Siena Root waren schon immer Retro-Fanatiker*innen. Das schwedische Kollektiv, das inzwischen seit etwa 20 Jahren auf den Bühnen Europas steht, hat sich mit Leib und Seele einem warmen, organischen Klang verschrieben, der für das Medium Vinyl maßgeschneidert wurde. Knisternd, abwechslungsreich, offen und stark verwurzelt in der Rockmusiktradition der 60er und 70er Jahre präsentiert sich auch ihr jüngster Streich REVELATION. Was die Band selbst als „Dynamic Roots Rock Experience“ umschreibt, entfaltet sich auf der Platte als Herz öffnender Sound, der zwischen verträumter Mystik, indisch angehauchtem Psychedelic und erdigem Rock’n’Roll changiert und sich zu einer eindringlichen Mischung verwebt. Getragen wird dieser Mix von der großartigen Stimme von Sängerin Zubaida Solid und der Handwerkskunst der Musiker, neben Solid an der Orgel namentlich Sam Riffer, Johan Borgström and Love Forsberg. Das Ergebnis ist eine Melange aus Zeppelin, Doors, Jefferson Airplane, It’s A Beautiful Day und Road – und dann wieder doch nicht – die REVELATION zu einem faszinierenden Hörerlebnis macht, das erst nach wiederholter Betätigung des „Repeat“-Knopfes seine volle Wirkung entfesselt. Eine Offenbarung, die Raum zum Wachsen braucht. Eine Platte mit ganz viel Seele.
Mick Green hätte heute Geburtstag. Er war unter anderem Gitarrist bei der britischen Band Johnny Kidd & The Pirates. In unserem brandneuen Tiefengespräch mit Mick Box von Uriah Heep erklärt der Heep-Gitarrist, warum ihn Mick Green damals zum Rock’n’Roll gebracht hat:
„Da gab es eine Band namens Johnny Kidd & The Pirates. Die hatten einen Song namens ›Shakin All Over‹ mit einem tollen Gitarrenriff. Der Gitarrist hieß Mickey Green, er spielte eine wundervolle Telecaster und mir lief das Wasser im Mund zusammen vor Begeisterung. Damals war ich etwa 14 Jahre alt. Im East End Londons war Mickey Green der Gitarrist der Stunde. Mein zweites Konzert war ebenfalls im East End, da sah ich Them mit Van Morrison am Gesang. Sie spielten einen Song namens ›Baby, Please Don’t Go‹ und ich war total von den Socken. Danach wollte auch ich unbedingt Gitarre spielen.“
Zusammen mit Gitarrist Adrian Belew (ehemals King Crimson), Spacehogs Royston Langdon, Matt McJunkins (dem Bassisten von A Perfect Circle), Gitarrist Scrote, Drummer Jeff Friedl (Devo und A Perfect Circle), Saxophonist Ron Dziubla und Gitarrist Eric Schermerhorn wird Peter Murphey von Bauhaus 2023 die bereits etablierte Tribute-Tournee zu Ehren von David Bowie begleiten.
Das Projekt namens „Celebrating Bowie Tour“ existiert seit 2017 und wird immer von verschiedenen Sängern angeführt, zuletzt stand 2022 Todd Rundgren am Mikrofon. 2023 wird sich nun also der „Godfather Of Goth“ an der Bowie-Ehrerbietung beteiligen.
Schon lange träumt die Musikwelt davon, die verbliebene Hälfte der Beatles und die verbliebene Hälfte der Rolling Stones (die eine bestehend aus einem Drummer und Bassisten, die andere aus zwei Gitarristen und einem Frontmann) zu der vielleicht weltbesten Supergroup zu fusionieren.
Gerüchten zufolge ist genau dies nun geschehen: Paul McCartney soll auf dem kommenden, neuen Album der Rolling Stones Bass spielen. Das belegen laut Variety „verschiedene Quellen“. Auch Ringo Starr ist vermutlich mit von der Partie. Die Sessions wurden wohl vor kurzem in Los Angeles abgeschlossen. Grammy-Gewinner Andrew Watt, der neue Superstar am Produzenten-Himmel, soll das Ganze produziert haben.
Wie viel Ringo Starr und McCartney beigesteuert haben und ob ihre Beiträge es dann auch wirklich auf das fertige Album schaffen, ist bisher noch unklar.
