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Start Blog Seite 9

Plattensammler: Ian Anderson

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Im kommenden März wird CURIOUS RUMINANT, das 24. Album von Jethro Tull erscheinen. Bandchef Ian Anderson mag 77 sein, doch seine Talente als Songwriter, Flötist und Frontmann sind unvermindert und die Ideen sprudeln noch immer. Woher diese kommen, erzählt uns der Prog-Gott anhand des Soundtracks seines Lebens. (Text: Grant Moon)

DIE ERSTE MUSIK, AN DIE ICH MICH ERINNERN KANN
›In The Mood‹ von Glenn Miller und seinem Orchester. Ich war etwa sechs. Mein Vater hatte ein paar Platten aus dem Krieg, die Schätze waren, hauptsächlich Big-Band-Musik. Ich weiß noch, wie das ein Moment der Erleuchtung für mich war, denn im Wesentlichen stellt einem ›In The Mood‹ die Elemente des Blues vor. Das war der erste Moment, in dem ich dachte: „Hmm, diese Musik
ist etwas Besonderes …“

DER ERSTE SONG, DEN ICH LIVE SPIELTE
Etwa 1964 wagten [die frühen Tull-Mitglieder] John Evan, Jeffrey Hammond und ich, ein paar Songs im Jugendclub der Holy Family Church in Blackpool zu spielen. Darunter war ›Walking The Dog‹ von Rufus Thomas, das auch die Rolling Stones gecovert hatten. Wir wussten, dass die Stones Blender waren, also gingen wir zurück zu den Originalen der Musik, die sie coverten, und spielten sie auf unsere eigene Art – also gewissermaßen genauso fake wie die Rolling Stones!

DER GITARRENHELD
Peter Green war in den Anfangstagen von Fleetwood Mac so beseelt. Er konnte eine Gitarre wie eine menschliche Stimme singen lassen. Er hatte diesen wunderbaren Klang und die volle Kontrolle über das Instrument. Er konnte viele Noten spielen, wenn die Musik danach verlangte, aber davon abgesehen verführte er einen mit Klasse statt Masse.

DER SONGWRITER
Roy Harper. Von 1968 bis 1970 kaufte ich mir seine Platten und er hob sich von den anderen Songwritern jener Ära ab, weil er ein breites Spektrum abdeckte, von politischen und sozialen
Themen bis zu schlichten, bekifften Liebesliedern. Ich komme immer wieder zu COME OUT FIGHTING GENGHIS SMITH [1968] zurück. Ich war gerade selbst nach London gezogen und das traf einen Nerv bei mir. Also Hut ab vor Roy Harper, wie Led Zeppelin mal sagten.

DER SÄNGER
Für mich ragt Lou Gramm über alle anderen Rocksänger heraus. Unglaubliche Präzision und Diktion – man kann jedes Wort hören, das er singt, anders als bei den meisten Sängern davor und seither. Die dekorativen Elemente seiner Darbietung waren nie übertrieben – er sang hauptsächlich im Takt, im Ton und mit großer Emotion.

DAS BESTE ALBUM ALLER ZEITEN
Die Aufnahme von Beethovens Neunter der Deutschen Grammophon, dirigiert von Herbert von Karajan, von etwa 1962. Ich verliebte mich in seine Symphonien, vor allem in die Neunte, und das hat mich mein ganzes Leben lang begleitet. Nicht sehr Rock’n’Roll, aber auf eine andere Art und Weise eigentlich doch sehr Rock’n’Roll.

DIE BESTE PLATTE, DIE ICH JE GEMACHT HABE
Die, die ich gerade fertiggestellt habe. Wer THE ZEALOT GENE mochte, wird die neue noch mehr mögen. Aber wenn du versuchst, mich auf eine Platte festzunageln, die man kennt, würde ich mich vielleicht für SONGS FROM THE WOOD [1977] entscheiden.

DIE SCHLECHTESTE PLATTE, DIE ICH JE GEMACHT HABE
Der Song ›Singing All Day‹ ist Müll. Ein belangloses Stück, das wir sofort in die Tonne traten, bis wir verzweifelt Material für eine Compilation brauchten, zu der wir vertraglich von Warner Brothers verpflichtet worden waren. Es kam aus der untersten Schublade. Totaler Schrott.

DIE UNTERBEWERTETSTE BAND ALLER ZEITEN
The Six And Violence waren ein Haufen Typen aus New York, die Thrash Metal spielten. Sie waren
auf der Bühne brutal, aber abseits der Bühne sehr liebenswert. Ich spielte auf [ihrem Debüt] LETTUCE PREY [1990]. Sie kämpften ein paar Jahre tapfer weiter, aber schafften nie den Durchbruch. Ich fand immer, dass sie mehr verdient hatten.

MEINE GRÖSSTE ENTTÄUSCHUNG
Als Frank Zappa im Sterben lag, erhielt ich eine Nachricht, dass er gerne einen Anruf von mir erhalten würde. Ich hatte ihn nie getroffen. Ich war ein Fan von ihm, aber instinktiv dachte ich,
dass er Jethro Tull nicht mochte, also war es etwas seltsam. Ich wählte die Nummer dreimal, aber legte jedes Mal panisch wieder auf. Es war mir peinlich – was sagt man zu einem Sterbenden? Ein paar Wochen später starb er. Ich hörte, dass er mit ein paar Leuten sprechen wollte, einfach Hallo sagen, und ich war einer von ihnen. Es hätte nichts verändert, aber ich hätte meine erste und letzte Unterhaltung mit einem der großen Originale unter den Komponisten und Performern der Rockgeschichte gehabt.

MEIN GUILTY PLEASURE
Ich habe eine Schwäche für die brutale, simple Musik von Motörhead und den Ramones. Und ich mag Marc Almond. Wir sind bei Benefizveranstaltungen und in Kathedralen schon öfter zu Weihnachten gemeinsam aufgetreten. Das mag die Leute überraschen – wir kommen aus verschiedenen Äras, sind sehr verschieden in Sachen Persönlichkeit und Charakter, aber wir sind gute Kumpels.

MEIN „IN STIMMUNG“-SONG
›Another Day‹ von Roy Harper. Die romantische Intimität des Texts hat viele Menschen angezogen, ebenso wie das gemächliche Orchesterarrangement auf Roys Originalaufnahme. Das ist an erster Stelle romantisch, an zweiter Stelle sexy und spricht auf respektvolle Art und Weise von Zärtlichkeit.

DER SONG, DER BEI MEINER BEERDIGUNG LAUFEN SOLL
›What A Wonderful World‹ von Louis Armstrong. Das ist seit mehreren Jahrzehnten der Abschluss unserer Konzerte. Das scheint mir immer ein passender Weg zu sein, sich von einem Publikum zu verabschieden, also wäre es aufgrund dessen für mich von großer persönlicher Bedeutung. Es ist ein Song über Dankbarkeit für diese wunderschöne Welt, in der wir leben.

Rod Stewart: „Ich tue, was ich kann, um mich vom Grab fernzuhalten”

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Interview Rod Stewart

Der ewige Schwerenöter im Interview von 2018 über das Altern, #MeToo, Celtic Glasgow und sein jüngstes Album BLOOD RED ROSES.

Seit über fünfzig Jahren ist Rod Stewart nicht aus der Pop- und Rockmusik wegzudenken. Zunächst bei The Faces, später solo, steht der Brite mit der markant-rauen Stimme für legendäre Songs wie ›Sailing‹ oder ›Maggie May‹. Nach einer kreativen Dürre, in der er – allerdings höchst erfolgreich – über mehrere Alben vor allem Coversongs (THE GREAT AMERICAN SONGBOOK) veröffentlichte, sitzt der Vater von acht Kindern von fünf Frauen (die älteste Tochter ist 55, der jüngste Sohn ist sieben) künstlerisch nun wieder fest im Sattel. Sein neues Album BLOOD RED RO­­SES, das ausschließlich aus Eigenkompositionen besteht, ist eine überzeugend solide Liedersammlung mit einigen rasanten, aber auch vielen besinnlichen und eher ruhigen Songs. ›Julia‹ beispielsweise ist eine rührende Ballade über das erste Mädchen, in das Womanizer Stewart je verliebt war (mit zehn).

Auch ›Grace‹ oder ›Cold Old London‹ (mit der der hübschen Zeile „I’m getting old/ The girls are getting younger“) sind auf der melancholischen Seite des Schaffens angesiedelt. Aber dann gibt es auch den feurigen ›Vegas Shuffle‹, die musikalisch interessante Uptempo-Nummer ›Honey Gold‹, und auch ›Rollin’ & Tumblin’‹ atmet den Geist des Rock’n’Roll. Zwar sollte man von ei­­nem Rod-Stewart-Al­bum – BLOOD RED ROSES ist übrigens seine dreißigste Studioaufnahme – kein Feuerwerk der Innovationen er­­warten, aber trotzdem klingt der Irish-Folkige Titelsong, das erstaunlich elektronische ›Look In Her Eyes‹ sowie das ansatzweise im Disco angesiedelte ›Give Me Love‹ auch für die Ohren des abgebrühtesten Kenn-ich-doch-alles-Nörglers richtig schön frisch.

Der Tag neigt sich langsam dem Abend entgegen, als Rod Stewart die Interviewsuite des Hyatt-Hotels am Potsdamer Platz in Berlin betritt. Er trägt einen hellbeigen Anzug, Slipper, keine Strümpfe. Ein Assistent gießt dem 73 Jahre alten Urgestein mit der Raspel-Stimme noch ein Glas Sprudelwasser ein, dann geht es los, und Rod ist gleich mitten drin im Gespräch. Einen Aufwärmplausch braucht dieser Mann nicht.

