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TURBO LOVERS

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Gesellschaftskritik zum Materialismus der 80er …
oder eine Ode an heiße Action auf dem Rücksitz? Egal wie man ihn interpretiert, hat dieser heiß diskutierte Hit die Priest-Fanbase entzweit.

Judas Priest lebten in einer materiellen Welt. Es war Mitte der 80er Jahre: Gier war gut, Erfolg bedeutete Exzess, und für fünf neureiche Metaller aus Birmingham mit viel Geld in der Tasche war nichts außer Reichweite.

„Wenn man auf die 80er zurückblickt und wie wir dieses Jahrzehnt durchlebten, war es schon unglaublich dekadent“, gesteht Judas Priest- Frontmann Rob Halford. „Da war jede Menge Geld da. In vielerlei Hinsicht war es eine wahre Orgie, aber was für eine tolle Zeit. Von 1980 bis zur Grunge-Bewegung waren all die Porsches, all die Turbomotoren, einfach alles larger than life.“

„Die Band war unglaublich erfolgreich“, fügt er hinzu, „und wir hatten großen Wohlstand erreicht. Ich weiß noch, wie zur Zeit von TURBO LOVER sowohl Glenn (Tipton) als auch KK (Downing) total auf Porsches abfuhren.“

Die textliche Saat war gesät, aber die Entstehung der Musik für die 1986er Single begann, als Tipton mit einem neumodischen Gitarren-Synthie zu Sessions in Spanien erschien.

„Wir hatten gerade eine Welttournee abge- schlossen. Wir fuhren direkt nach Marbella und fingen mit dem Schreiben an“, erinnert sich Halford. „Wir hatten dieses wunderschöne Haus am Meer gemietet und sperrten uns einfach monatelang dort ein. Wir waren damals sehr produktiv, angetrieben von dem Wahnsinnserfolg, den Priest damals hatten.

Aber das große Ding an ›Turbo Lover‹ war diese neue Erfindung, die Glenn benutzte. Ich habe vergessen, wie das Gerät hieß, aber es machte all diese wirklich interessanten und inspirierenden Geräusche. Ich weiß noch, wie Glenn eines Tages sein Pedalboard trat und dieser Klang herauskam – das, was man am Anfang von ›Turbo Lover‹ hört – und ich sagte: Das klingt wie ein hochdrehender Turbomotor. Das war die Initialzündung. So wuchs der Song plötzlich, und so kam es zu dem Titel.“

Halford gibt zu, dass er nicht der erste Texter war, der die Verbindung zwischen Autos und Sex herstellte. „Wir spielten gerade so rum und – aus welchem Grund auch immer – benutzten die typische Rock’n’Roll-Analogie, ein bisschen Spaß auf dem Rücksitz zu haben“, erinnert er sich. „Du weißt schon: Ich bin dein Turbo-Liebhaber, also das Auto als Anspielung auf die Action. Das gab es doch schon immer. Sieh dir doch frühe Filme wie ‚…denn sie wissen nicht, was sie tun‘ oder ‚Die Faust im Nacken‘ an, da gab es auch schnelle Autos und Motorräder. Das geht Hand in Hand.“

Tipton schrieb das Riff und spielte das ratternde Solo („es ist simpel, aber effektiv für diesen Track“, sagt er auf seiner Website, „und endet mit Maschinengewehr-Wahnsinn“), doch Halford sagt, dass alle fünf Mitglieder beteiligt waren. „Das haben wir zusammen gemacht, genau wie wir jetzt schreiben, aber die Riffs sind immer das Fundament für einen guten Metal-Song. Wir hatten so viel Material aus diesen Sessions, dass wir dem Label sogar sagten: Wir haben hier ein Doppelalbum. Aber so lief es dann nicht.“

Als es ans Aufnehmen ging, waren Autos aber nicht das einzige Laster. Die Tantiemen auf dem Niveau der 80er erlaubten es ihnen auch, von Topstudio zu Topstudio zu ziehen. „Wir hatten drei Studios“, so Halford. „Erst Compass Point auf den Bahamas, aber das war verrückt. Wir haben nichts auf die Reihe gekriegt und konnten uns nicht konzentrieren. Es war einfach Wahnwitz. Wir fingen um sechs Uhr nachmittags an zu arbeiten, aber um acht saßen wir schon im Pub.“

„Damals nahm ich alles“, gesteht er. „Tatsächlich war das kurz bevor ich nüchtern wurde. Das ist wie eine Feuertaufe. Jeder durchläuft im Rock ’n’Roll dieses Ritual, und das kann entweder sehr kreativ sein oder sehr schädlich, wie bei mir. Ich war damals auf dem Höhepunkt. Ab Mitte der 80er fühlte ich, wie ich ein besserer Musiker wurde. Vielleicht, weil ich in diese unvermeidliche Rock’n’Roll-Wand fuhr und es überlebte.“

