Zur Zeit sind Pantera in ganz Europa unterwegs. In den vergangenen Tagen kamen Phil Anselmo und Bassist Rex Brown, begleitet von Gitarrist Zakk Wylde und Schlagzeuger Charlie Benante, für drei Konzerte auch nach Deutschland. Seht hier die besten Bilder von ihrer Show in der Hamburger Sporthalle.
Guns N’ Roses: Rückblende – ›Welcome To The Jungle‹
Das Stück „von der Front“ des Überlebenskampfes in L.A. zündete die Lunte und katapultierte GN‘R auf den Weg zum Superstarstatus – und zur grandiosesten Rock‘n‘Roll-Band ihrer Generation.
Als Guns N’ Roses Ende der 80er Jahre zur größten Hardrockband des Planeten wurden, hatte es niemand kommen sehen, schon gar nicht ihr Lead-Gitarrist Slash. Er war 22, als 1987 das Debütalbum APPETITE FOR DESTRUCTION erschien. Es wurde weltweit mehr als 30 Millionen mal abgesetzt und wurde zum meistverkauften Debüt der US-Geschichte. Doch wie Slash heute sagt: „Wenn mir jemand gesagt hätte, dass das so eine Riesenplatte werden würde, hätte ich ihm ins Gesicht gelacht.“
Anders als andere große Rockalben in jenem Jahr – HYSTERIA von Def Leppard oder Whitesnakes 1987 – hatte APPETITE… einen Sound, der einmal denkwürdig als „rauer als die Oberschenkel einer Hure“ bezeichnet wurde. Die ungestüme Kraft von AC/DC, die Dekadenz von Aerosmith zu ihren Drogenzeiten und die bedrohliche Energie der Sex Pistols trafen auf die „Fuck you“-Attitüde, die der dauerfluchende Frontmann Axl Rose so eloquent zum Ausdruck brachte.
„Wir passten uns nie den Erwartungen von irgendjemandem, irgendwelchen Konventionen oder kommerziellen Bedürfnissen an“, so Slash. „Keine fucking Gimmicks. Das war einfach nur Rock’n’Roll von der Straße – boom!“Und auf diesem Album, das Guns N‘ Roses als die größte Rockband ihrer Generation definierte, war kein Stück so prägend wie das eröffnende Statement: ›Welcome To The Jungle‹.
Es war einer der ersten Songs, die das klassische Line-up schrieb, das im Juni 1985 in Los Angeles zusammengefunden hatte und APPETITE FOR DESTRUCTION machte: Rose, Slash, Rhythmusgitarrist Izzy Stradlin, Bassist Duff McKagan und Schlagzeuger Steven Adler. Wenn der Gitarrist heute an 1985 zurückdenkt, erinnert er sich an eine Zeit, in der sie sich so nahe standen, dass Slashs Mutter Axl sogar in ihrem Keller wohnen ließ. Und genau dort nahm ›Welcome To The Jungle‹ einst Gestalt an.
„Ich hatte dieses Riff und weiß noch, wie ich es Axl auf einer akustischen Gitarre vorspielte. Ich sagte, ‚hör dir das mal an‘.“ Axl gefiel das, was er da hörte. Bei der nächsten Bandprobe wurde ein komplett strukturierter Song daraus geschmiedet. „Das war das erste Stück, an dem wir alle gemeinsam gearbeitet hatten. Es ist wirklich eine Kombination aus dem Input jedes einzelnen Mitglieds.“ Der Song war wie ein Dampfwalze mit einem dreckigen, fiesen Groove, aber im Mittelteil wurde das Tempo etwas zurückgenommen. Dieser Break stammte aus einem Lied namens ›The Fake‹, das McKagan 1978 geschrieben hatte, als er bei der Punkband The Vains in Seattle war.
„Ich will nicht das Wort ‚bluesy‘ in den Mund nehmen“, sagt Slash, „aber es hatte diesen coolen, beseelten Vibe. Wir analysierten das Zeug nicht groß – die Songs entstanden völlig spontan. Aber in dieser ganzen Zeit von ’85 bis ’86, als wir ‚uns entdeckten‘, von der Hand in den Mund lebten und uns zum Jammen trafen, hatten wir etwas, das nicht viele hatten. Und bei diesem Stück gab es diesen natürlichen Vibe, der echt cool war.“
Titel und Text fielen Axl ein, als er eine Freundin namens Tori in Seattle besuchte. Weg von L.A., konnte er wieder jene Gefühle heraufbeschwören, die er 1982 empfunden hatte, als er wie so viele Träumer vor ihm mit großen Augen aus dem ländlichen Indiana von den strahlenden Lichtern Hollywoods angezogen wurde und in die Stadt der Engel zog. Über den Überlebenskampf in seiner neuen Heimat schrieb er: „Ya learn to live like an animal/In the jungle where we play“ (du lernst, zu leben wie ein Tier/In dem Dschungel, in dem wir spielen).
