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Anathema

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ANATHEMA PROMO 3 @ Pat Pope (1)Nach sieben langen Jahren ist es fertig: das bislang beste Album der Liverpooler Rocker.

Man musste schon befürchten, Anathema hätten das Zeitliche gesegnet: A NATURAL DISAS-TER, ihr siebtes und bislang letztes reguläres Studioalbum, datiert immerhin schon aus dem Jahr 2003. Danach herrschte faktisch NeukompositionsFunkstille. Aus profanen Gründen, wie Sänger Danny Cavanagh aufklärt: „Unser damaliges Label ist aufgekauft worden, woraufhin fast alle Bands gefeuert wurden. Also standen wir plötz­lich ohne Plattenfirma und Management da.“

Es dürfte Bands geben, die in dieser Situation das Handtuch geworfen hätten, doch Anathema waren Irritationen gewohnt. Ursprünglich ganz dem doomigen Death Metal verpflichtet, hatten sie 1998 die Seiten gewechselt und das moderner rockende Album ALTERNATIVE 4 veröffent­licht. Cavanagh kichert: „Wir verloren quasi über Nacht die Hälfte unserer Fans, aber zumindest machten wir das, was wir immer gewollt hatten.“

Dank ausgewiesener Nehmerqualitäten ließ sich das Sextett auch von Sonys Rauswurf nicht verunsichern: Anathema machten einfach weiter, im stillen Kämmerlein, geschlagene sieben Jahre lang. Ihre Ausdauer wird jetzt mit einem Happy End belohnt: neue Plattenfirma, neues Album. Das heißt WE’RE HERE BECAUSE WE’ RE HERE und ist Qualitätsarbeit im besten Sinne: „Im Nachhinein betrachtet“, so Cavanagh, haben wir uns vermutlich wirklich zu viel Zeit gelassen, aber wir sind eben Perfektionisten und wollten nicht aufhören, bevor wir rundum zu-frieden waren“. Die Mühe hat sich gelohnt, wenn Danny Cavanagh behauptet, WE’RE HERE BECAUSE WE’RE HERE sei ihr bislang bestes Album, dann hat das nichts mit branchenüblicher Lautsprecherei zu tun, sondern ist die schlichte Wahrheit. So hatte der Rauswurf ­letztlich sogar etwas Gutes. Cavanagh lächelt: „Uns ging es nie besser als heute.“

Jochen Schreiber

Indica

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Indica2010rGegenpol zum Casting-Wahnsinn: Indica begeistern mit ehrlichem Rockerinnen-Handwerk.

Fünf ansehnliche junge Damen, die mit mystisch angehauchtem Pop die fin­nischen Charts aufrollen: Da steht zunächst natürlich der Verdacht im Raum, Indica seien auch nur eine weitere Casting-Band, von kluger Hand zusammengestellt und mit dem erklärten Ziel an den Start gebracht, möglichst zielgruppenkompatibel im Business mitzumischen. Könnte so sein, ist es aber nicht. Indica wurden 2001 von der Sängerin Jonsu und Bassistin Heini gegründet, Keyboarderin Sirkka, Gitarristin Jenny und die Schlagzeugerin Laura schlossen sich ihnen an, und bereits zwei Jahre später folgte ihr erster Plattenvertrag. Indica haben sich also selbst gecastet, und das ist schon mal gut.

So ganz ohne Schützenhilfe eines prominenten Förderers hätte die Entwicklung zur Profi-band jedoch vermutlich viel länger gedauert: Tuomas Holopainen von Nightwish ließ Indica nicht nur im Vorprogamm seiner Band auftreten, er produzierte auch zwei ihrer fünf bisherigen Alben – darunter das aktuelle Werk A WAY AWAY, Indicas englischsprachiges Debüt. Denn was bislang in Finn-land ganz hervorragend funktio-nierte, soll jetzt auch den Rest der Welt erobern: Gothic-Pop mit romantisch-mystischem Einschlag, wie er wohl nur aus Nordeuropa kommen kann.

Was auffällt, ist Indicas Hang zu opulenten Instrumentierungen, Sängerin Jonsu beherrscht immerhin die Violine und macht auch an Gitarre und Keyboards keine schlechte Figur. Sirkka hingegen, grundsätzlich für die Tasteninstrumente zuständig, spielt auch Klarinette. Was alles in allem den Eindruck bestätigt, dass Indica tatsächlich aus Musikerinnen besteht – und eben nicht aus gecasteten Musikerdarstellerinnen. Interessant sind auch Jonsus musikalische Vorlieben, die für einen Menschen ihres Alters durchaus ungewöhnlich sind: Pink Floyd stehen bei der Sängerin auf der Favoritenliste, ebenso wie Queen, The Beatles, Edith Piaf und Arcade Fire. Keine schlechte Auswahl….

Julia Zeiser

Volbeat

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volbeat07Einmal Hölle und zurück.

Mit ihrer Mischung aus Heavy Metal-Riffs, Country-Coolness und einem kräftigen Rockabilly-Hüftschwung haben es Volbeat in den vergangenen Jahren geschafft, sich zu einem der heißesten Acts im Rockbiz zu entwickeln. Nun steht ihre vierte Platte kurz vor der Veröffentlichung: Am 10. September kommt BEYOND HELL/ABOVE HEAVEN auf den Markt. CLASSIC ROCK durfte schon vorab einen ersten Testdurchlauf wagen. Das Resultat der Hörprobe: Die insgesamt 13 Tracks, zu denen sich auch noch einige Bonus-Songs gesellen werden, schlagen stilistisch in eine ähnliche Riff-Kerbe wie die früheren Kracher: Das Headbanger-Herz schlägt vor allem bei ›7 Shots‹ schneller – in Sachen Atmosphäre be­schwören die Dänen hier Slayers ›Seasons In The Abyss‹ hervor, während die Äxte in bester Metallica-Manier wüten. Ganz anders präsentiert sich dagegen ›Heaven Nor Hell‹: Mit Mundharmonika-Einlagen und sanfterem Unterton zeigen Volbeat hier ihre ruhige, unaufgeregte Rock-Seite. Kämpferischer ist ›A Warrior’s Call‹, das besonders mit seinen markanten „Fight”-Chören punkten kann und live zum Publikumsliebling aufsteigen dürfte. Ein für die Band typischer Track ist ›Fallen‹ – Elvis-Metal galore, viele Melodien, viel treibende Grooves: Kein Wunder, dass der Song als heißer Kandidat für die erste Single-Auskopp­lung gehandelt wird. ›A New Day‹ groovt ebenfalls heftig – hier sind leichte Queens Of The Stone Age-Parallelen auszumachen. In ›Evelyn‹ dagegen gibt es todesmetallisches Gesangsduell zu hören: Wer Obituary & Co. etwas abgewinnen kann, wird hier vor Freude weinen. Danach kommt Sommer-Stimmung auf: ›Being One‹ rockt beschwingt, bevor sich Volbeat zum guten Schluss mit dem punkrockigen ›Thanx‹ bei ihren Fans für die jahrelange Treue bedanken.

John Norum

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19-5-2009 Sweden, TyresoJohn Norum and his son Jake.Copyright Paul BergenDer Ex-Europe-Gitarrist kehrt nach dem Tod seiner Frau Michelle Meldrum langsam zum normalen Leben zurück.

Manchmal schaudert es John Norum, wenn er an wichtige Stationen seines Lebens denkt: Um sich musikalisch weiterzuentwickeln, verließ er seine Band Europe Mitte der Achtziger unmittelbar vor der Ernte ihres größten Erfolges ›The Final Countdown‹. Während also seine Europe-Kumpels anschließend einen Triumphzug um die Welt starteten, versuchte Norum sich trotz seines überragenden Talents mit nur mittelmäßigem Erfolg als Solokünstler und Gitarrist in anderen Bands. Bei der US-Formation Dokken gehörte er gleich zweimal zur Besetzung, die zweite Verpflichtung endete allerdings im Desaster: „Von einer Liste mit zehn Dingen, die man falsch machen kann, machte Don Dokken alle verkehrt“, stöhnte Norum, nachdem er die Band während einer laufenden Europatournee verlassen hatte. „Er schnauzte herum, beleidigte uns und war unausstehlich. Außerdem zeigte er auf der Bühne katastrophale Leistungen. Du gehst auf die Bühne, willst eine gute Show abliefern, aber Don versaut alles. Wie peinlich!“

Noch vor drei Jahren behauptete Norum, dass sein zweiter Einsatz bei Dokken die schlimm-ste Erfahrung seines Lebens war. Heute weiß er, dass die wirklichen Tragödien des Leben anders aussehen: Im Mai 2008 starb Ehefrau Michelle Meldrum, Gitarristin der amerikanischen All Girl-Truppe Phantom Blue und Mutter seines Sohnes Jake Thomas. Seither dreht sich für No-rum die Welt nur noch um zwei Dinge: die Erziehung seines Kindes und seine Gibson Les Paul: „Für mich ist Musik wie Therapie. Wenn ich morgens meinen kleinen Sohn zur Schule ge-bracht habe, beginne ich zu spielen, und höre meistens erst wieder auf, wenn ich ihn abholen muss. Für mich ist jedoch die Hauptsache, dass es Jake gut geht und er glücklich ist.“

Tatkräftige Hilfe bei diesem hehren Ziel kommt aus der eigenen Familie: Norums Mutter hat sich dem Schicksal ihrer zwei Nachkömmlinge angenommen und kümmert sich um ihren Enkel, wenn Sohn John auf Tournee ist. Norum: „Sie ist großartig, ich wüsste nicht, was ich ohne sie täte. Meine Mutter ist eine Rockerin und hart im Nehmen, aber der Kleine hat jede Menge Energie.“

