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Deep Purple: Neue Single ›Nothing At All‹

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Kurz vor dem Release von WOOSH! haben Deep Purple noch einen neuen Song für uns.

Knapp einen Monat vor dem Erscheinungstermin des neuen Albums WOOSH! veröffentlichen die Herren Deep Purple ihre dritte Singleauskopplung ›Nothing At All‹. Diesmal ohne Videobegleitung kann der Song, der sich mit der Frage beschäftigt, wie der Mensch mit der Erde umgeht, auf allen bekannten Streamingdiensten angehört werden.

Am 7. August erscheint dann WOOSH! endlich nachdem der ursprüngliche Release aufgrund der Corona-Pandemie um zwei Monate nach hinten geschoben werden musste.

The Rolling Stones: „Neue“ Single ›Criss Cross‹ als Einstimmung auf Reissue

The Rolling Stones PromoSeht hier den brandneuen Clip zur nicht ganz so neuen Stones-Single ›Criss Cross‹.

Gestern kündigten die Rolling Stones mit einem kurzen Teaservideo an, dass heute ein neuer Song namens ›Criss Cross‹ erscheint. Der Clip dazu wurde von Diana Kunst produziert.

Zusammen mit dem Audio-Snippet und einem Social-Media-Beitrag, den die Stones nachlegten, war dann klar, dass es sich um eine Neubearbeitung des Outtakes ›Criss Cross Mind‹ vom Album GOATS HEAD SOUP von 1973 handelt.

Der Song ist einer von drei bisher ungehörten Tracks und wird im Rahmen einer Reissue von GOATS HEAD SOUP veröffentlicht. Die neue Ausgabe wird neben diesen drei Songs auch einen neuen Mix der Originalplatte sowie verschiedene Demos, Outtakes und Live-Mitschnitte enthalten.

Hier ›Criss Cross‹ hören und sehen:

AC/DC: Fotograf Robert Ellis über Bon Scott


In den 70ern und 80ern begleitete er fast alle großen Rockbands dieses Planeten. Der Fotograf Robert Ellis saß mit Led Zeppelin in deren Privatflieger, war mit Queen und Thin Lizzy 1977 auf deren gemeinsamer USA-Tour und hat sogar Angus Youngs Hochzeitsfeier mitorganisiert. Mit AC/DC arbeitete der Londoner seit HIGHWAY TO HELL zusammen.

Was hat dich an der Musik so fasziniert, abgesehen davon, dass es kaum eine spannendere Zeit in der Rockgeschichte gab als Ende der 60er, Anfang der 70er?
Musik ist der Soundtrack meines Lebens. Als ich mit acht Jahren mit den Fotos anfing, war es natürlich nicht sofort so. Ich habe Fotos gemacht von allem, was mich und andere interessierte. Von Beginn an habe ich mich allerdings darauf verlassen, alles selbst machen zu können. Damals musste man beim Entwickeln sehr vorsichtig sein, um die Negative nicht zu beschädigen.

Du magst es also, dein eigener Boss zu sein?
Das ist nicht anders als bei einem Journalisten. Man braucht Menschen, die das haben wollen, was du machst. Es ist nicht die Frage, ob man fest angestellt ist oder nicht, es geht darum, etwas zu können, was andere wollen. Und ich sehe meine Arbeit auch immer als Dienstleistung für das Publikum. Ich mache meine Bilder für andere Menschen, um ihnen Freude zu bereiten.

Apropos: Erzähl doch noch ein wenig vom Lebensgefühl Ende der 60er. Wie war es damals?
London Ende der 60er war großartig! Man kann sich das heute gar nicht mehr vorstellen, aber es war eine Zeit, in der alles möglich war. Man hatte das Gefühl, frei zu sein und alles tun zu können, was man wollte. Man hat allerdings erst Mitte der 70er gemerkt, wie diese Gesellschaft sich veränderte. Langsam, aber sicher, Stück für Stück, wurden wieder die alten Regulierungen eingebaut. Dazu kam dann natürlich auch die Mechanisierung vieler Arbeitsabläufe, für die man deutlich weniger Menschenarbeit brauchte als vorher. Das hat sich in der Fotografie auch sehr deutlich bemerkbar gemacht. Jeder kann heutzutage ein Foto machen. Aber ein Foto kostet heute nichts mehr, es besitzt nur noch einen symbolischen Wert. Deshalb denken auch viele Magazine, ihre Seiten mit möglichst billigem Stoff füllen zu können. Dementsprechend sieht das Ganze dann aus.