In einer weiteren Zeile spielte er auf die hedonistischen Exzesse an, die zu entgleisen drohten: „When you’re high you never ever wanna come down“ (wenn du high bist, willst du niemals wieder runterkommen).„Das war ein sehr vielsagender Text“, so Slash heute. „Einfach nur diese nackte Ehrlichkeit. Wenn man in Los Angeles lebte, sozusagen an der Front, konnte man sich damit identifizieren. Und da ich Axl kannte, wusste ich genau, was er damit sagen wollte.“
Der fertige Song – aufgenommen in den Rumbo Studios in Canoga Park und produziert von Mike Clink – war elektrisierend. Das gesamte Intro klingt schon so, als würde gleich etwas Schlimmes passieren: Die ersten, hallenden Noten aus Slashs Gitarre und die schnell absteigende Tonfolge klingen ominös, gefolgt von Axl, der heult wie eine Polizeisirene. Das Riff ist giftig wie eine Klapperschlange. Dann dieser coole Break – Nicky Wire, Bassist der Manic Street Preachers, bezeichnete es mal als Beweis dafür, dass Guns N’ Roses all den anderen, geradlinigeren L.A.-Heavy-Metal-Konkurrenten der 80er Jahre wie Mötley Crüe und Poison haushoch überlegen waren.
Im zweiten Break gibt es dann noch donnernde Tribal-Rhythmen von Steven Adler, ein packendes Solo von Slash und schließlich Axl herausgebrüllte Warnung, die berühmter werden sollte als alles andere, das er je sang: „You know where you are?/You’re in the jungle, baby/You’re gonna die!“ (weißt du, wo du bist?/Du bist im Dschungel, Baby/Du wirst sterben!).
Erstaunlich für einen so rohen und bedrohlichen Song, erreichte ›Welcome To The Jungle‹ die Top 10 in den USA. Es war ihre Debütsingle in Amerika, und als MTV es in die Heavy Rotation übernahm, war die gefährlichste Band der Welt nicht mehr aufzuhalten. Im Juli 1988 erreichte APPETITE FOR DESTRUCTION Platz 1 der US-Albumcharts.
„›Welcome To The Jungle‹ ist schnell, heftig, aggressiv, aber es stecken auch viele subtile Emotionen drin, die die Band wirklich verinnerlichte. Wenn Axl irgendwohin ging, folgte ihm die Band. Das liebe ich an ihr und der Musik und wie das alles zusammenkam. In alledem steckte etwas Magisches.“ Sagt Slash.
Vor allem aber sei ›Welcome To The Jungle‹ die Essenz von dem, was Guns N’ Roses schon immer ausmachte. Sie seien, so Slash, „eine der authentischsten, direktesten Rock’n’Roll-Bands, die es je gab“.

Meilensteine: „BROKEN ENGLISH“ von Marianne Faithfull entsteht
Mai bis Juli 1979: In den Londoner Matrix Studios entsteht Marianne Faithfulls Comeback-Album BROKEN ENGLISH
Leicht nachvollziehen lässt sich der Werdegang von Marianne Faithfull nach der Trennung von Mick Jagger 1970 nicht, nachdem sie zuerst 1964 mit Hilfe von Rolling-Stones-Manager Andrew Loog Oldham eine weltweite Traumkarriere als noch minderjährige Pop-Folk-Sängerin gestartet hatte, um dann ab Ende 1966 für vier Jahre zur Lebensabschnittsgefährtin des Stones-Frontmanns zu avancieren.
Offiziell gilt, dass die Tochter des britischen Major Robert Glynn Faithfull und der österreichisch-ungarischen Adeligen Eva von Sacher-Masoch als Heroinabhängige im Drogensumpf versank, darüber das Sorgerecht für Sohn Nicholas aus der Ehe mit John Dunbar (Indica Gallery) verlor und rund drei Jahre lang in London auf der Straße lebte. Möglicherweise überzieht Marianne Faithfull diese Phase bewusst, weil sie sich als so erfolglos erwies, trat sie in besagter Ära doch noch immer als Schauspielerin an kleinen Theatern auf, spielte sporadisch LPs ein (RICH KID BLUES) und wirkte 1973 gar in David Bowies US-TV-Special „The 1980 Floor Show“ mit. Nachdem sie mit der countryesken LP DREAMIN’ MY DREAMS/FAITHLESS (1975) zumindest einigermaßen wieder Fuß gefasst hatte, gelang es ihr in den Jahren danach, trotz prekärer Umstände wie das Wohnen in einem besetzten Haus, einer turbulenten Ehe mit Punkmusikus Ben Brierly (The Vibrators) und weiterhin heroinabhängig, all ihre Lebenserfahrungen mit Hilfe von Komponist und Gitarrist Barry Reynolds in eigene Songs zu betten. Eine nur unzureichend behandelte Kehlkopfentzündung sowie heftiger Drogen- und Nikotinkonsum modifizierten den einst so kristallklaren Sopran um ein, zwei Oktaven tiefer.
