0,00 EUR

Es befinden sich keine Produkte im Warenkorb.

0,00 EUR

Es befinden sich keine Produkte im Warenkorb.

Start Blog Seite 8

RÜCKBLENDE: CROSBY, STILLS, NASH & YOUNG – ›OUR HOUSE‹

0

Zu einer Zeit, als die USA unter dem Druck des Vietnamkriegs implodierten, war diese Vision von heimischer Glückseligkeit genau das, was Amerika brauchte. Meint Graham Nash…

Im Juni 1970 veröffentlichten Crosby, Stills, Nash & Young die Protesthymne ›Ohio‹. Der Song wurde am 21. Mai desselben Jahres aufgenommen und dokumentierte Neil Youngs Empörung über den Mord an vier Studenten, begangen am 4. Mai von der Nationalgarde während eines Protestmarsches an der Kent State University. Den Zorn der Studenten hatte Präsident Richard Nixon auf sich gezogen, als er sein Versprechen brach sich aus Vietnam zurückzuziehen.

In den Staaten war spätestens jetzt mehr als deutlich, dass die Ära vorbei war, in der man den Soldaten Blumen in die Gewehrläufe schieben konnte. Wenn man Teil der Gegenkultur war, lief man Gefahr, umgebracht zu werden. Fünf Monate nach ›Ohio‹ veröffentlichten Crosby, Stills, Nash & Young ›Our House‹. Der emotionale Kontrast zwischen dem Urschrei des ersteren und dem selbstgefälligen Pfeife- und-Pantoffel-Stil des letzteren war für manche schwer nachzuvollziehen. Laut Journalist Barney Hoskyns schien „die Reise von ›Ohio‹ zurück zu ›Our House‹ das grundsätzliche Scheitern der Musikszene in LA zusammenzufassen.“ Mit anderen Worten: Jene Ära, die Autor Tom Wolfe als „Ich-Dekade“ beschrieb, hatte begonnen. Die Leute scherten sich weniger darum, den Planeten zu retten. Es rückte in den Vordergrund, den eigenen Besitz zu schützen. „Four dead in Ohio“ ging über in „Our House, is a very very very nice house/ With two cats in the yard, life used to be so hard…“ Im Grunde ist ›Our House‹ eine Momentaufnahme von heimischer Glückseligkeit.

Credit: Rhino/Warner

„Anfang 1969 hatte ich Joni Mitchell zum Frühstück auf dem Ventura Boulevard in Los Angeles eingeladen“, erinnert sich Graham Nash. „Nach dem Essen gingen wir zu ihrem Auto zurück und kamen an einem Antiquitätenladen vorbei. Wir schauten durchs Schaufenster und Joni erblickte eine kleine Vase, die sie kaufen wollte. Die Vase war günstig, also nahm sie das Stück mit. Es war einfach einer dieser Morgen. Es war kalt, es regnete und war neblig. Einfach furchtbar. Also fuhren wir zurück zu unserem Haus in Laurel Canyon. Wir gingen durch die Haustür und ich meinte: ,Hey Joni, wieso mache ich nicht ein Feuer im Kamin und du tust ein paar Blumen in die Vase, die du heute gekauft hast?‘ Also suchte Joni draußen nach Winterblumen für die Vase. Daraus resultierten zwei Dinge: 1. Sie war nicht an ihrem Klavier. 2. Ich dafür schon. Innerhalb einer Stunde war ›Our House‹ geboren.“ Nash hatte das Arrangement mehr oder weniger nach 60 Minuten fertig. „Es geht um einen wunderschönen Moment zwischen Mann und Frau. Es geht um Frieden.“ Das wird klar, wenn man die schmerzhaft süße Demoversion auf seinem bald erscheinenden, Karriere-umspannenden Rückblick OVER THE YEARS anhört.