Zu sehen ist Jake Thomas auf dem Cover der neuen Norum-Soloscheibe PLAY YARD BLUES, auf dem der Schwede seinen Idolen aus den Siebzigern huldigt und neben Tracks von Thin Lizzy (›It’s Only Money‹), Mahogany Rush (›Ditch Queen‹) sowie des Mountain-Protagonisten Felix Pappalardi (›Travel In The Dark‹) fabelhafte eigene Bluesrock-Kompositionen anstimmt. „Man hört einfach wieder mehr meine ganz frühen Einflüsse, vor allem die aus den Sieb­zigern“, gesteht er. An einen erneuten Abschied von Europe denkt Norum dennoch nicht: „Ich habe mit einer Vielzahl Musikern gespielt, aber nie in einer so freundschaftlichen Atmosphäre wie mit Europe. Ich versuchte es mit meinen Soloscheiben, aber es funktionierte nicht richtig, irgendeiner machte immer Probleme.“

Matthias Mineur

Vince Neil

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vince1bigCrües Fronter reanimiert mit Covern die Achtziger.

Paris Hilton hätte ihre helle Freude an ihm, und Mick Jagger wäre vor 25 Jahren sicherlich gerne mit ihm um die Häuser gezogen: In den 80er Jahren war Vince Neil der stürmischste Partylöwe des Rock’n’Roll. Nach wilden Orgien wurden Groupies vom omnipotenten Lendenkönig gleich massenhaft über die Bettkante gezogen oder aber – wenn die Libido allzu stark zwickte – auch schon mal gleich an Ort und Stelle verarztet. Sein ungestümes Temperament führte allerdings auch zu einigen Tragödien: 1984 verursachte er in Los Angeles unter starkem Alkoholeinfluss einen Verkehrsunfall, bei dem – neben zwei Schwerv­erletzten – der Hanoi Rocks-Drummer Razzle ums Leben kam. Neil wurde zu einem kürzeren Gefängnis­aufent-halt und einer saftigen Geldstrafe verurteilt.

Seiner Karriere tat dieser Vorfall keinen Abbruch: Fünf Jahre nach dem folgenschweren Unfall standen Mötley Crüe mit ihrem Album DR. FEELGOOD wieder auf dem Gipfel des Olymps, es folgten ausverkaufte Tour­neen, massenhaft Platinauszeichnungen und noch mehr willige Frauen. Kein Wunder also, dass der Mann an die frühen Jahre seiner Laufbahn die blühendsten Erinnerungen hat: „Wir saßen oft in Tommy Lees Cabrio, kurvten über den Sunset Strip und hörten dabei ›Another Piece Of Meat‹ von den Scor-pions oder ›Nobody’s Fault‹ von Aerosmith“, schwelgt Neil in Nostalgie.

Einige dieser Rockklassiker hat der mittler­weile in die Jahre gekommene Womanizer jetzt für sein drittes Solowerk TATTOOS & TEQUILA aufgenommen. Es sei das ultimative Party-Album, charakterisiert Neil die Scheibe, perfekt zum Autofahren und Abhängen. Neben eben erwähnten Aerosmith und Scorpions findet man hier weitere bekannte Namen wie The Sweet, Sex Pistols, ZZ Top oder auch Elvis Presley und Elton John. „Es sind die Lieb­lingsstücke meiner Jugend“, erklärt Neil, „zu jedem habe ich eine ganz spezielle Beziehung.“

Eine der Nummern, das vielsagende ›He’s A Whore‹ von Cheap Trick, hatte Neil schon einmal früher im Programm, damals, Anfang der Achtziger, beim Crüe-Vorläufer Rock Candy. „Wir waren jung, eine von vielen Straßenbands aus Los Angeles, die sämtliche Clubs allabendlich abklapperten“, erinnert sich Neil. „Ich hatte auf der Bühne immer eine Kettensäge dabei und kleidete mich wie ein Punk. ›He’s A Whore‹ war quasi die Blaupause für spätere Crüe-Alben wie SHOUT AT THE DEVIL oder THEATRE OF PAIN.“

Kein Wunder also, dass TATTOOS & TEQUILA stilistisch nicht allzu weit von den erfolgreichsten Werken seiner Crüe-Historie entfernt ist. Es sind die gradlinigen Rocksongs, die Neil mag und die in der Tat am besten zu seinem hellen, leicht keifenden Timbre passen. Dennoch, so der eitle Sänger, habe sein neues Soloalbum partout nichts mit Mötley Crüe zu tun. „Natürlich ist die Stimme dieselbe, aber ansonsten gibt es signifikante Unterschiede. Du kannst Mick, Tommy und Nikki alles vorsetzen, Blues, Punk oder Rock – das Resultat klingt automatisch nach Mötley Crüe. Die Songs dieser Scheibe dagegen haben alle einen eigenen Charakter.“

