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Mötley Crüe: Neue Songs mit John 5

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Zusammen mit dem bekannten Produzenten Bob Rock wollen Mötley Crüe neue Songs aufnehmen. Gitarre spielen soll darauf John 5, der auch auf der aktuellen Tour an Stelle von Mick Mars mit an Bord ist. Mars zog sich aufgrund seiner Erkrankung ankylosierende Spondylitis aus dem regelmäßigen Tourgeschäft zurück.

Die Frage war nun, ob Mars trotz seines Tour-Ausstiegs noch Teil von Mötley Crüe sein würde. Diese Fragestellung trat eine Schlammschlacht innerhalb der Band los.

Mick Mars erklärte, dass Tommy Lee, Nikkie Sixx und Vince Neil von ihm verlangt hätten, eine Abfindungsvereinbarung zu unterzeichnen, die ihm jegliche zukünftige Ansprüche verwehrt. Im Gegenzug hätte Mars fünf Prozent von Gewinn der Tournee in Jahr 2023 bekommen, bei weiteren Tourneen wäre er leer ausgegangen. Daraufhin hat Mick Mars die Band verklagt.

Mötley Crüe Press
Ende der Crüe-Love.
Credit Paul Brown

Nikki Sixx behauptete im Namen der Band, Mars habe bei den letzten Shows unterdurchschnittlich performt. Mars konterte darauf, dass er als einziger auf der Bühne seine Parts live spiele und spielen könne, während Sixx, Neil und Lee Backing Tracks benutzten. Nikki Sixx‘ Bassspuren seien komplett vom Band gekommen, so Mars. Seine Verspieler, die Mars offen zugibt, hätten mit Problemen beim In-Ear-Monitoring zu tun gehabt.

Rock Meets Classic: So sah es in Ludwigsburg aus

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Am 18. April fand das inzwischen legendäre Format „Rock Meeets Classic“ in Ludwigsburg in der MHP-Arena statt. Während einer knapp zweieinhalb stündigen Show verwebten Mick Box und Bernie Shaw von Uriah Heep, Joey Tempest von Europe, Mike Tramp, Dee Snider, Maggie Bell und Ronnier Romero Klassik mit Rockmusik. Unser Fotograf Frank Witzelmaier war vor Ort und hat die Show für euch festgehalten!

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Video der Woche: The New York Dolls mit ›Personality Crisis‹

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Heute jährt sich der Todestag von Johnny Thunders. Im ‚Video der Woche‘ gedenken wir seiner bunten und expressiven Persönlichkeit.

Am 15. Juli 1952 wurde John Anthony Genzale in Queens geboren. Knapp 20 Jahre später gründete er unter dem Künstlernamen Johnny Thunders zusammen mit David Johansen, Rick Rivets und Arthur „Killer“ Cane The New York Dolls.

Trotz ihres heutigen Legendenstatus blieb den Dolls in den 70ern der ganz große Durchbruch durch Plattenverkäufe und Co. verwehrt. Zunehmende Drogenprobleme führten schließlich 1977 zur Auflösung der Gruppe.

Zu Ehren von Johnny Thunders, der am 23. April 1991 an einer Überdosis Heroin verstarb, gibt es heute eine Fernseh-Performance der wunderbaren New York Dolls zu sehen:

The New York Dolls mit ›Personality Crisis‹:

The Traveling Wilburys: Was für eine Supergroup…

Eine Supergroup, die diesen Titel auch verdiente.

Wenn Megastars in die künstlerischen Wechseljahre geraten, die Kreativität flöten geht und das Millionärsdasein sinnlos erscheint, dann kommen sie schon mal auf komische Ideen.

Angeblich soll sich Folgendes zugetragen haben: Auf die Frage, was er nach dem Comeback-Album CLOUD NINE als nächstes plane, erwähnte Ex-Beatle George Harrison in Interviews so ganz nebenbei: „Ich hab da eine neue Truppe… The Traveling Wilburys nennen die sich … mit denen möchte ich gerne ein Album machen.“ Ob es tatsächlich so märchenhaft einfach ablief, sei einmal dahingestellt.