„Es geht um einen wunderschönen Moment zwischen Mann und Frau. Es geht um Frieden.“ (Graham Nash)

Er fügt hinzu: „Ich ging damals mit Dallas Taylor, unserem Schlagzeuger, und unserem Bassisten Greg Reeves ins Studio und spielte den Song. Wir gingen ihn ein paar mal durch und hatten eine großartige Aufnahme beisammen. Es waren also bereits mein Gesang, mein Klavierspiel, Schlagzeug und Bass im Kasten. Ich machte ein paar Cembalo- und Klavier-Overdubs für einen fetten Sound und gab es dann David (Crosby) und Stephen (Stills), die den Song sofort liebten und dazu sangen.“ Die Art von Gesangsmischung auf ›Our House‹ war das Alleinstellungsmerkmal von Crosby, Stills & Nash. Bevor sich die erste internationale Rock-Supergroup gründete, war Stephen Stills ein Mitglied von Buffalo Springfield gewesen, genauso wie Neil Young (der nicht auf ›Our House‹ zu hören ist). David Crosby war bei den Byrds und Graham Nash ein Gründungsmitglied der britischen Popgruppe The Hollies. Folglich waren Harmonien ihr täglich Brot und Nash hatte kein Bedürfnis danach, seine Bandkollegen mit ins Studio zu nehmen. „So sehr vertraute ich eben Stephen und David“, erklärt Nash. „Ich wollte es ihnen erst zeigen, sobald ich alles Grundlegende fertig hatte.

Bei uns greift etwas, das wir die ,Realitätsregel‘ nennen. Das funktioniert folgendermaßen: Wenn ich mich mit meiner Gitarre hinsetze und einen Song spiele und sie reagieren nicht darauf, dann wirst du diesen Song nie wieder hören. Wenn ich aber das Lied anfange und Crosby sagt zum Beispiel: ‚Oh, ich weiß schon, was ich im Refrain machen werde‘ oder Stephen meint ‚Mir ist gerade ein toller Gitarrenpart für den Anfang eingefallen‘, dann kommen wir ins Geschäft. Nur wenn alle drei von uns die Idee lieben, können wir damit auch arbeiten.“ Eines der süßesten Elemente des Demos und des Endprodukts ist die instrumentale Pause. „Naja, wir waren uns nicht sicher, ob der Song ein Gitarren- oder ein Mundharmonikasolo brauchte, also sangen wir einfach ‚lalalala‘…“ Nash behauptete einmal, dass er nur 24 Stunden nach der Aufnahme von ›Our House‹ vom Song gelangweilt gewesen sei.

Credit: Atlantic Records

Heute, nachdem er seine Sammlung OVER THE YEARS zusammengestellt hat, sieht er das Stück aus einer anderen Perspektive. Eine Sichtweise, die es ihm erlaubt, sich mit ihm auszusöhnen, weil er an einem Punkt in der Geschichte herauskam, als Amerika sich selbst in die Luft jagte. „Es geht um einen wunderschönen Moment zwischen Frau und Mann. Es geht um Frieden. Auch wenn die Zeiten turbulent waren, vor allem wegen des Vietnamkriegs und der Bürgerrechtsbewegung, waren zweieinhalb Minuten Frieden alles, was wir brauchten.“

The Damned: Gitarrist Brian James mit 70 Jahren gestorben

0

Brian James, Gitarrist und Gründungsmitglied der britischen Punkrock-Band The Damned, ist im Alter von 70 Jahren gestorben.

Bestätigt wurde der Tod von James am 06. März 2025 auf seiner Facebook-Seite. Im Artikel heißt es: „Ein großer Musik-Pionier, Gitarrist, Songschreiber und ein wahrer Gentleman, The Damned-Gründungsmitglied Brian James, ist tot.“

Brian James schrieb einen Großteil der Songs auf den ersten beiden The Damned-Alben DAMNED DAMNED DAMNED und MUSIC FOR PLEASURE, die beide 1977 veröffentlicht wurden. Noch im gleichen Jahr verließ James die Band, um in den 80er Jahren und auch 2022 zurückzukehren. Der Song ›New Rose‹, welcher als erste britische Punkrock-Single überhaupt gilt, wurde 1993 von Guns N‘ Roses auf deren THE SPAGHETTI INCIDENT-Album als Cover-Version veröffentlicht und erfuhr dadurch erneute Aufmerksamkeit.

Brian James verstarb friedlich am Donnerstag, 06. März 2025, im Kreise seiner Familie, Frau Minna, Sohn Charlie und Stieftochter Alicia. Angaben zur genauen Todesursache gibt es bisher nicht.

