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Lainey Wilson: Vom Wohnwagen zu den Grammys

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Nach einer ersten Stippvisite im April 2024 kehrt Lainey Wilson als Hauptact des „Country to Country“ (C2C) Berlin 2025 nach Deutschland zurück. CLASSIC ROCK sprach mit der preisgekrönten Singer/Songwriterin über ihren turbulenten Karriereweg von einem 180-Seelen-Ort in Louisiana bis an die Spitze der Country-Music-Szene.

Lainey, der Auftritt in Berlin 2025 ist eine deiner ersten C2C-Headlinershows.
Dieses Konzert in eurer Hauptstadt ist für mich eine echt große Sache. Dass ich auf eurer Seite des Atlantiks schon vor meinem Durchbruch in den USA viele Fans hatte, werde ich nie vergessen. Ihr habt mein Songwriting seit meinem BBR-Music-Group-Debüt REDNECK HOLLYWOOD EP (2019) ins Herz geschlossen. Das war und ist für mich keine Selbstverständlichkeit.

Mit dieser EP und dem darauffolgenden Album SAYIN’ WHAT I’M THINKIN’ (2021) ist deine Karriere durch die Decke gegangen.
Mein Leben hat sich damit über Nacht komplett verändert. Trotzdem bin ich noch immer dieselbe Person wie damals, bevor der große Erfolg an meine Tür klopfte. Der einzige Unterschied ist, dass meine Gitarre und ich unsere Lieder vor ein paar mehr Leuten als früher spielen. Es macht für mich keinen Unterschied, ob meine Publikum aus zwei oder 20.000 Menschen besteht. Ich erzähle mit meinen Liedern Geschichten, in denen sich hoffentlich das gesamte Auditorium wiederfindet. Es ist der gelebte Traum eines jeden Songwriters.

Wie erklärst du dir deinen interkontinentalen und kulturübergreifenden Erfolg?
Ich denke, dass viele Menschen auf dem gesamten Globus mehr gemein haben, als sie im ersten Moment denken. Wenn ich’s mir recht überlege, liegt es eventuell an meinen Wurzeln in einem 180-Seelen-Örtchen. Country-Fans mit ähnlichen Roots wie meinen finden wahrscheinlich deswegen schnell eine Connection zu meinen Stücken. Allerdings ist Country-Musik für jeden ein Zuhause, der selbstsicher und mit beiden Beinen im Leben steht.

Als du 19 Jahren alt warst, bist du nach Nashville gezogen und hast du für geschlagene zehn Jahre hinter einen Studio in einem Wohnwagen gelebt.
Man muss dafür schon ziemlich verrückt sein. Als ich mit neun meinen ersten Song geschrieben habe, war mir klar, dass ich irgendwann in Music City meine Zelte aufschlage. Zum Glück standen meine Eltern immer hinter mir und ich durfte meinen Traum verfolgen. Ehrlicherweise muss ich zugeben, dass ich nicht gedacht hätte, dass es so lange dauert, bis mein leidenschaftlicher Einsatz in Nashville Früchte trägt. Erst nach geschlagenen sieben Jahren konnte ich endlich einen Publishing Deal als Komponistin unterzeichnen. Der Plattenvertrag folgte ein Jahr später. Knappe 36 Monate danach stand ich auf Platz eins im Country-Radio. Das Sprichwort, dass die Music City eine „Zehn-Jahre-Stadt“ ist, stimmt für mich somit auch. Wenn ich jetzt in meinem 13. Jahr zurückblicke, ist in dieser schier endlos wirkenden Zeit, in der zum Großteil nichts passiert ist, der Grundstein meiner jetzigen Karriere gelegt worden. Zum Glück stand für mich nie zur Debatte, aufzugeben und mit gesenktem Kopf nach Louisiana zurückzuziehen.

2024 erhielt BELL BOTTOM COUNTRY (2022) bei den Grammys die Auszeichnung als „Best Country Album“. Dein aktueller Longplayer WHIRLWIND (2024) hatte ebenfalls Chancen die Kategorie in diesem Jahr zu gewinnen.
Das ist für mich ein Zeichen, dass ich von der gesamten Musikindustrie als Songwriterin und Künstlerin ernst genommen werde. Als Kind wusste ich nicht mal, dass es so etwas wie die Grammys überhaupt gibt. Preise und Ruhm sollten auch nie die Antriebsfeder sein, sondern vielmehr der Beweis dafür, dass man tolle Stücke komponiert und eine tadellose Performance mit viel Hingabe im Studio abgeliefert hat.

