Am 10. Februar 2023 erscheint GRRR LIVE! von den Rolling Stones. Die Platte stellt das Live-Pendant zum Greatest-Hits-Album GRRR! von 2012 – die Songs für die nun erscheinende Best-of wurden am 15.12.2012 in Newark/New Jersey aufgenommen. Gewürzt mit Gastauftritten von Stars wie The Black Keys, Gary Clarke Jr, John Mayer, Lady Gaga, Bruce Springsteen und Mick Taylor wird GRRR LIVE! eine ganz besondere Compilation bzw. Konzertaufnahme sein.
Zur Feier der Veröffentlichung wird es am Abend des 9. Februars ein exklusives Kino-Screening von GRRR LIVE! in drei deutschen Städten geben. CLASSIC ROCK verlost 5×2 Tickets pro Stadt.
Tom Verlaine ist am 28. Januar im Alter von 73 Jahren gestorben. Mit seiner Band Television prägte der Gitarrist und Sänger die New Yorker Punkszene der 70er Jahre nachhaltig. Ihr Debütalbum MARQUEE MOON aus dem Jahr 1977 zählt für viele zu den großen Meilensteinen der (Post Punk-) Musikgeschichte.
Künstler wie Michael Stipe von R:E.M., Steve Albini, Bassist Flea von den Red Hot Chili Peppers, Billy Idol oder William DuVall von Alice in Chains zollten ihrem Vorbild auf Social Media Tribut und verabschiedeten sich von Verlaine.
Mit ›I Don’t Like Mondays‹ schrieb Bob Geldorf den größten Hit seiner Band The Boomtown Rats. Heute jährt sich der tragische Vorfall, der ihn zu diesem Song inspirierte, zum 44. Mal.
Musik wird oft durch wahre Begebenheiten inspiriert. Im Falle von ›I Don’t Like Mondays‹, dem Überhit der Boomtown Rats, ist der Hintergrund ein sehr tragischer: Am 29. Januar 1979 eröffnete die 16-jährige Brenda Ann Spencer mit einem halbautomatischen Gewehr – das sie von ihrem Vater zu Weihnachten bekommen hatte – aus einem Fenster ihres Elternhauses das Feuer auf den Schulhof der Grover Cleveland Elementary School inSan Diego. Dabei tötete sie den Hausmeister Mike Suchar und den Schulleiter Burton Wragg und verletzte acht Schüler und einen Polizisten. Als sie von einem Reporter nach den Gründen zu ihrer Tat gefragt wurde, sagte sie schlicht: „I don’t like Mondays.“
Während eines Radiointerviews, das Geldorf zur Tatzeit gab, beobachtete er, wie die Nachricht über den Amoklauf auf dem Telex-Gerät des Studios kam. Er beschreibt den Moment in seiner Autobiographie „So war’s“ wie folgt:
„Während der Sender die Platte laufen ließ, begann das Telex neben mir zu klackern. Ich sprang rüber, um die Nachricht aufzuschnappen, die es ausspuckte. Während ich dort saß, lehnte ein junges Mädchen namens Brenda Spencer mit einer Pistole aus ihrem Schlafzimmerfenster und schoss auf Leute in ihrer Schule auf der anderen Straßenseite. Was dann passierte, erschien mir als einzigartig amerikanisch. Ein Journalist rief sie an. Sie nahm den Hörer ab, an und für sich schon eine bizarre Unterbrechung, wenn man dabei ist, wildfremde Menschen umzubringen. Er fragte sie, warum sie das tut. Sie überlegte kurz und sagte dann: ‚Nichts los. Ich mag keine Montage.‘“
Auf surrealistischem Kissen gebettet: weiße Hasen, embryonische Reisen und lustige Autos.
Gerade einmal sechs Monate lagen zwischen Jefferson Airplanes Debüt TAKES OFF und dem Nachfolger SURREALISTIC PILLOW. Zwischen August 1966 und Februar 1967 vollzogen die Lokalmatadore aus San Francisco um Paul Kantne einen künstlerischen Quantensprung: Das 1965 von Sänger Marty Balin initiierte Sextett avancierte vom Folk-Pop-Mitläufer zur ersten Garde der Psychedelic-Bewegung. Eine zufällige personelle Neuorientierung hatte das möglich gemacht: Als Urvokalistin Signe Anderson schwanger wurde, übergab sie an Altstimme und Ex-Fotomodell Grace Slick, zuvor Sängerin von The Great Society. Schlagzeuger Skip Spence, der wenig später Moby Grape aus der Taufe heben sollte und 1969 die LSD-Kultplatte OAR lieferte, übergab die Drumsticks an Spencer Dryden.
