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Videopremiere: Dead Star Talk mit ›Winning Team‹

Bei einem Weihnachtsessen in Kopenhagen entschlossen sich die vier Musiker Christian Buhl, Günes Kocak, Erik Jensen und Claus Nielsen dazu, eine Band zu gründen. Auch die kurz darauf folgende Pandemie sollte sie daran nicht hindern.

Innerhalb von einem Jahr schrieben Dead Star Talk 45 Songs und planten ihr Debütalbum. Mit an Bord war Produzent Flemming Rasmussen, der mit Metallicas ›One‹ bereits einen Grammy gewann. Aufgenommen in Kopenhagen, wo die Band Erfahrungen in der Musikwelt sammeln konnte, sagt Rasmussen über die erst kürzlich erschienene Platte TOO MANY TOO MUCH: „Trotz meiner langjährigen Erfahrung passiert es eher selten, dass ich einer Band begegne, die von einer solch authentischen Liebe für starke Rocksongs getrieben wird.“

Ann Wilson: FIERCE BLISS

Nun auch mit eigenen Songs

Die Band wurde bereits 1967 unter dem Namen The Army in Seattle gegründet, seit 1973 firmiert sie als
Heart . 47 Jahre nach dem Erscheinen ihres Debüts DREAMBOAT ANNIE (1975) mit dem Hit ›Magic Man‹ haben Heart über 35 Millionen Platten verkauft, 2013 wurden sie in die Rock And Roll Hall Of Fame aufgenommen. Sängerin Ann Wilson ist seit jeher mit einer extrem starken Stimme gesegnet und gilt völlig zu Recht als eine der einflussreichsten Stimmen im Rock-Business.

Waren ihre ersten beiden Soloausflüge (HOPE & GLORY von 2007 und IMMORTAL von 2018) noch ausschließlich mit Coverversionen bestückt, hat sie auf FIERCE BLISS nun auch eigene Songs im Gepäck, produziert von Wilson zusammen mit ihrem neuen Gitarristen Tom Bukovac in Nashville. Gitarren-Legende Kenny Wayne Shepherd schaut beim gelungenen Cover von Robin Trowers ›Bridge Of Sighs‹ vorbei und gibt beim missglückten Eurythmics-Remake ›Missionary Man‹ abermals ein Stelldichein. Der Opener ›Greed‹ kommt recht leichtfüßig und unprätentiös rüber, das nachfolgende dramatische ›Black Wing‹ ist eine Mischung aus Soundgarden und Led Zeppelin – spektakulär. Neben ›Angel’s Blues‹ (das zusammen mit Gov’t Mule entstand) die beste Nummer von FIERCE BLISS.

›Gladiator‹ wurde ebenfalls mit Gov’t Mule eingespielt, ›Forget Her‹ ist leicht bluesig, hervorragend zugeschnitten auf Wilsons ausdrucksstarke Röhre. Völlig daneben geht leider die Neueinspielung von Queens ›Love Of My Life‹ (im Duett mit Country-Stimme und The-Eagles-Gitarrist Vince Gill). Das Cover-Artwork stammt von Roger Dean, der in den 70ern fast alle Yes-Hüllen entworfen hat.

7 von 10 Punkten

Ann Wilson/FIERCE BLISS/SILVER LINING/ADA/WARNER

Kiss: Gene Simmons lädt Ace Frehley erneut auf die Bühne ein

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Jetzt wo die „End Of The Road“-Tournee von Kiss weitergehen kann, hat Gene Simmons erneut eine Einladung an Ace Frehley auf Twitter ausgesprochen. Zu Ace Frehleys Geburtstag vor wenigen Tagen hatte Simons ihm alles Gute gewünscht und zudem geschrieben „die Einladung steht nach wie vor. Hüpf in der Zugabe zu uns auf die Bühne. Die Fans würden es lieben.“

Zuvor hatte Frehley in diversen Interviews bereits mehrmals davon gesprochen, auf eine Einladung dieser Couleur von Kiss zu warten.

Buzzard Buzzard Buzzard: Noch ist Bolan nicht verloren

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Hat man im Jahr 2022 eine Chance, als Glam Rock-Gitarrenband nach oben zu kommen? Für Buzzard Buzzard Buzzard aus Cardiff sieht es gar nicht so schlecht aus.