Wann und wie hast du AC/DC kennengelernt?
An einem Samstag im Sommer 1979 im Wembley-Stadion in London, als sie The Who supporteten. Ich arbeitete damals mit den Who zusammen und kannte AC/DC nur von den Platten und vom Hörensagen. An diesem Nachmittag fielen mir die vielen AC/DC-Fahnen und -Banner auf, man konnte den Eindruck bekommen, AC/DC seien die Headliner. Kurz bevor die Band dran war, habe ich sie mir geschnappt, mich vorgestellt und Fotos auf der Bühne gemacht. Vom ersten Ton an, als Bon die Leute mit „How are you all doing?“ begrüßte, stand das ganze Stadion Kopf, besonders nachdem Angus auf die Bühne kam. So etwas hatte ich noch nie in meinem Leben gesehen, und ich hatte damals schon einiges mit Led Zeppelin, Deep Purple, den Who oder Black Sabbath erlebt. Obwohl das aktuelle Album HIGHWAY TO HELL noch kein Hit war, wollte ich mit der Band zusammen arbeiten; allerdings dauerte es einige Wochen, bis mich ihr damaliger Manager Peter Mensch kurz in seiner unnachahmlichen Art anrief und mich nach Newcastle bestellte.

Die Show dort musste leider abgesagt und verlegt werden, weil die Halle abgebrannt war, aber ich hatte Fotos gemacht und zeigte sie der Band im Hotel. Sie waren begeistert, und von da an gehörte ich zur Familie. Man muss dazu wissen, dass AC/DC schon immer ein etwas ungewöhnliches Verhältnis zur Presse hatten; sie waren nicht schüchtern, fühlten sich aber einfach nicht als Rock- oder Popstars. Die Chemie passte zwischen uns. Sie waren alle sehr interessiert an mir und meinem Job. Ich hatte von Anfang an alle Freiheiten der Welt, konnte mich immer frei bewegen. Das war sehr ungewöhnlich, denn sie hatten gerade mit dem Coverartwork von HIGHWAY TO HELL schlechte Erfahrungen gemacht. Eigentlich sollte es nämlich ein Live-Foto werden, auf dem jeder im Publikum wie ein kleiner Teufel aussah, eben so wie Angus auf dem letztendlich genommenen Cover. Aber das klappte nicht; deshalb waren sie sehr misstrauisch. Sie hatten nie wirklich Bock auf Sessions, aber ich konnte sie immer dazu bewegen, wie auch immer. Es machte mir dennoch Spaß, auch wenn ich nicht viel mit ihrem privaten Leben zu tun hatte; und das auch nicht wollte. Denn das gehört nicht zu diesem Job, finde ich.

War Bon Scott wirklich der charismatische Musiker, wie ihn alle Bekannten und Freunde im Nachhinein beschreiben?
Definitiv. Bon war ein Party-Animal, aber auch ein absoluter Profi, wenn es um die Band ging. Er konnte noch so drüber sein, kaum zwei Worte hintereinander sprechen, er hat seinen Job auf der Bühne immer super erledigt. Es war so, als würdest du ihn unter eine kalte Dusche stellen, wenn er auf die Bühne kam. Er hatte auch überall Frauen, bei jeder Gelegenheit, die man sich vorstellen kann, Hotels, Bushaltestellen, Bahnhöfe… Auf der anderen Seite suchte er auch etwas Festes. Ich habe meine Frau Stella oft mit zu den Konzerten genommen, und Bon hat sich oft mit uns beiden backstage unterhalten; er war fasziniert von der Vorstellung, eine solche Beziehung zu haben. Er sagte immer: „I don’t have nothing to call my own“, beschwerte sich aber nicht, sondern stellte es nur fest. Jeder, der Bon kannte, liebte ihn. Er wusste genau, wie er mit großen Massen umgehen musste, er war ein außergewöhnliches Individuum. Und alle im AC/DC-Umfeld kannten ihn sehr gut.

