0,00 EUR

Es befinden sich keine Produkte im Warenkorb.

0,00 EUR

Es befinden sich keine Produkte im Warenkorb.

Start Blog Seite 141

The Traveling Wilburys: Was für eine Supergroup…

Eine Supergroup, die diesen Titel auch verdiente.

Wenn Megastars in die künstlerischen Wechseljahre geraten, die Kreativität flöten geht und das Millionärsdasein sinnlos erscheint, dann kommen sie schon mal auf komische Ideen.

Angeblich soll sich Folgendes zugetragen haben: Auf die Frage, was er nach dem Comeback-Album CLOUD NINE als nächstes plane, erwähnte Ex-Beatle George Harrison in Interviews so ganz nebenbei: „Ich hab da eine neue Truppe… The Traveling Wilburys nennen die sich … mit denen möchte ich gerne ein Album machen.“ Ob es tatsächlich so märchenhaft einfach ablief, sei einmal dahingestellt.

Tatsächlich befand sich 1988 keiner der Beteiligten im Karrierehoch. Harrison und sein damaliger Produzent, ELO-Chef Jeff Lynne, trafen auf Roy Orbison, Tom Petty und Bob Dylan. Dylan stellte sein Heimstudio in Santa Monica zur Verfügung.

Das zumeist auf einschmeichelnd zeitlose Hymnen aus Folk, Pop, Country, Reggae und Rock’n’Roll geeichte Quintett ließ sich nicht nur lustige Pseudonyme zum Nachnamen Wilbury einfallen – Nelson (Harrison), Otis (Lynne), Lefty (Orbison), Charlie T. Jr (Petty) und Lucky (Dylan) –, sondern brachte es bis 1990 auch auf zwei Alben.

Das Debüt TRAVELING WILBURYS VOL. 1 schaffte Dreifach-Platin in den USA, warf die Chartrenner ›Handle With Care‹, ›End Of The Line‹, ›Last Night‹, ›Tweeter And The Monkey Man‹ sowie ›Heading For The Light‹ ab. Nicht mehr ganz so erfolgreich war 1990 der seltsamerweise TRAVELING WILBURYS VOL. 3 betitelte Nachfolger ohne den 1988 verstorbenen Orbison.

Selbigen jedoch hielten die restlichen Wilburys in Ehren, beispielsweise im Video zu ›End Of The Line‹, in dem Roy Orbisons Gitarre auf einem Schaukelstuhl unter den Verbliebenen verweilt und ein gerahmtes Bild von ihm eingeblendet wird.

Trotz des mittelmäßigen Erfolgs verbreitete das Quartett mit neuen Pseudonymen – Clayton (Lynne), Spike (Harrison), Boo (Dylan) und Muddy (Petty) – einmal mehr Wohlklang: Die Auskopplungen ›She’s My Baby‹ und ›Wilbury Twist‹ rockten und rollten vehement archaisch, das ebenfalls als Single veröffentlichte ›Inside Out‹ ging ebenfalls satt ins Ohr.

High South: FEELS THIS GOOD

Folkpop und Country-Rock mit tollen Harmony-Vocals: gute Laune garantiert

Wer in diesen Tagen zu Missmut und Griesgram neigt und vielleicht pessimistisch in die Zukunft blickt, bekommt mit dem neuen High-South-Werk FEELS THIS GOOD ein wirksames Gegenmittel zur Hand. Jamey Garner und Kevin Campos, die beiden Sänger und Songschreiber, verströmen darauf puren Optimismus. Die Lieder, musikalisch größtenteils irgendwo zwischen den frühen Doobie Brothers, America und Crosby, Stills & Nash angesiedelt, fahren wohlige Melodien, tolle Harmony-Vocals und sonnendurchflutete Akkorde auf und die Texte könnten jederzeit auch aus einem Ratgeber zu positivem Denken stammen – wie schon die Titel ›Feel This Good‹, ›Take A Toke‹, ›Together‹ und ›Start Dreaming‹ verraten. Selbst wenn die zwei Überbleibsel der ursprünglich als Quartett gestarteten amerikanischen Folk- und Country-Pop-Band – wie bei ›Down‹ – mal einen kleinen Durchhänger haben, sehen sie immer noch das Licht am Ende des Tunnels. Moll wird blitzschnell wieder zu Dur. Bei diesem Stück, wie auch einigen anderen, war Country-Star-Produzent und -Songwriter Josh Leo (Alabama) als Co-Autor beteiligt. Alleine das bürgt für Qualität. Erstaunlicherweise entstand die neue Platte der West-Coast-Hippies übrigens nicht in L. A. Oder Nashville, sondern in einem Münchner Studio mit hiesigen Session-Musikern. Hut ab!