Rückblende: Simon & Garfunkel – ›Bridge Over Troubled Water‹

0

Mit ›Bridge Over Troubled Water‹ gelang Simon & Garfunkel einer ihrer größten Hits. Doch sie ernten nicht nur Ruhm mit dem Song: Er wird auch als Grund für den anschließenden Split angegeben.

Frühjahr 1969: John F. Kennedy und Martin Luther King sind ermordet worden. In den USA herrscht angespannte Stimmung, Rassenkonflikte spitzen sich zu. In Vietnam tobt der Krieg – und die US-Truppen sind mittendrin. Und im Weißen Haus hat Richard Nixon das Sagen.

Was bleibt einem Singer-Songwriter mit einem Hauch von Gespür für die aktuelle Situation da anders übrig, als sich selbst und seinen Fans etwas Trost zu spenden? Und so sitzt Paul Simon in seinem New Yorker Appartement, blickt aus dem Fenster auf den East River und formt die Zeilen, die ihm seit Wochen durch den Kopf schwirren, zu einem Lied: „When you’re feeling weary, feeling small, when tears are in your eyes, I will dry them all“. Während er so vor sich hinsummt, fällt ihm auf, dass der zweite Teil dieser gesungenen Textzeilen einer Harmonie ähnelt, die Bach in einem von Simons Lieblingsstücken verwendet hat.

Doch so unkompliziert die Komposition von ›Bridge Over Troubled Water‹ anfangs von statten geht, so schwierig gestaltet sie sich im weiteren Verlauf. Nach dem ersten kreativen Höhenflug herrschte bezeichnenderweise ›The Sound Of Silence‹. Simon erinnert sich heute mit Grauen daran zurück: „Alles, was ich ausprobierte, führte in eine Sackgasse. Es war frustrierend.“ Doch dann stolpert er über ein Album der Südstaaten-Gospeltruppe The Swan Silvertones. Das hilft ihm aus der Krise: „Immer wenn ich nach Hause kam, legte ich die Platte auf. Irgendwann kannte ich alle Tracks auswendig und wandte die Song-Strukturen auf meine ursprüngliche Idee an. Zunächst integrierte ich Akkordwechsel mit Gospel-Flair in den Track, später passte ich auch die Melodie entsprechend an. Außerdem habe ich eine Passage von den Swan Silvertones geklaut – in einem Song heißt es nämlich: ,I’ll be your bridge over deep water, if you trust in my name.‘“

Als Paul Simon endlich den richtigen Ansatz für seinen Song gefunden hat, spielt er ihn Art Garfunkel vor. Denn Simon glaubt, dass die präg­nante Melodielinie und speziell der hohe Gesang genau zur Chorknaben-Stimme seines Partners passen würden. Doch Garfunkel weigert sich, den Track zu singen. Er ist der Ansicht, dass Simon den Gesang selbst übernehmen soll. „Ich hätte es tun sollen. Denn die Einscheidung, ihn doch dazu zu überreden, habe ich im Laufe der Jahre etliche Male bitter bereut“, so der Komponist heute.

„Ich dachte immer nur: ,Hey, das ist mein Song! Ich habe ihn schließlich komponiert!‘“ (Paul Simon)

Aus der Perspektive von Art Garfunkel ist das Ganze etwas anders abgelaufen. Er betont, dass er lediglich gesagt habe, dass Simons Gesangspassagen bereits toll klängen und sein Input daher gar nicht nötig wäre. Diese unterschiedlichen Interpretationen der Sachlage führen zu Problemen zwischen den beiden. Die Legende besagt, dass sich Simon zurückgewiesen fühlte und Garfunkel daraufhin die kalte Schulter zeigte. „Das ist Quatsch“, so Garfunkel heute. „Ich erinnere mich jedenfalls nicht daran, dass er Schwierigkeiten mit meinem Einwand hatte. Er sagte nur: ,Hey, ich habe den Song für dich geschrieben!‘ Und ich antwortete: ,Vielen Dank, Paul!‘ Und dann begann ich mit dem Einsingen.“

