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Saxon: Über Gut und Böse

In den letzten drei Jahren arbeiten Saxon besonders emsig und präsentieren nun nach zwei mit INSPIRATIONS betitelten Cover-Platten und ihrem Album CARPE DIEM (2022) im Jahr 2024 schon ihr nächstes Werk namens HELL, FIRE AND DAMNATION. Eine schlüssige, gelungene Song-Sammlung, die die OldSchool-DNS der Briten mit moderner Produktion vereint und einen weiteren grundsoliden Baustein im umfassenden Katalog der NwoBHM-Veteranen darstellt. Im Interview erklärt Sänger Biff Byford alles zur neuen Platte, auf welcher der jüngst ausgestiegene Paul Quinn, seines Zeichens Gründungsmitglied und Gitarrist von Saxon, ebenso zu hören ist wie der Neue am Sechssaiter, Diamond-Head-Mann Brian Tatler.

Biff, du kommst gerade von einem Videodreh. Kannst du mir dazu irgendetwas verraten?

Nein, das ist noch geheim. Es ist das Video zum Titeltrack des Albums, in dem es um den Kampf zwischen Gut und Böse geht.

Also um HELL, FIRE AND DAMNATION. Warum verliert dieses Thema nie an Anziehungskraft?

Viele Bands singen ja über Dämonen und Satan, ich hingegen wollte eher vom Kampf zwischen Gut und Böse, zwischen hell und dunkel, im Kontext der menschlichen Kultur erzählen. Ich meine, die Menschen haben eine Wahl, nicht? Jeder trägt beide Seiten in sich.

In den letzten Jahren veröffentlicht ihr mit Saxon alle 12 Monate eine Platte, außerdem arbeitest du mit deinem Sohn in Heavy Water. Wie hältst du das durch?

(Lacht) Ist schon ne Menge, oder? Vor allem für einen älteren Sänger wie mich. Aber ich habe ein Studio zuhause, das hilft enorm. Ich gehe da drei bis vier Stunden täglich hinein, um die Grundideen festzuhalten. Das ist das wichtigste.

Das ganze Interview mit Biff Byford von Saxon lest ihr in der aktuellen Ausgabe von CLASSIC ROCK. Jetzt hier versandkostenfrei online bestellen: CLASSIC ROCK #126

CLASSIC ROCK präsentiert: Genesis – das Sonderheft

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CLASSIC ROCK präsentiert: Genesis – das Sonderheft! Die ganze Geschichte der Band auf 148 Seiten! Ab 19.01. überall am Kiosk, schon jetzt im CLASSIC-ROCK-Shop versandkostenfrei bestellbar.

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Der Name Genesis ruft meist zwei Reaktionen hervor. Das eine Lager sieht die Band als Grundpfeiler des
britischen Progressive Rock, der mit Peter Gabriel als Frontmann half, das Fundament für dieses Genre in
den frühen 70er Jahren zu schaffen. Das andere nimmt sie – mit Phil Collins am Mikrofon – als den
Arena-füllenden Koloss wahr, der beinahe die kompletten 80er Jahre die weltweiten Radiowellen
dominierte. Beide Lager haben recht.

Nur wenige Bands können auf zwei so unterschiedliche Teilbereiche ihrer Karriere zurückblicken. Doch das ist nicht die ganze Geschichte. Genesis waren nie ausschließlich das eine oder das andere. Auch in ihrer Prog-Ära schrieben sie Popsongs und ihre progressiven Wurzeln waren auch während ihrer Hochphase in den 80er Jahren stets sichtbar. Man darf aber auch die anderen Bereiche nicht vergessen, die zwischen diesen beiden Stützpfeilern ihrer Karriere lagen. Ihre Anfänge als schüchterne Folk-Pop-Kombo etwa oder die Alben, die sie Ende der 70er schrieben, nachdem Peter Gabriel und Steve Hackett die Band verlassen hatten. Zudem können alle Hauptprotagonisten beachtliche Solo-Erfolge verbuchen.

In unserem großen Genesis-Sonderheft werfen wir einen Blick auf all diese Bereiche. In ausführlichen
Histories beleuchten wir die Schlüsselalben der Band, lassen in exklusiven Interviews Phil Collins, Peter
Gabriel, Tony Banks, Mike Rutherford und Steve Hackett zu Wort kommen und widmen uns auch den
Solokarrieren und aktuellen Projekten dieser Musiker.