Auf Deutsch nennt man sowas wohl „Hummeln im Hintern“, im Englischen sagt man für das, was Tom Rees ist, „buzzin’“. Während des Zoom-Interviews wandert der Sänger von Buzzard Buzzard Buzzard aufgedreht durch seine Wohnung und redet wie ein Wasserfall. Tom hat allen Grund, aufgekratzt zu sein, auf der Insel herrscht schließlich ein ordentlicher Buzz um seine Band. Nach viel beachteten Singles und EPs soll das Debütalbum BACKHAND DEALS die nächste Stufe ihres Aufstiegs zünden. Klappen könnte es. Die Songs haben Schmiss und Melodie – wer die 70s-Granden wir Wizzard, T. Rex und Slade mag, kann hier genauso seine Freude finden wie der Fan von Indie-Bands mit Glam-Element à la Supergrass oder Franz Ferdinand. Nur: Trendy ist das natürlich nicht. „Das ist uns hier in Cardiff aber ziemlich egal“, so der Sänger. „In den letzten Jahren hat sich in Wales wieder eine echt spannende Szene entwickelt – und zwar deshalb, weil die Bands aufgehört haben, auf die Trends aus London zu schielen und ihrer eigenen Nase folgen.“

Das spiegelt sich in Toms Geschichte wider. „Ich fing als Sänger einer Indie-Band an, aber war irgendwie nie mit vollem Herzen dabei. Dann habe ich mal wieder T. Rex gehört. Da wurde mir klar, dass dies echt meine Lieblingsband ist und dass mir kein Sound so viel Spaß macht wie Glam-Rock aus den 70ern. Wenn ich ehrlich zu mir selbst sein wollte, dann musste ich diese Musik machen.“ In Cardiff Bandmitglieder für diese neue Richtung zu finden war kein Problem. „Unser Gitarrist Zac ist ein noch größerer 70s-Fan als ich. Du solltest mal sein Zimmer sehen – das ist voll Memorabilia, du denkst, du bist in ein Zeitloch gefallen. Mein Bruder Ed am Bass hat zwar vorher keinen Glam-Rock gehört, ist aber, seit er in der Band ist, genauso besessen.“ Einzelbeispiele, die dennoch zeigen: Dass Seventies-Rock bei der jungen Generation nicht gefragt wäre, stimmt nicht. Auch die Zahlen der Streaming-Dienste sprechen eine andere Sprache. Allerdings: Neue Hörer landen direkt bei den Klassikern, nicht mehr den etwa gleichaltrigen Bands. Während ein aufsteigender Rapper
seine Tracks nicht an Meilensteinen von, sagen wir, A Tribe Called Quest oder Public Enemy messen muss, tritt jede junge Gitarrenband heute sofort in Konkurrenz mit Queen und den Beatles. „Stimmt. Ich selbst bin noch über The Hives oder The Strokes herangeführt worden. Aber dass es heute anders ist, ist ok. Ich finde, es ist sogar ein Ansporn. Jetzt gilt es von Anfang an, mit den Besten mitzuhalten.“ Mit dieser Einstellung haben Buzzard Buzzard Buzzard dafür schon mal eine wichtige Grundlage.“

Klaus Schulze: Elektro-Pionier gestorben

Klaus Schulze starb am 26.04.2022, im Alter von 74 Jahren, nach langer Krankheit. Der ehemalige Drummer von Tangerine Dream und Ash Ra Tempel war einer der großen Namen im Krautrock, zudem wirkte er mit seinen Arbeiten als Komponist, Musiker und Produzent international. Klaus Schulze galt als einer der Wegbereiter der „Berliner Schule“ und zählt zu den bedeutendsten Pionieren im Bereich der elektronischen Musik. R.I.P., Klaus Schulze.

Grey Daze: Neues Album THE PHOENIX

Grey Daze veröffentlichen am 17. Juni ihr neues Album THE PHOENIX. Die Band gründete sich 1994 in Phoenix, Arizone und blieb vorerst bis 1997 bestehen. In dieser Zeit veröffentlichten sie die beiden Alben AMENDS und THE PHOENIX, bei denen Chester Bennington – später bekannt durch Linkin Park – am Gesang zu hören war.

Vor seinem Tod 2017 kündigte Bennington öffentlich die Rückkehr von Grey Daze an, genauso wie eine Neuaufnahme der weitgehend unentdeckten Diskografie der Band. Mit Talinda Benningtons Segen haben die überlebenden Bandmitglieder daran nun weitergearbeitet, um ihrem verstorbenen Bruder und Bandkollegen Tribut zu zollen, aber auch um seinen Fans eine andere Facette des kreativen Sängers zu zeigen.

