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Start Blog Seite 669

CLASSIC ROCK präsentiert: Tourdaten von Toto, Marco Mendoza, Gotthard u.v.m.

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Tour des Monats: TOTO
wizpro.com
Nach vier Dekaden Bandgeschichte sind Toto immer noch top motiviert und machen auf ihrer „40 Trips Around The Sun World Tour” 2018 mehrmals in Deutschland Halt.

19.02. Hamburg, Mehr! Theater
21.02. Düsseldorf , Mitsubishi-Electric Hall
22.02. München, Olympiahalle
24.02. Berlin, Columbiahalle
25.02. Leipzig, Haus Auensee
13.03. Stuttgart, Porsche Arena
20.03. Offenbach, Stadthalle

THE ALARM
assconcerts.com
Über 30 Jahre im Geschäft und noch immer energiegeladen wie eh und je. Die britischen Alternative-Rocker von The Alarm muss man einfach live erleben.

16.03. Hamburg, Nochtspeicher
17.03. Worpswede, Music Hall
18.03. Dortmund, Piano
19.03. Bonn, Harmonie
20.03. Frankfurt, Nachtleben
21.03. Dresden, Tante Ju
22.03. Berlin, Quasimodo

AUSTRALIAN PINK FLOYD SHOW
fkpscorpio.de
Den Spirit von Pink Floyd authentisch und hautnah erleben. Das garantiert die Australian Pink Floyd Show nun schon seit 30 Jahren.

06.04. München, Zenith
07.04. Stuttgart, Porsche Arena
08.04. Lingen, Emsland Arena
10.04. Hamburg, Barclaycard Arena
11.04. Hannover, Swiss Life Hall
13.04. Neu-Ulm, Ratiopharmarena
14.04. Frankfurt, Jahrhunderthalle
15.04. Frankfurt, Jahrhunderthalle
17.04. Bielefeld, Stadthalle
18.04. Köl, Lanxess Arena
19.04. Mannheim, SAP Arena
21.04. Oberhausen, König-Pilsener-ARENA
22.04. Trier, Arena
24.04. Leipzig, Arena
25.04. Berlin, Tempodrom

JOE BONAMASSA
jbonamassa.com
Mit dem „Guitar Event Of The Year“ kehrt der legendäre Bluesgitarrist nach Deutschland zurück.

20.03. Frankfurt a.M., Jahrunderthalle
21.03. Frankfurt a.M., Jahrunderthalle
22.03. A-Wien, Stadthalle
25.03. Chemnitz, Stadthalle
26.03. Nürnberg, Arena
28.03. Köln, Lanxess Arena
30.03. Berlin, Tempodrom
31.03. Berlin, Tempodrom
02.04. Kiel, Sparkassen Arena

PHIL CAMPBELL AND THE BASTARD SONS
philcampbell.net
Mit seinem ersten Studioalbum im Gepäck rockt das Familienunternehmen um den ehemaligen Motörhead-Gitarristen Phil Campbell durch Europa.

05.03. Hamburg, Logo
06.03. Berlin, Bi Nuu
07.03. Frankfurt, Das Bett
08.03. Siegburg, Kubana
09.03. Mannheim, 7er Club
10.03. Leipzig, Hellraiser

NIC CESTER
niccester.com
Der ehemalige Frontmann von Jet stellt sein Solodebüt SUGAR RUSH vor und überrascht mit Soul-Anleihen und Italien-Flair.

21.02. Hamburg, Stage Club
23.02. Berlin, BerghainKantine

ERIK COHEN
fkpscorpio.de
Als „New Wave Of German Rockmusic“ bezeichnet der Kieler Solokünstler Daniel Geiger alias Erik Cohen seine dunklen Klänge. Wie sich das live anhört, kann man an einem der folgenden Termine checken:

23.02. Düsseldorf, Zakk
24.02. Hannover, Mephisto
15.03. Dresden, GrooveStation
16.03. München, Backstage
17.03. Wiesbaden, Schlachthof
07.04. Kiel, Orange Club

D/TROIT
fkpscorpio.com
Mal was anderes gefällig? D/troit spielen aufregenden Soul und Funk und verwandeln so jede Konzertlocation in eine Tanzparty.

