0,00 EUR

Es befinden sich keine Produkte im Warenkorb.

0,00 EUR

Es befinden sich keine Produkte im Warenkorb.

Start Blog Seite 81

Christmas-Special: Die schönsten Songs zum Weihnachtsfest

0

Ihr sucht noch nach der richtigen Begleitmusik zum Christbaumschmücken? Nach dem perfekten Soundtrack zum Fest? Nach den passenden Klängen zum Glühweinrausch? Dann haben wir da was für euch: die besten weihnachtlichen Rocksongs. Mit den Beach Boys, Bruce Springsteen, Billy Idol, David Bowie, Queen, Elvis und vielen mehr.

Auch Sunnyboys feiern Weihnachten, wie die Beach Boys mit ›Little Saint Nick‹ beweisen:

Klassiker: Bruce Springsteen als Vorsänger, Clarence „Big Man“ Clemons als Santa Claus:

Aus der Kategorie „Covid Christmas“:

Schon leicht trashig, aber gut – Paul McCartney & Wings mit ›Wonderful Christmas Time‹:

Ein unsterblicher Klassiker von Slade darf an diesem Abend nicht fehlen. „It’s Christmaaaaaaaas!“:

Da wird einem doch warm ums Herz, wenn Billy so feierlich vor der Nordmanntanne schmonzettet:

Über Bob Dylans Perücke lässt sich streiten, über eins nicht – ›Must Be Santa‹:

Der Technik sei Dank: Elvis und Martina McBride singen im Duett zu ›Blue Christmas‹:

Nochmal einer aus der Kategorie „Covid Christmas“:

Ob wohl die richtigen Geschenke unterm Christbaum liegen? Bei The Darkness schauts gut aus:

Besinnlich geht es bei Twisted Sister zu. Oh, all ihr Metal-Anbeter, freut euch des Weihnachtsfestes:

Zugegeben, kein Rock. Aber trotzdem hörenswert: ›Christmas In Hollis‹ von RUN-DMC:

Joe Perry treibt Rudolph das Rentier mit einem flockigen Rock’n’Roll-Groove an:

In Memoriam: Rick Parfitt (1948-2016)

0

Rick Parfitt von Status Quo liveDass „Der Blonde von Status Quo“ unter ernsthaften gesundheitlichen Problemen litt, war bekannt, doch schien er auf dem Weg der Besserung. Sein Tod an Heiligabend bedeutet das Ende einer Ära.

Es gibt diese Bands, die einen schon das ganze Leben lang be­­­gleiten. Status Quo ist eine davon. Als Elfjähriger bewunderte ich all die Poster und Starschnitte im Jugendzimmer meiner Cousine. Ihr eindeutiger Liebling war Rick Parfitt. Etwas später übte ich mich – trotz viel zu kurzer Haare – mit meinen Kumpels im kollektiven Headbanging, er­­gänzt um leidlich synchron laufende Luftgitarren.

Das Vorbild: Status Quo. Schüttle Dein Haupthaar! Roll Over Lay Down! Während im Partykeller die Lichtorgel flackerte und die anwesenden Mädchen leicht irritiert das Badezimmer aufsuchten, um lieber doch noch etwas „Sweet Patchouli“ aufzutragen.

Status Quo waren damals groß, und zwar richtig groß. Eine patente Party-Band, Rock’n’Roller durch und durch. Klar, Francis Rossi war der Boss. Hauptsongwriter, Leadgitarrist und Sänger. Aber ohne Rick Parfitt, ohne seine drahtig-schnörkellose Rhythmusgitarre und seinen Harmoniegesang, wäre diese Band eine andere gewesen. Vermutlich eine, die nicht ganz so gut funktioniert hätte. Und genau das taten Status Quo: funktionieren.