AMENDS erschien 2020, THE PHOENIX nun 2022. Schlagzeuger und Songwriter Sean Dowdell über das Album: „Es fängt die Angst und die Energie von Chester ein, die alle so sehr vermissen. Es ist viel aggressiver. Wenn du Chesters magst, wirst du diese Platte lieben.“

Wille & The Bandits: Die Gang ist zurück

Banditen kommen und gehen, aber Banditen-Boss Wille ist immer noch derselbe. Wille Edwards von den britischen Roots-Rockern Wille & The Bandits bringt uns auf den aktuellen Stand bezüglich des neuen Albums und der aktuellen Besetzung der Gang. „Im Laufe der Jahre gab es viele Bandits, und die Pandemie brachte Veränderungen aufgrund von familiären Verpflichtungen und der Verlockung eines regelmäßigen Einkommens aus normalen Jobs mit sich. Aber ich glaube, dass sich alles zum Guten gewendet hat. Wir treten jetzt als vierköpfige Band auf, mit der Hammondorgel als Ergänzung, und jedes Mitglied kann singen, was uns die Möglichkeit gibt, vierfache Harmonien zu spielen. Es ist eine wirklich aufregende und großartige Zeit für Wille & The Bandits.“ Aufregend und abwechslungsreich ist auch WHEN THE WORLD STOOD STILL. „Die Songs sind der König. Wie auch immer sie zustande kommen ist irrelevant, wenn sie auf der Platte killer klingen. Wir haben viele große Riffs und Vibes geschrieben, aber wenn es an Substanz fehlt, schafft es das nicht auf die Platte. Außerdem lieben wir es als Band und Künstler, neue Wege zu beschreiten. Ich denke, wenn man neue Strukturen und Klänge entdeckt, ist man faszinierter und kreativer, als wenn man alte Pfade wählt, die ein bisschen formelhaft und langweilig sein können.“

Auch das neue Album bringt der Band wieder die unterschiedlichsten Vergleiche ein, wie etwa mit den Red Hot Chili Peppers. „Es gibt definitiv Chili-Vibes auf der Platte. Vielleicht ein bisschen subtiler als auf PATHS, aber sie bleiben ein großer Einfluss. Bei unserer Musik wird man immer verschiedene Künstler auf verschiedenen Werken herauspicken. Die britische Presse hat bei dieser Platte den Vergleich mit Tom Petty sehr hervorgehoben, der meilenweit von den Chilis entfernt ist.“ Allein schon an den unterschiedlichen Assoziationen sieht man die Brillanz und Vielseitigkeit dieser Truppe. Auch Pink Floyd kann man bei einigen Songs heraushören. „Auf jeden Fall haben wir jetzt eine Band mit zwei Multiinstrumentalisten, und wenn Matt Keyboards spielt, verleiht das der Musik viel Tiefe und Gefühl. Wenn man als Gitarrist in einer dreiköpfigen Band spielt, muss man den Sound mehr ausfüllen und alles, was man spielt, muss dick und groß sein. Das hat seine eigene Schönheit, aber mit den Keyboards habe ich ein Bett, auf das ich mich setzen kann; besonders mit der Slide-Gitarre habe ich jetzt mehr Platz, um einzelne Noten und melodische Skalen zu spielen, worauf ja auch der Pink-Floyd-Sound aufgebaut ist. Als Gitarrist allein hat man keine Akkorde, über die man spielen kann, aber mit den Keyboards kann man den Modus oder das Gefühl des Songs ändern, indem man die Akkorde hinter der Gitarre platziert. Ich empfinde diesen Prozess als sehr bereichernd, wie ein Maler, der eine neue Farbe entdeckt hat. Ja, ich kann meinen Dave Gilmour voll auskosten.“ Und allein die Tatsache, dass laut Wille elf der zwölf neuen Titel auf der kommenden Tour gespielt werden, spricht Banditen, äh … Bände.

Wille & The Bandits live:

29.04. Dresden, Tante Ju

04.05. Erfurt, Museumskeller

06.05. Winterbach, Strand Bar 51

10.05. Bonn, Harmonie

11.05. Düsseldorf, Pitcher

12.05. Aachen, Musikbunker

15.05. Bremen, Meisenfrei

20.05. Leer, Zollhaus

21.05. Isernhagen, Blues Garage

24.05. Freising, Uferlos Festival

27.05. Hamburg, Downtown Blues Club

29.05. Homburg, Homburger Mai Fest

Taylor Hawkins: Rockin‘ 1000 zollen Tribut

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In Turin spielten kürzlich zahlreiche Drummer und Drummerinnen den Foo-Fighters-Song ›Learn To Fly‹ gleichzeitig und nebeneinander. Mit diesem wunderbaren Zeichen sollte dem viel zu jung verstorbenen Drummer der Foos, Taylor Hawkins, gedacht werden.

Erstmals fand das Rockin‘ 1000-Spektakel 2015 statt und erhielt weltweit große mediale Aufmerksamkeit, bereits damals wurde der Song ›Learn To Fly‹ in kompletter Besetzung von tausend Musikern und Musikerinnen performt.