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Guns N‘ Roses: Steven Adlers Höhen und Tiefen

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Steven AdlerDer Ex-Guns N’Roses-Drummer hat, sein Nach­name ist hier Programm, schon mehrfach zum Höhenflug angesetzt. Doch der steile Absturz folgte prompt. Heute ist Steven Adler einfach nur froh, dass er das Ganze überlebt hat.

APPETITE FOR DESTRUCTION? Aber sicher doch. Wenn es um Zerstörung in jeglicher Form ging, war kein anderes Guns N’Roses-Mitglieder schnell und begieriger dabei als Steven Adler – und das will wahrlich etwas heißen. Während es alle anderen Gunners immer wieder hinbekamen, auf dem schmalen Grat zwischen Spaß und Totalabsturz zu wandeln, stürzte sich Adler regelmäßig kopfüber ins Nichts. Das Ganze endete 1993 mit einem Prozess zwischen Guns N’Roses und Adler, bei dem der Drummer zwei Millionen US-Dollar einstreichen konnte. „Nun hat er genug Geld, um sich ausreichend Drogen zu kaufen, die ihn umbringen werden“, kommentierte Slash daraufhin seufzend.

Für Steven Adler jedoch war sein 1990er-Rauswurf bei Guns N’Roses mehr als nur das Ende einer Arbeitsbeziehung. „Ich war schockiert“, berichtet er heute. „Für mich bedeutete die Band alles – wir waren eine Gemeinschaft, eine Gang. Ich habe die Jungs unzählige Male verteidigt, wenn wir mal wieder in einer Bar in eine Schlägerei verwickelt waren – daher kam es mir nach dem Split so vor, als hätten meine eigenen Brüder mich verraten und absichtlich meinen Traum zerstört. Heute weiß ich, dass sie gar nicht anders handeln konnten. Ich war völlig außer Kontrolle – doch das war mir damals nicht klar.“

Trauriger Höhepunkt von Adlers Abstieg innerhalb des Guns N’Roses-Gefüges: Während der Recording Session zu den USE YOUR ILLUSION-Alben soll er Erin Everly, Axls damaliger Verlobter, einen Schuss gesetzt haben. Angeblich, um Everly zu beruhigen, die nach einem Streit mit Rose völlig aufgelöst und hysterisch gewesen sein soll. Adler bestreitet die Tat bis heute und betont, dass Erin bereits vollgepumpt mit verschreibungspflichtigen Medikamenten gewesen wäre, als sie schließlich bei den Gunners im Studio auftauchte. Doch egal welche Variante der Geschichte der Wahrheit entspricht – Fakt ist, dass sich Adlers Ansehen innerhalb der Band daraufhin rapide verschlechterte. „Anfangs haben wir gemeinsam Drogen genommen, um Spaß zu haben und zusammen zu feiern. Doch im Laufe der Zeit gingen wir dazu über, uns allein zuzuballern. Dadurch ging die Freundschaft zu Grunde“, so Adler rückblickend.

Für den Schlagzeuger ging es nach seinem Aus bei Guns N’Roses rapide bergab. 1996 erlitt er einen Schlaganfall nach einer Überdosis Speedballs, einer Mischung aus Kokain und Heroin. Ein weiterer folgte – bis heute leidet er in Folge dessen an einer Störung des Sprachzentrums. Und es kam noch schlimmer: 1997 wurde er wegen häuslicher Gewalt zu einer Bewährungsstrafe verurteilt, da er sich jedoch nicht an die Auflagen hielt und wieder zuschlug, musste er ins Gefängnis.