Wer irgendwann in den 70ern 13 Jahre alt war, konnte ihre Musik problemlos nachvollziehen. Es gab keine Geheimnisse, keine Rätsel, denn für ›Rockin’ All Over The World‹, ›Blue Eyed Lady‹ oder ›Big Fat Mama‹ reichten auch altersgemäß rudimentäre Fremdsprachenkenntnisse. Und ein ge­­radliniger, stoischer Shuffle kam dem juvenilen Bewegungsdrang eben deutlich stärker entgegen als irgendwelche Prog-Experimente im Siebenvierteltakt. Kritiker, also diese uralten Säcke, die sicher schon fast 30 waren und für Musikzeitschriften schreiben durften, fanden das natürlich alles ganz furchtbar. Aber wer nimmt schon ernst, was Kritiker schreiben?

„Es gibt diese Bands, die einen schon das ganze Leben lang be­­­gleiten. Status Quo ist eine davon.“

Nun soll das hier natürlich kein Nachruf auf Status Quo werden, denn die Band wird vermutlich auch weiterhin existieren. Nur eben ohne Richard John Parfitt, genannt Rick. Und das bedeutet zweifelsfrei das Ende einer Ära.

Parfitt war 19 Jahre alt, als er zu Status Quo stieß – und konnte bereits damals auf gewisse Erfahrungen im Show-Biz zu­­rückblicken. Im Alter von 15 Jahren hatte er in einem Londoner Pub erste Auf­­tritte als Sänger und Gitarrist absolviert, kurz darauf folgte ein Engagement im Ferienresort „Butlin’s Holiday Camp“ in Minehead.

Dort reüssierte Parfitt mit den Zwillingsschwestern Jean und Gloria Harrison als The Highlights, dort lernte er auch Francis Rossi kennen, der damals in einer Band namens The Spectres spielte. Gemeinsam mit John Coghlan und Alan Lancaster. The Spectres mutierten zu Traffic Jam, doch nachdem Steve Winwood 1967 seine aktuelle Band Traffic vorgestellt hatte, wurde ein neuer Name fällig, um Verwechslungen zu vermeiden: Status Quo.

In den 70er und 80er Jahren enorm er­­folgreich – vor allem in Deutschland – konterkarierte Rick Parfitt über die Jahre jedoch immer wieder jene ohnehin naive Vorstellung, berühmte Rockstars seien zwangsläufig Glückskinder, denen permanent die Sonne aus dem Allerwertesten scheint. Das unstete und anstrengende Leben on the road, nach außen hin ge­­wiss glamourös, führte in Kombination mit jeder Menge Geld und einer be­­trächtlichen Portion des seinerzeit unter Rockmusikern allgegenwärtigen Hedonismus direkt in die Sackgasse.

Parfitt entwickelte eine ungesunde Vorliebe für Wodka und Kokain in rauen Mengen, die an Heftigkeit noch drastisch zunahm, als seine zweijährige Tochter Heidi im heimischen Swimmingpool ertrank und kurz darauf seine erste Ehe in die Brüche ging.

Der jahrelange Exzess forderte schließlich 1997 erstmals seinen Tribut: Nach einem Herzinfarkt erhielt Parfitt vier Bypässe, doch 2011 ereilte ihn eine weitere Herzattacke, drei Jahre später noch eine. Im Juni letzten Jahres erwischte es ihn erneut, also zum vierten Mal, und diesmal war es wirklich verdammt knapp. Parfitt war einige Minuten lang klinisch tot, die Rettung erfolgte fast in letzter Sekunde.

Noch im Herbst ließ er verlauten, dass es ihm den Umständen entsprechend recht gut gehe, er seine Karriere als Bühnenkünstler jedoch als beendet betrachte, da er sich den Anstrengungen einer Tournee nicht mehr gewachsen fühle. Nach einem Treppensturz an der Schulter verletzt, ließ er sich am 23. Dezember in ein Krankenhaus im spanischen Marbella einweisen. Einen Tag später erlag er einer Blutvergiftung. Rick Parfitt, der dreimal verheiratet war und vier Kinder hinterlässt, wurde 68 Jahre alt.

