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Werkschau: Unser Album-Guide zu Led Zeppelin

Die größte und größenwahnsinnigste Band einer an großen und größenwahnsinnigen Bands nicht eben armen Zeit: Led Zeppelin, die Herrscher des Seventies-Rock.

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Um das Phänomen Led Zeppelin wirklich zu verstehen, muss man die Lage der Rock-Welt um 1970 begreifen. Rock’n’Roll war zum globalen Wirtschaftsfaktor mutiert, zum Big Business, doch die großen Helden der 60er Jahre schienen mitunter verbraucht – die Beatles waren aufgelöst, die Stones auf Droge und im Steuerexil. Creedence Clearwater Revival hatten zwar ähnliches Mainstream-Potenzial, doch kriselte es auch bei ihnen. Da wurde also eine Lücke frei, und genau die schlossen Led Zeppelin. Was allerdings auch kein Zufall war.

Jimmy Page und John Paul Jones waren bereits damals mit allen Wassern gewaschene Studio-Routiniers, Robert Plant schien für die Rolle des blondgelockten Sängergottes wie geschaffen und John Bonham führte die Tradition exzentrischer Rock-Drummer mit Hingabe fort. Vor allem aber: Manager Peter Grant wusste, wie der Hase läuft, hatte das Business von der Pike auf gelernt und genug Durchsetzungsvermögen, um im damals noch ziemlich halbseidenen Showgeschäft mit Nachdruck zu bestehen. Für seine Schützlinge tat er buchstäblich alles.

Was die künstlerischen Verdienste Led Zeppelins keineswegs schmälert: Ob kompositorisch, produktionstechnisch oder in Sachen Virtuosität – das Quartett setzte Maßstäbe. Von der Kritik meist zerrissen, vom Publikum heiß geliebt, lieferten Led Zep den Soundtrack der 70er. Und flirteten mit all jenen Versuchungen und Verirrungen, die dieses dekadente Rock-Jahrzehnt so exzessiv zu bieten hatte: Glamour, Groupies, schwarze Magie, Koks-Partys in der eigenen Boeing, Prügeleien hinter der Bühne, eitle Selbstdarstellung, Größenwahn, Selbst-zerstörung. Klingt zu negativ? Betrachten wir es wertfrei: Led Zeppelin waren Kinder ihrer Zeit, nahmen mit, was mitzunehmen war, entsprechend ihrer exponierten Stellung auf höchstem Niveau. Und zwar bis zum bitteren Ende, als Bonham mit 40 doppelten Wodkas im Blut die Trommelstöcke abgab.

Es gibt Künstler, bei denen substanziell nicht viel übrig bleibt, wenn man den Superstar-Hype abzieht. Anders Led Zeppelin, die im Kern vor allem eines waren: eine wahnsinnig gute Band, auf allen Positionen glänzend besetzt. Selbst ihre schwächeren Arbeiten waren noch immer überdurchschnittlich, und wenn sie zur Hochform aufliefen, konnten sie wahrhaft Monumentales schaffen. Songs für die Ewigkeit, eine Blaupause für nachfolgende Generationen. Was folgende Wertungen dann auch relativiert: selbst Sonderbares ist bei Led Zeppelin nicht wirklich schlecht.

Unverzichtbar

IV
Atlantic, 1971

Keine Überraschung, oder? Zwar ist ›Stairway To Heaven‹ mittlerweile – nun ja – dann doch ein wenig tot gespielt, doch die lyrische Kraft und die beispielhafte, kluge Dynamik des Songs bleiben davon unberührt. Noch besser: Die ungerade Metrik von ›Black Dog‹, der Fantasy-Folkrocker ›The Battle Of Evermore‹ mit Gastsängerin Sandy Denny, das zartbittere ›Going To California‹ und die Dampfwalze ›When The Levee Breaks‹. Am besten: ›Rock And Roll‹, das so kraftvoll abgeht wie eine Sojus-Rakete in Baikonur. Ein Album ohne einzigen Ausfall, dank der rätselhaft mystischen, je einem Bandmitglied zugeordneten Symbole bisweilen auch ZOSO oder FOUR SYMBOLS genannt.

I
Atlantic, 1969

Warum ist dieses Album unverzichtbar und nicht die Nummer II, auf der doch der Über-Hit ›Whole Lotta Love‹ mit drauf ist? Weil I eben das Debüt war, die Initialzündung und Pioniertat. Demnach also: historisch besonders wertvoll. Keine Band zuvor klang derart kraftvoll, Bonzos Schlagzeug bewegt hörbar eine ganze Menge Luft, die Blues-Adaptionen von Willie Dixon drücken einen fast an die Wand. Page lässt bei ›Dazed And Confused‹ die Telecaster bitterlich weinen und erweist auf ›Black Mountain Side‹ seinem Idol Bert Jansch der Reverenz. Robert Plant liefert prima Vokalakrobatik, nur seine Texte sind noch etwas halbgar. Macht aber nichts.