Die Aufnahmen wurden in Miami fortgesetzt, dann in L.A., wo sowohl das Lied als auch das Album TURBO fertiggestellt wurden. Als sie die Aufnahmen abschlossen, erinnert sich Halford, waren sie zu nah an ›Turbo Lover‹, um es objektiv bewerten zu können. „Wir wussten nicht, dass es ein Klassiker war. Aber genauso war das bei ›Breaking The Law‹ und ›Living After Midnight‹. Man denkt nie daran, was aus einem Song werden wird. Du bist so darin vertieft, dass du einfach keine Ahnung hast.“

Aus Los Angeles kommt auch Halfords Lieblingserinnerung an das Stück. „Ich fuhr in einem Porsche-Cabrio den Sunset Strip entlang, und ›Turbo Lover‹ wurde im Radio gespielt“, grinst er. „Ich dachte nur: Mein Gott, ich bin ein Typ aus Walsall in der englischen Provinz. Das war unwirklich.“

Andere waren jedoch weniger begeistert davon, und sechs Jahre nach ihrem Durchbruch-Album BRITISH STEEL teilte der trendige Sound von TURBO die Meinungen der Die-hards.

„Es gab ein bisschen Widerstand“, sagt Halford. „Aber ich erinnere mich, wie wir PAINKILLER veröffentlichten, da gab es das auch. So läuft das nun mal. Man kann es nicht jedem recht machen. Manchmal wollen deine Fans einfach immer wieder dasselbe hören. Bei Priest ignorieren wir zwar nie, was die Fans sagen, aber das kann auch sehr gefährlich sein.“

Der Sänger gibt zu, dass man sowohl Lied als auch Album lieben oder hassen konnte, aber besteht darauf, dass beide extrem wichtig für die Entwicklung der Band waren. „Wir wollten Priests Musik ja auch leidenschaftlich beschützen, aber wenn wir uns jeder Möglichkeit verschlossen hätten, wären wir nie so abenteuerlustig gewesen. Die Wahrheit ist, dass wir nie an Regeln glaubten, und wir sagten immer, dass es dumm wäre, in einer Band zu sein und nie Radio zu hören oder das, was andere Bands machen, denn da kann man viel lernen. Das ist so cool an Priest: Wenn du dir die einzelnen Jahrzehnte ansiehst – die 70er, 80er, 90er und jetzt –, haben sie alle etwas, das den damaligen Vibe verkörpert. ›Turbo Lover‹ und TURBO waren für einige Leute vielleicht kontrovers, aber so waren wir damals eben.“

Auch 2012 liebt Halford das Lied, wenn auch nicht dessen Thema. „›Turbo Lover‹ wurde zum Klassiker“, sagt er, „aber ich bin eigentlich kein Autofanatiker mehr. Seit ich 60 wurde, mache ich mir nicht mehr so viel aus materiellen Dingen. Das war eine Phase, die ich durchgemacht habe, aber jetzt ist mir klar, dass Judas Priest das Wichtigste in meinem Leben sind.“

SIGUROS CHAOSEUPHORIE

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Ihre Fans wissen es schon lange: Das Einzige, was man von Sigur Rós erwarten kann, ist das Unerwartete. Vier Jahre nach ihrem letzten Album sind sie wieder da und haben mal wieder einen wunderbaren Haken geschlagen. Bitte anschnallen, denn diesmal geht die Reise in erdfernste Sphären…

Wenn von einer Pause auf unbestimmte Zeit die Rede ist und sich der Sänger auch noch Solo betätigt, sieht man gerne mal dunkle Wolken am Himmel über einer Band heraufziehen. So geschehen 2010, als ein angekündigtes Sigur Ros Album lapidar als „Gerücht“ abgetan wurde und Frontmann Jónsi im Alleingang mit eigenem Album um die Welt zog. Dunkle Wolken freilich sind in Island nichts Ungewöhnliches, meistens auch noch wunderschön, und können entweder binnen Minuten verschwinden oder tagelang den Himmel verhängen. Soll heißen: Man kann bei diesem Land, seinen Menschen, seinen Künstlern keine anderswo gültigen Maßstäbe anlegen.

2012 nun sitzen Schlagzeuger Orri Páll Dýrason und Bassist Georg Hólm in einem noblen Boutique-Hotel im Londoner Covent Garden und erklären, wieso die Entstehung ihres neuen Albums VALTARI so viel Zeit in Anspruch nahm. Orri, eindeutig der Wortkargere der beiden, fasst es so zusammen: „Wir hatten eigentlich sofort nach der letzten Tour mit den Aufnahmen begonnen. Aber dann wurde uns im Studio langweilig und wir haben es erst mal auf Eis gelegt. Und wir haben alle Babys gekriegt. Außer Jónsi natürlich.“