22.02. Dresden, Groove Station
23.02. München, OrangeHouse
24.02. Berlin, Badehaus

BRIAN FALLON & THE HOWLING WEATHER
fkpscorpio.com
Bekannt geworden ist Brian Fallon durch seine Band The Gaslight Anthem, doch auch als Solokünstler beeindruckt er mit seinen lyrischen und musikalischen Fähigkeiten.

28.02. Köln, Live Music Hall
01.03. Berlin, Astra
03.03. Nürnberg, Löwensaal
04.03. München, Neue Theaterfabrik

GOTTHARD
gotthard.com
Mit einer Neuauflage ihrer gefeierten „Defrosted Unplugged Tour 1997“ inklusive neueren Hits touren die Rocker im März 2018 durch Deutschland und ihre schweizer Heimat.

08.03. Regensburg-Obertraubling, Eventhall Airport
09.03. Memmingen, Kaminwerk
11.03. München, Tonhalle
12.03. Frankfurt, Batschkapp
13.03. Nürnberg, Löwensaal
18.03. Bochum, Zeche
19.03. Hamburg, Markthalle
20.03. Bremen, Kulturzentrum Schlachthof
22.03. Stuttgart-Wangen, LKA Longhorn
23.03. CH-Schaffhausen, Kammgarn
24.03. CH-Pratteln, Z7
26.03. CH-Zürich, Komplex
27.03. CH-Luzern, Schüür
28.03. CH-Lausanne, Metropole

G3
jesspr.de
Für Gitarrenliebhaber ein Line-Up zum ohnmächtig werden: Joe Satriani, John Petrucci und Uli Jon Roth gehen gemeinsam auf Tour!

26.3. Stuttgart, Filderstadt-Filharmonie
27.3. Offenbach, Stadthalle
28.3. Köln, E-Werk
29.3. Berlin, Tempodrom

MAD DOGS UNCHAINED
assconcerts.com
Die früheren Bandkollegen von Joe Cocker wollen mit ihrem Projekt MAD DOGS UNCHAINED das Erbe des legendären Sängers lebendig halten und bieten ihrem Publikum ein einmaliges Live-Erlebnis.

22.02. Bensheim, Musiktheater Rex
23.02. Worpswede, Music Hall
24.02. Erfurt, HsD
25.02. Plauen, Malzhaus
26.02. Berlin, Columbia Theater
28.02. Hamburg, Downtown Bluesclub
01.03. Dresden, Alter Schlachthof
02.03. Hannover, Capitol
03.03. Freiburg, Jazzhaus
04.03. Stuttgart, Im Wizemann
05.03. Bonn, Harmonie

MAGNUM
pa-co.eu
Die britischen Hard Rocker von Magnum sind nach wie vor ein großes Kaliber, ab März nächsten Jahres werden sie das auf ihrer ausgiebigen Deutschlandtour beweisen.

21.03. München, Ampere
23.03. Nürnberg, Hirsch
24.03. Aschaffenburg, Colos-Saal
25.03. Berlin, Columbia Theater
27.03. Bonn, Harmonie
28.03. Stuttgart, Im Wizemann (Club)
29.03. Freiburg, Jazzhaus
31.03. Wuppertal, Live Club Barmen
03.04. Leipzig, Werk 2
04.04. Hamburg, Fabrik
05.04. Bremen, Aladin
11.04. Memmingen, Kaminwerk
12.04. CH- Pratteln, z7

MARCO MENDOZA
solarpenguin.de
Marco Mendoza, in letzter Zeit vor allem bekannt durch sein Bassspiel bei den Dead Daisies, kommt mit seiner neuen Soloplatte VIVA LA ROCK im Gepäck nach Deutschland.

