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Plattensammler: Ian Anderson

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Plattensammler: Ian Anderson

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THE ZEALOT GENE, das erste Album von Jethro Tull seit fast 20 Jahren, gehörte zu den Highlights des Jahres. Bald schon erscheint der Nachfolger RÖK FLÖTE. Bandchef Ian Anderson mag 75 sein, doch seine Talente als Songwriter, Flötist und Frontmann sind unvermindert. Der Nachfolger ist schon fertiggestellt und wird nächstes Jahr erscheinen, ein guter Zeitpunkt also, um den Prog-Gott nach dem Soundtrack seines Lebens zu befragen. (Text: Grant Moon)

DIE ERSTE MUSIK, AN DIE ICH MICH ERINNERN KANN
›In The Mood‹ von Glenn Miller und seinem Orchester. Ich war etwa sechs. Mein Vater hatte ein paar Platten aus dem Krieg, die Schätze waren, hauptsächlich Big-Band-Musik. Ich weiß noch, wie das ein Moment der Erleuchtung für mich war, denn im Wesentlichen stellt einem ›In The Mood‹ die Elemente des Blues vor. Das war der erste Moment, in dem ich dachte: „Hmm, diese Musik
ist etwas Besonderes …“

DER ERSTE SONG, DEN ICH LIVE SPIELTE
Etwa 1964 wagten [die frühen Tull-Mitglieder] John Evan, Jeffrey Hammond und ich, ein paar Songs im Jugendclub der Holy Family Church in Blackpool zu spielen. Darunter war ›Walking The Dog‹ von Rufus Thomas, das auch die Rolling Stones gecovert hatten. Wir wussten, dass die Stones Blender waren, also gingen wir zurück zu den Originalen der Musik, die sie coverten, und spielten sie auf unsere eigene Art – also gewissermaßen genauso fake wie die Rolling Stones!

DER GITARRENHELD
Peter Green war in den Anfangstagen von Fleetwood Mac so beseelt. Er konnte eine Gitarre wie eine menschliche Stimme singen lassen. Er hatte diesen wunderbaren Klang und die volle Kontrolle über das Instrument. Er konnte viele Noten spielen, wenn die Musik danach verlangte, aber davon abgesehen verführte er einen mit Klasse statt Masse.

DER SONGWRITER
Roy Harper. Von 1968 bis 1970 kaufte ich mir seine Platten und er hob sich von den anderen Songwritern jener Ära ab, weil er ein breites Spektrum abdeckte, von politischen und sozialen
Themen bis zu schlichten, bekifften Liebesliedern. Ich komme immer wieder zu COME OUT FIGHTING GENGHIS SMITH [1968] zurück. Ich war gerade selbst nach London gezogen und das traf einen Nerv bei mir. Also Hut ab vor Roy Harper, wie Led Zeppelin mal sagten.

DER SÄNGER
Für mich ragt Lou Gramm über alle anderen Rocksänger heraus. Unglaubliche Präzision und Diktion – man kann jedes Wort hören, das er singt, anders als bei den meisten Sängern davor und seither. Die dekorativen Elemente seiner Darbietung waren nie übertrieben – er sang hauptsächlich im Takt, im Ton und mit großer Emotion.

DAS BESTE ALBUM ALLER ZEITEN
Die Aufnahme von Beethovens Neunter der Deutschen Grammophon, dirigiert von Herbert von Karajan, von etwa 1962. Ich verliebte mich in seine Symphonien, vor allem in die Neunte, und das hat mich mein ganzes Leben lang begleitet. Nicht sehr Rock’n’Roll, aber auf eine andere Art und Weise eigentlich doch sehr Rock’n’Roll.

DIE BESTE PLATTE, DIE ICH JE GEMACHT HABE
Die, die ich gerade fertiggestellt habe. Wer THE ZEALOT GENE mochte, wird die neue noch mehr mögen. Aber wenn du versuchst, mich auf eine Platte festzunageln, die man kennt, würde ich mich vielleicht für SONGS FROM THE WOOD [1977] entscheiden.

