Titelstory: Die Geburt des Heavy Rock

tumblr_ml7sq3Ve5V1so5ik5o1_1280›WHEN THE LEVEE BREAKS‹
Der Dammbruch,
Oktober 1969… und darüber hinaus

Im Fahrwasser von Zeppelins Erfolg folgte ihnen eine ganze Armee von Bands. In Birmingham gründete der Sänger Al Atkins Judas Priest. In London änderte die aufstrebende Band Hocus Pocus ihren Namen in UFO. Hardrock, Heavy Rock, Heavy Metal – wie auch immer man es nannte, es hatte sich etabliert. Die Musik hatte sich für immer verändert.

Al Atkins: Unser Bassist Bruno Stapenhill hatte den Namen von dem Bob-Dylan-Stück ›The Ballad Of Frankie Lee And Judas Priest‹. Ich war nie ein Fan von Heep oder UFO. Ich spielte in keinen Bands mit Keyboards. Black Sabbath war der Stil, den wir machen wollten, also schrieben wir immer größere Riffs.

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Neil Warnock: Über das Jahr 1969 starteten die härteren Bands im Marquee in Soho durch, im Greyhound in Croydon, im Wake Arms in Epping… Wir wissen alle, dass es bei dieser Musik um den Arbeiter geht, der sich ein Bier und ein bisschen Musik gönnt. Dort fand sie ihr Publikum. Am Ende des Jahres dachte eine Band, die bei einem Auftritt 100 Pfund verdient hatte, dass sie es geschafft hatte. Aber es waren diese Bands, Sabbath, Deep Purple und ihre Artgenossen, die über das nächste Jahrzehnt den Großteil meines Einkommens generierten.

Mick Box: Ich kann mich nicht daran erinnern, den Begriff „Heavy Metal“ damals gehört zu haben. Es ist einfach nur ein Begriff, den Journalisten verwendeten – ohne jetzt jemanden beleidigen zu wollen. Okay, die Sachen wurden heavier, aber für mich war das alles einfach gute Rockmusik.

Ken Hensley: Es fühlte sich an, als seien wir Teil von etwas sehr Aufregendem. Da baute sich eine echte Energie auf, nicht nur unter den Bands selbst. Wir verbrachten damals mit Purple, Sabbath und dem Rest viel Zeit auf Tournee. Wir spielten auch viele Shows mit Led Zeppelin. Es war die Zeit nach Vietnam, als alle nach etwas Neuem und Anderem suchten. Was alles dazu führte, dass die Sache zu einem nicht mehr aufzuhaltenden Zug wurde.

Edgar Broughton: Mir war bewusst, dass diese Heavy-Musik ihre ganz eigene fanatische Anhängerschaft anzog. Und da gab es auch sowas wie ein „Die und wir“-Ding. Manche von ihnen hörten nichts anderes. Viele der Bands, die auf den Led-Zeppelin-Zug aufsprangen, kopierten eigentlich nur ihr Rezept. Du weißt schon, bestimmte Akkorde spielen, nur weil sie wussten, dass sie eine Reaktion darauf bekommen würden.

Ian Paice (Schlagzeuger, Deep Purple): Es war ein Losreißen von allem, was akzeptiert und normal war, ganz klar, aber innerhalb eines Jahres war es zur Norm geworden. Alle Kids sahen so aus und hörten dieselbe Art von Musik. Es ist faszinierend, wie schnell eine Mode den allgemeinen Geschmack erobern und von einer ganzen Generation übernommen werden kann.

Mick Box: Wenn ich absolut ehrlich sein soll: Es war damals wirklich so gut. Es war eine aufregende, wundervolle Zeit. Es gab jede Menge Auftrittsorte, das Mode-Ding passierte… Ich danke Gott, dass ich genau zur richtigen Zeit geboren wurde, um ein Teil davon zu sein.

 

Zusätzliche Quellen: „NME“, „Sounds“, „Q“, „The Concert File“ von Dave Lewis und Simon Pallett.

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