23.02. Reichenbach, Die Halle
09.03. Bückeburg, Schraub-Bar
10.03. Isernhagen, Bluesgarage
13.03. Hamburg, Hardrock Café
14.03. Düsseldorf, Pitcher
16.03. Viersen, Rockschicht

Videopremiere: Black River Delta mit ›Gun For You‹ live

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Die Schwedischen Black River Delta halten mit VOL II ihr neues Album bereit. CLASSIC ROCK präsentiert exklusiv einen brandheißen Live-Clip zur Single ›Gun For You‹.

Und wieder mal eine Band aus Schweden: Black River Delta nennt sich das Trio aus Bollnäs, das sich mit Haut und Haar dem klassischen Bluesrock verschrieben hat. Am 09. März veröffentlicht die Truppe ihren Debütnachfolger mit dem Titel VOL II, im April kommen sie für einige Shows nach Deutschland.

Schon heute präsentiert CLASSIC ROCK exklusiv ein neues Live-Video zum Opener ›Gun For You‹.

Hier ›Gun For You‹ sehen:

Tourtermine von Black River Delta:

10.04. Berlin, Privatclub
11.04. Nürnberg, Club Stereo
12.04. Dresden, OstPol
14.04. München, Zehner
15.04. CH – Bern, Rössli Bar
17.04. Köln, Blue Shell
18.04. Stuttgart, Goldmark‘s
19.04. Hannover, Mephisto/Faust
20.04. Hamburg, Molotow Skybar
21.04. Viechtach, Altes Spital
23.04. A – Wien, Chelsea
24.04. CH – Chur, Blue Wonder
25.04. CH – St. Leonard, Lac Souterrain
26.04. CH – Olten, Coq D‘ Or
27.04. CH – Frauenfeld, KAFF
28.04. CH – Basel, Sommercasino

Meat Loaf – BAT OUT OF HELL

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Meat Loaf Bat Out Of Hell

Mit einer Satire auf die Eisenhower-Ära zum Multimillionär.

Bereits mit seinem zweiten Album sprengte Sänger und Schauspieler Meat Loaf den Jackpot. Die Kehr­seite der Medaille: Seither laufen der Fleischlaib und Urheber Jim Steinman einem nicht wiederholbaren Erfolg hinterher. Bei astronomischen 43 Millionen Kopien weltweit liegt derzeit der Absatz des Bestsellers – und täglich wandern weitere Ex­­emplare über die Ladentische, klickt der Nach­wuchs die Downloads.

Richtig Asche machte wohl hauptsächlich Steinman, der mal angab, dass ihn Richard Wagner, Phil Spector, Bruce Springsteen und The Who zur opulenten Fifties-Teenage-Opera inspiriert hätten. Möglicherweise steckt in BAT OUT OF HELL aber auch ein Stück­chen von „The Rocky Horror Picture Show“ und jener Kultfigur, als die Meat Loaf einige Jahre zu­­vor erst auf der Theaterbühne, 1974 dann in der Verfilmung agiert hatte: dem ungestümen Mo­­torradrocker Eddie. Jedenfalls beschwor auch Richard O’Brien in den Songs seines Musicals dezidiert den Zeitgeist der Eisenhower-Ära. Phil Spectors gigantomanische Wall-Of-Sound so zu kopieren, dass sie wie frisch ersonnen wirkte, ge­­lang Produzentenass Todd Rundgren in Wood­stocks Bearsville Studios mit illustren Gästen wie Rundgrens Band Utopia, Edgar Winter am Saxofon, Sängerin Ellen Foley sowie Pianist Roy Bittan und Schlagzeuger Max Weinberg (beide E Street Band).