Wie er in Erinnerung bleiben wird? Zu­­nächst sicher als der „blonde Typ“, der jahrzehntelang neben dem „Dunkelhaarigen mit der Weste“ stand. Natürlich auch als passionierter Jeansträger, um dessen Schulter die obligatorische Fender Telecaster hing. Als Gitarrist, Songwriter und Sänger, der fast 50 Jahre lang einer Band namens Status Quo angehörte. Als einer, der aus Woking kam, einem unspektakulären Vorort im Südwesten von London, der mit seiner Musik jedoch die ganze Welt eroberte und dabei viele Menschen glücklich machte. Rockin’ All Over World? Ganz genau!

Das letzte Wort: Lemmy Kilmister über Schmerz, Dinosaurier und Milchshakes

0

Er wurde am Heiligabend des Jahres 1945 als Ian Fraser Kilmister geboren. Doch man kennt ihn besser unter seinem Spitznamen, der zum Synonym für Lautstärke, Exzess und meterlange Kneipenrechnungen wurde. Es gibt nur einen Lemmy. Wenn man auf Glücksspiel steht, dann war man bei ihm an der richtigen Adresse: Er hatte es entgegen allen Erwartungen zu etwas gebracht, sich nie von Trends beeinflussen lassen, damit Motörhead durch 36 wilde Jahre geführt und mit ihrer Musik Generationen beeinflusst. 

Klassische Beerdigung oder Feuerbestattung?
Feuerbestattung. Eine klassische Beerdigung spricht mich nicht an. Der Gedanke daran, aufgefressen zu werden, kommt mir ein wenig wie eine Verpflichtung vor. Außerdem kannst du, nachdem du verbrannt worden bist, nicht plötzlich in einem Sarg aufwachen, weil man dich irrtümlicherweise lebendig begraben hat. Mit ist es scheißegal, wo meine Asche später verstreut wird. Nach ein paar Stunden ist sie sowieso weg.

Was ist deine größte Angst?
Mich hält nachts nichts wach – abgesehen von Zahnschmerzen. Ich kenne keine Angst, außer vielleicht die Angst vor extremem, lang anhaltendem Schmerz. Ich habe keine Angst vor Haien oder etwas in der Art. Ich kann nicht schwimmen, also kann ich das gleich abhaken. Wahrscheinlich hätte ich Angst vor dem Tyrannosaurus Rex, wenn man ihn auf die Erde zurückholen würde.

Du lebst in L.A. Hast du dir jemals überlegt, eine Therapie zu beginnen oder dich einer Schönheitsoperation zu unterziehen?
Nein. Für eine Therapie bin ich einfach zu sehr Engländer. Und Schönheitsoperationen … ich hasse Krankenhäuser wie die Pest. Dort haben sie immer nur schlechte Nachrichten für dich. Freiwillig bekommen mich da keine zehn Pferde rein. Aber ich werde auch nicht nach England zurückgehen. Ich bin stolz, Engländer zu sein, doch das England, auf das ich stolz bin, ist schon lange Geschichte. Die Unruhen zeigen dies ganz deutlich. Okay, es gab schon immer Unruhen. Wenn du der Jugend einen triftigen Grund lieferst, dann werden sie auf die Straße gehen und Sachen herumwerfen.

„Ich bekomme nie einen Kater. Man muss mit dem Trinken aufhören, um einen Kater zu bekommen.“

Ist es frustrierend für dich, wenn andere Leute deine Sammlung von Nazi-Gegenständen missverstehen?
Wenn diese Leute wirklich denken, dass ich ein verdammter Nazi bin, dann sehe ich sowieso keine Hoffnung für sie. Nur weil du etwas sammelst, heißt das noch lange nicht, dass du auch so bist. Wenn jemand Baseball-Sachen sammelt, glauben die Leute doch auch nicht gleich, dass du Babe Ruth bist. Das ist Schwachsinn. Es ist eine Sammlung. Punkt.