9 von 10 Punkten

High South
FEELS THIS GOOD
HIGH SOUTH RECORDS

B.B. King: King Of The Blues – Das Leben des B.B. King

Blues. Und so viel mehr!

Das Wortspiel im Titel wirkt plakativ, aber daran, dass B.B. King zu den erfolg- und einflussreichsten Blues-Künstlern zählt, bestehen natürlich keinerlei Zweifel. Daniel De Visés in den USA preisgekrönte 680-Seiten-Abhandlung liefert allerdings wesentlich mehr als nur Kings Lebenslauf und seine persönliche und künstlerische Entwicklung, denn wie jede gute Biografie ist sie vor allem eines: ein Geschichtsbuch, das eine ganze Epoche greifbar macht. Da findet man sich als mitteleuropäisches Bleichgesicht plötzlich im Staate Mississippi zu Zeiten der Depression wieder, also in einem von Armut, Perspektivlosigkeit und alltäglichem Rassismus geprägten Umfeld. Riley King, zu B.B. mutiert er erst später, wird 1925 in eine Familie von Pachtbauern hineingeboren, zur Schule geht er nur, wenn weder Baumwolle, noch irgendetwas anderes gesät oder geerntet werden muss. Das ist der Ausgangspunkt dieser Karriere. Man wird Zeuge eines starken Durchhaltewillens und einer bewundernswerten Zielstrebigkeit, die seinen Aufstieg ermöglichte, sowie der soziokulturellen und politischen Veränderungen, die sein Leben begleiteten. Das alles könnte in ein weichgezeichnetes Erfolgsmärchen münden, mit King als strahlendem Helden, doch De Visé spart auch die Brüche und Rückschläge nicht aus, die Kings 89 Jahre währende Existenz auf Erden mit sich brachten. Letztlich ist sein Buch nicht weniger als ein amerikanisches Panorama, von der Prohibitionszeit bis fast zur Gegenwart, vom ländlichen Süden bis in die Metropolen der Welt, von den Work-Songs und Delta-Blues-Legenden in Kings Kindheit bis zu den weißen Jüngern der Rock-Ära. Eine detailreiche Fleißarbeit, deren Faktenreichtum einen fast überwältigen kann.

9 von 10 Punkten

King Of The Blues – Das Leben des B.B. King
VON DANIEL DE VISÉ
RECLAM

The Royal Fruit Company: Neue Single ›Black Sheep In White‹

0

Von der Royal Fruit Company gibt es eine neue Single namens ›Black Sheep In White‹ inklusive Musikvideo. Die international besetzte Band um die marokkanisch/holländische Sängerin Mennana Ennaoui präsetniert damit einen groovenden und eingängigen Shuffle-Rock-Track, der zudem viel Humor und eine grenzenlose Spielfreude aufzeigt.

Der Clip ist angesiedelt in einer verrauchten Musikkneipe zwischen zwielichtiger
Poker-Partie und augenzwinkerndem Lonesome-Cowboy-Flair:

Iggy Pop: Verloren in der Musik

0

Iggy Pop hat gerade ein stargespicktes neues Album veröffentlicht und wird dieses Jahr auch wieder
live zu bewundern sein. Mit uns sprach er über das Ende seiner Stagediving-Zeit, Sucht, seine Wertschätzung für das Wort „fuck“, seinen Kakadu und den Anruf, den er endlich von der Rock And Roll Hall Of Fame erhalten hat Nach dem jazzlastigen, nachdenklichen Album FREE von 2019 kehrt der rast- und hemdlose „Großvater des Punk“ Iggy Pop auf EVERY LOSER mit Klasse zum Vollgas-Rock zurück.

Produziert von Andrew Watt, finden sich A-Listen-Stars wie Chad Smith, Duff McKagan, Stone Gossard, Dave Navarro, Travis Barker, Taylor Hawkins, Josh Klinghoffer und Eric Avery auf einem Werk zusammen, das den einstigen Stooges-Derwisch in bekannter, ausgiebig fluchender Topform zeigt. Auch wenn das gewohnte Stagediving nun endgültig der Vergangenheit angehört.

