0,00 EUR

Es befinden sich keine Produkte im Warenkorb.

0,00 EUR

Es befinden sich keine Produkte im Warenkorb.

Start Blog Seite 478

Patti Smiths Bücher „Hingabe“ und „M Train“

0

Patti Smith Hingabe
Patti Smith wird 73. Deshalb kommen hier unsere Reviews zu den beiden jüngsten auf Deutsch erschienenen Büchern der Sängerin und Autorin (beide im Verlag Kiepenheuer & Witsch).

1. Review: Patti Smith – Hingabe

Patti Smith Hingabe Buch

Call to action

„Hingabe“ ist ein hybrides Werk, so wie Patti Smith selbst eine Allround­künstlerin mit einer humanistischen Ader ist. Ihr neues Buch bedeutet eine Rückkehr nach Paris für sie, eine nostalgisch schimmernde Hommage an vergangene Liebe. Bei Smith verschränken sich die Stile der von ihr verehrten Künstler, sie hört die Stimmen von Rimbaud, Baudelaire, Modiano. Sie ist nochmal zwanzig, sie kehrt mit ihrer Schwester zu den Orten der ersten Erinnerung in dieser Stadt zurück, lässt sich in die Ein­­samkeit sinken und kommt so der Vergangenheit und auch ihrer Schwester näher. Sie reist in das Haus von Camus im Süden Frankreichs und sucht das Grab Simone Veils in England auf. Sie staunt und nimmt alles auf, dekonstruiert und setzt neu zusammen, um auf ihre Art ihre Wahr­nehmung neu zu fokussieren – so wie „eine Vielzahl unterschiedlicher Auslöser sich zu einem eigenen Organismus verbinden“, wie sie schreibt.

Auf diese Weise ist „Hingabe“ entstanden, die Erzählung, die Smiths Buch den Namen gab. Gerade sie geht unter die Haut, diese merkwürdige Geschichte einer einsamen Eiskunstläuferin, die Geist und Körper komplett ihrer Kunst verschreibt – eine zerstörerische Passion, die ihre Freiheit und Unschuld in Ge­­fahr bringen wird.

Fieberhaft komponiert Smith ihre Textpassagen mit unbändigen Wellen an Worten, Bildern, Rhythmen und Tönen. In einem organischen Duktus beschreibt sie den Moment als „die Zeit anhält und sich dennoch beeilt, indem sie Bilder aus Worten zieht“. So verarbeitet sie innere, strapaziöse und euphorische Kämpfe und berichtet vom Streben nach Kreativität, in dem sie sich lebendig fühlt.

7/10

Text: Sarah Soheyli-Schaffner
 

2. Review: Patti Smith – M Train: Erinnerungen

patti smith m train

Die Punkheldin lädt in ihre Welt. Grandios.

Patti Smith ist eine Poetin: Wortmächtig, mitfühlend, unangepasst. Das hat sie mit ihren Songs bewiesen und das beweist sie nun mit ihren Erinnerungen. Sie lädt uns ein in ihr Leben in New York, llässt uns teilhaben an den Querelen einer Schreiberexistenz: wenn man mal einfach nichts zu Papier bringt und dann die Gedanken wieder schneller sind als der Stift. Wir erfahren, dass Smith Kaffee liebt, nicht einfach nur mag, dass sie ihn liebt, dass sie täglich Stunden in ihrem Stammcafé verbringt. Sie nimmt uns mit auf ihre Reisen, nach Berlin, wo sie in einem magi­schen Moment am Grab von Bertolt Brecht das Lied der Mutter Courage singt, ins vom Tsunami verwüstete Japan, nach Mexiko, London. Ihre Reisen sind ihr ein Tor zur Welt – das andere ist die Kunst, die Musik, die Fotografie und vor allem: die Literatur. Es wimmelt von Verweisen auf die Beat Generation, auf den Franzö­sischen Symbolismus, auf Genet, Burroughs, Witt­genstein.

Zwischen den Zeilen sind dabei immer Smiths unbändige Lebenslust und eine grenzenlose Menschenliebe zu spüren. Eine anhaltende Liebe auch zu ihrem verstorbenen Ehemann Fred „Sonic“ Smith, den sie immer wieder schreibend aufleben lässt. Und dann sind da noch die wunderbaren selbst geknipsten Polaroids. Und die­ser rätselhafte Cowboy, der ihr immer im Traum erscheint. Und, und, und. Unmöglich, das alles hier wieder­zugeben. „Kennt der Leser mich denn?“, fragt Patti Smith einmal ohne Koketterie. „Und will er das überhaupt? Ich kann es nur hoffen, während ich ihm meine Welt auf einem Tablett voller Anspielungen darbiete.“

10/10

Text: David Numberger

Die 50 besten Alben des Jahres 2019: Plätze 20-11

0

20 Devin Townsend
EMPATH
SONY

Devin Townsend empath
Der Kanadier ist produktiv wie nur sehr wenige andere Künstler, pflegt seinen ganz eigenen Stil aus Witz, Wahnsinn und Wucht und unterzieht seine Werke einer strengen Qualitätskontrolle. Dass ihm mit EMPATH sein Opus Magnum gelungen ist, will wirklich etwas heißen. Durchgeknallt und brillant von Anfang bis Ende.
Anspieltipp: ›Spirits Will Collide‹