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Eric Sardinas: Fleisch, Kartoffeln und loderndes Feuer

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Es gibt nur wenige Gitarristen, die man nach ein paar wenigen Tönen erkennt. Zu diesem elitären Kreis gehört Delta-Bluesrocker Eric Sardinas. Mit CLASSIC ROCK spricht der inzwischen in Las Vegas beheimatete Singer/Songwriter über die lange Kreativphase vor seinem neuen Werk MIDNIGHT JUNCTION und gewährt einen tiefen Einblick in den unvorhersehbaren Entstehungsprozess seiner Kompositionen.

Eric, seit deinem letzten Album BOOMERANG (2014) sind geschlagene neun Jahre ins Land gezogen …
Mit BOOMERANG gingen meine Band und ich fast fünf Jahre auf Tour. Als dann die Covid- 19-Pandemie unser aller Leben über Nacht veränderte, musste ich mir zwangsläufig eine andere Beschäftigung suchen, als Konzerte zu spielen. Eine neue Scheibe in Angriff zu nehmen, stellte für mich die einzig sinnvolle Option dar. Während der ganzen Lockdowns ist die Zeit nur so verflogen und ich komponierte Song um Song. Was für mich allerdings in diesen gut zwei Jahren immer ein großes Fragezeichen war: Wann zur Hölle macht es Sinn, ins Studio zu gehen und aus den ganzen Stücken eine LP entstehen zu lassen? Ein Album, ohne es mit Shows zu promoten, ist für mich kein besonders guter Plan. Also wartete ich lieber, bis Licht am Ende des Seuchen-tunnels aufflackerte.

Wie viele Lieder hast du komponiert, bis sich die finalen zwölf Originale von MID NIGHT JUNCTION herauskristallisierten?
Ich gehe beim Schreiben nicht nach einer bestimmten Formel vor. Jeder Track bahnt sich seinen eigenen Weg von der ersten Idee bis zur Fertigstellung. Manchmal ist es ein Textfragment oder ein Gitarrenrhythmus, der alles ins Rollen bringt. In Sachen Lyrics stehe ich nicht auf erfundenes Zeug. Entweder muss ich etwas selbst erlebt haben oder jemand aus meinem Umfeld erzählt mir eine Begebenheit, die es wert ist, in einem Stück verewigt zu werden. Der Kniff dabei ist, dass sich möglichst viele Hörer darin wiederfinden. Deswegen kann man, glaube ich zumindest, den zeitlichen Aspekt beim Komponieren einer Scheibe getrost außer Acht lassen. Das Material muss schlichtweg passen – egal ob es nun in ein paar Tagen oder Jahren geschrieben wurde.

Kannst du die Gesamtanzahl der Tracks für MIDNIGHT JUNCTION wirklich nicht mehr bemessen?
Ich feile, abseits von gezielten Songwriting-Sessions für eine LP, sowieso immer an irgendwelchen Liedern. Anders funktioniert es für mich einfach nicht, dass ein vielschichtiges, klassisches Bluesrock-Album entsteht. Wenn ich wirklich streng bin, bleiben oft mal zehn Kompositionen außen vor, die nicht auf der Platte landen.

Vielleicht ist das auch der Grund, warum dein Gitarrenspiel auf MIDNIGHT JUNCTION von ungewohnt ruhig bis bekannter maßen furios eine enorme Bandbreite besitzt.
Ich habe mich einfach von meinem Gefühl leiten lassen. Bei manchen Stücken spiele ich fast schon härter als je zuvor, und bei anderen eher gediegen – je nachdem, was die Komposition verlangt. Das ist in etwa so, als wenn du dir in der Küche Fleisch und Kartoffeln schnappst. Du kannst die beiden Lebensmittel in unendlich vielen Variationen zubereiten und damit eine ganze Speisekarte füllen. Bei Musik ist es exakt genauso. Wenn du die Aufgabe gut erledigst und dein kreatives Maximum ausschöpfst, hältst du am Ende eine Platte in den Händen, die ein perfekter Soundtrack für lange Autofahrten ist.

