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Judas Priest: Unbesiegbar

Sechs Jahre nach ihrem unschlagbaren FIREPOWER lassen Judas Priest nun ein mindestens genauso starkes Monster auf die Rock- und Metalgemeinde los: INVINCIBLE SHIELD, der 19. Studiostreich der Metal Gods, ist ein wahres Machtwerk geworden und schafft den Spagat zwischen Priest-Erbe und nötiger Aktualität mühelos. Seit Glenn Tiptons krankheitsbedingtem Rückzug aus dem Live-Geschäft bestehen Judas Priest aus Rob Halford, Bassist Ian Hill, Gitarrist Richie Faulkner, Drummer Scott Travis sowie Produzent und Gitarrist Andy Sneap. Im Interview gewährt Ian Hill, nicht nur Gründungsmitglied, sondern auch einziges durchgehendes Mitglied in der knapp 55 jährigen Karriere der Band, Einblick in seine Sichtweise auf die neuen Songs und blickt hier und da auch ein wenig zurück auf ein halbes Jahrhundert voller britischem Stahl:

Vor allem gesundheitlich hattet ihr in den letzten Jahren einige Hürden zu meistern: Rob kämpfte gegen den Krebs, Richie hatte 2021 eine Aortendissektion auf der Bühne. Wie habt ihr das durchgestanden?

Robs Krebs ist gut in Schach und gibt aktuell wenig Anlass zur Sorge. Es gibt nie eine gute Zeit, um Herzprobleme zu haben, doch wir hatten das große Glück, dass nur wenige Kilometer vom Konzert eine Klinik mit einem Herzspezialisten war, der Richie sofort operierte. Auf persönlicher Ebene kann man da leider nicht viel machen, außer auf das Beste zu hoffen. Gott sei Dank ist alles gut ausgegangen.

Nahm diese Situation Einfluss auf den Arbeitsprozess von INVINCIBLE SHIELD oder auf euer Mindset?

Nicht wirklich. Glücklicherweise können wir alle immer noch das tun, was wir eben tun. Unsere Fähigkeiten blieben davon unangetastet. Außer natürlich bei Glenn, das ist leider etwas anderes.

2022 wurdet ihr in die Rock And Roll Hall Of Fame aufgenommen. Damals habt ihr ein kurzes Set zusammen mit K.K. Downing gespielt. Wie hat sich das für dich angefühlt?

Ach, es war schön, ihn mal wieder zu sehen. Les Binks war auch da. Aber wir hatten ja nur 10 Minuten Bühnenzeit, in die wir drei Songs gepresst haben. Auf der Bühne war echt alles okay, wir alle sind schließlich Profis, Backstage war es ein bisschen seltsam.

FIREPOWER wurde von allen in den Himmel gelobt und hat hohe Chartpositionen erreicht. Ist man da beim Nachfolger einem gewissen Druck ausgesetzt?

Diesen Druck gibt es immer. Seit Anfang an versuchen wir, uns weiterzuentwickeln, mit den neuesten Aufnahmetechniken mitzuhalten. Dadurch bleibt man am Puls der Zeit, man bleibt modern und auch relevant. Also wollten wir natürlich nochmal einen draufsetzen, was nicht so einfach ist, weil FIREPOWER ein wirklich gutes Album war. Durch Covid hatten wir zwei Jahre, in denen wir die Songs für INVINCIBLE SHIELD wirklich perfektionieren konnten. Bei den Aufnahmen war dann alles schon sehr feingeschliffen und ready to go.

Was war der größte Unterschied zu den Arbeiten an FIREPOWER?

Damals konnten wir alles gemeinsam machen. Diesmal ging das nicht. Scott, Richie und Rob nahmen ihre Parts in den Staaten auf, in Nashville und in Phoenix. Ich habe meine Spuren während der letzten Tour im Hotel aufgenommen. Andy ist ja sowieso mit uns auf Tour, er hatte also seinen Laptop dabei und wir arbeiteten an den Off-Days am Bass. Das hat wirklich gut funktioniert und die Langeweile vertrieben. (lacht)

Erinnerst du dich noch an deine Lieblingsaufnahmen in der Bandkarriere von Judas Priest?