Matthias Mineur

Porcupine Tree

Porcupine Tree 2010Okay, man kann den Musikfilm nicht neu erfinden. Aber man kann – so wie PORCUPINE TREE mit ihrer neuen DVD ANESTHETIZE – das Beste aus ihm rausholen. Bandchef Steven Wilson marschiert mit uns durch die Aufnahmen…

Text: Melanie Aschenbrenner

m O13 in Tilburg, Heimat des Roadburn-Festivals und Schauplatz legendärer Konzerte, wird nicht lang gefackelt. Das verrät ein freundliches kleines Schild in der Ladebucht. „We fucked up bigger shows than yours“, steht da. „Wer warst du noch mal?“, heißt das übersetzt. „Ok, du Hot Shot, dich kriegen wir auch noch klein.“ – „Das ist großartig!“, lacht Steven Wilson ins Telefon. „Hab ich gar nicht gesehen. Obwohl das ihr Licht ziemlich unter den Scheffel stellt. Im Ernst: Das O13 gehört zum Aufgeräumtesten, das du finden kannst. Super Technik, super Leute und immer ein Top-Publikum.“

Wilson muss es wissen. Der Perfektionist hat genau diese Halle gewählt, um an zwei Abenden im Oktober 2008 die zweite Porcupine Tree-DVD aufzunehmen. Mit 130 Minuten auf Blue-Ray und DVD konserviert ANESTHETIZE die Tour, auf der Porcupine Tree (unter anderem) FEAR OF A BLANK PLANET spielten – komplett und en bloc. Dieses neunte Studioalbum, auf dem Mastermind Wilson sich über die allgemeine Verblödung der Welt Luft macht, ist ein Meilenstein der Bandgeschichte. „Wir haben es 2006 schon live am Stück aufgeführt, noch bevor wir damit ins Studio gingen“, erinnert Steven sich. „Überleg mal, was für ein Risiko, in der Download- und YouTube-Ära. Wir konnten unsere Fans nur anflehen, bitte schneidet es nicht mit, ladet es nicht rauf, und wenn ihr schon bootleggen müsst, dann bitte nur für euch selbst – und im Großen und Ganzen haben sie das auch honoriert. Wofür ich sehr dankbar bin. Das Album ist ein solcher Klassiker! Lyrisch und konzeptionell war es immer darauf ausgelegt, am Stück gehört zu werden. Als der Tourzyklus dann nach zwei Jahren zu Ende ging, hatten wir das Gefühl, FEAR OF A BLANK PLANET vielleicht nie wieder so aufführen zu können, wie es gedacht war, also mussten wir den Augenblick festhalten. Ich finde grandios, wie die DVD das leistet.“

Nun kann man über den Wert von DVDs als Medium natürlich trefflich streiten. Oft verkommen sie zu reinen Pflichtübungen, mit einer Stunde mäßigem Live-Geröttel, das in einer Suppe von Outtakes und Extras schwimmt. ANESTHETIZE straft seinen betäubenden Titel hingegen Lügen: Kein Schnickschnack, keine Eiersuche lenken vom Wesentlichen ab. „Dafür gibt es einen guten Grund“, erklärt Wilson. „Alles, was du hinzufügst, nimmt Speicherplatz weg und verringert die Qualität von Film und Tonspur. Nicht, dass wir keine Extras in petto gehabt hätten, aber warum soviel Arbeit in Surroundsound und einen audiophilen Mix investieren, wenn die Specials die Güte des Materials mindern?“ Über seinen toten Körper. Porcupine Tree haben nicht umsonst 2007 einen Grammy für den 5.1 Mix von FEAR OF A BLANK PLANET bekommen. „Außerdem können die Gimmicks auch nerven. Deswegen kauft man so ein Ding doch nicht, oder?“

Och, sag’ sowas nicht. Allerdings wird den Fans der Clipkultur spätestens nach einer halben Stunde ANESTHETIZE vor Langeweile die Spucke vom Kinn laufen. Ältere Augen dürften die DVD hingegen als Balsam empfinden, denn Regisseur Lasse Hoile, mit dem Porcupine Tree seit acht Jahren zusammenarbeiten (2005 filmte er ihre erste DVD ARRIVING SOMEWHERE), setzt auf Purismus. Die Klarheit seiner Bilder ist beeindruckend – und zugleich eine minutiös konstruierte Täuschung mit bis zu 18 Kameras. „Wir wollten so viele Perspektiven wie möglich einfangen“, sagt Wilson, „inklusive der Interaktion der Musiker. Seien wir ehrlich: Im Musikfilm ist doch alles schon Tausend Mal gemacht worden. Wenn du den Zuschauer noch irgendwie bei der Stange halten kannst, dann vielleicht, indem du ihm Einblicke bietest, die ein normaler Konzertbesucher nicht hat.“

So zeigt die Kamera aus nächster Nähe, wie Musik entsteht: Man sieht Gav Harrisons Drums von innen, Stevens Saiten von oben, und auch schon mal die Grimasse von Bassist Colin Edwin, der gerade noch seinen Cue erwischt. Statt den Sänger in den Mittelpunkt zu stellen, ist jeder ein Star, von Keyboard-Zauberer Richard Barbieri bis zu Live-Gitarrist und Backgroundsänger John Wesley. Diese Intimität wirkt unerwartet magisch. Ähnlich gediegen auch das Spiel mit Licht und Videoeinspielern: kühl und blau, perfekt auf die frostigen Passagen von FEAR OF A BLANK PLANET abgestimmt.