Georg ist deutlich auskunftsfreudiger: „Es gab mehrere Anläufe. Wir wussten einfach nie so recht, was wir gerade taten. An einem Tag haben wir ein Ambient-Stück aufgenommen, am nächsten einen netten Popsong. Es war alles sehr verwirrend, unfokussiert, ziellos. Wir hatten dabei zwar eine Menge Spaß, aber es führte zu nichts. Also gaben wir auf.“

Was sehr fatalistisch klingt, stellte sich aber als Segen heraus. Georg: „Wir haben nicht nur einmal aufgegeben, sondern dreimal. Ursprünglich war der Plan ja, ein rein chorales Album zu machen. Daraus wurde aber nichts. Letztlich gab es eben eine Reihe von Sessions über einen großen Zeitraum, aus denen wir lauter kleine Stückchen und Ideen hatten, die wir verwenden wollten. Plus di- verse Aufnahmen von früheren Alben, die wir auch noch aufgehoben hatten. Letzten Oktober schließlich setzten wir uns wieder zusammen und beschlossen, konkret zu werden. Wir mussten irgendwie diese ganze Masse an angehäufter Musik selbst begreifen und zu einem schlüssigen Ganzen verdichten. Und da zeigte sich dann, dass wir richtig gehandelt hatten. Es erwies sich als sehr gesund, dieses Material immer mal wieder ein paar Monate liegen zu lassen, davon Abstand zu nehmen, um es dann später in neuem Licht zu sehen. Rückblickend ergab das alles irgendwie Sinn, und wir konnten ein Album daraus machen.“

Und was für eins. „Valtari“ soll Isländisch für Dampfwalze sein, und in gewisser Hinsicht fühlt es sich tatsächlich so an, als würde man gaaaanz langsam plattgemacht. Dies jedoch nicht im Sinne bleischwerer Zerstörungskraft, sondern umwerfender Ergriffenheit. Klar, epische Klangflächen wie aus einer anderen Welt waren seit jeher das Markenzeichen des Quartetts, mit den letzten bei- den Platten TAKK… und vor allem MEĐ SUĐ Í EYRUM VIĐ SPILUM ENDALAUST aber war man durchaus in griffigere, melodieverliebtere, ja: poppigere Gefilde aufgebrochen. VALTARI, übri- gens laut Georg das einzige Album seiner Band, das er sich zu Hause zum Vergnügen anhört, ist nichts von alledem. Erhaben ätherische Andeutungen von Struktur schweben in sanft entrückten Nebelschwaden vorbei, hier und da funkeln ein paar kristalline Tonfolgen, hin und wieder dringt Jónsis Stimme an die Oberfläche, aber stets nur als eines von vielen Elementen in dieser menschenleeren Gletscherlandschaft von solch majestätischer Schönheit. Kontrapunkte bieten das elegische ›Varúð‹ mit seinem zu einem grandiosen Crescendo anschwellenden Himmelschor und das noch am ehesten als „Lied“ zu bezeichnende ›Rembihnútur‹; der Rest des Albums ist wie der Traum von einer Nahtod-Erfahrung im Flug über den Wolken, der nach dem Aufwachen immer weniger greifbar in die Ferne rückt.

Zurück auf der Erde stellt sich aber vielleicht doch die Frage, wie Georg und Orri die letzten vier Jahre so erlebten. MEĐ SUĐ… war schließlich noch vor dem finanziellen Kollaps ihres Heimat- landes entstanden, und auch bei Sigur Rós darf man die berechtigte Frage stellen, ob und wie das Leben die Kunst beeinflusst hat. Orri: „Diese ganze Krise wurde von den Medien doch über alle Ma- ßen aufgeblasen. Schlimm erwischt hat es diejeni- gen, die Kredite in Fremdwährung aufgenommen hatten, aber sonst… Entlassen wurden eigentlich nur ausländische Arbeiter, die nun nicht mehr ge- braucht wurden. Ansonsten hat sich eigentlich ziemlich wenig verändert.“ Georg fügt hinzu: „OK, diese Kredite in Fremdwährung sind nun illegal, und wir haben eine neue Regierung ge- wählt. Und unsere Wirtschaft boomt schon wie- der. Außerdem hat man in Island ein kurzes Ge- dächtnis. Die Partei, die uns den ganzen Mist eingebrockt hatte, liegt in Umfragen schon wieder vorne. Auf unsere Musik hat sich das alles jeden- falls nicht ausgewirkt, ebensowenig auf die Texte. Wir setzen uns ja immer zusammen und diskutie- ren, welche Worte uns zu den Stücken einfallen. Erstaunlicherweise hatten wir diesmal alle vier sehr ähnliche Assoziationen, und die hatten definitiv nichts mit Politik und Wirtschaft zu tun.“