Hast du dich jemals selbst gegoogelt?
Das brauche ich nicht. Ich weiß ja, was alles wirklich passiert ist. Man kann dem Internet nicht aus dem Weg gehen. Ich wünschte nur, die Plattenfirmen hätten sich früher damit beschäftigt, anstatt sich als komplette Idioten zu präsentieren. Wenn sie es früher ernst genommen hätten, dann hätte es für jeden positive Resultate bringen können. Aber nein. Stattdessen haben sie wie immer ihre dummen Köpfe gegen die Wand gedonnert, bis es zu spät war.

Du sagtest, dass du mit denselben Frauen ins Bett gehst wie dein Sohn Paul. Ist das nicht ein bisschen schräg?
Nun ja, es gibt eine Menge Mädels, die das mögen – man könnte sagen, es bleibt in der Familie. Wir haben das jedoch nur zweimal getan. Das ist keine Gewohnheit. Du wärst erstaunt darüber, was manche Frauen heutzutage anmacht.

Hast du schlimme Kater?
Ich bekomme nie einen Kater. Man muss mit dem Trinken aufhören, um einen Kater zu bekommen. Ich trinke immer noch Jack Daniel’s, manchmal ein bisschen Wodka oder billiges Bier. Früher habe ich regelmäßig Wodka mit Baileys getrunken. Das ist wie ein riesiger alkoholischer Milchshake. Ist doch logisch, dass einem so etwas schmeckt. Du denkst jetzt sicher, dass Baileys doch eher ein Frauengetränk ist, oder? Dann hör mir mal zu: Alles, was aus Alkohol besteht und nach Schokolade schmeckt, ist verdammt noch mal ein Drink für jeden.

Bist du ein guter Vater?
Ich tue mein Bestes. Das ist nicht immer wirklich gut, da ich Paul erst kennen gelernt habe, als er sechs Jahre alt war. Diese Zeit haben wir verloren. Seine Mutter hat mir jahrelang verboten, mit ihm zu sprechen. Doch dann ist er hierher gezogen, und seitdem funktioniert es sehr gut. Ich glaube nicht, dass ich ein schlechtes Vorbild bin. Ich bin genauso gut wie jeder Fußballspieler.

Müsste deine Wohnung mal aufgeräumt werden?
Meine Wohnung ist nicht unordentlich, nur sehr vollgestopft. Momentan ist es sogar noch schlimmer, weil mir neulich jemand einen verdammten ausgestopften Wasserbüffelkopf geschenkt hat.

Ist es nicht unfair, dass du noch am Leben bist, während viele Menschen jung sterben, die ihr ganzen Leben clean waren?
Nein, ich glaube nicht, dass es unfair ist. Ich finde, das ist völlig okay so. Ich sehe es als zähe Ausdauer an. Ich weigere mich einfach, mich davon kaputtmachen zu lassen. Ich war ein Teufelskerl … aber irgendwann muss man ein bisschen kürzertreten. Ich wurde an Weihnachten verdammte 66 Jahre alt. Es gibt für mich auch nichts mehr, gegen das ich rebellieren muss. Ich habe schon gegen alles rebelliert – sogar zweimal.

Wie hast du die Nachricht von Wurzels Tod im letzten Jahr aufgenommen?
Was denkst du? Das ist etwas, das mich an den Journalisten heutzutage echt nervt: „Wie fühlst du dich, wenn einer deiner Freunde stirbt?“ Wie würdest du dich verdammt noch mal fühlen? Das kann man nicht in Worte fassen. Natürlich habe ich mich schrecklich gefühlt. Schließlich ging es um Wurzel. Er war mein bester Freund in der Band für mehr als elf Jahre. Das ist eine wirklich dumme Frage.