„Aber mal ’ne Gegenfrage“, lauert Steven. „Kommt dir das Ganze wie ein normales Konzert vor?“ Naja, eine wild enthemmte Party sieht anders aus. „Oh Gott, ich weiß!“, lacht er. „Die besten Shows sind grundsätzlich die, wo man an nichts denkt. Wo man nur für den Moment lebt. Aber kaum siehst du eine Kamera, denkst du: Halt, Hilfe, spiele und singe ich heute top? Wie schau ich aus? Mist, ich hätte mich vorher noch mal rasieren sollen! Normalerweise ist mir sowas Wurst, aber…“ Jetzt sieht er für die Nachwelt aus wie ein junger Land-Vikar, der seinen Bauch mal eben auf der Gitarre ablegt. „Im Ernst, ich bin mit der DVD sehr zufrieden. Dass wir an den Abenden unter Strom standen, sieht wahrscheinlich keiner außer uns selbst. Und Konzentration muss ja nichts Schlechtes sein.“ Im Gegenteil – es ist sogar ziemlich sympathisch, wenn Proglegenden sich auf einmal benehmen wie Musikhochschüler vor der Prüfung.

Wilson war seit den Tilburg-Gigs nicht eben faul (2009 folgte das Porcupine Tree-Album THE INCIDENT, er produzierte Orphaned Land, mischte Anathema, spielte mit Aviv Geffen, veröffentlichte solo unter dem Namen Insurgentes, taucht auf den namhaftesten neuen Prog-Veröffentlichungen auf und arbeitet zurzeit mit Opeth-Mann Mikael Åkerfeldt und Dream Theater-Drummer Mike Portnoy), doch nimmt die Erfahrung von FEAR OF A BLANK PLANET nach wie vor eine Sonderstellung ein. „Alben wie dieses machen Porcupine Tree aus“, sagt er. „Heute, wo alle iPods und Playlists benutzen, hört sich doch keiner mehr eine ganze CD an. Ich komme mir schon vor wie eine Platte mit Kratzer, weil ich dauernd davon rede! Aber kannst du dir vorstellen, dass der Spielfilm ausstirbt und alle nur noch Dreiminuten-Clips gucken? Alben sind wie Romane, sind ganze Erzählungen, und das zu kompromittieren ist ein Drama. Alle großen Platten der Geschichte, von SERGEANT PEPPER über PET SOUNDS bis DARK SIDE OF THE MOON, waren größer als die Summe ihrer einzelnen Songs. Ich fürchte, wir verlieren dank der Playlist-Mentalität gerade jedes Gespür dafür.“

Sein jüngstes Projekt besteht darin, den Katalog von King Crimson aufzuforsten – der Album-Band per se. „Faszinierend, mit wie wenig sie so unglaublich viel rausgeholt haben“, schwärmt er. „Ich kann hören, wie sie zusammen im Studio stehen. Höre, wie sie Fehler machen, schneller und langsamer werden, nicht perfekt sind, aber das gewisse Etwas haben. Diese Authentizität und Unmittelbarkeit kann ich nicht 1:1 zurückholen. Aber ich kann versuchen, das Gefühl wieder aufleben zu lassen.“

Glenn Danzig

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Glenn Danzig - 2007Der „Evil Elvis“ des Hard Rock ist zurück – und er fühlt sich in der heutigen Musikszene wohler denn je. Doch Glenn Danzig hat noch viele andere Leidenschaften: Vor allem der Filmsektor hat es ihm angetan.

Text: Simone Bösch

Glenn, dein neues Album DETH RED SABAOTH ist vor wenigen Tagen erschienen. Es klingt wieder mehr nach deinen früheren Platten, ist düster und oft auch recht hart. Wolltest du zurück zu deinen Wurzeln?
Erst einmal ein Lob: Du hast den Titel besser ausge­sprochen als die meisten Amerikaner (lacht). Und nein, ich habe nicht beabsichtigt, dass das Album eher wie frühere klingt. Ich fange einfach irgendwann an, Songs zu schreiben. Dieses Mal wollte ich zwar einen klassischen Sound, aber nicht speziell den früheren Danzig-Sound, sondern eher einen, der generell aus der damaligen Zeit stammen könnte. Ich habe daher viel altes Equipment verwendet.