Rod, du darfst dich seit zwei Jahren als „Sir Rod“ ansprechen lassen. Bist du stolz auf deinem Ritterschlag?
Ja, verdammt stolz sogar. Mir bedeutet das eine Menge. Ich bin immer noch Rod, keine Frage, aber es war ein wunderbarer Tag. Ich hätte mir bloß gewünscht, meine Eltern hätten die Zeremonie noch erlebt. Aber es ist schon toll, wenn man mich in Hotels und bei öffentlichen Anlässen als „Sir Rod“ anspricht. Das hat was. Also ich lache auch, aber es ist irgendwie schön. Mein Alltagsleben hat sich dadurch allerdings nicht verändert.

Hat ein Rod Stewart überhaupt einen Alltag?
Natürlich hat er das. Ich war im Sommer mit Cyndi Lauper auf USA-Tournee, das ist natürlich irgendwo Routine, auch wenn es irre viel Spaß gemacht hat. Cyndi ist eine verrückte Nudel, ich liebe sie. Zwei Blonde auf großer Fahrt. Jetzt im Herbst geben wir noch weitere Konzerte.

Stichwort Spaß. BLOOD RED ROSES ist dein 30. Studioalbum. Hat man da eigentlich noch Lust, sich diese Mühe zu machen?
Aber selbstverständlich. Ein Album aufzunehmen ist für mich das reine Vergnügen. Sonst würde ich es auch nicht tun, warum sollte ich mich abrackern? Und ganz sicher ist es ein viel tollerer Job, als eine Straße zu teeren. Heute ist es besser als früher, ich habe mehr Freude dabei, auch weil ich nicht mehr monatelang im Aufnahmestudio hocken muss, was eine Tätigkeit ist, bei der für mich der Spaß tatsächlich auch mal aufhört. Wir arbeiten viel am Laptop, und wir schicken uns die Musik hin und her. Das läuft heute alles transatlantisch.

Transatlantisch?
Ja, wir mailen Ideen hin und her, ich schreibe Texte, mein Co-Produzent fügt dann Schlagzeug und Bass und so weiter ein, man spart tierisch viel Zeit, das macht mich sehr froh. Billiger ist es auch noch, denn so musst du nicht die ganze Zeit für das Studio und für die Musiker bezahlen. Sondern wirklich nur dann, wenn du sie brauchst.


„Ich habe keine Angst vor dem Sterben, der Ge­­danke besorgt mich nicht übermäßig. Nur zu bald sollte es noch nicht passieren.“

Kannst du dir vorstellen, alt zu sein?
Aber ich bin doch alt! (lacht laut und schlägt sich aufs Knie) Dieses Knie ist kaputt, deshalb kann ich nicht mehr richtig Fußball spielen. Ich fühle mich schon gut, ich trainiere viel, halte mich fit, esse vernünftig. Ich trinke allerdings zu viel, das wird noch mal mein Untergang sein.

Wirklich?
Ich trinke zu viel Wein. Ich liebe Wein. Ich bringe es nicht übers Herz, in einem schönen Restaurant lecker zu essen und Wasser dazu zu trinken. Da gehört einfach ein Glas Wein dazu.

Hattest du den Alkohol immer im Griff?
Ich bin nie unter die Räder gekommen. Das hielt sich immer im Rahmen. Ganz ehrlich: Wenn ich zu viel saufe, dann falle ich einfach um. Ich trinke gerne so ein bisschen, da merke ich auch nichts von. Aber ich gebe mir nie komplett die Kante.

Die Single ›Didn’t I‹ dreht sich um Drogenprobleme. Worum geht es genau?
Ich singe aus Elternsicht über die Nöte und Sorgen, die man mit drogenabhängigen Teenagerkindern hat.

Was hat dich gerade zu diesem Thema be­­wogen?
Weiß ich gar nicht. Ich setze mich nicht groß hin und überlege „So, jetzt schreibe ich über Drogensucht aus Sicht der Eltern“. Das hat mich einfach interessiert. Man bekommt ja mit, wie sie sich verändern, sich anders verhalten, anders sprechen, sogar anders gehen. Und du sitzt da und denkst „Was passiert hier?“ Wie alle meine Songs ist aber auch dieser einfach zu mir gekommen.

Über ›Look In Her Eyes‹ sagst du, das Lied erzähle eine moralische Geschichte. Welche genau?
Zu meinen Zeiten ging es zwischen Mädchen und Jungs lockerer zu als heute, auch ruppiger und ein bisschen direkter. Heute hat sich das sehr verändert, wir Männer müssen aufpassen wegen dieser „MeToo“-Bewegung, die längst überfällig war. Wir können uns nicht länger einen hinter die Binde kippen und in der Kneipe die nächste Frau bespringen.

Hattest du jemals Ärger, weil du zu forsch warst gegenüber einer Frau?                                                                                   Nein, nie. Ich kannte dieses Problem nicht. Damals bei The Faces, als ich jung war, war es umgekehrt. Wir mussten die Ladies wegschubsen, sonst hätten sie in Trauben auf uns gelegen.

Wäre es wohl heute genauso viel Spaß, ein junger Rockstar zu sein, wie damals in den 60ern und 70ern?
Nein. Oh nein. Nicht mal annähernd. Handys und Kameras haben es unmöglich gemacht, mit den Sachen durchzukommen, mit denen wir damals durchgekommen sind. Heute kann man sich gar nichts mehr erlauben, von allem gibt es Fotos und Filme. Die 70er waren so wild und so frei, und, hey, die 80er waren auch noch heiß. Es war ein wilder Ritt.

Der Song ›Rest Of My Life‹, in dem du davon singst, dass du den Rest deines Lebens mit der anderen Person verbringen willst, handelt der von dir und deiner Frau Penny Lancaster, mit der du seit 19 Jahren zusammen bist?
Nein, nein. Obwohl: Es würde passen. Ich habe ›Rest Of My Life‹ über ein Paar geschrieben, das die Liebe erst spät im Leben findet.

Na, das passt doch. Du warst Mitte 50.
Aber Penny war erst 28!

Was ist das Geheimrezept eurer langen Liebe?
Penny und ich absolvieren jeden Tag eine irrwitzige Menge an Kommunikation. Dazu gehört eben auch die Kunst, der anderen Person zuzuhören. Das kann ich bei ihr. Aber sonst? Es ist die besondere Chemie zwischen uns. Wir harmonieren wundervoll zusammen.

Immer, wenn man Fotos von dir sieht, machst du den Eindruck eines gesetzten Herrn, der fast schon unverschämt viel Spaß hat. Rod, bist du ein glücklicher alter Knochen?
(lacht) Das ist wahr, das ist sehr wahr. Ich habe immer gern auf dem Platz gestanden, der mein Leben ist. Was denn sonst? Und guckt mich doch an. Ist doch alles super. Ich bin gesund, habe spät im Leben und unerwartet nochmal zwei Kinder bekommen, und diese beiden, Alastair und Aiden, einer ist zwölf, der andere ist sieben, die bedeuten mir alles auf der Welt. Beide Jungs sind krasse Fußballfans.

Welcher Verein?
Celtic Glasgow natürlich, was denn sonst? Der Kleine geht immer in seinem Trikot zur Schule

Ist es also Pflicht, als Sohn des Celtic-Glasgow-Fans Rod Stewart ebenfalls Celtic-Fan zu sein?                                            (lacht) Das kannst du aber glauben, Junge! Alle meine Söhne haben ihre Celtic-Trikots, und wenn sie rausgewachsen sind, bekommen sie eben ein neues. So läuft das nun mal im Fußball.

REO Speedwagon: Back in ’79

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Anlässlich des neuen REO-Speedwagon-Livealbums LIVE AT ROCKPALAST 1979 (inkl. DVD), das am 10.11.1979 in der Hamburger Markthalle aufgenommen wurde, rufen wir einen bestens gelaunten Kevin Cronin in Kanada an, wo er und seine Band an diesem Abend zusammen mit Train auftreten. Im Interview erzählt der Sänger und Gitarrist von seinen Erinnerungen an die späten 70er Jahre, als REO kurz vor ihrem ganz großen kommerziellen Durchbruch standen.

Hinweis: Das Interview mit Kevin Cronin fand im August statt, also vor der kürzlichen Bekanntgabe, dass REO Speedwagon ab 2025 wegen „unüberbrückbarer Differenzen“ nicht mehr live auftreten werden.

1979 habt ihr gerade NINE LIVES veröffentlicht, ein Jahr später sollte der große Durchbruch mit HI INFIDELITY kommen. Wie hast du diese Zeit in Erinnerung?

Das war eine ganz besondere Phase. Wir hatten mit YOU CAN TUNE A PIANO, BUT YOU CAN’T TUNA FISH Songs draußen wie ›Roll With The Changes‹ und ›Time For Me To Fly‹, dazu Lieder wie ›Ridin‘ The Storm Out‹ aus den frühen 70ern. Ein ziemlich gutes Repertoire, das die Leute kannten. Wir standen kurz davor, die Songs für HI INFIDELITY zu schreiben. ›Back On The Road Again‹ von NINE LIVES war ein echter Fan-Favorit. Als wir nach Deutschland kamen, landeten wir in Hamburg. Als große Beatles-Fans schauten wir uns all die Clubs an, in denen sie gespielt hatten. Wir wollten auf jeder Bühne jammen, auf der die Beatles aufgetreten sind. Oft wurden wir im Publikum erkannt und gaben dann ein paar Beatles-Songs und Nummern von Chuck Berry zum Besten. Danach schauten wir den Sonnenaufgang über der Elbe an und dachten uns: „John, Paul, George und Ringo haben diesen Anblick bestimmt oft erlebt.“ An einem Abend traten wir im Rockpalast auf. Ich weiß noch genau, was ich anhatte, weil ich später ein paar Fotos zu Gesicht bekam und ehrlich sagen muss, dass ich aus heutiger Perspektive ziemlich lächerlich aussah. (lacht) Aber damals fand ich mich natürlich cool. Den Rockpalast habe ich als verrauchten, richtig tollen Rockclub in Erinnerung. Nicht groß, aber voller Menschen. Das war unser erster Auftritt in Europa. Wir hatten eine kleine Anhängerschaft, das Publikum an diesem Abend sprang total auf uns an. Die Energie war großartig. Das gab uns das Gefühl, dass etwas Großes bevorstand. Damit sollten wir recht behalten, unser nächstes Album HI INFIDELITY ging durch die Decke.