19 Taylor Hawkins And The Coattail Riders
GET THE MONEY
RCA/SONY

Taylor Hawkins Get The Money
Noch ein Foo Fighter in dieser Liste. Doch Drummer Taylor hat sich jede Menge Prominenz für seine wahnwitzige Classic-Rock-/Prog-/Rockopern-Orgie ins Haus geladen. Duff McKagan, Nancy Wilson, Dave Grohl, Perry Farrell, LeAnn Rimes, sogar Künstlernamensgeber Roger Taylor von Queen waren unter anderen bei diesem Nachbarschaftstreffen dabei.
Anspieltipp: ›Don’t Look At Me That Way‹ (feat. Duff McKagan und Nancy Wilson)

18 Duff McKagan
TENDERNESS
UNIVERSAL

Duff McKagan Tenderness
Der Gunner und der Shooter: Er wagte die Erfüllung eines alten Wunsches und ließ sich dabei durch die sichere Hand von Herrn Jennings Junior führen. Gelungen ist den beiden dabei ein Country-Album – vom G-N’-R-Bassisten selbst geschrieben, an der Gitarre gespielt und gesungen –, das Duffs Tiefe zwischen Soul, Country(-Rock) und Johnny Thunders offenbart.
Anspieltipp: ›Don’t Look Behind You‹

17 Status Quo
BACKBONE
Earmusic/Edel

Status Quo Backbone
Vor drei Jahren verstarb Rick Parfitt. An Heiligabend des Jahres 2016 ging die erschütternde Nachricht seines Todes um die Welt und gleichzeitig auch die Annahme, dass es das nun gewesen sein würde mit Status Quo. Sollte Rossi ohne seinen blonden Sidekick und soliden Rhythmusmotor weitermachen? Das fragten sich vor allem manche der eingefleisch­ten Fans, die Status Quo ohne Parfitt zur Kategorie „Können nicht aufhören“ zählten. Schließlich war die Band damals seit fast 50 Jahren unterwegs gewesen, man muss es doch auch mal gut sein lassen, oder? Nach einigen Jamsessions mit dem neuen Rhythmusgitarristen Richie Malone wurde Rossi jedoch schnell klar, dass die entstandenen Songideen so viel Potenzial hatten, dass er sie auf eine neue Quo-Platte packen musste. BACKBONE bewies allen Kritikern und Nörglern, dass Status Quo auch auf ihrem 33. Album – man lasse sich das bitte auf der Zunge zergehen: 33 Studioalben! – und gezwungenermaßen ohne Parfitt ihrem Ruf als unangefochtene Boogie-Woogie-Könige noch alle Ehre machen.

Der Titel der Platte ist Programm: Status Quo beweisen damit Rückgrat und sind gleichzeitig eine der verlässlichsten Säulen der Rockmusik des letzten halben Jahrhunderts. Von Innovation kann hier zwar nicht die Rede sein, trotzdem klingen die elf Songs auf BACKBONE, besonders der Titeltrack, ›Liberty Lane‹, ›Cut Me Some Slack‹ oder ›Better Take Care‹, schön gefällig, gehen gut ins Ohr und machen Spaß. Klassisch Quo eben. Und trotzdem steht eines fest: Rick fehlt.

Anspieltipp: ›Cut Me Some Slack‹
Text: Jacqueline Floßmann

16 The Magpie Salute
HIGH WATER II
MASCOT/ROUGH TRADE

The Magpie Salute High Water II
Statt insgeheim doch immer nur auf eine Reunion zu hoffen, sollten Black-Crowes-Fans lieber vorbehaltslos das Projekt von Rich Robinson als das nehmen, was es ist: kein Crowes-Klon, sondern eine Band mit exzellenten Songwritern und einem ausdrucksstarken John Hogg am Mic, die unbeirrt ihren Weg geht. Und der führt The Magpie Salute auf der Fortsetzung ihres 2018er Debüts noch weiter zur eigenen Identität.
Anspieltipp: ›Lost Boy‹

15 Santana
AFRICA SPEAKS
Concord/Universal

Santana Africa Speaks
Er habe ein „zu 150 Prozent rein afrikanisches Album“ machen wollen, erzählte uns Latin-Gitarrenmeister Carlos Santana letztens im Interview. „Eine Art Mystical Medicine Music.“ AFRICA SPEAKS klingt dennoch wie eine klassische Santana-Platte. Statt einer Armee an Gästen übernahm den Gesang diesmal die spanische Sängerin Concha Buika, als Produzent war Musik-Chefguru Rick Rubin dabei.
Anspieltipp: ›Breaking Down The Door‹

14 D-A-D
PRAYER FOR THE LOUD
AFM/ROUGH TRADE

DAD Prayer For The Loud
Der Einladung, der Kirche des Blues beizutreten, kommt man gerne nach. Vor allem, wenn sie von D-A-D stammt. Trotz einiger Experimente in ihrer langen Bandgeschichte besannen sich Jesper Binzer und Konsorten wieder auf geradlinigen Rock’n’Roll und landeten damit einen absoluten Volltreffer. Auch textlich gesehen navigieren die Dänen wieder sicher durch ihre altbekannten ironischen Gefilde. Ganz großes Kino.
Anspieltipp: ›A Prayer For The Loud‹

13 The New Roses
NOTHING BUT WILD
NAPALM/UNIVERSAL

New Roses Nothing But Wild
Die New Roses atmen und leben Amerika. Seit ihrer Gründung im Jahr 2007 haben die Wiesbadener den Anspruch, Musik im Stile ihrer Vorbilder wie John Mellencamp oder John Fogerty zu machen. Die Entschlüsselung der amerikanischen Seele dürfte ihnen auf NOTHING BUT WILD besser gelungen sein als je zuvor. Gleich mit dem Opener ›Soundtrack Of My Life‹ wird mächtig an der Euphorie-Schraube gedreht. Diese Aufbruchsstimmung zieht sich mit wenigen ruhigen Ausnahmen wie ein roter Faden durch die gesamte Platte. Songtitel wie ›Can’t Stop Rock & Roll‹, ›Unknown Territory‹ oder eben ›Nothing But Wild‹ sprechen für sich und driften trotz aller Eindeutigkeit nicht in Klischees ab. In einem Interview mit CLASSIC ROCK meinte Sänger Timmy Rough Mitte des Jahres: „Es geht um den Vibe von Songs wie ›It’s A Long Way To The Top‹. Man kriegt irgendwie so animalische Impulse und das Gefühl: Ok, jetzt geht’s los, jetzt ist Party angesagt! Auch ich möchte anderen mit meinen Liedern dieses Gefühl vermitteln.“
Anspieltipp: ›Can’t Stop Rock & Roll‹

12 L.A. Guns
THE DEVIL YOU KNOW
FRONTIERS RECORDS/SOULFOOD

LA Guns The Devil You Know
Der Totenkopf und die Knarren haben immer noch ihre Berechtigung, denn Tracii Guns und Phil Lewis haben heuer nochmal richtig dreckig Gas gegeben: Ihren Mix aus harten Straßenköter-Riffs, Sleaze und zarten Balladen konnten die 80er-Ikonen erfolgreich ins neue Jahrtausend retten.
Anspieltipp: ›Loaded Bomb‹
 

11 The Darkness
EASTER IS CANCELLED
COOKING VINYL/SONY

Darkness Easter Is Cancelled
Ihren Karrierebeginn, ihre Auflösung und ihr Comeback durfte man getrost als „spektakulär“ bezeichnen. Die folgenden Werke räumten dann mit dem unbegründeten Ulkrock-Image der Briten auf, ließen stellenweise aber auch etwas Biss vermissen. Nun jedoch haben die Hawkins-Brüder und ihre Kollegen ins Schwarze getroffen: Ein starkes Konzept, eine Prise Humor, vor allem aber schlicht und einfach tolle Songs und ungebremster Enthusiasmus machen dies zu ihrem gelungensten Album seit HOT CAKES.
Anspieltipp: ›Rock And Roll Deserves To Die‹

Die Top 50 Alben 2019: Platz 30-21

0

Die 50 besten Alben des Jahres 2019Zwölf Monate, hunderte von neuen Alben, tausende von Songs – gute, schlechte, grandiose Stücke. Wer kann da den Überblick bewahren? Gut, dass es die CLASSIC ROCK-Redaktion gibt. Wir haben uns auf Zeitreise begeben, uns für euch angestrengt erinnert, haben gesammelt, recherchiert, diskutiert, bewertet, und auch gekämpft. Das ist dabei herausgekommen: die 50 besten Alben des Jahres 2019!
(Texte: Henning Furbach, Matthias Jost, David Numberger, Paul Schmitz, Markus Werner, Michael Wolf)

30 Leonard Cohen
THANKS FOR THE DANCE
Sony

Leonard Cohen thanks For The Dance
Der große Songschreiber hat Skizzen zu neuen Liedern hinterlassen, sein Sohn Adam hat sie fertiggestellt. Ein dunkles, teils beklemmendes und reduziertes Werk, trotz zahlreicher Gäste wie Beck, Damien Rice und gleich mehrerer Chöre.
Anspieltipp: ›The Hills‹

29 Michael Monroe
ONE MAN GANG
Silver Lining Records/Warner

Michael Monroe One Man Gang
Nach einer eher durchwachsenen Schaffensphase legt der ewig blonde Ex-Hanoi-Rocks-Frontmann zwölf neue Nummern vor, die auf Geschwindigkeit, puren Rock’n’Roll und Punk-Attitüde setzen. Große Refrains und eingängige Melodien runden das authentische Paket ab.
Anspieltipp: ›Junk Planet‹

28 Curse Of Lono
4AM AND COUNTING
Cadiz Music/Soulfood

Curse Of Lono 4AM AND COUNTING
Die englische Band um den deutschstämmigen Sänger Felix Bechtolsheimer hat eine Auswahl ihrer Lieder in reduzierten Arrangements neu aufgenommen. Das Ergebnis liegt zwischen Americana, Singer-Songwriter-Sound und Bluesrock.
Anspieltipp: ›I’d Start A War For You‹