Wunderbar

II
Atlantic, 1969

Led Zeppelin II

Die Fortsetzung des Debüts, stilistisch ähnlich, aber alles in allem schwerblütiger. Dreh- und Angelpunkt war selbstverständlich ›Whole Lotta Love‹, das als Single bis auf Platz 4 der US-Charts stieg und dessen Trademark-Riff so stilprägend war wie Jahre zuvor ›Satisfaction‹ der Stones oder kurz darauf Deep Purples ›Smoke On The Water‹. Außerhalb der USA veröffentlichten Led Zep auf Grants Geheiß keine Singles – die Leute sollten das Album kaufen. Was sie auch taten.: Platz 1 in Deutschland, UK und den USA. Ebenfalls hörenswert: Bonzos Solo auf ›Moby Dick‹.

III
Atlantic, 1970

Man will es kaum glauben, aber die Musikkritik, vor allem die amerikanische, ging mit Led Zep damals überaus hart ins Gericht, von tumben Bluesrockberserkern war da gerne die Rede, die außer „laut“ und „wichtigtuerisch“ nichts draufhätten. III war die passende Antwort: Der vorwärts rumpelnde Opener ›Immigrant Song‹ geriet zwar ein wenig hysterisch, doch dann zogen Led Zep den Hut vor Akustik-Folkies wie Roy Harper und erweiterten ihr Repertoire damit ganz gewaltig. Groß-artig: das Remake des Traditionals ›Gallows Pole‹.

PHYSICAL GRAFFITI
Swan Song Records, 1975

Led Zeppelin Physical Graffiti

Doppelalben kamen Mitte der 70er in Mode, da mussten natürlich auch Led Zep mitmischen. Was sie mit ihrem sechsten Studioalbum taten. Da nicht genügend neue Songs vorhanden waren, landete auf dem 15 Stücke starken Doppeldecker auch bislang Unveröffentlichtes aus dem Archiv, was der Stringenz erstaunlicherweise keinen Abbruch tat. Ein Album, dessen Anschaffung bereits ein einziger Song rechtfertigt: ›Kashmir‹, jenes orientalisch angehauchte Rhythm & Riff-Monster, das mit seinen achteinhalb Minuten keine Sekunde zu lang ist. Im besten Sinne.

PRESENCE
Swan Song Records, 1976

Led Zeppelin Presence

Als Zeppelins siebtes Studioalbum erschien, waren nicht alle Fans glücklich: Statt sich weiterhin auf Blues-Rock und Akustisches zu beschränken, flirteten Page und Co. in den Münchner Musicland Studios zunehmend mit zeitgenössischen Einflüssen. Der Opener ›Achilles Last Stand‹ kokettierte mit dem aufkommenden Metal, die gesamte Produktion, erstmals ohne Keyboards und Akustikgitarren, zitierte die minimalistische Kühle und Schärfe der New-Wave-Bewegung. Was konservativere Fans als Verrat am heiligen Blues Rock werteten. Dennoch: Ein interessantes Statement.

Anhörbar

HOUSES OF THE HOLY
Atlantic, 1973

Seien wir ehrlich: Dieses Album ist mehr als anhörbar, sogar ziemlich gut. Bassist John Paul Jones brilliert bei ›The Rain Song‹ als Arrangeur und Meister auf dem Mello-tron, der Siebenminüter ›No Quarter‹ avancierte fortan zum zentralen Dauerbrenner im Live-Repertoire, mit ›Over The Hills And Far Away‹ wurde erneut dem Britfolk Tribut gezollt. Einen bedauerlichen Ausfall gibt es allerdings schon zu beklagen: ›D’yer Mak’er‹ war wohl als lustige Reggae-Verballhornung gedacht, ist aber ziemlich albern. Led Zeps ›Ob-La-Di, Ob-La-Da‹. Ein echter Schönheitsfehler.

IN THROUGH THE OUT DOOR
Swan Song Records, 1979

Auch dies ist ein prima Album, manch andere Band wäre froh, ein derartiges Werk vollbracht zu haben. Allerdings sind hier gewisse Verschleißerschei-nungen spürbar: Page laborierte an seinem Heroinproblem, Bonham war meistens voll wie tausend Russen, Plant trauerte noch immer um seinen Sohn. Im Stockholmer „Polar Studio“, Heimstatt der Pop-Könige Abba, traf man sich deshalb nur selten zur selben Zeit. Overdubs hieß das Zauber-wort, was der Studio-Magie dann doch ziemlich abträglich war. John Paul Jones versuchte, alles zusammenzuhalten, doch der Biss war irgendwie weg.