Ein Zyniker mag nun einwenden, dass man als international erfolgreiche Band natürlich leicht über die Probleme gewöhnlicher Menschen hinwegsehen kann. Aber gewöhnlich ist nichts in Island, also sind auch Sigur Rós unter ihren Lands- leuten nichts Besonderes. „Niemand behandelt uns dort wie Stars“, sagt Orri. „Wenn uns mal jemand anspricht, sind es immer Touristen“, bestätigt Georg. Erfolg ist eben relativ. Georg: „Wir haben viel erlebt, viel von der Welt gesehen. Aber das Leben auf Tour ist nicht glamourös. Es gibt großartige Momente, Konzerte, die man nie ver- gisst. Doch es kann auch wahnsinnig langweilig und monoton sein. Und man ist oft im Zwiespalt. Man kann einen tollen Tag erleben und sich dabei schuldig fühlen. Andererseits kann auch ein übler Tag zu einer guten Erinnerung werden. Jedenfalls sind wir immer glücklich, wieder zu Hause zu sein. Wir waren an so tollen Orten, aber das viele Reisen hat uns auch gezeigt, wie sehr wir unsere Heimat lieben.“

Diese Heimatliebe teilten Sigur Rós ja schon 2007 mit der Welt, als sie an einigen der entlegensten Orte der Insel umsonst auftraten und diese Tour im fantastischen Doku-Meisterwerk „Heima“ festhielten. Noch stärker, das belegten so- wohl die magischen Darbietungen als auch die Interviewschnipsel, ist nur ihre Liebe zur Musik. Weswegen wir wohl keine weiteren vier Jahre auf neues Material werden warten müssen. Georg: „Bis Ende 2013 werden wir jetzt wohl auf Tour sein. Aber wir genießen das Musikmachen so sehr, dass wir noch viel mehr davon machen wollen!“ Egal, wie lang es dauert: Es wird die Wartezeit auf jeden Fall wert sein.

JACK WHITE – SOLO FÜR FORTGESCHRITTENE

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Jahrelang hat sich Jack White an klassische Band- konstellationen geklammert. Einfach, weil Musik ein kreativer Austausch und zwischenmenschlicher Spaß zu sein schien. Doch seit Ende der White Stripes und der Unpässlichkeit seiner Musikerfreunde ist der 36-Jährige ganz auf sich gestellt – was für einen spannenden Alleingang namens BLUNDERBUSS sorgt.

Jack, die Idee eines Solo Albums trägst du schon länger mit dir herum. Eine echte Über- raschung ist das also nicht…
Stimmt! Mir war klar, dass es irgendwann passieren würde. Aber ich hatte keine Eile. Zumal es zur Zeit der White Stripes auch keine Notwendigkeit gab, mit einer anderen Band zu spielen oder etwas im Alleingang zu erledigen, sondern das war eine erfüllende Situation. Die übrigen Bands entstanden dann aus der Zusammenarbeit mit anderen Leuten. Einfach, weil ich nie auf die Idee gekommen wäre, mit den Jungs von den Raconteurs zu spielen, und das Ganze Jack White & These Guys zu nennen. Sondern wir waren gleichberechtigt. Von daher machte es mehr Sinn, es wie eine richtige Band zu handhaben – statt wie ein Nebenprojekt oder ein Alter Ego. Ich sah keinen Grund, ein Album unter meinem Namen zu veröffentlichen – bis jetzt.

Also nur, weil alle anderweitig beschäftigt sind?
(lacht) Es hat definitiv damit zu tun. Ich meine, wären The Dead Weather in der Stadt gewesen und hätten ganz normal geprobt, wären die Stücke bestimmt auf ihrem nächsten Album gelandet. Es hätte sich einfach in diese Richtung entwickelt.

Stattdessen gibst du dich so vielseitig wie nie: Mit einer breiten Instrumentierung aus Kla- vier, Orgel, Flöten, Ukulele und, und, und…
Das liegt an den Produktionen, die ich in den letzten Jahren für Third Man Records gemacht habe. Ich habe da 140 Platten betreut – Alben wie Singles. Und ich hatte die unterschiedlichsten Leute im Studio, wodurch ich viel Er- fahrung im Aufnehmen von Instrumenten ge- sammelt habe. Nach dem Motto: „Dieser Song braucht eine Pedal Steel-Gitarre. Können wir so und so anrufen, damit er sie einspielt?“ Das ist das Szenario, das zu diesem Album geführt hat. Denn vor drei oder fünf Jahren hätte ich nie solche Songs geschrieben – und auch nicht so produziert.

Mal ehrlich: Wie therapoitisch ist das Album für dich?
Für mich ist jede Musik therapeutisch. Wobei ich eigentlich nie über mich schreibe, aber trotz- dem immer etwas von mir einfließt. Selbst wenn es um andere Charaktere geht, sind da doch Elemente aus meinem Leben enthalten, die einen gewissen Effekt auf mich haben. Und genau das ist kathartisch: Dass du etwas freisetzt, indem du darüber singst. Dass du Probleme löst, indem du darüber schreibst. Das ist in etwa so, als ob du eine Therapie in Anspruch nimmst. Und manchmal wird mir erst beim dritten Hören eines Songs, den ich gerade aufgenommen habe, klar: „Oh, jetzt weiß ich, warum ich den Text geschrieben habe.“

Wobei ›Missing Pieces‹ und ›Sixteen Salti- nes‹ deine gescheiterte Ehe mit Karen Elson thematisieren. Da bist du so offen wie nie zuvor…
Das ist richtig. Wobei es so ist: Um eine Liebe wirklich zu schätzen, musst du auch darüber reden, dass sie nicht ewig hält. Außerdem ist es manchmal einfacher, eine Freundin oder eine Ehefrau zu haben als einen richtigen Freund.