Mit mehr als einer Milliarde Streams auf YouTube und Spotify ist die Zusammenarbeit von Sängerin Bonnie Tyler und Autor/ Produzent Jim Steinman die wohl größte Powerballade aller Zeiten. (Text: Jo Kendall)
Auf dem Papier sieht diese Partnerschaft seltsam aus: Auf der einen Seite ist da die Pop- und Country-Sängerin Bonnie Tyler, die Tochter eines Kohlenminenarbeiters aus einem walisischen Dorf, die 1977 mit der MOR-angehauchten Mitsing-Hymne ›It’s A Heartache‹ weltweit die Charts erobert hatte. Auf der anderen ist Jim Steinman, ein Komponist und Produzent aus New York, bekannt dafür, im selben Jahr mit dem Megaseller BAT OUT OF HELL das bombastische, schweißdurchtränkte Rocktheater von Meat Loaf unter die Massen gebracht zu haben. Nach ihrem vierten Studioalbum GOODBYE TO THE ISLAND (1981) trennte sich Tyler von ihren Managern/Songwritern/Produzenten Steve Wolfe und Ronnie Scott, die auf ihre Soft-Countryrock-Ausrichtung bestanden. Tyler hatte schon immer eine von Natur aus bluesig-raue Stimme – umso mehr nach einer Operation zur Entfernung von Knötchen auf ihren Stimmbändern – und wollte an diesem Punkt ihrer Karriere eine Veränderung, „unanständigere Songs singen, Songs mit ein bisschen Energie“. Sie war beeindruckt von BAT OUT OF HELL und bat ihr Label CBS, Jim Steinman für eine Produktion und das Songwriting anzufragen. „Sie sagten: ‚Das wird er nie machen, Bonnie, es ist sehr unwahrscheinlich‘“, erzählte Tyler 2021 der BBC. „Und ich entgegnete: ‚Bitte versucht es.‘“ Steiman lehnte das Angebot zunächst ab – sein Zerwürfnis mit Meat Loaf inklusive Gerichtsverfahren hatte ihm den Wind aus den Segeln genommen –, doch nachdem er Tylers Demos gehört hatte, sagte er doch zu.
Er war mit Klassik und Oper aufgewachsen und fand, dass Tyler die passende Stimme dafür hatte. „Ich war etwas überrascht, dass sie mich fragten, aber mein zweiter Gedanke war, dass es genau deswegen eine Herausforderung war“, sagte er dem Rolling Stone. „Außerdem fand ich, dass sie eine der leidenschaftlichsten Stimmen im Rock’n’Roll seit Janis Joplin hatte.“ Die beiden trafen sich in Steinmans Penthouse am Central Park. „[Mein Manager und ich] traten aus dem Aufzug und sahen eine Spur von M&M’s, die zu seiner Tür führte … ich wusste, dass uns ein surreales Erlebnis bevorstand“, erinnerte sich Tyler 2020. Steinman lotete ihren Musikgeschmack aus, indem er ihr ›Have You Ever Seen The Rain‹ von Creedence Clearwater Revival und Ian Hunters ›Goin’ Through The Motions‹ vorspielte. Sie liebte beide und sie landeten auf dem ersten Album, das Tyler und Steinman zusammen machten: FASTER THAN THE SPEED OF NIGHT von 1983. Steinmans Wurzeln im Musical-Theater, seine Liebe zu klassischer Musik und sein Stil, der an Phil Spectors Wall Of Sound erinnerte, waren vor allem auf einem Stück hörbar, das er lange perfektioniert hatte: ›Total Eclipse Of The Heart‹. Ursprünglich ›Come In The Night‹ betitelt, hatte er es einst für das High-School-Musical „The Dream Engine“ komponiert, in dem er 1969 auch aufgetreten war. Für ein Konzept, basierend auf F.W. Murnaus Vampirfilm „Nosferatu“ von 1922, hatte er es noch mal überarbeitet. Der nachtaktive Autor hatte es während einer Mondfinsternis geschrieben, der Titel lautete nunmehr ›Vampires In Love‹ und er brauchte jemanden, der ihm gerecht werden konnte.
