen Krisenzeiten noch einige Lektionen ziehen. „Wie tief sich mein Sturz in den Neunzigern auch anfühlte, so habe ich doch mit den Jahren verstanden, dass alles in gewissen Kreisläufen geschieht. Es stimmt: Was abhebt, muss wieder auf dem Boden einschlagen. Jedoch gilt auch das Gegenteil! Auch wenn diese Tage sehr düster waren, es wandte sich doch alles zum Guten“, optimistisiert Keifer zufrieden und etwas altersmild vor sich hin. Bevor er aber diese Gelassenheit erlangen konnte, musste Keifer einige ordentliche Brocken aus seinem Weg räumen. Das größte Hindernis war und ist dabei bis heute die durch einen starken grippalen Infekt verursachte partielle Lähmung seines linken Stimmbands.

Rückblende: Europe – ›The Final Countdown‹

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europeEin ausgeliehener Synthesizer, ein Funke der Inspiration und ein bisschen Glück: Fertig war der Song, der eine Band, die im Eiltempo Richtung Abstellgleis fuhr, plötzlich in 25 Ländern auf Platz 1 brachte – und den wirklich JEDER kennt.

Es ist eine der bekanntesten und allgegenwärtigsten Notenfolgen in der populären Musik – wahrscheinlich könnte sie selbst die Queen auf Befehl vor­sum­men. Das Titelstück vom dritten Album von Europe wurde 2016 zwar 30, doch jenes simple Keyboard-Riff von ›The Final Countdown‹ geht noch auf Joakim Larssons Studentenzeit in Stockholm zurück – vielleicht sogar auf jene Zeit, bevor er sich Joey Tempest nannte.

„Ich ging damals noch auf die Uni. Da gab es diesen Typen, den ich kannte, Mic Michaeli, er war in einer Band namens Avalon“, erinnert sich der Sänger. „Eines Tages ging ich zu ihm und fragte, ob ich mir sein Keyboard borgen könnte. Er muss mich für einen totalen Irren gehalten haben, aber er sagte tatsächlich Ja.“ Viel später dann übernahm Michaeli den Posten des Keyboarders bei Europe von Tempest.

Als der mit dem ausgeliehenen Korg PolySix herumspielte, stieß er auf diesen ausladenden Sound, aus dem das lange Intro des Songs wurde. Doch eine Zeitlang wurde der noch namenlose Klangfetzen erst mal nicht weiterentwickelt. „Ich wusste, dass es etwas Besonderes war, aber ich konnte keinen Song daraus stricken“, sagt Tempest heute. Und dann kam es zu einem glücklichen Zufall. Das Büro des Europe-Managements befand sich direkt gegenüber von einem Club, in den die Band oft ging. „Unser Manager schlug vor, dass sie dort das einminütige Stück zu ihrer Lasershow spielen könnten – einfach zum Spaß. An der Bar unterhielten [Bassist] John Levén und ich uns dann darüber, wie man mehr daraus machen könnte.“

Inspiriert von seiner Liebe zu UFO, spielte Joey mithilfe einer Drum-Maschine den galoppierenden Beat ein, und nachdem ihm das Wort „Countdown“ in den Sinn kam, schrieb er einen Text inklusive der Worte „leaving together“ und „heading for Venus“. „Danach fügte sich dann alles ziemlich schnell. Der Gesang bleibt über die gesamte Länge in einer monotonen Linie, während sich die Akkorde darunter verändern. Mir wurde erst später im Leben klar, dass viele klassische Komponisten so arbeiten. Das ist hypnotisch und ziemlich cool.“ Doch ob­­wohl er den Song seinen Bandkollegen präsentierte, schaffte er es – immer noch sperrige sechseinhalb Minuten lang – nicht auf die ersten beiden Europe-Alben. „Wir waren eine Gitarrenband … das war für uns sehr un­­­gewöhnlich“, erklärt Tempest.

Doch letztlich entschieden sich Europe, dass die Zeit reif war, um, wie er es sagt, „den Kopf rauszustrecken und mal was anderes zu machen“. John Norum versuchte im Studio, ›Lazy‹ von Deep Purple in seinem Gitarrensolo heraufzubeschwören, während Journey-Produzent Kevin Elsons Vorschlag abgelehnt wurde, den absichtlich britischen Beat durch einen amerikanischeren, wuchtigeren zu ersetzen.