Tatsächlich befand sich 1988 keiner der Beteiligten im Karrierehoch. Harrison und sein damaliger Produzent, ELO-Chef Jeff Lynne, trafen auf Roy Orbison, Tom Petty und Bob Dylan. Dylan stellte sein Heimstudio in Santa Monica zur Verfügung.

Das zumeist auf einschmeichelnd zeitlose Hymnen aus Folk, Pop, Country, Reggae und Rock’n’Roll geeichte Quintett ließ sich nicht nur lustige Pseudonyme zum Nachnamen Wilbury einfallen – Nelson (Harrison), Otis (Lynne), Lefty (Orbison), Charlie T. Jr (Petty) und Lucky (Dylan) –, sondern brachte es bis 1990 auch auf zwei Alben.

Das Debüt TRAVELING WILBURYS VOL. 1 schaffte Dreifach-Platin in den USA, warf die Chartrenner ›Handle With Care‹, ›End Of The Line‹, ›Last Night‹, ›Tweeter And The Monkey Man‹ sowie ›Heading For The Light‹ ab. Nicht mehr ganz so erfolgreich war 1990 der seltsamerweise TRAVELING WILBURYS VOL. 3 betitelte Nachfolger ohne den 1988 verstorbenen Orbison.

Selbigen jedoch hielten die restlichen Wilburys in Ehren, beispielsweise im Video zu ›End Of The Line‹, in dem Roy Orbisons Gitarre auf einem Schaukelstuhl unter den Verbliebenen verweilt und ein gerahmtes Bild von ihm eingeblendet wird.

Trotz des mittelmäßigen Erfolgs verbreitete das Quartett mit neuen Pseudonymen – Clayton (Lynne), Spike (Harrison), Boo (Dylan) und Muddy (Petty) – einmal mehr Wohlklang: Die Auskopplungen ›She’s My Baby‹ und ›Wilbury Twist‹ rockten und rollten vehement archaisch, das ebenfalls als Single veröffentlichte ›Inside Out‹ ging ebenfalls satt ins Ohr.

High South: FEELS THIS GOOD

Folkpop und Country-Rock mit tollen Harmony-Vocals: gute Laune garantiert

Wer in diesen Tagen zu Missmut und Griesgram neigt und vielleicht pessimistisch in die Zukunft blickt, bekommt mit dem neuen High-South-Werk FEELS THIS GOOD ein wirksames Gegenmittel zur Hand. Jamey Garner und Kevin Campos, die beiden Sänger und Songschreiber, verströmen darauf puren Optimismus. Die Lieder, musikalisch größtenteils irgendwo zwischen den frühen Doobie Brothers, America und Crosby, Stills & Nash angesiedelt, fahren wohlige Melodien, tolle Harmony-Vocals und sonnendurchflutete Akkorde auf und die Texte könnten jederzeit auch aus einem Ratgeber zu positivem Denken stammen – wie schon die Titel ›Feel This Good‹, ›Take A Toke‹, ›Together‹ und ›Start Dreaming‹ verraten. Selbst wenn die zwei Überbleibsel der ursprünglich als Quartett gestarteten amerikanischen Folk- und Country-Pop-Band – wie bei ›Down‹ – mal einen kleinen Durchhänger haben, sehen sie immer noch das Licht am Ende des Tunnels. Moll wird blitzschnell wieder zu Dur. Bei diesem Stück, wie auch einigen anderen, war Country-Star-Produzent und -Songwriter Josh Leo (Alabama) als Co-Autor beteiligt. Alleine das bürgt für Qualität. Erstaunlicherweise entstand die neue Platte der West-Coast-Hippies übrigens nicht in L. A. Oder Nashville, sondern in einem Münchner Studio mit hiesigen Session-Musikern. Hut ab!

9 von 10 Punkten

High South
FEELS THIS GOOD
HIGH SOUTH RECORDS

B.B. King: King Of The Blues – Das Leben des B.B. King

Blues. Und so viel mehr!