Später sagte er: „Bonnie hatte die perfekte Stimme für das, was ich vermitteln wollte … ihre Darbietung war wie ein Exorzismus.“ „Jim machte nie Demos – ich lernte all die Songs neben ihm am Klavier“, sagte Tyler 2020 bei „Tim’s Twitter Listening Party“. „Ich werde nie das Gefühl vergessen, als er mir zum ersten Mal ›Total Eclipse‹ vorspielte. [Sein regelmäßiger Kollaborator] Rory Dodd sang die Vocals. Ich konnte nicht fassen, dass er es mir anbot.“ Wie für alle Tracks des kommenden Albums wurden die Takes live im Studio The Power Station in New York aufgenommen. Tyler war von einem All-Star-Line-up umgeben – Keyboarder Roy Bittan und Schlagzeuger, beide von der E Street Band, griffen wieder dieselben Rollen auf wie schon für BAT OUT OF HELL, ergänzt um Gitarrist Rick Derringer und Bassist Steve Buslowe (der schon auf DEAD RINGER FOR LOVE und Steinmans eigenem BAD FOR GOOD gespielt hatte). Zu jedem Song spielten sie neun Takes an, hörten sich diese dann zu Hause an, kamen am nächsten Morgen zurück und sprachen darüber. ›Total Eclipse‹ war der zweite Take der Session, mit Overdubs von einem „Mehr ist mehr“-64-Spur-Mischpult. Tontechniker Neil Dorfsman mischte es dann zwölf Stunden lang ab. Er erinnerte sich: „Jim wollte den größten Schlagzeugsound, der je aufgenommen wurde“, doch die Fader waren schon zum Anschlag hochgefahren und „uns ging das Reverb aus“.
Der fast siebenminütige Albumtrack hatte alles: eine Orgel wie in „Phantom der Oper“, Kanonenklänge aus dem Synthesizer, einen Chor, sogar Schlittenglocken. Und das legendäre übernatürliche Video, gedreht von Popclip-Veteran Russell Mulcahy, der später mit „Highlander“ einen Kultfilm erschuf, war noch bombastischer als der Song selbst. Es gab Windmaschinen, flatternde Vorhänge und auffliegende Türen, während weiße Ninjas, Rocker, Sportschwimmer und Chorjungen mit Laserblicken den Rahmen für Tylers turmhohe Frisur und intensive operatische Gesten bildeten. Am Ende sagte Steinman zu Dorfsman: „Das wird der größte Song, den du je aufgenommen hast.“ Er sollte Recht behalten, und zwar nicht nur in Bezug auf den Klang. Auf dem Zenit seines Erfolges verkaufte sich ›Total Eclipse Of The Heart‹ 60.000 Mal am Tag, schoss in den USA wie in Großbritannien auf Platz eins und stürmte rund um den Globus die Charts. Tylers leidenschaftliche, mächtige Gesangsdarbietung war ein Triumph und sie spielt ihren größten Hit bis heute live. Auf Spotify ist die Nummer mit über 500 Millionen Streams Steinmans erfolgreichste Komposition, übertroffen nur von den 890 Millionen Klicks auf YouTube.
›Total Eclipse‹ machte Bonnie Tyler zur ultimativen Diva der Powerballaden, worauf sie enorm stolz ist – momentan lädt sie Tik-Tok-User ein, das Stück mit ihr im Duett zu singen. „Es ist ein unglaublicher Song, ich werde es nie leid, ihn zu singen“, sagte sie 2021 in Rock Cellar. „Jedes Mal, wenn ich ihn singe, ist es wie das erste Mal. Als er erschien, hätte ich mir nie träumen lassen, dass er sich weltweit über neun Millionen Mal verkaufen würde.“
Geschrieben von Redding und seinem Gitarristen und Produzenten Steve Cropper, wurde der Song zu einem der langlebigsten Hits von Stax Records. Traurigerweise starb Redding bei einem Flugzeugabsturz, bevor er den Erfolg auskosten konnte.