27 Tool
FEAR INOCULUM
SONY

Tool Fear Inoculum
Von den einen als Hype abgetan, von den anderen als Wiederkunft der wichtigsten Band aller Zeiten gefeiert, spalteten Tool mit ihrem ersten Album seit 2006 die Gemüter. Und lieferten einmal mehr ein Werk ab, das niemand sonst hätte abliefern können. Ausladend, verwirrend, dichtgewoben, machtvoll und absolut einzigartig.
Anspieltipp: ›7empest‹

26 The Black Keys
LET’S ROCK
NONESUCH

The Black Keys Let's Rock
Gut, sie zurückzuhaben. Dan Auerbach und Dave Carney haben sich nach fünf Jahren Pause wieder zusammengerauft und mühelos in ihren raubazigen Retro-Groove zurückgefunden, für den wir sie so lieben.
Anspieltipp: ›Eagle Birds‹

25 Orville Peck
PONY
SUB POP/CARGO

Orville Peck Pony
Ex-Drummer einer Hardcore-Band, offen queer, stets maskiert, bekennender Country-Fan: Mit seinem unwiderstehlichen Bass-Bariton hat sich Orville Peck in die Herzen der Alt-Country-Fans und aufs Cover von Harper’s Bazaar und GQ gesungen.
Anspieltipp: ›Winds Change‹

24 AVANTASIA
MOONGLOW
NUCLEAR BLAST/WARNER

Avantasia Moonglow
Tobias Sammet schafft es wohl wie kein Zweiter, die unterschiedlichsten Passagen, Einflüsse und Stimmen in eine harmonische Metal-Oper zu verpacken. Hier folgt ein Rockepos aufs andere!
Anspieltipp: ›Lavender‹

23 WHITESNAKE
FLESH & BLOOD
FRONTIERS MUSIC

Whitesnake Flesh & Blood
David Coverdale und seine Truppe sind keineswegs ein angestaubtes Hardrock­relikt. FLESH & BLOOD hat zwar einen moderneren Touch, dennoch sind die Briten ihren Wurzeln darin treu geblieben.
Anspieltipp: ›Good To See You Again‹

22 STEVE HACKETT
AT THE EDGE OF LIGHTLING
INSIDE OUT MUSIC/Sony

Steve Hackett At The Edge Of light
Die Songs des ehemaligen Genesis-Gitarristen funktionieren auf so vielen Ebenen. Jeder Ton und jedes Wort, das hier aus Hacketts Kopf entsprungen ist, hat einen stark ausgeprägten, lautmalerischen Charakter.
Anspieltipp: ›Under The Eye Of The Sun‹

21 Alter Bridge
WALK THE SKY
NAPALM/UNIVERSAL

Alter Bridge Walk The Sky
„Die Nachfolgeband von Creed“, das war nie eine Beschreibung, die irgendwelche nennenswerten Erwartungen generierte. Doch in den 15 Jahren seit

Die Top 50 Alben 2019: Platz 40 – 31

0

Die 50 besten Alben des Jahres 2019Zwölf Monate, hunderte von neuen Alben, tausende von Songs – gute, schlechte, grandiose Stücke. Wer kann da den Überblick bewahren? Gut, dass es die CLASSIC ROCK-Redaktion gibt. Wir haben uns auf Zeitreise begeben, uns für euch angestrengt erinnert, haben gesammelt, recherchiert, diskutiert, bewertet, und auch gekämpft. Das ist dabei herausgekommen: die 50 besten Alben des Jahres 2019!

40 The Who
WHO
POLYDOR/UNIVERSAL

The Who Who
Townsend bezeichnet es als „das Beste seit QUADROPHENIA“, doch was heißt das schon? Nun, auch wenn WHO nicht wirklich als das „Who-Is-Who“ von The Who in die Geschichte eingehen wird, so befriedigen Roger und Pete zumindest mit (teils orchestrierten) gewohnten Arrangements, Harmonien, Attitüde und immerhin 50 Prozent früherer Revolten-Grandezza – das gestehen sie übrigens selbstreflektiert und wortwörtlich so im Opener.
Anspieltipp: ›Hero Ground Zero‹

39 Ronnie Wood With His Wild Five
MAD LAD: A LIVE TRIBUTE TO CHUCK BERRY
BMG RIGHTS/Warner

Ronnie Wood With His Wild
2018 gab der Stones-Gitarrist in englischen Wimborne ein Konzert, bei dem er neben dem von ihm selbst geschriebenen ›Tribute To Chuck Berry‹ Songs des Rock’n’Roll-Pioniers coverte. MAD LAD ist die Platte zur Show.
Anspieltipp: ›Rock N Roll Music‹

38 Black Star Riders
ANOTHER STATE OF GRACE
NUCLEAR BLAST/WARNER

Black Star Riders Another State Of Grace
Auf ihrem vierten Album gelingt es den Black Star Riders, vielleicht eleganter als je zuvor, die perfekte Balance zwischen Thin-Lizzy-Anleihen und ihrem eigenen Sound zu finden. Schönes Zuckerl obendrauf: Es gibt ein Saxophon zu hören!
Anspieltipp: ›Tonight The Moonlight Let Me Down‹