Das Wortspiel im Titel wirkt plakativ, aber daran, dass B.B. King zu den erfolg- und einflussreichsten Blues-Künstlern zählt, bestehen natürlich keinerlei Zweifel. Daniel De Visés in den USA preisgekrönte 680-Seiten-Abhandlung liefert allerdings wesentlich mehr als nur Kings Lebenslauf und seine persönliche und künstlerische Entwicklung, denn wie jede gute Biografie ist sie vor allem eines: ein Geschichtsbuch, das eine ganze Epoche greifbar macht. Da findet man sich als mitteleuropäisches Bleichgesicht plötzlich im Staate Mississippi zu Zeiten der Depression wieder, also in einem von Armut, Perspektivlosigkeit und alltäglichem Rassismus geprägten Umfeld. Riley King, zu B.B. mutiert er erst später, wird 1925 in eine Familie von Pachtbauern hineingeboren, zur Schule geht er nur, wenn weder Baumwolle, noch irgendetwas anderes gesät oder geerntet werden muss. Das ist der Ausgangspunkt dieser Karriere. Man wird Zeuge eines starken Durchhaltewillens und einer bewundernswerten Zielstrebigkeit, die seinen Aufstieg ermöglichte, sowie der soziokulturellen und politischen Veränderungen, die sein Leben begleiteten. Das alles könnte in ein weichgezeichnetes Erfolgsmärchen münden, mit King als strahlendem Helden, doch De Visé spart auch die Brüche und Rückschläge nicht aus, die Kings 89 Jahre währende Existenz auf Erden mit sich brachten. Letztlich ist sein Buch nicht weniger als ein amerikanisches Panorama, von der Prohibitionszeit bis fast zur Gegenwart, vom ländlichen Süden bis in die Metropolen der Welt, von den Work-Songs und Delta-Blues-Legenden in Kings Kindheit bis zu den weißen Jüngern der Rock-Ära. Eine detailreiche Fleißarbeit, deren Faktenreichtum einen fast überwältigen kann.

9 von 10 Punkten

King Of The Blues – Das Leben des B.B. King
VON DANIEL DE VISÉ
RECLAM

The Royal Fruit Company: Neue Single ›Black Sheep In White‹

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Von der Royal Fruit Company gibt es eine neue Single namens ›Black Sheep In White‹ inklusive Musikvideo. Die international besetzte Band um die marokkanisch/holländische Sängerin Mennana Ennaoui präsetniert damit einen groovenden und eingängigen Shuffle-Rock-Track, der zudem viel Humor und eine grenzenlose Spielfreude aufzeigt.

Der Clip ist angesiedelt in einer verrauchten Musikkneipe zwischen zwielichtiger
Poker-Partie und augenzwinkerndem Lonesome-Cowboy-Flair:

Iggy Pop: Verloren in der Musik

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Iggy Pop hat gerade ein stargespicktes neues Album veröffentlicht und wird dieses Jahr auch wieder
live zu bewundern sein. Mit uns sprach er über das Ende seiner Stagediving-Zeit, Sucht, seine Wertschätzung für das Wort „fuck“, seinen Kakadu und den Anruf, den er endlich von der Rock And Roll Hall Of Fame erhalten hat Nach dem jazzlastigen, nachdenklichen Album FREE von 2019 kehrt der rast- und hemdlose „Großvater des Punk“ Iggy Pop auf EVERY LOSER mit Klasse zum Vollgas-Rock zurück.

Produziert von Andrew Watt, finden sich A-Listen-Stars wie Chad Smith, Duff McKagan, Stone Gossard, Dave Navarro, Travis Barker, Taylor Hawkins, Josh Klinghoffer und Eric Avery auf einem Werk zusammen, das den einstigen Stooges-Derwisch in bekannter, ausgiebig fluchender Topform zeigt. Auch wenn das gewohnte Stagediving nun endgültig der Vergangenheit angehört.

Wie kam es zu der Zusammenarbeit mit Andrew Watt?
Ich bekam eine Anfrage von Morrissey, ob ich zu einem Track murmeln wolle. Also schickte er mir den Song, der mir gut gefiel, und erwähnte, dass er mit einem außergewöhnlichen Produzenten arbeite. Als ich das erste Mal mit Andrew sprach, noch bevor wir mit der Arbeit begannen, sagte er: „Bist du bereit, du selbst zu sein?“ Was die Frage aufwirft: „Welches Selbst?“ Aber ich wusste, was er meinte. Dann schickte er mir ein paar Stücke, die er praktisch aus dem Nichts mit Chad, Duff, Josh und später noch ein paar anderen Leuten erschaffen hatte. So ging das los.