Trotz deines vollen USA-Terminplans hast du bereits letztes Jahr ein paar ausverkaufte Clubsshows als Vorbote für C2C Berlin 2025 gespielt.
Anders baust du dir keine Fanbase auf. Deutschland war 2024 ein fantastisches Erlebnis, weswegen ich mich schon riesig auf das Konzert am 9. März bei C2C freue. Für die Begeisterung, die mir im vergangenen Frühjahr geschenkt wurde, würde ich mich sogar wieder wie zu Anfang meiner Karriere mit meiner Gitarre in die Ecke eines Cafés stellen und für euch spielen.

C2C – Country To Country
06.03.-09.03.25 Berlin, Uber Eats Music Hall

Pantera: So sah es bei ihrer Show in Hamburg aus

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Zur Zeit sind Pantera in ganz Europa unterwegs. In den vergangenen Tagen kamen Phil Anselmo und Bassist Rex Brown, begleitet von Gitarrist Zakk Wylde und Schlagzeuger Charlie Benante, für drei Konzerte auch nach Deutschland. Seht hier die besten Bilder von ihrer Show in der Hamburger Sporthalle.

Guns N’ Roses: Rückblende – ›Welcome To The Jungle‹

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guns n roses pressDas Stück „von der Front“ des Überlebenskampfes in L.A. zündete die Lunte und katapultierte GN‘R auf den Weg zum Superstarstatus – und zur grandiosesten Rock‘n‘Roll-Band ihrer Generation.

Als Guns N’ Roses Ende der 80er Jahre zur größten Hardrockband des Planeten wurden, hatte es niemand kommen sehen, schon gar nicht ihr Lead-Gitarrist Slash. Er war 22, als 1987 das Debütalbum APPETITE FOR DESTRUCTION erschien. Es wurde weltweit mehr als 30 Millionen mal abgesetzt und wurde zum meistverkauften Debüt der US-Geschichte. Doch wie Slash heute sagt: „Wenn mir jemand gesagt hätte, dass das so eine Riesenplatte werden würde, hätte ich ihm ins Gesicht gelacht.“

Anders als andere große Rockalben in jenem Jahr – HYSTERIA von Def Leppard oder Whitesnakes 1987 – hatte APPETITE… einen Sound, der einmal denkwürdig als „rauer als die Oberschenkel einer Hure“ be­­zeichnet wurde. Die ungestüme Kraft von AC/DC, die Dekadenz von Aerosmith zu ihren Drogenzeiten und die bedrohliche Energie der Sex Pistols trafen auf die „Fuck you“-Attitüde, die der dauerfluchende Frontmann Axl Rose so eloquent zum Ausdruck brachte.

„Wir passten uns nie den Erwartungen von irgendjemandem, irgendwelchen Konventionen oder kommerziellen Bedürfnissen an“, so Slash. „Keine fucking Gimmicks. Das war einfach nur Rock’n’Roll von der Straße – boom!“Und auf diesem Album, das Guns N‘ Roses als die größte Rockband ihrer Generation definierte, war kein Stück so prägend wie das eröffnende Statement: ›Welcome To The Jungle‹.

Es war einer der ersten Songs, die das klassische Line-up schrieb, das im Juni 1985 in Los Angeles zusammengefunden hatte und APPETITE FOR DESTRUCTION machte: Rose, Slash, Rhythmusgitarrist Izzy Stradlin, Bassist Duff McKagan und Schlagzeuger Steven Adler. Wenn der Gitarrist heute an 1985 zurückdenkt, erinnert er sich an eine Zeit, in der sie sich so nahe standen, dass Slashs Mutter Axl sogar in ihrem Keller wohnen ließ. Und genau dort nahm ›Welcome To The Jungle‹ einst Gestalt an.

„Ich hatte dieses Riff und weiß noch, wie ich es Axl auf einer akustischen Gitarre vorspielte. Ich sagte, ‚hör dir das mal an‘.“ Axl gefiel das, was er da hörte. Bei der nächsten Bandprobe wurde ein komplett strukturierter Song daraus geschmiedet. „Das war das erste Stück, an dem wir alle gemeinsam gearbeitet hatten. Es ist wirklich eine Kombination aus dem Input jedes einzelnen Mitglieds.“ Der Song war wie ein Dampfwalze mit einem dreckigen, fiesen Groove, aber im Mittelteil wurde das Tempo etwas zurückgenommen. Dieser Break stammte aus einem Lied namens ›The Fake‹, das McKagan 1978 geschrieben hatte, als er bei der Punkband The Vains in Seattle war.