Demos ließen Island-Labelchef Chris Blackwell und Produzent Miller Mundy aufhorchen. Von Mai bis Ende Juli 1979 entstand in den Londoner Matrix Studios das siebte Studiowerk BROKEN ENGLISH mit Reynolds, Joe Mavety (Gitarre), Steve York (Bass) und Terry Stannard (Drums) als Kernband sowie diversen Studiogästen. Doch erst als sich Multiinstrumentalist Steve Winwood zum Team gesellte, Elektronik ins Spiel brachte, Arrangements modifizierte und einen neuen Sound entwickelte, entstand der bahnbrechende Meilenstein. Im hypnotischen Titelsong bezog sich Marianne auf RAF-Terroristin Ulrike Meinhof. John Lennons ›Working Class Hero‹ tönte eindringlicher als im Original. Dichter Heathcote Williams’ harsche Poesie in ›Why D’Ya Do It‹ ging bis weit über die Schmerzgrenze. Angeschoben wurde die Platte von der Auskopplung ›The Ballad Of Lucy Jordan‹, eine sarkastische Hausfrauen-Tragödie.
Spiders: Videopremiere von ›Mess With My Emotions‹
Die schwedischen Retro-Rocker Spiders veröffentlichen ihre neue Single. Hier seht ihr den Videoclip zu ›Mess With My Emotions‹.
„Wenn Alice Cooper und Stevie Nicks ein Kind hätten, klänge es nach den Spiders“, so beschreiben diese ihren Stil selbst. Dass sie damit nicht ganz falsch liegen, wird auch durch ihre neue Single ›Mess With My Emotions‹ bestätigt.
Addiert man dazu noch die musikalische DNA der Dead Boys, Ramones, Blondie, The Faces und beispielsweise der Hellacopters, hat man in etwa den wilden und unwahrscheinlich wohltuenden Gen-Mix, der ihr kommendes Album SHARP OBJECTS so aufregend macht. Erscheinen wird das am 14. Februar bei Wild Kingdom Records.
Bis dahin twisten und klatschen und tanzen und shouten wir zu ›Mess With My Emotions‹:
Ein ausführliches Interview sowie den Song auf der beiliegenden Heft-CD findet ihr in der kommenden Ausgabe von CLASSIC ROCK, ab 14.02. im Handel!
Lynyrd Skynyrd: Southern-Rock-Legenden kommen auf Deutschland-Tour
Lynyrd Skynyrd kündigen für 2025 ihre „Celebrating 50 Years Of Lynyrd Skynyrd“-Tour an. Die Deutschland-Termine werden euch präsentiert von CLASSIC ROCK.
Sie sind die Institution des amerikanischen Southern Rock und sie haben noch nicht genug. Vorangegangenen Farewell-Tourneen zum Trotz kommen Lynyrd Skynyrd noch einmal nach Europa, darunter für sechs Shows nach Deutschland. Nach dem Tod ihres letzten Originalmitglieds Gary Rossington vor knapp zwei Jahren wollen Johnny Van Zant, Rickey Medlocke, Damon Johnson, Mark „Sparky“ Matejka, Michael Cartellone, Keith Christopher, Peter Keys, Carol Chase und Stacy Michelle unter dem Motto „Celebrating 50 Years Of Lynyrd Skynyrd“ noch einmal das Werk dieser Band mit einer der bewegtesten Historien des Rock feiern.
Sänger Johnny Van Zant: „Es geht um das Erbe von Lynyrd Skynyrd und darum, wofür es steht, worum es den Fans geht. Es gibt nichts Besseres, als mit Skynyrd auf die Bühne zu gehen und zu sehen, wie die Leute diese Musik lieben.“
30.06. München, Tollwood
02.07. Breisach, Pinot and Rock
04.07. Halle a. S., Peißnitzinsel
05.07. Bonn, Kunstrasen
12.07. Bad Mergentheim, Schloss
13.07. Berlin, Zitadelle
Hier findet ihr alle weiteren Infos …
Plattensammler: Ian Anderson
Im kommenden März wird CURIOUS RUMINANT, das 24. Album von Jethro Tull erscheinen. Bandchef Ian Anderson mag 77 sein, doch seine Talente als Songwriter, Flötist und Frontmann sind unvermindert und die Ideen sprudeln noch immer. Woher diese kommen, erzählt uns der Prog-Gott anhand des Soundtracks seines Lebens. (Text: Grant Moon)
DIE ERSTE MUSIK, AN DIE ICH MICH ERINNERN KANN
›In The Mood‹ von Glenn Miller und seinem Orchester. Ich war etwa sechs. Mein Vater hatte ein paar Platten aus dem Krieg, die Schätze waren, hauptsächlich Big-Band-Musik. Ich weiß noch, wie das ein Moment der Erleuchtung für mich war, denn im Wesentlichen stellt einem ›In The Mood‹ die Elemente des Blues vor. Das war der erste Moment, in dem ich dachte: „Hmm, diese Musik
ist etwas Besonderes …“
DER ERSTE SONG, DEN ICH LIVE SPIELTE
Etwa 1964 wagten [die frühen Tull-Mitglieder] John Evan, Jeffrey Hammond und ich, ein paar Songs im Jugendclub der Holy Family Church in Blackpool zu spielen. Darunter war ›Walking The Dog‹ von Rufus Thomas, das auch die Rolling Stones gecovert hatten. Wir wussten, dass die Stones Blender waren, also gingen wir zurück zu den Originalen der Musik, die sie coverten, und spielten sie auf unsere eigene Art – also gewissermaßen genauso fake wie die Rolling Stones!