Das US-Single-Cover mit Paul Simon, die Rückseite zeigt Art Garfunkel

Eine Woche nach diesem Gespräch befinden sich die beiden bereits in den CBS Studios in Holly­wood. Begleitet werden sie von Larry Knechtel, einem Top-Pianisten, dem es in kürzester Zeit gelingt, den Track durch weitere Elemente zu verfeinern. Doch muss noch mehr passieren. Simon hat nämlich nur zwei Strophen geschrieben – eindeutig zu wenig. „Ursprünglich sollte der Track wirklich so enden“, erinnert sich Garfunkel. „Doch dann hatten wir den Eindruck, dass wir noch mehr reinpacken sollten, um das Lied noch vielfältiger zu gestalten und es außerdem besser auf den Punkt zu bringen.“

Als Vorbild dient dabei ›Ol‘ Man River‹ von den Righteous Brothers – Phil Spectors Coup, sich während des gesamten Tracks komplett zurückzuhalten und erst am Ende in die Vollen zu gehen, fasziniert die Musiker. So wollen sie es auch machen. Simon schreibt eine dritte Strophe, die sich, wie er heute sagt, „deutlich von den beiden ersten unterschied“. Doch sie lässt Raum für Überraschungen – und die gibt es auch: Mit der Integration von zwei Bass-Parts sowie Vibraphon- und Streichern gelingt es Simon & Garfunkel, ›Bridge Over Troubled Water‹ in eine Hymne zu verwandeln.

Nachdem der Instrumentalteil im Kasten ist, feilt Art Garfunkel eine ganze Woche an seinem Gesang. Die zweite Strophe flutscht schnell, und auch bei der nachträglich hinzugefügten dritten Strophe läuft alles glatt. Probleme gibt es nur mit dem Start des Tracks: „Der Einstieg in den Song ist mir total schwer gefallen. Ich habe etliche Anläufe gebraucht, bis ich endlich mit dem Resultat zufrieden war“, so der Sänger.

Nach zwei anstrengenden Studiowochen können sich Simon & Garfunkel endlich zurücklehnen und mit stolz geschwellter Brust ihr neues Baby präsentieren. Vor allem die Zuspitzung innerhalb des Songs beeindruckt die Hörer. Das Wechselbad der Gefühle bewegt die Menschen – und zwar selbst die Profis im Business. So wählt der begeisterte Clive Davis von Columbia Records das über fünf Minuten lange und damit alles andere als Radio-taugliche ›Bridge Over Troubled Water‹ als erste Single aus und schlägt zudem vor, den Song zum Album-Opener und Titelstück zu küren. Er behält mit seiner Einschätzung Recht – auch die Fans lieben ›Bridge Over Troubled Water‹. Das Lied setzt sich sechs Wochen auf Position eins der US-Single-Charts fest. 1971 erhalten Simon & Garfunkel für ihr Werk zudem sechs Grammy-Auszeichnungen, darunter den Award für den „besten Song des Jahres“.

Dennoch, und hier kommen Tragik und Ironie gleichermaßen ins Spiel, ist es genau dieser Song, der Simon & Garfunkel neben ihrem größten Erfolg auch ihre größte Niederlage beschert. Simon kann es nicht verkraften, dass Art Garfunkel auf der Bühne steht und seine Zeilen vor einer ihm zujubelnden Massen darbietet. „Ich dachte immer nur: ,Hey, das ist mein Song! Ich habe ihn schließlich komponiert!‘ Am Anfang unserer Karriere hätte ich wahrscheinlich nie so krass darauf reagiert, aber zum Ende hin war die Stimmung zwischen uns beiden schon so angespannt, dass schließlich eines zum anderen kam.“

Diese Wunde ist heute – zumindest oberflächlich – verheilt. „Ich habe das Lied vielleicht 6,4 Millionen Mal gesungen“, setzt Garfunkel an, „doch ich fühle jedes Mal, wie viel Kraft ein wirklich herausragender Song besitzen kann. Und ich bin jedes Mal unendlich glücklich, dass ich derjenige sein kann, der bei den Menschen mit einer simplen Darbietung solche Emotionen auslösen kann.“

Fischer-Z: Gewinnt Tickets für ein einmaliges Konzerterlebnis!