„Einen Tag lag hieß das Stück tatsächlich ›The Final Breakdown‹“, sagt Joey lachend, „doch letztendlich fanden wir die ursprüngliche Idee und den Titel besser, denn zu dem Rhythmus wollte man einfach auf und ab springen.“

David Bowie: The Royal Mail präsentiert Gedenkbriefmarken

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bowie briefmarkenThe Royal Mail, die britische Post, kündigt an, diverse Briefmarken-Sets zu Ehren von David Bowie zu veröffentlichen.

Ab dem 14. März sollen unterschiedliche Gedenkmarken-Sets für den 2016 verstorbenen David Bowie online erhältlich sein. Die Motive der Marken, die im Rahmen der sogenannten „Music Giants Special Stamp Series“ erscheinen, wurden heute präsentiert.

Darunter befinden sich die Cover-Artworks der Alben HUNKY DORY, ALADDIN SANE, HEROES, LET’S DANCE, EARTHLING und ★ (BLACK STAR) sowie vier Live-Abbildung der 1973er „Ziggy Stardust Tour“, der 1978er „Stage Tour“, der 1983er „Serious Moonlight Tour“ und der 2004er „A Reality Tour“.

Diese Marken und weitere Informationen über zusätzlich angebotene „Geschenke und Andenken“ findet ihr auf der Website der Royal Mail:
bowie briefmarken

Roy Orbison: Starkonzert BLACK & WHITE NIGHT kommt als Jubiläumsedition

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roy orbisonVor 30 Jahren lud sich Roy Orbison für sein TV-Special BLACK & WHITE NIGHT Freunde wie Bruce Springsteen, Jackson Browne und Tom Waits ein. Jetzt erscheint die Jubiläumsausgabe.

Roy Orbison beeinflusste dank seiner unvergleichlichen Stimme und Songklassikern wie ›Oh, Pretty Woman‹, ›Dream Baby‹ oder ›Only The Lonely‹ zahlreiche nachgeborene Rockmusiker. Mit einigen davon tat Orbison sich 1987 für seinen Konzertfilm BLACK AND WHITE NIGHT zusammen.

So stand der damals 51-jährige Sänger im Cocoanut Grove Nachtclub in Los Angeles gemeinsam mit Bruce Springsteen, Jackson Browne, Tom Waits, Elvis Costello, k.d. Lang, Bonnie Raitt, T Bone Burnett, J.D. Souther und Jennifer Warnes auf der Bühne.

Der Auftritt wurde komplett in schwarzweiß gefilmt und 1988 als Konzertfilm und Livealbum veröffentlicht.

30 Jahre später erscheint am 24. Februar mit BLACK AND WHITE NIGHT 30 eine Deluxe-Edition des berühmten Live-Mitschnitts – und zwar als CD/DVD- sowie als CD/Blu-ray-Set. Im Bonusteil findet sich der „geheime“ Auftritt, den Orbison und Co im Anschluss an die offizielle Show spielten.

Die dort aufgezeichneten Darbietungen von ›Dream You‹, ›Comedians‹, ›Candyman‹, ›Claudette‹ und ›Uptown‹ sind bisher nie veröffentlicht worden.

BLACK & WHITE NIGHT beeindruckte mit einem erstaunlichen Allstar-Aufgebot:

Was hört die Redaktion? – Januar/Februar 2017

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01 Ryan Adams
›Shiver And Shake‹

Vor einem neuen Album von Ryan Adams fragt man sich immer: Wird’s ein Akustikalbum (vgl. HEARTBREAKER/LOVE IS HELL) oder macht er die Verstärker an (vgl. ROCK’N’ROLL oder GOLD)? PRISONER ist quasi der Mix, denn thematisch geht’s ausschließlich ums gebrochene Herz und die Hölle der Liebe, aber die Gitarren sind elektrisch.

02 The Band
›The Weight‹

last waltzDer schwelgerische Folkrockklassiker, geschrieben von Robbie Robertson, hat seit den 60ern nichts von seiner Faszination verloren. Der Song findet sich sowohl auf Robertsons neuer Karriererückschau TESTIMONY, als auch auf der Jubiläumsedition von „The Last Waltz“, dem Abschiedskonzert von The Band.