https://youtu.be/pWB5JZRGl0U

CLASSIC ROCK Adventskalender: Türchen 24

0

Endlich ist es soweit, endlich ist Heiligabend! Wir wünschen euch allen ein frohes Fest, viele CDs, LPs, Konzertkarten und CLASSIC-ROCK-Magazine unter euren Christbäumen und haben heute noch einen letzten tollen Preis in unserem Adventskalender versteckt. Unter allen Metal-Fans verlosen wir heute die große RISE-Box von The Unity. Mit Vinyl, CDs, Patches, signierten Fotokarten, einer Unity-Fahne, einem Patch und Sticker. (Zur Verfügung gestellt von SPV)

Jetzt mitmachen und gewinnen:

[contact-form-7 id=“a6a8ad3″ title=“24 Advent The Unity 2023″]

(Teilnahmeschluss ist der 12.01.2024)

Werkschau: Pearl Jam

0

Pearl Jam AlbenViele ihrer Zeitgenossen taten sie als Trittbrettfahrer des Grunge ab. Heute haben sie diese Kritiker nicht nur in Grund und Boden geschrieben und verkauft, sondern die meisten von ihnen auch um viele Jahre überlebt.

Pearl Jam sind die großen Überlebenden des Grunge. Im Gegensatz zu Nirvana, Soundgarden, Alice In Chains und den anderen größeren Seattle-Bands aus der Klasse von 1991, waren sie nie weg, weder für immer noch vorübergehend. Und auch wenn sie viele Tragödien erleben mussten – nicht zuletzt den Tod so vieler Freunde und Zeitgenossen –, haben sie sich davon doch nie unterkriegen lassen.

Aber Belastbarkeit ist ein Teil der Pearl-Jam-DNS. Sie entstanden aus einer dieser Tragödien: Gitarrist Stone Gossard und Bassist Jeff Ament waren zuvor Mitglieder von Mother Love Bone, deren Karriere gerade Fahrt aufnahm, als ihr Sänger Andrew Wood an einer Überdosis starb.

Sie verwandelten ihren Schmerz in Hoffnung. Ihr Debütalbum TEN fand viele Millionen Käufer – worauf sie von den Gralshütern der Coolness als fünfte Kolonne des Grunge verrissen wurden. Ein Großteil des Spotts zielte auf Sänger Eddie Vedder, den Surfer aus San Diego, der von der abgeschotteten Szene im Nordwesten der USA als Eindringling betrachtet wurde. Sein sonorer Bariton und seine offen zur Schau getragene Aufrichtigkeit waren das genaue Gegenteil von Kurt Cobains waffenfähiger Ironie und Punk-Rock-Häme.

Doch aller Hohn konnte den Aufstieg der Band nicht aufhalten: Ihr zweites Album VS. fand 1993 fast eine Million Käufer – in der ersten Woche. Insbesondere Vedder hasste diesen Er­­folg allerdings. Sie wehrten sich standhaft dagegen, weigerten sich, Videos zu drehen oder Interviews zu geben.

Ende der 90er-Jahre ließ der Wahnsinn dann nach und es kehrte wieder eine gewisse Norma­lität ein. Die Plattenverkäufe waren deutlich ge­­schrumpft – YIELD von 1998 verkaufte sich eine Million mal, verglichen mit den 13 Millionen von TEN – und man bekam den Eindruck, dass niemand darüber glücklicher war als Pearl Jam selbst.

Es sollten noch weitere schwere Zeiten folgen, nicht zuletzt die Tragödie von Roskilde, wo während des Auftritts der Band neun Fans zu Tode gequetscht wurden. Doch im Großen und Ganzen hatten Pearl Jam den Weg aus der Dunkelheit gefunden.