CODA
Swan Song Records, 1982

Led Zeppelin CODA

Der Schwanengesang, veröffentlicht zwei Jahre nach Bonzos Ableben. Im Grunde nichts anderes als eine Resteverwertung, dafür jedoch durchaus brauchbar. Zwei Live-Takes von 1970 zeigen die Band in erfreulicher Form, die 1993 erschienene CD-Ausgabe brilliert gar mit drei weiteren Konzert-Mitschnitten der Jahre 1968 und 1969: vier noch junge Typen, die in vollem Saft standen und das der Welt beweisen wollten. Die sechs, in der CD-Version sieben Studio-Outtakes sind nicht weltbewegend, für Fans aber natürlich dennoch von Interesse. Ein Album, das man kauft, wenn man alles andere bereits hat.

Sonderbar

THE SONG REMAINS THE SAME
Swan Song Records, 1976

Led Zeppelin The Song Remains The Same

Das einzige zu Lebzeiten der Band erschienene Live-Album, und genau das ist das Problem: Wenn man schon einen Mitschnitt veröffentlicht, dann bitte einen, der die Band in Höchstform präsentiert, was während der Aufnahmen 1973 im Madison Square Garden aber leider nicht der Fall war. Zu wenig für ein Doppelalbum, das konnten Deep Purple mit MADE IN JAPAN deutlich besser. Wer die Originalbesetzung live im Wohnzimmer genießen möchte, greife besser zu HOW THE WEST WAS WON, mitgeschnitten 1972 in Kalifornien, erschienen 2003.

Skid Row: Sänger Erik Grönwall steigt aus …

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… und Lzzy Hale hilft aus. Die Sängerin und Gitarristin der Band Halestorm wird Skid Row bei den anstehenden Tourterminen in den Staaten am Gesang unterstützen, nachdem Erik Grönwall sich für einen Ausstieg aus der Band entschieden hat. Im März 2022 hatte der Schwede, ehemals bei H.E.A.T. am Gesang, bei Skid Row angeheuert.

In dieser Konstellation hatte die Band auch das Album THE GANG’S ALL HERE veröffentlicht, doch jetzt möchte Grönwall seine Gesundheit priorisieren. Zum Zeitpunkt seines Einstiegs 2022 hatte er eine Leukämie-Behandlung hinter sich, weswegen sich der straffe Tourplan von Skid Row als große Herausforderung erwies. In einem Statement erklärten Grönwall und Skid Row gestern Abend: „Es hat sich als schwierig erwiesen, mit einem geschwächten Immunsystem, das eine Folge meiner Knochenmarktransplantation ist, durch die Welt zu touren. Ich respektiere und verstehe, dass Skid Row eine tourende Band ist, aber da ich meiner Gesundheit in der Band keine Priorität einräumen kann, habe ich beschlossen, dass es besser für mich ist, beiseite zu treten.“

Flashback: Bryan Adams nimmt ›Run To You‹ auf

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1984 erschien Bryan Adams viertes Studioalbum RECKLESS. Als erste Single veröffentlichte er seinen Hit ›Run To You‹. Adams schrieb den Titel 1984 zusammen mit Jim Vallace, mit dem er schon seit Beginn seiner Karriere zusammenarbeitete. Beide boten den Song zuerst Blue Öyster Cult an, die ihn ablehnten. Nachdem auch 38 Special kein Interesse an dem Stück zeigten, beschloss Adams, es selbst zu verwenden.

Am 27. März 1984 begab er sich in die „Little Mountain Sound Studios“ in Vancouver, um mit den Aufnahmen zu beginnen. Er veröffentlichte ›Run To You‹ später als erste Single seines Albums RECKLESS. Ein Glücksgriff, denn es sollte einer der erfolgreichsten Songs seiner Karriere werden. Auch das Video schlug ein. MTV spielte es rauf und runter. Außerdem wurde es bei den MTV Music Awards 1985 in fünf Kategorien nominiert. Auch wenn es letztendlich keinen Award gewann, wurde kein Song von Bryan Adams jemals wieder in so vielen Kategorien nominiert.

Bis heute zählt ›Run To You‹ zu den erfolgreichsten Songs des Kanadiers und ist auf jeder von ihm veröffentlichten Compilation enthalten.

Mannequin Pussy: Fehler im System

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Im Grunde könnte alles so schön sein“, sagt Mannequin-Pussy-Frontfrau Marisa Dabice. „Wir leben in einem Paradies, in dem jede:r glücklich werden könnte. Doch leider vernichten wir diesen Himmel auf Erden jeden Tag ein Stück mehr.“ Eine scheinbar unaufhaltsame Abwärtsspirale, der sich das amerikanische Alternative-Rock-Quartett nun auf seinem neuen Album I GOT HEAVEN entgegenstellt. „Als Maxine dieses Gitarrenriff spielte, hatte ich sofort den Refrain zum Titelsong von I GOT HEA- VEN im Kopf. Daraus entwickelte sich später ein thematischer roter Faden, worum es in den neuen Stücken gehen sollte“, blickt Dabice auf die Entstehung des vierten Studiowerks der von der US-Ostküste stammenden Formation zurück. Als eine Reflexion ihrer ganz persönlichen Lebensrealität beschreiben Colins Regisford (Bass, Gesang), Kaleen Reading (Drums), Maxine Steen (Gitarre, Keyboard) und Sängerin/Gitarristin Marisa Dabice ihren neuen Longplayer, auf dem die Band einmal mehr ziemlich gekonnt zwischen Punk, Indierock und Candy-Pop balanciert. Je schlechter die Zeiten, desto aufbauender die Kunst, wie Mannequin Pussy auf Tracks wie der Noise-Kaskade ›Sometimes‹, dem psychedelischen Äther-Trip ›Nothing Like‹ oder dem hyper-aggressiven ›Aching‹ zeigen.