2000 begann Steven Adler schließlich damit, die Bruchstücke seines Lebens zu sortieren und langsam wieder zu einem Ganzen zusammenzufügen. Er zog von Los Angeles nach Las Vegas, um Abstand von der alten Szene zu gewinnen. „Es gab für mich nur zwei Möglichkeiten: entweder aufzuhören oder zu sterben.“

Doch der Dämon ließ sich nicht so leicht besiegen, wie Adler gedacht hatte. 2008 tauchte der Schlagzeuger erneut in der Öffentlichkeit auf – aber nicht als bejubelter Rocker, sondern auch Darsteller in der TV-Doku „Celebrity Rehab“. Dort wurde jedem Zuschauer klar, was Sucht aus einem Menschen machen kann. Adler stellte sich seinen Problemen nicht, sondern verleugnete sie. Er spielte mit dem Gedanken an Selbstmord und ging in eine Abwehrhaltung über, sobald die Therapeuten versuchten, Zugang zu ihm zu finden. Heute, eine weitere Therapie später, hat er diese Hürde gemeistert: „Der erste Schritt ist der schwierigste. Offen zuzugeben, dass man ein Problem hat, fällt niemandem leicht. Wenn man das aber mal hinter sich, ist der Rest gar nicht mehr so schwer.“

Hinzu kommt, dass ein alter Weggefährte ihm zu einer zweiten Chance verholfen hat. Adler durfte auf Slash-Soloalbum mitspielen – er ist auf dem Track ›Baby Can’t Drive‹ zu hören. Diese Chance war der Rettungsanker für den Drummer. Endlich gab ihm jemand das Selbstvertrauen zurück. Und zwar jemand, der ihn verstand – eben weil er selbst ein Abhängiger war, es aber geschafft hatte, sein Leben in den Griff zu bekommen.

„Slash und ich kennen uns seit der Schule – gemeinsam haben wir so viele Dinge durchgemacht, Erfolge gefeiert, aber auch Niederlagen erlebt. Es ist eine enorme Bereicherung für mein Leben, wieder Kontakt mit ihm zu haben“, so Adler. „Daher will ich jetzt alles daran setzen, ihn nicht zu enttäuschen. Er hat mir die Hand gereicht und mich aus dem Dreck gezogen. Dafür schulde ich ihm etwas. Durch meine Drogensucht habe ich alles kaputt gemacht und mir so viele Gelegenheiten entgehen lassen. Und nur eine Person ist schuld daran: ich selbst. Daher bin ich froh, dass ich das hinter mir lassen konnte und noch am Leben bin, um meine Karriere weiter fortzusetzen.“

Steven Adlers größter Wunsch war es immer, wieder mit der alten APPETITE FOR DESTRUCTION-Mannschaft auf Tour zu gehen – obwohl ihm natürlich auch klar war, dass das ein schwieriges, wenn nicht gar unmögliches Unterfangen war. Dennoch sagte er: „Aber mal ehrlich – es ist doch eigentlich verrückt, es nicht zu tun! Denn die Reaktionen darauf wären gigantisch, jeder würde es sehen wollen!“

Zurzeit jedoch bäckt Adler kleinere Brötchen. Wie jeder Abhängige lebt er von einem Tag zum nächsten. Die Versuchung ist immer da – und er weiß auch, dass er nicht garantieren kann, dass er ihr nie wieder nachgeben wird. „Das Einzige, was jetzt zählt, ist die Musik – denn sie ist es, die mich antreibt, nicht mehr die Drogen. Und darüber bin ich sehr, sehr glücklich.“

Pearl Jam: Neues Album kommt „definitiv“

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pearl jamPearl Jam sind „mittendrin“ in der Arbeit an ihrem ersten Album seit sechs Jahren. Das haben Jeff Ament und Stone Gossard jetzt verraten.

Parl Jam-Fans sollten gut darin sein, sich in Geduld zu üben. Einiger Live-Veröffentlichungen zum Trotz warten sie jetzt schon ganze sechs Jahre auf ein neues Studiowerk der Grunge-Ikonen.

Jetzt gibt es eine neue Zwischenstandsmeldung von Bassist Jeff Ament und Gitarrist Stone Gossard. Die Band sei „mittendrin“ in der Arbeit an einem neuen Album, das „definitiv“ kommen werde, sagten die beiden dem Rolling Stone. „Wir werden uns so lange abrackern, bis es fertig ist.“

Es gebe „eine Tonne an unfertigem Material“, so Ament. Deshalb sei aktuell alles ein bisschen in der Schwebe. Aber: „Wir müssen einfach mal sechs Wochen alle zusammen in einem Raum sein und das Ganze dann raushauen.“

Gerade nach dem Tod von Chris Cornell (der Sänger von Soundgarden, Audioslave und Temple Of The Dog starb im Mai 2017) sei es mit der Arbeit langsamer vorangegangen, erklärt Ament. „Es war wirklich hart, damit zurechtzukommen.“

Eigentlich war bereits 2018 mit einer neuen Studioplatte von Eddie Vedder und Co gerechnet worden. Zumindest erschien damals der Protestsong ›Can’t Deny Me‹.