Was bedeutet dir persönlich dieses Album?
Ich habe sehr viel Arbeit hineingesteckt. Ich habe schon lange kein Album mehr veröffentlicht, wenn man BLACK ARIA II oder THE LOST TRACKS OF DANZIG nicht mitrechnet. DETH RED SABAOTH ist daher die erste Danzig-CD seit beinahe sechs Jahren. Zudem hat Johnny Kelly (Schlagzeuger von Type O Negative – Anm. d. A.) endlich zum ersten Mal an einem Studioalbum von Danzig mitgewirkt, was eine tolle Sache war. Er tourt schon seit 2002 mit uns, und nun ist er auch endlich auf einer unserer Platten zu hören.

Verfolgst du eigentlich die aktuellen Entwicklungen in der Metal-Szene?
Nun, ich weiß zumindest, dass ich New Metal nicht ausstehen kann (lacht). Aber in Ernst: Klar, denn ich organisiere gerade mein eigenes Festival. Dort werden viele coole düstere und extreme Bands spielen. Ich kenne eine Menge aktuelle Underground-Bands. Für diese Szene interessiere ich mich am meisten, für die momentan angesagten Acts allerdings weniger.

Welcher Musikstil gefällt dir am besten?
Es gibt viele Bands, die ich mag, da ich Alben aus verschiedenen Genres höre, angefangen bei Klassik bis hin zu altem Blues. Es ist schwer, da eine Auswahl zu treffen.

Beeinflussen diese Musikstile dein Songwriting?
Nein. Ich mache schon sehr lange Musik, und meine Einflüsse haben sich im Laufe der Zeit nie geändert. Ich konzentriere mich beim Schreiben stets auf das Ziel, das ich erreichen will, denn meinen Stil habe ich schon vor Jahrzehnten entwickelt. In dem Stadium, in dem ich mich befinde, wird man nicht mehr so sehr von Neuem beeinflusst.

Die Musikwelt hatte gerade zwei große Ikonen verloren: Ronnie James Dio und Peter Steele von Type O Negative sind vor kurzem verstorben. Wie ist es für dich, diese großen Musiker gehen zu sehen?
Der Tod ist Teil des Lebens. Man weiß nie, wann das eigene zu Ende ist. Deswegen sollten wir jeden Tag so leben, als wäre es unser letzter. Wir waren in Amerika mit Dio als Co-Headliner unterwegs. Er war ein verdammt netter Mensch. Ich fand es gut, dass er und die Black Sabbath-Musiker in den letzten Jahren wieder zusammengefunden haben. In den USA hatten sie damit großen Erfolg. Peter Steele kannte ich sehr gut: Zwei seiner Type O-Kollegen haben oft live bei Danzig ausgeholfen. Außerdem hat seine Band Carnivore bereits als Vorband für uns gespielt.

Du selbst wirst auch als Ikone angesehen – wie gehst du damit um?
Ich komme damit gut klar und mache einfach, was mir gefällt und freue mich, wenn es den Leuten auch gefällt. Ich denke, hier in den USA ist alles etwas intensiver als in Europa, denn die Metal-Szene hat an Stärke zugelegt und ist inzwischen riesig. Es ist toll, wenn viele Leute zu den Auftritten kommen.

Hast du selbst Vorbilder?
Nein. Warum auch? Ich brauchte niemanden, um meine Leidenschaft für Musik zu wecken – die war schon immer da.

Du bist sehr vielseitig, arbeitest auch als Comic-Autor, hast da sogar deinen eigenen Verlag und bist auch Produzent. Aber deine größte Leidenschaft scheint immer die Musik zu sein. Was ist für dich das Besondere daran?
In erster Linie war und bin ich immer Musiker. Ich mache Musik, weil ich sie einfach liebe. Als ich damals mit den Punk-Sachen anfing, konnte man damit kein Geld verdienen. Man musste welches ausgeben, um die Dinge tun zu können, die man machen wollte.

Die Rock-Szene hat sich in den letzten 20 Jahren sehr gewandelt. Fühlst du dich da manchmal fehl am Platz?
Nein. Danzig sind heute erfolgreicher denn je. Außerdem kommen viele junge Musiker zu mir und berichten mir, wie stark sie durch meine Musik inspiriert worden sind und wie viel sie ihnen bedeutet. Das ist großartig. Daher fühle ich mich eher mittendrin als fehl am Platz.

Welche Herausforderungen gibt es für dich noch?
Musikalisch habe ich alles erreicht, was ich erreichen wollte. Wir haben neulich erst vor rund 18.000 Leuten gespielt. Das war unglaub­lich. In diesem Bereich habe ich keine Ambitionen mehr. Ich mache ausschließlich deshalb Musik, weil ich es liebe, auf der Bühne zu ­stehen. Ich mag die Verbindung, die zwischen mir und dem Publikum entsteht. Der einzige Sektor, in dem ich noch mehr erreichen will, ist die Filmproduktion.

