Klaus Schulze starb am 26.04.2022, im Alter von 74 Jahren, nach langer Krankheit. Der ehemalige Drummer von Tangerine Dream und Ash Ra Tempel war einer der großen Namen im Krautrock, zudem wirkte er mit seinen Arbeiten als Komponist, Musiker und Produzent international. Klaus Schulze galt als einer der Wegbereiter der „Berliner Schule“ und zählt zu den bedeutendsten Pionieren im Bereich der elektronischen Musik. R.I.P., Klaus Schulze.
Grey Daze: Neues Album THE PHOENIX
Grey Daze veröffentlichen am 17. Juni ihr neues Album THE PHOENIX. Die Band gründete sich 1994 in Phoenix, Arizone und blieb vorerst bis 1997 bestehen. In dieser Zeit veröffentlichten sie die beiden Alben AMENDS und THE PHOENIX, bei denen Chester Bennington – später bekannt durch Linkin Park – am Gesang zu hören war.
Vor seinem Tod 2017 kündigte Bennington öffentlich die Rückkehr von Grey Daze an, genauso wie eine Neuaufnahme der weitgehend unentdeckten Diskografie der Band. Mit Talinda Benningtons Segen haben die überlebenden Bandmitglieder daran nun weitergearbeitet, um ihrem verstorbenen Bruder und Bandkollegen Tribut zu zollen, aber auch um seinen Fans eine andere Facette des kreativen Sängers zu zeigen.
AMENDS erschien 2020, THE PHOENIX nun 2022. Schlagzeuger und Songwriter Sean Dowdell über das Album: „Es fängt die Angst und die Energie von Chester ein, die alle so sehr vermissen. Es ist viel aggressiver. Wenn du Chesters magst, wirst du diese Platte lieben.“

Wille & The Bandits: Die Gang ist zurück
Banditen kommen und gehen, aber Banditen-Boss Wille ist immer noch derselbe. Wille Edwards von den britischen Roots-Rockern Wille & The Bandits bringt uns auf den aktuellen Stand bezüglich des neuen Albums und der aktuellen Besetzung der Gang. „Im Laufe der Jahre gab es viele Bandits, und die Pandemie brachte Veränderungen aufgrund von familiären Verpflichtungen und der Verlockung eines regelmäßigen Einkommens aus normalen Jobs mit sich. Aber ich glaube, dass sich alles zum Guten gewendet hat. Wir treten jetzt als vierköpfige Band auf, mit der Hammondorgel als Ergänzung, und jedes Mitglied kann singen, was uns die Möglichkeit gibt, vierfache Harmonien zu spielen. Es ist eine wirklich aufregende und großartige Zeit für Wille & The Bandits.“ Aufregend und abwechslungsreich ist auch WHEN THE WORLD STOOD STILL. „Die Songs sind der König. Wie auch immer sie zustande kommen ist irrelevant, wenn sie auf der Platte killer klingen. Wir haben viele große Riffs und Vibes geschrieben, aber wenn es an Substanz fehlt, schafft es das nicht auf die Platte. Außerdem lieben wir es als Band und Künstler, neue Wege zu beschreiten. Ich denke, wenn man neue Strukturen und Klänge entdeckt, ist man faszinierter und kreativer, als wenn man alte Pfade wählt, die ein bisschen formelhaft und langweilig sein können.“
Auch das neue Album bringt der Band wieder die unterschiedlichsten Vergleiche ein, wie etwa mit den Red Hot Chili Peppers. „Es gibt definitiv Chili-Vibes auf der Platte. Vielleicht ein bisschen subtiler als auf PATHS, aber sie bleiben ein großer Einfluss. Bei unserer Musik wird man immer verschiedene Künstler auf verschiedenen Werken herauspicken. Die britische Presse hat bei dieser Platte den Vergleich mit Tom Petty sehr hervorgehoben, der meilenweit von den Chilis entfernt ist.“ Allein schon an den unterschiedlichen Assoziationen sieht man die Brillanz und Vielseitigkeit dieser Truppe. Auch Pink Floyd kann man bei einigen Songs heraushören. „Auf jeden Fall haben wir jetzt eine Band mit zwei Multiinstrumentalisten, und wenn Matt Keyboards spielt, verleiht das der Musik viel Tiefe und Gefühl. Wenn man als Gitarrist in einer dreiköpfigen Band spielt, muss man den Sound mehr ausfüllen und alles, was man spielt, muss dick und groß sein. Das hat seine eigene Schönheit, aber mit den Keyboards habe ich ein Bett, auf das ich mich setzen kann; besonders mit der Slide-Gitarre habe ich jetzt mehr Platz, um einzelne Noten und melodische Skalen zu spielen, worauf ja auch der Pink-Floyd-Sound aufgebaut ist. Als Gitarrist allein hat man keine Akkorde, über die man spielen kann, aber mit den Keyboards kann man den Modus oder das Gefühl des Songs ändern, indem man die Akkorde hinter der Gitarre platziert. Ich empfinde diesen Prozess als sehr bereichernd, wie ein Maler, der eine neue Farbe entdeckt hat. Ja, ich kann meinen Dave Gilmour voll auskosten.“ Und allein die Tatsache, dass laut Wille elf der zwölf neuen Titel auf der kommenden Tour gespielt werden, spricht Banditen, äh … Bände.