„Ich will nicht das Wort ‚bluesy‘ in den Mund nehmen“, sagt Slash, „aber es hatte diesen coolen, beseelten Vibe. Wir analysierten das Zeug nicht groß – die Songs entstanden völlig spontan. Aber in dieser ganzen Zeit von ’85 bis ’86, als wir ‚uns entdeckten‘, von der Hand in den Mund lebten und uns zum Jammen trafen, hatten wir etwas, das nicht viele hatten. Und bei diesem Stück gab es diesen natürlichen Vibe, der echt cool war.“

Titel und Text fielen Axl ein, als er eine Freundin namens Tori in Seattle besuchte. Weg von L.A., konnte er wieder jene Gefühle heraufbeschwören, die er 1982 empfunden hatte, als er wie so viele Träumer vor ihm mit großen Augen aus dem ländlichen Indiana von den strahlenden Lichtern Hollywoods angezogen wurde und in die Stadt der Engel zog. Über den Überlebenskampf in seiner neuen Heimat schrieb er: „Ya learn to live like an animal/In the jungle where we play“ (du lernst, zu leben wie ein Tier/In dem Dschungel, in dem wir spielen).

In einer weiteren Zeile spielte er auf die hedonistischen Ex­­­­zesse an, die zu entgleisen drohten: „When you’re high you never ever wanna come down“ (wenn du high bist, willst du niemals wieder runterkommen).„Das war ein sehr vielsagender Text“, so Slash heute. „Einfach nur diese nackte Ehrlichkeit. Wenn man in Los Angeles lebte, so­­zusagen an der Front, konnte man sich damit identifizieren. Und da ich Axl kannte, wusste ich genau, was er damit sagen wollte.“

Der fertige Song – aufgenommen in den Rumbo Studios in Canoga Park und produziert von Mike Clink – war elektrisierend. Das gesamte Intro klingt schon so, als würde gleich etwas Schlimmes passieren: Die ersten, hallenden Noten aus Slashs Gitarre und die schnell absteigende Tonfolge klingen ominös, gefolgt von Axl, der heult wie eine Polizeisirene. Das Riff ist giftig wie eine Klapperschlange. Dann dieser coole Break – Nicky Wire, Bassist der Manic Street Preachers, bezeichnete es mal als Beweis dafür, dass Guns N’ Roses all den anderen, geradlinigeren L.A.-Hea­­­­vy-Metal-Konkurrenten der 80er Jahre wie Mötley Crüe und Poison haushoch überlegen waren.

Im zweiten Break gibt es dann noch donnernde Tribal-Rhythmen von Steven Adler, ein packendes Solo von Slash und schließlich Axl herausgebrüllte Warnung, die berühmter werden sollte als alles andere, das er je sang: „You know where you are?/You’re in the jungle, baby/You’re gonna die!“ (weißt du, wo du bist?/Du bist im Dschungel, Baby/Du wirst sterben!).

Erstaunlich für einen so rohen und bedrohlichen Song, erreichte ›Welcome To The Jungle‹ die Top 10 in den USA. Es war ihre De­­bütsingle in Amerika, und als MTV es in die Heavy Rotation übernahm, war die gefährlichste Band der Welt nicht mehr aufzuhalten. Im Juli 1988 erreichte APPETITE FOR DESTRUCTION Platz 1 der US-Albumcharts.

„›Welcome To The Jungle‹ ist schnell, heftig, aggressiv, aber es stecken auch viele subtile Emotionen drin, die die Band wirklich verinnerlichte. Wenn Axl irgendwohin ging, folgte ihm die Band. Das liebe ich an ihr und der Musik und wie das alles zusammenkam. In alledem steckte etwas Magisches.“ Sagt Slash.

Vor allem aber sei ›Welcome To The Jungle‹ die Essenz von dem, was Guns N’ Roses schon immer ausmachte. Sie seien, so Slash, „eine der authentischsten, direktesten Rock’n’Roll-Bands, die es je gab“.

Meilensteine: „BROKEN ENGLISH“ von Marianne Faithfull entsteht

Mai bis Juli 1979: In den Londoner Matrix Studios entsteht Marianne Faithfulls Comeback-Album BROKEN ENGLISH

Leicht nachvollziehen lässt sich der Werdegang von Marianne Faithfull nach der Trennung von Mick Jagger 1970 nicht, nachdem sie zuerst 1964 mit Hilfe von Rolling-Stones-Manager Andrew Loog Oldham eine weltweite Traumkarriere als noch minderjährige Pop-Folk-Sängerin gestartet hatte, um dann ab Ende 1966 für vier Jahre zur Lebensabschnittsgefährtin des Stones-Frontmanns zu avancieren.