03 The Beatles
›Tomorrow Never Knows‹

50 Jahre REVOLVER! Wie irre, fantastisch wahnsinnig die Errungenschaften waren, die zu SGT. PEPPER führten, zeigt der Multi-Multi-Track am Ende des Meilensteinalbums.

04 Black Star Riders
›When The Night Comes In‹


Anfang Februar eröffnen die Iren das Feuer. Mit HEAVY FIRE veröffentlichen die ehemaligen Thin-Lizzy-Musiker ihr drittes Album unter dem Namen Black Star Riders. Wie schon bei den vorherigen Kompositionen steckt aber auch hier richtig viel Thin Lizzy drin. ›When The Night Comes In‹ erinnert nostalgisch an ›The Boys Are Back In Town‹ und ›Jailbreak‹.

05 Kate Bush
›Under Ice‹

Wir werden uns nie verzeihen, nicht live dabeigewesen zu sein. Und uns weiter eine DVD zu diesem Jahrhundertereignis wünschen. Doch auch das Tondokument verzaubert und entführt uns in die einzigartige Atmosphäre der Bühnenrückkehr dieser Ausnahmekünstlerin.

06 Crowded House
›Never Be The Same‹

Eine dieser Bands, die nie ein großes Buhei um sich gemacht hat – aber wenn man hinhört, entdeckt man Songwriting auf der Schwelle zur Genialität. Die große Retrospektive der neuseeländisch/australischen Erfolgsgitarrenband der 80er/90er ermöglicht uns, nicht nur ihre größten Hits, sondern auch übersehene Albumtracks wieder zu würdigen.

07 Bob Dylan
›Leopard-Skin Pill-Box Hat‹

bob dylan royal albert hallDie jetzt veröffentlichten Mittsechziger-Aufnahmen Dylans aus London (THE REAL ROYAL ALBERT HALL 1966 CONCERT!) zeigen das Genie auf der Höhe seiner Kunst. Der coolste Krach, der sich denken lässt, wie auf diesem überbordend-elektrischen Bluestrack vom Album BLONDE ON BLONDE.

08 Georgie Fame & The Blue Flames
›In The Meantime‹

Mit Hammond-Orgel, schneidigen Bläsern und coolem Beat konnte man Mitte der 60er-Jahre Britanniens Mods auf die Tanzfläche lotsen. Aber derart lässig groovender Soul-Pop-Jazz-R&B macht auch heute noch Spaß. Nachzuhören auf der aktuellen CD-Box SURVIVAL – A CAREER ANTHOLOGY.

09 John Garcia
›Gardenia‹

Kann Stoner Rock auch unplugged funktionieren? Erstaunlicherweise ja, wie Wüstengott und Ex-Kyuss-Frontmann John Garcia auf seinem neuen Akustikalbum ziemlich eindrucksvoll unter Beweis stellt.

10 Green Buzzard
›Do You Ever Glow‹

Sydney ist das neue Manchester, keine Frage. Mit Green Buzzard verbreitet eine weitere Band Früh-90er-Vibes zwischen Shoegaze-Gitarren und Oasis-Rock’n’Roll.

11 Guns N‘ Roses
›Estranged‹


Sie kommen! … Neben Hannover auch ins Olympiastadion München, wo am 26. Juni 1993 die eindrucksvollen Live-Sequenzen zum Kult-Video des UYI-Epos entstanden.

12 Mother Love Bone
›This Is Shangrila‹

Der Opener ihres Debüts APPLE hat auch nach 26 Jahren nichts von seinem frechen Charme verloren. Schöner 80er-Rock mit einem Hauch Crossover. Schade, dass es diese großartige Band nur so kurz gab.

13 Pretenders
›Alone‹

Als wäre die Zeit stehengeblieben, schafft es Black-Keys-Mastermind Dan Auerbach, die Magie und lässige Unbeschwertheit der Anfangstage zu beschwören. Tolle Platte.

14 R.E.M.
›Radio Song‹


Auch 25 Jahre nach OUT OF TIME ist der ›Radio Song‹ noch frisch und aktuell. Und ganz besonders eines: ein riesiger Ohrwurm!

15 The Rolling Stones
›Hoo Doo Blues‹

Einer der vielen Knaller der hochgelobten neuen Stones. Im Original von Lightnin‘ Slim aus dem Jahr 1957. Jagger muss gesanglich alles geben. Er bekommt es fast hin, was in diesem Fall auch eine starke Leistung ist.