Hat denn niemand geahnt, dass so ein tragisches Unglück einmal passieren könnte, und wenn ja, warum war er an seinem letzten Abend ausgerechnet mit einem Fremden unterwegs?
Alle wussten, wie Bon war. Als die Platte immer erfolgreicher wurde und jeder davon überzeugt war, dass das nächste Album den ganz großen Durchbruch bringen würde, wurde auch Bon immer ekstatischer. Er hatte ständig sein Notizbuch dabei, machte sich Aufzeichnungen von irgendwelchen Ideen. Wenn er nicht Partys feierte, arbeitete er für sein Baby, die Band. Alle Fünf waren sehr eng miteinander befreundet. Aber es war auch nicht ungewöhnlich, dass er auf Partys allein ging. Die anderen hatten darauf keine Lust, versuchten aber, ihm eine Basis zu geben. Da gab es z.B. dieses japanische Mädchen, bei dem er zum Schluss wohnte…

Warst du überrascht von der Nachricht seines Todes?
Nicht wirklich, es war ein Unfall, den man bei seinem Lebensstil erwarten musste. Vor dem letzten AC/DC-Konzert in Southampton im Januar 1980, kurz vor ihrem letzten TV-Auftritt bei „Top Of The Tops“ Anfang Februar und auch noch vor der Hochzeit von Angus und Ellen, war Bon völlig von der Rolle. Er trug Klamotten, die ich noch nie an ihm gesehen hatte, redete wirres Zeug… Jeder wusste, dass man auf ihn aufpassen musste, aber die Band war es ja gewohnt. Er hat die ganze Fahrt zum Gig geschlafen, stolperte aus dem Bus, spielte aber eine Super-Show. So war Bon.

Nach dem Tod Bons warst du weiter am Ball, hast sogar die damaligen Kandidaten kennengelernt…
Ja, aber das muss dir die Band selbst erzählen. Es waren auf alle Fälle sehr komische Leute darunter. Als Brian dann ins Gespräch kam, wusste jeder, dass er der richtige Mann war. AC/DC funktionieren eben wie eine Familie, es kam ihnen mehr auf den Charakter des neuen Sängers an als auf alles andere. Ich war während der kompletten ersten Probe dabei, und es hörte sich vom ersten Ton an brillant an. Es klang immer noch wie AC/DC, bloß eben eine andere Version. An dem Tag passierte es auch zum einzigen Mal, dass sie sofort einer Session zustimmten. Ich denke, die Fotos vor dem Studio kennt jeder, der damals Musikpresse gelesen hat. Sie waren happy mit Brian. Und er konnte sein Glück nicht fassen. Für mich war es auch eine Überraschung, da er Bon überhaupt nicht ähnlich ist. Aber es gab da wohl eine besondere Chemie von Anfang an. Auch wenn er nicht der große Songwriter ist. Viele Ideen von BACK IN BLACK werden sie mit Sicherheit von Bon übernommen haben. Denn der Unterschied zu späteren Alben und Texten ist zu offensichtlich, es gab nie wieder diesen humorvollen Touch, der die Kids direkt angesprochen hat. In solchen Dingen war Bon einfach Klasse, und Brian hatte mit Sicherheit ein Problem damit; auch wenn er mich für diese Aussage wahrscheinlich umbringen wird. Die Gigs in Belgien Mitte 1980 waren seine Feuerprobe, die er mit Bravour meisterte. Sie hatten sich extra Belgien ausgesucht, weil das Publikum dort nicht so wild wie in Deutschland oder so chaotisch wie in England ist. Trotzdem musste der erste Gig dreimal in eine größere Halle verlegt werden, weil die Nachfrage so groß war. Statt vor 300, wie geplant, spielten sie dann vor 6000 Fans. Alle waren furchtbar nervös vorher, was ich von der Band nicht kannte. Zumal die Lichtanlage viel zu klein war. Aber diese Band war eine solche Offenbarung, was ihr gesamtes Auftreten angeht, musikalisch, businesstechnisch.