DER GITARRENHELD
Peter Green war in den Anfangstagen von Fleetwood Mac so beseelt. Er konnte eine Gitarre wie eine menschliche Stimme singen lassen. Er hatte diesen wunderbaren Klang und die volle Kontrolle über das Instrument. Er konnte viele Noten spielen, wenn die Musik danach verlangte, aber davon abgesehen verführte er einen mit Klasse statt Masse.
DER SONGWRITER
Roy Harper. Von 1968 bis 1970 kaufte ich mir seine Platten und er hob sich von den anderen Songwritern jener Ära ab, weil er ein breites Spektrum abdeckte, von politischen und sozialen
Themen bis zu schlichten, bekifften Liebesliedern. Ich komme immer wieder zu COME OUT FIGHTING GENGHIS SMITH [1968] zurück. Ich war gerade selbst nach London gezogen und das traf einen Nerv bei mir. Also Hut ab vor Roy Harper, wie Led Zeppelin mal sagten.
DER SÄNGER
Für mich ragt Lou Gramm über alle anderen Rocksänger heraus. Unglaubliche Präzision und Diktion – man kann jedes Wort hören, das er singt, anders als bei den meisten Sängern davor und seither. Die dekorativen Elemente seiner Darbietung waren nie übertrieben – er sang hauptsächlich im Takt, im Ton und mit großer Emotion.
DAS BESTE ALBUM ALLER ZEITEN
Die Aufnahme von Beethovens Neunter der Deutschen Grammophon, dirigiert von Herbert von Karajan, von etwa 1962. Ich verliebte mich in seine Symphonien, vor allem in die Neunte, und das hat mich mein ganzes Leben lang begleitet. Nicht sehr Rock’n’Roll, aber auf eine andere Art und Weise eigentlich doch sehr Rock’n’Roll.
DIE BESTE PLATTE, DIE ICH JE GEMACHT HABE
Die, die ich gerade fertiggestellt habe. Wer THE ZEALOT GENE mochte, wird die neue noch mehr mögen. Aber wenn du versuchst, mich auf eine Platte festzunageln, die man kennt, würde ich mich vielleicht für SONGS FROM THE WOOD [1977] entscheiden.
DIE SCHLECHTESTE PLATTE, DIE ICH JE GEMACHT HABE
Der Song ›Singing All Day‹ ist Müll. Ein belangloses Stück, das wir sofort in die Tonne traten, bis wir verzweifelt Material für eine Compilation brauchten, zu der wir vertraglich von Warner Brothers verpflichtet worden waren. Es kam aus der untersten Schublade. Totaler Schrott.
DIE UNTERBEWERTETSTE BAND ALLER ZEITEN
The Six And Violence waren ein Haufen Typen aus New York, die Thrash Metal spielten. Sie waren
auf der Bühne brutal, aber abseits der Bühne sehr liebenswert. Ich spielte auf [ihrem Debüt] LETTUCE PREY [1990]. Sie kämpften ein paar Jahre tapfer weiter, aber schafften nie den Durchbruch. Ich fand immer, dass sie mehr verdient hatten.
MEINE GRÖSSTE ENTTÄUSCHUNG
Als Frank Zappa im Sterben lag, erhielt ich eine Nachricht, dass er gerne einen Anruf von mir erhalten würde. Ich hatte ihn nie getroffen. Ich war ein Fan von ihm, aber instinktiv dachte ich,
dass er Jethro Tull nicht mochte, also war es etwas seltsam. Ich wählte die Nummer dreimal, aber legte jedes Mal panisch wieder auf. Es war mir peinlich – was sagt man zu einem Sterbenden? Ein paar Wochen später starb er. Ich hörte, dass er mit ein paar Leuten sprechen wollte, einfach Hallo sagen, und ich war einer von ihnen. Es hätte nichts verändert, aber ich hätte meine erste und letzte Unterhaltung mit einem der großen Originale unter den Komponisten und Performern der Rockgeschichte gehabt.
MEIN GUILTY PLEASURE
Ich habe eine Schwäche für die brutale, simple Musik von Motörhead und den Ramones. Und ich mag Marc Almond. Wir sind bei Benefizveranstaltungen und in Kathedralen schon öfter zu Weihnachten gemeinsam aufgetreten. Das mag die Leute überraschen – wir kommen aus verschiedenen Äras, sind sehr verschieden in Sachen Persönlichkeit und Charakter, aber wir sind gute Kumpels.