Das ist eine gute Metapher für die Spannungskurve von MIDNIGHT JUNCTION.
Manchmal braucht es einen alten Track als Verbindung zwischen zwei neuen, um diesen Effekt zu erreichen. Jeder kennt doch die Situation: Du werkelst an einer Idee und bist noch unschlüssig, wie sie ihre volle Wirkung entfaltet. Hier ergeben sich oft die tollsten Möglichkeiten. Eine davon ist, seinen gewohnten Pfad zu verlassen und alles mit ein paar frischen Elementen, die man noch nie verwendet hat, aufzupeppen. Als zweite Herangehensweise werfe ich gerne mal zwei oder drei Einfälle zusammen, um am Ende ein knackiges Lied zu erhalten.

Wann entscheidet sich bei dir, welchen Vibe ein Stück transportieren soll?
Du musst zuallererst etwas Patina entstehen lassen – sprich: den Song komplett verinnerlichen und vollends verstehen. Ist das passiert, transportiert er dein Innerstes nach außen und
entwickelt ein Eigenleben. Dieses Mojo musst du dann einfach noch im Studio einfangen und für die Ewigkeit festhalten.

Schreibst du auf einer deiner Resonator Gitarren oder auf einer „normalen“ Akustischen?
Das kommt ganz drauf an, auf welcher Sechssaitigen ein Funke zu einer Idee führt. Manchmal ist es auch gar keine Gitarre und mir fällt irgendwo eine Melodie oder Akkordfolge ein. Das halte ich dann sofort mit der Diktierfunktion meines Smartphones fest. Es rattert wirklich die ganze Zeit in meinem Kopf und es ist gut möglich, dass ich während unseres Gesprächs einen Geistesblitz für ein Stück bekomme. Wenn der Einfall cool ist, landet er aber unweigerlich auf einer Resonator – das ist einfach mein Go-to-Instrument. Saiten mit einem Slide zu bespielen, kickt mich auch nach all den Jahren immer noch derart, dass ich mir keine bessere Gitarre für meinen Sound vorstellen kann.

Zu Beginn deiner ProfiKarriere warst du damit in der Hochzeit von NuMetal und Alternative Rock eine absolute Ausnahmeerscheinung.
Ich habe mir ehrlich gesagt nie Gedanken darüber gemacht, wie mich Menschen wahrnehmen. Mir war Ende der 90er überhaupt nicht so klar, dass ich derart aus der Reihe tanze. Mein Stil – egal ob musikalisch oder kla- mottentechnisch – ist einfach ein Lebensgefühl. Delta Blues und Rock sind meine Wurzeln, und mir war von Anfang an wichtig, mit diesen beiden Kernelementen eine eigenständige Note zu entwickeln. Der Look entsteht dann Stück für Stück nebenbei. Wenn ich’s mir recht überlege, ist doch jeder Mensch auf so einem Selbstfindungstrip … Manche erreichen
ihr Ziel − andere nicht.

Wie ist es zu deinem unverwechselbaren Spielstil gekommen?
Was viele nicht wissen: Ich bin Linkshänder und spiele trotzdem auf einer Rechtshändergitarre. In meinem Umfeld gab es einfach kein Instrument für Linkshänder, also musste ich mich umorientieren. Zudem fühlte ich mich schon immer auf einer akustischen Sechssaitigen mehr zu Hause als auf einer elektrischen. Das ganze Fingerpicking dann trotzdem über einen verzerrten Amp zu jagen, war für mich ein absoluter Aha-Effekt und lies mich mehr und mehr experimentieren. Irgendwann hatte ich dann eine Basis, mit der ich richtig zufrieden war … ab diesem Zeitpunkt loderte das Feuer in mir.

Video der Woche: Ozzy Osbourne ›Believer‹ (live)

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Happy Birthday Zakk Wylde! Der Ausnahmemusiker und langjährige Gitarrist von Ozzy Osbourne feiert heute seinen 57. Geburtstag.

Jeffrey Phillip Wielandt – so Zakk Wyldes Geburtsname – war gerade erst 20 Jahre alt, als Ozzy Osbourne ihn in seine Soloband holte. Während der letzten 37 Jahre stand er unzählige Male mit ihm auf der Bühne und ist auch aktuell wieder Teil der Ozzy Osbourne Band.