Seit der Jahrtausendwende existieren sie zu­­dem außerhalb der Mainstream-Musikindustrie. Ihre Stärke basiert wesentlich mehr auf ihren Live-Shows vor Tausenden devoter Fans als der kommerziellen Schlagkraft ihrer Alben, sie haben sich quasi als eine Art Grateful Dead für die Generation X positioniert. Passend dazu waren sie eine der ersten Bands, die Aufnahmen ihrer Konzerte als „offizielle Bootlegs“ verfügbar machten. Was unterstreicht, dass Pearl Jam heute eigentlich noch immer dasselbe sind wie Pearl Jam im Jahr 1991: eine Band von Menschen für Menschen.

Unverzichtbar

Pearl Jam
TEN
EPIC, 1991

Pearl Jam Ten
Das Debüt ist eines der großen Rockalben. Wo ihre Zeitgenos­sen ihre Ironie als Waffe einsetzten, trug TEN seine Auf­­richtigkeit wie eine Fahne vor sich her und ließ Eddie Vedders magnetische Intensität auf Songs los, die hymnisch (›Even Flow‹), einfühlsam (›Jeremy‹, inspiriert von einem Amoklauf an einer Schule) und dräuend (›Black‹) waren. Dass sie sich von den gerade sehr uncoolen Rockbands der Vergangenheit inspirieren ließen, gab ihren Kritikern genügend Munition. ›Alive‹ wurde fies als „das ›Free Bird‹ des Grunge” verhöhnt, was die persönliche Tragödie in dessen Kern gänzlich ignorierte. Doch TEN wurde zum Million­enseller und Pearl Jam lachten zuletzt – auch wenn es ein bitteres Lachen war.

Pearl Jam
VITALOGY
EPIC, 1994

Pearl Jam Vitalogy
Bei ihrem dritten Album hasste niemand Pearl Jam so sehr wie Pearl Jam selbst. VITALOGY war der bewusste Versuch, alles zu zerstören, was sie aufgebaut hatten. Das einzige Problem bei der Sache war, dass sie unfähig waren, eine schlechte Platte zu machen. Die erste Single ›Spin The Black Circle‹ war eine punkige Lärm­attacke, die darauf abzielte, nicht im Radio gespielt zu werden (was nicht funktionierte), und das keuchende ›Bugs‹ war einfach verrückt. Doch die kratzbürstigen ›Last Exit‹ und ›Corduroy‹ konnten ihre Stadionrock-Herzen nicht verbergen, während ruhigere Nummern wie ›Better Man‹, ›Immortality‹ und ›Nothing­man‹ zu ihren besten Songs überhaupt zählen.

Wunderbar

Pearl Jam
VS.
EPIC, 1993

Pearl Jam VS
Der Erfolg erwischte Pearl Jam auf dem falschen Fuß. Wie der Titel klarmachte, war VS. der Klang einer Band, die sich gegen den Ruhm stemmte. Sie reduzierten die großen Emotionen, das Album startete holprig mit ›Go‹. ›Blood‹ war ein Rausch an­­gepisster Wut, der auch gut auf eine Platte von Nirvana gepasst hätte. Aber ganz aus ihrer Haut konnten sie trotzdem nicht. ›Rearviewmirror‹ und das wehklagende ›Elderly Woman Be­­hind The Counter In A Small Town‹ unterstrichen, dass Pearl Jam irgendwas anderes als eine Stadionrock-Band waren – und zwar mit verdammt viel Klasse.

Pearl Jam
NO CODE
EPIC, 1996

Pearl Jam No Code
Das faszinierende, stellenweise geniale vierte Werk klingt wie nichts, was sie davor oder da­­nach gemacht haben. Aufge­nommen in einer unruhigen Zeit – angeblich hatte sich Vedder die künstlerische Kontrolle er­­stritten –, klang es größtenteils reduziert. Aber „leise“ hieß nicht zwangsläufig „schlecht“. Der Opener ›Sometimes‹ und ›Who You Are‹ strahlten ruhige Schön­heit aus, während das furiose ›Hail, Hail‹ zeigte, dass sie noch immer Gas geben konnten. NO CODE verwirrte viele, die TEN und VS. erworben hatten, die Verkäufe brachen ein. Für Pearl Jam war das ein Triumph.