Demnach hast du deine Frau verloren, aber eine Freundin gewonnen?
Das ist die Idee. Und wenn man eine tiefere Beziehung mit jemandem haben will, muss man freundlich sein, die Interessen des anderen schätzen und ein Verhalten an den Tag legen, bei dem sich die andere Person wohlfühlt. Was nun wirklich nichts ist, womit wir geboren werden. Sondern manchmal haben wir einen schlimmen Dialekt oder ein düsteres Humorverständnis, was zu der Frage führt, wie man damit ein Verhältnis zu anderen Menschen aufbauen soll. Und nicht selten gibt es nur einen Ausweg: Du musst dich ändern.

Auf der Bühne lässt du dich mittlerweile von zwei Bands begleiten – einer männlichen und weiblichen. Was hat es damit auf sich?
Ganz einfach: Der Vibe einer Aufnahme oder einer Performance hängt von den beteiligten Personen ab. Was viele Musiker komplett verdrängen. Die gehen mit einem Haufen Plastik-Mannequins auf die Bühne, die die Songs genau so rüberbringen, wie sie auf dem Album sind. Sie drücken sich kein bisschen selbst aus. Es gibt keine Interaktion. Und ich habe das Gefühl, dass ich das aufbrechen muss. Eben: „Nehme ich einfach zwei Bands mit auf Tour. Mit beiden übe ich 40 oder 50 Stücke ein und entscheide mich erst am Tag des jeweiligen Konzerts, welche zum Einsatz kommt.“ Wenn es an einem Abend die Jungs sind, die auf die Bühne gehen, dann haben die Mädels frei. Was sie vorher genauso wenig wissen wie das Publikum. Und wir gehen ohne Setliste auf die Bühne, was einen ähnlichen Vibe hat wie bei den White Stripes. Eben ohne Ahnung, was passiert, und mit der ständigen Gefahr, dass alles in sich zusammenbricht. Was das Publikum sehr wohl spürt. Es weiß, dass da nichts einstudiert ist. Und diese Energie überträgt sich. Was ich wahnsinnig spannend finde…

Auch wenn es ein kostspieliges Unterfangen ist?
Das ist es definitiv – aber auch ein großer Spaß. (lacht) Und der ist es mir wert.

Aber sind die Solo-Platte, The Dead Weather und die Raconteurs im Grunde nicht nur Er- satzdrogen für die White Stripes?
Irgendwie schon. Ich meine, würden Meg und ich noch Musik machen, hätte es das alles nicht gegeben. Aber das Letzte, was wir zusammen aufgenommen haben, waren B-Seiten für die ›Icky Thump‹-Singles, 2007/2008. Seitdem ist da nichts mehr passiert. Und erst kurz bevor wir bekannt gegeben haben, dass es mit der Band vor- bei ist, hatten wir dieses klärende Gespräch, ob wir weitermachen oder nicht. Das war überfällig. Einfach weil ich ständig darauf angesprochen wurde und nie wusste, was ich sagen sollte. Als wir uns endlich getroffen haben, meinte ich: „Ich denke, es ist höchste Zeit, dass wir den Leuten sagen, dass da nichts mehr kommt.“ Was eine traurige Sache ist. Schließlich war das eine wunderbare Band, und worauf ich am meisten stolz bin, ist die Tatsache, dass wir nie ein Album mit Songs gemacht haben, die nicht so toll waren. Das ist etwas, wofür uns viele Bands beneiden.

Warum hat Meg kein Interesse mehr an den White Stripes – weil sie glücklich verheiratet ist? Hat sie sich komplett aus der Musik zurückgezogen?
Es ist schwer, eine Antwort von Meg zu bekommen, warum sie irgendetwas tut. Und selbst wenn sie es mir erklärt hätte, hätte ich es wahr- scheinlich nicht verstanden. Aber das Entschei- dende ist: Wir haben immer gesagt, dass wir wis- sen, wann es Zeit zum Aufhören ist. Und es war höchste Zeit aufzuhören. Glaubt mir…

Marilyn Manson – UNTERNEHMEN ZUKUNFT

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Drei Jahre ist es her, da stand Marilyn Manson am Scheideweg: Seine Musik lag wie Blei in den Regalen, seine Plattenfirma setzte ihn vor die Tür und seine Verlobte suchte das Weite. Jetzt wagt der Schockrocker ein Comeback – mit neuem Album, berühmtem Duett-Partner und ein paar Kilos extra.