Ihr habt also schon gespürt, dass ihr auf einem Sprungbrett steht?

Definitiv. Mein Partner damals war der großartige Gary Richrath, nicht nur ein phänomenaler Gitarrist, sondern auch eine phänomenale Erscheinung – er fing das Publikum mit seinem Spiel ein. Gary ist einer der größten Rockgitarristen überhaupt. Er hatte diese wunderschönen Vintage-Les-Pauls, einfach großartig. Jedes unserer Alben war damals entweder mehr von mir oder mehr von Gary beeinflusst. YOU CAN TUNE A PIANO, BUT YOU CAN’T TUNA FISH war stärker von mir beeinflusst, sehr melodisch, sehr Song-orientiert. NINE LIVES hingegen spiegelte eher Gary wider, es war sehr Gitarren-fokussiert. Ich denke, dass wir die Lücke zwischen unseren beiden Energien auf HI INFIDELITY schließen und das jeweils Beste von uns auf dasselbe Album packen konnten. Ich wünschte, die Rockwelt und Presse würde auf die späten 70er Jahre von REO zurückblicken und Garys Schaffen stärker würdigen. Vor einiger Zeit waren Slash und ich im selben Interview und ich fragte ihn, ob er von Gary beeinflusst wurde. Denn wenn ich an Slash denke, die Art, wie er seine Gitarre hält, seine Präsenz auf der Bühne, sehe ich Gary. Und Slash bejahte meine Vermutung sofort. Ich trete wirklich dafür ein, dass die Leute sich mehr mit Gary Richrath beschäftigen!

Das neue Livealbum bietet jetzt eine gute Gelegenheit für alle Nachzügler. Eine sehr energiegeladene Aufnahme…

Um ehrlich zu sein: Bisher konnte ich die Aufnahme nicht hören. Ich bin froh, dass dir der Mitschnitt gefällt, denn ich hatte die Sorge, dass die Qualität nicht so gut sein würde, einfach, weil die Technik in den 70er Jahren noch nicht so weit war.

Klar hört man, dass es keine neue Aufnahme ist, es klingt vintage. Aber in Zeiten, wo die künstliche Intelligenz gerne alles glatt bügelt, tut es gut, zu hören, wie echte, menschengemachte Musik klang und klingt.

Ich stimme dir absolut zu. Wenn wir spielen, kommt es durchaus mal vor, dass ich eine Note nicht ganz perfekt treffe. Aber das ist menschlich, so weiß man, dass ich live singe. Wenn ein Konzert zu perfekt klingt, ist es nicht live. (lacht) Wir gehen auf die Bühne und spielen Rock’n’Roll! Unsere Band ist aktuell so gut wie schon lange nicht mehr, ich bin sehr stolz auf uns. Ich hoffe sehr, dass wir bald nach Europa zurückkehren können.

Dein Vater hat im zweiten Weltkrieg gegen die Nazis gekämpft. Hat das deine Wahrnehmung auf Deutschland beeinflusst, als du damals zum ersten Mal hier warst?

Mein Vater war zu einer schrecklichen Zeit in Deutschland, es muss furchtbar gewesen sein, damals hier zu leben. In den amerikanischen Nachrichten bekamen wir zu hören, dass alle Deutschen Nazis seien. Das stimmte nicht. Vielleicht sollte ich gar nicht darüber sprechen, weil ich keine Ahnung habe, doch in der Wahrnehmung meines Vater war es so, dass viele froh waren, als die Amerikaner kamen. Als wir mit REO Speedwagon einreisten, stand die Berliner Mauer noch, wir mussten durch Ostdeutschland und spürten dort eine gewisse Anspannung. An der Grenze gab es bewaffnete Soldaten, die in unseren Bus kamen und unsere Kameras beschlagnahmten. Doch als wir nach Westberlin kamen, wurden wir nett begrüßt und mit großer Gastfreundschaft bedacht. Über die Jahre bin ich immer wieder nach Deutschland gekommen, zuletzt 2019 im Rahmen von „Rock Meets Classic“, wo ich mehrere Wochen zusammen mit Deep Purples Ian Gillan, Mike Reno von Loverboy und Andy Scott von Sweet auftrat. Das war großartig. Die Städte waren voller Leben, die Menschen liebten die Musik, der Vibe war richtig gut!

Nach all diesen Jahren: Was hat dich das Leben in einer erfolgreichen Rockband gelehrt?

Die wichtigste Lektion: Du darfst nicht selbstgefällig werden. Wenn du denkst, du hast es geschafft und dich auf deinem Erfolg ausruhst, ist das das Rezept für ein Desaster. Ich muss wachsen, mich immer weiter pushen. Während der Pandemie habe ich begonnen, regelmäßig mit einem tollen Gesangslehrer zu arbeiten und singe besser als je zuvor. Früher hatte ich Angst, meine Stimme zu verlieren, heute weiß ich, wie ich sie richtig nutze. Man ist nie fertig, lernt nie aus. Außerdem bin ich extrem dankbar dafür, dass meine Songs vielen Menschen etwas bedeuten. Ich verstehe, wie Lieder der Beatles oder von Crosby, Stills & Nash – all jener Bands, die ich liebe – mich berühren. Dass Menschen ähnliches bei meinen Liedern fühlen, kann ich gar nicht greifen.

CLASSIC ROCK präsentiert: Toto, Axxis, Blue Öyster Cult, Marillion, Fischer-Z u.v.m. live!

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In den kommenden Monaten stehen viele tolle Konzerte an. Hier die Übersicht über die von CLASSIC ROCK präsentierten Shows:

The Australian Pink Floyd Show
fkpscorpio.com
The mother of all tribute bands. The Australian Pink Floyd Show liefert eine effektvolle Bühnenshow, die dem Spektakel der Vorbilder würdig ist. Die aktuelle Tour steht ganz im Zeichen des 50jährigen Jubiläums von „Wish You Were Here“ 

09.02. Berlin, Uber Eats Music Hall
10.02. Hamburg, Stadthalle
11.02. Frankfurt. Jahrhunderthalle
12.02. Nürnberg Meistersingerhalle
14.02. München, Zenith
15.02. Münster, Halle Münsterland
16.02. Hannover Swiss Life Hall
18.02. Erfurt, Messe Erfurt
19.02. Stuttgart, Porsche Arena
21.02. Trier, SWT Arena
22.02. Frankfurt, Jahrhunderthalle
23.02. Oberhausen, Rudolf-Weber-Arena
25.02. Bamberg, Brose Arena
26.02. Leizig, Quarterback Immobilien Arena

AXXIS
axxis.de
Im Juli veröffentlichten Axxis ihr finales Album COMING HOME und feiern mit der dazugehörigen Tournee das Ende ihrer 35-jährigen Bandkarriere.

29.12. Bochum, Zeche (Jubiläumsshow)
11.01.25 Hamburg, Ballroom Birthday Bash Festival
23.01.25 Siegburg, Kubana
24.01.25 Stuttgart, Im Wizemann
25.01.25 Nürnberg, Hirsch

Elles Bailey 
fkpscorpio.com
So kann man sich irren: Hört man Bluessängerin Elles Bailey, würde man sie für eine waschechte US-Südstaatlerin halten. Tatsächlich stammt die Dame, die regelmäßig die Preise bei den UK Blues Awards abräumt, aus Bristol.

19.03. Hamburg, Knust
20.03. Berlin, Frannz Club
21.03. Dresden, Tante Ju
22.03. Frankfurt, Brotfabrik

Russ Ballard 
ass-concerts.com
Andere Bands und Solisten machten seine Songs zu Welthits. Rainbow („Since You‘ve Been Gone“) oder Kiss („God Gave Rock‘n‘Roll To You“) zum Beispiel. Doch wer Rockfan ist, der schätzt auch – oder erst recht – den Autoren dahinter.

28.04. Hamburg, Grünspan
30.04. Nürnberg, Hirsch
01.05. München, Muffathalle
02.05. Ludwigsburg, Scala
04.05. Karlsruhe, Tollhaus
05.05. Augsburg, Spectrum
06.05. Freiburg, Jazzhaus
08.05. Rubigen (CH), Mühle Hunziken

The Billy Joel Songbook  
fkpscorpio.com
Elio Pace ist ein Könner: Der Pianist und Sänger hat in seinem Lebenslauf Musical-Rollen als und Zeiten als Mitglied der Bands von Suzi Quatro und Shakin‘ Stevens stehen. Die besondere Liebe des Briten gilt Billy Joel. Dessen Songs performt er so perfekt, dass seine Tributshow nun auch außerhalb Englands gefragt ist.

24.02. Mannheim, Capitol
25.02. Stuttgart, Theaterhaus
28.02. München, alte Kongresshalle
02.03. Hamburg, deutsches Schauspielhaus
05.03. Berlin, Admiralspalast
06.03. Bremen, Metropoltheater
08.03. Köln, Carlswerk Victoria09.02. Neunkirchen, neue Gebläsehalle

Black Country Communion 
fkpscorpio.com
Glenn Hughes, Joe Bonamassa, Derek Shrinian, Jason Bonham – wenn endlich mal eine Supergroup, die diese Bezeichnung auch verdient! Bluesrock von und für Experten.