Offiziell gilt, dass die Tochter des britischen Major Robert Glynn Faithfull und der österreichisch-ungarischen Adeligen Eva von Sacher-Masoch als Heroinabhängige im Drogensumpf versank, darüber das Sorgerecht für Sohn Nicholas aus der Ehe mit John Dunbar (Indica Gallery) verlor und rund drei Jahre lang in London auf der Straße lebte. Möglicherweise überzieht Marianne Faithfull diese Phase bewusst, weil sie sich als so erfolglos erwies, trat sie in besagter Ära doch noch immer als Schauspielerin an kleinen Theatern auf, spielte sporadisch LPs ein (RICH KID BLUES) und wirkte 1973 gar in David Bowies US-TV-Special „The 1980 Floor Show“ mit. Nachdem sie mit der countryesken LP DREAMIN’ MY DREAMS/FAITHLESS (1975) zumindest einigermaßen wieder Fuß gefasst hatte, gelang es ihr in den Jahren danach, trotz prekärer Umstände wie das Wohnen in einem besetzten Haus, einer turbulenten Ehe mit Punkmusikus Ben Brierly (The Vibrators) und weiterhin heroinabhängig, all ihre Lebenserfahrungen mit Hilfe von Komponist und Gitarrist Barry Reynolds in eigene Songs zu betten. Eine nur unzureichend behandelte Kehlkopfentzündung sowie heftiger Drogen- und Nikotinkonsum modifizierten den einst so kristallklaren Sopran um ein, zwei Oktaven tiefer.

marianne faithfull broken english

Demos ließen Island-Labelchef Chris Blackwell und Produzent Miller Mundy aufhorchen. Von Mai bis Ende Juli 1979 entstand in den Londoner Matrix Studios das siebte Studiowerk BROKEN ENGLISH mit Reynolds, Joe Mavety (Gitarre), Steve York (Bass) und Terry Stannard (Drums) als Kernband sowie diversen Studiogästen. Doch erst als sich Multiinstrumentalist Steve Winwood zum Team gesellte, Elektronik ins Spiel brachte, Arrangements modifizierte und einen neuen Sound entwickelte, entstand der bahnbrechende Meilenstein. Im hypnotischen Titelsong bezog sich Marianne auf RAF-Terroristin Ulrike Meinhof. John Lennons ›Working Class Hero‹ tönte eindringlicher als im Original. Dichter Heathcote Williams’ harsche Poesie in ›Why D’Ya Do It‹ ging bis weit über die Schmerzgrenze. Angeschoben wurde die Platte von der Auskopplung ›The Ballad Of Lucy Jordan‹, eine sarkastische Hausfrauen-Tragödie.

Spiders: Videopremiere von ›Mess With My Emotions‹

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Die schwedischen Retro-Rocker Spiders veröffentlichen ihre neue Single. Hier seht ihr den Videoclip zu ›Mess With My Emotions‹.

„Wenn Alice Cooper und Stevie Nicks ein Kind hätten, klänge es nach den Spiders“, so beschreiben diese ihren Stil selbst. Dass sie damit nicht ganz falsch liegen, wird auch durch ihre neue Single ›Mess With My Emotions‹ bestätigt.

Addiert man dazu noch die musikalische DNA der Dead Boys, Ramones, Blondie, The Faces und beispielsweise der Hellacopters, hat man in etwa den wilden und unwahrscheinlich wohltuenden Gen-Mix, der ihr kommendes Album SHARP OBJECTS so aufregend macht. Erscheinen wird das am 14. Februar bei Wild Kingdom Records.

Bis dahin twisten und klatschen und tanzen und shouten wir zu ›Mess With My Emotions‹:

Ein ausführliches Interview sowie den Song auf der beiliegenden Heft-CD findet ihr in der kommenden Ausgabe von CLASSIC ROCK, ab 14.02. im Handel!

Lynyrd Skynyrd: Southern-Rock-Legenden kommen auf Deutschland-Tour

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Lynyrd Skynyrd kündigen für 2025 ihre „Celebrating 50 Years Of Lynyrd Skynyrd“-Tour an. Die Deutschland-Termine werden euch präsentiert von CLASSIC ROCK.

Sie sind die Institution des amerikanischen Southern Rock und sie haben noch nicht genug. Vorangegangenen Farewell-Tourneen zum Trotz kommen Lynyrd Skynyrd noch einmal nach Europa, darunter für sechs Shows nach Deutschland. Nach dem Tod ihres letzten Originalmitglieds Gary Rossington vor knapp zwei Jahren wollen Johnny Van Zant, Rickey Medlocke, Damon Johnson, Mark „Sparky“ Matejka, Michael Cartellone, Keith Christopher, Peter Keys, Carol Chase und Stacy Michelle unter dem Motto „Celebrating 50 Years Of Lynyrd Skynyrd“ noch einmal das Werk dieser Band mit einer der bewegtesten Historien des Rock feiern.