16 Rush
›2112‹

Dieses wundervolle, über 20 Minuten andauernde, mehrteilige Songepos feiert seinen 40. Geburtstag und ist nach vier Dekaden immer noch genauso beeindruckend wie am Anfang.

17 Status Quo
›(April) Spring, Summer And Wednesdays‹


Erweisen wir Rick Parfitt die Ehre! Denn im Telecaster-Duett mit Francis Rossi und als Harmoniesänger am Mikro verdanken wir ihm so wunderbar geradlinige Rocker wie diesen hier. Und noch ein paar mehr…

18 Type O Negative
›Everyone I Love Is Dead‹

Jeff Wagners äußerst lesenswerte Biografie über Peter Steele ließ uns mal wieder die alten Type-O-Nummern anklicken – und bis heute hat niemand diese köstliche Mischung aus Metal, Pop, Goth, Melodie, Sarkasmus, fettem Sound und Augenzwinkern besser hingekriegt. Nicht mal annähernd.

19 Hank Williams
›Honky Tonk Blues‹

hank williamsDer Song zum „Rock-Mythos“ dieser Ausgabe: Der Hillbilly-Shakespeare in bestechender Form – und mit einer Moritat über die Versuchungen der großen Stadt.

20 Neil Young
›Peace Trail‹

neil young peace trailDas melodisch-nachdenkliche Titelstück von Youngs neuester Protestplatte. „Ain‘t taken my last hit yet“, macht der 71-jährige Rebell klar. „I know that things are different now/I see the same old signs/But something new is growing.“ Es bleibt Hoffnung, auch in schwierigen Zeiten.

Das letzte Wort: Thurston Moore

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thurston mooreAls Sänger und Gitarrist von Sonic Youth zählte er ab Anfang der 80er Jahre zu den einflussreichsten Künstlern der amerikanischen Noise-Rock/No-Wave-Bewegung. Und auch heute will sich der erklärte Normenverweigerer nicht festlegen lassen: Nachdem die New Yorker Alternative-Kultband seit 2011 auf Eis liegt, hat Thurston Moore sowohl solo als auch mit seiner Formation Chelsea Light Moving sowie zahlreichen Kollaborationen mit Yoko Ono, der Black-Metal-Allstar-Band Twilight und vielen anderen Furore gemacht. Und schließlich betreibt der 58-Jährige nebenbei noch sein eigenes Plattenlabel und einen kleinen Buchverlag.

Du drückst dich durch ganz verschiedene künstlerische Projekte aus. Je älter du wirst, desto mehr nimmst du dir scheinbar vor.
Ich war schon immer sehr gerne beschäftigt. Doch je älter man wird, desto klarer wird einem, wie schnell die Zeit vergeht und wie wenig einem eigentlich noch auf dieser Welt vergönnt ist. Also versuche ich, vor meinem Abgang noch möglichst viele meiner Ideen zu verwirklichen.

Machst du jemals Urlaub?
Urlaube sind eine merkwürdige Angelegenheit. Es fühlt sich an, als wäre man in einer fremden Welt oder auf einem anderen Planeten. Aber 2016 war ich tatsächlich mit meiner Freundin für ganze zehn Tage im Urlaub. In einem winzigen italienischen Ort ohne WiFi-Empfang. Das Handy blieb also aus. Allerdings nehme ich meine Gitarre überall hin mit. Sie schaute mich zwischendurch mit liebevollem Blick an und sagte: „Hey, setz dich ruhig mit einem schönen Glas Rotwein an den Strand. Wenn du mich brauchst, weißt du, wo du mich findest“. Meine Gitarre ist ein sehr verständnisvolles Instrument.

Sonic Youth liegen mittlerweile seit mehr als fünf Jahren auf Eis, seit einiger Zeit wird der Back-Katalog auf Vinyl wiederveröffentlicht. War es im Nachhinein eine richtige Entscheidung, den Stecker zu ziehen?
Natürlich vermisse ich die Band manchmal. Sonic Youth wurden 1980 von mir ins Leben gerufen. Es ist ein großartiges Gefühl, unseren Einfluss auf die Menschen und die Popkultur zu beobachten. Wir hatten einen tollen Lauf und können sehr stolz auf unser Werk sein, aber ich würde nicht sagen, dass das Ende zu schnell für uns kam. Der Zeitpunkt, den Stecker zu ziehen, war genau richtig. Seitdem Sonic Youth nicht mehr ist, haben sich in meinem Leben viele andere, aufregende Dinge getan.