Stone Gossard, Dave Navarro, Travis Barker und Taylor Hawkins sind ebenfalls auf dem Album zu hören.
Das ist alles Andrew zu verdanken. Duff kenne ich aber schon, seit er Anfang 20 war. Er und Slash wirkten bei [Iggys 1990er Album] BRICK BY BRICK mit. Ich besuchte Duff öfter zu Hause – damals versuchte er, sich zwischen dem Playboy-Model, mit dem er ausging, und der Wetterfrau zu entscheiden – und wir probten. Slash kam mal drei Stunden zu spät und entschuldigte sich: „Sorry aber meine Schlange ist in die Wand entkommen.“ Bevor wir mit der Arbeit loslegten, sagten sie: „Wir müssen disktuieren, bevor wir anfangen.“ Also kamen sie mit einer Gallone Wodka und einer Schüssel voll Koks an – und indem wir das gemeinsam durchlebten, lernte ich sie ziemlich gut kennen. Chad ist aus Detroit, als kleiner Junge mochte er die Musik der Stooges und ich jammte mit ihm, als Dave [Navarro] Gitarrist der Peppers war. Dave und Eric Avery kenne ich, seit sie Kinder waren. Sie hatten gerade erst Jane‘s Addiction gegründet und noch keine Platte veröffentlicht, aber sie spielten schon in einem halblegalen Club namens Scream, der einem Freund von mir gehörte. Sie sagten: „Kannst du uns helfen?“ Also nahm ich sie auf ihre erste Tour mit und sie bliesen mich jeden Abend absolut von der Bühne. Einige dieser Typen kannten mich also schon, und das half. Ich war nicht nur irgendein Kerl, den sie in einer Zeitschrift gesehen hatten.

Frenzy‹, die erste Single von EVERY LOSER, könnte den Mainstream knacken – wenn der Refrain nicht mit der Zeile „I‘m in a frenzy, you fucking prick“ anfinge …
Nun, ich bin nicht der Typ von „fucking prick“, den solcher Scheiß kratzt. Ich hatte mal eine ähnliche Diskussion mit einem sehr, sehr berühmten, groß im Mainstream präsenten Gitarristen, mit
dem ich zum Spaß etwas gemacht hatte, das ›I Need A Fuck‹ hieß. Er sagte zu mir: „Wenn du den Text änderst, könnte das im Radio laufen.“ Und ich erwiderte: „Es gibt kein Radio mehr, und falls doch, interessiert es keinen mehr.“ Mir ist wichtig, dass bei allem, was ich mache, mein Part die Energie und das Feeling des Songs toppt. Hätte ich etwas mit einer kommerziellen Strategie im Hinterkopf gesungen, vor allem angesichts meiner begrenzten stimmlichen Fähigkeiten – ich kann nicht über vier Oktaven trällern –, wäre das ein äußerst zahmer, lahmarschiger Track geworden. Da ich nun mal ein so seltsamer Mensch bin, musste ich fluchen, um einen guten Job zu machen. Für
das, was mir vorschwebte, waren es die richtigen Worte. So, wie normale Leute reden.

Du bist eindeutig schon immer ein großer Fan des Wortes „fuck“. Ich weiß noch, wie ich zum ersten Mal METALLIC KO hörte und du ›Cock In My Pocket‹ mit „One-two-fuck you pricks!“ anzähltest. Fluchen auf olympischem Niveau!
Oh, vielen Dank. Das ist auch sehr gut phrasiert. All die technischen Aspekte, die Phrasierung und Atmung, ware absolut korrekt für diese Art von Gesang.

War das Fluchen eine Tradition in der Osterberg-Familie?
Nein, ich bin das schwarze Schaf, der Freak. Meine Eltern verhielten sich vor- bildlich: kein Fluchen, kein Trinken, kein Rauchen, kein gar nichts … Wun- dervolle Menschen. Aber sie taten das, was sie tun mussten, und ich musste nun mal das tun, was ich tun musste.