Im Sommer 1967 war Otis Redding ganz groß. Zuvor war er vor allem in Schwarzen Clubs aufgetreten, dann jedoch erfolgte sein Durchbruch beim Monterey International Pop Music Festival und stellte dem amerikanischen Mainstream den elektrifizierenden neuen Star des Soul vor. „Nach Monterey tourte Redding unentwegt mit seiner Band, den Bar-Kays“, erinnert sich Cropper, damals noch Gitarrist bei Booker T. & The M.G.’s, der Haus- und Hofband von Stax Records, die Redding in Monterey unterstützt hatten. „Erst im August, während eines einwöchigen Engagements in Basin St. West in San Francisco, hatte er ein wenig Zeit zum Schreiben. Auf dem Hausboot von Promoter Bill Graham in der Nähe von Sausalito verbrachte Redding seine Tage damit, mit der Gitarre in der Hand aufs Wasser zu schauen und den Fähren zuzusehen. Schon bald hatte er die ersten Textzeilen eines Songs im Kopf: ‚Sittin’ in the morning sun, I’ll be sittin’ when the evening comes‘.“
Während einer Tourpause im November rief er dann seinen Schreib-Partner Steve Cropper von Memphis aus an. „Erst war er zu Hause in Macon gewesen, dann flog er nach Memphis, weil er unbedingt etwas aufnehmen wollte. Also setzten wir uns zusammen und machten den Song fertig, den er in Sausalito angefangen hatte.“ Redding war nach einem Tempowechsel zwischen rohen Balladen wie ›Try A Little Tenderness‹ oder ›I’ve Been Loving You Too Long‹ und dem hochenergetischen R’n’B à la ›I Can’t Turn You Loose‹ zumute. Inspiriert von SGT. PEPPER der Beatles, das er den ganzen Sommer lang gehört hatte, probierte Redding etwas Neues aus. Das Ergebnis war das süß-melancholische ›(Sittin’ On) The Dock Of The Bay‹. Auf dem Track zeigen sich Booker T. & The M.G.’s beispielhaft zurückhaltend, während Redding vor dem Hintergrund der wogenden Gezeiten über sein Schicksal nachsinnt. „Sittin’ here resting my bones, and this loneliness won’t leave me alone, listen/Two thousand miles I roam, just to make this dock my home, now“.
„Für Otis’ Verhältnisse war das ein Crossover. Mittleres Tempo, kein Tanzlied und auch keine Ballade. Es war eben irgendwo dazwischen. Wir dachten bloß, dass es das vielleicht sein könnte. Weil Otis gerade nicht tourte, waren wir mindestens eine Woche mit ihm im Studio. ›(Sittin’ On) The Dock Of The Bay‹ war bereits eingetütet und wir brachten einfach nichts Besseres mehr zustande. Nach jeder Session hörten wir uns den Song nochmal an, sooft, bis wir uns irgendwann sicher waren, dass er ein Hit werden würde“, so Cropper. Kurz vor dem Fade-Out kommt eine wichtige Stelle. Aufgrund der Stimmung und des Tempos fiel es Otis schwer, aus dem Stegreif einen seiner Standard-Krächzer auszupacken. Deswegen pfeift er am Ende eine recht einfache Melodie. Copper erinnert sich daran: „Otis war einfach kein guter Pfeifer, das hat ihm der Tontechniker Ronnie Capone dann auch gesagt. Aber er hat ihm das Gegenteil bewiesen, nicht wahr?“ Trotzdem war der Track noch nicht ganz fertig. „Otis und ich waren uns einig, dass noch etwas fehlte“, meint Cropper, der den Song auch produzierte. „Es brauchte noch irgendetwas. Wir dachten, dass Background-Vocals vielleicht eine gute Idee wären. Ich meinte zu Otis: ‚Wenn du noch ne Woche warten kannst: Nächste Woche habe ich die Staples Sisters hier, die machen da bestimmt gerne mit‘. Er hielt das für eine großartige Idee. Aber er starb, noch ehe wir es umsetzen konnten.“