Pearl Jam
YIELD
EPIC, 1998

Pearl Jam Yield
Nach dem stilistischen Haken­­schlag und folgenden kommerziellen Einbruch von NO CODE wirkte das fünfte Album als Korrektiv. Es gab immer noch die subtilen Momente – ›Given To Fly‹ ist Zeps ›Going To Cali­fornia‹ im 90er-Gewand –, doch auf ›Brain Of J.‹ und ›Do The Evolution‹ ging es wieder be­­herzter zur Sache, auch wenn die emotionale Wucht von TEN nicht erreicht wurde. Vor allem verschob sich mit YIELD das Kräftegleichgewicht – Vedder gab die Verantwortung als Ent­­scheider ab, die Stimmung hellte sich auf und Pearl Jam waren wieder eine Band.

Eddie Vedder
INTO THE WILD
J RECORDS, 2007

Eddie Vedder Into The Wild
Alle vier Alben der Band in den 00er-Jahren waren gut, aber keines war herausragend. Und keines kam an Vedders erstes Solowerk heran. Dieser reduzierte Soundtrack zum Mensch-gegen-Natur-Film „Into The Wild“ spiegelte die unbezwingbare Schönheit von Alaska perfekt wider. Vedder spielte fast alle Instrumente selbst, was das Gefühl der Abgeschiedenheit noch verstärkte. ›Far Behind‹ und das glitzernde ›Hard Sun‹ klangen wie windzerzauste Pearl Jam, doch das filigrane ›Rise‹ und ›The Wolf‹ hatten eine panoramische Grazie, die mit nichts zu vergleichen war.

Anhörbar

Brad
SHAME
EPIC, 1993

Brad Shame
Das erste und beste Album von Stone Gossards langjährigem Nebenprojekt: ein Haufen sexy-intimer Songs, die meilenweit entfernt waren von der Breit­wand-Melodramatik der Hauptband. Gossard war der große Name, aber Sänger/Keyboarder Shawn Smith war hier der wahre Star. Seine fantastisch rauchige Stimme fühlte sich in schlaftrunkenen Balladen wie ›Buttercup‹ ebenso wohl wie in nebligen Funk-Rock-Nummern wie ›20th Century‹. Niemand erwartete von SHA­ME Verkäufe auf PJ-Niveau, was sich dann auch bestätigte. Aber Gossard klang nie wieder so sehr danach, als hätte er Spaß.

Pearl Jam
PEARL JAM
J RECORDS, 2006

Pearl Jam Pearl Jam
Die mit der Avocado auf dem Cover. Was ehrlich gesagt das einzige war, das diese Platte von BINAURAL (2000), RIOT ACT (2002) und BACKSPACER (2009) unterschied, eine Serie von Alben, die Pearl Jam in einer Art Warteschleife zeigte, wenngleich einer hochwertigen. Es waren immer noch tolle Platten, aber keine unverzichtbaren. Los ging es mit den treibenden ›Life Wasted‹ und ›World Wide Sui­cide‹, während ›Gone‹ den obligatorischen Moment des Inne­haltens markierte. Die drangvolle Dynamik, die Pearl Jam einst angetrieben hatte, schien sich nun jedoch auf Konzerte und Live-Aufnahmen zu verlagern.

Pearl Jam
LIGHTNING BOLT
J RECORDS, 2013

Pearl Jam Lightning Bolt
Ihr jüngstes Studiowerk war ihr bestes seit 15 Jahren. Das lag zum Teil an ›Sirens‹, einem minimalistischen Liebeslied, das eine ganz andere emotionale Wucht zeigte als die Balladen von TEN, VS. und VITALOGY. Doch es war nicht der einzige bemerkenswerte Song. Das ex­­plosive ›Mind Your Manners‹ ließ Stone Gossard und Mike McCready mit offenherzigen Soli von der Leine, ›My Father‘s Son‹ profitierte von der Anwe­senheit des Keyboarders und inoffiziellen sechsten Mitglieds Boom Gasper, das finale ›Future‹ trug eine schwere emotionale Bürde, ohne sich davon begraben zu lassen.