MEIN „IN STIMMUNG“-SONG
›Another Day‹ von Roy Harper. Die romantische Intimität des Texts hat viele Menschen angezogen, ebenso wie das gemächliche Orchesterarrangement auf Roys Originalaufnahme. Das ist an erster Stelle romantisch, an zweiter Stelle sexy und spricht auf respektvolle Art und Weise von Zärtlichkeit.
DER SONG, DER BEI MEINER BEERDIGUNG LAUFEN SOLL
›What A Wonderful World‹ von Louis Armstrong. Das ist seit mehreren Jahrzehnten der Abschluss unserer Konzerte. Das scheint mir immer ein passender Weg zu sein, sich von einem Publikum zu verabschieden, also wäre es aufgrund dessen für mich von großer persönlicher Bedeutung. Es ist ein Song über Dankbarkeit für diese wunderschöne Welt, in der wir leben.
Rod Stewart: „Ich tue, was ich kann, um mich vom Grab fernzuhalten”

Der ewige Schwerenöter im Interview von 2018 über das Altern, #MeToo, Celtic Glasgow und sein jüngstes Album BLOOD RED ROSES.
Seit über fünfzig Jahren ist Rod Stewart nicht aus der Pop- und Rockmusik wegzudenken. Zunächst bei The Faces, später solo, steht der Brite mit der markant-rauen Stimme für legendäre Songs wie ›Sailing‹ oder ›Maggie May‹. Nach einer kreativen Dürre, in der er – allerdings höchst erfolgreich – über mehrere Alben vor allem Coversongs (THE GREAT AMERICAN SONGBOOK) veröffentlichte, sitzt der Vater von acht Kindern von fünf Frauen (die älteste Tochter ist 55, der jüngste Sohn ist sieben) künstlerisch nun wieder fest im Sattel. Sein neues Album BLOOD RED ROSES, das ausschließlich aus Eigenkompositionen besteht, ist eine überzeugend solide Liedersammlung mit einigen rasanten, aber auch vielen besinnlichen und eher ruhigen Songs. ›Julia‹ beispielsweise ist eine rührende Ballade über das erste Mädchen, in das Womanizer Stewart je verliebt war (mit zehn).
Auch ›Grace‹ oder ›Cold Old London‹ (mit der der hübschen Zeile „I’m getting old/ The girls are getting younger“) sind auf der melancholischen Seite des Schaffens angesiedelt. Aber dann gibt es auch den feurigen ›Vegas Shuffle‹, die musikalisch interessante Uptempo-Nummer ›Honey Gold‹, und auch ›Rollin’ & Tumblin’‹ atmet den Geist des Rock’n’Roll. Zwar sollte man von einem Rod-Stewart-Album – BLOOD RED ROSES ist übrigens seine dreißigste Studioaufnahme – kein Feuerwerk der Innovationen erwarten, aber trotzdem klingt der Irish-Folkige Titelsong, das erstaunlich elektronische ›Look In Her Eyes‹ sowie das ansatzweise im Disco angesiedelte ›Give Me Love‹ auch für die Ohren des abgebrühtesten Kenn-ich-doch-alles-Nörglers richtig schön frisch.
Der Tag neigt sich langsam dem Abend entgegen, als Rod Stewart die Interviewsuite des Hyatt-Hotels am Potsdamer Platz in Berlin betritt. Er trägt einen hellbeigen Anzug, Slipper, keine Strümpfe. Ein Assistent gießt dem 73 Jahre alten Urgestein mit der Raspel-Stimme noch ein Glas Sprudelwasser ein, dann geht es los, und Rod ist gleich mitten drin im Gespräch. Einen Aufwärmplausch braucht dieser Mann nicht.
Rod, du darfst dich seit zwei Jahren als „Sir Rod“ ansprechen lassen. Bist du stolz auf deinem Ritterschlag?
Ja, verdammt stolz sogar. Mir bedeutet das eine Menge. Ich bin immer noch Rod, keine Frage, aber es war ein wunderbarer Tag. Ich hätte mir bloß gewünscht, meine Eltern hätten die Zeremonie noch erlebt. Aber es ist schon toll, wenn man mich in Hotels und bei öffentlichen Anlässen als „Sir Rod“ anspricht. Das hat was. Also ich lache auch, aber es ist irgendwie schön. Mein Alltagsleben hat sich dadurch allerdings nicht verändert.
Hat ein Rod Stewart überhaupt einen Alltag?
Natürlich hat er das. Ich war im Sommer mit Cyndi Lauper auf USA-Tournee, das ist natürlich irgendwo Routine, auch wenn es irre viel Spaß gemacht hat. Cyndi ist eine verrückte Nudel, ich liebe sie. Zwei Blonde auf großer Fahrt. Jetzt im Herbst geben wir noch weitere Konzerte.