Steve Perry: Zurück ins Leben

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Steve_Perry_Pressshot 2018
credit @Miriam Santos

Das Comeback von Steve Perry ist eine der Überraschungen 2018, denn knapp ein Vierteljahrhundert lang hatte sich der ehemalige Journey-Sänger vom Musikgeschäft verabschiedet. Sein Weg, beginnend mit dieser folgenschweren Entscheidung bis hin zum famosen Werk TRACES, ist eine emotionale Achterbahnfahrt, an deren Startpunkt Perry sogar seine Liebe zur Musik verlor.

 

Steve, TRACES ist dein erstes Album seit FOR THE LOVE OF STRANGE MEDICINE (1994) und Journeys TRIAL BY FIRE (1996). Warum hast du dich für so lange Zeit aus dem Musikgeschäft zurückgezogen?
Ich habe Journey um den 1. Februar 1987 verlassen und war nach unzähligen Tourneen endlich daheim und konnte abschalten. Mein damaliges Leben hatte etwas von einem Satelliten, der den Planeten umkreist. Ich musste zwingend wieder in die Erdatmosphäre eintreten, um den Boden unter meinen Füßen zu spüren. Als ich in meiner Heimatstadt ankam, kaufte ich mir eine Harley-Davidson, fuhr über die Landstraßen und entdeckte für mich dieses Stückchen Land aufs Neue. Ich kam an vielen, in meiner Biographie wichtigen Orten vorbei, etwa dem Friedhof, auf dem meine Eltern ihre letzte Ruhe fanden. Da ich ihr einziges Kind war, verspürte ich mehr und mehr das Bedürfnis ein komplettes Homecoming durchzuziehen. Im Laufe der Tage und Monate ging ich auf einmal wieder vielen einfachen Dingen nach.

Besuche auf der State Fair im Sommer oder Frühstücke mit Freunden standen auf meiner Agenda – eben das genaue Gegenteil vom schnelllebigen Musikzirkus, in dem ich mich all die Jahre befunden hatte. Als ich ein Weilchen dieses normale Leben lebte, was für mich manchmal gar nicht so leicht war, denn mir fehlte der Trubel und der Applaus in manchen Momenten ganz extrem, wusste ich, dass der eingeschlagene Weg in eine gesunde Richtung ging, denn mein Innerstes sagte mir ständig: „Zieh die Notbremse!“. Es enttäuschte da­­mals sicher viele Fans, aber wenn dir als Künstler die Leidenschaft für Musik abhanden kommt, dann gibt es nur einen Ausweg.In der Retrospektive ist dieses Szenario na­­türlich etwas gespenstisch. Musik traf mich im Alter von sechs Jahren wie ein Blitz, und dann bist du plötzlich 45 und dieses unbeschreibliche Gefühl, dass mich seit meiner Kindheit begleitet hatte, war von einem auf den anderen Moment wie ausgelöscht. Was blieb mir denn auch anderes übrig als diese Tür zu schließen und eine andere zu öffnen? Zwischendurch versuchte ich einen Anlauf mit FOR THE LOVE OF STRANGE MEDICINE, aber mir gefiel das Leben wie ihr alle da draußen es lebt, zu diesem Zeitpunkt einfach besser.