„Die Kunst war schon immer ein Spiegel dessen, was in der Gesellschaft passiert“, fährt Maxine fort. „Die Politik will uns vorschreiben, wie wir sein sollen. Was wir zu denken und zu tun haben. Die Musik ist unsere ganz persönliche Ausdrucksform, gegen dieses System zu rebellieren, in dem wir leben. Trotzdem würden wir uns nicht als Protestband bezeichnen. Protest ändert in meinen Augen nicht das Geringste. Unserer Regierung ist es egal, wieviele Hunderttausende von Menschen auf die Straße gehen, und auch in den Medien wird in den Staaten nicht darüber berichtet. Also müssen wir als politisch engagierte Individuen neue Wege finden, uns zu vernetzen und zu organisieren, wenn wir etwas verändern wollen.“ Veränderung – ein Begriff, der sich zwischen den Zeilen durch einen Großteil der Lieder von I GOT HEAVEN zieht. Ob zwischenmenschlich, politisch oder spirituell: Mannequin Pussy setzen auf Selbstermächtigung in allen Bereichen. „Es gibt nur zwei Ereignisse in unserem Leben, die wir nicht kontrollieren können: unsere Geburt und unser Sterben“, findet Marisa. „Alles dazwischen liegt in unserer Hand. Wir machen unsere eigenen Erfahrungen und müssen uns unseren Sinn auf diesem Planeten suchen. Auf dem neuen Albumcover ist ein Mensch neben einem Tier zu sehen. Führt er es ins Schlachthaus oder lebt er friedlich in Koexistenz mit ihm zusammen? Das ist die große Frage, die wir uns jeden Tag aufs Neue stellen müssen: Was für ein Mensch will ich sein? Will ich Hass und Gewalt verbreiten oder etwas Konstruktives zum Wohl aller beitragen?“

Rückblende: Aerosmith – ›Dude (Looks Like A Lady)‹

Ein schmollendes Mitglied von Mötley Crüe, ein Songwriter für Bon Jovi, ein anzügliches Video – Joe Perry blickt zurück auf die Entstehungsgeschichte des Songs, der Aerosmith zurück in die Oberliga des Rock führte.

Nach Jahrzehnten als Superstars kann man leicht mal darüber hinwegsehen, dass Aerosmith Anfang 1987 mit dem Rücken zur Wand standen. Zwar hatten sie die schlimmste Durststrecke ohne Joe Perry und Brad Whitford überstanden, doch DONE WITH MIRRORS von 1985, das nach deren Versöhnung mit Steven Tyler, Tom Hamilton und Joey Kramer als ihre triumphale Rückkehr geplant war, stieß auf wenig Gegenliebe – selbst seitens der Band. „DONE WITH MIRRORS war unsererseits nicht gerade ein Volltreffer“, sagt Perry mehr als 30 Jahre nach dessen Veröffentlichung. „Einige Leute mögen diese Platte und einige nicht. Mir gefällt sie nicht so gut.“

Doch während das achte Album von Aero­smith von der Kritik verrissen wurde, brachte es sie dennoch auf den Weg zurück, der sie zu einer der größten Rockbands des Planeten machte – zum zweiten Mal. Erstens zeigten die Tourneen vor und nach dem Erscheinen Tyler und Perry, dass sie immer noch um den Globus reisen und spielen konnten, ohne sich gegenseitig zu zerfleischen. Außerdem lernten sie durch ihre Unzufriedenheit mit DONE WITH MIRRORS, dass sie ihr eigenes Regelwerk zerreißen mussten, wenn es an die Ar­­beit zum Nachfolger gehen würde. Das war dann PERMANENT VACATION von 1987, das ihre Karriere wiederbelebte und sich millionenfach verkaufte.