Stichwort Spaß. BLOOD RED ROSES ist dein 30. Studioalbum. Hat man da eigentlich noch Lust, sich diese Mühe zu machen?
Aber selbstverständlich. Ein Album aufzunehmen ist für mich das reine Vergnügen. Sonst würde ich es auch nicht tun, warum sollte ich mich abrackern? Und ganz sicher ist es ein viel tollerer Job, als eine Straße zu teeren. Heute ist es besser als früher, ich habe mehr Freude dabei, auch weil ich nicht mehr monatelang im Aufnahmestudio hocken muss, was eine Tätigkeit ist, bei der für mich der Spaß tatsächlich auch mal aufhört. Wir arbeiten viel am Laptop, und wir schicken uns die Musik hin und her. Das läuft heute alles transatlantisch.
Transatlantisch?
Ja, wir mailen Ideen hin und her, ich schreibe Texte, mein Co-Produzent fügt dann Schlagzeug und Bass und so weiter ein, man spart tierisch viel Zeit, das macht mich sehr froh. Billiger ist es auch noch, denn so musst du nicht die ganze Zeit für das Studio und für die Musiker bezahlen. Sondern wirklich nur dann, wenn du sie brauchst.
„Ich habe keine Angst vor dem Sterben, der Gedanke besorgt mich nicht übermäßig. Nur zu bald sollte es noch nicht passieren.“
Kannst du dir vorstellen, alt zu sein?
Aber ich bin doch alt! (lacht laut und schlägt sich aufs Knie) Dieses Knie ist kaputt, deshalb kann ich nicht mehr richtig Fußball spielen. Ich fühle mich schon gut, ich trainiere viel, halte mich fit, esse vernünftig. Ich trinke allerdings zu viel, das wird noch mal mein Untergang sein.
Wirklich?
Ich trinke zu viel Wein. Ich liebe Wein. Ich bringe es nicht übers Herz, in einem schönen Restaurant lecker zu essen und Wasser dazu zu trinken. Da gehört einfach ein Glas Wein dazu.
Hattest du den Alkohol immer im Griff?
Ich bin nie unter die Räder gekommen. Das hielt sich immer im Rahmen. Ganz ehrlich: Wenn ich zu viel saufe, dann falle ich einfach um. Ich trinke gerne so ein bisschen, da merke ich auch nichts von. Aber ich gebe mir nie komplett die Kante.
Die Single ›Didn’t I‹ dreht sich um Drogenprobleme. Worum geht es genau?
Ich singe aus Elternsicht über die Nöte und Sorgen, die man mit drogenabhängigen Teenagerkindern hat.
Was hat dich gerade zu diesem Thema bewogen?
Weiß ich gar nicht. Ich setze mich nicht groß hin und überlege „So, jetzt schreibe ich über Drogensucht aus Sicht der Eltern“. Das hat mich einfach interessiert. Man bekommt ja mit, wie sie sich verändern, sich anders verhalten, anders sprechen, sogar anders gehen. Und du sitzt da und denkst „Was passiert hier?“ Wie alle meine Songs ist aber auch dieser einfach zu mir gekommen.
Über ›Look In Her Eyes‹ sagst du, das Lied erzähle eine moralische Geschichte. Welche genau?
Zu meinen Zeiten ging es zwischen Mädchen und Jungs lockerer zu als heute, auch ruppiger und ein bisschen direkter. Heute hat sich das sehr verändert, wir Männer müssen aufpassen wegen dieser „MeToo“-Bewegung, die längst überfällig war. Wir können uns nicht länger einen hinter die Binde kippen und in der Kneipe die nächste Frau bespringen.
Hattest du jemals Ärger, weil du zu forsch warst gegenüber einer Frau? Nein, nie. Ich kannte dieses Problem nicht. Damals bei The Faces, als ich jung war, war es umgekehrt. Wir mussten die Ladies wegschubsen, sonst hätten sie in Trauben auf uns gelegen.
Wäre es wohl heute genauso viel Spaß, ein junger Rockstar zu sein, wie damals in den 60ern und 70ern?
Nein. Oh nein. Nicht mal annähernd. Handys und Kameras haben es unmöglich gemacht, mit den Sachen durchzukommen, mit denen wir damals durchgekommen sind. Heute kann man sich gar nichts mehr erlauben, von allem gibt es Fotos und Filme. Die 70er waren so wild und so frei, und, hey, die 80er waren auch noch heiß. Es war ein wilder Ritt.
Der Song ›Rest Of My Life‹, in dem du davon singst, dass du den Rest deines Lebens mit der anderen Person verbringen willst, handelt der von dir und deiner Frau Penny Lancaster, mit der du seit 19 Jahren zusammen bist?
Nein, nein. Obwohl: Es würde passen. Ich habe ›Rest Of My Life‹ über ein Paar geschrieben, das die Liebe erst spät im Leben findet.
Na, das passt doch. Du warst Mitte 50.