Und was planst du in diesem Bereich?
Zuerst möchte ich sagen, dass Hollywood ein wirklich schreck­liches Pflaster ist. An einem Tag bekommst du einen Vertrag – und am nächsten ist dieser schon wieder hinfällig. Die Leute dort machen es einem wirklich schwer. Ich habe neulich eine Dokumentation über Martin Scorsese gesehen. Darin hat er erzählt, wie lange er gebraucht hat, um seinen Film „The Last Temptation Of Christ“ zu verwirklichen: Am Ende dauerte es fast 17 Jahre, bis das Projekt endlich fertig war. Er hat nebenbei natürlich immer auch noch andere Filme gedreht, aber das ist schon eine extrem lange Zeit. Ähnliches höre ich von vielen Leuten. Für mich ist „Einer flog über das Kuckucksnest“ einer der besten Filme der Siebziger. Kirk Douglas hat mit den Planungen dazu schon in den fünfziger und sechziger Jahren angefangen! Bis er das Geld zusammen hatte, vergingen etwa 20 Jahre – und er war dann zu alt, um selbst mitzuwirken. Ist das nicht schrecklich? Sein Sohn Michael Douglas hat dann die Produzentenrolle übernommen. Das ist eine perfekte Ge­schichte über Hollywood.

Kannst du uns etwas über deine Film-Pläne verraten?
Ich habe viele Drehbücher, die ich umsetzen möchte. Aber momentan konzentriere ich mich auf meinen Voodoo-Film. Aber mehr will ich dazu noch nicht sagen…

Du spielst gerne mit erotischen Symbolen – so gibt es zum Beispiel neue Fotos von dir mit einer halbnackten Dame. Dein Comic-Verlag trägt den Namen „Verotik“. Weshalb all diese Anspielungen?
Es gefällt mir. Sex gehört zum Leben. Wenn es den Leuten nicht passt oder sie ein Problem damit haben, sollen sie wegsehen und die Sachen einfach nicht kaufen.

Jack White (The Dead Weather)

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The_Dead_Weather 2010 @ Floria Sigismondi (1)Ob White Stripes, Raconteurs, Dead Weather oder zig Kollaborationen: Der 34-Jährige mit Wohnsitz Nashville befindet sich auf einer Mission – als Studiobesitzer, Labelboss und einer der besten Gitarristen der Gegenwart will Jack White den Rock’n’Roll retten. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. SEA OF COWARDS, das zweite Werk seiner Drittband, ist ein erster Schritt in diese Richtung.

Text: Marcel Anders

Um sich mit Jack White zu unterhalten, muss man äußerst flexibel und reisefreudig sein. Denn Jack, der lieber spielt statt spricht, entscheidet mitunter erst 48 Stunden vorher, ob er Interviews gibt – oder nicht. Abhängig davon, wie viel Zeit vor den Gigs seiner laufenden US-Tour mit Alison Mosshart (The Kills), Jack Lawrence (Raconteurs) und Dean Fertita (Queens Of The Stone Age) ist. Im Falle von CLASSIC ROCK fällt die Wahl des Künstlers auf einen Termin in Las Vegas – Sonntagnachmittag zum Kaffee im Palms Casino. Den er dann aber fast platzen lässt: „Jack liegt noch im Bett. Es geht ihm nicht gut. Bitte gib ihm eine Stunde, dann sehen wir weiter“, so der bemühte Tourmanager, der dasselbe stylische Outfit aus Anzug, Krawatte und Gangster-Melone trägt wie sein Protegé. Und tatsächlich: 60 Minuten später empfängt Jack leicht verkatert, aber äußerst bemüht in seiner Garderobe im Casino-eigenen Theatersaal „The Pearl“.

Jack, warum bereits das zweite Album binnen von elf Monaten?
Nein, keine Sorge, ich bin kein Workaholic. Es ist eher so, dass wir während der letzten Tour versucht haben, möglichst viele Songs aufzunehmen und sie relativ schnell auf den Markt zu bringen. Genau wie es die Leute in den Fünfzigern und Sechzigern gemacht haben – als es völlig normal war, zwei oder drei Alben pro Jahr zu veröffentlichen. Ich wünsche mir, dass das zumindest ein bisschen zurückkehrt.

Das scheint auch die Mission zu sein, die du mit der Veröffentlichungsflut auf „Third Man Records“ verfolgst…
Was auf jeden Fall besser ist als der Ansatz, ein Album herauszubringen und dann drei Jahre damit zu touren. Das ist eine viel zu langwierige Angelegenheit – für uns wie für die Fans. Trotzdem lassen sich viele Bands darauf ein. Selbst, wenn es nicht gut für die Kreativität ist. Denn jahrelang dasselbe zu spielen, ist tough! Glücklicher-weise kriegen wir es hin, das ein bisschen anders zu machen und dadurch effektiver zu sein. Wobei ich im Grunde immer noch dasselbe tue wie früher: Vor zehn Jahren habe ich Bands wie The Greenhorns in meinem Wohnzimmer aufgenommen, jetzt mache ich das in meinem Studio. Es ist, als ob sich nichts verändert hätte.