Wie kam es zu der Zusammenarbeit mit Andrew Watt?
Ich bekam eine Anfrage von Morrissey, ob ich zu einem Track murmeln wolle. Also schickte er mir den Song, der mir gut gefiel, und erwähnte, dass er mit einem außergewöhnlichen Produzenten arbeite. Als ich das erste Mal mit Andrew sprach, noch bevor wir mit der Arbeit begannen, sagte er: „Bist du bereit, du selbst zu sein?“ Was die Frage aufwirft: „Welches Selbst?“ Aber ich wusste, was er meinte. Dann schickte er mir ein paar Stücke, die er praktisch aus dem Nichts mit Chad, Duff, Josh und später noch ein paar anderen Leuten erschaffen hatte. So ging das los.

Stone Gossard, Dave Navarro, Travis Barker und Taylor Hawkins sind ebenfalls auf dem Album zu hören.
Das ist alles Andrew zu verdanken. Duff kenne ich aber schon, seit er Anfang 20 war. Er und Slash wirkten bei [Iggys 1990er Album] BRICK BY BRICK mit. Ich besuchte Duff öfter zu Hause – damals versuchte er, sich zwischen dem Playboy-Model, mit dem er ausging, und der Wetterfrau zu entscheiden – und wir probten. Slash kam mal drei Stunden zu spät und entschuldigte sich: „Sorry aber meine Schlange ist in die Wand entkommen.“ Bevor wir mit der Arbeit loslegten, sagten sie: „Wir müssen disktuieren, bevor wir anfangen.“ Also kamen sie mit einer Gallone Wodka und einer Schüssel voll Koks an – und indem wir das gemeinsam durchlebten, lernte ich sie ziemlich gut kennen. Chad ist aus Detroit, als kleiner Junge mochte er die Musik der Stooges und ich jammte mit ihm, als Dave [Navarro] Gitarrist der Peppers war. Dave und Eric Avery kenne ich, seit sie Kinder waren. Sie hatten gerade erst Jane‘s Addiction gegründet und noch keine Platte veröffentlicht, aber sie spielten schon in einem halblegalen Club namens Scream, der einem Freund von mir gehörte. Sie sagten: „Kannst du uns helfen?“ Also nahm ich sie auf ihre erste Tour mit und sie bliesen mich jeden Abend absolut von der Bühne. Einige dieser Typen kannten mich also schon, und das half. Ich war nicht nur irgendein Kerl, den sie in einer Zeitschrift gesehen hatten.

Frenzy‹, die erste Single von EVERY LOSER, könnte den Mainstream knacken – wenn der Refrain nicht mit der Zeile „I‘m in a frenzy, you fucking prick“ anfinge …
Nun, ich bin nicht der Typ von „fucking prick“, den solcher Scheiß kratzt. Ich hatte mal eine ähnliche Diskussion mit einem sehr, sehr berühmten, groß im Mainstream präsenten Gitarristen, mit
dem ich zum Spaß etwas gemacht hatte, das ›I Need A Fuck‹ hieß. Er sagte zu mir: „Wenn du den Text änderst, könnte das im Radio laufen.“ Und ich erwiderte: „Es gibt kein Radio mehr, und falls doch, interessiert es keinen mehr.“ Mir ist wichtig, dass bei allem, was ich mache, mein Part die Energie und das Feeling des Songs toppt. Hätte ich etwas mit einer kommerziellen Strategie im Hinterkopf gesungen, vor allem angesichts meiner begrenzten stimmlichen Fähigkeiten – ich kann nicht über vier Oktaven trällern –, wäre das ein äußerst zahmer, lahmarschiger Track geworden. Da ich nun mal ein so seltsamer Mensch bin, musste ich fluchen, um einen guten Job zu machen. Für
das, was mir vorschwebte, waren es die richtigen Worte. So, wie normale Leute reden.

Du bist eindeutig schon immer ein großer Fan des Wortes „fuck“. Ich weiß noch, wie ich zum ersten Mal METALLIC KO hörte und du ›Cock In My Pocket‹ mit „One-two-fuck you pricks!“ anzähltest. Fluchen auf olympischem Niveau!
Oh, vielen Dank. Das ist auch sehr gut phrasiert. All die technischen Aspekte, die Phrasierung und Atmung, ware absolut korrekt für diese Art von Gesang.

War das Fluchen eine Tradition in der Osterberg-Familie?
Nein, ich bin das schwarze Schaf, der Freak. Meine Eltern verhielten sich vor- bildlich: kein Fluchen, kein Trinken, kein Rauchen, kein gar nichts … Wun- dervolle Menschen. Aber sie taten das, was sie tun mussten, und ich musste nun mal das tun, was ich tun musste.

In deinen exzessivsten Zeiten, der Spätphase der Stooges, in denen du nach diversen Dingen süchtig warst, bist du da zum Weihnachtsessen nach Hause gekommen oder hast den Thanksgiving Truthahn angeschnitten? Und falls ja, wie war das für dich?
Mehr oder weniger. Vielleicht nicht in den allerhärtesten Zeiten. Aber wenn ich in Detroit oder in der Nähe spielte, stellte ich sicher, dass ich meine Eltern besuchte, wenn Zeit dafür war, und
wenn nicht, lud ich sie backstage ein. Als ich mit Bowie auf der Tournee zu THE IDIOT war, wollte er die Wohnwagensiedlung und unseren Wohnwagen sehen, also besuchte er meine Mom und meinen Dad. Als ich dann wieder in die Spur kam, tat ich das auch wesentlich öfter. Ich kam tatsächlich zu Thanksgiving und Weihnachten nach Hause, bis meine Mutter von uns ging, und danach machte ich es auch für meinen Dad.


Strung Out Johnny‹ auf dem neuen Album befasst sich mit Sucht. Was suchtest du, als du mit den Drogen angefangen hast?
Zu verschiedenen Zeiten erfüllten sie wohl verschiedene Zwecke für mich. Zunächst einmal schien es nötig zu sein, dass ich wenigstens kiffte, um überhaupt mit den Stooges abhängen zu können und sie dazu zu bringen, über irgendetwas zu reden. Später dann, etwa um 1970, wurde Kokain zu einem großen gesellschaftlichen Ding in Detroit. Alle nahmen es. Ich schnupfte ein bisschen davon und dachte erst, das ist nichts für mich, es funktioniert nicht, aber dann war ich auch schon drauf … In anderen Momenten, mit psychedelischen Drogen oder Heroin, sucht man einfach nur nach einer Flucht aus dem Trott, der uns allen als unsere Existenz diktiert wird, oder flieht vor Problemen, wenn es nicht gut läuft. Vor allem mit Heroin. Das hilft, wenn man sich mies fühlt. Und dann passiert natürlich das, was im Song vorkommt: „Phase three, you can‘t get enough.“ Man kann auch Drogen nehmen, um sich richtig in ein Werk hineinzuversetzen, an dem man gerade arbeitet. Die
Ergebnisse werden dann immer dürftiger und die Rechnung immer teurer, bis man zerstört ist – sofern man nicht irgendwann auf die Bremse tritt und da rauskommt.

Ein weiteres Highlight auf der Platte ist ›Neo Punk‹ mit Travis Barker als echtem Tier am Schlagzeug. Erzähl uns mehr über den Text – wer ist der Protagonist?
Er ist ein wunderbares Mischwesen, ein Punk-Frankenstein, den ich aus Teilen von Lil Pump, Blink-182, Justin Bieber, wenn er seine Nachbarn mit Eiern bewirft, Machine Gun Kelly und diesem und jenem zusammengebaut habe. Er ist weltgewandter, als ich es je war, verdient sofort Geld, hat Erfolg und denkt sich: „Wow, das ist ziemlich gut.“ Manchmal ist er in einer Talentshow im Fernsehen: „Ich bin ein Punksänger.“ Das ist sein Genre. Was vor einiger Zeit undenkbar gewesen wäre. Er hat auch viele ältere Fans. Denn weil die Bevölkerung altert, stehen auch Omas auf ihn. Im Wesentlichen ist er wie Jon Voights Figur in „Midnight Cowboy“: „Hey, wow, dieses Punkding ist ziemlich cool. Ich arbeite erst seit zwei Wochen darin und habe schon Kohle, Mädels, Klunker, gehe mit einer Pornodarstellerin aus … bin berühmt.“ Und das scheint der erstrebenswerte
Status zu sein.

Werden einige der Beteiligten auf EVERY LOSER auch live mit dir unterwegs sein?
Nein, außer … Wenn einer von ihnen zufällig in der Gegend ist, sind sie natürlich immer willkommen, aber ich habe eine fantastische Liveband – vier aus Frankreich, drei aus den USA –, die alle meine Sachen echt gut und mit viel Leidenschaft spielen. Es wird ein paar Gigs mit der Kerntruppe des Albums geben, aber darüber kann ich noch nicht sprechen.

Formosa: BITTERSWEET

Heavy Melodic Rock

Formosa aus Essen bewegen sich seit 2016 auf dem Radar der deutschen Melodic-Rockszene und bringen nun mit BITTERSWEET eine Platte heraus, auf die sie – eigenen Angaben zufolge – mehr als stolz sind. Wahrscheinlich nicht nur, weil die Truppe die Scheibe nach einigem Hin- und Her nun doch in Eigenregie auf ihrem Label METALMOSA veröffentlicht, sondern sicherlich auch, weil das Songwriting der jungen Band immer mehr ausreift. BITTERSWEET bietet zehn äußerst klassisch betitelte Tracks aus einem Guss und mit gesteigerter Härte, die vor allem live viele „Fäuste in die Luft“-Momente, z.B. bei ›Horns Up‹ oder dem Mötley-Crüe-ähnlichen ›Fight The Fire‹, liefern dürften. Die Arrangements sind absolut solide, das Tempo schön zügig, die Melodien schnell eingängig – für Fans von Bands wie Kissin‘ Dynamite, mit denen Formosa gerade erst tourten, bestimmt ein Schmankerl. Die stimmliche Performance, die punktuell entfernt an Vince Neil erinnert, ist eventuell Geschmackssache, doch in diesem Kontext lässt sich abseits jeglicher persönlicher Präferenzen eines feststellen: Lieber gut polarisiert, als im Nichts verschwunden.

6 von 10 Punkten

Formosa/BITTERSWEET/METALMOSA

Texas Hippie Coalition: THE NAME LIVES ON

Mächtig groovender Rock aus Texas

Mit Pantera-Power, aber mehr Gefühl und Southern-Groove zeigt sich die Texas Hippie Coalition auf THE NAME LIVES ON. Hier wird mächtig – und mächtig bärtig – gerockt, ganz im Stil von Zakk Wylde. Der Gesang von Big Dad Ritch ist gritty und grantig, heavy und hymnisch. Die Gruppe nennt ihren im besten Sinne schmutzigen Sound denn auch „Red Dirt Metal“. Bei den wuchtigen Krachern der Texaner fühlt man sich direkt zu einem Monster-Truck-Rennen versetzt. Oder inmitten harter Kerle in einer Schwarzbrennerei in den südlichen Sümpfen. Immer wieder kommen rebellische Gitarrenfiguren durch. Songs wie ›Built For The Road‹ oder ›Scream‹ machen mächtig Druck. Der Sound ist gewaltig, aber nicht gewalttätig, auch wenn man musikalisch und metaphorisch garantiert keiner Barschlägerei aus dem Weg geht. Ein cooler Mix aus Lynyrd Skynyrd, Black Label Society, Kid Rock und Crowbar, so ungefähr zumindest. Gitarren, Guns (im übertragenen Sinn) und Grooves. Red Dirt Metal? Trifft den Sound der Texaner perfekt.

7 von 10 Punkten

Texas Hippie Coalition/THE NAME LIVES ON/MNRK HEAVY/SPV

Flashback: GET A GRIP von Aerosmith erscheint

0

Am 20. April 1993 veröffentlichten Aerosmith GET A GRIP. Vier Jahre zuvor war die Bostoner Band mit PUMP auf dem Höhepunkt ihres Erfolges angelangt. Nicht viele Truppen hätten es da wahrscheinlich geschafft, unter diesem Druck ein so grandioses Album wie GET A GRIP zu veröffentlichen. Denn auch wenn viele Kritiker*innen PUMP deutlich vorziehen, so war GET A GRIP 1993 mit dem ikonischen Coverartwork mit dem gepiercten Kuh-Euter kommerziell höchst erfolgreich.

Dass zahlreiche Songs mit Hitpotential auf der Scheibe versammelt waren, verdankte die Band vor allem Songwritern wie Des­mond Child, Jim Vallance, Mark Hudson, Richie Supa, Taylor Rhodes, Jack Blades und Tommy Shaw, allesamt Koryphäen der durchgestylten Songwriter-Kunst. Insgesamt sieben Singles koppelten Aerosmith von GET A GRIP AUS, Tracks wie ›Cryin’‹, ›Livin On The Edge‹, ›Amazing‹ und ›Crazy‹ verrichten einen ausgezeichneten Job in den Charts, die zugehörigen Videos liefen bei MTV in Heavy Rotation.

Außerdem debütierte das Album erstmalig für Aerosmith auf Rang 1 der US-Charts und zählt mit seinen Verkäufen bis heute als das bestverkaufte Aerosmith-Album.