37 The Raconteurs
HELP US STRANGER
PIAS/ROUGH TRADE

The Raconteurs Help Us Strangers
Jack White kann’s halt. Auch nach elf Jahren seine Band mit Brendan Benson aufs Neue kickstarten und mal eben ein Blues-Indierock-Brett rausfeuern, so ungehobelt, dass man Spreißel ins Ohr kriegt.
Anspieltipp: ›Don’t Bother Me‹

36 Ryan Bingham
AMERICAN LOVE SONG
AXSTER BINGHAM RECORDS/MEMBRAN

Ryan Bingham American Love Song
Vielschichtiger hat sich der preisgekrönte Bad Boy des US-Südens noch nicht ausgedrückt. Vor lauter (Delta-)Blues, Country, Folk-Rock’n’Roll,Gospel, Soul, Honky-Tonk und sonst was konnte man in diesem Jahr sogar den Vergleich zu EXILE ON MAINSTREET um so manche Ecke geflüstert hören.
Anspieltipp: ›Wolves‹ (eigentlich nicht auf ein repräsentatives Stück reduzierbar)

35 Sturgill Simpson
SOUND AND FURY
ELEKTRA/WARNER

Sturgill Simpson Sound & Fury
Ihr sagtet, Sturgill Simpson sei der gottgleiche Retter des Country? Hey! Ein Sturgill Simpson lässt sich GAR NICHTS sagen! Als Antwort gibt’s eine Breitseite 80s-Rock-Space-Net­flix-Anime! Echt jetzt!
Anspieltipp: ›Best Clockmaker On Mars‹

34 KADAVAR
FOR THE DEAD TRAVEL FAST
NUCLEAR BLAST

Kadavar For The Dead Travel Fast
Mit unheimlichen Klängen eröffnen Kadavar ihr fünftes Werk und nehmen einen mit auf ihre Reise durch die düsteren Abgründe der Menschheit. Statt plump auf Doom zu setzen, drücken die Berliner subtilere Knöpfchen, gestehen sich wieder etwas mehr Retro zu und generieren so eine grandiose Atmosphäre.
Anspieltipp: ›Demons In My Mind‹

33 Chris Shiflett
HARD LESSONS
EAST BEACH RECORDS AND TAPES/MEMBRAN

Chris Shiflett Hard Lessons
Der Foo-Fighters-Leadgitarrist ist ja eigentlich ein Cowboy, musikalisch. Einer aus Kalifornien. Und so klingt sein neues Soloalbum auch, als müsse das Erdöl für das Vinyl der Platte von den alten Pumpen in den Feldern von Bakersfield gefördert worden sein. Hemdsärmelig, aufrichtig, „Shifty“!
Anspieltipp: ›Welcome To Your First Heartache‹

32 William The Conqueror
BLEEDING ON THE SOUNDTRACK
Loose/Membran

William The Conqueror Bleeding On The SoundtrackZwischen Blues, Folk, Indie- und Post-Rock berichtet die Band um Sänger und Songwriter Ruarri Joseph von verlorener Liebe, Selbstzweifeln und Einsamkeit – ohne Wehleidigkeit und falsches Pathos.
Anspieltipp: ›Path Of The Crow‹

31 Bob Mould
SUNSHINE ROCK
MERGE/CARGO

Bob Mould Sunshine Rock
Sonnenschein bei Mould trotz Trump? Auch wenn Letzterer genug Grund zur Sorge liefert, der Alternative-Papst lässt sich auf seinem jüngsten Album lieber von Optimismus treiben. So kraftvoll und gutgelaunt klang Mould schon lange nicht mehr.
Anspieltipp: ›Sunshine Rock‹

CLASSIC ROCK präsentiert: Larkin Poe live

larkin Poe PressJung, talentiert, lebenshungrig: Larkin Poe kommen auch 2020 wieder nach Deutschland.

Diese grandiose Roots-Rock-Band um die Geschwister Rebecca und Megan Lovell und wird oft und völlig zu Recht als „Die kleine Schwester der Allman Brothers“ bezeichnet. Nach einer ausverkauften Deutschland-Tour 2019 kommen die beiden talentierten Schwestern auch 2020 wieder zu uns.

Live-Termine:

10.05. Köln, Live Music Hall
22.05. München, Technikum
26.05. Berlin, Huxleys

Bruce Springsteen im Interview: Im Westen viel Neues

0

Bruce Springsteen Western StarsDas neueste Projekt von Bruce Springsteen ist eine filmische Betrachtung und Adaption seines jüngsten Albums WESTERN STARS. Wir trafen ihm beim Toronto Film Festival.

Interview: Jane Crowther

Was gibt es noch für den Boss zu tun? Er hat (eh klar) Alben gemacht, war der Architekt einiger der besten Rockshows, die wir je bezeugen durften, schrieb seine Autobiografie und hatte sogar ein langes Engagement am Broadway … Doch jetzt kann er sich noch etwas Neues in den Lebenslauf schreiben: Bruce Springsteen, Filmregisseur.