„Bei PERMANENT VA­­CA­­TION wussten wir, dass wir besser werden mussten“, so Perry. „MTV war mittlerweile eine Macht, Videos waren wichtig und das ganze Geschäft war völlig anders geworden. Wir wussten, dass wir uns und unsere Ar­­beits­weise verändern mussten. Es war eine neue Ära. Also steckten wir alles, was wir hatten, in diese Platte und hörten nicht auf, an den Songs zu arbeiten, bis sie perfekt waren. Zum Glück wurde das Album zu einem Erfolg und zum Beginn einer ganz neuen Zeitrechnung für uns.“

Dieser Erfolg wurde von der zweiten Single ›Dude (Looks Like A Lady)‹ entscheidend ge­­stärkt. Der Song selbst ist ein bombastisches Stück Pop-Rock-Perfektion und zeigt Aero­smith im Zenit ihrer comichaften Persönlichkeit, unterstrichen von einer knackigen Bläsersektion. Vom externen Songwriter Desmond Child feingeschliffen und überraschenderweise mit Elektronik angereichert, zeigte er in Reinkultur die neue, für alles offene Herangehensweise der Band.

„Computer hielten damals erstmals Einzug“, sagt Perry über die Geburt des Tracks. „Synthesizer wurden immer mehr in der Musik verwendet und ir­­gendjemand brachte mal diesen Sampler mit. Das war noch sehr primitive Technik aus der Frühzeit. Wir sampelten einen Gitarrenakkord und spielten ein bisschen damit rum, daraus wurde dann der Basisrhythmus für ›Dude …‹. Und dann fing Steve an, den Text zu schreiben.

In Memoriam: Taylor Hawkins

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Wir schließen uns der Rockwelt in der Erinnerung an den Foo-Fighters-Schlagzeuger an und feiern das Leben des geborenen Showmans und ewigen „Mister Fanboy“.

Jon Davison war zehn Jahre alt, als 1981 eine Familie aus Forth Worth, Texas, in seine Gegend in Laguna Beach, Orange County, zog. Die neuen Nachbarn hatten einen Sohn, der ein Jahr jünger als er war, blondes Haar und ein breites Blendax-Lächeln hatte. Er hieß Taylor. Taylor Hawkins. Die beiden Jungen waren bald unzertrennlich. „Star Wars“ war ihre erste Liebe, doch das war schnell vergessen, als Taylor eines Tages ganz aufgeregt seinen Kumpel anrief, um ihm von einer neuen Platte zu erzählen, die er sich gekauft hatte, THE GAME von einer Band namens Queen. „Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern“, sagt Davison heute. „Er war total von deren Schlagzeuger Roger Taylor besessen. Taylor sprach ständig darüber, wie sehr er ihn bewunderte, weil er nicht nur ein Trommler war, sondern ein singender, Songs schreibender Trommler. Lustigerweise sah Taylor in dem Alter tatsächlich wie ein kleiner Roger Taylor aus.“

Die Musik verdrängte Darth Vader bald als die größte Leidenschaft der beiden Jungs. Taylors Eltern kauften ihrem Sohn ein Drumkit, und mit Davison an der Gitarre sowie am Bass jammte er in der Hawkins-Garage. „Irgendwann entdeckte er dann Rush“, so Davison. „Neil Peart war eine große Inspiration für ihn. Und da begann er dann, sich als Schlagzeuger so richtig zu entwickeln.“ Diese Kindheitsfreundschaft setzte sich durch ihre Teenager-Jahre und darüber hinaus fort. Sie spielten gemeinsam in High-School-Bands und auch ein paar erwachseneren Gruppen, bevor sie verschiedene Wege einschlugen. Jon Davison zog nach Seattle und schloss sich als Bassist den Kult-Psychedelic- Rockern Sky Cries Mary an, bevor er schließlich Jon Anderson als Sänger der Prog-Giganten Yes ersetzte. Und Taylor Hawkins? Er kam als Drummer bei Alanis Morissette unter, was ihn dann zum Job seines Lebens führte: Schlagzeuger bei den Foo Fighters zu sein. Mit den Foo Fighters war er schließlich auch in Bogotá, Kolumbien, als er am 25. März 2022 in seinem Hotelzimmer offenbar Schmerzen in seinem Brustkorb spürte. Die Notärzte fanden ihn reglos vor und versuchten, ihn wiederzubeleben, doch er wurde noch vor Ort für tot erklärt. Er war 50. „Die Foo-Fighters-Familie ist tief erschüttert vom tragischen und frühen Verlust unseres geliebten Taylor Hawkins“, verkündete die Band in einem Statement. „Sein musikalischer Geist und ansteckendes Lachen werden für immer in uns allen weiterleben.“ Jon Davison sprach zehn Tage nach Hawkins’ Tod mit uns und verarbeitete immer noch den Verlust seines lebenslagen Freundes.