10.06. Hamburg, Stadtpark Open Air
12.06. Berlin, Zitadelle Spandau
19.06. Köln Tanzbrunnen

Blue Öyster Cult 
lighthouse-touring.com
Das 50ste Bandjubiläum liegt bereits hinter den New Yorkern. Eine Band, die in den 70ern Pionierarbeit in Sachen Hard-, Prog- und Radiorock leistete und deren Hits wie „Don’t Fear The Reaper“ oder „Godzilla“ zeitlos bleiben.

03.06. Berlin, Tempodrom

Erik Cohen
royalanker.de
Der Kieler Sänger ist Fan vom KSV Holstein – nach dem Bundesliga-Aufstieg schrieb er die neue heimliche Vereinshymne „Stadion“. Nun feiert er einen Meilenstein: Den zehnten Geburtstag seines Solo-Debüts NOSTALGIE FÜR DIE ZUKUNFT

03.05. Kiel, Pumpe

Laura Cox & Alastair Greene
mfpconcerts.com
Wer „Internet-Hype“ sagt, unterschätzt die brilliante französische Gitarristin Laura Cox. Sie kann ihren Online-Ruhm (100 Millionen Youtube-Follower) mühelos auf die Bühne übertragen.

08.05. Bensheim, Rex
09.05. Isernhagen, Bluesgarage
10.05. Worpswede,Musichall
11.05. Hamburg, Knust
14.05. Köln,Volt
15.05. Karlsruhe,Jubez
16.05. Freiburg, Jazzhaus
17.05. Hard (A), Kammgarn
18.05. Augsburg, Spectrum
21.05. Nürnberg, Hirsch
22.05. Aschaffenburg, Colos-Saal
23.05. Dortmund, Piano

THE CRYPTEX
cryptexofficialband.com
Wer in aufregende Progrock und Metal-Kangwelten eintauchen möchte, sollte sich die kommenden Shows von The Cryptex aus Salzgitter nicht entgehen lassen.
01.02.25 Barsinghausen, ASB Bahnhof
11.01.25 Wölpinghausen, Kleine Freiheit Nr. 4
27.02.25 Hamburg, Bambi Galore
28.02.25 Kiel, Pumpe (Roter Salon)
01.03.25 Göttingen, Exil
29.03.25 Wolfsburg, Musikhof

Dr. Feelgood 
drfeelgood.org
Wer Pubrock sagt, muss Dr. Feelgood sagen! „Milk and Alcohol“ und mehr gibt‘s hier:

02.04. Hamburg, Nochtspeicher
03.04. Halle, Objekt 5
04.04. Affalter, zur Linde
05.04. Wredenhagen, Café Scheune
07.04. Karlsruhe, Jubez
08.04. Augsburg, Spectrum09.04. Bonn, Harmonie
10.04. Dortmund, Piano
11.04. Cloppenburg, Kulturbahnhof
12.04. Isernhagen, Bluesgarage

Melissa Etheridge
kj.de
Seit den späten 80ern ist die Powerfrau aus der US-Rockszene nicht wegzudenken. Dem erste Durchbruch mit „Bring Me Some Water“ (1988), folgten mehrere Grammygewinns (u.a. für „Ain’t It Heavy“, 1992). Sogar den Brustkrebs hat die Bürgerrechtlerin schon besiegt – im Sommer bringt sie ihre unbändige Energie zurück nach Deutschland.

23.06. Hamburg, Stadtpark
24.06. Berlin, Uber Eats Music Hall
26.06. München, Tollwood
27.06. Leipzig, Parkbühne
28.06. Köln, Palladium
30.06. Stuttgart. Beethovensaal
01.07. Bremen, Seebühne
08.07. Frankfurt, Jahrhunderthalle
09.07. Dinslaken, Festival Dinslaken

Fischer-Z
fkpscorpio.de
Poprocksongs mit versteckten Dornen – das war und bleibt die Spezialität von John Watts aka Fischer-Z. Speziell in Holland und Deutschland hat sich der Brite seine treue Fanbase erspielt, die sich nicht nur auf alte Hits vom 1981er Top-10-Album „Red Skies In Paradise“ freut, sondern auch auf neues Material.

29.04. Essen, Lichtburg
30.04. Hamburg, Laeiszhalle
02.05. Potsdam, Nikolaisaal

Rumors of Fleetwood Mac
fkpscorpio.com
Nachspielen können viele – wirklich Verkörpern können nur die Besten! Die siebenköpfige Band aus Liverpool performt die Klassiker von Fleetwood Mac so originalgetreu, dass Mick Fleetwood höchstpersönlich seinen Segen gab.

05.02. Trier, Europahalle
07.02. Köln, Carlswerk Victoria
08.02. Stuttgart, Liederhalle/Beethovensaal
11.02. München, alte Kongresshalle
12.02. Frankfurt, alte Oper

FRONTM3N
frontm3n.de
Pete Lincoln, Mick Wilson und Peter Howarth sind Frontm3n! Bekannt wurden die drei Sänger unter anderem mit den Hollies, 10cc, Sweet, Sailor oder Smokie. Bei „An Exclusive Acoustic Night“ werden auf der großen Tour zum 10-jährigen Bandjubiläum Hits und eigene Songs auf frische, akustische Art interpretiert. Die kommende Tour wird zugleich wohl die letzte längere, größere Tour der Band in Deutschland sein!

02.08.25 Dexheim, Kultur auf dem Hof
08.08.25 Bad Staffelstein, Seebühne
09.08.25 Regensburg, Palazzo Festival
06.11.25 Paderborn, Paderhalle
07.11.25 Leverkusen, „Jazztage“
08.11.25 Mainz, Frankfurter Hof
09.11.25 München, Circus Krone
27.11.25 Neuruppin, Kulturkirche
28.11.25 Güstrow, Ernst-Barlach-Theater
29.11.25 Lübeck, Kolosseum
15.01.26 Aschaffenburg, Stadttheater
16.01.26 Friedberg, Stadthalle
17.01.26 Limburg, Stadthalle
18.01.26 Menden, Wilhelmshöhe
20.01.26 Nürnberg, LUX Kirche
22.01.26 Laupheim, Kulturhaus Schloss Großlaupheim
23.01.26 Mannheim, Capitol
24.01.26 Stuttgart, Theaterhaus T1
25.01.26 Kempten, kultBOX
28.01.26 Köln, Gloria Theater
30.01.26 Krefeld, Kulturfabrik
31.01.26 Berlin, Passionskirche
01.02.26 Neubrandenburg, Konzertkirche
05.02.26 Erfurt, Alte Oper
06.02.26 Halle (Saale), Steintour Varieté
07.02.26 Magdeburg, AMO Kulturhaus

Marillion  
mfpconcerts.com
Absolutes Muss für Fans! Am „Marillion Weekend“ spielt die UK-Kultband an zwei Abenden hintereinander zwei verschiedene Shows, auf denen je ein Lieblingsalben komplett durchgespielt wird – plus diverse Zugaben.

20.06. Berlin, Tempodrom
21.06. Berlin, Tempodrom

Morganway
fkpscorpio.com
Keltischer Folk, Country, Blues… und auch Hardrock? Morganway bringen Dinge unter einen Hut, die nicht immer zusammen zu passen scheinen – aber das ist, was das Sextett um die zwei Sängerinnen Nicole Terry und SJ Mortimer auszeichnet. 

28.03. Köln, Blue Shell
29.03. Berlin, Prachtwerk
30.03. Hamburg, Nochtwache

The New Roses
thenewroses.com
Auch Kiss wissen Bescheid, denn sie haben The New Roses schon zwei mal auf ihre „Kiss Cruise“-Kreuzfahrt gebucht. Die Wiesbadener gehören zweifellos zu den versiertesten Heavyrock-Bands unserer Republik.

27.03. Bonn, Harmonie
28.03. Krefeld, Kulturfabrik
29.03. Hameln, Sumpfblume
04.04. Fulda, Kulturzentrum Kreuz
05.04. Affalter, Zur Linde
11.04. Regensburg, Eventhall Obertraubling
12.04. Memmingen, Kaminwerk 

Prime Circle
wizard-live.com
Seit den frühen 2000ern auch international gefeiert: Die Südafrikaner Prime Circle, die sich im breitenwirksamen Sound zwischen Rock, Alternative und Mainstream genauso gekonnt bewegen wie amerikanische Kollegen a la 3 Doors Down, Nickelback und Train.

11.02. Nürnberg, Hirsch
13.02. München, Backstage Halle
16.02. Frankfurt, Zoom
17.02. Stuttgart, Im Wizemann Club
18.02. Köln, Luxor
19.02. Berlin, Frannz Club
20.02. Hamburg, Mojo

Purple Rising
purple-rising.de
Stellt euch vor, die Rocklegenden Deep Purple spielen in Orten wie Idstein, Neusalza oder Erlensee! Nein, das wird nicht passieren. Irgendwie aber doch. Denn Purple Rising lassen als Deutschlands gefragteste DP-Tributeband das Erlebnis, „Smoke On The Water“ live zu hören, wahr werden.