Jeden Tag weltweit im Radio dudeln der Titelsong und die Key-Tracks ›You Took The Words Right Out Of My Mouth‹, ›Paradise By The Dashboard Light‹, ›Two Out Of Three Ain’t Bad‹ und ›All Revved Up With No Place To Go‹. Steinmans Hang zu Wagnerianischem zeigte sich in ›Heaven Can Wait‹ und ›For Crying Out Loud‹. Bis heute zeitlos wirkt auch jener satirische Humor, der die verklemmte Sexualmoral, das elitäre Gehabe der Reichen und den grenzenlosen Patriotismus der USA aufs Korn nahm. Zum 40. Jubiläum kommt der Meilenstein als Li­­mited Edition auf 180-Gramm-Vinyl in transparentem Rot.

9/10

Meat Loaf
BAT OUT OF HELL
40TH ANNIVERSARY TRANSLUCENT VINYL EDITION
FRIDAY MUSIC

Werkschau: Steely Dan

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Steely Dan AlbenDie Ostküsten-Intellektuellen Donald Fagen und Walter Becker brachten die Intelligenz des Jazz und ein ganz neues Niveau textlicher Qualität in den Rock. Aber wo soll man nur anfangen?

Von all den Klugscheißern, die den Rock’n’Roll zu einer Karriere machten – ob Frank Zappa, Todd Rund­gren oder 10cc –, war wohl niemand je klüger als Donald Fagen und Walter Becker, die beiden Anführer von Steely Dan. 40 Millionen Alben muss man schließlich erst einmal verkaufen. Und das taten sie mit der smartesten, anspruchvollsten Musik, die je von einer großen Rockband aufgenommen wurde.

Dass sie sich nach einem Dildo aus William S. Burroughs’ 1959er-Roman „Naked Lunch“ benannten, ist typisch für ihre subversiven Tendenzen und ihren trockenen Humor, beides schon seit Anfang an Bestandteil ihrer Kunst. Und das war es auch, was sie in den Worten des „Rolling Stone“ zu „den perfekten musikalischen Antihelden der 70er“ machte.

Fagen aus New Jersey und Becker aus New York City lernten einander auf dem College an der Ostküste kennen und arbeiteten zunächst erfolglos als Sessionmusiker und Auftrags-Songwriter für andere, bevor sie 1971 nach Los Angeles umzogen und Steely Dan gründeten. Das erste Line-up bestand aus Fagen (Leadgesang und Keyboards) und Becker (Bass) sowie den Gitarristen Denny Dias und Jeff „Skunk“ Baxter, Schlagzeuger Jim Hodder und dem zweiten Leadsänger David Palmer. Der wurde eingestellt, weil Fagen oft an Lam­penfieber litt und das Label fand, dass seine Stimme ohnehin nichts taugte.

Doch schon nach einem Album, CAN’T BUY A THRILL von 1972, war Palmer wieder ausgestiegen. Über die folgenden acht Jahre änderte sich das Personal auf den Alben immer wieder. Fagen und Becker holten sich die größten Talente ins Boot, die sie kriegen konnten, u.a. Toto-Drummer Jeff Porcaro, Doobie-Brothers-Frontmann Michael McDonald sowie Jazz-Virtuosen wie den Gitarristen Larry Carlton oder den Pianisten Joe Sample.

Die Musik von Steely Dan wird für gewöhnlich als „Jazzrock“ bezeichnet, doch das Genie von Fagen und Becker bestand darin, diese beiden Elemente mit Funk-Rhythmen und Pop­brillanz zu verbinden, etwa auf den Hits ›Do It Again‹, ›Reelin’ In The Years‹ und ›Rikki Don’t Lose That Number‹. GAUCHO von 1980 war der Schlusspunkt dieser Hochphase. Ein Jahr später lösten sie sich auf und es verging mehr als ein Jahrzehnt bis zu ihrer Reunion 1993.