Du bist neuerdings in London beheimatet.
Ich habe hier eine neue Band, mit der ich im April die zweite Soloplatte veröffentliche. London hat mich schon immer fasziniert. Diese Stadt hat eine fantastische Musikgeschichte. Ich bin in den 60er und 70er Jahren mit den Beatles, den Stones, The Who und später mit den Sex Pistols und The Clash aufgewachsen. Indirekt hatte London also schon immer einen sehr großen Einfluss auf meine eigene Musik. Hierher zu ziehen war ein ähnlich einschneidendes Ereignis wie damals, als ich 1976 nach New York gezogen bin. Und nicht zuletzt ist London ein perfekter Ausgangspunkt, um in ganz Europa auf Tournee zu gehen. Heute erfährt die Art von Musik, wie ich sie mache, in Europa viel mehr Wertschätzung als in den Staaten.

Warum ist dies deiner Meinung so?
Es gibt dort massive Probleme. Das, was in den Staaten heute ab­­geht, ist einfach beschämend. Das Land ist in einem desolaten mentalen Zustand und komplett verwirrt. Obwohl es meine Heimat ist, für die ich definitiv noch Gefühle hege, vermisse ich Amerika nicht wirklich. Heute fühle ich mich als Bürger Europas. Ich glaube sowieso nicht an Grenzen und ähnlichen politischen Bullshit.

Wem fühlst du dich mehr verbunden: den Beatles oder den Sex Pistols?
Definitiv den Beatles! Die Pistols haben es lediglich auf ein einziges stabiles Album ge­­bracht, während die Beatles mit ihren generationsübergreifenden Songs wirklich Musikgeschichte geschrieben haben. Und ihre Stilvielfalt war mit Einflüssen aus Dancehall, Jazz und kontemporärer Musik natürlich viel größer als die der Sex Pistols.

Du hast kürzlich mit Yoko Ono zusammengearbeitet – wie wäre es denn mit einem Duett mit Sir Paul McCartney?
Gerne! Vor Jahren habe ich ihn bei einem von Neil Young veranstalteten Benefiz-Konzert in Australien kennen gelernt, bei dem auch Sonic Youth auftraten. Er hat sich unseren Auftritt angesehen, nach der Show kamen wir kurz ins Gespräch. Er war sehr interessiert an unserer Technik und fragte uns, wie wir unsere Gitarren stimmen. Ich fand ihn sehr unterhaltsam.

Du bist bekannt für dein Black-Metal-Faible und hast kürzlich die Autobiografie von Mayhem-Bassist Necrobutcher „The Death Archives“ veröffentlicht. Was fasziniert dich eigentlich an diesem Genre?
Mir gefällt die Idee, dass sich der Black Metal völlig außerhalb üblicher Hörgewohnheiten bewegt. Je krasser und je weiter weg von „normalen“ Parametern, desto interessanter. Ich sammle auch alte Tapes. Die Jugendlichen haben sich damals Elemente aus Heavy Metal und Punk genommen, um sie auf ihre Art völlig umzuformen und ihrer kompletten Entfremdung von der Gesellschaft Ausdruck zu verleihen. Andererseits spielt wohl auch eine gewisse Vorliebe für alles Horrormäßige eine Rolle. Ich denke, vieles wurde nicht alleine aus Satansanbeterei geboren, sondern von Streifen wie „Evil Dead“ inspiriert. Ich bin ebenfalls ein leidenschaftlicher Horror-Freak.

Deine Ex-Frau Kim Gordon hat kürzlich eine Rolle in dem deutschen Horrorstreifen „Der Nachtmahr“ übernommen. Offensichtlich teilt ihr die Vorliebe für alles Gruselige.
Das ist interessant. Ich habe ihn zwar nicht gesehen, stehe aber schon seit jungen Jahren auf blutige Filme. Wobei: Wer schaut sich nicht ab und zu einen guten Horrorfilm an?