Er und sein langjähriger Kollege Thom Zimny haben eine cinematische Version des neuesten Albums WESTERN STARS erschaffen. In diesem Begleitwerk kann man sehen, wie der Boss die gesamte Platte live spielt, unterstützt von seiner Band und einem kompletten Orchester, unter dem kathedralenartigen Dach seiner historischen, fast 100 Jahre alten Scheune, inklusive Einführungen, Interludes und Heimfilmen.

Als du dich an das neue Album WESTERN STARS gemacht hast, was war dein Ziel? Was wolltest du damit erreichen?
Bruce Springsteen: Es war einfach nur eine Sammlung neuer Songs, die ich auf eine gewisse Weise zusammengestellt hatte und die ein gewisse Atmosphäre hatten, die an den westlichen Teil des Landes erinnert. Es war also ein gewisser Songwriting-Stil, ein bisschen wie in Südkalifornien Ende der 70er. Ich fand es interessant, in diesem Stil zu schreiben. Und dann ist da noch ein emotionaler Spannungsbogen, den man vermitteln will. Das ist der Teil, den der Film wirklich zur Geltung bringt, viel mehr, als es die Platte je könnte. Dank Thom und seinem Team, mit denen wir die gesprochenen Passagen zur Musik hinzufügten, kann man also diesen emotionalen Bogen nachvollziehen, den ich dem Album und dem Film verleihen wollte.

Thom, du arbeitest schon seit vielen Jahren mit Bruce an diversen Filmen. Kannst du uns etwas darüber erzählen, wann Bruce dich für dieses Projekt ansprach und wie diese Unterhaltung verlief?
Thom Zimny: Das war schon von Anfang an sehr anders. Wir befassten uns sofort mit der Umgebung, in der wir drehen wollten, und das war die Bühne. Am Ende landeten wir dann in der Scheune.

Wie lief die Arbeit mit den Musikern? Das war ja nicht die gewohnte E Street Band. Musiker in einem Orchester sind es gewohnt, einem Dirigenten zu folgen.
BS: Es war ein Dirigent vor Ort. Er schlich sich hin und wieder rein und man kann ihn auch sehen. Im Wesentlichen war da ein musikalischer Leiter – das gab es bei mir noch nie –, und der stellte die ganze Band zusammen und studierte das gesamte Album ein. Als ich also das erste Mal mit ihm ins Studio ging, nur um zu proben, kannten sie schon alles besser als ich. Wir probten einen Abend lang. Dann noch mal einen Tag in der Scheune. Das war eine sehr andersartige Erfahrung für mich – dass jemand ein komplettes Orchester zusammengestellt hat und ich einfach nur dazustoßen musste und dann sämtliche meiner Arrangements gespielt wurden.

„Mit dem Film konnte ich eine Geschichte erzählen, die ich so noch nicht vorgetragen hatte.“

Die Kameras scheinen überall zu sein.
TZ: Was mir sofort auffiel, war, dass Bruce immer noch der Anführer der Band war. Es fühlte sich anders an als die E Street Band. Ich versuchte, die Energie in diesem Raum einzufangen. Wir haben uns viel über Kameras unterhalten, und über die Schönheit des weiten Winkels. Ich kann mich sehr gut erinnern, wie Bruce eine gewisse Verbindung zu den Musikern aufbaute, und ich wollte sicherstellen, dass ich aus jedem Winkel solche Momente einfangen konnte.
BS: Wenn man sich die Platte anhört, ist das ein eigenes Erlebnis. Doch mit dem Film konnte ich eine Geschichte erzählen, die ich zuvor so noch nicht vorgetragen hatte. Weißt du, ich habe über die Jahre in vielen meiner Werke oft Andeutungen diesbezüglich gemacht, auch wenn man das Buch gelesen oder das Theaterstück gesehen hat. Doch genau in dieser Form hatte ich die Geschichte noch nie erzählt, und noch nie auf diese Weise. Einiges davon war Zufall. Doch das Filmen macht den emotionalen Inhalt noch tiefer auf eine Art, die meinen Fans hoffentlich Unterhaltung, Inspiration und Einblicke schenken wird.

Da sind die Songs vom Album, aber auch viel neue Musik dazwischen. Was kannst du erzählen über die Musik, die du für den Film geschrieben hast?
BS: Die Szenen zwischen den Songs zu orchestrieren, hat viel Spaß gemacht. Man hat immer Stücke von Melodien und verschiedene Sachen, von denen man nicht genau weiß, was man mit ihnen anfangen soll, und Songs, die eine gewisse Atmosphäre andeuten … Man kann eine Melodie aus einem bestimmten Stück ziehen, an dem man gerade arbeitet.