Seither folgten zwar nur noch zwei Alben, doch das ist nicht so wichtig. Denn in ihrer Glanzzeit erschufen die beiden etwas absolut Einzigartiges: ein perfektes Gleichgewicht aus luftigen Westküsten-Grooves und trockenem Ostküstenhumor. Oder wie es das „Time Ma­­gazine“ so treffend formulierte: „Sinnlich und sinister, wie eine Schlange, die faul in der Sonne liegt. Und wahrscheinlich auch genauso giftig …“

Unverzichtbar

CAN’T BUY A THRILL
ABC, 1972


Steely Dan waren vom Fleck weg die coolste Band Amerikas. Allein die ersten beiden Hit­singles aus ihrem Debütalbum bewiesen das: ›Do It Again‹ mit seinem Latin-Rhythmus und melodischem Glühen, das im Kontrast zum Text über einen Loser stand, den das Leben fertiggemacht hat. Ebenso ›Reelin‘ In The Years‹, eine fluffige Rock’n’Roll-Nummer mit einer Killer-Leadgitarre von Elliott Randall. Die jazzige Atmosphä­re, die in späteren Jahren zum Markenzeichen der Gruppe werden sollte, fehlte hier noch, aber an großartigen Songs herrschte keinerlei Mangel, vom funky-coolen ›Midnight Cruiser‹ bis zur Soulballade ›Dirty Work‹, wunderschön gesungen vom bald wieder rausgeworfenen David Palmer.

AJA
ABC, 1977


Es passt bestens, dass Ian Dury ein Fan von Steely Dan war, schließlich hatte er einen Song namens ›There Ain’t Half Been Some Clever Bastards‹. Aber Dury verstand AJA nicht nur auf der intellektuellen Ebene. „Es hat einen Sound, der dir das Herz aufgehen lässt“, sagte er. So sehr der Zynismus auch ein Teil ihres Images gewesen sein mag – eine passende Reflexion der Persön­lichkeiten von Fagen und Becker –, war dieses sechste Album doch die reinste Feel­good-Musik, eine schimmernde Synthese aus Softrock, Jazz, Funk und Pop. Am euphorisierendsten überhaupt war der US-Hit ›Peg‹, auf dem Doobie Brother Michael McDonald den Refrain vergoldete. Fagen und Becker hatten immer nach Perfektion gestrebt. Auf AJA wurden sie fündig.

Wunderbar

PRETZEL LOGIC
ABC, 1974

Steely Dan Pretzel Logic
Es war nicht nur ihr erstes Al­­bum, das die US-Top-10 erreichte. PRETZEL LOGIC war auch in anderer Hinsicht ein Game­changer. Nach­dem ihr Zweitling COUNT­DOWN TO ECSTASY gefloppt war, zogen Fagen und Becker alle Register und engagierten Spitzen-Sessionmusiker, etwa Schlagzeuger Jim Gordon. Fort­an waren Steely Dan keine Band im herkömmlichen Sinne mehr – es ging nur noch um Donald und Walter. ›Rikki Don’t Lose That Number‹ war ein perfekter Popsong und ihr größter Hit. Doch die Qualität steckte in jedem Track, vom sanften ›Any Major Dude Will Tell You‹ bis zum bluesigen Titelstück.

THE ROYAL SCAM
ABC, 1976

Steely Dan The Royal Scam
Donald Fagen hasste das Artwork, das ursprünglich für ein Album von Van Morrison in Auftrag gegeben wurde, das aber nie erschien. Doch die Musik darauf war grandios. ›Kid Charlemagne‹ glänzt mit einer seidigen Melodie und einem überragenden Gitarrensolo von Jazz-Fusion-Pionier Larry Carl­ton, während ›The Fez‹ so nonchalant wie funky ist. Doch das Highlight ist das reggae-beeinflusste ›Haitian Divorce‹ mit seinen wunderbaren ersten Zeilen: „Babs and Clean Willie were in love, they said/So in love the preacher’s face turned red“. THE ROYAL SCAM ist ein echter Dan-Klassiker.