„Wir riefen einander mindestens einmal in der Woche an und unterhielten uns, einfach um einander auf dem Laufenden zu halten und alles Gute für unsere Abenteuer zu wünschen“, sagt er. „Wir sprachen miteinander, kurz bevor er nach Südamerika flog. Ich beendete gerade eine Tournee mit [dem einstigen Moody-Blues-Frontmann] John Lodge und er freute sich sehr für mich. Und jetzt ist er nicht mehr da. Es ist ein riesiger Schock.“ Schock war nur eine der Reaktionen, als die Nachricht von Hawkins’ Tod um die Welt ging. Es gab auch Trauer und Gram darüber, von denen, die ihn kannten oder auch nicht. Aber es gab auch eine wahre Lawine der Liebe und Bewunderung von den vielen Menschen, mit denen er in seiner beeindruckenden Karriere zusammengearbeitet hatte. „Schockiert und traurig über den Tod von Taylor Hawkins“, twitterte Guns-N’-Roses-Frontmann Axl Rose. „Er war ein wirklich toller Typ, Schlagzeuger und Familienmensch. Es war immer toll, ihn zu treffen.“ „Er war ein so unglaublich positiver Quell von Musik, Energie und Liebe, und ein wahrer Künstler durch und durch … Es gibt einfach keine Worte, um gebührend auszudrücken, wie sehr er von allen vermisst werden wird“, verkündeten Geddy Lee und Alex Lifeson von Rush. „Er war nicht nur ein GROSSARTIGER Schlagzeuger, sondern hatte auch eine große, strahlende Persönlichkeit und wird von allen schmerzlichst vermisst werden, die das Glück hatten, mit ihm gelebt und gearbeitet zu haben“, schrieb Paul McCartney, der 2017 auf dem Song ›Sunday Rain‹ der Foo Fighters trommelte und die Band später in die Rock And Roll Hall Of Fame einführte.


Zahlreiche andere Musikstars würdigten Hawkins: Brian May und Roger Taylor von Queen, Joan Jett, Elton John, Slash, Liam Gallagher, Ozzy Osbourne, Alice Cooper, Travis Barker von Blink 182, Gene Simmons und Paul Stanley von Kiss … Sie sagten alle dasselbe: Taylor Hawkins war ein überragender Musiker und ein wundervoller Mensch. „Taylor war nicht nur sehr nahbar und hatte ein großes Herz, er war vor allem selbst auch ein riesiger Musikfan“, sagt Luke Spiller, Sänger von The Struts. „Die Leute erkannten das in ihm, weshalb er so innige Verbindungen aufbaute und so absolut geliebt wurde.“ Spiller lernte Hawkins 2016 kennen, als dessen Coverband Chevy Metal neben The Struts bei einem Festival in Napa, Kalifornien, auftrat. Hawkins lud Spiller während des Sets von Chevy Metal auf die Bühne ein, um zusammen ein paar Songs von Queen zu singen. „Das war nur ein kleiner Vorgeschmack auf das, was folgen sollte, denn später wurden wir dann ihre Vorgruppe und spielten jeden Abend mit ihnen ›Under Pressure‹“, so Spiller. Seine Freunde für ›Under Pressure‹ auf die Bühne zu holen, war sehr typisch für Hawkins – dasselbe tat er 2019 bei einem Foo-Fighters-Gig in Dublin mit Jon Davison. Es war auch Hawkins, der Spiller 2019 davon überzeugte, aus Großbritannien nach Los Angeles zu ziehen.

„Man begegnet in diesem Geschäft vielen Menschen, die niemals anderen Leuten helfen würden, und er war das genaue Gegenteil“, sagt er. „Er wurde sowas wie ein Mentor für mich.“ Von all den Musiker*innen, mit denen sich Hawkins über die Jahre anfreundete, standen Queen wohl an erster Stelle. Brian May lernte ihn kennen, als Hawkins und Foo-Fighters-Gitarrist Pat Smear ihm 1997 den „Kerrang! Lifetime Achievement Award“ überreichten. „Ich traf ihn kurz, als er mit Alanis Morissette tourte, und da sagte er mir, dass er ein Riesenfan von Queen war“, sagte May im vergangenen Februar, nur einen Monat vor dem Tod des Schlagzeugers. „Da wurde mir klar, dass die beiden enzyklopädisches Wissen über Queen hatten.“ Queen waren Hawkins’ Lieblingsband gewesen, seit er damals als kleiner Junge THE GAME gehört hatte. Sie waren auch die erste Band, die er je live sah, 1982 auf der Tournee zu HOT SPACE. „Roger Taylor war einfach der Beste“, sagte er 2021. „Ich dachte: ‚Wenn ich der Drummer in einer Band sein könnte, würde ich genau wie er sein wollen. Ich würde hin und wieder Songs schreiben, Backing-Vocals beisteuern, wäre einfach eine Präsenz am Schlagzeug.“

Elton John: Captain Fantastic

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Im August 1970 gab Elton John, noch völlig unbekannt in den USA, sein Live-Debüt auf amerikanischem Boden im Troubadour in Los Angeles, einem Club mit einem Fassungsvermögen von 300 Zuschauern. Dieser eine Auftritt begeisterte das Publikum und erwies sich als entscheidender Wendepunkt in seiner Karriere.