 

Sorry, das ich damit anfange, aber du hast kräftig zugelegt. Wie konnte das passieren?
Ganz einfach: Ich war drei Jahre nicht auf Tour. Was bedeutet, dass mein Leben in halbwegs geregelten Bahnen verlaufen ist. Also mit viel Wein, gutem Essen, aber auch nicht wirklich viel Bewegung. Denn ich habe mich ganz aufs Malen und Schreiben von Songs konzentriert. Sprich: Ich habe mein Apartment kaum verlassen. Und das ist das Ergebnis! (lacht) Wobei sich das aber bald ein- pendeln dürfte – ich bin ja wieder viel unterwegs.

Das Ende einer regelrechten Sinnkrise?
Das könnte man so sagen. Wobei ich mein letztes Album aber gar nicht so schlecht finde, wie immer behauptet wird. Es ist einfach das, was damals in mir steckte und was ich zum Ausdruck bringen wollte. Insofern haben mich die vernichtenden Kritiken und die schlechten Verkäufe schon ziemlich getroffen. Wenn auch nicht so sehr wie die Reaktion meiner Plattenfirma, die das zum Anlass genommen hat, meinen Vertrag aufzulösen – fast so, als wäre ich am Ende, als hätte ich ausgedient. Was ich nach all den Jahren, in denen sie Millionen mit mir verdient haben, als ziemlich anmaßend empfand. Nur: Es hat mir auch die Augen geöffnet und gezeigt, dass ich vielleicht doch auf dem falschen Weg war bzw. etwas verloren hatte. Und das hatte ich tatsächlich – mein Feuer war weg.

Was hast du dagegen getan?
Ich habe mich von allem getrennt, was mein altes Leben beherrscht und mich insofern von den wirklich wichtigen Dingen abgelenkt hat. Wie mein Sammelwahn. Ich meine, meine Villa in den Hollywood Hills war voller Nazi-Devotionalien, ausgestopften Bären und Schimpansen, Skeletten und Prothesen. Alles Dinge, von denen
ich dachte, sie würden zu meinem Image passen. Dabei hatten sie nichts mit mir und meiner Kunst zu tun. Sie entsprachen eher dem Bild, das andere von mir hatten. Und deshalb waren sie wie falsche Götter – ich musste mich einfach davon trennen. Genau wie von meiner Villa. Jetzt lebe ich in einem Apartement am Sunset Boulevard, wo ich ein Atelier und ein komplett eingerichtetes Studio habe.

Außerdem einen schallisolierten „bad girl room“. Was verbirgt sich dahinter?
(lacht) Nur, weil ich mich etwas zurückgezogen habe, heißt das ja noch lange nicht, dass ich wie ein Mönch lebe. Sondern ich habe halt gerne Spaß, wozu auch Sex gehört. Und der darf ruhig etwas lauter sein.

Was sagt deine aktuelle Freundin, die New Yorker Fotografin Lindsay Usich, dazu?
Na ja, sie war der Grund, warum ich diesen Raum eingerichtet habe. Und sie hat auch sonst ihren Teil dazu beigetragen, dass ich mein persönliches Tief überwunden habe. Ich meine, sie bringt mich zum Beispiel dazu, wieder regelmäßig auszugehen. Sei es ins Chateau Marmont, wo wir viel Zeit verbringen, oder in Las Vegas. Da waren wir vor kurzem zu einem Karaoke- Marathon.

Wie bitte?
Ja, wir waren erst in diesem neuen Nachtclub namens „The Bank“ und dann noch in einer Karaokebar, wo ich angeblich – ›Cry Me A River‹ gesungen habe. Nicht, dass ich mich daran erinnern könnte, aber ich mag dieses Stück von Justin Timberlake. Auch nüchtern…

Was sich in deiner eigenen Musik aber kaum niederschlägt…

Zum Glück. Ich kann mir nicht vorstellen, wer das von mir hören wollte.

Aber die Coverversion von Carly Simons ›You’re So Vain‹, die du im Duett mit Johnny Depp aufgenommen hast, dürfte mindestens für genauso viel Irritation sorgen…
Das mag schon sein. Aber Johnny und ich kommen beide aus Florida und kennen uns schon ewig. Er hatte mal eine Band namens The Kids, während meine Marilyn Manson’s Spooky Kids hieß. Leider haben wir nie zusammen Musik gemacht. Aber wir sind uns halt oft über den Weg gelaufen. Und vor vier oder fünf Monaten haben wir uns bei der Premiere zu seinem Film „Rum Diary“ wieder getroffen. Danach hat er mir eine Mail geschickt: „Hey, ich habe ein Studio, lass uns einen Song aufnehmen.“ Das haben wir getan. Er hat Schlagzeug gespielt, ich Gitarre, und sein Sohn Jack hat sich am Tamburin versucht. Wir saßen einfach da und hatten eine tolle Zeit. Wobei wir uns nicht nur an Blues-Stücken von B.B. King versucht haben, sondern auch an dieser Nummer, die wir beide sehr mögen – und die sich nun also als Bonus-Track auf meinem neuen Album BORN VILLAIN findet.