02.01. Nürnberg, Hirsch
03.01. Potsdam, Lindenpark
04.01. Magdenburg, Altes Theater
10.01. Münster, Rare Guitar
11.01. Osnabrück, Lagerhalle
18.01. Neu-Isenburg, Treffpunkt
08.02. Aschaffenburg, Colos-Saal
14.03. Reichenbach/Fils, Die Halle
15.03. Schweinfurt, Stattbahnhof
21.03. Bad Homburg, Englische Kirche
29.03. Erlensee, Bürgerhaus
04.04. Idstein, Die Scheuer
05.04. Ahlen, Schuhfabrik
25.04. Übach-Palenberg, Rockfabrik
26.04. Twist, Heimathaus
29.08. Neusalza, Open Air
19.09. Frankfurt, Bett
10.10. Nierstein, Altes E-Werk
17.10. Rüsselsheim, Das Rind
07.11. Mannheim, 7er Club
14.11. Wetzlar, Event-Werkstatt
21.11. Künzell, Alte Piesel 

Rock Legends
rock-legends.live
Eine Hitparade sondergleichen verspricht das neue Tourkonzept „Rock legends live“: Fünf Star-Stimmen wechseln sich ab und spielen ihre beliebtesten Erfolge mit einer famosen Liveband. Mit dabei: Joe Lynn turner (Rainbow), Marc Storace (Krokus), Paul Shortino (Quiet Riot), Eric Martin (Mr. Big) und Robin Beck!

01.10. Nürnberg, Meistersingerhalle
02.10. Regensburg, Audimax
03.10. A-Linz, TipsArena
04.10. Augsburg, Schwabenhalle
05.10. Rosenheim, Kultur & Kongresszentrum
06.10. München, deutsches Theater
07.10. Kempten, Big Box
09.10. Dortmund, Westfalenhalle
10.10. Frankfurt, Jahrhunderthalle
12.10. Karlsruhe, Schwarzwaldhalle
14.10. Bremen, Metropolitan Theater
15.10. Bielefeld, Stadthalle
16.10. Hamburg, Inselpark
17.10. Braunschweig, Volkswagen Halle
19.10. Berlin, Admiralspalast
20.10. Halle/Saale, Händelhalle
22.10. Würzburg, Congress Centrum
24.10. A-Salzburg, SalzburgArena
25.10. A-Wien, Gasometer
27.10. Köln, Motorworld
28.10. Stuttgart, Liederhalle (Hegel-Saal)

Rock Meets Classic
rockmeetsclassic.de 
Auch diese Saison haben die Macher von Rock meets Classic mal wieder ein Line-Up zusammen gestellt, das alle Wünsche übertrifft: Randall Hall (Lynard Skynard), Glenn Hughes (Deep Purple, Black Sabbath, BCC), Lita Ford (Runaways), Fran Cosmo (Boston), John Elefante (Kansas) und Mal McNulty (Slade) tragen Hits ihrer Bands mit Orchester vor!  

03.04. Regensburg, Donau Arena
04.04. Frankfurt, myticket Jahrhunderthalle
05.04. Ingolstadt, Saturn Arena
06.04. München, Olympiahalle
10.04. Ludwigsburg, MHP Arena
11.04. Kempten, bigBox
12.04. Nürnberg, Arena Nürnberger Versicherung
13.04. Würzburg, tectake Arena
15.04. Passau, Dreiländerhalle

ROCK’N’ROLL WRESTLING BASH
therocknrollwrestlingbash.com
„The Rock’n’Roll Wrestling Bash“ präsentiert eine einzigartige Mischung aus Mexican Wrestling und Rock’n’Roll und geht auch 2024 wieder auf Tournee unter dem Motto „A well deserved Braincation“.

28.12. München, Backstage Werk
04.01.25 Dortmund, FZW

Rock Of Ages
showslot.com
Das Musical um die großen Rockhits der 80er! Auf dem Sunset Strip in LA rettet eine Gruppe Musikfans ihren Lieblingsclub vor gierigen Investoren – und das zum Sound von „Here I Go Again“, „Paradise City“, „Pour Some Sugar On Me“, „Don‘t Stop Believing“ und zahllosen weiteren Evergreens  

12.03. – 15.03. Berlin, Theater am Potsdamer Platz
19.03. – 23.03. Kökln Motorpark
26.03. – 27.03. Hannover, Theater am Aegi
30.03. – 02.04. Hamburg, Inselpark Arena
11.04. – 12.04. Dresden, Messe
15.04. – 17.04. Stuttgart, Liederhalle / Hegel-Saal
25.04. – 27.04. Nürnberg, Meistersingerhalle
09.05. – 11.05. Bremen, Metropol Theater 
13.05. – 14.05. Bielefeld, Stadthalle
16.05. – 18.05. Duisburg Theater am Marientor
22.05. – 24.05. Frankfurt, Jahrhunderthalle

ROCK RISING
rockrising.net
Rock Rising aus Irland bringen mit ihrer „The Supreme Classic Rock Show“ die größten Hymnen von Größen wie Pink Floyd, AC/DC, Journey, Foreigner, Toto, Thin Lizzy und vielen mehr in exzellenter Qualität auf die Bühne.

25.02.25 Neu Isenburg, Hugenottenhalle
27.02.25 Limbach, Oberfrohna Stadthalle
28.02.25 Bad Neustadt, Stadthalle
01.03.25 Hof, Freiheitshalle
02.03.25 Riesa, Stern Stadthalle
04.03.25 Werl, Stadthalle
05.03.25 Hamburg, Friedrich Ebert Halle
06.03.25 Stadtallendorf, Stadthalle
07.03.25 Ransbach, Baumbach Stadthalle
08.03.25 Neunkirchen, Neue Gebläsehalle

ROCK STORIES
rockstories.de
Musikjournalist Christof Leim erzählt die besten Krach- und Lachgeschichten aus 100 Jahren Rock’n’Roll.

16.01.25 Witten, Saalbau (Music & Crime)

Rumors of Fleetwood Mac
fkpscorpio.com
Nachspielen können viele – wirklich Verkörpern können nur die Besten! Die siebenköpfige Band aus Liverpool performt die Klassiker von Fleetwood Mac so originalgetreu, dass Mick Fleetwood höchstpersönlich seinen Segen gab. 

05.02. Trier, Europahalle
07.02. Köln, Carlswerk Victoria
08.02. Stuttgart, Liederhalle/Beethovensaal
11.02. München, alte Kongresshalle
12.02. Frankfurt, alte Oper

The Sisters Of Mercy
fkpscorpio.com
Mit Klassikern wie „Temple Of Love“ oder „This Corrosion“ prägten Andrew Eldritch und seine Band die 80er so sehr, dass eine ganze Szene entstand. Auch wenn der Maestro mit dem Schlagwort „Goth“ nichts zu tun haben will, so bleibt er für schwarz gekleidete Düsterkids alt und jung doch ihre Kultfigur.

18.06. Saarbrücken, Garage
19.06. Bad Vilbel, Vilco Hessentag

Takida
wizard-live.com
Wer lang genug Qualität liefert, der setzt sich durch. Die Schweden von Takida haben ihren Sound zwischen modernem Metal und geradezu radiofreundlichen, prägnanten Popsongs gefunden und erreichten mit ihrem 2024er-Album „The Agony Flame“ erstmals auch die deutschen Top Ten

18.07. Regensburg, Piazza
19.07. Hamburg, Stadtpark Open Air
20.07. Marburg, Schlossparkbühne
22.07. Neunkirchen/Saar Neue Gebläsehalle
23.07. Esslingen, Burg Esslingen
24.07. Berlin, Valley
25.07. Augsburg, Sommer am Kiez
26.07. Osnabrück, mit freundlichen Grüßen
22.08. Haddeby, Baltic Open Air
24.08. Monheim, Sommer Open Air
29.08. Hanau, Amphitheater
30.08. Chemnitz, Wasserschloss Klaffenbach

Toto 
wizard-live.com
Einst als Mucker belächelt, heute Kultstars, die Arenarock für die Ewigkeit geschaffen haben. Wer wartet nicht darauf, bei „Rosanna“, „Hold The Line“ und „Africa“ mitzusingen?

18.02. Stuttgart, Porsche Arena
19.02. Düsseldorf, Mitsubishi Electric Halle

Mike Tramp’s White Lion
mfpconcerts.com
Wie oft schon hat Sänger Mike Tramp aufgrund von endlosen Rechtsstreits erklärt, White Lion seien endgültig Geschichte? Nach langer Pause (von 2009 bis 2023) hat der Däne die Erfolgs-Glamrock-Band der 80er nun doch wieder erweckt!  

06.05. Bochum, Matrix
07.05. Frankfurt, Das Bett

Jetzt im Handel: „Paul McCartney – das Sonderheft“ & CLASSIC ROCK #136

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Das neue Sonderheft von CLASSIC ROCK ab jetzt überall im Handel erhältlich! Oder hier direkt versandkostenfrei bestellen…

Das erwartet euch:

Auf 116 Seiten beleuchten wir das gesamte Leben und Schaffen einer der größten Ikonen unserer jüngeren Musikgeschichte und -gegenwart: von den kindlichen Anfängen in Liverpool, dem Aufstieg seiner Band, bis in die bahnbrechende Zeit der Beatlemania.

Taucht mit uns ein in die kreativen Höchstflüge und popkulturellen Pionierleistungen, die Paul zunächst an der Seite von John, George und Ringo beging. Weiter dann begeben wir uns mit „Macca“ auf die Suche nach seinem musikalischen Selbst, in die Phase seiner Findung als Solokünstler und Kopf der Wings, bis hin zu seinen aktuellen Werken und seinem heutigen Status als Kultfigur. Und wer ist der Mensch Sir Paul, wofür setzt er sich ein, wofür kämpft er abseits der Musik?

„Paul McCartney – das Sonderheft“: bebildert mit einer beeindruckenden Sammlung an rarem Fotomaterial, erzählt von den Autoren von CLASSIC ROCK und Paul McCartney persönlich.