Von einem hedonistischen Standpunkt aus wahrscheinlich die Platten, die wir auf Ibiza. aufgenommen haben. Eine schöne Insel, viele Ablenkungsmöglichkeiten, eine tolle Atmosphäre. Wir hatten sehr viel Spaß – am Pool und mit den Motorrädern in den Bergen. (lacht) Von einem professionellen Standpunkt aus würde ich mich für FIREPOWER entscheiden. Alle waren voll dabei, wir hatten zwei Produzenten, das war super.

In der aktuellen Ausgabe von CLASSIC ROCK lest ihr unser brandneues Interview mit Rob Halford von Judas Priest. Jetzt versandkostenfrei bestellen: CLASSIC ROCK #128

Als Richie über das neue Album sprach, benutzte er versehentlich das Wort „progressive“ und alle hatten Angst, dass ihr ein Prog-Epos loslasst. Was hat er damit wirklich gemeint?

(lacht) Im Grunde ist einfach mehr los, die Songs sind etwas verstrickter, komplexer, haben viele verschiedene Teile. Weil er eben durch Covid so viel Zeit hatte, um alles zu perfektionieren. Doch INVINCIBLE SHIELD ist auf keinen Fall eine Prog-Platte!

Was dachtest du, als du die Songs zum ersten Mal gehört hast?

Ich liebte sie. Wie gesagt, die Lieder sind etwas komplexer und als Musiker mag man diese Herausforderung, es ist schön, die eigenen Grenzen immer wieder auszuloten.

Wie bekommt ihr diesen perfekten Mix aus klassischen Priest-Vibes und Modernität hin?

Der Sound der Band, trotz Besetzungswechsel, wird immer da sein. Unser Erbe, dieser Kern-Sound, der von ROCKA ROLLA bis jetzt reicht, wird immer da sein. Daran müssen wir gar nicht mehr arbeiten. Wir müssen schauen, dass wir modern und relevant bleiben.

Klingt so einfach, aber viele andere kriegen das nicht so elegant hin…

Stimmt, man kann schon auch mal versehentlich vom rechten Weg abweichen. (lacht) Bei uns ist dafür ja TURBO das perfekte Beispiel. Mit der Platte haben wir viele ursprüngliche Fans verloren, denen der Sound und das Image plötzlich zu poliert waren.

Ihr habt aber auch viele neue Fans dazugewonnen!

Absolut. Die nächsten Platten, RAM IT DOWN und PAINKILLER, waren auch wieder härter. Wir hatten das Glück, dass viele unserer Fans auf lange Sicht bei uns blieben. Wenn man sich mit verschiedenen Gadgets oder Aufnahmetechniken zu sehr aus dem Fenster lehnt, kann das natürlich auch mal daneben gehen. Aber auch die kommerzielle Seite im Heavy Metal ist wichtig, das vergessen viele! Es ist wichtig, im Radio zu laufen, weil so der Heavy Metal in die breite Masse durchsickern kann, man erreicht neue Menschen, neue Fans. Und Fans kann man nie genug haben! Das verschafft dir auch eine gewisse Sicherheit im Job. (lacht)

Wie stark war Glenn Tipton bei der Entstehung von INVINCIBLE SHIELD involviert?

Glenn hat aktuell echt starke Probleme mit dem Spielen. Mehr als drei Nummern, so wie bei unserem Auftritt am „Power Trip“ Festival, sind nicht mehr drin. Doch zwischen seinen Ohren rattert es immer noch unaufhörlich, er bringt tolle Ideen in die Band mit ein.

Was hast du in deinen bisherigen Priest-Jahren gelernt?

Versuche, kein Arschloch zu sein und mach dir keine Feinde, wenn es geht. Geduld haben ist wichtig. Nur weil etwas gerade nicht klappt, heißt das nicht, dass es nie klappen wird. Außerdem sollte man nichts zu ernst nehmen. Wenn etwas schiefgeht ist das nur selten das Ende der Welt. (lacht) Von den meisten Rückschlägen erholt man sich.