Wille & The Bandits live:
29.04. Dresden, Tante Ju
04.05. Erfurt, Museumskeller
06.05. Winterbach, Strand Bar 51
10.05. Bonn, Harmonie
11.05. Düsseldorf, Pitcher
12.05. Aachen, Musikbunker
15.05. Bremen, Meisenfrei
20.05. Leer, Zollhaus
21.05. Isernhagen, Blues Garage
24.05. Freising, Uferlos Festival
27.05. Hamburg, Downtown Blues Club
29.05. Homburg, Homburger Mai Fest
Taylor Hawkins: Rockin‘ 1000 zollen Tribut
In Turin spielten kürzlich zahlreiche Drummer und Drummerinnen den Foo-Fighters-Song ›Learn To Fly‹ gleichzeitig und nebeneinander. Mit diesem wunderbaren Zeichen sollte dem viel zu jung verstorbenen Drummer der Foos, Taylor Hawkins, gedacht werden.
Erstmals fand das Rockin‘ 1000-Spektakel 2015 statt und erhielt weltweit große mediale Aufmerksamkeit, bereits damals wurde der Song ›Learn To Fly‹ in kompletter Besetzung von tausend Musikern und Musikerinnen performt.
Till Lindemann: Kunst-Auktion für Ukraine
Am Sonntag, den 24. April 2022, startete die Auktion, bei der Rammstein-Sänger Till
Lindemann ein Bild des Erfurter Künstlers Marc Jung versteigert. Nachdem so im März bereits
14.500 € gesammelt wurden, engagiert sich das Duo nun erneut. Der komplette Erlös kommt einer
Hilfsorganisation zugute, die Menschen in der Ukraine unterstützt.
Gebote werden per E-Mail an info@charity-tl.berlin entgegen genommen. Zehn Tage lang haben Bietende die Möglichkeit, das Kunstwerk von Marc Jung zu ersteigern. Das Bild ist 61 x 88 cm groß.

Autograph: Bassist Randy Rand gestorben
Randy Rand ist verstorben. Das teilte die Band Autograph über ihre Social-Media-Kanäle mit. „In tiefer Trauer müssen wir heute den unerwarteten Tod unseres geliebten Freundes und Gründungsmitglieds von Autograph, Randy Rand, verkünden. Zum Zeitpunkt seines Todes war Randy umgeben von seiner großen Liebe, Regina Rand, und seiner Familie.“
1984 gründete Bassist Randy Rand zusammen mit Steve Lynch, Steve Plunkett, Steve Isham und Keni Richards die Band Autograph. Weil die Truppe gut mit David Lee Roth befreundet war, durfte sie einige Shows im Vorprogramm von Van Halen spielen. Auf ihrem Debütalbum SIGN IN PLEASE befand sich ihr großer Hit namens ›Turn Up The Radio‹, der in heavy rotation bei MTV lief.
Meine erste Liebe: MONTROSE von Luke Morley
Der Gitarrist von Thunder über ein „fast perfektes“ Hardrockalbum
Ich weiß noch genau, an welchem Fleck in der Saxon Tavern in Bellingham in Süd-London ich an einem Freitagabend 1976 stand, als ich zum ersten Mal ›Space Station #5‹ hörte. Da musste ich sofort wissen, wer das war. Am nächsten Tag versuchte ich, das Album zu kaufen, aber in meiner Gegend konnte ich es nirgends finden, also fuhr ich mit dem Zug in die Stadt und fand in einem kleinen Laden in Soho ein Exemplar. Das spielte ich dann zu Tode. Nichts darauf ist selbstgefällig, es sind einfach nur Blues-angehauchter Gesang, große Gitarren, fettes Schlagzeug und, natürlich am wichtigsten, Songs, die einem im Gedächtnis bleiben. Vom Opener ›Rock The Nation‹ bis zum Ende des abschließenden ›Make It Last‹ lässt die Platte einfach nie nach. Sie ist auf die Fresse und unkompliziert, und sie verbreitet gute Stimmung – wie das alle guten Rock’n’Roll-Alben tun sollten. Es ist eines der wichtigsten und prägendsten Hardrockwerke der 70er. Montrose schlugen damit eine Brücke vom Bluesrock der 70er – Zeppelin, Free, Humble Pie usw. – zu
dem, was in den 80ern folgen sollte, etwa Van Halen. Große Anerkennung verdient dabei der Produzent Ted Templeman, der Montrose einen fast dreidimensionalen „Live“-Klang verlieh, wie es ihn zuvor nie gegeben hatte. Dieses Album ist fast perfekter Hardrock. Wer geradlinigen, unprätentiösen Hardrock schätzt und das noch nicht in seiner Sammlung stehen hat, sollte sich schämen!