GAUCHO
MCA, 1980

Steely Dan Gaucho
Keines ihrer Werke polarisierte mehr: Die „New York Times“ er­­kor es zum „besten Al­­bum von 1980“, der „Rolling Stone“ nannte es „die Art von Musik, die in Holiday-Inn-Loun­ges als Jazz durchgeht“. Die Wahrheit liegt dazwischen. GAUCHO ist ein Monument des penibel-obsessiven Exzesses, aufgenommen über zwei Jahre mit 42 Musi­kern. Dennoch ist es nicht perfekt: ›Glamour Profession‹ hat mehr Stil als Substanz. Aber das Titelstück ist hypnotisch und in ›Hey Nineteen‹ lässt Fa­­gen ei­­nen Anmachspruch wie Magie klingen: „The Cuervo Gold/The fine Colombian/Make tonight a wonderful thing“.

THE NIGHTFLY
WARNER, 1982

Donald Fagen The Nightfly
Fagens Solodebüt er­­schien ein Jahr nach dem Split von Steely Dan und war nicht weniger elegant und beschwingt als die besten Werke der Band. Seit­dem folgten drei weitere Platten von ihm, doch THE NIGHTFLY blieb sei­ne erfolgreichste und beste. Insgesamt klang es mo­­dern, doch die Texte erinnerten ans Vorstadt-Amerika aus Fa­­gens Jugend. Wärme trat an die Stelle von Steely Dans emotionaler Entfremdung. Mit einem Spitzenensemble (inkl. Jeff Por­caro) lieferte Fagen makellose Kunstwerke, von ›I.G.Y.‹ über ›New Fron­tier‹ bis zum Titel­stück. Auch ohne Becker war ihm ein Meisterwerk gelungen.

Anhörbar

COUNTDOWN TO ECSTASY
ABC, 1973

Steely Dan Countdown To Ecstasy
Auf ihrem zweiten Album ge­­lang Fagen und Becker ein echtes Kunststück. Einerseits war es rockiger als CAN’T BUY A THRILL, doch auch die Jazz-Einflüsse traten erstmals in den Vordergrund. Unter den Rock­nummern stachen ›Bodhisattva‹ mit seinem Boogie-Riff und ›Show Biz Kids‹ heraus, auf dem Rick Derringer Slide spielte. Doch selbst in diesen Stücken fanden sich Jazz-Nuancen. Eine Tendenz, die auch in den subtilen Texturen von ›Your Gold Teeth‹ und ›Ra­zor Boy‹ hörbar war. Dank Fagen als alleinigem Sänger war es ein starkes, kohärentes Album. Was fehlte, war ein Hit wie ›Do It Again‹.

KATY LIED
ABC, 1975

Steely Dan Katy Lied
Nach dem Erfolg von PRETZEL LOGIC war der Status der Band so gewachsen, dass diese Platte Gold in den USA erhielt, obwohl keine der beiden Singles wirklich ankam. ›Black Friday‹, ein breitbeiniger Rocker, kam nur auf Platz 37, das entspannte ›Bad Sneakers‹ schaffte es nicht mal in die Top 100. Dennoch ist KATY LIED ein Fan-Favorit. Hö­­hepunkte: ›Doctor Wu‹, ein Jazz-Stück so glatt wie Glas, und ›Your Gold Teeth II‹ mit einem Groove, der ins Schwarze trifft. Schlagzeuger Jeff Porcaro, der mit 20 schon zu den Besten der Zunft zählte, sorgte für den Swing, während Michael McDonald bei seinem Einstieg ein bisschen Soul einbrachte.

TWO AGAINST NATURE
GIANT, 2000

Steely Dan 2 Against Nature
Darauf hatte die Welt ge­­wartet: 20 Jahre waren vergangen, seitdem Fagen und Becker ein Steely-Dan-Album veröffentlicht hatten. Sieben Jahre zuvor hatten sie sich wieder zusammengetan, um auf Tour zu ge­­hen. Und doch machten sie auf TWO AGAINST NATURE einfach da weiter, wo sie 1980 mit GAUCHO aufgehört hatten. Schon beim Opener ›Gasligh­ting Abbie‹ war ihr klassischer Sound unverkennbar. So ging es auch weiter mit ›Cousin Du­­pree‹ und dem jazzig-verspielten ›West Of Holly­wood‹. In den USA gewann die Platte eine Million Käufer und vier Gram­mys. Triumphales Comeback!