Chelsea Wolfe: Düstere Wiedergeburt

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Ihr Name könnte aus einem Märchenbuch stammen und sie selbst beschreibt ihr neues Album als einen finsteren Wald, in dem sie nach Antworten auf ihre Fragen sucht: Die amerikanische Sängerin Chelsea Wolfe zählt zu den geheimnis- vollsten Erscheinungen innerhalb der modernen Rockmusik – wie sie auch auf ihrem aktuellen Longplayer mit dem epischen Titel SHE REACHES OUT TO SHE REACHES OUT TO SHE beweist. Als eine Zeit der Veränderung, des Wachstums und der kreativen Wiedergeburt charakterisiert Chelsea Wolfe ihre neue Songsammlung, auf der sie ihre Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft verbindet. Ein künstlerischer Selbsterfahrungstrip, den die 40-Jährige zwischen 2020 und 2021 begann, bis sie ein Jahr später mit TV-On-The-Radio-Member und Producer Dave Sitek ins Studio ging. Was dort als traditionelle Rocksongs begann, wurde im Studio einer gründlichen stilistischen De- und Rekonstruktion unterzogen. „Ich hatte das Gefühl, in einer Art Routine gefangen zu sein, in der es keine Weiterentwicklung gab“, blickt die Musikerin auf die Entstehung von SHE REACHES OUT TO SHE REACHES OUT TO SHE zurück. „Irgendwann wurde mir klar, dass ich verschiedene Umstände in meinem Leben ändern und Schlussstriche unte gewisse Dinge ziehen musste. Die neue Platte ist wie ein Kokon, in dem ich mich neu erfinden und nach neuen Wegen suchen kann.“ Ein innerer und äußerer Transformationsprozess, den Chelsea Wolfe in einem experimentellen Breitwand-Mix aus elegischem Doom, noisiger Electronica, entschleunigten TripHop-Beats und ihrem ätherisch-hypnotisierenden Gesang eingefangen hat. Grollend, bedrohlich und unheilbringend, gleichzeitig aber auch geschwängert von einer positiven Energie und reinigend wie ein heftiger Gewittersturm. „Ich bin eine sehr spirituelle Person und orientiere mich an den Jahreszeiten. Der Herbst steht für Verfall und Tod, der Winter ist dem Schlaf und der Stille gewidmet, während der Frühling für mich das Aufblühen und der Sommer die pure Kraft symbolisiert. Die neuen Lieder verkörpern für mich den Herbst: den Moment, wenn die Blätter fallen und den fruchtbaren Boden für neues Leben bereiten.“

Der ewige Kreislauf aus Wachstum, Zerfall und Wiederkehr, von dem sie auf Stücken wie ›House Of Self-Undoing‹, ›Tunnel Lights‹ und ›The Liminal‹ berichtet. „Mit meiner Musik begebe ich mich in diesen tiefen, dunklen Wald, in dem ich mir selbst einen Pfad durchs Dickicht bahnen muss. Heute habe ich keine Angst mehr vor dieser Dunkelheit, sondern fühle mich an diesem Ort sehr wohl. Ich bin offen für neue Erfahrungen und alle Mysterien, denen ich dort begegne. Ich liebe es, Fantasy-Elemente und mythologische Metaphern in meine Texte einzubauen. Das hilft mir, sehr persönliche Dinge etwas allgemeiner zu fassen. Ich benutze manchmal ein Tarot-Deck, das märchenhafte Motive trägt und diese dunkle Energie transportiert, die meinen Pfad widerspiegelt.“ Ein Pfad, der auf SHE REACHES OUT TO SHE REACHES OUT TO SHE mit dem atmosphärischen Closing-Track ›Dusk‹ endet – vorerst, wie Chelsea Wolfe erklärt. „Das Stück stellt das Ende und die Schwelle zu etwas Neuem dar. Man ahnt, dass weitere Veränderungen bevorstehen. Für mich gehört die Dunkelheit genauso zum Leben wie das Licht. Das findet sich auch in meiner Musik wieder. Während der Aufnahmen habe ich viel über mich gelernt. Und ich habe eine neue Stimme gefunden. Dieses Album ist eine Einladung, sich aus gewissen Schemata zu befreien, keine Angst vor dem Schritt ins Ungewisse zu haben und Veränderungen zuzulassen.“

Sebastian Bach: Spricht über Skid-Row-Reunion

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Letzte Woche haben Skid Row bekannt gegeben, dass ihr Sänger Erik Grönwall aufgrund seiner gesundheitlichen Verfassung aus der Band aussteigt. Bei den anstehenden Konzertterminen in den USA wird Lzzy Hale von Halestorm aushilfsweise das Mikrofon übernehmen. Wer langfristig ihr neuer Sänger oder ihre neue Sängerin sein soll, haben Skid Row bisher nicht bekannt gegeben.