Doch auch mit seiner eigenen Kombo, der Black Label Society, kann Wylde seit Ende der 90er Jahre große Erfolge verbuchen. Als Gast- und Sessionmusiker unterstütze er u.a. Derek Sherinian, Damageplan und Jamie Jasta. Aktuell spielt er bei den reunierten Pantera und ersetzt damit seinen langjährigen engen Freund „Dimebag“ Darrell Abbot (welcher 2004 auf der Bühne erschossen wurde) an der Gitarre.

Unser Video der Woche zeigt einen Livemitschnitt von ›Believer‹ aus dem Jahr 2002. Neben Zakk Wylde zählten damals auch Robert Trujillo von Metallica und Mike Bordin von Faith No More zu Ozzys Musikern.

Werkschau: Foo Fighters

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Dave Grohl machte sein Ein­-Mann­-Projekt zu einer der kommerziell erfolgreichsten Bands der Welt – ohne jemals Glaubwürdigkeit einzubüßen.

Am 8. Januar 1995 spielte Eddie Vedder in seiner Radiosendung „Self Pollution Radio“ zwei Tracks. Einer
davon war eine Coverversion eines Songs der Angry Samoans von einem Demo einer neuen Rockband. Dies war das erste Mal, dass die Welt die Foo Fighters zu hören bekam, eine neue Formation, angeführt
vom einstigen Nirvana-Schlagzeuger Dave Grohl. Dabei gab es drei Monate zuvor, als diese Songs aufgenommen wurden, tatsächlich noch gar keine Band. Grohl hatte auf diesem Demo seines neuen Projekts jedes Riff gespielt, jeden Beat gedroschen und jede einzelne Note gesungen. Am 19. Februar 1995 machten die Foo Fighters – mit Ex-Germs-Gitarrist Pat Smear und der einstigen Rhy thmussektion von Sunny Day Real Estate, bestehend aus Bassist Nate Mendel und Schlagzeuger William Goldsmith –, ihre ersten zaghaften Schritte in der (mehr oder weniger) Öffentlichkeit, als sie auf einer Party für Freunde über einem Laden in der Mercer Street in Seattle auftraten. Es vergingen Wochen, bis Grohl sich einen Mitschnitt dieser ersten Show seiner neuen Band
anhörte.

„Es war mir so fucking peinlich“, sagte er 20 Jahre später im Rolling Stone. „Ich dachte, wir klangen super … dann hörte ich die Aufnahme. Mein nächster Gedanke war: Oh … das sind die Foo Fighters? Wir müssen üben!“ Die britische Presse hatte ihn einst als den „Grunge-Ringo“ verspottet, aber Grohl kann es sich leisten, darüber zu lachen. 2021 ist seine Band einer der erfolgreichsten Rockacts des Planeten. Ihr Weg an die Spitze war nicht frei von Turbulenzen. Der lockere und charmant-charismatische Mann aus Virginia scheute sich nie, mutige und bisweilen unbeliebte Chef-Entscheidungen zu treffen, um sich seinen Traum zu erfüllen, doch seine Truppe behielt ihre Glaubwürdigkeit auch mit explodierendem Erfolg. Nach dem abrupten Ende von Nirvana bekam Grohl das Angebot, als Schlagzeuger bei Tom Pettys Heartbreakers einzusteigen. Auf der Bühne mit den Foos strahlt er einen ähnlichen Jedermann-Charme aus wie Petty, was ihm einen Platz im Herzen des amerikanischen Mainstream-Rock-Publikums sicherte. Und die Reise ist noch längst nicht vorbei. „Ich weiß noch, dass es Leute gab, die mich wirklich dafür verachteten, dass ich es überhaupt gewagt habe, nach Nirvana noch Musik zu machen“, sagte Grohl
2009. „Das war so lächerlich. Ich war, mal überlegen, fucking 25? Ich war ein Kind. Klar, da sollte ich wohl zu einem brütenden Eremiten werden und das war ’s. Nirvana sind vorbei, für mich ist es gelaufen, das ist das Ende meines Lebens. Fuck that … Als Nirvana vorbei waren, war ich es nicht. Und das bin ich verdammt noch mal immer noch nicht.“

Unverzichtbar

THE COLOUR AND THE SHAPE (ROSWELL, 1997)

Als dieses Album fertiggestellt wurde, hatten sowohl Gitarrist Pat Smear als auch Schlagzeuger William Goldsmith schon ihre Kündigung eingereicht, während Grohl die Scheidungspapiere von seiner ersten Frau erhalten hatte. Ein Überlebensratgeber von einem Mann also, der seine Welt um sich herum einstürzen sah, und die Geschichte einer Seele in der Schwebe. „Mein Leben ging den Bach runter“, erinnerte er sich. Doch die Musik sollte sein Wegweiser aus der Dunkelheit hinaus werden. ›Everlong‹, ›Monkey Wrench‹ und ›My Hero‹ sind die Highlights hier, doch die ganze Platte ist ihr vollständigstes und kohärentestes künstlerisches Statement.

FOO FIGHTERS (ROSWELL, CAPITOL, 1996)

Nach Kurt Cobains Selbstmord gab es Zeiten, in denen Grohl dachte, er würde nie wieder Musik machen. Für den hyperaktiven Mann aus Virginia war sie immer Eskapismus gewesen, doch jetzt war sie beladen mit düsteren Erinnerungen. „Und dann wurde mir klar, dass Musik das einzige war, was mir aus dieser Dunkelheit heraushelfen würde“, sagte er. Er nahm 15 Songs auf, auf denen er jede Note und jeden Beat selbst einspielte (abgesehen von ein bisschen Fuzz-Gitarre von Greg Dulli). Das Ergebnis war das elektrisierendste und euphorisierendste Album 1995, auf dem ›I’ll Stick Around‹, ›Big Me‹, ›Alone + Easy Target‹ und ›This Is A Call‹ vor Energie und Lebensfreude fast platzten. Ein neuer Tag hatte begonnen.

Wunderbar

THERE IS NOTHING LEFT TO LOSE (ROSWELL, RCA, 1999)

Nachdem Grohl Gitarrist Franz Stahl gefeuert hatte, arbeiteten die Foos für Album Nr. 3 als Trio.
Knackiger Riffrock fand sich hier zwar auch, doch der größte Einfluss war der Softrock der 70er, etwa in Songs wie dem Country­angehauchten ›Ain’t It The Life‹ und dem wehklagen­ den ›Aurora‹, das an Lagerfeuer­sessions erinnerte. „Das war die entspannteste, einfachste und perfekteste Aufnahmesession,
die ich bis dato erlebt hatte“, sagte Grohl später. „Ich kann ehrlich sagen, dass das meine Lieblingsplatte der Foo Fighters ist. Sie ist so relaxed, ehrlich, organisch und authentisch.

WASTING LIGHT (ROSWELL, RCA, 2011)

Aufgenommen von Butch Vig und mit einem Gastauftritt von Krist Novoselic, waren hier drei der vier Männer wiedervereint, die NEVERMIND gemacht hat­ten. WASTING LIGHT ist nicht NEVERMIND und war auch nie dazu bestimmt, doch es zeigt die­selbe Liebe für Lautstärke, Lärm und Melodie und kann als Grohls Dankesschreiben an die Künstler verstanden werden, die seine Jugend begleiteten, von Motörhead bis Hüsker Dü (Bob Mould gastiert auf dem leidenschaftli­chen ›Dear Rosemary‹). „Im Wesentlich versuchen wir hier, alles zu verstehen, was die Foo Fighters in den letzten 15 Jahren
gemacht haben“, sagte Grohl.

ECHOES, SILENCE, PATIENCE & GRACE (ROSWELL, RCA, 2007)

Man muss ihnen zugute halten, dass die Foos sich selbst her­ausforderten und wieder THE­
COLOUR ­AND ­THE ­SHAPE­ Produzent Gil Norton engagier­ten, der sie fortlaufend einbrem­sen sollte bei dem Versuch, das dynamische Spektrum von IN YOUR HONOR auf eine einzige Disc zu packen. Nach dem Adre­nalinschub des Openers ›The Pretender‹, dem aufregendsten Foos ­Erstschlag seit ›This Is A
Call‹, zündet der Rest der Platte nicht mehr so wie erhofft. Den­ noch gab es einen Grammy für das beste Rockalbum, was zeigt, wie hoch sie die Messlatte gelegt hatten.

ONE BY ONE (ROSWELL, RCA, 2002)

Die ersten Sessions für das vierte Foos­Album liefen so schlecht, dass Grohl mit der Auflösung der Band drohte. ONE BY ONE wurde erst gerettet, als er die „Millionen­ Dollar­ Demos“ verwarf, die sie in den edlen Conway Studios in L.A. eingespielt hatten und zu Hause in Virginia noch mal von vorn anfing. Grohl hat seither gesagt, auf ONE BY ONE seien nur vier gute Songs (vermutlich die Singles ›All My Life‹, ›Times Like These‹, ›Low‹ und ›Have It All‹), doch die Platte ist gut gealtert und wurde zu einem ihrer größten
kommerziellen Erfolge.

Anhörbar

MEDICINE AT MIDNIGHT (ROSWELL, COLUMBIA, 2021)

Foo Fighters Medicine at midnight

Grohl, bekannt für knackige Zitate, verglich diese Platte mit Bowies LET’S DANCE, doch die
weichen Funkrock­Grooves des Titelstücks haben wesent­lich mehr Power Station zu ver­danken, während ›Cloudspotter‹ eher an Foghat als an ›China Girl‹ erinnert. Die Singles ›Shame Shame‹ (launisch), ›No Son Of Mine‹ (bissig) und ›Waiting On A War‹ (nachdenklich) bilden das Spektrum des Albums gut ab, doch den größten Eindruck hinterlässt das verträumte ›Chasing Birds‹, einer der schönsten Songs, die Grohl je geschrieben hat. Insgesamt eher eine Konsolidierung als eine Revolution.

IN YOUR HONOUR (ROSWELL, RCA, 2005)

Nach einem Jahrzehnt war es für Grohl Zeit für „etwas Besonderes“. Aufgenommen in seinem eigenen Studio­ 606 Komplex und mit Gast­ auftritten von John Paul Jones, Josh Homme und überraschenderweise Norah Jones, teilte sich dieses Werk in don­nernden Hardrock und intime Akustiktracks auf. Ein großer
Plan, der unvermeidlicherwei­se etwas durchhing, aber mit ›Best Of You‹, ›The Last Song‹ und dem Titelstück als Stadionkiller sowie den zarten ›Cold Day In The Sun‹ und ›Friend Of A Friend‹ mit ihrer
verletzlichen Seite dennoch zu einem Triumph geriet, künstle­risch wie kommerziell.

CONCRETE AND GOLD (ROSWELL, COLUMBIA, 2017)

„Lasst sie uns lang, laut und selt­sam machen“, sagte Grohl sei­nen Bandkollegen. Später bezeichnete er das Ergebnis als „Motörheads Version von SGT. PEPPER“ und „Slayer, die PET SOUNDS machen“. CONCRETE AND GOLD ist nichts davon, aber unbestreitbar ambitioniert in seinem Format und reich an
Einfällen, von den mehrstimmi­gen Refrains mit Echos von Queen bis zur lieblichen Psychedelik von ›Sunday Rain‹, Breitwand-­Hymnen wie ›Run‹ und ›The Sky Is A Neighbor­hood‹. Jegliche Kritik, die Foo
Fighters scheuten Risiken und seien selbstgefällig, wurde hier nachdrücklich entwertet.

Sonderbar

SONIC HIGHWAYS (ROSWELL, RCA, 2014)

„Sonderbar“ ist vielleicht etwas harsch für diese Platte, aber SONIC HIGHWAYS ist eben leichter zu bewundern als zu lie­ben. Als Begleitwerk zur gleich­namigen HBO­-Serie war Grohls „Liebesbrief an die Geschichte der amerikanischen Musik“ von dem Konzept kompromittiert, dass jeder der acht Tracks in einer anderen US­Stadt geschrie­ben und aufgenommen wurde, inspiriert von der jeweiligen His­torie und dem musikalischen Ver­mächtnis. Eine geniale Idee für eine Dokumentation, die perfekt umgesetzt wurde. Die ehrfürch­tige Atmosphäre der Songs kommt auch auf Platte hörbar von Herzen, nur leider ist das alles ein bisschen zu ernsthaft.