Ich traf dabei Kellie (Nash; Steves verstorbene Freundin – Anm.d.A.), die um ihr Leben kämpfte. Man sah ihr nicht an, was sie durchmachte. Sie versuchte ganze drei Jahre den Brustkrebs zu besiegen. Wir verliebten uns ineinander und waren für eineinhalb Jahre ein Paar, bis ich sie verlor. Die Trauer um sie riss mich in ein tiefes Loch und ich musste deswegen ganze zwei Jahre in Therapie. Der ganze Prozess spielte mir emotional immens mit, es war ein hartes Stück Arbeit damit klar zu kommen. Inzwischen geht es mir wieder besser. Dieser Umstand brachte mir irgendwie die Leidenschaft für die Musik zurück. Ich schrieb urplötzlich wieder Songs. Nicht nur traurige Stücke, es waren auch fröhliche Lieder dabei. Ich beobachtete die Kids, die ihren Weg – wie wir früher auch – in die Welt suchten und fühlte mich ihnen sehr verbunden. Durch sie erlebte ich alles noch einmal und komponierte einfach drauf los. In meinen Texten verarbeitete ich Beziehungen, die Kreuzungen des Lebens oder was jeden Tag vor unseren Türen passiert.

War dieser Entschluss in seiner Ge­­samtheit nicht leichter gesagt als getan? Deine Songs werden schließlich dauerhaft von Radiostationen auf dem gesamten Planeten gespielt…
Absolut! Zurück ins Leben zu gehen, obwohl du dir noch gar nicht sicher bist, wo dich dieser Pfad hinführen wird, war eine harte Nuss.Dabei stellte ich mir essentielle Fragen wie „Was brauche ich, dass ich mir selbst genüge – abseits des Ruhms, des Jubels und der ständigen Aufmerksamkeit?“ Als Performer verlierst du meiner Meinung nach an einem ge­­wissen Punkt den Fokus auf dich als Person. Das war bei dem gesamten Unterfangen die Hauptaufgabe, an der ich arbeitete. Während dieses Selbstfindungsprozesses hörte ich fast keine Musik. Die einzigen Platten, die ab und an in den Player wanderten, waren Ambientscheiben. So entdeckte ich unter anderem Künstler wie Chuck Wild und seine LIQUID-MIND-Alben. LPs mit Gesang beschränkten sich auf Werke von Deep Forest. Die waren das mit Abstand Coolste, was ich je gehört hatte. Ihre Tracks basieren komplett auf Electro-Beats und Samples. Diese neuen, für mich ungewohnten Klänge stellten meinen Musikgeschmack auf den Kopf und zeigten mir, dass es da draußen noch viel mehr tolle Dinge außerhalb der Komfortzone gibt.

2010 gabst du in einem Interview mit CLASSIC ROCK PRESENTS AOR be­­kannt, dass du 50 neue Stücke geschrieben hast. Warum dauerte es ganze acht Jahre, bis zehn davon als TRACES das Licht der Welt erblickten?
Als ich vor gut drei Jahren anfing, die Songs aufzunehmen, war es für mich extrem schwer, wieder in einem Studio zu arbeiten. Es fühlte sich zuerst so an wie Albträume, wegen denen du nachts aufwachst und nicht mehr einschlafen kannst. Mein kreativer Geist ist ziemlich obsessiv und ich hatte Angst diese Tür zu öffnen. Die Erfahrungen mit und um Kellie halfen mir dabei, diese innere Furcht abzuschütteln. Eine wichtige Rolle spielte dabei auch Patty Jenkins – die Regisseurin von „Monster“ mit Charlize Theron und Christina Ricci. Als ich sie traf, wurde sie für mich eine musikalische Mentorin. Patty inspirierte mich, einige kleine Gehversuche alleine an meinem Computer zu wagen. Ich sang einfach ein paar Melodien und da sie nur auf dieser Festplatte existierten, konnte ich sie jederzeit, wenn mir danach war, wieder löschen. Dieses Freiheitsgefühl war einfach wunderbar. Es gab keine Erwartungshaltungen, keinen Plattenvertrag, mir saß kein Management im Nacken und es existierte kein Zeitplan – ge­­nau deswegen fasste ich den Mut diesen Schritt in Angriff zu nehmen. Eine dieser Ideen spielte ich Jenkins während eines Mittagessens vor und ich traute mich dabei nicht, ihr in die Augen zu sehen. Ich blickte aus dem Fenster und war komplett aufgeregt. Als die Aufnahme verklang, fasste ich mir ein Herz, blickte zu ihr rüber und sie erwiderte: „Ich liebe es!“ Darauf antwortete ich: „Aber da gibt es doch noch nichtmal einen Text, sondern nur diese Melodie!“ Worauf sie mir tief in die Augen sah und sagte: „Ja schon, aber es klingt so wunderbar nach dir!“. Dieses Statement fühlte sich so unglaublich gut an! Dadurch fasste ich mir ein Herz, an diesen kreativen Ort tief in mir zurückzukehren.

