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FM – BRITISH STEE…AOR!

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FM SM1(1)Steve, was steckt hinter der Taktik, ROCKVILLE und ROCKVILLE II mit einem Abstand von nur zwei Wochen zu veröffentlichen – wäre ein Doppelalbum nicht die bessere Wahl gewesen?
Wir wollten eigentlich gar keine Zweifach-CD aufnehmen. Die Songs waren für Pledge Music (Verkaufsportal für außergewöhnliche Fanartikel – Anm. d. A.) als eine Art Bonus zu unserem angebotenen Equipment wie etwa meinen Mikrofonen gedacht. Da ich ein ungutes Gefühl hatte, irgendwelche Demos herauszugeben, nahmen wir die restlichen Songs, die wir zu diesem Zeitpunkt hatten, kurzerhand im Studio auf.

Warum verpackt ihr nach all der Mühe ROCKVILLE II nur in ein simples schwarzes Cover?
Eigentlich wollten wir das Cover von ROCKVILLE noch einmal – jedoch in Schwarzweiß – verwenden. Dann entschieden wir uns dagegen, denn ROCKVILLE II ist im Endeffekt nur ein Bonus zur ersten Scheibe. Um es deutlicher abzugrenzen, verpassten wir ihm dieses aufs Wesentliche reduzierte Artwork.

Bei ROCKVILLE fällt sofort der Stilmix aus amerikanischem Stadion Rock, AOR und Country auf – wie kam es zu dieser für euch ungewöhnlichen Mixtur?
Nun, dazu muss ich erst einmal sagen, dass wir nicht – wie viele andere – dieses Malen-nach-Zahlen-Songwriting betreiben. Bei FM läuft es eher so ab, dass wir das Material in jene Richtung bewegen, die zu ihm passt. Der Country-Einfluss kommt nicht von Ungefähr, denn ich liebe eben Leute wie Keith Urban und Rascal Flatts.

Lass uns noch über das in gut einer Woche stattfindende HiRock Festival reden. Was erwartest du von den beiden Shows?
Oh, auf der Loreley hatten wir ein paar unserer besten Gigs! Erstmals spielten wir vor 25 Jahren in diesem traumhaften Amphitheater – ich freue mich sehr darauf, wieder dort auftreten zu dürfen. Inzell wird aber sicher auch sehr cool, obwohl wir dort noch nicht einmal zum Skifahren waren. (lacht)

A Pale Horse Named Death – Was kommt danach?

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pale-horse-named-death-lay-my-soul-waste-4327Verfall und Tod in Klänge gegossen

Tod und Verderben werden Sal Abruscato so schnell nicht von der Seite weichen. Nach seinem langsamen, tiefen und harten Jahren bei Type O Negative, meldete er sich 2011 überraschend mit einem neuen Projekt auf der Bildfläche zurück. Von einer Type O-Nachfolgeband zu sprechen, ist zwar nicht korrekt, stilistisch bewegen sich A Pale Horse Named Death jedoch eindeutig im Fahrwasser der Brooklyn-Legende. Inhaltlich auch: Auch LAY MY SOUL TO WASTE befasst sich vor allem mit einem Thema. „Ich denke mindestens ein Mal am Tag über den Tod nach“, eröffnet ein reichlich wortkarger Sal das Gespräch. „Der Tod fasziniert mich, und ich bin unglaublich neugierig, was danach passiert.“ Der Tod als dominantes Thema – daran werden wir uns bei A Pale Horse Named Death gewöhnen müssen. „Der Tod passt gut zu unserer Musik. Er schockiert die Menschen, erzeugt ein unangenehmes Gefühl“, erklärt der frühere Schlagzeuger seine Affinität. Wie er begraben werden will, weiß er trotz des genialen Begräbniscovers seiner zweiten Platte allerdings noch nicht. „Am ehesten sehe ich mich aber in einer kolossalen Gruft.“ Er sollte mit seinen 42 ja auch noch einige Jährchen in seiner Heimat Brooklyn haben, bevor es so weit ist. Ein Song wie ›Growing Old‹ findet sich dennoch auf dem Album. „Der Song ist ein Blick in den Spiegel. Man stellt fest, dass man älter wird, dass man langsam verfällt.“ Alt fühlt sich Sal derzeit nur „manchmal“, wahrscheinlich nach der einen oder anderen langen Nacht. Umso besser: Schwere Doom Metal-Alben wie LAY MY SOUL TO WASTE kann es gerne noch einige geben, auch das Zweitwerk ist bei aller Nähe zum Debüt sehr gelungen. Sal dazu: „Wieso etwas ändern, wenn es gut läuft? Das wäre idiotisch und würde mit ziemlicher Sicherheit schief gehen.“