Sänger Johnny Van Zant: „Es geht um das Erbe von Lynyrd Skynyrd und darum, wofür es steht, worum es den Fans geht. Es gibt nichts Besseres, als mit Skynyrd auf die Bühne zu gehen und zu sehen, wie die Leute diese Musik lieben.“

30.06. München, Tollwood
02.07. Breisach, Pinot and Rock
04.07. Halle a. S., Peißnitzinsel
05.07. Bonn, Kunstrasen
12.07. Bad Mergentheim, Schloss
13.07. Berlin, Zitadelle

Hier findet ihr alle weiteren Infos …

Plattensammler: Ian Anderson

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Im kommenden März wird CURIOUS RUMINANT, das 24. Album von Jethro Tull erscheinen. Bandchef Ian Anderson mag 77 sein, doch seine Talente als Songwriter, Flötist und Frontmann sind unvermindert und die Ideen sprudeln noch immer. Woher diese kommen, erzählt uns der Prog-Gott anhand des Soundtracks seines Lebens. (Text: Grant Moon)

DIE ERSTE MUSIK, AN DIE ICH MICH ERINNERN KANN
›In The Mood‹ von Glenn Miller und seinem Orchester. Ich war etwa sechs. Mein Vater hatte ein paar Platten aus dem Krieg, die Schätze waren, hauptsächlich Big-Band-Musik. Ich weiß noch, wie das ein Moment der Erleuchtung für mich war, denn im Wesentlichen stellt einem ›In The Mood‹ die Elemente des Blues vor. Das war der erste Moment, in dem ich dachte: „Hmm, diese Musik
ist etwas Besonderes …“

DER ERSTE SONG, DEN ICH LIVE SPIELTE
Etwa 1964 wagten [die frühen Tull-Mitglieder] John Evan, Jeffrey Hammond und ich, ein paar Songs im Jugendclub der Holy Family Church in Blackpool zu spielen. Darunter war ›Walking The Dog‹ von Rufus Thomas, das auch die Rolling Stones gecovert hatten. Wir wussten, dass die Stones Blender waren, also gingen wir zurück zu den Originalen der Musik, die sie coverten, und spielten sie auf unsere eigene Art – also gewissermaßen genauso fake wie die Rolling Stones!

DER GITARRENHELD
Peter Green war in den Anfangstagen von Fleetwood Mac so beseelt. Er konnte eine Gitarre wie eine menschliche Stimme singen lassen. Er hatte diesen wunderbaren Klang und die volle Kontrolle über das Instrument. Er konnte viele Noten spielen, wenn die Musik danach verlangte, aber davon abgesehen verführte er einen mit Klasse statt Masse.

DER SONGWRITER
Roy Harper. Von 1968 bis 1970 kaufte ich mir seine Platten und er hob sich von den anderen Songwritern jener Ära ab, weil er ein breites Spektrum abdeckte, von politischen und sozialen
Themen bis zu schlichten, bekifften Liebesliedern. Ich komme immer wieder zu COME OUT FIGHTING GENGHIS SMITH [1968] zurück. Ich war gerade selbst nach London gezogen und das traf einen Nerv bei mir. Also Hut ab vor Roy Harper, wie Led Zeppelin mal sagten.

DER SÄNGER
Für mich ragt Lou Gramm über alle anderen Rocksänger heraus. Unglaubliche Präzision und Diktion – man kann jedes Wort hören, das er singt, anders als bei den meisten Sängern davor und seither. Die dekorativen Elemente seiner Darbietung waren nie übertrieben – er sang hauptsächlich im Takt, im Ton und mit großer Emotion.

DAS BESTE ALBUM ALLER ZEITEN
Die Aufnahme von Beethovens Neunter der Deutschen Grammophon, dirigiert von Herbert von Karajan, von etwa 1962. Ich verliebte mich in seine Symphonien, vor allem in die Neunte, und das hat mich mein ganzes Leben lang begleitet. Nicht sehr Rock’n’Roll, aber auf eine andere Art und Weise eigentlich doch sehr Rock’n’Roll.

DIE BESTE PLATTE, DIE ICH JE GEMACHT HABE
Die, die ich gerade fertiggestellt habe. Wer THE ZEALOT GENE mochte, wird die neue noch mehr mögen. Aber wenn du versuchst, mich auf eine Platte festzunageln, die man kennt, würde ich mich vielleicht für SONGS FROM THE WOOD [1977] entscheiden.