In den Credits von TRACES findet sich eine beeindruckende Liste an Co-Komponisten – darunter auch der leider viel zu früh verstorbene George Harrison. Die Neuauflage seines Beatles-Stücks ›I Need You‹ nennt euch beide als Autoren.
Als ich ein Junge war, traf ich auf ›I Need You‹ zum ersten Mal, als ich begeistert HELP! lauschte. Ich liebte diese Version über alles und George wurde dadurch postwendend zu meinem Favoriten der Beatles. In meinen Ohren besaß das Lied aber immer auch das Potenzial, in einem R&B-Kontext eine gänzlich andere Wirkung zu entfalten. Komischerweise coverte ich es nie. Irgendwann reizte mich ›I Need You‹ dann doch so sehr, dass ich meine Vision des Tracks als Demo mit einem befreundeten Gitarristen festhielt. Während der TRACES-Sessions spielte ich meinem Toningenieur die Aufnahme vor. Dabei verschwieg ich ihm, um welchen Song es sich handelt, um seine objektive Meinung zu hören. Irgendwann merkte er natürlich, dass es ein Song der Beatles war und gab zu Protokoll, dass mei­ne Interpretation einen komplett neuen Vibe besitzt. Wir nahmen es im Zuge dessen auf, aber um es final auf TRACES zu packen, fehlte mir der Segen von Olivia Harrison. Ich fand durch etwas Recherche heraus, dass sie wegen eines Benefizkonzerts in Las Vegas weilte. Ein paar Mails und Anrufe später hatte ich eine Verabredung mit Olivia zum Dinner, um ihr das Stück vorzuspielen. Verdammt war ich nervös! An be­­sagtem Abend lauschte sie aufmerksam meiner Version und drücke nach dem ersten Durchlauf auf die Repeat-Taste…ich dachte mir: „Arghh! Sie mag es nicht!“ Ir­­gendwann stoppte sie den Song, sah mich an und sagte: „George würde deine Version lieben!“ Ich freute mich darüber unendlich, denn ohne ihre Zustimmung wäre ›I Need You‹ nie auf TRACES gelandet.

CLASSIC ROCK präsentiert: The Sisters of Mercy live!

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Und der Oktober kann kommen: CLASSIC ROCK präsentiert die Shows von The Sisters of Mercy!

Benannt nach einem Leonard Cohen Song, beherrschten die Sisters of Mercy während der Achtziger Jahre die Gothic-Rock-Szene wie keine zweite Gruppe. Sie sind eine der einflussreichsten, meistgebootlegten Bands der Welt.

The Sisters of Mercy live 2019:

04.10. Berlin, Columbiahalle
10.10. Dresden, Alter Schlachthof
11.10. München, Tonhalle
13.10. Stuttgart, LKA Longhorn
14.10. Köln, E-Werk
17.10. Wiesbaden, Schlachthof

Bryan Adams: Deutschland-Tour 2019

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Bryan Adams 2015 Get UpBryan Adams kommt im Sommer für fünf Shows nach Deutschland. Schon im März erscheint sein neues Album SHINE A LIGHT.

Gute Nachrichten für alle deutschen Fans von Bryan Adams: Im Juni führt seine „Shine A Light“-Tour den Kanadier nach München, Stuttgart, Frankfurt, Oberhausen und Berlin.

Bereits am 1. März bringt Adams seine neue Studioplatte, SHINE A LIGHT, heraus (den Titeltrack gibt’s schon jetzt zu hören). Der Ticketvorverkauf für die Konzerte startet diesen Freitag, den 25. Januar, um 10 Uhr.