Und die Filmarbeiten für die Szenen zwischen den Songs: Wo fanden die statt? Und wie lief das?
TZ: Die Sequenzen wurden in der Wüste von Joshua Tree gedreht. Es gab eine Zeit, in der wir nur mit Einsprechern skizzierten. Ich war dabei, als Bruce viele dieser Instrumentals zusammenbaute. Ich konnte sie aus einem anderen Raum hören. Also nahmen wir uns viele Ideen und stolperten damit in die Wüste.
BS: Das Erste, was die Leute über diese Art von Film sagen, ist, dass es zwei Seiten des amerikanischen Charakters gibt: Diese isolierte Seite und den Teil, der die Gemeinschaft sucht. Den meisten von uns fällt es schwer, diese beiden Dinge in unserem Leben zusammenzubringen, weißt du? Am Ende des Films, das sind Aufnahmen von meinen Flitterwochen. (lacht) Wir waren in Yosemite in dieser kleinen Holzhütte, Patti und ich. Sie war im zweiten Monat schwanger mit unserem zweiten Kind und wir fuhren einfach da hoch. Das Einzige, was sie sagte, war: „Ich bin schwanger. Bring mich nirgendwo hin, wo es heiß ist“. In Yosemite waren es 21°C, aber auf dem Weg dorthin durch die kalifornische Wüste herrschten 38°C. Da war sie nicht unbedingt begeistert. Aber es sind Aufnahmen von unseren Flitterwochen, die wir zufällig gefunden hatten. Thom fand sie und sie vervollständigen diese Geschichte gewissermaßen. Am Anfang war ich sehr weit davon entfernt. Der Film handelt also von dieser Reise dahin, seinen inneren Frieden zu finden, ein Leben zu haben, sich überhaupt zu erlauben, ein Leben zu haben, und dieses Leben mit all dem Schmerz und dem Glück genießen zu können.

New Jersey spielt als zentraler Ort in deiner Arbeit natürlich eine große Rolle, doch der zweite Ort wäre der Westen, die endlosen Straßen in Kalifornien. Was bedeuten dir Kalifornien und diese Weite des Westens?
BS: Ich wurde in den 50ern groß. Wir wuchsen alle mit Westernfilmen auf, das hat also viel damit zu tun. Und der Südwesten war immer interessant für mich, allein schon wegen seiner Größe und wie sich das auf meine eigene Psyche auswirkte. Dann lebte ich fast zehn Jahre lang in Kalifornien und genoss es sehr, also wollte ich das auch in meiner Arbeit zum Ausdruck bringen. Ich dachte mir immer: Na ja, ich komme zwar aus New Jersey, aber ich wollte, dass meine Werke das ganze Land mit all seinen Stimmungen umfassen. Schon früh, auf DARKNESS ON THE EDGE OF TOWN [1978], gibt es Songs, die in Utah und an verschiedenen Orten angesiedelt sind. Das war für mich immer ein großer Teil von Amerika. Es war also schön, das tun zu können, dorthin zu fahren und tatsächlich in diesem Teil des Landes zu drehen. Thom hat großartige Arbeit geleistet, und Joe, unser Kameramann, ebenfalls.

Du und Thom habt schon zuvor zusammen an Filmen gearbeitet, aber das ist der erste in Spielfilmlänge, wo du als Co-Regisseur angegeben wirst.
BS: Thom machte die ganze Arbeit hinter der Kamera und entwickelte die Idee mit mir. Mein Teil der Regie bestand einfach darin, die generelle Richtung vorzugeben, in die der Film gehen sollte. Die Stücke zwischen den Songs und ihre Umsetzung, das war eine wirkliche Kollaboration zwischen uns. Das hat viel Spaß gemacht. So hatten wir noch nie zuvor gearbeitet, aber es war eine große Freude.

›Rhinestone Cowboy‹ von Glenn Campbell am Ende des Films ist einfach perfekt. Wie kam es dazu, dass dieser Song eingebaut wurde?
BS: Die Platte endet ja mit diesem sehr nachdenklichen Stück. Also sagte ich: „Nun, für den Film könnte es lustig sein, etwas aus diesem Genre hinzuzufügen“. Und Glenn Campbell war tatsächlich ein großer Einfluss für mich, ebenso wie Jimmy Webb, diese Art von Pop aus Südkalifornien. Ich sagte: „Das wäre ein toller Song für das Ende.“ So schließt der Film einfach schön. Das war der einzige Grund. Da steckte nicht viel dahinter.

Die Top 50 Alben 2019: Platz 50 bis 41

0

Die 50 besten Alben des Jahres 2019Zwölf Monate, hunderte von neuen Alben, tausende von Songs – gute, schlechte, grandiose Stücke. Wer kann da den Überblick bewahren? Gut, dass es die CLASSIC ROCK-Redaktion gibt. Wir haben uns auf Zeitreise begeben, uns für euch angestrengt erinnert, haben gesammelt, recherchiert, diskutiert, bewertet, und auch gekämpft. Das ist dabei herausgekommen: die 50 besten Alben des Jahres 2019!
(Texte: Henning Furbach, Matthias Jost, David Numberger, Paul Schmitz, Markus Werner, Michael Wolf)

50 Matthew Logan Vasquez
LIGHT’N UP
DINE ALONE/MEMBRAN

Matthew Logan Vasquez Light'n Up
2020 soll es mit Delta Spirit wieder auf Tour gehen. Sein also vorerst letztes Solowerk vom März dieses Jahres spiegelt den Charakterkopf wider. Mit Singer-Songwritertum, Folk und ernsten Direktheiten vermengen hier sich schlaue Schrulligkeiten aus Lo-Fi-E-Gitarren, elektronischen Einschüben und vielen weiteren zauseligen Ideen.
Anspieltipp: ›Vacation‹