Aber Penny war erst 28!
Was ist das Geheimrezept eurer langen Liebe?
Penny und ich absolvieren jeden Tag eine irrwitzige Menge an Kommunikation. Dazu gehört eben auch die Kunst, der anderen Person zuzuhören. Das kann ich bei ihr. Aber sonst? Es ist die besondere Chemie zwischen uns. Wir harmonieren wundervoll zusammen.
Immer, wenn man Fotos von dir sieht, machst du den Eindruck eines gesetzten Herrn, der fast schon unverschämt viel Spaß hat. Rod, bist du ein glücklicher alter Knochen?
(lacht) Das ist wahr, das ist sehr wahr. Ich habe immer gern auf dem Platz gestanden, der mein Leben ist. Was denn sonst? Und guckt mich doch an. Ist doch alles super. Ich bin gesund, habe spät im Leben und unerwartet nochmal zwei Kinder bekommen, und diese beiden, Alastair und Aiden, einer ist zwölf, der andere ist sieben, die bedeuten mir alles auf der Welt. Beide Jungs sind krasse Fußballfans.
Welcher Verein?
Celtic Glasgow natürlich, was denn sonst? Der Kleine geht immer in seinem Trikot zur Schule
Ist es also Pflicht, als Sohn des Celtic-Glasgow-Fans Rod Stewart ebenfalls Celtic-Fan zu sein? (lacht) Das kannst du aber glauben, Junge! Alle meine Söhne haben ihre Celtic-Trikots, und wenn sie rausgewachsen sind, bekommen sie eben ein neues. So läuft das nun mal im Fußball.
REO Speedwagon: Back in ’79
Anlässlich des neuen REO-Speedwagon-Livealbums LIVE AT ROCKPALAST 1979 (inkl. DVD), das am 10.11.1979 in der Hamburger Markthalle aufgenommen wurde, rufen wir einen bestens gelaunten Kevin Cronin in Kanada an, wo er und seine Band an diesem Abend zusammen mit Train auftreten. Im Interview erzählt der Sänger und Gitarrist von seinen Erinnerungen an die späten 70er Jahre, als REO kurz vor ihrem ganz großen kommerziellen Durchbruch standen.
Hinweis: Das Interview mit Kevin Cronin fand im August statt, also vor der kürzlichen Bekanntgabe, dass REO Speedwagon ab 2025 wegen „unüberbrückbarer Differenzen“ nicht mehr live auftreten werden.
1979 habt ihr gerade NINE LIVES veröffentlicht, ein Jahr später sollte der große Durchbruch mit HI INFIDELITY kommen. Wie hast du diese Zeit in Erinnerung?
Das war eine ganz besondere Phase. Wir hatten mit YOU CAN TUNE A PIANO, BUT YOU CAN’T TUNA FISH Songs draußen wie ›Roll With The Changes‹ und ›Time For Me To Fly‹, dazu Lieder wie ›Ridin‘ The Storm Out‹ aus den frühen 70ern. Ein ziemlich gutes Repertoire, das die Leute kannten. Wir standen kurz davor, die Songs für HI INFIDELITY zu schreiben. ›Back On The Road Again‹ von NINE LIVES war ein echter Fan-Favorit. Als wir nach Deutschland kamen, landeten wir in Hamburg. Als große Beatles-Fans schauten wir uns all die Clubs an, in denen sie gespielt hatten. Wir wollten auf jeder Bühne jammen, auf der die Beatles aufgetreten sind. Oft wurden wir im Publikum erkannt und gaben dann ein paar Beatles-Songs und Nummern von Chuck Berry zum Besten. Danach schauten wir den Sonnenaufgang über der Elbe an und dachten uns: „John, Paul, George und Ringo haben diesen Anblick bestimmt oft erlebt.“ An einem Abend traten wir im Rockpalast auf. Ich weiß noch genau, was ich anhatte, weil ich später ein paar Fotos zu Gesicht bekam und ehrlich sagen muss, dass ich aus heutiger Perspektive ziemlich lächerlich aussah. (lacht) Aber damals fand ich mich natürlich cool. Den Rockpalast habe ich als verrauchten, richtig tollen Rockclub in Erinnerung. Nicht groß, aber voller Menschen. Das war unser erster Auftritt in Europa. Wir hatten eine kleine Anhängerschaft, das Publikum an diesem Abend sprang total auf uns an. Die Energie war großartig. Das gab uns das Gefühl, dass etwas Großes bevorstand. Damit sollten wir recht behalten, unser nächstes Album HI INFIDELITY ging durch die Decke.
Ihr habt also schon gespürt, dass ihr auf einem Sprungbrett steht?