Bryan Adams live 2019:

11.06. München, Olympiahalle
12.06. Stuttgart, Schleyerhalle
17.06. Frankfurt, Festhalle
18.06. Oberhausen, König-Pilsener-Arena
20.06. Berlin, Mercedes-Benz Arena

Plattensammler: Klaus Henatsch

Nektar Klasu HenatschSeit dem Tod von Mastermind Roye Albrighton ist Keyboarder Klaus Henatsch federführend bei den Progrock-Urgesteinen von Nektar. Zusammen mit Albrightons Sohn Che und weiteren Künstlern hat der Wahl-Hannoveraner jetzt das neue Album MEGALOMANIA am Start, um den „Vibe“ dieser Musik weiterhin aufrecht zu halten. Kein Wunder, dass sich Nektar auch unter seinen Lieblingsplatten tummelt.

NEKTAR
A TAB IN THE OCEAN
(1972)

Nektar A Tab in the Ocean
Roye Albrighton war für mich immer schon ein großes Idol, auch bevor unsere Zusammenarbeit begann. Ich hatte zwar auch schon JOURNEY TO THE CENTER OF THE EYE, da­­durch war ich auf die Band aufmerksam geworden, aber zum wirklichen Die-hard-Fan machte mich eben diese Platte. Sie lief damals ständig bei uns in der Clique und war einfach Kult. Ich habe sie immer noch im Regal stehen, auch wenn sie inzwischen schon sehr zerkratzt ist.

STEELY DAN
CAN’T BUY A THRILL
(1972)


Von Steely Dan muss ich gleich zwei Werke nennen, weil sie in meiner Welt einfach Meilensteine abgeliefert haben. Als ich diese Platte zum ersten Mal gehört habe, war ich gerade mal 18 oder 19 Jahre alt, ich bin ja ein 50er-Jahrgang. Sie begleitet mich also seit meiner Jugend.

STEELY DAN
KATY LIED
(1975)

Steely Dan Katy Lied
Auch KATY LIED ist einer meiner absoluten Favoriten. Die Art des Musizierens und der Arrangements ist schlichtweg sehr besonders und für mich unfassbar prägend. Steely Dan haben vor allem meinen eigenen Modus des Komponierens – auch für Nektar – stark beeinflusst.

JOE JACKSON
LOOK SHARP
(1982)


Ein weiterer Künstler, von dem ich wirklich ein großer Fan bin, der aus einer ganz anderen Zeit kommt und stilistisch eigentlich völlig aus der Norm meiner Hauptausrichtung fällt, ist Joe Jackson. Durch LOOK SHARP wurde ich auf ihn aufmerksam. Ich liebe den englischen Biss, der da rüberkam. Das war fast schon punkig damals, als die 70er stilistisch zu Ende gingen und auf einmal diese wilde Art von Rock‘n‘Roll das Ruder übernahm.

YES
YESSONGS
(1973)


YESSONGS reiht sich dann wieder nahtlos in meinen eigentlichen Geschmack ein. Ein grandioses Live-Doppel-Album, ein echter Klassiker. Wir konnten sie zweimal live erleben, einmal 2013 und einmal 2015, da haben Nektar und Yes gemeinsam auf der Prog-Rock-Kreuzfahrt namens„Cruise To The Edge“ gespielt. Es war ein echtes Erlebnis, Yes bei der ersten Cruise noch mit Chris Squire sehen zu dürfen. Alte Haudegen! Dazu noch Steve Howe: Mein Gott, was für eine Eminenz!

Video der Woche: L.A. Guns mit ›The Ballad Of Jayne‹

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L.A. Guns ScreenshotZum Ehrentag von Tracii Guns gibt es heute den berühmtesten Clip von seinen L.A. Guns zu sehen.

Im Los Angeles der frühen 80er Jahre ging es hoch her: Nachdem sich schließlich nach einigem Hin- und Her und Besetzungswechseln die Bands L.A. Guns und Guns N‘ Roses in ihre Lager aufgeteilt hatten, wurden die einen Weltstars, während den anderen der ganz große Durchbruch verwehrt blieb.

Doch einen großen Hit hatten die L.A. Guns trotzdem. ›The Ballad Of Jayne‹ stammt vom 1989 erschienenen Album COCKED & LOADED, das mit über einer Millionen verkauften Platten Platinstatus erreichte.

Anlässlich des heutigen Geburtstags von Gitarrist Tracii Guns gibt es den Clip zur Ballade in Gedenken an Pin-Up und Schauspielerin Jayne Mainsfield zu sehen.

Die L.A. Guns mit ›The Ballad Of Jayne‹:

Paul Stanley: Wer ist er wirklich?

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Auf der Bühne ist er das sexbesessene Starchild, der Rockgott, der den Kritikern ins Gesicht lacht, die Kiss-Ikone, die die ganze Nacht rockt und rollt und jeden Tag Party macht. Privat jedoch ist er ein Nestbauer, Koch, Fitness-Fan und Familienmann, der einen Geburtsfehler verbirgt, aber endlich gelernt hat, sich so zu akzeptieren, wie er ist.

Man weiß, dass man sich Paul Stanleys Haus nähert, wenn die Ohren zu knacken beginnen. Das hat natürlich nichts mit dem stechenden Falsett des bombastischen Kiss-Frontmanns zu tun, das der Band zu mehr als 100 Millionen Albumverkäufen in den letzten viereinhalb Jahrzehnten verholfen hat. Sondern damit, dass er hoch oben in den Santa Monica Mountains lebt, in einer Villa, die er liebevoll als „das Haus, das schlechte Kritiken erbauten“ bezeichnet.

Und damit hat er Recht. Millionen von Fans lieben Kiss, doch Rezensenten aller Art attackieren die Band un­­ablässig, seit sie 1973 auf zwölf Zentimeter hohen Plateausohlen in schwarzen Fetisch-Klamotten und mit fettigem Make-up aus ihrem New Yorker Loft stolperte, um die ruhelosen Seelen der Vorstadt-Teenager zu erobern. Für die meisten ihrer Anhänger waren Kiss immer viel mehr als nur eine Band. Sie waren ein Gemütszustand, ein Ort, an dem dieses Gefühl der Entfremdung gefeiert wurde, wo Jungs Männer und Mädchen Groupies waren und niemand je die Lautstärke runterdrehen musste.

Doch für ihre zahlreichen Kritiker sind sie ein Reizthema. Sie konnten nie so richtig verstehen, warum vier (größtenteils) intelligente und einigermaßen gebildete Typen absichtlich mit ihrer Comic-Theatralik und einfach gestrickter Musik auf blöd machten und sich auf ein Versprechen reduzieren ließen: „Rock‘n‘roll all night and party every day“.

Kiss verkörperten zwar absolut alles, was den Rock‘n‘Roll definierte, doch sie wurden aktiv, wenn auch nicht offiziell, aus der Rock And Roll Hall Of Fame verbannt – bis 15 Jahre nach dem Zeitpunkt, ab dem sie hätten aufgenommen werden können. Dave Marsh, Bestsellerautor, Mitbegründer der Zeitschrift „Creem“ und Mitglied des Nominierungskomitees der Hall Of Fame, zeterte 2011: „Kiss werden nie eine gute Band sein und ich habe meinen Teil dazu beigetragen, sie nicht auf den Wahlzettel zu lassen.“

Zum Glück hatten sie aber auch be­­rühmte Verfechter wie Tom Morello von Rage Against The Machine, der über sich sagte, er habe „seit Jahren laut und mit gereckter Faust dafür plä­­diert, Kiss in die Rock And Roll Hall Of Fame aufzunehmen“. Und ir­­gendwann hörte man auf ihn, denn 2014 wurde die Band endlich in das Heiligtum gelassen – begrüßt von Morello selbst. Er ist aber bei Weitem nicht der einzige Musiker unserer Zeit, dessen Karriere von Kiss inspiriert wurde. Country-Megastar Garth Brooks sagte einst, sie seien seine Beatles gewesen, und Dave Grohl ge­­hört seit 40 Jahren zu ihren eingefleischtesten Fans. „Heutzutage verbringe ich jeden Morgen mit Paul Stanley auf dem Parkplatz der fucking Grundschule unserer Kinder“, verriet er vor einiger Zeit. Er erzählte, das sie sich dabei über Led Zeppelin, ELECTRIC LADYLAND, die Strapazen des Tourlebens und natürlich Benefizveranstaltungen der Schule unterhalten – wie im vergangenen Oktober, als die Foo Fighters zum Spendensammeln auftraten und Paul Stanley dabei für Interpretationen von Led Zeppelins ›Whole Lotta Love‹ und ›It‘s Only Rock‘n‘Roll (But I Like It)‹ von den Rolling Stones zu ihnen auf die Bühne kam.