Irvine Welsh: „Wir sind alle lächerlich“

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Irvine Welsh ©Thomas DufféZum Abschluss seiner „Trainspotting“-Saga bringt Irvine Welsh Renton, Sick Boy, Begbie und Spud ein letztes Mal zusammen. „Die Hosen der Toten“ ist ein Buch darüber, wie Freundschaft funktioniert, es zeigt seine Figuren im Kampf mit sich selbst und auf der Suche nach Erlösung.

Mit „Trainspotting“, seiner episodenhaften Erzählung über gelangweilte Jugendliche im Strudel von Sex, Drogen und Gewalt, gelang Irvine Welsh einer der Romane der 90er. Drei Jahre später brachte die Filmadaption von Danny Boyle Struktur und Linie in die Handlung, und wurde zu einem der Filme der 90er. Schauplatz war hier wie da Leith: ein Stadtteil von Edinburgh, geprägt von der untergehenden Arbeiterklasse. In seinem Debüt schuf Welsh die Figuren, die auch durch viele seiner späteren Bücher stolperten. In „Porno“ brachte er die Kerngruppe aus Mark Renton, Sick Boy, Frank Begbie und Spud Murphy ein zweites Mal zusammen. 2002 war das, es ging, wie der Titel schon sagt, um Pornografie. Und darum, alte Schulden zu begleichen. Mit „Skagboys“ kam zehn Jahre später ein Prequel raus, jetzt ist der letzte Teil der Reihe da: „Die Hosen der Toten“.

Die Handlung, die von 2015 bis 2016 spielt, wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Im Zentrum: Renton, DJ-Manager und frisch verliebt. Alles fängt damit an, dass er auf einem Flugzeugklo seiner Angstfigur in die Arme läuft: Frank Begbie, den er wie die ganze frühere Clique mal um Geld betrogen hat. Wie sich herausstellt, hat Begbie seinem alten Leben als gewalttätiger Psychopath (scheinbar) abgeschworen und ist jetzt Künstler in Los Angeles. Eines seiner Kunstwerke ist es auch, das die alte Crew inklusive Spud und Sick Boy wieder zusammenbringt. Spud ist noch immer Junkie, Sick Boy führt eine Escort-Agentur.

Allen voran wirkt Sick Boy mit seinen frauenfeindlichen, homophoben Sprüchen in der Gegenwart von #MeToo aus der Zeit gefallen. Sieht auch Welsh so. „Sie alle sind Überbleibsel einer Working Class, die es so heute nicht mehr gibt“, erzählt der Autor in tiefstem schottischen Dialekt. „Das Ende des Patriarchats, der industriellen Gesellschaft, des traditionellen Katholizismus, damit haben sie zu kämpfen.“ Es ist eine Art alter Männlichkeits-Freundschafts-Kult, dem die Figuren anhängen. Der aber auch insofern ausgehöhlt ist, als sie sich, immer wenn sie können, gegenseitig übers Ohr hauen. „Dennoch fühlen sie sich verbunden“, so Welsh. „Diese Art von Freundschaften sind stark in den Teens und in den 20ern, dann läuft man ein bisschen weg davon, wird zum Individualisten. Aber diese Freunde sind wie eine erweiterte Familie. Auch da kommt es vor, dass man sich lange nicht sieht, aber die Verbindung bleibt.“

Es gibt zwei Situationen, in denen jedes Misstrauen der Romanfiguren gegeneinander wegzufallen scheint: Als der gemeinsame Lieblingsverein, die Hibs, den Pokal gewinnt, und als sie die Droge DMT nehmen, die selbst Atheisten zu Gläubigen macht. Ansonsten wirken sie in ihrer Unfähigkeit, ihr eigenes Tun zu reflektieren, tragisch und lächerlich zugleich. Würde jeder statt auf den eigenen Vorteil mehr auf den der anderen schauen, würde es allen besser gehen, denkt man. Aber eben dieses Unvermögen, zu sich selbst Distanz aufzubauen, gehöre zum Menschsein dazu. „Wir sind alle lächerlich“, so Welsh.

In „Trainspotting“ sei es um Betrug gegangen, in „Porno“ um Rache. „Die Hosen der Toten“ nun drehe sich um Erlösung, sagt der Autor am Ende. Renton will seine Schulden bei seinen Freunden begleichen, Frieden machen. Es ist eine Erlösung, die brüchig bleibt, bis zum letzten Satz.