Tragischerweise verunglückte Redding nur wenig später zusammen mit den meisten Mitgliedern der Bar-Kays bei einem Flugzeugabsturz. Er wurde nur 26 Jahre alt. Cropper mischte ›(Sittin’ On) The Dock Of The Bay‹ am Boden zerstört fertig. Er integrierte die Klänge von Möwen und Wellen, so wie es Redding gewollt hatte. Er fügte außerdem noch ein paar E-Gitarren-Licks hinzu, die Möwenschreie imitieren sollten. Zu der Zeit musste Reddings Körper erst noch vom Unfallort geborgen werden, Cropper beschreibt das Mischen des Songs als „schwierigste Aufgabe, die ich jemals zu erfüllen hatte“. ›(Sittin’ On) The Dock Of The Bay‹ wurde im Januar 1968, weniger als einen Monat nach Reddings Tod, veröffentlicht und zum sofortigen Erfolg im R’n’B-Bereich. Im März hatte es dann die Spitze der Billboard Charts erreicht. Auch im UK wurde es ein großer Hit und schaffte es in die Top 3. Das zugehörige Album, THE DOCK OF THE BAY, verkaufte sich besser als jede andere Veröffentlichung von Redding. Die Single setzte mehr als vier Millionen Einheiten ab und gewann zwei Grammys. Cropper lehnt es entschieden ab, den Erfolg lediglich auf Reddings Tod zurückzuführen. „Man liest immer wieder, dass die Platte nur so ankam, weil Otis bei dem Flugzeugabsturz starb. Ich stimme dem nicht zu. Ich denke, es ist einfach ein toller Song. Aber ja, wahrscheinlich rückte sein Tod die Single stärker ins Bewusstsein der Menschen.“
Das Lied lebt bis heute weiter und wurde von Künstlern wie Bob Dylan, King Curtis, Willie Nelson, Pearl Jam, T. Rex, Glen Campbell, Michael Bolton und Sammy Hagar gecovert. Als Cropper mit den noch lebenden Mitgliedern von Booker T. & The M.G.’s Neil Young bei seiner Tour im Jahr 1993 begleitete, spielten sie es jeden Abend als Abschluss. „Für mich war Otis immer wie ein älterer Bruder. Erst in seinem Nachruf las ich, dass wir gleich alt waren, aber er wirkte immer so viel gewiefter. Er sang jeden Song, als wäre es sein letzter. Alle Musiker aus diesen Sessions konnten es nicht erwarten, wieder mit Otis zu spielen, weil es ihnen soviel Spaß machte. Wenn Otis da war, fühlte es sich niemals nach Arbeit an. Es war ein Fest.“
„… und die Leute würden immer noch lieber Freddie singen hören.“ Das erklärte Brian May jüngst in einem Interview mit Total Guitar, als die Frage diskutiert wurde, ob Queen ein Album mit ihrem aktuellen Sänger Adam Lambert aufnehmen werden. „Ich mache den Leuten keinen Vorwurf“, fügte der Gitarrist hinzu.
Außerdem meinte May zum Thema Album weiter: „Wir waren im Studio, haben während unserer Tour mit ein paar Ideen herumgespielt. Aber es erreichte einfach nie den Punkt, wo es sich für uns alle richtig anfühlte. Also haben wir es nicht weiter verfolgt. Das ist alles, was ich dir sagen kann.“
Der Black-Sabbath-Gitarrist über den Reiz von Hank Marvin & Co.
THE SHADOWS ›Apache‹ von Tony Iommi
Ich wollte eigentlich Schlagzeug spielen, aber wir wohnten in einem so kleinen Haus, dass es allen Platz beansprucht hätte. Also wandte ich mich der Gitarre zu, die ich liebte. Ich begann, Rock’n’Roll zu hören und alles, was mit Gitarren zu tun hatte. Es gab damals in England gar nicht so viele Instrumental-Gitarrenbands.
Es gab [die Surfpop-Pioniere] The Ventures, aber das waren Amerikaner. The Shadows waren so ziemlich die Einzigen und ich mochte sie sehr – ein Song wie [die 1960er Single] ›Apache‹ war für die damalige Zeit sehr abenteuerlich, elegant, aber stimmungsvoll. Wir hatten nicht das Geld, um Platten zu kaufen.
Wenn ich es doch schaffte, genug für eine zu sparen, musste es eine sein, die ich wirklich mochte. Aber ich saß immer am Radio bei den Top 20 und wartete darauf, dass The Shadows kamen – ›Apache‹ oder ›Wonderful Land‹. Das beflügelte mich derart, dass ich so lernte, Gitarre zu spielen. Und ich war nicht allein: Brian May liebte die Shadows, David Gilmour ebenso. Als ich das erste Mal [Sabbath-Schlagzeuger] Bill Ward traf, spielten wir neben all dem Blues-Zeug auch Shadows-Stücke, und das entwickelte sich dann langsam dazu, dass wir unsere eigenen Songs schrieben.
Ich bin [Shadows-Gitarrist] Hank Marvin mehrmals begegnet, aber das war immer in Eile. Vor zwei oder drei Jahren sollte er vorbeikommen und man bat mich, ihn zu interviewen. Doch seine Tournee wurde abgesagt, also kam er nicht. Das war sehr schade, denn das wäre eine Gelegenheit gewesen, ihm zu sagen, wie sehr er mich inspiriert hat.