49 Bishop Gunn
NATCHEZ
FARM2TURNTABLE

Bishop Gunn Natchez
„Nicht kleckern, klotzen!“ haben sich Bishop Gunn wohl gedacht und mit ihrem ersten Longplayer eine ordentliche Kerbe ins Holz der Rockmusik geschlagen. Diese Band atmet das Erbe von Muscle Shoals und vermischt Southern Rock mit Blues, Americana und Soul zu einer elektrifizierenden Mixtur.
Anspieltipp: ›Southern Discomfort‹

48 Tedeschi Trucks Band
SIGNS
CONCORD/UNIVERSAL

Tedeschi Trucks Band Signs
Mehr Mitglieder, mehr Vielfalt – bei der Tedeschi Trucks Band geht diese Rechnung auf. Von warmem Soul über Balladen bis hin zu kernigem Rock reicht die Stil-Palette der 12-köpfigen Blues-Familie auf SIGNS.
Anspieltipp: ›I’m Gonna Be There‹

47 The Allman Betts Band
DOWN TO THE RIVER
BMG RIGHTS/Warner

The Allman Betts Band Down To The River
Der Southern Rock der Allman-Brothers-Söhne Devon Allman, Duane Betts und Berry Duane Oakley steht ganz klar in der Tradition der Väter. Mit ›Southern Accents‹ huldigen sie dazu ihrem Vorbild Tom Petty.
Anspieltipp: ›Shinin’‹

46 J.J. Cale
STAY AROUND
Because/Universal

J.J. Cale Stay Around
Da J.J. Cale praktisch ständig Songs schrieb, auch wenn er gerade keine Lust auf ein Album hatte, hinterließ er nach seinem Tod 2013 einen noch zu entdeckenden Schatz an Unveröffentlichtem. Einiges davon findet sich auf STAY AROUND.
Anspieltipp: ›Stay Around‹

45 Van Morrison
THREE CHORDS & THE TRUTH
Caroline/Universal

Van Morrison Three Cords And The Truth
Nachdem er in den letzten Jahren gern auch im Blues und Jazz unterwegs war, widmet sich der Nord­ire hier wieder dem, was er am besten kann: dem Soul. Seine Stimme ist auch mit 74 alterslos.
Anspieltipp: ›Dark Night Of The Soul‹

44 Pristine
ROAD BACK TO RUIN
NUCLEAR BLAST/WARNER

Pristine Road Back To Ruin
Obwohl Gesangswunder Heidi Solheim eine durch und durch fröhliche Person ist, blickt sie mit ROAD BACK TO RUIN fast pessimistisch auf das Weltgeschehen. Der Sound ist dafür umso einnehmender: bluesig und groovig, manchmal ungewohnt hart, dann wieder zerbrechlich wie Glas.
Anspieltipp: ›Bluebird‹

43 Stereophonics
KIND
PARLOPHONE/WARNER

Stereophonics Kind Heaven
Back to basics war das Motto. Schnell eingespielt, kein Schnickschnack. Auf der Insel füllen die Waliser seit 20 Jahren Stadien, und ihre Elfte, eine schmucklos schöne Balladenplatte, zeigt, warum: Weil die Substanz (sprich: das Songwriting) stimmt.
Anspieltipp: ›Hungover For You‹

42 Goodbye June
COMMUNITY INN
EARACHE/WARNER

Goodbye June Community Inn
Junge Hits mit großem Verständnis für eine Vielzahl früherer Strömungen könnte man hierzu wohl sagen. Was (nur) manchmal einen Hauch von Greta Van Fleet versprüht, ist die deutlich vielseitigere und coolere Version der letztjährigen Durchstarter – mindestens.
Anspieltipp: ›Universal Mega Love‹

41 Sheryl Crow
THREADS
UNIVERSAL

Sheryl Crow Threads
Sollte es wirklich ihr letztes Album sein, wie sie mehrfach verkündete, wäre es immerhin ein beeindruckender Schlusspunkt, denn diese Duettkollektion versammelt eine Riege von Legenden auf mal entspannten, mal tief bewegenden Songs, von St. Vincent über Stevie Nicks bis zu Johnny Cash. Faszinierend!
Anspieltipp: ›Redemption Day‹

Video der Woche: James Brown 1964 live mit ›Night Train‹

0

James Brown Night Train VideoMitte der 60er trat James Brown neben Künstlern wie Chuck Berry und den Rolling Stones bei der TAMI-Show auf. Es war ein Triumph.

Egal, wen man für den größten Live-Performer aller Zeiten hält: Wer sich James Brown mit ›Night Train‹ bei seiner TAMI-Show (Teen Age Music International) anschaut, der wird zumindest nochmal über seine Meinung nachdenken. (Es sei denn natürlich, er oder sie setzt sowieso schon auf James Brown.)

Der Auftritt vom Oktober 1964 im Santa Monica Civic Auditorium zeigt den Soul-Giganten in Hochform: Er tanzt, er wirbelt, er springt in den Spagat und singt sich die Seele aus dem Leib. Die Zuschauer rasten aus – zurecht natürlich.

Mr.Dynamite in unserem „Video der Woche“: