Am 19. Mai erscheint Luke Elliots neues Album LET ‚EM ALL TALK, am 17. Juni spielt der Künstler eine einzige Show in Hamburg in der Nochtwache. In seinem Schaffen vereint Elliot seine Einflüsse von John Coltrane, Duke Ellington und Dylan über The Cramps, Gun Club und Mink DeVille bis hin zu Filmen des Spaghetti-Western-Erfinders sowie Badlands, Pulp Fiction und Natural Born Killers .
Als Vorgeschmack auf die kommende Platte gibt es jetzt die neue Single ›What It Is‹ zu hören:
Man sagt ja, „alles ist größer in Texas“. Trifft zumindest auf den mächtigen Sound der Texas Hippie Coalition zu. Ebenso auf Sänger Big Dad Ritch, der sowohl körperlich als auch stimmlich eine imposante Figur abgibt. Zur Bedeutung der Herkunft für seine Band sagt er, diese spiele eine Rolle „so groß wie Texas, mit Butter drauf“. THE NAME LIVES ON hat „Butter“ und Power. Das Rezept? „Keiner verrät die Geheimnisse, jetzt rollt das schöne Bohnenmaterial.“ Letzteres ist ein Zitat aus einem Werbespot für Dosenbohnen. Die Musik nimmt Big Dad Ritch ernst, aber sonst nicht alles. Auf die Klischeefrage, ob er eine Harley fährt, entgegnet er: „Eine gestohlene.“ Die neue Platte klingt echt nach Bikes und Booze. „Wir bevorzugen ‚Brewtal Biker‘, aber wir nennen es ‚Red Dirt Metal‘“, erklärt Rich. Gibt aber zu, dass Motorradfahrer einen großen Teil ihrer Crowd ausmachen: „Das Publikum reicht von 14 bis 74. Obwohl der Anteil der Biker sehr hoch ist, ist unsere Musik genreübergreifend. Man findet unsere CDs in Musikgeschäften oft in der Country-, Rock-, Metal- und sogar Americana-Abteilung.“ Dank ›Built For The Road‹ passt die Neue zudem gut ins Südstaaten-Regal. Der Song steht laut Rich für „Southern Fried Rock and Roll“. In diesem Zuge muss man natürlich kurz über den Tod von Gary Rossington sprechen. Lynyrd Skynyrd seien ein riesiger Einfluss für die Texas Hippie Coalition gewesen. Abgesehen davon kreuzten sich die Pfade auch. „Nachdem wir für sie als Support bei acht Shows eröffnet haben, fand ich, dass er der freundlichste und professionellste von allen war. Wir werden ihn schmerzlich vermissen.“
Aber auch der Metal kommt nicht zu kurz, so finden sich auch Spuren von Pantera. Findet auch der Sänger: „Ja, natürlich. Wir sind eine texanische Gruppe, die stark von Musikern wie Pantera, ZZ Top und Willie Nelson beeinflusst ist.“ Zur derzeitigen Pantera-Kontroverse mit Konzertabsagen in Deutschland gibt er sich diplomatisch: „Ich kann nur von der Enttäuschung sprechen, die die Pantera-Fans auf der anderen Seite des Teichs empfinden müssen. Ich hoffe, dass sie bald wieder in den Genuss von Pantera-Power-Metal kommen.“ Kurz weg von Power und Metal und hin zur balladesken und bewegenden Hymne ›I Teach Angels How To Fly‹, die einen ernsten Hintergrund hat. Es gehe um seelische Qualen, so Ritch, um „die Tatsache, dass so viele, und auch ich, mit psychischen Krankheiten zu kämpfen haben. Sie zu besiegen, ist schier unmöglich. Sie zu kontrollieren, bedeutet, ein Kommandant des Chaos zu sein“. Zum Albumtitel liefert er das perfekte Schlusswort: „Der Name ist Texas Hippie Coalition, THC – Band of Outlaws. Man sagt, dass der Tod dreimal kommt. Einmal, wenn du stirbst, einmal, wenn deine Seele deinen Körper verlässt, und dann noch mal, wenn das letzte Mal dein Name ausgesprochen wird. Ich hoffe, dass der Name Texas Hippie Coalition noch für Jahrhunderte ausgesprochen wird.“
Die britischen Psychedelic-Goth-Punker The Damned haben auch im 47. Jahr ihres Bestehens noch ausreichend Ideen, Spielfreude und vor allem jede Menge Verve. Fünf Jahre nach dem starken Vorläufer EVIL SPIRITS steht jetzt mit dem Wortspiel DARKADELIC, das auf die Gothic- und Psychedelic-Einflüsse verweist, das zwölfte Studioalbum auf dem Prüfstein. Mit fast identischer Mannschaft (lediglich Will Taylor sitzt für den 2019 ausgeschiedenen Pinch am Schlagzeug) geht das Quintett auf eine zwölf Songs starke Zeitreise. Das eröffnende ›The Invisible Man‹ kommt, wie zuletzt fast typisch für The Damned, gar nicht so stark aus den Startlöchern – was dann aber folgt, ist in einigen Belangen sogar noch stärker als das ohnehin schon ent- waffnende EVIL SPIRITS. Dave Vanian, Captain Sensible, Paul Gray, Monty Oxymoron und eben Taylor gelingt ein kurzweiliges und elegantes Alterswerk mit einigen schnellen Nummern, etwa ›Leader Of The Gang‹, ›Motorcycle Man‹, ›Girl I‘ll Stop At Nothing‹ und das annähernd hard-rockigen ›Beware Of The Clown‹, bei dem Vanians Gesang in voller Bariton-Blüte erleuchtet. Noch besser allerdings: das eingängige ›Bad Weather Girl‹, das ruhige ›Western Promise‹ mit seinem filmischem Flair, ›You‘re Gonna Realise‹ mit der angedeuteten Surf-Gitarre (Dick Dale lässt grüßen), das theatralische ›Roderick‹, und die beste Nummer der ganzen Platte: ›Wake The Dead‹.
Am 01. April spielten Samantha Fish und Jesse Dayton eine Show in Winterbach. Am 19. Mai erscheint das gemeinsame Album der beiden Künstler, es trägt den Titel DEATH WISH BLUES. Unser Fotograf Frank Witzelmaier war in Winterbach vor Ort und hat das Konzert für euch festgehalten.
Zusammen mit dem bekannten Produzenten Bob Rock wollen Mötley Crüe neue Songs aufnehmen. Gitarre spielen soll darauf John 5, der auch auf der aktuellen Tour an Stelle von Mick Mars mit an Bord ist. Mars zog sich aufgrund seiner Erkrankung ankylosierende Spondylitis aus dem regelmäßigen Tourgeschäft zurück.
Die Frage war nun, ob Mars trotz seines Tour-Ausstiegs noch Teil von Mötley Crüe sein würde. Diese Fragestellung trat eine Schlammschlacht innerhalb der Band los.
Mick Mars erklärte, dass Tommy Lee, Nikkie Sixx und Vince Neil von ihm verlangt hätten, eine Abfindungsvereinbarung zu unterzeichnen, die ihm jegliche zukünftige Ansprüche verwehrt. Im Gegenzug hätte Mars fünf Prozent von Gewinn der Tournee in Jahr 2023 bekommen, bei weiteren Tourneen wäre er leer ausgegangen. Daraufhin hat Mick Mars die Band verklagt.
Ende der Crüe-Love. Credit Paul Brown
Nikki Sixx behauptete im Namen der Band, Mars habe bei den letzten Shows unterdurchschnittlich performt. Mars konterte darauf, dass er als einziger auf der Bühne seine Parts live spiele und spielen könne, während Sixx, Neil und Lee Backing Tracks benutzten. Nikki Sixx‘ Bassspuren seien komplett vom Band gekommen, so Mars. Seine Verspieler, die Mars offen zugibt, hätten mit Problemen beim In-Ear-Monitoring zu tun gehabt.
Am 18. April fand das inzwischen legendäre Format „Rock Meeets Classic“ in Ludwigsburg in der MHP-Arena statt. Während einer knapp zweieinhalb stündigen Show verwebten Mick Box und Bernie Shaw von Uriah Heep, Joey Tempest von Europe, Mike Tramp, Dee Snider, Maggie Bell und Ronnier Romero Klassik mit Rockmusik. Unser Fotograf Frank Witzelmaier war vor Ort und hat die Show für euch festgehalten!
Heute jährt sich der Todestag von Johnny Thunders. Im ‚Video der Woche‘ gedenken wir seiner bunten und expressiven Persönlichkeit.
Am 15. Juli 1952 wurde John Anthony Genzale in Queens geboren. Knapp 20 Jahre später gründete er unter dem Künstlernamen Johnny Thunders zusammen mit David Johansen, Rick Rivets und Arthur „Killer“ Cane The New York Dolls.
Trotz ihres heutigen Legendenstatus blieb den Dolls in den 70ern der ganz große Durchbruch durch Plattenverkäufe und Co. verwehrt. Zunehmende Drogenprobleme führten schließlich 1977 zur Auflösung der Gruppe.
Zu Ehren von Johnny Thunders, der am 23. April 1991 an einer Überdosis Heroin verstarb, gibt es heute eine Fernseh-Performance der wunderbaren New York Dolls zu sehen:
Wenn Megastars in die künstlerischen Wechseljahre geraten, die Kreativität flöten geht und das Millionärsdasein sinnlos erscheint, dann kommen sie schon mal auf komische Ideen.
Angeblich soll sich Folgendes zugetragen haben: Auf die Frage, was er nach dem Comeback-Album CLOUD NINE als nächstes plane, erwähnte Ex-Beatle George Harrison in Interviews so ganz nebenbei: „Ich hab da eine neue Truppe… The Traveling Wilburys nennen die sich … mit denen möchte ich gerne ein Album machen.“ Ob es tatsächlich so märchenhaft einfach ablief, sei einmal dahingestellt.
Tatsächlich befand sich 1988 keiner der Beteiligten im Karrierehoch. Harrison und sein damaliger Produzent, ELO-Chef Jeff Lynne, trafen auf Roy Orbison, Tom Petty und Bob Dylan. Dylan stellte sein Heimstudio in Santa Monica zur Verfügung.
Das zumeist auf einschmeichelnd zeitlose Hymnen aus Folk, Pop, Country, Reggae und Rock’n’Roll geeichte Quintett ließ sich nicht nur lustige Pseudonyme zum Nachnamen Wilbury einfallen – Nelson (Harrison), Otis (Lynne), Lefty (Orbison), Charlie T. Jr (Petty) und Lucky (Dylan) –, sondern brachte es bis 1990 auch auf zwei Alben.
Das Debüt TRAVELING WILBURYS VOL. 1 schaffte Dreifach-Platin in den USA, warf die Chartrenner ›Handle With Care‹, ›End Of The Line‹, ›Last Night‹, ›Tweeter And The Monkey Man‹ sowie ›Heading For The Light‹ ab. Nicht mehr ganz so erfolgreich war 1990 der seltsamerweise TRAVELING WILBURYS VOL. 3 betitelte Nachfolger ohne den 1988 verstorbenen Orbison.
Selbigen jedoch hielten die restlichen Wilburys in Ehren, beispielsweise im Video zu ›End Of The Line‹, in dem Roy Orbisons Gitarre auf einem Schaukelstuhl unter den Verbliebenen verweilt und ein gerahmtes Bild von ihm eingeblendet wird.
Trotz des mittelmäßigen Erfolgs verbreitete das Quartett mit neuen Pseudonymen – Clayton (Lynne), Spike (Harrison), Boo (Dylan) und Muddy (Petty) – einmal mehr Wohlklang: Die Auskopplungen ›She’s My Baby‹ und ›Wilbury Twist‹ rockten und rollten vehement archaisch, das ebenfalls als Single veröffentlichte ›Inside Out‹ ging ebenfalls satt ins Ohr.