Dafür jedoch hat sich ihr ehemaliger Frontmann Sebastian Bach (wieder mal) zu Wort gemeldet. Er würde gerne wieder bei Skid Row einsteigen. Es ist nicht das erste Mal, dass Bach seinen Wunsch nach einer Reunion öffentlich kundtut, seine ehemaligen Bandkollegen zeigten sich bisher von dieser Idee nicht sonderlich begeistert. In einem Interview mit dem Metal Hammer aus dem Jahr 2023 erklärte Gitarrist Dave „Snake“ Sabo einmal mehr, dass er an solchen Gedankengängen „nicht interessiert“ sei.

In einem aktuellen Gespräch mit dem britischen Metal Hammer anlässlich seines neuen Soloalbums CHILD WITHIN THE MAN meinte Sebastian Bach jedoch: „Ich kann mir das [die Reunion] durchaus vorstellen, wenn man bedenkt, dass sie die gleichen Songs spielen wie ich. Wenn ich einen beträchtlichen Tantiemenscheck für ein Album bekomme, das ich mit Musikern gemacht habe, mit denen ich seit 1996 nicht mehr im selben Raum war, fühle ich mich wie ein Stück Scheiße. Denn wir sollten den Fans, die dieses großartige Leben möglich gemacht haben, etwas zurückgeben.“

Sarah Jarosz: Auf Entdeckungsreise

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Ihre neue LP POLAROID LOVERS zeigt Sarah Jarosz an einem Wendepunkt. Seit sie ihr letztes Album WORLD ON THE GROUND eingespielt hat, ist die ursprünglich aus einer texanischen Kleinstadt stammende Singer/Songwriterin 30 geworden, hat ihre langjährige Wahlheimat New York in Richtung Nashville verlassen und ist seit Kurzem auch verheiratet. All diese Veränderungen – und ein damit einhergehendes Gefühl von mehr Stabilität in ihrem Leben – beflügelten die vierfache Grammy-Preisträgerin auch künstlerisch, oder wie sie selbst es ausdrückt: „Ich hatte dieses Mal das Gefühl, dass es keine Beschränkungen gab.“

Wenngleich Jarosz’ Stimme und ihr Instrument, die Oktavmandoline, dafür sorgen, dass ihre musikalische Identität intakt bleibt, gleicht POLAROID LOVERS nach sechs fabelhaften Alben, auf denen sie ihre Liebe zu handgemachtem Folk und Bluegrass ohne auf Trends zu schielen vertont hat, doch einer Entdeckungsreise, auf der sie ihr bisheriges Klangspektrum mit einem spürbar satteren Sound erweitert und sich gleich mit dem ersten Stück ›Jealous Moon‹ sogar auf ungewohntes Rock-Terrain vorwagt. „Ein wenig Angst gemacht hat mir das schon“, gesteht sie, „aber letztlich hat es mir auch gezeigt, dass ich an etwas Großem dran bin.“ In den Liedern sinniert Jarosz über verflossene Liebschaften, Kindheitsträume und die Orte, an denen sie gelebt hat. Sie selbst hat das Gefühl, dass sie durch die Arbeit an dieser Platte ein neues Kapitel aufgeschlagen hat. Die Nummer ›Columbus & 89th‹, gewissermaßen das Herzstück der Platte, thematisiert genau das. „Es ist fast so, als hätte ich den Übergang von der Jugend ins Erwachsensein erst verarbeitet, als ich diesen Song geschrieben habe“, sagt sie. „Deshalb war es auch eine sehr emotionale Angelegenheit, ihn aufzunehmen. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich zuvor je in der Gesangskabine von meinen Gefühlen übermannt worden bin und den Tränen nah war. Das hat mir gezeigt, dass ich auf etwas gestoßen bin, was wirklich echt ist.“