Bei einer Umfrage des britischen Musik-Wochenblatts Record Mirror wurde Elton John 1970 in der Kategorie „Vielversprechendster Pop-Act des Landes“ auf den fünften Platz gewählt. Doch selbst dieses minimale Versprechen schien sich zunächst nicht einzulösen. Seine ersten Singles hatten es in den Charts nicht weit gebracht, und auch sein Debütalbum, EMPTY SKY, hatte nur wenig Eindruck hinterlassen. Der selbstbetitelte Nachfolger lief dann zwar wesentlich besser und erreichte Platz 5 in Großbritannien, doch seine Konzerte fanden hauptsächlich an Universitäten und in kleinen Clubs statt. Noch entmutigender angesichts der Tatsache, dass seine Singstimme ziemlich unverhohlen Richtung amerikanischer Akzent tendierte, war, dass alle US-Labels außer einem darauf verzichteten, ihm einen Vertrag anzubieten. Das Interesse an Elton war sogar so gering, dass UNI Records, ein Ableger von MCA sowie die Heimat von Neil Diamond und sonst praktisch niemandem, ihn für einen Vorschuss von exakt null Dollar an Land ziehen konnte. Eltons Geschäftsführer, der mächtige Musikverleger Dick James, stand schon kurz davor, das Handtuch zu werfen, doch machte einen allerletzten Versuch und investierte weitere 10.000 Dollar, um ihm in den USA zum Durchbruch zu verhelfen.

„Zunächst war die Idee, dass ich mit Jeff Beck im Troubadour auftrete“, sagte Elton. „Ich hatte ihn in London getroffen und mich bestens mit ihm verstanden. Doch Jeffs Manager schritt ein und sagte, weil Jeff schon so groß in den Staaten war, würde ich zehn Prozent bekommen und er 90. Er sagte zu meinem Manager Dick: ‚Jeff bekommt an manchen Orten 10.000 Dollar pro Abend und Elton würde sechs Jahre brauchen, um so weit zu kommen‘. Da saß ich also, war mit dem Deal einverstanden und dachte: ‚10.000 Dollar pro Abend, wow!‘ Und dann hörte ich, wie Dick sagte: ‚Hör zu, ich garantiere dir, dass dieser Junge innerhalb von sechs Monaten so viel verdienen wird!‘ Ich dachte nur: ‚Dick, du bist ein dummer alter Sack!‘ Also wurde nichts aus der Sache mit Jeff Beck und ich schmollte.“ Doch dann kam überraschend eine Allianz britischer und amerikanischer Industriegrößen zusammen, die fest entschlossen waren, Elton John gegen alle Widrigkeiten zu einem Star zu machen. In London ließ zum Beispiel Eltons Booking-Agent Vic Lewis die transatlantischen Telefonkabel rauchen, um Auftritte in den USA zu ergattern. Eltons persönlicher Manager Ray Williams erinnert sich an lächerliche Angebote wie 50 Dollar für eine Show in New York.

Ein Hoffnungsschimmer in der Finsternis war Travis Michael Holder, Talent-Koordinator für den winzigen, aber wichtigen Club Troubadour in Hollywood. Holder erinnert sich an wiederholte Diskussionen mit dem Besitzer des Clubs, Doug Weston, „über mein Interesse daran, einem jungen britischen Unbekannten namens Elton John, den ich im Jahr zuvor in einem Studio in England getroffen hatte, wo er ›Your Song‹ aufnahm, für seinen ersten Auftritt in den USA zu buchen“. Obwohl Weston bekräftigte, dass sein Talent-Koordinator keine Ahnung hatte, was er da tat, buchte Holder Elton als Support für Jerry Jeff Walker. Weston genehmigte es, aber berüchtigt für die harten Deals, die er schmiedete, handelte er Eltons Trio auf magere 500 Dollar für acht Gigs in einer Woche herunter. Für Holder war es ein kalkuliertes Risiko. Er wusste, dass Walker gerade mit Hochdruck an der Fertigstellung eines Albums arbeitete, und setzte darauf, dass die Buchung verschoben und Elton dann zu Headliner-Status befördert werden würde. „Ich weiß nicht, ob Doug meinen Schachzug je ganz begriffen hat“, sagte er, „aber die Publicity um diesen einen historischen Auftritt brachte dem Troub großes Prestige ein – und meinem Arbeitgeber neuen Respekt für mich.“ Mit dem Engagement im Troubadour für sechs Abende in der Tasche überzeugte Dick James MCA davon, die Hälfte der Kosten für eine Reise in die USA beizusteuern, und Vic Lewis machte sich daran, noch eine Handvoll weitere Termine zu buchen, darunter sechs Abende im Troubadour North in San Francisco, ein Abend im Playboy Club in New York und zwei in The Electric Factory in Philadelphia.