Das letzte Wort: David Paich (Toto)

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1977 wurden die Softrock-Titanen Toto aus der Taufe gehoben, und trotz einer turbulenten Personalgeschichte, diverser Aufs und Abs sowie einiger Schaffenspausen sind die Kalifornier nach wie vor gefragte Live-Gäste auf den Bühnen der Welt. Mit unsterblichen Hits wie ›Rosanna‹, ›Africa‹ und ›Hold The Line‹ ist ihnen ihr Platz im Rock-Pantheon sicher. Keyboarder David Paich ist bis heute überwältigt vom Erfolg seiner Band und erzählt uns höchst sympathisch vom Geheimnis der Langlebigkeit, der besonderen Beziehung zu deutschen Fans und dem Schwarzen Kontinent, der ihren Megahit inspirierte.

Norway, Biri, 24 july 2010Toto, tour 2010Photo: www.isabelnabuurs.nlLetztes Jahr feierten Toto ihr 35-jähriges Bestehen. Wie denken Sie darüber?
Ich bin nach wie vor absolut erstaunt darüber, dass wir nun schon so lange dabei sind. Es kommt mir wie gestern vor, als wir in der High School waren und unser erstes Album machten. Wir hätten damals nie geglaubt, dass sich daraus so eine Karriere entwickeln würde. So weit haben wir nie gedacht. Die Zeit rast wirklich. Manchmal fühlen wir uns ein bisschen wie die Rolling Stones, da gibt es mittlerweile soviel Geschichte, die wir verdauen müssen. Wir haben so viel gesehen, so viel erlebt, und dafür haben wir unseren Fans zu danken.

In Deutschland scheinen Toto besonders beliebt zu sein…
Das ist tatsächlich eine richtige Liebesgeschichte mit unseren deutschen Fans. Loyaler ist einfach niemand, und lauter auch nicht! Es macht immer großen Spaß, bei euch zu spielen. Wir waren damals total geschockt, dass wir Hits in Deutschland hatten und dort gebucht wurden. Über die Jahre wurde es fast zu einer zweiten Heimat für uns, und am schönsten für uns ist, dass unsere deutsche Fanbase sehr vielfältig ist, jung und alt, da ist alles dabei.

Gibt es in der langen Geschichte von Toto sowas wie einen roten Faden?
Du spielst wohl auf unsere bewegte Line-up-Vergangenheit an… Es stimmt natürlich, wir hatten so viele verschiedene Sänger. Aber irgendwie dachten wir nie, dass das ein Problem war! Was diese Band zusammenhält, sind die Kernmitglieder, und wenn es einen roten Faden bei uns gibt, ist das unsere Musikalität. Wir waren ja alle auch als Sessionmusiker beschäftigt, wir beherrschen unsere Instrumente alle und haben das auch zu unserem Markenzeichen gemacht. Natürlich wäre es ideal, immer dasselbe Line-up zu haben, aber manchmal gibt einem das Leben eben Irrungen und Wirrungen und du musst irgendwie damit klar kommen. Zum Glück haben unsere Fans das verstanden.

Sie erwähnen Ihre Fans oft und gerne. Haben Sie eine besondere Beziehung zu ihnen?
Aber natürlich! Wenn ein Musiker sich nicht der Tatsache bewusst ist, dass er ohne Fans ein Nichts wäre, ist er doch völlig abgehoben. Wir haben das nie vergessen und aus irgendeinem Grund haben die Fans uns auch dann die Treue gehalten, als wir nicht gerade in Bestform waren. Ohne die Fans wären wir heute nicht hier, und ich werde nie müde, das zu sagen. Das Schönste ist es dann, live zu spielen, denn das sind schließlich die Momente, wo wir unseren Fans dann endlich begegnen.

Vor 31 Jahren schrieben Sie ›Africa‹, weil Sie auf die Missstände dort aufmerksam machen wollten. Heute sieht es dort nicht viel besser aus. Was fühlen Sie darüber?
Es ist schon ernüchternd. Damals dachte ich, wenn die Apartheid erst mal besiegt ist, wird alles gut! Es kam natürlich anders. Afrika ist so ein interessanter Kontinent! Aber eben auch ein vielfältiger, riesiger, und irgendein Teil davon scheint immer im Krieg zu sein. Es ist unglaublich, welche täglichen Kämpfe die Menschen dort austragen und wie sie trotzdem überleben. All die Armut, der Hunger… Wir hofften, das Interesse der Welt darauf lenken zu können. Als Musiker können wir kaum mehr tun. Wir spielten auch mal in Kapstadt, da konnten wir die Menschen wenigstens zum Lächeln bringen. Es gibt soviel Dunkelheit in der Welt, da ist es unsere Aufgabe, ein bisschen Licht in die Welt zu bringen.