0

Für alle Fans von Fischer-Z bietet sich jetzt eine ganz besondere Gelegenheit! John Watts, Kopf und Seele der Band, feiert im März seinen runden Geburtstag mit einer einmaligen Show – und ihr könnt dabei sein!

Unter dem Titel „An Audience With Wattsie At 70!“ feiert John Watts seinen 70. Geburtstag mit einem Special Event am 16. März: Dazu hat er Mitstreiter und Gäste aus allen Epochen der Band-Historie von Fischer-Z eingeladen, um ihre Geschichten zu erzählen und einige seiner wichtigsten Songs zu spielen. Viele der Musiker sind sich noch nie zuvor begegnet, was diese Sonderveranstaltung in Oberhausen umso interessanter macht.

Zu den Gastkünstlern gehören Ian Porter, Nick Bunker, Ingo Wörner, Sam Walker, Jamie Bush, Tony McAnaney, David Purdey, Lucie Watts, Leila Watts, Chloe Leigh, Marian Menge, Christof Stein-Schneider (From The Furys), Kristof Roseeuw und weitere Freunde.

CLASSIC ROCK verlost 3×2 Tickets unter allen Teilnehmern. Um zu gewinnen, schickt einfach eine E-Mail mit eurem Namen unter dem Betreff „WATTSIE“ an: verlosung@classicrock.net (Teilnahmeschluss ist der 14.03.)

Credit: ToddeVision

Fischer-Z – „An Audience With Wattsie At 70!“
16.03.25 Ebertbad, Oberhausen

Mike Tramp’s White Lion: Große Umarmung

Neben Tätowierungen von Bruce Springsteen, Bob Dylan und Phil Lynott – Tom Petty soll noch kommen – hat sich Mike Tramp auch einen Löwenkopf stechen lassen. Auch, weil es jetzt wieder mit seinen White Lion losgeht, mit denen er im kommenden Juni für zwei Shows nach Deutschland kommt.

„Zwar nicht wirklich ein White-Lion-Tattoo, aber das Design stammt von REMEMBERING WHITE LION“, merkt er an. Für diese Scheibe hat Tramp 1999 schon einmal die Lieder seiner damaligen Hitformation neu aufgenommen. So richtig gelungen ist dieses Unterfangen aber erst jetzt mit den Releases von SONGS OF WHITE LION und SONGS OF WHITE LION VOL. II. Demnächst soll ein dritter Teil folgen, wie Tramp beim Interview im Tourbus in München vor seiner Show als Gast von The Dead Daisies erzählt. Hier zeigt er auch stolz seine Tätowierungen und gibt seine „David-Lee-Roth-Story“, wie er sie nennt, bezüglich der Reaktivierung von White Lion zum Besten: „Es war, als ob ich eines Nachts aufwachte, weil mich ein Bär durch den Wald jagt. Ich dachte mir, how the fuck kann ich dem Bären entkommen, der in diesem Fall aber ein Löwe war. Eines Nachts drehte ich mich dann um und umarmte den Bären.“

Wenn das mal keine gute Geschichte ist. „Mir wurde klar, dass ich vor meinen eigenen Songs davonlief.“ Nachdem die Stücke modernisiert, aber doch mit dem „Original-Feeling“ neu aufgenommen waren, gab es laut Tramp zuerst noch keine Tourpläne unter dem White-Lion- Banner. Dann aber ging es zuerst mit Gitarrist Markus Nand, der die originalen Gitarrenparts „Note für Note, aber in einer anderen Tonlage“ nachspielte, nach Amerika, und schließlich wurde mehr daraus. „White Lion standen seit der Trennung 1991 nicht mehr auf der Bildfläche. Aber so ziemlich jede andere 80er-Jahre-Gruppe war irgendwie wieder da. Wir dachten uns dann: Warum das nicht auch mit einer kompletten Band machen?“

CLASSIR ROCK verlost 3×2 Tickets für jede der beiden Shows: Schickt uns einfach eine Mail mit eurem Namen und eurer Wunschstadt unter dem Betreff „LION“ an: verlosung@classicrock.net (Teilnahmeschluss ist der 25.04.25)
06.05. Bochum
07.05. Frankfurt