Midlake: Die Wälder von Bethel
Lange hat die US Folk-Rock-Band Midlake aus Texas nichts von sich hören lassen. Satte achte Jahre sind seit dem letzten Album ANTIPHON vergangen. Zuvor musste das Sextett noch den Abgang seines Sängers und Hauptsongwriters Tim Smith kompensieren, der die Truppe inmitten der Aufnahmen zu ebenjenem ANTIPHON verließ. Nach seinem Weggang übernahm der Gitarrist und Background-Sänger Eric Pulido den Platz von Smith und die Band begann von vorne.
Die Zeit danach wird von Pulido als „bewusst gewählte, unbestimmt lange Pause“ eingestuft. „Die Band war in einem ungesunden Zustand und wir wollten uns anderen Dingen widmen. Wir sind mit musikalischen Projekten wie BNQT [ein Verbund von Pulido und weiteren Midlake-Mitgliedern zusammen mit Ben Bridwell von Band Of Horses, Alex Kapranos von Franz Ferdinand, Fran Healy von Travis und Jason Lytle von Grandaddy im Stile der Traveling Wilburys] und unseren jeweiligen Soloalben [Pulido firmiert hier unter dem Namen E.B. The Younger] aktiv geblieben, aber einige von uns haben auch Familien gegründet und das ist ein ,Happening‘ für sich.“ 2019 hat sich die Band (vervollständigt durch McKenzie Smith, Scott Lee, Eric Nichelson, Jesse Chandler und Joey McClellan) dann wieder zusammengefunden. „Der Silberstreif an der Pandemie war, dass wir in Denton festsaßen und nirgendwo hingehen oder etwas unternehmen konnten. Wir konnten uns ohne große Ablenkung auf das Schreiben und Aufnehmen konzentrieren und die letzten zwei Jahre haben mehr als genug Futter für Inspiration gegeben.“
Erstmals arbeiteten Midlake auch mit einem externen Produzenten. „McKenzie hatte schon ausgiebig mit John Congleton [St. Vincent, Sharon Van Etton, Regina Spector] zu tun gehabt, so dass wir mit seiner Arbeit und seiner Arbeitsweise sehr vertraut waren. Es war mit Sicherheit eine neue Erfahrung, aber eine, die wir begrüßen, weil wir die Produktion loslassen und einfach als Band spielen und singen konnten. Wir sind jetzt besser aufeinander eingestimmt, fühlen uns wohler und sind selbstbewusster als je zuvor.“ Dem leider verstorbenen Vater von Jesse Chandler (Dave Chandler) ist es zu verdanken, dass es das neue Album FOR THE SAKE OF BETHEL WOODS überhaupt gibt. „Dem Text zum Song ›Bethel Woods‹ diente ein Dokumentarfilm über das Woodstock-Festival, das Jesses Vater besuchte, als er 16 Jahre alt war. Das Albumcover zeigt eine künstlerische Wiedergabe eines Videostandbildes direkt nach dem Auftritt von Country Joe McDonald, auf dem Dave inmitten des Chaos zu sehen ist, wie er ruhig und friedlich vor sich hin starrt. Ich hatte das Gefühl, dass das, was er da ausstrahlt, perfekt zu dem Song passt, da es die Zeit und den Ort dieses Moments widerspiegelt“, erläutert Pulido.
Chandler Sr. erschien Chandler Jr. in einem Traum und sagte: ‚Hey, Jesse, du musst die Band wieder zusammenbringen‘. „Ich habe das nicht auf die leichte Schulter genommen, auch wenn wir in der Band bereits das Gefühl hatten, dass wir als Freunde wieder gemeinsam Musik machen sollten. Aber der Traum war eine schöne Darstellung dieser Absicht.“ Verlust und Hoffnung, Isolation und Gemeinschaft, Aufhören und neue Ziele. Diese zeitlosen und einschneidenden Themen ziehen sich durch FOR THE SAKE OF BETHEL WOODS. Haben Midlake versucht, daraus etwas Konzeptuelles zu machen? „Auf jeden Fall. Wir wissen, dass jeder diese zeitlosen Gefühle durchlebt, aber jetzt mehr denn je. Wir haben beschlossen, sie zu umarmen, während wir uns vorwärts bewegen.“