DIE SCHLECHTESTE PLATTE, DIE ICH JE GEMACHT HABE
Der Song ›Singing All Day‹ ist Müll. Ein belangloses Stück, das wir sofort in die Tonne traten, bis wir verzweifelt Material für eine Compilation brauchten, zu der wir vertraglich von Warner Brothers verpflichtet worden waren. Es kam aus der untersten Schublade. Totaler Schrott.

DIE UNTERBEWERTETSTE BAND ALLER ZEITEN
The Six And Violence waren ein Haufen Typen aus New York, die Thrash Metal spielten. Sie waren
auf der Bühne brutal, aber abseits der Bühne sehr liebenswert. Ich spielte auf [ihrem Debüt] LETTUCE PREY [1990]. Sie kämpften ein paar Jahre tapfer weiter, aber schafften nie den Durchbruch. Ich fand immer, dass sie mehr verdient hatten.

MEINE GRÖSSTE ENTTÄUSCHUNG
Als Frank Zappa im Sterben lag, erhielt ich eine Nachricht, dass er gerne einen Anruf von mir erhalten würde. Ich hatte ihn nie getroffen. Ich war ein Fan von ihm, aber instinktiv dachte ich,
dass er Jethro Tull nicht mochte, also war es etwas seltsam. Ich wählte die Nummer dreimal, aber legte jedes Mal panisch wieder auf. Es war mir peinlich – was sagt man zu einem Sterbenden? Ein paar Wochen später starb er. Ich hörte, dass er mit ein paar Leuten sprechen wollte, einfach Hallo sagen, und ich war einer von ihnen. Es hätte nichts verändert, aber ich hätte meine erste und letzte Unterhaltung mit einem der großen Originale unter den Komponisten und Performern der Rockgeschichte gehabt.

MEIN GUILTY PLEASURE
Ich habe eine Schwäche für die brutale, simple Musik von Motörhead und den Ramones. Und ich mag Marc Almond. Wir sind bei Benefizveranstaltungen und in Kathedralen schon öfter zu Weihnachten gemeinsam aufgetreten. Das mag die Leute überraschen – wir kommen aus verschiedenen Äras, sind sehr verschieden in Sachen Persönlichkeit und Charakter, aber wir sind gute Kumpels.

MEIN „IN STIMMUNG“-SONG
›Another Day‹ von Roy Harper. Die romantische Intimität des Texts hat viele Menschen angezogen, ebenso wie das gemächliche Orchesterarrangement auf Roys Originalaufnahme. Das ist an erster Stelle romantisch, an zweiter Stelle sexy und spricht auf respektvolle Art und Weise von Zärtlichkeit.

DER SONG, DER BEI MEINER BEERDIGUNG LAUFEN SOLL
›What A Wonderful World‹ von Louis Armstrong. Das ist seit mehreren Jahrzehnten der Abschluss unserer Konzerte. Das scheint mir immer ein passender Weg zu sein, sich von einem Publikum zu verabschieden, also wäre es aufgrund dessen für mich von großer persönlicher Bedeutung. Es ist ein Song über Dankbarkeit für diese wunderschöne Welt, in der wir leben.

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2 Kommentare

  1. man kann ihn schon verstehen wie er seine Musik interpretiert die klassischen Elemente waren ja von Grundauf sein Steckenpferd!
    Das war doch auch eine Strömung wie es der Blues oder Rock auch war, hat sich nur nicht so stark durchgesetzt!
    Auch er ist ein klasse Musiker der einer genauen Betrachtung verdient hat!

  2. Jethro Tull habe ich Live erlebt in PHILLIPS Halle in Düsseldorf mitte der siebziger Jahre. Für mich bis heute unvergesslich der Song Lokomotive Press. Vor allen Dingen Jan Ändersen mit der Quer Flöte auf einem Bein stehend spielen. Höre immer noch gerne Jethro Tull.

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