Die Support-Shows für The Dead Daisies werden zwar noch im Duo bestritten, lassen aber schon erahnen, wie Mike Tramp klingt. Tiefer und relaxter, gibt er unumwunden zu. Er nennt es „zu Hause“. Natürlich muss man mit dem heute 61-Jährigen kurz über die goldenen Hair- und Heavyzeiten in den 80s sprechen. Tramp gibt zu, damals in Sachen Look durchaus Zugeständnisse gemacht zu haben, aber nicht bei den Liedern und vor allem nicht bei den Texten. „›Cry For Freedom‹ und ›When The Children Cry‹ – da mach ich mir um die Haare keine Sorgen, der Song wird immer gewinnen.“

Apropos Texte. Sein Sohn, der sein altes Ich auf YouTube entdeckt hat, soll zu ihm gesagt haben: „Ich bin froh, dass du nicht der bist, der das X in Sex gebracht hat.“ Wohl eine Anspielung ›Let’s Put The X In Sex‹ von Kiss, über die Tramp gerne spricht. Noch lieber spricht er aber über Bruce Springsteen – und er möchte irgendwann seine ähnlich gelagerten Solosachen und den ›Thunder Road‹-Singer/Songwriter-Ansatz fortführen. Aber jetzt ist erst mal White Lion angesagt. Von Freak Of Nature, der damaligen Nachfolgeformation, wird es hingegen keine Neuaufnahmen geben. „Die können nicht verbessert werden“, sagt Tramp: „Diese beiden Platten sind die Highlights meines Lebens.“

Im Juni 2025 spielen White Lion, in kompletter Besetzung, einige Shows in Deutschland. „Endlich habe ich die Band zusammen, die ich haben wollte“, schwärmt der Oberlöwe. Man werde so lange weitermachen, bis „es keinen Sinn mehr ergibt“. Bei den mindestens zweistündigen Konzerten wird Tramp auch etwas zu den Stücken erzählen. „Meine Schwäche ist, dass ich möchte, dass mich das Publikum versteht. Ich erzähle keinen Bullshit.“ Ein Pressevertreter meinte früher mal zu ihm: „Keiner will lange Geschichten in den 80ern.“ Heute schon. Denn Tramp hat wirklich viel zu sagen. Und jetzt mit White Lion auch wieder ein Wörtchen mitzurocken.

AC/DC: Adieu Bon Scott…

0

Nachdem sie endlich den internationalen Durchbruch geschafft hatten, fing das neue Jahrzehnt für AC/DC auf die schlimmste vorstellbare Art an – mit dem Tod ihres talismanischen Sängers Bon Scott.

Bon Scotts Tod am 19. Februar 1980 in London traf seine Bandkollegen von AC/DC wie eine Bombe. Der Sänger war mehr als nur ihr Frontmann – er war eine Mischung aus unberechenbarem großem Bruder, Chef-Krawallmacher und, eher seltener, die Stimme der Vernunft.

Bevor die Band über ihre Zukunft nachdenken konnte, musste erstmal die Leiche nach Hause überführt werden. Angus Young bestand darauf, nicht im selben Flugzeug mit dem Sarg zu fliegen. „Wir werden ihn nicht unter uns haben, während wir hier oben sitzen“, sagte er zu Tourmanager Ian Jeffery. „Ich sagte, ‚keine Sorge, ich kümmere mich darum’“, so Jeffery. „Also arrangierte ich alles. Atlantic flog uns alle erster Klasse zurück, die Band, mich, [Manager] Pete Mensch… Es war perfekt. Wir sind gerade dabei, aus dem Flugzeug auszusteigen, und ich sehe aus dem Fenster, wie ein Sarg ausgeladen wird…“

Es hatte ein Durcheinander gegeben, als der Flug, auf dem der Sarg ursprünglich gebucht war, annulliert wurde, und das Bodenpersonal dafür sorgte, dass er genau auf den Flug umgeladen wurde, den dann die Band nahm.

„Ich sah diesen Sarg auf der Startbahn, also setzte ich mich mit Angus hin und sagte, ‚Ich hole deine Tasche, mach dir keine Sorgen‘. Und als ich sah, dass sie das Ding abgeholt und weggebracht hatten, ließ ich Angus aufstehen. Zum Glück war es dunkel, also war das Fließband aus dem Laderaum des Flugzeugs heraus beleuchtet.“

 

Aktuelle Ausgabe: CLASSIC ROCK #137 jetzt im Handel!