Doch zurück zu Stanleys Haus, das einst dem provokativen Komiker Redd Foxx gehört hatte. Stanley entdeckte es 1996, also in der Zeit, als die Mitglieder von Kiss das Kriegsbeil begruben, das Make-up aus der Schublade holten und die Alive/Worldwide-Tour starteten, die erste mit der Urbesetzung seit dem DYNASTY-Trek 1979. Die Konzertreise, die niemand für möglich gehalten hatte, spielte satte 143,7 Millionen Dollar ein. Mehr, als sie je zuvor verdient hatten, war es die erfolgreichste Rocktour in jenem Jahr. Mit seinem Anteil der Einnahmen aus dem 13-monatigen Trip kaufte Stanley ein riesiges Grundstück, ließ Foxxs stuckverzierten Palast im mediterranen Stil abreißen und sich sein Traumhaus bauen, basierend auf den Landhäusern, die er in Italien lieben gelernt hatte.

Als die Landschaftsgärtner die ersten Zypressen auf dem Anwesen pflanzten, die italienischen Fliesen um den türkisen Pool verlegt und die Fresken im Esszimmer gemalt wurden, warf ein Fan in Cincinnati, Ohio, seine Beinprothese auf die Bühne des Riverside Stadium. Die Band zuckte nicht mal mit den kajalverklebten Wimpern, signierte das Bein und warf es prompt zurück. Und als Kiss schließlich im Londoner Rainbow Theatre die Tour beendeten – Stanley zündete dort seine Gitarre an, bevor er sie zertrümmerte, eine bedeutungsschwere Geste des Zorns –, wurden die Rosenbüsche angelegt und das Wasser in den Springbrunnen angestellt.

21 Jahre später fühlt sich der Hausherr äußerst wohl in seinem Traum von der Toskana. So opulent sein 840-Quadratmeter-Heim in seinen Ausmaßen und seiner Einrichtung auch sein mag, fühlt es sich doch heimelig und gemütlich an.

Im Gegensatz zu vielen anderen Rock-Ikonen wie Rod Stewart und Tom Petty, deren Villen an die steril-eleganten Hotel-Lobbys erinnern, in denen sie einen Großteil ihrer besten Zeiten verbracht haben, sieht Stanleys Zuhause so aus, wie sich sein 19-jähriges Ich die Unterkunft eines Rockstars vorgestellt haben mag: riesige, schmiedeeiserne Kerzenhalter mit Kerzen so dick wie ein Elefantenfuß, gigantische, absurd überpolsterte Sofas, die ganze Menschen verschlucken könnten, prunkvolle Sessel, die gut genug für einen König wären, ein offener Kamin, in dem man ein ganzes Wildschwein braten könnte, ganz zu schweigen von dem Teppich im Leopardenfell-Look (ähnlich seiner maßgefertigten BC-Rich-Gitarre von der ANIMALIZE-Tournee), der ein komplettes Zimmer bedeckt. Sein ganzer Stolz ist aber die Tiffany-Lampe, die er 1978 mit dem ersten großen Erfolg für 70.000 Dollar erwarb.

„Ich hatte mir gerade meine erste Wohnung in New York gekauft. Da gab es zwar kein einziges Möbelstück, aber ich hatte diese Lampe und glaubte, ich sei der größte Glückspilz auf Erden. Heute weiß ich, dass ich es bin!“, sagt er und holt mit dem Arm aus, als würde er sein ganzes Haus, das Grundstück, vielleicht das ganze Universum meinen.