Nachdem sie bei ihrem Allstar-Projekt I’m With Her an der Seite von Aoife O’Donovan und Sara Watkins Gefallen am gemeinsamen Schreiben der Lieder gefunden hatte, öffnet Jarosz sich nun erstmals auch bei einem Solowerk altgedienten Kollaborateuren wie Ruston Kelly, Natalie Hemby oder Daniel Tashian, der die neue LP auch co-produziert hat. „Mit 18 hatte ich das Gefühl, dass ich im Prozess einer Zusammenarbeit etwas zu verlieren hatte“, erinnert sie sich an ihre Karriereanfänge 2009. „Inzwischen weiß ich, dass sich ganz neue Horizonte eröffnen, wenn man nicht alles auf die Goldwaage legt.“ Die wichtigste Lektion war für sie, ihr Ego loszulassen. „Meine Lieblingsmusiker hören den Leuten um sie herum stets zu“, erklärt sie. „Es ist sehr leicht, sich auf seinen eigenen Part zu fokussieren, aber wenn ich mit John Leventhal, Chris Thile oder auch Daniel Tashian zusammenspiele, erinnern sie mich immer daran, hochzuschauen und hinzuhören. Es geht darum, gemeinsam mit den anderen im Moment präsent. zu sein.

Video der Woche: AC/DC ›The Jack‹ (live at Riverplate 2009)

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Heute vor 69 Jahren wurde Angus Young geboren. Wir erheben unser Glas und feiern den AC/DC-Gitarristen mit einem grandiosen Live-Mitschnitt aus dem Jahr 2009.

Über Angus Young muss man nicht mehr viel sagen. Mit AC/DC hat der Gitarrist Musikgeschichte geschrieben und denkt mit 69 Jahren immer noch nicht ans Aufhören. Ab Mai touren er und seine Kollegen wieder durch unsere Lande.

Happy Birthday Angus!

Videopremiere: Krissy Matthews feat. Kim Jennett mit ›Queen‹

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Nach seinem ersten Streich PIZZA MAN BLUES erscheint nun am 10. Mai KRISSY MATTHEWS AND FRIENDS, das zweite Studioalbum des britisch-norwegischen Gitarristen. Wie der Titel der Platte bereits vermuten lässt, hat Krissy Matthews zahlreiche Musikschaffende eingeladen, um gemeinsam explosiven Bluesrock zu zelebrieren.

Dabei sind unter anderem die Rap-Metal-Giganten Clawfinger, „the god of hellfire“ Arthur Brown, Chris Farlowe, Deutschland’s Soul-Queen Inga Rumpf, der Singer-Songwriter Stoppok, die Hamburg Blues Band, die Schlagzeuger Dennis Chambers & Curt Cress, Big Daddy Wilson, die
Gitarreros Clem Clempson, Siggi Schwarz, Kai Strauss, Miller Anderson, Eric Steckel, Keith Matthews & Danny Bryant, die Stimmen von Erja Lyytinen, Alice Armstrong, Layla Zoe, Vanja Sky, Heidi Solheim, Kim Jennett, Marlia Rae, Dani Wilde, Whitney Shay & Cherry Lee Mewis, Mundharmonika-König Will Wilde, Jimmy Z & Giles Robson und viele mehr.

Als erste Single inklusive Videos gibt es jetzt den Song ›Queen‹ zu hören, eine energiegeladene Nummer, auf der Krissy Matthews mit Sängerin Kim Jennett kollaboriert.

Krissy über sein kommendes Album: „Ich wollte schon immer ein „Krissy and Friends“-Album machen. Letztes Jahr habe ich endlich meinen Arsch in Bewegung gesetzt und mit der Planung begonnen. Ursprünglich wollte ich sieben oder acht Gäste mit einbeziehen, aber ich habe irgendwie die Kontrolle verloren und jetzt haben wir etwa 80 Musiker, die auf diesem Album mitspielen. Es gibt immer noch so viele, die ich einladen wollte, aber entweder hat das Timing nicht gepasst oder ich hatte einfach nicht den Platz. Eine Dreifach- oder Vierfach-CD könnte ein Overkill sein! Außerdem muss man bei jedem Projekt, das man macht, irgendwo eine Grenze ziehen, sonst wird es nie fertig. Das Konzept dieses Albums ist es, einige meiner Lieblingsmusiker zusammenzufassen, die ich auf meiner Reise als professioneller Musiker getroffen habe.“

Werkschau: Unser Album-Guide zu Led Zeppelin

Die größte und größenwahnsinnigste Band einer an großen und größenwahnsinnigen Bands nicht eben armen Zeit: Led Zeppelin, die Herrscher des Seventies-Rock.