Was würden Sie als das Geheimnis hinter der Langlebigkeit von Toto bezeichnen?
Dass wir nie aufgegeben haben, egal wie groß die Hindernisse waren. Wenn man seiner Musik treu bleibt, wird man irgendwann das Ende des Tunnels erreichen. Und für uns war immer wichtig, dass wir uns unseren lächerlichen Sinn für Humor bewahrt haben. Solange man gemeinsam lachen kann, ist alles im Lot. Aber am allerwichtigsten für unsere Langlebigkeit sind – natürlich – unsere tollen Fans.

The Quill – In Blut und Schweiß geschrieben

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The QuillSeit Anfang der neunziger Jahre haben sich The Quill zu einer der größten und bedeutendsten Stoner-Rock-Formationen Skandinaviens entwickelt. Nach einigen Besetzungswechseln in den vergangenen Jahren, können sie auf TIGER BLOOD die Rückkehr ihres ersten Bassisten Roger Nielsson feiern. Im Interview mit CLASSIC ROCK gab Magnus Arnar, The Quill-Sänger seit 2010 und derzeit einziges nicht-Gründungsmitglied in der Band, ganz frontmännisch Auskunft zum neuen Album.

„Sieben Jahre lang war Roger jetzt nicht dabei. Bis April hatten wir ja einen Bassisten. Dann wurde die Stelle frei und jetzt ist Herr Nielsson zurück. Ich glaube, er fühlte sich von all dem Ruhm und Reichtum angezogen, die mit diesem Job einhergehen“, meint Arnar lachend. Was auch immer die wahren Gründe waren, die Heimkehr des einst verlorenen Sohnes scheint dem Bandgefüge jedenfalls gut getan zu haben: „TIGER BLOOD ist das wohl vielfältigste, kommerziellste und zugleich interessanteste Album, das die Band je produziert hat“, so Magnus Arnar über die scheinbar gar nicht so verflixte siebte Studioarbeit von The Quill. „Naja, ganz so reibungslos lief es doch nicht,“ weiß Arnar zu berichten. Nicht ganz freiwillig mussten die vier Schweden ihre neuen Songs in kürzester Zeit aufnehmen: „Das war der straffste Zeitplan, den wir jemals einzuhalten hatten. Unsere Plattenfirma bat uns um einen Nachfolger zu unserem letzten Album FULL CIRCLE und gab uns für die Abgabe eine Deadline. Am Ende hatte ich acht Tage, um alle Gesangsspuren fertig zu bekommen. Das war eine verrückte Zeit! Wie wir das geschafft haben? Mit purer Entschlossenheit! Trotzdem hoffe ich, dass wir so etwas nie mehr erleben müssen.“

Wie schon bei FULL CIRCLE sei laut Arnar erneut Produzent Petter Diamant eine große Hilfe gewesen: „Mit ihm zu arbeiten gibt mir immer eine besondere Sicherheit. Er sprüht nur so vor Ideen und kreativem Output. Petter ist ein zusätzliches Zahnrad in unserer musikalischen Maschinerie.“ Mit dem Ergebnis können The Quill durchaus zufrieden sein, denn was sie hier in aller Schnelle geschafft haben, eröffnet ein für The Quill ganz neues stilistisches Spektrum. „Ich würde sagen, der Hörer bekommt nun von Britrock, 60s Soul, R‘n‘B, modernem Rock bis zu Heavy Metal alles geboten. Das Ganze haben wir natürlich noch mit dem unverkennbaren The-Quill-Sound garniert. Und bitte sehr, da habt ihr TIGER BLOOD“, erklärt Arnar stolz.