DIE SCHLECHTESTE PLATTE, DIE ICH JE GEMACHT HABE
Der Song ›Singing All Day‹ ist Müll. Ein belangloses Stück, das wir sofort in die Tonne traten, bis wir verzweifelt Material für eine Compilation brauchten, zu der wir vertraglich von Warner Brothers verpflichtet worden waren. Es kam aus der untersten Schublade. Totaler Schrott.

DIE UNTERBEWERTETSTE BAND ALLER ZEITEN
The Six And Violence waren ein Haufen Typen aus New York, die Thrash Metal spielten. Sie waren
auf der Bühne brutal, aber abseits der Bühne sehr liebenswert. Ich spielte auf [ihrem Debüt] LETTUCE PREY [1990]. Sie kämpften ein paar Jahre tapfer weiter, aber schafften nie den Durchbruch. Ich fand immer, dass sie mehr verdient hatten.

MEINE GRÖSSTE ENTTÄUSCHUNG
Als Frank Zappa im Sterben lag, erhielt ich eine Nachricht, dass er gerne einen Anruf von mir erhalten würde. Ich hatte ihn nie getroffen. Ich war ein Fan von ihm, aber instinktiv dachte ich,
dass er Jethro Tull nicht mochte, also war es etwas seltsam. Ich wählte die Nummer dreimal, aber legte jedes Mal panisch wieder auf. Es war mir peinlich – was sagt man zu einem Sterbenden? Ein paar Wochen später starb er. Ich hörte, dass er mit ein paar Leuten sprechen wollte, einfach Hallo sagen, und ich war einer von ihnen. Es hätte nichts verändert, aber ich hätte meine erste und letzte Unterhaltung mit einem der großen Originale unter den Komponisten und Performern der Rockgeschichte gehabt.

MEIN GUILTY PLEASURE
Ich habe eine Schwäche für die brutale, simple Musik von Motörhead und den Ramones. Und ich mag Marc Almond. Wir sind bei Benefizveranstaltungen und in Kathedralen schon öfter zu Weihnachten gemeinsam aufgetreten. Das mag die Leute überraschen – wir kommen aus verschiedenen Äras, sind sehr verschieden in Sachen Persönlichkeit und Charakter, aber wir sind gute Kumpels.

MEIN „IN STIMMUNG“-SONG
›Another Day‹ von Roy Harper. Die romantische Intimität des Texts hat viele Menschen angezogen, ebenso wie das gemächliche Orchesterarrangement auf Roys Originalaufnahme. Das ist an erster Stelle romantisch, an zweiter Stelle sexy und spricht auf respektvolle Art und Weise von Zärtlichkeit.

DER SONG, DER BEI MEINER BEERDIGUNG LAUFEN SOLL
›What A Wonderful World‹ von Louis Armstrong. Das ist seit mehreren Jahrzehnten der Abschluss unserer Konzerte. Das scheint mir immer ein passender Weg zu sein, sich von einem Publikum zu verabschieden, also wäre es aufgrund dessen für mich von großer persönlicher Bedeutung. Es ist ein Song über Dankbarkeit für diese wunderschöne Welt, in der wir leben.

Rod Stewart: „Ich tue, was ich kann, um mich vom Grab fernzuhalten”

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Interview Rod Stewart

Der ewige Schwerenöter im Interview von 2018 über das Altern, #MeToo, Celtic Glasgow und sein jüngstes Album BLOOD RED ROSES.

Seit über fünfzig Jahren ist Rod Stewart nicht aus der Pop- und Rockmusik wegzudenken. Zunächst bei The Faces, später solo, steht der Brite mit der markant-rauen Stimme für legendäre Songs wie ›Sailing‹ oder ›Maggie May‹. Nach einer kreativen Dürre, in der er – allerdings höchst erfolgreich – über mehrere Alben vor allem Coversongs (THE GREAT AMERICAN SONGBOOK) veröffentlichte, sitzt der Vater von acht Kindern von fünf Frauen (die älteste Tochter ist 55, der jüngste Sohn ist sieben) künstlerisch nun wieder fest im Sattel. Sein neues Album BLOOD RED RO­­SES, das ausschließlich aus Eigenkompositionen besteht, ist eine überzeugend solide Liedersammlung mit einigen rasanten, aber auch vielen besinnlichen und eher ruhigen Songs. ›Julia‹ beispielsweise ist eine rührende Ballade über das erste Mädchen, in das Womanizer Stewart je verliebt war (mit zehn).