Jetzt alles über HOUSES OF THE HOLY erfahren. Unsere 12-Seiten-Story in der aktuellen Ausgabe von CLASSIC ROCK!

Um das Phänomen Led Zeppelin wirklich zu verstehen, muss man die Lage der Rock-Welt um 1970 begreifen. Rock’n’Roll war zum globalen Wirtschaftsfaktor mutiert, zum Big Business, doch die großen Helden der 60er Jahre schienen mitunter verbraucht – die Beatles waren aufgelöst, die Stones auf Droge und im Steuerexil. Creedence Clearwater Revival hatten zwar ähnliches Mainstream-Potenzial, doch kriselte es auch bei ihnen. Da wurde also eine Lücke frei, und genau die schlossen Led Zeppelin. Was allerdings auch kein Zufall war.

Jimmy Page und John Paul Jones waren bereits damals mit allen Wassern gewaschene Studio-Routiniers, Robert Plant schien für die Rolle des blondgelockten Sängergottes wie geschaffen und John Bonham führte die Tradition exzentrischer Rock-Drummer mit Hingabe fort. Vor allem aber: Manager Peter Grant wusste, wie der Hase läuft, hatte das Business von der Pike auf gelernt und genug Durchsetzungsvermögen, um im damals noch ziemlich halbseidenen Showgeschäft mit Nachdruck zu bestehen. Für seine Schützlinge tat er buchstäblich alles.

Was die künstlerischen Verdienste Led Zeppelins keineswegs schmälert: Ob kompositorisch, produktionstechnisch oder in Sachen Virtuosität – das Quartett setzte Maßstäbe. Von der Kritik meist zerrissen, vom Publikum heiß geliebt, lieferten Led Zep den Soundtrack der 70er. Und flirteten mit all jenen Versuchungen und Verirrungen, die dieses dekadente Rock-Jahrzehnt so exzessiv zu bieten hatte: Glamour, Groupies, schwarze Magie, Koks-Partys in der eigenen Boeing, Prügeleien hinter der Bühne, eitle Selbstdarstellung, Größenwahn, Selbst-zerstörung. Klingt zu negativ? Betrachten wir es wertfrei: Led Zeppelin waren Kinder ihrer Zeit, nahmen mit, was mitzunehmen war, entsprechend ihrer exponierten Stellung auf höchstem Niveau. Und zwar bis zum bitteren Ende, als Bonham mit 40 doppelten Wodkas im Blut die Trommelstöcke abgab.

Es gibt Künstler, bei denen substanziell nicht viel übrig bleibt, wenn man den Superstar-Hype abzieht. Anders Led Zeppelin, die im Kern vor allem eines waren: eine wahnsinnig gute Band, auf allen Positionen glänzend besetzt. Selbst ihre schwächeren Arbeiten waren noch immer überdurchschnittlich, und wenn sie zur Hochform aufliefen, konnten sie wahrhaft Monumentales schaffen. Songs für die Ewigkeit, eine Blaupause für nachfolgende Generationen. Was folgende Wertungen dann auch relativiert: selbst Sonderbares ist bei Led Zeppelin nicht wirklich schlecht.

Unverzichtbar

IV
Atlantic, 1971

Keine Überraschung, oder? Zwar ist ›Stairway To Heaven‹ mittlerweile – nun ja – dann doch ein wenig tot gespielt, doch die lyrische Kraft und die beispielhafte, kluge Dynamik des Songs bleiben davon unberührt. Noch besser: Die ungerade Metrik von ›Black Dog‹, der Fantasy-Folkrocker ›The Battle Of Evermore‹ mit Gastsängerin Sandy Denny, das zartbittere ›Going To California‹ und die Dampfwalze ›When The Levee Breaks‹. Am besten: ›Rock And Roll‹, das so kraftvoll abgeht wie eine Sojus-Rakete in Baikonur. Ein Album ohne einzigen Ausfall, dank der rätselhaft mystischen, je einem Bandmitglied zugeordneten Symbole bisweilen auch ZOSO oder FOUR SYMBOLS genannt.