Mal ehrlich: Denkst du wirklich, dass du da- mit noch einmal an alte Erfolge anknüpfen kannst oder hast du – rein kommerziell ge- sprochen – deinen Zenit nicht deutlich über- schritten?
Das kann schon sein. Und deshalb habe ich im Grunde ja auch nichts zu verlieren. Ich meine, ich bin mittlerweile an einem Punkt, wo mein Tiefpunkt definitiv hinter mir liegt, und wo mich alles andere nicht mehr so tangiert. Einfach, weil ich weiß, dass ich das Richtige tue. Und dass ich das vor mir und meinem Gewissen vertreten kann. Wenn es nicht funktioniert, auch kein Problem. Notfalls raube ich halt eine Bank aus. Außerdem gibt es ja noch andere Alternativen…

Die wären?
Wer weiß, vielleicht verlege ich mich komplett aufs Malen, was in meinem Fall ja schon längst kein Hobby mehr ist, sondern eine eigenständige Karriere, von der ich durchaus leben könnte. Ich meine, ich habe regelmäßig Ausstellungen, die Bilder erzielen angemessene Preise, und es gibt ein Publikum, das meine Kunst zu schätzen weiß. Also völlig losgelöst von meiner Musik und meiner Popularität als Rockstar. Es sieht die Bilder als eigenständiges Medium, und das ist etwas, wofür ich wirklich lange und hart gearbeitet habe. Ich bin da schon etwas ehrgeiziger als Paul Stanley, der das nur als Hobby betrachtet. Und was noch eine weitere Option wäre: Ich könnte Till Lindemann bei Rammstein ersetzen. (lacht)

Glaubst du, es könnte so weit kommen?
Ich hoffe nicht. Also ich wünsche ihnen, dass sie noch lange zusammen bleiben und viele gute Alben machen, weil sie wirklich eine verdammte gute Band sind, die ich sehr bewundere. Unser gemeinsamer Auftritt beim „Echo“ in Berlin war toll. Ich habe das sehr genossen. Und verdammt: Ich überlege ernsthaft, ob ich jetzt meine Band feuern soll, denn im Vergleich zu Rammstein klingen sie einfach Scheiße. Also ›The Beautiful People‹ war noch nie so kraftvoll wie mit diesen Jungs. Und das gibt mir schon zu denken. Wenn Till also irgendwann keine Lust mehr hat, dann können sie sich gerne bei mir melden.

Live: Straight Frank

VIVA VINTAGE

Es gibt wahrscheinlich exakt zwei Arten von Leuten, die auf Straight Frank-Konzerte gehen: alle, die alt genug sind, um bei diesem kompakten, Eier schaukelnden Classic Rock mit Chris Cornell-Gesang Pipi in den Augen zu kriegen und jene, für die der verschwitzte Mix aus Grunge und 70er-Hardrock „Vintage“ ist, Vorgeschichte, ironisch gebrochen. Straight Frank kümmern solche Differenzen nicht, und so unbeholfen die Ansagen von Sänger/ Gitarrist Tobias Gustavsson auch sind, so präzise rocken sie ›Monster‹ und ›Not Forever‹ auf den Punkt. Da! Dort reckt ein beseelter Metaller die Faust während die Schläppchenmädchen bei ›We All Die Young‹ zum Mitmachen erst noch animiert werden müssen. Wir werden alle sterben! Hey! hey! hey! Klischees, die auf der Zwergbühne des Ponyhof nicht ganz so weltmännisch wirken wie auf Tour mit Alice Cooper und Deep Purple, zugegeben, aber sie erfüllen ihren Zweck. Nach sieben Songs ist Schluss: Arme werden geschwenkt, ›At The End Of The Day‹ wird zum großen Finale gefahren, und der welpenhafte Tobias tollt herum, um Fremde zu umarmen – ein Enthusiasmus, der T-Shirts nass macht.

 