Und so kam es, dass Ende August vom Flughafen London Heathrow ein Flugzeug Richtung Los Angeles abhob, mit Elton, Schlagzeuger Nigel Olsson, Bassist Dee Murray, Eltons Texter Bernie Taupin, Produzent Steve Brown, Coverdesigner David Larkham, Tourmanager Ray Williams und Roadie Bob Stacey an Bord. Der Flug kam am Sonntag, den 23. August 1970, an, nur zwei Tage vor Eltons erster Show im Troubadour. „Wir waren nach Los Angeles geflogen“, beklagte Elton später, „13 Stunden über den Nordpol in diesem Jumbo-Jet, kamen an und fanden diesen dicken fetten Bus vor … ‚Elton John ist angekommen!‘ und sowas …“ Elton war ohnehin nervös, wie gut seine relativ unerfahrene Band vor dem anspruchsvollen Publikum in L.A. ankommen würde, und war nun noch beunruhigter darüber, welche Erwartungen seine Ankunft in einem Londoner Doppeldecker-Bus schüren würde. Norm Winter, der überschwängliche Pressesprecher von UNI Records, bestätigte das: „Wir holten ihn in einem authentischen englischen Bus ab, im Ernst. Ich mietete diesen strahlend roten englischen Bus, einen Doppeldecker, und brachte ein großes Schild daran an: ‚Elton John ist angekommen‘. Das haute ihn um. Er fand es wirklich toll.“ Es haute ihn in der Tat um, aber nicht unbedingt so, wie Winter sich das offenbar vorstellte. „Ich fand das extrem peinlich“, sagte Elton im Rolling Stone. „Alle duckten sich und versuchten, sich unterhalb der Fenster zu verstecken. Ich weiß nicht, das kam mir wie ein billiger Trick vor. Ich konnte es wirklich nicht glauben, ich dachte nicht, dass das passiert. Ich meine, ich bin ein großer Fan von Dingen, die geschmackvoll ausgeführt werden … aber Doppeldecker-Busse fallen nicht darunter.“

In der BBC-Dokumentation „The Making Of Elton John“ erinnerte sich Schlagzeuger Nigel Olsson: „Wir kamen am Sunset Strip an und es war wie eine Parade. Es war einfach unglaublich. Die Sonne Kaliforniens und überall die hübschen Mädchen. Es war großartig.“ An Bord des Busses dauerte es zwei Stunden, bis sie ihr Hotel erreichten, das Continental Hyatt House, wo Elton unter dem Namen William A. Bong eincheckte. Doch obwohl sie von dem langen Flug ausgelaugt waren, hatten sie keine Zeit, um sich auszuruhen. „Nachdem wir eingecheckt hatten, wurden wir wieder eingesammelt und ins Troubadour verfrachtet, wo The Dillards spielten … Sie waren grandios, sie beeindruckten mich sehr“, erinnerte sich Elton.

Skurrile Albumcover: HOLY DIVER von Dio

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Alles dabei, was ein Metal-Cover so braucht! Als da wären: Eine Mordor-artige Fantasy-Landschaft samt Dämon Murray, dem gehörnten Band-Maskottchen, das mit der rechten Kralle Lasso-mäßig eine Kette schwingt, während die linke eine perfekte Pommes-Gabel formt. Und im Vordergrund, um die religionskritische Botschaft zu transportieren: Ein Geistlicher mit Brille, samt Vorhängeschloss in Ketten gelegt sowie gerade eben von Murray, dem alten Pferdegesicht, ins Wasser geschleudert. Die Kette ist gerissen, was den panischen Blick des Seelsorgers hinlänglich erklärt. In einem Interview, das 2005 auf der remasterten CD-Ausgabe erschien, ruderte Ronnie James Dio, US-Amerikaner mit italienischen Ahnen und mutmaßlich katholisch sozialisiert, allerdings etwas ungelenk zurück: Es könnte doch auch, meinte er, genauso gut ein Priester sein, der gerade einen Teufel tötet. Mit Verlaub: Könnte es nicht! Zumindest solange der Man in Black nicht nebenher als Entfesselungskünstler im Varieté arbeitet, Ricky Shaynes ›Ich sprenge alle Ketten‹ durch pure Willenskraft zu realisieren imstande ist oder demnächst von Erzengel Horst-Dieter („Ein Wunder! Ein Wunder!“) auf göttlichen Schwingen errettet werden wird, ist die Sache ziemlich klar: Murray hat Oberwasser. Und der Kirchenmann ist gleich unter Wasser. Was mit dicker Kette um den Leib gemeinhin eine gewisse Fatalität entwickeln kann. Ein robuster Umgang mit Gottes irdischen Vertretern – und ihren Symbolen – ist im Metal-Genre bekanntlich nicht unüblich und trifft nach Bekanntwerden diverser Missbrauchsskandale heute womöglich insgeheim sogar auf breitere Zustimmung als anno 1983. Rachefantasien sind aber nicht gut fürs Karma! Und wer sie gar umsetzt, dem bleibt als pferdegesichtiger Murray der Einzug ins ewige Ponyhof-Paradies (Saftige Weiden! Willige Stuten!) dereinst garantiert verwehrt. Jede Wette.