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Die neue Ausgabe von CLASSIC ROCK ab jetzt überall im Handel erhältlich! Oder hier direkt versandkostenfrei bestellen…

Titelstory:

Die britischen Highspeed-Rocker brachten Punk und Heavy Metal zusammen, hatten mit der Jahrhundertfigur Lemmy Kilmister einen Rock’n’Roll-Philosophen als Anführer – und zur Not taugte ihnen auch mal ein Pissoir als Bartresen. In ihrer klassischen „Three Amigos“-Besetzung, vervollständigt durch „Fast“ Eddie Clarke und Phil „Philthy Animal“ Taylor, wurde das Trio endgültig zur Ikone. In unserer Titelstory überblicken wir die gesamte Karriere der legendären Band – und präsentieren einen exklusiven Auszug aus der neuen Fast-Eddie-Biografie „Make My Day“ über die OVERKILL-Zeit.

Der große Jahresrückblick 2024:

Wir blicken zurück auf ein ereignisreiches CLASSIC ROCK-Jahr. Mit dabei wieder unsere feierliche Jahresverlosung, wir gedenken der Verstorbenen aus der Welt des Rock, unsere Autoren geben euch Einblicke in ihre ganz persönlichen Highlights der vergangenen 12 Monate und natürlich darf auch sie wieder nicht fehlen: unsere Top 50 der besten Alben aus 2024 – inklusive Interviews mit David Gilmour, The Black Crowes, Slash, Judas Priest und Bruce Dickinson!

AC/DC:

10 Gründe, warum sie die besten Konzerte des Jahres spielten: Es gibt einfach keine andere Band, die es so draufhat wie sie. Wir erzählen, wie Angus und Brian die Gang wieder zusammenbrachten, auf Tour gingen und unsere Welt noch mal so richtig rockten.

Foreigner:

Mick Jones steuerte Foreigner wie eine Hitmaschine zu sofortigem und riesigem Erfolg. Doch mit „einem kleinen Kontrollfreak“ am Steuer, wie er sich selbst bezeichnet, war das alles andere als ein einfacher Weg. CLASSIC ROCK sprach mit dem „Jukebox Hero“ über Höhen, Tiefen, späte Ehre und ein besonderes Jahr für ihn und seine Band.

Außerdem im Heft: Zucchero, Devin Townsend, Magnum, Helloween, Frontm3n, White Lion u.v.m.

Die neue Ausgabe von CLASSIC ROCK ab dem 20.12. überall im Handel erhältlich! Oder hier direkt versandkostenfrei bestellen…

Wenn ihr wollt, gibt es auch diese Ausgabe wie immer mit CD im Heft. Oder ihr bestellt wahlweise die neue Ausführung von CLASSIC ROCK ohne CD und spart dabei bares Geld!

Die 80er: Die Zeit des Stadionrock

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Live Aid und gigantische Tourneen von Metallica, Pink Floyd, Bruce Springsteen und Ozzy Osbourne – die 80er waren ein Jahrzehnt der monumentalen Megashows. Wir erinnern uns an die Events, die uns am meisten beeindruckten.

Metallica: Damaged Justice (1988-1989)
1988 hatten sich Metallica als die größte Band im Thrash Metal etabliert. Zur Veröffentlichung ihres vierten Albums …AND JUSTICE FOR ALL erreichte ihre Popularität einen neuen Gipfel und sie begaben sich auf ihre erste Headliner-Tour in den ganz großen Hallen – wofür sie alle Register zogen. Die „Damaged Justice“-Tour begann am 11. September 1988 und umfasste über mehr als ein Jahr mehr als 200 Termine in Nordamerika und auf vier weiteren Kontinenten. Dabei kam eine imposante Bühnenproduktion zum Einsatz, die das Artwork der Platte grandios zu dreidimensionalem Leben erweckte.

Die Setlist für diese Shows war ebenfalls nicht von schlechten Eltern, begann mit ›Blackened‹ und ging mit etwa zwei Stunden Musik weiter, die das neue Material in den Mittelpunkt stellten, inklusive der Ballade ›One‹ von JUSTICE, die der Gruppe den Durchbruch bescherte, aber zum Zeitpunkt des Tourstarts noch nicht mal als Single ausgekoppelt worden war. Überraschungen gab es in den Sets aber auch. Bei mehreren Konzerten tauschten die Mitglieder die Instrumente miteinander, um ›Am I Evil‹ von Diamond Head zu spielen – James Hetfield saß am Schlagzeug, Kirk Hammett spielte Bass, Jason Newsted Gitarre, und der hemdlose Lars Ulrich tigerte über die Bühne und schrie den Text, was er als seine „Imitation von Bruce Dickinson“ bezeichnete. Das Highlight der Gigs war aber zweifelsohne das epische ›…And Justice For All‹, das stets als letztes Stück vor der Zugabe kam.

Gegen Ende dieses über neunminütigen Songs zerfiel die gesamte Bühne inklusive der riesigen Justitia- Statue und sorgte für einen Regen aus riesigen „Betonbrocken“, während die Band weiterspielte. Ein weiterer netter Touch war, dass einer der Lichtbalken nach Funken an einem Ende herunterfiel und bedrohlich über den Köpfen der Mitglieder baumelte. Nach einer kurzen Unterbrechung kamen sie auf die Bühne zurück, um in dem Schutt die Zugabe abzuliefern. Alles in allem eine so beeindruckende wie bahnbrechende Kombination aus der Intensität des Speed Metal und der Bühnenpräsenz des Arena-Rock. Diese Tournee markierte den Punkt, an dem Metallica – und der Thrash Metal insgesamt – sowohl wortwörtlich als auch im übertragenen Sinn begannen, auf der ganz großen Bühne zu spielen.

Live Aid (1985)
Live Aid entstand als Idee des Boomtown-Rats-Frontmanns Bob Geldof sowie Midge Ure von Ultravox und ist bis heute eines der bedeutendsten Live-Events in der Rockgeschichte. Es fand gleichzeitig im Wembley Stadium in London und dem John F. Kennedy Stadium in Philadelphia vor insgesamt 150.000 Menschen statt und wurde weltweit von angeblich 1,9 Milliarden im Fernsehen verfolgt – die Mutter aller Benefizkonzerte. Ziel des Großereignisses am 13. Juli 1985: Spenden zu sammeln für die Opfer der schrecklichen Hungersnot, die damals Äthiopien heimgesucht hatte. Zu den Acts an jenem Tag gehörten nicht nur viele der größten Namen jener Zeit – es kam auch zu Réunions einiger der wichtigsten Gruppen der Rockhistorie. Die drei verbliebenen Mitglieder von The Who standen erstmals seit ihrer Auflösung 1983 wieder gemeinsam auf einer Bühne, während das klassische Original-Line-up von Black Sabbath zum ersten Mal seit 1978 wieder live zusammenspielte.

Aber selbst das wurde überschattet von den drei lebenden Mitgliedern von Led Zeppelin, die hier wieder zusammenfanden. Doch ihr Auftritt wurde bekanntlich verhagelt von fehlenden Proben, nicht gestimmten Instrumenten und Robert Plants heiserem Gesang. Die 17 Minuten, die Queen im Wembley Stadium auf der Bühne standen, schrieben nicht nur Rockgeschichte, sondern sollten auch die Gruppe selbst für immer verändern. An einem Tag voller großartiger Auftritte stahlen Queen wirklich allen die Show. Nach dem Anfang mit einer Kurzfassung ihres Megahits ›Bohemian Rhapsody‹ stürmten sie Der Wembley-Teil von Live Aid war die größte Stadion-Show der 80er und womöglich die großartigste aller Zeiten durch ein Medley ihrer größten Klassiker: ›Radio Ga Ga‹ ging in ›Hammer To Fall‹ über, bevor ›Crazy Little Thing Called Love‹, ›We Will Rock You‹ und ein euphorisches ›We Are The Champions‹ ihr Set beendeten. Und das passierte alles, bevor Freddie Mercury und Brian May beim großen Finale des Abends mit ihrer akustischen Version von ›Is This The World We Created?‹ erneut alle anderen überstrahlten. Ein Moment, über den Mercury später sagte: „Es wirkt, als hätten wir ›Is This The World We Created?‹ für dieses Ereignis geschrieben. Das ist nicht der Fall, auch wenn es perfekt zu passen scheint.“

https://www.youtube.com/watch?v=_9pfbgpYDsk

Die Performance von Queen half, sie in eine wunderbar exaltierte, souveräne und allgegenwärtige Rockband zu verwandeln, und in den größten britischen Live-Act der 80er. Dass der Live-Aid-Auftritt den Anfang und das Ende des Biopics „Bohemian Rhapsody“ lieferte, beweist, als für wie wichtig und prägend für ihre Karriere die verbleibenden Mitglieder diesen entscheidenden Moment bis heute erachten. Geldof brachte die Stimmung von Live Aid 1985 und den Effekt von Queen darauf am besten auf den Punkt: „Queen waren absolut die beste Band an dem Tag. Sie spielten am besten, hatten den besten Sound, nutzten ihre Zeit am besten aus. Sie verstanden die Idee voll und ganz, nämlich dass es eine globale Jukebox sein sollte. Also hauten sie einfach einen Hit nach dem anderen raus. Ein bessere Bühne hätte es für Freddie nicht geben können: die ganze Welt. Und er konnte herumstolzieren und ›We Are The Champions‹ schmettern. Perfekter konnte es nicht sein.“

In der Folge von Live Aid zogen Queen durch die Stadien der Welt. Nach ihrem Durchhänger spürten sie wieder Wind in den Segeln und hatten ihre Position als eine der größten Rock’n’Roll-Gruppen überhaupt beeindruckend zementiert. 20 Jahre später stellten Geldof und Ure eine Art ähnlich prominent besetztes Sequel von Live Aid auf die Beine. Live 8 fand in London statt und blieb vor allem dafür in Erinnerung, dass die wiedervereinten Pink Floyd – im letzten Auftritt ihres klassischen Line-ups – als Headliner spielten.