In deinen exzessivsten Zeiten, der Spätphase der Stooges, in denen du nach diversen Dingen süchtig warst, bist du da zum Weihnachtsessen nach Hause gekommen oder hast den Thanksgiving Truthahn angeschnitten? Und falls ja, wie war das für dich?
Mehr oder weniger. Vielleicht nicht in den allerhärtesten Zeiten. Aber wenn ich in Detroit oder in der Nähe spielte, stellte ich sicher, dass ich meine Eltern besuchte, wenn Zeit dafür war, und
wenn nicht, lud ich sie backstage ein. Als ich mit Bowie auf der Tournee zu THE IDIOT war, wollte er die Wohnwagensiedlung und unseren Wohnwagen sehen, also besuchte er meine Mom und meinen Dad. Als ich dann wieder in die Spur kam, tat ich das auch wesentlich öfter. Ich kam tatsächlich zu Thanksgiving und Weihnachten nach Hause, bis meine Mutter von uns ging, und danach machte ich es auch für meinen Dad.


Strung Out Johnny‹ auf dem neuen Album befasst sich mit Sucht. Was suchtest du, als du mit den Drogen angefangen hast?
Zu verschiedenen Zeiten erfüllten sie wohl verschiedene Zwecke für mich. Zunächst einmal schien es nötig zu sein, dass ich wenigstens kiffte, um überhaupt mit den Stooges abhängen zu können und sie dazu zu bringen, über irgendetwas zu reden. Später dann, etwa um 1970, wurde Kokain zu einem großen gesellschaftlichen Ding in Detroit. Alle nahmen es. Ich schnupfte ein bisschen davon und dachte erst, das ist nichts für mich, es funktioniert nicht, aber dann war ich auch schon drauf … In anderen Momenten, mit psychedelischen Drogen oder Heroin, sucht man einfach nur nach einer Flucht aus dem Trott, der uns allen als unsere Existenz diktiert wird, oder flieht vor Problemen, wenn es nicht gut läuft. Vor allem mit Heroin. Das hilft, wenn man sich mies fühlt. Und dann passiert natürlich das, was im Song vorkommt: „Phase three, you can‘t get enough.“ Man kann auch Drogen nehmen, um sich richtig in ein Werk hineinzuversetzen, an dem man gerade arbeitet. Die
Ergebnisse werden dann immer dürftiger und die Rechnung immer teurer, bis man zerstört ist – sofern man nicht irgendwann auf die Bremse tritt und da rauskommt.

Ein weiteres Highlight auf der Platte ist ›Neo Punk‹ mit Travis Barker als echtem Tier am Schlagzeug. Erzähl uns mehr über den Text – wer ist der Protagonist?
Er ist ein wunderbares Mischwesen, ein Punk-Frankenstein, den ich aus Teilen von Lil Pump, Blink-182, Justin Bieber, wenn er seine Nachbarn mit Eiern bewirft, Machine Gun Kelly und diesem und jenem zusammengebaut habe. Er ist weltgewandter, als ich es je war, verdient sofort Geld, hat Erfolg und denkt sich: „Wow, das ist ziemlich gut.“ Manchmal ist er in einer Talentshow im Fernsehen: „Ich bin ein Punksänger.“ Das ist sein Genre. Was vor einiger Zeit undenkbar gewesen wäre. Er hat auch viele ältere Fans. Denn weil die Bevölkerung altert, stehen auch Omas auf ihn. Im Wesentlichen ist er wie Jon Voights Figur in „Midnight Cowboy“: „Hey, wow, dieses Punkding ist ziemlich cool. Ich arbeite erst seit zwei Wochen darin und habe schon Kohle, Mädels, Klunker, gehe mit einer Pornodarstellerin aus … bin berühmt.“ Und das scheint der erstrebenswerte
Status zu sein.

Werden einige der Beteiligten auf EVERY LOSER auch live mit dir unterwegs sein?
Nein, außer … Wenn einer von ihnen zufällig in der Gegend ist, sind sie natürlich immer willkommen, aber ich habe eine fantastische Liveband – vier aus Frankreich, drei aus den USA –, die alle meine Sachen echt gut und mit viel Leidenschaft spielen. Es wird ein paar Gigs mit der Kerntruppe des Albums geben, aber darüber kann ich noch nicht sprechen.