Die skurrilsten Cover der Rockwelt: Rod Stewart mit NEVER A DULL MOMENT

Rod Stewart Never A Dull Moment
Rod Stewart
NEVER A DULL MOMENT
(1972)

Der Albumtitel und das Coverdesign des Illustrators John Craig scheinen in einem gewissen Widerspruch zu stehen: Da sitzt Rod The Mod in einem gutbürgerlichen Plüsch-Ambiente vor dem glimmenden Kamin und starrt leeren Blickes – um nicht zu sagen: verdammt trübsinnig – vor sich hin. Was selbstverständlich mehrere Ursachen haben kann: Vielleicht hat er kurz zuvor festgestellt, dass die Brandy-Vorräte erschöpft sind und im Kühlschrank auch kein Bier mehr steht, weshalb nun erst einmal die Frage zu klären wäre, wie der angebrochene Nachmittag weitergehen soll.

Eine andere Möglichkeit: An der gegenüberliegenden Wand steht ein Fernsehgerät, es läuft gerade die Übertragung des Qualifikationsspiels der schottischen Nationalmannschaft für die Europameisterschaft 1972, und zwar live aus dem Maurice-Dufrasne-Stadion in Lüttich. Ronnie McKinnon hat soeben ein Eigentor geschossen, der junge Hoffnungsträger Kenny Dalglish steht nicht einmal im Aufgebot. Aber Belgien ist heute Abend ohnehin zu stark.

Auch eine Kombination beider Ereignisse wäre denkbar: Nach dem 3:0-Endstand hat Rod gerade realisiert, dass die EM ohne Schottland stattfinden wird und er im Haus nichts mehr zu saufen hat. Die Lage ist also dunkelblau, regelrecht schwarzblau wie die Trikots der Schotten! ›True Blue‹ heißt dann auch ein Song des besagten Albums.

Aber all das sind natürlich nur Spekulationen, auch wenn die Cover-Rückseite dieser Interpretation Vorschub leistet. Da stehen leere Gläser und Karaffen auf dem Esstisch, die Gäste sind offenbar gerade gegangen. Zuvor hatte es noch einen letzten Versuch gegeben: „Hey Rod, was soll’s, scheiß doch drauf! Also, wir packen’s dann mal. Kommste noch mit auf’n Pint?“ – „Ach lass mal, ich glaub mir reicht’s für heute.“ Tja, es war wirklich kein guter Tag für den schottischen Fußball. Höchste Zeit, ins Bett zu gehen.

Rückblende: The Darkness – ›I Believe In A Thing Called Love‹

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darknes-thing-called-love-video-stillTeilweise am 11. September 2001 aufgenommen, katapultierte dieser Partysong die Spandex-Rocker in die Stratosphäre. „Viele heutige Naseweise in den Charts würden für so einen Song töten“, sagt Justin Hawkins.

Wir schreiben das Jahr 2001 und The Darkness sind alles andere als zeitgemäß: Vintage-Rock-Anhänger in der Ära des NuMetal. Ihr Außenseiterstatus wird von ihrem Sänger Justin Hawkins verkörpert, einem ehemaligen Komponisten von Werbejingles mit einem Falsett, das Glas zum Springen bringt, und einem Hang zu außergewöhnlichen Outfits. Das Line-up wird durch Justins jüngeren Bruder Dan Hawkins (einen Session-Gitarristen), Schlagzeuger Ed Graham (einen Freund der Hawkins-Brüder aus deren Heimatstadt Lowestoft) und Frankie Poullain, einen Schotten in seinen 30ern, der sich gerne als Pirat verkleidet, komplettiert.

„Wir hatten absolut kein Geld“, blickt Justin zurück. „Und auch keine Hoffnung, dass wir überhaupt jemals etwas erreichen könnten. Aber so lange wir überlebten – und das meine ich wörtlich –, waren wir glücklich. Wir hatten nichts zu verlieren, wir machten Musik, weil wir einfach Spaß daran hatten. Wir fühlten uns frei. Deswegen konnten wir auch ein Stück wie ›I Believe In A Thing Called Love‹ aufnehmen, das sich von allem anderen unterschied.“