Pink Floyd: A Momentary Lapse Of Reason (1987-1990)
Die erste Tournee von Pink Floyd ohne Roger Waters ist die lukrativste der gesamten 80er. Sie erwies sich auch als Marathon und lief von September 1987 bis Juni 1990. Insgesamt spielten sie 197 Konzerte weltweit, darunter in Australien, Japan, der einstigen Sowjetunion und am Canale Grande in Venedig. Doch wie schon das namensgebende Album war auch die Tour selbst getrübt
von dem hässlichen Streit zwischen Waters und den übrigen Mitgliedern. Waters hatte alle Veranstalter in den USA angeschrieben und ihnen mit rechtlichen Konsequenzen gedroht, falls sie Shows von Pink Floyd organisierten.

Der kanadischer Promoter Michael Cohl ignorierte diese Drohung und setzte ein Konzert im Exhibition Centre in Toronto an. Als alle 60.000 Karten innerhalb weniger Stunden ausverkauft waren, fügte er weitere Termine hinzu und andere Veranstalter taten es ihm bald gleich. Der Produzent Bob Ezrin wurde engagiert, um, wie er es formulierte, „die Band in Form zu bringen“. Dazu gab es vor der Tournee einige Proben in Toronto. „Das Problem“, so Ezrin, „war, dass es keinen Produzenten oder Leiter gab, und David [Gilmour] war damit beschäftigt, sich die richtige Gitarre auszusuchen.“ Ezrin half Gilmour, die Setlist zu erstellen und die erweiterte Familie der zusätzlichen Musiker zusammenzubringen. Auf der Liste fanden sich Lieder von der neuen Platte, aber man geizte auch nicht mit den Blockbustern, etwa ›Shine On You Crazy Diamond‹, ›Wish You Were Here‹ und ›Comfortably Numb‹. Dazu kam die typisch monumentale Produktion, inklusive einer riesigen runden Leinwand.

Doch das pièce de résistance der Show war das berühmte Maskottchen: ein Schwein, das über die Köpfe des Publikums flog und zur Vermeidung irgendwelcher Urheberrechtsansprüche von Waters mit zwei großen Hoden modifiziert wurde. Der erste Abschnitt der Tour begann in Ottawa, zog durch Nordamerika und endete kurz vor Weihnachten 1987 in Vancouver. Nach zwei Jahren Rechtsstreit konnten sich Waters und Gilmour schließlich einigen: Gilmour und Nick Mason durften den Namen Pink Floyd unbegrenzt nutzen, doch Waters behielt die Rechte an bestimmten Werken in ihrem Katalog, darunter THE WALL. Endlich befreit von der Furcht vor Gerichtsverfahren, zogen Pink Floyd im Januar 1988 wieder los und blieben den gesamten Rest des Jahres unterwegs. Als die Tournee im Sommer 1990 endete, hatten sie vor 5,5 Millionen Menschen gespielt und 135 Millionen Dollar eingenommen. Zum Abschied nahmen Kosmonauten eine Kassette des folgenden Livealbums DELICATE SOUND OF THUNDER in einer Sojus-TM-7-Rakete mit ins Weltall – der Beweis, dass die „neuen“ Pink Floyd mit ihrer Musik wirklich jeden Ort erreichen konnten. „Wir wollten die Welt erobern“, sagte Gilmour. „Wir wollten, dass niemand auch nur die geringsten Zweifel hatte, dass wir es ernst meinten.“

Ozzy Osbourne: Diary Of A Madman (1981-1982)
Hätte diese Tournee aus nichts anderem bestanden als Ozzy, der gemeinsam mit Gitarrenvirtuose Randy Rhoads seine Solosongs und Stücke von Black Sabbath spielt, wäre sie vermutlich immer noch als eine der besten Shows in die Metalgeschichte eingegangen. Doch Ozzy zeigte sich nicht zufrieden damit, einfach nur aufzutreten – er wollte unterhalten, und das so wahnwitzig wie möglich. Mehr als 40 Jahre später ist die „Diary“-Tournee immer noch das übertriebenste und bisweilen schlicht bizarrste Spektakel, das Osbourne je erdacht hat – oder so gut wie jeder andere Rockact. Als Kernstück der Bühne diente ein riesiges Steinschloss inklusive Bleiglasfenstern, Bögen, Balkonen, Kruzifixen, brennenden Fackeln und anderen Gothic-Elementen.

Am Anfang des Konzerts kam Ozzy in einem Nebel aus Rauch und Feuer auf einem roten Samtthron auf die Bühne, der hoch auf einem Schlagzeugpodest stand, während Eisentore zu seiner Linken und Rechten Rhoads und den Bassisten Rudy Sarzo aus dem Schloss „entließen“. Um diese mittelalterliche Atmosphäre noch zu unterstreichen, trug die gesamte Crew – ebenso wie Live-Keyboarder Don Airey – Mönchskutten mit Kapuzen. Das eigenartigste Element der Show war jedoch „Ronnie der Zwerg“ (ein Seitenhieb auf Ronnie James Dio, den bekanntlich nicht sehr großgewachsenen Sänger, der Ozzy bei Black Sabbath ersetzt hatte). Ronnie kam immer wieder aus einer der Türen des Schlosses, um Ozzy einen Kelch mit einem Getränk seiner Wahl zu überreichen. Ozzy zeigte dann seine Wertschätzung für Ronnies Dienste, indem er ihn an einer Schlinge aufhängen und bei ›Goodbye To Romance‹, dem großen Balladenmoment des Sets, hoch über der Bühne baumeln und sich winden ließ. Doch die „Diary Of A Madman“-Tournee hatte auch unvorhergesehene Verrücktheiten zu bieten.

Ozzy bekam eine Tollwutspritze, nachdem er bei einem Konzert in Iowa einer Fledermaus den Kopf abgebissen hatte, die aus dem Publikum auf die Bühne geworfen worden war (der Sänger wusste nicht, dass es ein lebendiges Tier war). Dann wurde er verhaftet, als er in Texas in der Nähe von Alamo ein Monument angepinkelt hatte – ein Ausfall, wegen dem er zehn Jahre aus San Antonio verbannt wurde. Tragischerweise kam bei dieser Tour auch Randy Rhoads ums Leben, am 19. März 1982 bei einem Unfall mit einem Kleinflugzeug. Für die restlichen Termine trat zunächst kurzzeitig Bernie Tormé an seine Stelle, gefolgt von dem zukünftigen Night-Ranger-Gitarristen Brad Gillis, der auch auf dem Live-Werk SPEAK OF THE DEVIL zu hören ist.

Bruce Springsteen & The E Street Band: Born In The USA (1984-1985)
Die Tournee zu BORN IN THE USA war nicht nur Springsteens längste und bis dato erfolgreichste, sie schenkte der Welt auch eines der ikonenhaftesten Motive des 80er-Rock: das Video zu Dancing In The Dark‹. Regisseur Brian de Palma zeichnete es am Eröffnungsabend in Saint Paul, Minnesota am 29. Juni 1984 auf, und es zeigte den Sänger in einer idealisierten Version seines wahren Ichs: schweißgetränkt und in seinem natürlichen Umfeld, aber nun auch überlebensgroß, während er das hübsche Mädchen aus dem Publikum (die Schauspielerin Courtney Cox) auf die Bühne zog und in einen Traumzustand versetzte.

Der Boss füllte in ganz Amerika Abend um Abend die großen Hallen, doch er konnte sich immer noch als Jedermann geben und blieb auf dem Teppich. In jeder Stadt, in der er auftrat, spendete er Teile der Einnahmen an Tafeln und wohltätige Organisationen für Vietnamkriegsveteranen. Und unterstützt von seiner erweiterten E Street Band mit Gitarrist Nils Lofgren als Ersatz für Steven Van Zandt und der flammrothaarigen Backing-Sängerin Patti Scialfa aus New Jersey, die mal für eine seiner Barbands vorgesungen hatte, führte er seine ausladenden Shows auch weiterhin wie Gottesdienste der Erweckungsbewegung auf. „Alles, was ich als Kind sah, waren Showmen“, sagte Springsteen 2009. „Die Doo-wop-Typen wie Sam & Dave. Diese Leute glaubten, eine Show sei ein Mittel der totalen Kommunikation – man ging da raus, alberte herum, predigte, ließ die Band tight spielen und haute diese Songs einen nach dem anderen in einem so furiosen Tempo raus, dass das Publikum kaum Zeit zum Luftholen hatte. Man ließ es ausgelaugt und euphorisch zurück.“

Doch die „Born In The USA“-Tour entwickelte ein Eigenleben und entglitt seiner Kontrolle. Es erwies sich für ihn als so gut wie unmöglich, sein enorm anwachsendes Publikum zu begrenzen, und für viele darunter war er einfach nur der neueste Popstar. Als die Tour dann im Frühling 1985 nach Australien, Japan und Europa kam, war die Nachfrage so groß, dass er in Stadien auftreten musste – womit er seinen einstigen Schwur brach. Auch als er in jenem Sommer wieder in die USA zurückkehrte und auch dort 28 Termine in Stadien absolvierte, schien er manchmal frustriert zu sein, genervt vom ständigen Jubel und Gebrüll der zahlreichen Neuzugänge in seiner Kongregation sogar während seiner ruhigeren Stücke.

Und er konnte sich während seiner Monologe nur schwer Gehör geschaffen, einem langjährigen Bestandteil seiner Shows, in dem er zum Ausdruck brachte, was ihm gerade durch den Kopf ging. Es war unvermeidlich, dass der Erfolg Springsteen selbst und die Welt, in der er lebte, veränderte. „Ich fühlte mich einfach ausgebrannt“, sagte er 1992 im Rolling Stone. „Dieses ganze Image von mir, das erschaffen wurde – und das ich sicher auch vermarktete –, fühlte sich immer an wie: ‚Hey, das bin nicht ich.‘ Ich meine, das ganze Macho-Ding, das war ich nie. Es ist schon komisch, was man so heraufbeschwört. Ich glaube, letztendlich kann man nur eines tun: es zerstören.“

Classic Rock: 3. Adventsverlosung

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Gewinnt zum 3. Advent ein Prog-Vinyl-Paket!