Auch ›Grace‹ oder ›Cold Old London‹ (mit der der hübschen Zeile „I’m getting old/ The girls are getting younger“) sind auf der melancholischen Seite des Schaffens angesiedelt. Aber dann gibt es auch den feurigen ›Vegas Shuffle‹, die musikalisch interessante Uptempo-Nummer ›Honey Gold‹, und auch ›Rollin’ & Tumblin’‹ atmet den Geist des Rock’n’Roll. Zwar sollte man von ei­­nem Rod-Stewart-Al­bum – BLOOD RED ROSES ist übrigens seine dreißigste Studioaufnahme – kein Feuerwerk der Innovationen er­­warten, aber trotzdem klingt der Irish-Folkige Titelsong, das erstaunlich elektronische ›Look In Her Eyes‹ sowie das ansatzweise im Disco angesiedelte ›Give Me Love‹ auch für die Ohren des abgebrühtesten Kenn-ich-doch-alles-Nörglers richtig schön frisch.

Der Tag neigt sich langsam dem Abend entgegen, als Rod Stewart die Interviewsuite des Hyatt-Hotels am Potsdamer Platz in Berlin betritt. Er trägt einen hellbeigen Anzug, Slipper, keine Strümpfe. Ein Assistent gießt dem 73 Jahre alten Urgestein mit der Raspel-Stimme noch ein Glas Sprudelwasser ein, dann geht es los, und Rod ist gleich mitten drin im Gespräch. Einen Aufwärmplausch braucht dieser Mann nicht.

Rod, du darfst dich seit zwei Jahren als „Sir Rod“ ansprechen lassen. Bist du stolz auf deinem Ritterschlag?
Ja, verdammt stolz sogar. Mir bedeutet das eine Menge. Ich bin immer noch Rod, keine Frage, aber es war ein wunderbarer Tag. Ich hätte mir bloß gewünscht, meine Eltern hätten die Zeremonie noch erlebt. Aber es ist schon toll, wenn man mich in Hotels und bei öffentlichen Anlässen als „Sir Rod“ anspricht. Das hat was. Also ich lache auch, aber es ist irgendwie schön. Mein Alltagsleben hat sich dadurch allerdings nicht verändert.

Hat ein Rod Stewart überhaupt einen Alltag?
Natürlich hat er das. Ich war im Sommer mit Cyndi Lauper auf USA-Tournee, das ist natürlich irgendwo Routine, auch wenn es irre viel Spaß gemacht hat. Cyndi ist eine verrückte Nudel, ich liebe sie. Zwei Blonde auf großer Fahrt. Jetzt im Herbst geben wir noch weitere Konzerte.

Stichwort Spaß. BLOOD RED ROSES ist dein 30. Studioalbum. Hat man da eigentlich noch Lust, sich diese Mühe zu machen?
Aber selbstverständlich. Ein Album aufzunehmen ist für mich das reine Vergnügen. Sonst würde ich es auch nicht tun, warum sollte ich mich abrackern? Und ganz sicher ist es ein viel tollerer Job, als eine Straße zu teeren. Heute ist es besser als früher, ich habe mehr Freude dabei, auch weil ich nicht mehr monatelang im Aufnahmestudio hocken muss, was eine Tätigkeit ist, bei der für mich der Spaß tatsächlich auch mal aufhört. Wir arbeiten viel am Laptop, und wir schicken uns die Musik hin und her. Das läuft heute alles transatlantisch.

Transatlantisch?
Ja, wir mailen Ideen hin und her, ich schreibe Texte, mein Co-Produzent fügt dann Schlagzeug und Bass und so weiter ein, man spart tierisch viel Zeit, das macht mich sehr froh. Billiger ist es auch noch, denn so musst du nicht die ganze Zeit für das Studio und für die Musiker bezahlen. Sondern wirklich nur dann, wenn du sie brauchst.


„Ich habe keine Angst vor dem Sterben, der Ge­­danke besorgt mich nicht übermäßig. Nur zu bald sollte es noch nicht passieren.“

Kannst du dir vorstellen, alt zu sein?
Aber ich bin doch alt! (lacht laut und schlägt sich aufs Knie) Dieses Knie ist kaputt, deshalb kann ich nicht mehr richtig Fußball spielen. Ich fühle mich schon gut, ich trainiere viel, halte mich fit, esse vernünftig. Ich trinke allerdings zu viel, das wird noch mal mein Untergang sein.

Wirklich?
Ich trinke zu viel Wein. Ich liebe Wein. Ich bringe es nicht übers Herz, in einem schönen Restaurant lecker zu essen und Wasser dazu zu trinken. Da gehört einfach ein Glas Wein dazu.