Wilko Johnson: London, Koko

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DSC_7602…machts ein letztes Mal

Es ist der letzte von zwei aufeinander folgenden Abenden, die binnen weniger Minuten ausverkauft waren. Alle recken ihre Köpfe, um einen letzten Blick auf John Wilkinson, die Legende, die der Welt als Wilko Johnson bekannt ist, zu erhaschen. In jeder Ecke, jedem noch so entlegenen Winkel der Halle steht einer, der sich wünscht, 15 Zentimeter größer zu sein. Wilko erleichtert dem Publikum diese Qual mit seinem unverkennbaren Seitwärtsschritt. So tanzt er von einer Seite der Bühne zur anderen, den ganzen Abend lang, ohne auch nur eine einzige Verschnaufpause. Hat nicht irgendwer behauptet, dieser Mann läge im Sterben? Danach sieht es so überhaupt nicht aus. Oh nein, das ist der gute alte Wilko: Wie aus einer Flinte schießt er seine Stakkato-Riffs in die Menge. Entsprechend beeindruckend ist auch die Musik, die in ihrer Einfachheit beweist, dass weniger eben mehr ist. Alles, was es braucht, sind Rhythmus und Blues, Schlagzeug und Bass (die unvergleichlichen Norman Watt-Roy und Dylan Howe), eine Fender Telecaster sowie einen Vox-Verstärker. Derart bewaffnet, liefert der Glatzkopf ein 90-minütiges Set, das (beinahe) ausnahmslos aus Höhepunkten besteht. Johnson zeigt noch einmal das Beste aus seiner Zeit mit Dr. Feelgood (›All Through The City‹, ›Roxette‹, ›Back In The Night‹, ›She Does It Right‹), dazu packt er einen Kracher aus der kurzlebigen Phase mit den Solid Senders aus und feiert Klassiker wie ›Wooly Bully‹ oder ›Bye Bye Johnny‹ ab. Mit letzterem Song wie auch dem schonungslos ergreifenden ›When I’m Gone‹, die er sich für die Zugabe aufspart, schafft es Johnson, die Grenze zwischen Rührseligkeit und Feierlichkeit nicht zu überschreiten. Und so verlassen alle das Koko mit einem zufriedenen Lächeln im Gesicht.
Bye bye, Johnny, bye bye, Johnny Wilkinson… you’ve been way, way better than Goode.

Imperial State Electric: Berlin, Ramones Museum & Magnet

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Imperial State Electric (1)Doppelschlag an einem Tag

Inzwischen beherbergt das Ramones-Museum weit mehr als nur rare Memorabilia der Gabba-Gabba-Hey-Kapelle, es ist ein Club, der Live-Rock’n’Roll vom Feinsten auf die Bühne bringt. Allein an diesem Tag spielen drei Bands unabhängig voneinander auf der Rampe zwischen legendären Postern, zerrissenen Jeans und weit gereisten Lederjacken. Eine der drei Bands ist Imperial State Electric oder „Imperial State Acoustic“, wie Frontmann Nicke Andersson lacht. Dicht gedrängt stehen Fans aneinander, nicht wenige tragen Hellacopters-Shirts im Andenken an Anderssons bahnbrechende Action-Rock-Band. Mit ›Can’t Seem To Shake It Off My Mind‹ beginnt die Sause, für die drei Mitglieder akustische Gitarren massieren und Trommler Thomas Eriksson die Snare mit Besen bearbeitet.

Trotz Stimmproblemen der Klampfe von Dolph de Borst ist das Publikum bester Stimmung, Ohrwürmer wie ›I Let You Down‹ und ›Uh Hu‹ folgen. Angesichts des Ortes, an dem man sich befindet, ist klar, was jetzt kommen muss. So erklingen Ramones-Evergreens wie ›She’s The One‹, ›I Just Wanna Have Something To Do‹ und das unvermeidliche ›The KKK Took My Baby Away‹. (Den Video-Mitschnitt des ISE-Auftritts findet man im Internet; Anm. d. Red.) Vier Stunden später treffen Fangemeinde und Band erneut aufeinander, diesmal ist es Zeit für die elektrische Version der Schwedenrocker. Sie starten mit dem stürmischen ›Are You Ready‹, einem Cover von Grand Funk Railroad, intonieren die unwiderstehliche Hymne ›Lee Anne‹ und das melancholische ›I Let You Down‹. Es gibt Boogie, Old Time Rock’n’Roll sowie zwei neue Songs vom kommenden dritten Album. Insgesamt ein toller Tag mit einer hart arbeitenden Band, deren Songs diese angenehme Frische haben, die ihresgleichen sucht.