Diesen Dezember machen wir unseren Lesern ein paar kleine Geschenke. An allen Adventssonntagen sowie an Heiligabend werdet ihr deshalb an dieser Stelle immer eine feine Verlosung finden.

So auch heute, am dritten Advent:

Diesmal kommen Prog- und Vinyl-Fans voll auf ihre Kosten!

Feinste, mitunter auch weihnachtliche, neu gemasterte Re-Issues auf 180g-Vinyl haben wir hier für euch: Erstmals auf das hochwertige Doppel-Vinyl gepresst, erwartet euch Jethro Tulls THE JETHRO TULL CHRISTMAS ALBUM – FRESH SNOW AT CHRISTMAS. Außerdem enthalten in unserem Geschenk sind Steve Hacketts TRIBUTE aus dem Jahr 2008 und das gemeinsam mit der Bläser- und Streichergruppe „The Underworld Orchestra“ entstandene METAMORPHEUS aus 2005.

(Zur Verfügung gestellt von InsideOut)

Ihr möchtet an der Verlosung teilnehmen? Dann schreibt einfach eine Mail an verlosung@classicrock.net unter dem Betreff „Adventsverlosung, Teil 3“ und teilt uns darin euren vollständigen Namen mit! Einsendeschluss ist der 20.12.2024.

Rückblende: The Doors mit ›Light My Fire‹

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Es war der Zündfunke, der die damals noch um Aufmerksamkeit kämpfenden Doors in die Oberliga katapultierte. Jim Morrison war jedoch verärgert, weil es keine seiner Kompositionen war, und hielt es für belanglos.

Samstag, 5. August 1967. Der heißeste Hit des Sommers, ›Light My Fire‹, beginnt seine zweite Woche auf Platz eins der US-Billboard-Charts. Ein kolossaler Moment nicht nur für The Doors – die verträumte L.A.-Noir-Viererbande, die Arthaus-Kino und Beat-Poesie in den Rock brachte –, sondern auch für die gesamte Geschichte der Musik des späten 20. Jahrhunderts. Offiziell steht der Sommer ‘67 im Zeichen von SGT. PEPPER, dem Monterey-Festival und Blumen im Haar. Andere Singles in den amerikanischen Top 10 dieser Woche sind die ebenso unsterblichen ›All You Need Is Love‹, ›A Whiter Shade Of Pale‹ und ›White Rabbit‹.

Aber die Doors kümmern sich nicht um Sommer oder Liebe – die Doors verkörpern die Rock-Apokalypse. Das einzige „love-love-love“, das sie singen, brennt auf einem Scheiterhaufen. Wie Sänger Jim Morrison einer Wildkatze gleich heulte: „Come on Baby light my fire/Try to set the night on … FIRE!“ ›Light My Fire‹ war weniger Sommer der Liebe und mehr Winter in der Hölle. Es entstand ein Jahr zuvor, als The Doors die Hausband im Fog waren, einer Flohschleuder auf dem Sunset Boulevard. Die Bühne stand über einer Holzhütte, die als Toilette diente. Sie spielten fünf Sets pro Abend, vier Abende die Woche vor leeren Räumen. Die Band begann zu improvisieren, dann zu experimentieren und schließlich Magie zu erschaffen. Das erste bemerkenswerte Ergebnis: ein zweiminütiger Jingle-Jangle namens ›The End‹, der sich nun in einen langen indischen LSD-Rock-Raga verwandelte. U

nd dann war da ›Light My Fire‹, das Gitarrist Robby Krieger alleine kreiert hatte, nachdem Morrison ihn dafür gerügt hatte, dass er nicht mehr schrieb. Schon im Fog hatten sie den Bossa-Nova-Rhythmus, das kaskadierende, Bach-ähnliche filigrane Intro und den ausgedehnten „Phantom der Oper“-Instrumentalteil, über den Morrison wie ein aufmerksamer Vampirliebhaber sang, bevor das Ganze in ein düsteres Gewirr zwischen Licht und Dunkelheit mündet. So erschien es jedenfalls Morrison und Keyboarder Ray Manzarek, die high vom reinsten Owsley-LSD waren. Oder wie Morrison es in seinem makellos-bekifften Schnurren ausdrückte: „Unsere Musik kann die Menschen zu einer Art emotionalem Orgasmus bewegen. Für mich ist es aufrührend, befriedigend …“

Auf dem selbstbetitelten Debüt der Doors, das im Januar 1967 veröffentlicht wurde, dauerte ›Light My Fire‹ etwas über sieben Minuten. Hardcore-Rock-Vérité, aber dennoch eingängig. Elektra-Records-Gründer Jac Holzman, der die Doors unter Vertrag genommen hatte, weigerte sich jedoch zunächst, eine gekürzte Version davon als Single zu veröffentlichen. „Ich zählte darauf, dass das Interesse des [albumorientierten] FM-Radios das [Top-40-orientierte] AM-Radio dazu zwingen würde, es zu spielen“, sagte er. Die Gruppe ging auf Tour und, wie von Holzman vorhergesagt, wurde ›Light My Fire‹ schnell ein FM-Hit, bei dem man die vollen sieben Minuten plus in Stereo hören konnte. Als Holzman im April dann doch die drastisch auf 2:52 Minuten gestutzte Single-Version von ›Light My Fire‹ veröffentlichte, verkaufte sich das Album bereits 10.000 mal im Monat. Plötzlich gab es Fotosessions, Interviews, Groupies, Geld.

„Auf einmal fühlte es sich an, als könnten wir alles tun“, sagte Manzarek. Der 23-jährige Jim Morrison schillerte in seiner „Junger Löwe“-Pracht: schwarze Lederhosen, Haare wie ein Heiligenschein aus Locken, die neueste, coolste Pop-Ikone, mit ausgebreiteten Armen in Kreuzigungspose. Ein Märtyrer der Muse, der die Türen der Wahrnehmung mit allen verfügbaren Mitteln öffnete: LSD, Alkohol, Gras, Speed und schließlich Koks und Heroin. Während er von Hotelbalkonen hing und unsterbliche Poesie rezitierte.Wie Schlagzeuger John Densmore reumütig bemerkte: „Selbstzerstörung und Kreativität müssen nicht im selben Paket kommen … Aber bei Jim kamen sie zusammen, also mussten wir es akzeptieren.“ Oder wie Krieger es ausdrückte: „Es wäre viel einfacher gewesen,
wenn Jim nur ein normales Genie gewesen wäre.“ Im Juli, als sie ihren ersten großen TV-Auftritt hatten und ›Light My Fire‹ bei „American Bandstand“ zu Playback mimten, erklärte der Gastgeber Dick Clark sie zur „größten, fantastisch erfolgreichsten Gruppe im kommenden Jahr – The Doors!“

Die Dunkelheit war jedoch nie weit entfernt. Morrison hasste Krieger dafür, ›Light My Fire‹ geschrieben zu haben. Überall, wo Morrison hinging, gratulierten ihm die Leute für das Schreiben eines Liedes, dessen Text er nur mühsam gelernt hatte und das er als belanglos betrachtete. Im September führten sowohl ›Light My Fire‹ als auch die Platte THE DOORS die US-Charts an. Zu ihren Shows kamen nun mehr Teenager-Mädchen als Freaks. Zwei Wochen später hatten die Doors ihren schicksalhaften Auftritt in der „Ed Sullivan Show“, bei dem Morrison sein Versprechen an Sullivan brach, nicht die Zeile „Girl, we couldn’t get much higher“ zu singen. Sullivan geriet in Rage und schrie, dass die Doors nie wieder in der Show auftreten dürften. Morrison zuckte mit den Schultern: „Hey, Mann, wir waren gerade in der ‚Ed Sullivan Show‘.“ Sullivan war nicht der einzige Showbiz-Sultan, der es nach ›Light My Fire‹ auf Morrison abgesehen hatte. Ein anderer: Superstar Frank Sinatra.

Zwei von Sinatras großen Hits im Jahr 1966 – ›Strangers In The Night‹ und ›That’s Life‹ – hatten Morrison damit beeindruckt, wie nahtlos Sinatra von einem bohrenden sexy Knurren zu intimer Nähe wechselte, und er begann, Sinatras tieftönende Serenade zu imitieren, am offensichtlichsten bei ›Light My Fire‹. Als Sinatra – bekanntlich mit Kontakten zur Mafia „gesegnet“ – ›Light My Fire‹ hörte, war er so überzeugt, dass Morrison ihn kopiert hatte, dass er schnappte: „Wir sollten dafür sorgen, dass dieser Typ einen Unfall hat.“ Zu spät. Für die Doors hatte sich mit ›Light My Fire‹ alles geändert. Ende 1967 hatte jedes Bandmitglied 50.000 Dollar (heute etwa 450.000 Dollar) verdient. Es gab auch andere Vorteile. Als ›Light My Fire‹ auf Platz eins kletterte, lud Holzman sie ein, sich zur Feier jeweils ein Geschenk auszusuchen. Krieger und Manzarek bekamen moderne Tonbandgeräte, Densmore ein Vollblut-Rennpferd. Morrison, der berühmte Vagabunden-Freigeist, verlangte und bekam einen Ford Mustang Shelby GT 500 in Gulfstream-Aquablau mit komplett schwarzer Innenausstattung. Er sprang auf den Fahrersitz und raste den Sunset Boulevard hinunter. Entschlossen, wie immer die Nacht in Brand zu setzen. (Aus CLASSIC ROCK #131)

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