Sonderbar

Eddie Vedder
UKULELE SONGS
MONKEYWRENCH, 2011

Eddie Vedder Ukulele Songs
Es ist irgendwie grausam, Ved­­ders zweites Soloalbum so zu attackieren – ein Herzensprojekt, das nicht annähernd so schlimm ist, wie man vermuten könnte. Er klingt hier, als hätte er die Zeit seines Lebens, nicht zuletzt auf schläfrigen Interpretation amerikanischer Klassiker wie ›Dream A Little Dream Of Me‹ und ›To­­night You Belong To Me‹. Doch unterm Strich ist es immer noch eine Platte, auf der ein Mann 34 Minuten lang Ukulele spielt – ein Konzept, das die Geduld strapaziert, sofern man kein absoluter Liebhaber dieses viel zu oft missbrauchten Instruments ist. Die Grunge-Kriege wurden nicht für sowas ausgetragen.

CLASSIC ROCK Adventskalender: Türchen 23

0

Vinyl satt! Hinter dem 23. Türchen unseres Adventskalenders befindet sich heute ein Paket, dass die Herzen von Fans von Zakky Wylde höher schlagen lassen dürfte. Insgesamt acht LPs von Black Label Society, Pride & Glory und Zakk Wylde solo gibt es heute abzustauben.

Jetzt mitmachen und gewinnen:

[contact-form-7 id=“01b0e81″ title=“23 Advent BLS 2023″]

(Teilnahmeschluss ist der 12.01.2024)

CLASSIC ROCK Adventskalender: Türchen 22

0

Mit großen Schritten nähern wir uns dem Heiligabend und geben deswegen nochmal Gas mit den Geschenken in unserem Adventskalender. Wir verlosen ein 5-LP-Paket von Ace Frehley. Enthalten sind seine Soloplatten SPACE MAN, SPACE INVADER, ANOMALY und ORIGINS VOL. 2 in der Standard- und in der Record-Store-Day-Edition.

Jetzt mitmachen und gewinnen:

[contact-form-7 id=“3c91ff2″ title=“22 Advent Ace Frehley 2023″]

(Teilnahmeschluss ist der 12.01.2024)

Noddy Holder: Im Interview über Ozzy Osbournes frühere Streiche

0

In einem neuen Interview mit Jen Thomas von Planet Rock Radio erinnert sich Noddy Holder von Slade an einige von Ozzy Osbournes lustigsten Streichen zurück. Beispielsweise erzählt er davon, wie Ozzy damit angefangen hat, betrunkenen Kollegen die Augenbrauen abzurasieren.

„Ozzy Osbourne hat damit angefangen!“, so Holder im Interview. „Wenn du in der Nähe von Ozzy einschliefst, egal ob betrunken oder nicht, rasierte er dir die Augenbrauen hab. Ich konnte immer mit Ozzy mithalten, deswegen hat er das bei mir nicht gemacht, aber die Augenbrauen anderer Leute hat er ziemlich oft abrasiert. Wenn sie dann morgens aufwachten und sich im Spiegel ansahen, fiel ihnen schon auf, dass irgendetwas nicht ganz richtig war, doch es dauerte eine Weile, bis ihnen auffiel, dass ihre Augenbrauen fehlten. Das war Ozzys Idee. Er hat das ständig gemacht.“

Auch Noddy Holder selbst war früher kein Kind von Traurigkeit. In unserem großen Titelstory-Interview über die Geschichte von Slade verriet uns der Frontmann mit der Reibeisen-Stimme so manch pikante Geschichten und Geheimnisse. Jetzt hier lesen: Slade – Komm und spür den Lärm!