Jeff Scott Soto: Lichtenfels, Paunchy Cats

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Jeff_Scott_Soto_Promo_2013Ein Saunaabend à la JSS

Freitagabend – volles Haus im Paunchy Cats: Trotz der mageren Außentemperatur kocht der Club schon wenige Sekunden, nachdem Jeff die Bühne betritt. Der blendend gelaunte New Yorker, der sich seine ersten Sporen bei Yngwie Malmsteen verdiente, versteht es, seine Fans in den Bann zu ziehen. Mit einer Setlist bestehend aus Stücken seiner Soloscheiben, W.E.T.s, Talismans oder des ROCKSTAR-Soundtracks bleiben keine Wünsche offen. Höhepunkt und gleichzeitig letzte Zugabe der Show wird ›Stand Up‹, bei dem JSS Nilez von Rock Divine ganz wie im Film zu einem Gesangsduell herausfordert. Beide haben tierischen Spaß dabei, sich gegenseitig in die höchsten Stimmlagen zu pushen. Bevor Soto das Paunchy Cats verlässt, kündigt er eine baldige Rückkehr in den Kultladen an.

Black Rebel Motorcycle Club: München, Tonhalle

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Black Rebel Motorcycle Club @Markus Werner (3)Das beste Live-Konzert des Jahres?

Es gibt Konzertereignisse, da stimmt einfach alles: eine Lieblingsband mit schwer zu bestimmendem Popularitätsgrad, die in eine größere Halle umziehen muss – und auch diese ausverkauft. Ein Support, den hierzulande gefühlte 638 Menschen kennen, der allerdings ein größeres Publikum verdient hätte, fußt doch sein Rockentwurf auf begnadetem Songwriting. Und nicht zuletzt: der Wochentag. Was also kann noch schiefgehen, wenn Black Rebel Motorcycle Club ihr hervorragendes neues Album an einem Freitag in der Münchner Tonhalle mit Transfer im Vorprogramm promoten? Es sollte ein Abend für die Kategorie „bestes Livekonzert des Jahres“ werden…

Bereits Ende 2011 bot sich dem Münchner Publikum die Gelegenheit, im Vorprogramm der Kaiser Chiefs mit Transfer eine Band aus San Diego zu entdecken, deren Debütalbum FUTURE SELVES hierzulande leider nur verhaltene Beachtung fand. Es gilt also, Überzeugungsarbeit zu leisten – und das hört man der Band an diesem Abend an. Mit Maximaleinsatz spielen sich die vier durch ein – leider – viel zu kompaktes Set, präsentieren bis auf die Abschlussnummer ›White Horse‹ ausschließlich neues Material, darunter den Free-Download-Track ›Still Bad Blood‹ sowie das hymnenhafte ›If The Morning Comes‹ von ihrer nur auf Tour erhältlichen THE MORNING-EP. Auch wenn wenigstens eine Nummer vom Debüt dem Gesamteindruck gut getan hätte: Besser hätte man das Publikum nicht auf die notorischen Lederjackenrocker vom Black Rebel Motorcycle Club einstimmen
können.

Was dann folgte, war schlicht und ergreifend großes Kino. Die Band um Peter Hayes und Robert Levon Been blickt auf zwei schwere Jahre zurück, der Tod von Roberts Vater, quasi inoffizielles viertes Bandmitglied, brachte das Trio an seine Grenzen. Ein Fortbestehen war keineswegs mehr selbstverständlich, schließlich fand man jedoch wieder zueinander und zur Musik. Wie ein Befreiungsschlag dann auch die Show: Statt auf überflüssigen Firlefanz setzen die Kalifornier seit jeher auf die Klasse ihres Materials, roh, ungefiltert, unmittelbar. Mit ›Let The Day Begin‹ hätten sie denn auch kein passenderes Intro wählen können, überhaupt ähneln sich SPECTER AT THE FEAST und Setlist in vielerlei Hinsicht. Wie sich auf Album Nr. 7 wütend-aggressive Bretter mit zerbrechlich-halbakustischen Balladen abwechseln, das hat schon viel von der Dynamik dieses Abends. Wenn ›Red Eyes And Tears‹ auf ›Rival‹ folgt, mag man kaum glauben, dass zwischen beiden Songs zwölf Jahre liegen. Auch schmiegt sich das alles überstrahlende ›Returning‹ perfekt an den 2007er Blues von ›666 Conducer‹, neben ›Berlin‹ übrigens die einzige Nummer von ›Baby 81‹ an diesem Abend. Mit einem Set aus 23 Songs, von akustisch bis brachial, verabschieden Black Rebel Motorcycle Club ihr völlig verausgabtes Publikum nach knapp zwei Stunden in die Nacht und lassen keinen Zweifel daran, dass ihr Feuer noch lange nicht erloschen ist.