0

Die neue Ausgabe von CLASSIC ROCK ab sofort überall im Handel erhältlich! Oder hier direkt versandkostenfrei bestellen…

Titelstory: 50 Jahre Iron Maiden – Interviews mit allen Bandmitgliedern auf 18 Seiten!

Rauch, Flammen, Eddie und manische Live-Power: Iron Maiden dominierten den britischen Heavy Metal nicht nur der 80er-Jahre – los ging es aber schon in den 70ern, genauer gesagt: vor 50 Jahren. Zum Jubiläum standen uns Steve Harris, Bruce Dickinson und überhaupt alle aktuellen Mitglieder Rede und Antwort – dabei würdigen sie auch den 2024 verstorbenen Paul Di’Anno, ohne den Iron Maiden nicht die Giganten wären, die sie heute sind!

Rush: Ein Lebewohl an die Könige? Vielleicht nicht …

Zur Feier des 50. Jubiläums ihres Debütalbums setzten wir uns Ende 2024 mit Geddy Lee und Alex Lifeson von Rush zusammen, um über dieses halbe Jahrhundert ihrer Reise zu sprechen – und was für die kanadischen Prog-Legenden noch kommen könnte.

Jethro Tull: Ian Anderson über das neue Album

CURIOUS RUMINANT heißt das neue, 24. Studioalbum von Jethro Tull. Es bringt den klassischen Sound der Briten in die moderne Zeit und markiert ihre Rückkehr zu epischen Songs. Auch klingt Ian Andersons markante Stimme kräftiger als zuletzt. Begleitet wird sie von Flötensoli und –melodien, Akkordeon, Mandoline sowie der Akustik- und Tenorgitarre des neuen Bandmitglieds Jack Clark. Mit dem 77-jährigen Tull-Boss Anderson sprach Olaf Neumann in Berlin.

Sweet: Andy Scott über die Zukunft seiner Band

Als eine der beliebtesten Bands der Glam-Ära brachten Sweet mehr als die meisten anderen Spaß und Farbe in die Popwelt der 70er-Jahre. Gitarrist Andy Scott, der die Flamme bis heute am Lodern hält, blickt zurück auf gute und schlechte Zeiten und deutet an, dass die Reise für die Ballroom-Blitzer noch nicht vorbei ist.

Außerdem im Heft: Ricky Warwick, Thundermother, The Temperance Movement, Larkin Poe, Green Day, Paul McCartney, The Lumineers, Spiders, Lainey Wilson, Styx, Avatarium u.v.m.!

Die neue Ausgabe von CLASSIC ROCK ab sofort überall im Handel erhältlich! Oder hier direkt versandkostenfrei bestellen…

Wenn ihr wollt, gibt es auch diese Ausgabe wie immer mit CD im Heft. Dabei sind Songs von T.G. Copperfield, Vanderlinde, Spiders, Dark Chapel, der Ellis Mano Band und mehr! Oder ihr bestellt wahlweise die neue Ausführung von CLASSIC ROCK ohne CD und spart dabei bares Geld!

Lainey Wilson: Vom Wohnwagen zu den Grammys

0

Nach einer ersten Stippvisite im April 2024 kehrt Lainey Wilson als Hauptact des „Country to Country“ (C2C) Berlin 2025 nach Deutschland zurück. CLASSIC ROCK sprach mit der preisgekrönten Singer/Songwriterin über ihren turbulenten Karriereweg von einem 180-Seelen-Ort in Louisiana bis an die Spitze der Country-Music-Szene.

Lainey, der Auftritt in Berlin 2025 ist eine deiner ersten C2C-Headlinershows.
Dieses Konzert in eurer Hauptstadt ist für mich eine echt große Sache. Dass ich auf eurer Seite des Atlantiks schon vor meinem Durchbruch in den USA viele Fans hatte, werde ich nie vergessen. Ihr habt mein Songwriting seit meinem BBR-Music-Group-Debüt REDNECK HOLLYWOOD EP (2019) ins Herz geschlossen. Das war und ist für mich keine Selbstverständlichkeit.