Resident Evil 7: Biohazard

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resident evilMit neuer Technik zurück zu altem Survival-Horror-Glanz.

Wo die jüngsten RESIDENT-EVIL-Ableger eher Krawall- als Gru­­­­sel-Fans bedienten, Quick-Time-Events über- und Anspruch unterdosierten, bietet Teil sieben endlich wieder das, was die Serie 1996 zum Anführer des Survival-Horror-Genres machte: einen stimmigen Mix aus unheimlicher Atmosphäre, Knobelkost und Action.

Vier Jahre nach den RESIDENT-EVIL-6-Ereignissen befehligen Spieler jetzt einen neuen Charakter namens Ethan. Die Suche nach seiner verschwundenen Frau führt zu einer Plantage in der fiktiven Stadt Dulvey, Louisiana. Veteranen fühlen sich sofort 20 Jahre zurückversetzt, steht die Plantage doch dem Herrenhaus aus dem ersten RESIDENT EVIL in Sachen Schaurigkeit in nichts nach: Hinter jeder Ecke lauern Gefahren, die Gemäuer und ihre Bewohner be­­­herbergen mysteriöse Geheimnisse. Ethan muss die Kulisse nach hilfreichen Informationen und Gegenständen un­­tersuchen, Rätsel lösen, Zombies und mutierte Monster bezwingen. Obwohl ihm eine recht breite Palette an Pistolen, Schrot­­flinten, Flammenwerfern, Kettensägen, Sprengsätzen und anderen Nettigkeiten zur Verfügung steht, ist die wichtigste Waffe Ethans Köpfchen.

Das Mehr an Denksportaufgaben, das Weniger an Heilkräutern, die Rückkehr zu einem begrenzten Inventar und ein – konträr zu den teils überhasteten Vorgängern – gemächlicheres Erzähltempo erzeugen die bedrückendste, gruseligste Grundstimmung der bisherigen Seriengeschichte. Intensiviert wird diese noch zusätzlich durch die Technik, welche auf der PlayStation 4 Pro auch 4K-Auflösung unterstützt: Exzellente Licht- und Schatteneffekte, geschmeidige Charakteranimationen, ein gespenstischer Soundtrack und zünftige Jump Scares lassen das Blut in den Adern ge­­frieren. Der größte Clou ist jedoch der lange von Fans geforderte Wechsel in die Ego-Perspektive, welche den Horror noch greifbarer macht. Vor allem, wenn man RESIDENT EVIL 7 mit Sonys Virtual-Reality-Headset spielt!

RESIDENT EVIL 7:
BIOHAZARD
PC, PlayStation 4, Xbox One
ECAPCOM

Ray Davies: Kinks-Sänger mit erstem Album seit fast zehn Jahren

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ray daviesErstmals seit 2007 wird Ray Davies wieder ein reguläres Studioalbum mit neuen Songs veröffentlichen. Es heißt AMERICANA. Unterstützt wird er darauf von den Jayhawks.

Gute Nachricht für alle The Kinks-Fans: Ray Davies, Sänger und Songschreiber der britischen Sixties-Legenden, wird am 21. April nach WORKING MAN’S CAFE (2007) wieder eine Platte mit aktuellen, selbst geschriebenen Liedern herausbringen

AMERICANA bezieht sich auf Davies‘ gleichnamige Memoiren von 2013. Das Buch habe dem Sänger auch als „Quellenmaterial“ für sein kommendes Album gedient, heißt es im Pressetext. Das sei „ein autobiografisches Werk und dokumentiert, welche wichtige Rolle die Vereinigten Staaten in der Karriere des Künstlers spielten“.

Davies hat AMERICANA selbst geschrieben und arrangiert. Als Begleitband holte sich der Brite – passend zum Albumtitel – die Americana-Spezialisten The Jayhawks ins Studio, die im vergangenen Jahr mit PAGING MR. PROUST ihr Albumcomeback gefeiert hatten.

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Trackliste:
1. Americana
2. The Deal
3. Poetry
4. Message From The Road
5. A Place In Your Heart
6. The Mystery Room
7. Silent Movie
8. Rock ‚N‘ Roll Cowboys
9. Change For Change
10. The Man Upstairs
11. I’ve Heard That Beat Before
12. A Long Drive Home To Tarzana
13. The Great Highway
14. The Invaders
15. Wings Of Fantasy