Definitiv. Mein Partner damals war der großartige Gary Richrath, nicht nur ein phänomenaler Gitarrist, sondern auch eine phänomenale Erscheinung – er fing das Publikum mit seinem Spiel ein. Gary ist einer der größten Rockgitarristen überhaupt. Er hatte diese wunderschönen Vintage-Les-Pauls, einfach großartig. Jedes unserer Alben war damals entweder mehr von mir oder mehr von Gary beeinflusst. YOU CAN TUNE A PIANO, BUT YOU CAN’T TUNA FISH war stärker von mir beeinflusst, sehr melodisch, sehr Song-orientiert. NINE LIVES hingegen spiegelte eher Gary wider, es war sehr Gitarren-fokussiert. Ich denke, dass wir die Lücke zwischen unseren beiden Energien auf HI INFIDELITY schließen und das jeweils Beste von uns auf dasselbe Album packen konnten. Ich wünschte, die Rockwelt und Presse würde auf die späten 70er Jahre von REO zurückblicken und Garys Schaffen stärker würdigen. Vor einiger Zeit waren Slash und ich im selben Interview und ich fragte ihn, ob er von Gary beeinflusst wurde. Denn wenn ich an Slash denke, die Art, wie er seine Gitarre hält, seine Präsenz auf der Bühne, sehe ich Gary. Und Slash bejahte meine Vermutung sofort. Ich trete wirklich dafür ein, dass die Leute sich mehr mit Gary Richrath beschäftigen!
Das neue Livealbum bietet jetzt eine gute Gelegenheit für alle Nachzügler. Eine sehr energiegeladene Aufnahme…
Um ehrlich zu sein: Bisher konnte ich die Aufnahme nicht hören. Ich bin froh, dass dir der Mitschnitt gefällt, denn ich hatte die Sorge, dass die Qualität nicht so gut sein würde, einfach, weil die Technik in den 70er Jahren noch nicht so weit war.
Klar hört man, dass es keine neue Aufnahme ist, es klingt vintage. Aber in Zeiten, wo die künstliche Intelligenz gerne alles glatt bügelt, tut es gut, zu hören, wie echte, menschengemachte Musik klang und klingt.
Ich stimme dir absolut zu. Wenn wir spielen, kommt es durchaus mal vor, dass ich eine Note nicht ganz perfekt treffe. Aber das ist menschlich, so weiß man, dass ich live singe. Wenn ein Konzert zu perfekt klingt, ist es nicht live. (lacht) Wir gehen auf die Bühne und spielen Rock’n’Roll! Unsere Band ist aktuell so gut wie schon lange nicht mehr, ich bin sehr stolz auf uns. Ich hoffe sehr, dass wir bald nach Europa zurückkehren können.
Dein Vater hat im zweiten Weltkrieg gegen die Nazis gekämpft. Hat das deine Wahrnehmung auf Deutschland beeinflusst, als du damals zum ersten Mal hier warst?
Mein Vater war zu einer schrecklichen Zeit in Deutschland, es muss furchtbar gewesen sein, damals hier zu leben. In den amerikanischen Nachrichten bekamen wir zu hören, dass alle Deutschen Nazis seien. Das stimmte nicht. Vielleicht sollte ich gar nicht darüber sprechen, weil ich keine Ahnung habe, doch in der Wahrnehmung meines Vater war es so, dass viele froh waren, als die Amerikaner kamen. Als wir mit REO Speedwagon einreisten, stand die Berliner Mauer noch, wir mussten durch Ostdeutschland und spürten dort eine gewisse Anspannung. An der Grenze gab es bewaffnete Soldaten, die in unseren Bus kamen und unsere Kameras beschlagnahmten. Doch als wir nach Westberlin kamen, wurden wir nett begrüßt und mit großer Gastfreundschaft bedacht. Über die Jahre bin ich immer wieder nach Deutschland gekommen, zuletzt 2019 im Rahmen von „Rock Meets Classic“, wo ich mehrere Wochen zusammen mit Deep Purples Ian Gillan, Mike Reno von Loverboy und Andy Scott von Sweet auftrat. Das war großartig. Die Städte waren voller Leben, die Menschen liebten die Musik, der Vibe war richtig gut!
Nach all diesen Jahren: Was hat dich das Leben in einer erfolgreichen Rockband gelehrt?
Die wichtigste Lektion: Du darfst nicht selbstgefällig werden. Wenn du denkst, du hast es geschafft und dich auf deinem Erfolg ausruhst, ist das das Rezept für ein Desaster. Ich muss wachsen, mich immer weiter pushen. Während der Pandemie habe ich begonnen, regelmäßig mit einem tollen Gesangslehrer zu arbeiten und singe besser als je zuvor. Früher hatte ich Angst, meine Stimme zu verlieren, heute weiß ich, wie ich sie richtig nutze. Man ist nie fertig, lernt nie aus. Außerdem bin ich extrem dankbar dafür, dass meine Songs vielen Menschen etwas bedeuten. Ich verstehe, wie Lieder der Beatles oder von Crosby, Stills & Nash – all jener Bands, die ich liebe – mich berühren. Dass Menschen ähnliches bei meinen Liedern fühlen, kann ich gar nicht greifen.






