SURREALISTIC PILLOW entstand unter der Mithilfe von Grateful Dead Jerry Garcia, erntete US-Top-3-Platzierung, Goldstatus und einen zwölfmonatigen Chartaufenthalt. Slick steuerte zwei Top-Ten-Singles bei: ›White Rabbit‹, ein von Maurice Ravels ›Bolero‹ inspiriertes Balladendrama mit phantasmagorischen Querverweisen auf Lewis Carrolls Kultbuch „Alice im Wunderland“. Die gestraffte Fassung von ›Somebody To Love‹, ein Original ihres Schwagers Darby Slick, spiegelte als signifikante Hymne über Desillusionierung und Zweifel den dunklen Subtext der Hippie-Generation wider. Qualitativ auf Augenhöhe betteten sich auf dem surrealistischen Kissen auch Balins ›Today‹, ›Plastic Fantastic Lover‹ und ›She Has Funny Cars‹ sowie Kaukonens Akustik-Kabinettstück ›Embryonic Journey‹.
Am 13. April wird Metallicas kommendes Album, 72 SEASONS, für einen Abend lang exklusiv weltweit in verschiedenen Kinos dargeboten. Das 12. Studioalbum der Metal-Legenden wird in vollem Umfang und mit Surround-Sound exklusiv für das Kinopublikum auf der ganzen Welt gespielt – jeder der neuen Songs mit einem eigenen Musikvideo und einem exklusiven Kommentar der Band.
Dan Auerbachs Easy Eye Sound Studio muss ein Ort zum Wohlfühlen sein. Vollgestopft mit museumsreifem Studioequipment, von dem jedes Kabel eine Geschichte erzählt. Hier wurden nicht nur die letzten Black-Keys-Alben, sondern auch ULTRAVIOLENCE von Lana Del Rey, und auch ELECTROPHONIC CHRONIC von Auerbachs Feierabend-Projekt The Arcs bekam hier den letzten Schliff. Die Liebe zum Vinyl und endlosen Jam Sessions zwischen den Polen Blues, Psychedelic und Soul verbindet die Freunde Dan Auerbach und Leon Michels. Vor allem Michels, das Mastermind hinter El Michels Affair, der Band, die durch ihre Wu-Tang-Clan-Coverversionen bekannt wurde, hat hier hörbar seine Spuren hinterlassen. Nachdem bei den Sessions um die 80 Songs entstanden sind, fiel die Auswahl wohl besonders schwer. Ihr Album haben sie ihrem 2018 verstorbenen Mitstreiter Richard Swift gewidmet. Ein Werk, das sowohl mit grandios schmachtenden Soul-Songs wie ›River‹ oder ›A Man Will Do Wrong‹ – stilecht mit Bläsern und Orgeln versetzt – aufwartet, als auch mit versponnenen Nummern wie ›Sunshine‹, das an die Flaming Lips erinnert. Bei ›Behind The Eyes‹ feiert sogar der Southern Rock, gepaart mit lauten Fuzz-Gitarren, ein kurzes Comeback. Doch an die Vielfalt und Spielfreude von YOURS, DREAMILY kann der Nachfolger nicht ganz anknüpfen. (Tobias Wullert)
7 von 10 Punkten
The Arcs/ELECTROPHONIC CHRONIC EASY EYE SOUND/UNIVERSAL
Die letzten zwei Pandemiejahre haben die Kreativität im Hause Pristine mit neuer Energie und Wagemut gefüttert. Auf THE LINES WE CROSS nehmen sich die Norweger um Frontfrau Heidi neben organischer Rocksounds wie in ›Ghost With A Gun‹ oder ›The Devil You Know‹ und verschiedener Klangelemente oft auch zarter Töne an. Vorne mit dabei das fast 10 minütige ›Loniest Fortune (Pt. 1&2)‹, das getragen beginnt und ab 4:30 Minuten instrumental richtig Fahrt aufnimmt – mit hypnotisierendem ›Stranglehold‹-Rhythmus, sphärischem Gitarrensolo und vereinzelten Flöten-Einspielern. Der zweitlängste Song auf dem Album heißt ›Carnival‹, den die Band mutigerweise auch als Single ausgekoppelt hat. Knapp acht Minuten Liebeskummer folgen hier auf das ebenfalls sehr gefühlvolle Liebeslied ›Valencia‹. Die vielleicht menschlichste aller Empfindungen wurde zusammen mit der Arctic Philharmonic Orchestra vertont, erinnert ab und zu an Led Zeppelins ›Thank You‹ und trifft mitten ins Herz. Am Ende der Platte gibt es mit ›Sad Sack In A Cadillac‹ noch eine stampfende Whitestripes-Nummer, den Abschluss bildet das atmosphärische ›Instant Conclusion Decade‹ mit Depeche-Mode-Note. Mit THE LINES WE CROSS ist Pristine ein wunderbar abwechslungsreiches Album gelungen. Und dass Heidi Solheim eine Ausnahmestimme besitzt, ist eh klar.
Mit einem witzigen Video mit dem Titel „Meanwhile in Dublin“ haben Ghost eine neue Version ihrer Single ›Spillways‹ vom jüngsten Album IMPERA angekündigt. Im Clip zu sehen ist Joe Elliott von Def Leppard, wie er in einem kleinen Pub in Dublin von ein paar umstehenden Menschen zum Karaoke gedrängt wird. Elliott wählt den Song ›Spillways‹. Was dann passiert, könnt ihr hier sehen:
Und so hört sich Ghosts Single ›Spillways‹ feat. Joe Elliott an: