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Plainride: PLAINRIDE

Was Plainride auf ihrem neuen Album abliefern, kann man nur schwer mit ein, zwei Worten umschreiben. Im Grundtenor liefert die zum Powertrio geschrumpfte Kölner Kombo Stoner Rock, der jedoch ständig unterschiedliche Abzweigungen nimmt, bis zu dem Punkt, wo man sich fragt: Geht das jetzt überhaupt noch als Stoner Rock durch? Aber jetzt mal der Reihe nach. Eröffnet wird mit ›Fire In The Sky‹ – eine „Starsky & Hutch“-artige Einleitung, danach ein paar Sekunden Blood, Sweat & Tears-Vibes, bevor der Heavy-Rock-Track dann mit Bläser-Sektion und Riffs, irgendwo zwischen Metal und Funk, so richtig losgeht. Mit ›Hello, Operator‹ folgt ein eingängiger Groove-Stampfer, ›S.O.T.U.‹ klingt im Chorus wie der Jingle einer 80er-Jahre-Serie á la „Masters Of The Universe“, wartet dann aber dann noch mit treibenden Highway-Grooves, Reaggae-Gitarren, einem Rapteil und ja, einem kleinen Norah-Jones-Gedächtnis-Fahrstuhl-Interlude auf. Klingt komisch, ist es auch, funktioniert aber trotzdem. In der Mitte wird es dann ruhig mit dem reduzierten ›Wanderer‹ und dem zeppelinesken Instrumental ›Siebengebirge‹, bevor am Schluss mit ›Ritual‹ und dem epischen ›Shepherd‹ nochmal der Wucht-Faktor gesteigert wird. Den Abschluss findet PLAINRIDE mit dem siebenminütigen Bar-Piano-Blues ›The Lilies‹, der im Chorus wunderbar poppig wird und zum Schluss raus richtig aufblüht. Ein wilder Ritt, diese Platte, manchmal etwas wankelmütig, könnte man sagen – ziemlich spannend und gelungen.

7 von 10 Punkten

Plainride

PLAINRIDE

RIPPLE MUSIC

The Gaslight Anthem: Neue Single ›Positive Charge‹

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Neun Jahre gab es keine neue Musik mehr aus dem Hause The Gaslight Anthem, das hat sich nun geändert. Die Formation um Bandkopf Brian Fallon hat heute ihre neue Single ›Positive Charge‹ inklusive Musikvideo veröffentlicht. Über ein (wohl folgendes) neues Album ist bisher noch nichts bekannt.

Leadsänger Brian Fallon sagt über den Track: „›Positive Charge‹ begann als eine Botschaft der Freude an uns selbst und an unser Publikum. Im Kern geht es darum, auf die Dinge zu schauen, die man durchgemacht hat, und das Gefühl zu haben, dass man mit offenem Herzen in die Zukunft gehen will, in dem Glauben, dass die besten Jahre nicht hinter jedem von uns liegen und das Gute, das wir haben, etwas wert ist.“

Pink Floyd: Neue Doku „Have You Got It Yet?“

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Am 15. Mai kommt die Dokumentation „Have You Got It Yet? The Story Of Syd Barett and Pink Floyd“ in die Kinos im UK. Der Streifen wurde von Filmemacher und Ex-Punk Roddy Bagawa sowie Storm Thorgerson, Chef der legendären Designfirma Hipgnosis, gemacht.

Der Film beleuchtet Syd Barretts Schaffen bei Pink Floyd, seine Solokarriere und seine Wege abseits des Scheinwerferlichts. Einen ersten Trailer gibt es jetzt zu sehen, wann und ob der Film auch in deutsche Kinos kommt, ist bisher nicht bekannt.

Ace Frehley: Das wohl lustigste Lachen der Rockgeschichte

Mr. Ace Frehley wird heute 72 Jahre alt. Zeit, mal wieder seine schönsten Lacher anzusehen…

Heute feiert Ace Frehley seinen 72. Geburstag. Zur Feier des Tages zeigt CLASSIC ROCK das Geburtstagskind bei seinen epischsten Lachanfällen.

Für die ist er nämlich neben seinen Errungenschaften als „Spaceman“ bei Kiss und seinem Soloprojekt Frehley’s Comet besonders bekannt. Einfach Zurücklehnen und genießen…

Ein paar der lustigsten Ace-Frehley-Momente:

Kiss 1979 im Fernseh-Interview:

Holy Moly And The Crackers: Ein Hauch von Gold

Holy Moly And The Crackers sind eine Band, die sich in ständigem Wandel befindet. Das illustriert das Sextett aus dem UK ein weiteres Mal deutlich auf seinem neuen Album SOLID GOLD, das reduzierter und mit einem deutlichen Americana-Anstrich glänzt. Obwohl die Pandemie auch dieser ambitionierten Truppe nach jahrelanger harter Live-Arbeit einen Strich durch die Rechnung gemacht hat, war die erzwungene Auszeit notwendig für die Kraft der neuen Platte. Zumindest ist sich Hauptsongwriter Conrad Bird dessen sicher: „Durch Covid konnten wir nach zwei Jahren Touren mal durchatmen, erstmals hatten wir viel Zeit zum Nachdenken. Unsere vorherigen Werke wurden schnell im Moment erschaffen, SOLID GOLD hingegen zuhause gefertigt. Es hat mehr emotionale Tiefe, eine andere Energie.“, so der sympathische Herr mit deutlichem Newcastle-Akzent und führt weiter aus: „2021 sammelten wir unsere Ideen und kontaktierten unseren Produzenten Wessel Oltheten aus den Niederlanden. Das Schlüsselerlebnis jedoch ereignete sich zwei Wochen vor Aufnahmebeginn, als unsere Sängerin Ruth, unser Drummer und ich in Austin waren. Unser erstes Mal in Amerika, obwohl dieses Land durch die Musik, die wir hören, schon immer in uns existiert hat. Dieser Punkt, an dem die Realität auf deine Vorstellung trifft, war entscheidend – die Woche hat die Färbung des Albums stark geprägt. Als wir zurückkehrten, strichen wir einige Songs und schrieben ein paar Neue.“

Der amerikanische Traum also war es, der SOLID GOLD zu der Platte gemacht hat, die sie heute ist und sich auch für den Titel verantwortlich zeichnet: „Die Farbe der Felsen, das Sonnenlicht – alles versprühte einen Hauch von Gold. Die großen Highways inspirierten uns zu Grooves, die durch die ganzen Songs rollten. Wir sind weniger schematisch vorgegangen und haben uns mehr in einen Flow fallen lassen. Alles, was zu sehr vom Kern des Songs ablenkte, wurde gestrichen.“ Dieses Erlebnis erklärt nicht nur den Americana-Vibe, sondern auch den thematischen Grundtenor von SOLID GOLD: „Zuhause wurde mir in vollem Umfang bewusst, was die Bewegung für mich, für uns als Band, bedeutet. Das Reisen, wie es dir die Augen öffnen, auf der anderen Seite aber auch wie eine Sucht wirken kann. Reisen ist hypnotisch – das wollten wir mit den Grooves reproduzieren.“ Dass sich diese Truppe, die von reduziertem Folk bis hin zu fettem Indie Rock zahlreiches Genres in ihrem Schaffen vereint, ein weiteres Mal fast neu erfunden hat, liegt in der DNA von Holy Moly & The Crackers: „Wir sind nun mal eine offene Band, die vieles ausprobiert und sich weiterentwickelt. Jedes unserer Alben klingt anders, da wir uns als Menschen in ständigem Wandel befinden – das muss sich auch in unserer Musik widerspiegeln. Früher dachte ich mir manchmal: ‚Oh Gott, unsere Fans werden es hassen!‘ (lacht) Aber inzwischen denke ich, dass sie das an uns schätzen, mit uns wachsen und unsere Live-Shows eine Art konstante Brücke zwischen beiden Welten schlagen.“

Aerosmith: Halten Überraschung parat

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Am 25. April haben Aerosmith auf ihren Social-Media-Kanälen ein Foto ihres Logos auf schwarzem Untergrund gepostet mit der Bildunterschrift: „May 1st 2023 10am, EST“. Um 16 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit werden Aerosmith am ersten Mai also etwas ankündigen. Aktuell spekulieren viele Fans, ob die Band ein neues Album oder neue Tourdaten veröffentlichen wird.

Roger Waters: Darf in Frankfurt auftreten

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Nach ewigem Hin- und Her zwischen Roger Waters und der Stadt Frankfurt steht nun fest, dass Waters seinen geplanten Auftritt in der Festhalle spielen darf. Das zuständige Gericht, bei dem Waters einen Eilantrag gestellt hatte, hat entschieden, dass ein Verbot, wie es von der Stadt aufgrund „Waters anitsemitischer Aussagen“ gefordert wurde, nicht rechtens ist.

Die Symbole, die Waters verwendet, wurden vom Gericht zwar als „geschmacklos“ verurteilt, sein Schaffen sei jedoch von der Kunst- und Redefreiheit geschützt. Der Auftritt von Waters verherrliche oder relativiere nicht die Gräueltaten des Nationalsozialismus. Die Entscheidung, Waters auftreten zu lassen, wurde vom Internationalen Auschwitz Komitee sowie vom Zentralrat der Juden in Deutschland verurteilt.

Kadavar & Graveyard: München, Backstage Werk (24.04.)

Bock auf Abriss!

Eine mit Schweiß getränkte Menge geht in die Knie, nur um Sekunden später im Rhythmus der ekstatischen Steigerung von Gitarre und Schlagzeug nach oben zu springen. Kadavar spielen an einem Montag im Backstage in München und die Stimmung blüht so auf, wie sie es sonst auch an Samstagen nur selten tut. Doch fangen wir von vorne an. Graveyard und Kadavar sind gerade gemeinsam auf Tournee. Mit dabei im Vorprogramm: Kadavars Label-Zöglinge Polymoon, die im Februar ihr zweites, von Drummer Tiger Bartelt produziertes, Album CHRYSALIS veröffentlicht haben. Aufgrund einer längeren Wartezeit am Eingangsbereich wegen Gästelistenunstimmigkeiten verpasst man die schillernde Neo-Psychedelic-Band leider um Haaresbreite und kann den Finnen danach nur noch am Merchtisch zu ihren wundervollen Outfits gratulieren. Während der Umbaupause trifft man ein, zwei Menschen, die im Gespräch verraten, dass ihnen die Vorband nicht so ganz zugesagt hat – auf verstärktes Nachhaken hin konnte kein wirklicher Grund angegeben werden. Ein Schelm, wer Böses denkt und unterstellt, dass die sich eher fluide präsentierende Band nicht konform mit so manchem Männlichkeitsverständnis im Publikum ging. Vielleicht ja aber auch wirklich nur ein simpler Fall von „Geschmäcker sind verschieden“. Die Klärung dieser Frage wird ein Mysterium bleiben.

Polymoon Press 2023
Polymoon

Danach wird immerhin schnell deutlich, dass Graveyard dem Publikum ziemlich zusagt. Das schwedische Quartett genießt in Stoner-Kreisen Kult-Status und wird zurecht sehr gefeiert von den Münchnern. Die stampfenden Rhythmen und teils hypnotischen Retro-Klangwelten schwappen sofort auf die Menge über, im Takt zuckende Körper und verzückte Gesichter lassen sich von dieser Welle umspülen. Man merkt gleich, dass die Menschen sich heute einlassen wollen bzw. können auf das ihnen Dargebotene, dass sie eintauchen und die Musik spüren. Eine solche Stimmung gibt es beileibe nicht immer auf Konzerten, eher im Gegenteil: diese Form der ekstatischen Masseneuphorie ist zur Seltenheit geworden und kickt deswegen bei ihrem sporadischen Erscheinen gleich doppelt im Belohnungszentrum. Wunderbar auch die sehnsuchtsvoll kratzende Reibeisenstimme von Frontmann Joakim Nilsson, die sich in den flächigen Mix einflechtet und einen tief im Herzen berührt. Nach ausgiebigem Applaus und Gejohle nach Ende des Graveyard-Sets macht man sich innerlich bereit für den Headliner des Abends. Kadavar durfte man inzwischen schon einige Male live erleben, hat aber an jenem Tag das Gefühl, dass richtig was geht. Auf den neuen Shirts steht in MASTER-OF-REALITY-Ästhetik Lupus Lindemanns Parade-Spruch „Habt ihr Bock oder was?“ geschrieben und ja, die Leute haben Bock und zwar richtig.

graveyard

Als Intro schallt ›All You Need Is Love‹ aus den Boxen, die Band stürmt die Bühne und dann ist da irgendwie nur noch pure Energie. Schon bevor die Saiten und Trommeln berührt werden, sprühen die Funken von Kadavar ins Publikum und vom Publikum zu Kadavar hoch. Dann die ersten Schläge auf die Drums, der erste Griff in Lindemanns SG und die Hölle (oder das Paradies. Wobei das ja im Grunde vielleicht auch dasselbe ist) bricht los. Magie entlädt sich, das Publikum dreht durch und die Band steht an diesem Abend absolut unter Strom. Bereits auf Social Media hat man gemerkt, dass die Tour gerade richtig gut läuft. Dass Kadavar schon nach den ersten Akkorden in München an einem Montag Feiertagsstimmung verbreiten, ist einmal mehr Beweis dafür, dass die Berliner mit zu dem Besten gehört, was die deutsche Rockmusiklandschaft aktuell zu bieten hat. Klassiker wie ›Black Sun‹, ›All Our Thoughts‹ oder ›Die Baby Die‹ sind sowieso, wie man in Bayern so schön sagt, eine „gemähte Wiese“, Tracks wie ›Last Living Dinosaur‹ – mit dem vielleicht effizienteste Riff ihrer Karriere – bringen jede*n im Backstage zum Tanzen und Headbangen. Egal was diese Truppe vorhat, heute funktioniert alles. Auch die neuerdings losgelassenen Synth-Wogen, die dem brandneuen Bandmitglied Jascha Kreft zu verdanken sind. Selbiger steht schräg hinter Lindemann auf einem kleinen Podest und unterstützt seine Mitmusiker mit einer zweiten Gitarre und Synthesizern, letztere verwandeln manche Teile des Sets zu floydesken Klangkaleidoskopen. Ansonsten toben vorne Lindemann und vor allem Bassist „Dragon“, der als einziger mit absoluter Bewegungsfreiheit die Bühne komplett für sich in Anspruch nehmen kann und darüber shuffelt wie ein wildgewordener Flamenco-Tänzer. In der Mitte wütet Drummer „Tiger“, der mit seinen langen Armen und seinem wunderbar eigentümlichen Schlagzeug-Stil wieder einmal aussieht wie ein wilder Kraken. Die Menge flippt aus, die Band liefert ab, der Raum ist mit Vibrations gefüllt. Was für ein Abriss!

Kadavar Press 2020
Rosa Merino Claros