Das Hauptquartier der Band war eine Dachwohnung in Londons Primrose Hill, die sich Dan Hawkins und Poullain teilten, der Gitarrist beschreibt sie heute gerne als Dreckloch. Dort setzten sie sich alle zusammen, tranken billigen Rotwein, rauchten Kette und spielten sich gegenseitig Songideen zu. „Man darf sich das nicht wie eine affige Teeparty vorstellen“, sagt Justin. „Wir waren alle sehr fokussiert. Wir nannten es den Tisch der Wahrheit, egal ob es wirklich einen Tisch gab oder nicht. Man durfte sich nicht verstecken.“

Eines schicksalhaften Tages spielte Justin auf seiner Akustikgitarre plötzlich diese griffige Akkordfolge und alle horchten aufgeregt auf. „Dieses skurrile Anfangsriff kam einfach so aus mir heraus“, erinnert sich der Frontmann. „Dan fielen dann die Akkorde für den Pre-Chorus ein. Diesen Song zu schreiben, war ein Kinderspiel.“

Als Justin jedoch den sich über eine Oktave erstreckenden Chorus schmetterte, fürchtete sein jüngerer Bruder, dass das vielleicht doch etwas zu gewagt sei. „Wenn ich etwas zu Ernsthaftes höre, habe ich immer das Gefühl, als würden wir uns selbst in den Arsch kriechen. Ich glaube, Dan geht es genau umgekehrt. Wären wir noch weiter gegangen, wären wir zu einer Parodie geworden. Wir stellten uns also die Frage: Kommen wir damit durch? Die Antwort war ein klares Ja. Es tat so gut, den Song laut zu spielen. Es fühlte sich so real an und machte gleichzeitig so viel Spaß.“

Die finale Version von ›I Believe In A Thing Called Love‹ war ein Teppich aus Overdubs. Es gibt auch einen guten Grund, warum Justin immer das genaue Datum des Tages be­­tont, an dem er die Gesangslinien in den 2khz Studios in Nordlondon aufnahm. „Der Take, der es schließlich auf die Platte geschafft hat, wurde am 11. September 2001 aufgenommen. Ich kann mich noch genau daran erinnern. Als ich ins Studio kam, saßen alle vor dem Fernseher und schauten sich an, was da passierte. Ich dachte erst, es hätte einen schweren Unfall gegeben, erst später begriff ich die Tragweite. Zunächst habe ich nur meine Arbeit gemacht.“

Rock Meets Classic: Neue Stars bestätigt

Dee Snider Presspic 2020Die Shows im März 2020 mussten leider entfallen, 2021 wird bei ‚Rock Meets Classic‘ aber wieder durchgestartet.

Im Jahr 2021 geht das beliebte Format „Rock Meets Classic“ in die nächste Runde. Unter dem Motto „The Greatest Rock Hits Tour“ startet die Tour in Nürnberg. Schon vor einem Monat wurde mit Joey Tempest von Europe ein erster Headliner bekannt gegeben.

Jetzt gibt es ein paar weitere Stars von Rang und Namen, die 2021 mit dabei sind. Dee Snider von Twisted Sister wird das Format aufwerten genauso wie Ronnie Romero, aktueller Sänger von Ritchie Blackmore’s Rainbow, Mike Tramp, ehemals von White Lion, Maggie Reilly oder Midge Ure von Ultravox.

Die Tickets gibt’s an allen bekannten Vorverkaufsstellen zu kaufen. Die Tickets für die im März 2020 ausgefallenen Shows behalten für die Tour 2021 ihre Gültigkeit!

Ennio Morricone: Legendärer Filmkomponist ist tot

Ennio MorriconeDer italienische Meister der Filmmusik ist verstorben.

Ennio Morricone ist im Alter von 91 Jahren gestorben. Der Komponist war und ist bekannt für seine unvergleichlichen Film-Soundtracks. Seine Karriere startete der Römer in den 1960er Jahren, als er die Musik zu zahlreichen Spaghetti Western wie beispielsweise „Spiel mir das Lied vom Tod“ schrieb und mit Regisseur Sergio Leone zusammenarbeitete.

Seinen ersten Oscar für Filmmusik erhielt Morricone erst mit 87 Jahren für die musikalische Untermalung des Quentin-Tarantino-Streifens „The Hateful Eight“. Rest In Peace, Ennio Morricone.