I
Atlantic, 1969

Warum ist dieses Album unverzichtbar und nicht die Nummer II, auf der doch der Über-Hit ›Whole Lotta Love‹ mit drauf ist? Weil I eben das Debüt war, die Initialzündung und Pioniertat. Demnach also: historisch besonders wertvoll. Keine Band zuvor klang derart kraftvoll, Bonzos Schlagzeug bewegt hörbar eine ganze Menge Luft, die Blues-Adaptionen von Willie Dixon drücken einen fast an die Wand. Page lässt bei ›Dazed And Confused‹ die Telecaster bitterlich weinen und erweist auf ›Black Mountain Side‹ seinem Idol Bert Jansch der Reverenz. Robert Plant liefert prima Vokalakrobatik, nur seine Texte sind noch etwas halbgar. Macht aber nichts.

Wunderbar

II
Atlantic, 1969

Led Zeppelin II

Die Fortsetzung des Debüts, stilistisch ähnlich, aber alles in allem schwerblütiger. Dreh- und Angelpunkt war selbstverständlich ›Whole Lotta Love‹, das als Single bis auf Platz 4 der US-Charts stieg und dessen Trademark-Riff so stilprägend war wie Jahre zuvor ›Satisfaction‹ der Stones oder kurz darauf Deep Purples ›Smoke On The Water‹. Außerhalb der USA veröffentlichten Led Zep auf Grants Geheiß keine Singles – die Leute sollten das Album kaufen. Was sie auch taten.: Platz 1 in Deutschland, UK und den USA. Ebenfalls hörenswert: Bonzos Solo auf ›Moby Dick‹.

III
Atlantic, 1970

Man will es kaum glauben, aber die Musikkritik, vor allem die amerikanische, ging mit Led Zep damals überaus hart ins Gericht, von tumben Bluesrockberserkern war da gerne die Rede, die außer „laut“ und „wichtigtuerisch“ nichts draufhätten. III war die passende Antwort: Der vorwärts rumpelnde Opener ›Immigrant Song‹ geriet zwar ein wenig hysterisch, doch dann zogen Led Zep den Hut vor Akustik-Folkies wie Roy Harper und erweiterten ihr Repertoire damit ganz gewaltig. Groß-artig: das Remake des Traditionals ›Gallows Pole‹.

PHYSICAL GRAFFITI
Swan Song Records, 1975

Led Zeppelin Physical Graffiti

Doppelalben kamen Mitte der 70er in Mode, da mussten natürlich auch Led Zep mitmischen. Was sie mit ihrem sechsten Studioalbum taten. Da nicht genügend neue Songs vorhanden waren, landete auf dem 15 Stücke starken Doppeldecker auch bislang Unveröffentlichtes aus dem Archiv, was der Stringenz erstaunlicherweise keinen Abbruch tat. Ein Album, dessen Anschaffung bereits ein einziger Song rechtfertigt: ›Kashmir‹, jenes orientalisch angehauchte Rhythm & Riff-Monster, das mit seinen achteinhalb Minuten keine Sekunde zu lang ist. Im besten Sinne.

PRESENCE
Swan Song Records, 1976

Led Zeppelin Presence

Als Zeppelins siebtes Studioalbum erschien, waren nicht alle Fans glücklich: Statt sich weiterhin auf Blues-Rock und Akustisches zu beschränken, flirteten Page und Co. in den Münchner Musicland Studios zunehmend mit zeitgenössischen Einflüssen. Der Opener ›Achilles Last Stand‹ kokettierte mit dem aufkommenden Metal, die gesamte Produktion, erstmals ohne Keyboards und Akustikgitarren, zitierte die minimalistische Kühle und Schärfe der New-Wave-Bewegung. Was konservativere Fans als Verrat am heiligen Blues Rock werteten. Dennoch: Ein interessantes Statement.

Anhörbar

HOUSES OF THE HOLY
Atlantic, 1973

Seien wir ehrlich: Dieses Album ist mehr als anhörbar, sogar ziemlich gut. Bassist John Paul Jones brilliert bei ›The Rain Song‹ als Arrangeur und Meister auf dem Mello-tron, der Siebenminüter ›No Quarter‹ avancierte fortan zum zentralen Dauerbrenner im Live-Repertoire, mit ›Over The Hills And Far Away‹ wurde erneut dem Britfolk Tribut gezollt. Einen bedauerlichen Ausfall gibt es allerdings schon zu beklagen: ›D’yer Mak’er‹ war wohl als lustige Reggae-Verballhornung gedacht, ist aber ziemlich albern. Led Zeps ›Ob-La-Di, Ob-La-Da‹. Ein echter Schönheitsfehler.

IN THROUGH THE OUT DOOR
Swan Song Records, 1979

Auch dies ist ein prima Album, manch andere Band wäre froh, ein derartiges Werk vollbracht zu haben. Allerdings sind hier gewisse Verschleißerschei-nungen spürbar: Page laborierte an seinem Heroinproblem, Bonham war meistens voll wie tausend Russen, Plant trauerte noch immer um seinen Sohn. Im Stockholmer „Polar Studio“, Heimstatt der Pop-Könige Abba, traf man sich deshalb nur selten zur selben Zeit. Overdubs hieß das Zauber-wort, was der Studio-Magie dann doch ziemlich abträglich war. John Paul Jones versuchte, alles zusammenzuhalten, doch der Biss war irgendwie weg.

CODA
Swan Song Records, 1982

Led Zeppelin CODA

Der Schwanengesang, veröffentlicht zwei Jahre nach Bonzos Ableben. Im Grunde nichts anderes als eine Resteverwertung, dafür jedoch durchaus brauchbar. Zwei Live-Takes von 1970 zeigen die Band in erfreulicher Form, die 1993 erschienene CD-Ausgabe brilliert gar mit drei weiteren Konzert-Mitschnitten der Jahre 1968 und 1969: vier noch junge Typen, die in vollem Saft standen und das der Welt beweisen wollten. Die sechs, in der CD-Version sieben Studio-Outtakes sind nicht weltbewegend, für Fans aber natürlich dennoch von Interesse. Ein Album, das man kauft, wenn man alles andere bereits hat.

Sonderbar

THE SONG REMAINS THE SAME
Swan Song Records, 1976

Led Zeppelin The Song Remains The Same

Das einzige zu Lebzeiten der Band erschienene Live-Album, und genau das ist das Problem: Wenn man schon einen Mitschnitt veröffentlicht, dann bitte einen, der die Band in Höchstform präsentiert, was während der Aufnahmen 1973 im Madison Square Garden aber leider nicht der Fall war. Zu wenig für ein Doppelalbum, das konnten Deep Purple mit MADE IN JAPAN deutlich besser. Wer die Originalbesetzung live im Wohnzimmer genießen möchte, greife besser zu HOW THE WEST WAS WON, mitgeschnitten 1972 in Kalifornien, erschienen 2003.

Skid Row: Sänger Erik Grönwall steigt aus …

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… und Lzzy Hale hilft aus. Die Sängerin und Gitarristin der Band Halestorm wird Skid Row bei den anstehenden Tourterminen in den Staaten am Gesang unterstützen, nachdem Erik Grönwall sich für einen Ausstieg aus der Band entschieden hat. Im März 2022 hatte der Schwede, ehemals bei H.E.A.T. am Gesang, bei Skid Row angeheuert.

In dieser Konstellation hatte die Band auch das Album THE GANG’S ALL HERE veröffentlicht, doch jetzt möchte Grönwall seine Gesundheit priorisieren. Zum Zeitpunkt seines Einstiegs 2022 hatte er eine Leukämie-Behandlung hinter sich, weswegen sich der straffe Tourplan von Skid Row als große Herausforderung erwies. In einem Statement erklärten Grönwall und Skid Row gestern Abend: „Es hat sich als schwierig erwiesen, mit einem geschwächten Immunsystem, das eine Folge meiner Knochenmarktransplantation ist, durch die Welt zu touren. Ich respektiere und verstehe, dass Skid Row eine tourende Band ist, aber da ich meiner Gesundheit in der Band keine Priorität einräumen kann, habe ich beschlossen, dass es besser für mich ist, beiseite zu treten.“