Wobei „Studio“ pures Understatement ist: Das Ganze erinnert eher an Warhols Factory aus den späten Sechzigern…
Stimmt. Wir sind ein Plattenladen, ein Grafik- und Tonstudio – und ein Konzertsaal, in dem Bands spielen. Wir können sie dort aufnehmen und das Ganze binnen weniger Wochen auf Vinyl veröffentlichen. Genau wie wir es vor ein paar Tagen gemacht haben, als dort zwei Mitglieder der Raconteurs aufgetreten sind. Jeder, der bei der Show dabei war, erhält später eine blau-schwarze Vinyl-Version davon. Was einer von vielen Ansätzen ist, um das Interesse der Leute an der Musik zu stärken. Nämlich indem wir Sachen veröffentlichen, die ihnen das Gefühl von etwas Besonderem geben. Etwas, das sie eventuell sogar anfangen zu sammeln und dadurch eine neue, intime Beziehung zur Musik aufbauen.

Aber sind diese Alben und Singles in Mini-Auflagen auch wirtschaftlich rentabel, oder handelt es sich dabei eher um ein Gimmick?
Natürlich ist es ein Spaß-Ding. Aber ein rentables. Zumindest solange wir das meiste, was wir machen, so veröffentlichen, dass wirklich jeder Zugang dazu hat. Und dann – quasi zusätzlich – gibt es noch Sonderauflagen, die du nur erwerben kannst, wenn du bei einem Event oder einer Aktion dabei warst. Denn ich mag die Idee, streng limitierte Sachen zu veröffentlichen – und zwar so oft wie möglich.

Wie kommen die Fans ohne festen Vertrieb in den Genuss?
Es geht darum, dabei zu sein. Wenn du zum Beispiel an Halloween 2009 in London warst, konntest du dort unseren Pop-Up-Store besuchen und eine Platte erwerben, die im Dunkeln leuchtet – und die es nur dort gab. Was quasi die Antithese zur Generation Mausklick ist. Also dazu, dass alles immer verfügbar ist. Natürlich gibt es Platten, die jedem zugänglich sein sollten, und die haben wir ebenfalls. Aber ich will eben auch welche, die schlichtweg besonders sind.

Wobei das Ausgefallenste, was du je veröffentlicht hast, sicher Vinyl im „Texas-Format“ war. Was darf man sich darunter vorstellen?
Das war eine Aktion für unseren Store beim South By South West Festival in Austin. Ich dachte, dass wir da Platten am Start haben sollten, die einfach ein bisschen größer sind. Also die Singles hatten acht statt sieben Zoll, und die Alben 13 statt zwölf. Denn in Amerika ist es ja eine populäre Sache, Toast oder Steaks im Texas-Format zu haben. Und diesem Irrsinn haben wir uns angeschlossen (lacht).

Und was ist aus dem nächsten White Stripes-Album geworden, das du im letzten Sommer angehen wolltest?
Ich fürchte, ich habe zu viel Zeit auf den Konzertfilm, das Boxset und das Live-Album verwendet, die wir gerade herausgebracht haben. Das hat mich alles Zeit gekostet, die ich ursprünglich für die White Stripes eingeplant hatte. Denn das waren alles große Projekte – und sehr zeit-intensiv. Es hat fast zwei Jahre gedauert, um das alles umzusetzen. Und was die Zukunft der White Stripes betrifft: Wir könnten schon in ein paar Monaten wieder ins Studio gehen. Alles ist möglich…

Wie war es, neben The Edge und Jimmy Page in der Dokumentation „It Might Get Loud“ aufzutreten?
Wahnsinn! Ich meine, es war eine ganz simple Idee. Nämlich ein Film übers Gitarrespielen. Und ich dachte, das sollte ich mir auf keinen Fall entgehen lassen. Einfach, weil ich dabei eine Menge lernen und viele neue Erfahrungen sammeln kann. Außerdem war David Guggenheim, der Regisseur, offen für alle möglichen Ideen. Etwa dafür, dass ich in der Eröffnungssequenz eine Gitarre baue – eine Art „Bo Diddley-auf-der-Veranda“-Klampfe. Das war eine Idee, die mir an dem Morgen kam, als wir gedreht haben. Ich meinte zu ihm: „Ich kriege das hin.“ Und er: „Klar, lass uns das filmen.“ Was soll ich sagen? Es war nett, mit jemandem zu arbeiten, der so offen ist.

Könntest du dir vorstellen, eine Supergroup mit den Jungs zu starten?
Nun ja, wir telefonieren ab und zu. Aber ich glaube nicht, dass daraus eine Band wird…

Wäre das nicht cool?
Das wäre sogar sehr cool. Und ich bin ein riesiger Fan von ihnen. Gerade von Jimmy Page, der mich als Gitarrist enorm geprägt hat, und ohne den das, was ich spiele, gar nicht denkbar wäre. Nur: Woher soll ich die Zeit nehmen? Und woher sollen sie die nehmen? Ich meine, unsere Terminpläne unter einen Hut zu bringen, dürfte unmöglich sein. Selbst wenn die Idee sehr verlockend ist.