Magnum: HERE COMES THE RAIN

Bewährtes frisch verpackt

Wo Magnum draufsteht, ist Magnum drin, das gilt auch für HERE COMES THE RAIN. Alles andere wäre auch verwirrend. Und dennoch finden sich auf der Platte einige erwähnenswerte Passagen, die das Album farbenfroher und bewusst vielseitiger erscheinen lassen. Erinnert der hitverdächtige Titeltrack in nicht wenigen Passagen an Cheap Tricks grandiose Nummer ›The Summer Looks Good On You‹, poltert ›Blue Tango‹ geradezu krachend aus den Boxen. Hier regiert der/die/das Riff. Hervorstechend: ›The SEVENTH DARKNESS‹ mit überragenden Bläsereinsätzen von Nick Dewhurst (Trompete) und Chris Aldridge (Saxofon). Das swingt förmlich. Anderseits finden sich auch unverwechselbare Magnum-Nummern, die eben von den großen epischen Melodiebögen, den breiten Gesangslinien und nachhaltigen Refrains leben. Allen voran ›I Wanna Live‹ und ›The Day He Lied‹. Aber auch die Fans des großen „Leidens“ kommen zum Zug, etwa in ›Broken City‹. Auch wenn vieles vertraut und vorhersehbar wirkt, zeigen die Briten kein bisschen Altersschwäche und spielen zielführend ihre Stärken aus.

7 von 10 Punkten

Magnum
HERE COMES THE RAIN
STEAMHAMMER/SPV

Lest unser neues Interview mit Magnum in der aktuellen Ausgabe von CLASSIC ROCK. Jetzt hier versandkostenfrei bestellen: CLASSIC ROCK #126

The Black Crowes: Neues Album HAPPINESS BASTARDS

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Am 15. März veröffentlichen die Black Crowes ihr neues Studioalbum HAPPINESS BASTARDS. Die Platte ist das erste Album seit ihrer 2009er Scheibe BEFORE THE FROST… UNTIL THE FREEZE und besiegelt nun die Reunion der Brüder Chris und Rich Robinson, die sie 2019 in der „Howard Stern Show“ verkündet hatten.

Einen ersten Teaser zur neuen Single Wanting And Waiting gibt es auch schon zu hören, der gesamte Song erscheint heute im Laufe des Tages. Chris Robinson über das Album: „HAPPINESS BASTARDS ist unser Liebesbrief an den Rock’n’Roll.“

Flashback: Das legendäre „Rock in Rio“ geht los

Am 11. Januar 1985 startete das legendäre „Rock in Rio“ Festival in Rio de Jainero. Die Festivität ging 10 Tage lang und präsentierte den Besuchern, insgesamt knapp 1,5 Millionen Menschen, die größten Rockbands des Planeten. Bei den einzelnen Konzerten waren teilweise bis zu 300.000 Menschen im Publikum.

Veranstalter Roberto Medina sorgte dafür, dass AC/DC, Queen, Ozzy Osbourne, Iron Maiden, die Scorpions, Whitesnake und viele mehr auf der Bühne standen. Sogar Nina Hagen trat bei der Erstausgabe des Festivals vor einem enorm großen Publikum auf.

Außerdem schnitten Queen ihren fulminanten Auftritt am Eröffnungsabend des Mega-Spektakels mit und veröffentlichten ihr vor knapp 300.000 Menschen gespieltes Konzert noch im selben Jahr unter dem Titel LIVE IN RIO.

https://www.youtube.com/watch?v=gblZ2drKK1M

„Rock in Rio“ mauserte sich zu einem der angesagtesten Festivals der Welt, dessen Ableger in den darauffolgenden Jahren auch in Madrid, Lissabon und Las Vegas veranstaltet wurden. Die bis dato letzte Ausgabe des Festivals fand 2019 wieder in Rio de Janeiro statt. Wie schon im Jahr 1985 befanden sich die Scorpions, Whitesnake und Iron Maiden im Line-Up.