Mit dieser EP und dem darauffolgenden Album SAYIN’ WHAT I’M THINKIN’ (2021) ist deine Karriere durch die Decke gegangen.
Mein Leben hat sich damit über Nacht komplett verändert. Trotzdem bin ich noch immer dieselbe Person wie damals, bevor der große Erfolg an meine Tür klopfte. Der einzige Unterschied ist, dass meine Gitarre und ich unsere Lieder vor ein paar mehr Leuten als früher spielen. Es macht für mich keinen Unterschied, ob meine Publikum aus zwei oder 20.000 Menschen besteht. Ich erzähle mit meinen Liedern Geschichten, in denen sich hoffentlich das gesamte Auditorium wiederfindet. Es ist der gelebte Traum eines jeden Songwriters.

Wie erklärst du dir deinen interkontinentalen und kulturübergreifenden Erfolg?
Ich denke, dass viele Menschen auf dem gesamten Globus mehr gemein haben, als sie im ersten Moment denken. Wenn ich’s mir recht überlege, liegt es eventuell an meinen Wurzeln in einem 180-Seelen-Örtchen. Country-Fans mit ähnlichen Roots wie meinen finden wahrscheinlich deswegen schnell eine Connection zu meinen Stücken. Allerdings ist Country-Musik für jeden ein Zuhause, der selbstsicher und mit beiden Beinen im Leben steht.

Als du 19 Jahren alt warst, bist du nach Nashville gezogen und hast du für geschlagene zehn Jahre hinter einen Studio in einem Wohnwagen gelebt.
Man muss dafür schon ziemlich verrückt sein. Als ich mit neun meinen ersten Song geschrieben habe, war mir klar, dass ich irgendwann in Music City meine Zelte aufschlage. Zum Glück standen meine Eltern immer hinter mir und ich durfte meinen Traum verfolgen. Ehrlicherweise muss ich zugeben, dass ich nicht gedacht hätte, dass es so lange dauert, bis mein leidenschaftlicher Einsatz in Nashville Früchte trägt. Erst nach geschlagenen sieben Jahren konnte ich endlich einen Publishing Deal als Komponistin unterzeichnen. Der Plattenvertrag folgte ein Jahr später. Knappe 36 Monate danach stand ich auf Platz eins im Country-Radio. Das Sprichwort, dass die Music City eine „Zehn-Jahre-Stadt“ ist, stimmt für mich somit auch. Wenn ich jetzt in meinem 13. Jahr zurückblicke, ist in dieser schier endlos wirkenden Zeit, in der zum Großteil nichts passiert ist, der Grundstein meiner jetzigen Karriere gelegt worden. Zum Glück stand für mich nie zur Debatte, aufzugeben und mit gesenktem Kopf nach Louisiana zurückzuziehen.

2024 erhielt BELL BOTTOM COUNTRY (2022) bei den Grammys die Auszeichnung als „Best Country Album“. Dein aktueller Longplayer WHIRLWIND (2024) hatte ebenfalls Chancen die Kategorie in diesem Jahr zu gewinnen.
Das ist für mich ein Zeichen, dass ich von der gesamten Musikindustrie als Songwriterin und Künstlerin ernst genommen werde. Als Kind wusste ich nicht mal, dass es so etwas wie die Grammys überhaupt gibt. Preise und Ruhm sollten auch nie die Antriebsfeder sein, sondern vielmehr der Beweis dafür, dass man tolle Stücke komponiert und eine tadellose Performance mit viel Hingabe im Studio abgeliefert hat.

Trotz deines vollen USA-Terminplans hast du bereits letztes Jahr ein paar ausverkaufte Clubsshows als Vorbote für C2C Berlin 2025 gespielt.
Anders baust du dir keine Fanbase auf. Deutschland war 2024 ein fantastisches Erlebnis, weswegen ich mich schon riesig auf das Konzert am 9. März bei C2C freue. Für die Begeisterung, die mir im vergangenen Frühjahr geschenkt wurde, würde ich mich sogar wieder wie zu Anfang meiner Karriere mit meiner Gitarre in die Ecke eines Cafés stellen und für euch spielen.

C2C – Country To Country
06.03.-09.03.25 Berlin, Uber Eats Music Hall