Hattest du den Alkohol immer im Griff?
Ich bin nie unter die Räder gekommen. Das hielt sich immer im Rahmen. Ganz ehrlich: Wenn ich zu viel saufe, dann falle ich einfach um. Ich trinke gerne so ein bisschen, da merke ich auch nichts von. Aber ich gebe mir nie komplett die Kante.

Die Single ›Didn’t I‹ dreht sich um Drogenprobleme. Worum geht es genau?
Ich singe aus Elternsicht über die Nöte und Sorgen, die man mit drogenabhängigen Teenagerkindern hat.

Was hat dich gerade zu diesem Thema be­­wogen?
Weiß ich gar nicht. Ich setze mich nicht groß hin und überlege „So, jetzt schreibe ich über Drogensucht aus Sicht der Eltern“. Das hat mich einfach interessiert. Man bekommt ja mit, wie sie sich verändern, sich anders verhalten, anders sprechen, sogar anders gehen. Und du sitzt da und denkst „Was passiert hier?“ Wie alle meine Songs ist aber auch dieser einfach zu mir gekommen.

Über ›Look In Her Eyes‹ sagst du, das Lied erzähle eine moralische Geschichte. Welche genau?
Zu meinen Zeiten ging es zwischen Mädchen und Jungs lockerer zu als heute, auch ruppiger und ein bisschen direkter. Heute hat sich das sehr verändert, wir Männer müssen aufpassen wegen dieser „MeToo“-Bewegung, die längst überfällig war. Wir können uns nicht länger einen hinter die Binde kippen und in der Kneipe die nächste Frau bespringen.

Hattest du jemals Ärger, weil du zu forsch warst gegenüber einer Frau?                                                                                   Nein, nie. Ich kannte dieses Problem nicht. Damals bei The Faces, als ich jung war, war es umgekehrt. Wir mussten die Ladies wegschubsen, sonst hätten sie in Trauben auf uns gelegen.

Wäre es wohl heute genauso viel Spaß, ein junger Rockstar zu sein, wie damals in den 60ern und 70ern?
Nein. Oh nein. Nicht mal annähernd. Handys und Kameras haben es unmöglich gemacht, mit den Sachen durchzukommen, mit denen wir damals durchgekommen sind. Heute kann man sich gar nichts mehr erlauben, von allem gibt es Fotos und Filme. Die 70er waren so wild und so frei, und, hey, die 80er waren auch noch heiß. Es war ein wilder Ritt.

Der Song ›Rest Of My Life‹, in dem du davon singst, dass du den Rest deines Lebens mit der anderen Person verbringen willst, handelt der von dir und deiner Frau Penny Lancaster, mit der du seit 19 Jahren zusammen bist?
Nein, nein. Obwohl: Es würde passen. Ich habe ›Rest Of My Life‹ über ein Paar geschrieben, das die Liebe erst spät im Leben findet.

Na, das passt doch. Du warst Mitte 50.
Aber Penny war erst 28!

Was ist das Geheimrezept eurer langen Liebe?
Penny und ich absolvieren jeden Tag eine irrwitzige Menge an Kommunikation. Dazu gehört eben auch die Kunst, der anderen Person zuzuhören. Das kann ich bei ihr. Aber sonst? Es ist die besondere Chemie zwischen uns. Wir harmonieren wundervoll zusammen.

Immer, wenn man Fotos von dir sieht, machst du den Eindruck eines gesetzten Herrn, der fast schon unverschämt viel Spaß hat. Rod, bist du ein glücklicher alter Knochen?
(lacht) Das ist wahr, das ist sehr wahr. Ich habe immer gern auf dem Platz gestanden, der mein Leben ist. Was denn sonst? Und guckt mich doch an. Ist doch alles super. Ich bin gesund, habe spät im Leben und unerwartet nochmal zwei Kinder bekommen, und diese beiden, Alastair und Aiden, einer ist zwölf, der andere ist sieben, die bedeuten mir alles auf der Welt. Beide Jungs sind krasse Fußballfans.

Welcher Verein?
Celtic Glasgow natürlich, was denn sonst? Der Kleine geht immer in seinem Trikot zur Schule

Ist es also Pflicht, als Sohn des Celtic-Glasgow-Fans Rod Stewart ebenfalls Celtic-Fan zu sein?                                            (lacht) Das kannst du aber glauben, Junge! Alle meine Söhne haben ihre Celtic-Trikots, und wenn sie rausgewachsen sind, bekommen sie eben ein neues. So läuft das nun mal im Fußball.