Live: Judas Priest

Der Abschied vom Abschied

Irgendwie scheint es immer noch surreal, dass nach der aktuellen Epitaph Tour keine weitere Konzertreise des dienstältesten NWOBHM-Schlachtschiffs folgen soll. Jenes große Fragezeichen prangt an diesem Abend über vielen Köpfen und wird vor den Pforten der Arena heiß diskutiert. Manche Diskussionsrunden vergessen dabei sogar den Auftritt von Thin Lizzy. Sänger Ricky Warwick und Bassist Marco Mendoza sind eindeutig der Blickfang. Sie schmeißen sich in wildeste Rockposen und zelebrieren erstklassig das Andenken von Phil Lynott. Leider ist nach dem recht kurzen Set viel zu früh Zapfenstreich. Ab geht es in die britische Stahlmetropole Birmingham. Diese dient auch gleichzeitig als Kulisse für den Opener ›Rapid Fire‹, dessen Textzeile „Pounding The World Like A Battering Ram“ das Motto für die kommenden 2,5 Stunden liefert. Judas Priest sind in bestechender Form und spielen einen ihrer besten Gigs seit der Reunion 2004. Es stimmt einfach alles: Agilität, Interaktion mit dem Publikum und eine perfekte Auswahl an unverwüstlichen Klassikern. Selbst bei dem in den vergangenen Jahren oft bis zum geht nicht mehr zerknödelten und in Hexenschuss Körperhaltung vorgetragenen ›Painkiller‹ steht Halford aufrecht (!!!) auf der Bühne und intoniert den kompletten Song ohne Makel. Highlight und zugleich die größte Überraschung des Abends ist jedoch das früher massiv gescholtene ›Turbo Lover‹. Die Intensität, die zu diesem Zeitpunkt in der Arena herrscht ist wohl einer dieser Rock‘n‘Roll Momen- te, die auf ewig im Gedächtnis verankert bleiben.

 

Live: Accept

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Die Solinger Rocken was das Zeug hält

Dass Accept mit BLOOD OF THE NATIONS (2010) und ihrem damals neuen Sänger Mark Tornillo ein grandioses Comeback hinlegten, kann keiner bezweifeln. Mit ihrem aktuellen Langspieler STALINGRAD zeigten sie auch, dass das alles kein Glückgriff war, sondern dass sie sich in dieser Konstellation durchaus ihren Thron bewahren können.

Auch live zeigen die „alten Herren“ vielen, wo der Hard Rock-Hammer hängt. Denn bei ihrem letzten Gastspiel im Berliner Huxley’s Neue Welt brachten die fünf Solinger die Bretter zum Beben. Als Opener schmettern sie ›Hellfire‹ in die Menge. Schon vom ersten Ton an merkt man, dass Accept es einfach genießen, auf der Bühne zu stehen. Es folgt ›Stalingrad‹ bei dem die grölende Menge bereits eifrig mitsingt, was der Band noch einen weiteren Kick verleiht. Danach nehmen Accept erst einmal Abschied von ihrem neuen Album und bieten den Besuchern eine wahre Best-Off-Show: ›Livin For Tonite‹, ›Princess Of The Dawn‹, ›Son Of A Bitch‹, ›Pandemic‹ und ›Fast As A Shark‹ bringen die Menge immer mehr zum Kochen. Auch bewegungstechnisch geben Accept alles: Sie rennen über die gesamte Bühne, nehmen den ein oder anderen Laufsteg mit und posen, posen, posen. Komischerweise werden die Besucher im hinteren Teil des Huxleys mit der Zeit immer verhaltener – scheinbar hat die Band eine bessere Kondition als ihr Publikum. Mit ›Balls To The Wall‹ verabschieden sich Accept nach zwei Stunden. Danke sehr!

 

Live: Exit Ten

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Exit Ten gehören derzeit zu den heißesten Newcomern. Die britische Presse überschlug sich in den letzten Monaten mit Lobeshymnen – die jedoch scheinbar noch wenig Gehör in unseren Landen fanden. Denn vor der Bühne des Kölner Underground herrscht bei Exit Tens erstem Ausflug nach Deutschland leider gähnende Leere: vielleicht 50 Besucher blicken auf die Bretter, die die Welt bedeuten – doch diese wenigen können später von sich behaupten, eines der ersten Konzerte der Band in Deutschland überhaupt gesehen zu haben!

Denn musikalisch machen die jungen Engländer im Grunde alles richtig. Die drei Steele-Brüder, Sänger Ryan Redman und Gitarrist Joe Ward präsentieren sich technisch ausgereift und scheinen sich von den wenigen Leuten im Zuschauerraum nicht deprimieren zu lassen. Das liegt sicher auch daran, dass das kleine Publikum von Exit Tens Mix aus Prog Rock, Post Hardcore und Alternative schlichtweg begeister ist. Sänger Redman singt sich die Seele aus dem Leib und verleiht den manchmal doch eher härteren Songs immer einen angenehmen Weichspüler, so dass man sogar ein paar Classic Rock-Momente erlebt.

Neben einigen Songs aus ihrem Debüt REMEMBER THE DAY konzentrieren sich die Briten natürlich sehr auf den Nachfolger GIVE ME INFINITY, dessen Songs durch ihre stärkere Eingängigkeit und balladeskeren Einflüsse massentauglicher sind als die etwas verspielteren Stücke ihres Erstlings.

Und plötzlich ist der Konzertabend auch schon vorbei. In Erinnerung bleibt eine sehr intensive Show. Und wer weiß: Vielleicht starten die jungen Herren bald richtig durch und dann wird es solche intimen Shows nicht mehr geben.