Sonderbar

EVERYTHING MUST GO
REPRISE, 2003

Steely Dan Everything Must Go
Keine Platte von Steely Dan in 20 Jahren, dann zwei innerhalb von drei Jahren, dann wieder 13 Jahre Flaute. Für eine so unorthodoxe Band ergibt das irgendwie Sinn. Sollte dies wirklich ihr letztes Album sein, haben sie sich nicht unbedingt in Topform verabschiedet. EVERYTHING MUST GO ist nicht übel. Doch so viel handwerkliche Kunst und Detailliebe auch in dieser Musik und den Texten stecken mögen, gibt es hier keinen einzigen wirklich großartigen Song, keine genialen Popmomente wie in ihren einstigen Hits – nur das, was ein Kritiker spitz als „eine Stimmung gut betuchter Lange­weile“ bezeichnete.

Gewinnspiel: Vinyl und CDs von Holy Moly & The Crackers im Lostopf

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Kurz vor dem Tourstart von Holy Moly & The Crackers verlost CLASSIC ROCK deren jüngstes Album.

Das „Gypsy-Folk-Rock“-Sextett mit dem eigensinnigen Bandnamen Holy Moly & The Crackers kommt im März für einige Live-Shows nach Deutschland.

Grund genug, um unter allen Fans und Interessierten die jüngste Platte mit dem Titel SALEM der experimentierfreudigen Briten zu verlosen. Je drei mal auf Vinyl und fünf mal auf CD gibt es das gute Stück zu gewinnnen.

Jetzt teilnehmen:

[contact-form-7 id=“51516″ title=“Holy Moly & The Crackers Gewinnspiel“](Einsendeschluss ist der 05. März 2018)

Tourtermine von Holy Moly & The Crackers:

13.03. Köln, Blue Shell
14.03. Berlin, Maze
15.03. Weinheim, Café Central ABGESAGT!
16.03. Pfarrkirchen, Club Bogaloo ABGESAGT!
17.03. Bad Saulgau, Franziskaner

Video der Woche: Chuck und John performen, Yoko schreit

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Yoko Ono hat Geburtstag. Zur Feier des Tages gibt es die Künstlerin dabei zu sehen, wie sie ein ziemlich legendäres Duett mit ihren Schreien begleitet.

Das ‚Video der Woche‘ ist heute Yoko Ono gewidmet, schließlich feiert die Künstlerin und ehemalige Gattin von Beatle John Lennon heute ihren 85. Geburtstag.

Der ausgewählte Clip zeigt eine legendäre Performance von John Lennon und Chuck Berry, wie sie 1976 gemeinsam in der „The Michael Douglas Show“ die Hits ›Memphis, Tennessee‹ und ›Johnny B. Goode‹ performen.

Im Hintergrund reißt sich Yoko Ono das eigentlich zum Abnehmen ihres Bongospiels gedachte Mikrofon unter den Nagel und „untermalt“ die Songs mit deplatziert wirkenden Schreien. Ganz zur Überraschung von Chuck Berry, wie es seinem Gesichtsausdruck z.B. bei Minute 1:56 abzulesen ist.

Beim zweiten Song des Auftritts stellte der Techniker dann Yokos Mikrofon ab. Man sieht sie zwar singen, hört jedoch nichts.

Hier Chuck, John und Yoko sehen:

YOKO ONO – Die reine Leidenschaft

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Yoko Ono_OpenerAuf TAKE ME TO THE LAND OF HELL präsentiert sich John Lennons Witwe Yoko Ono unglaublich agil. Mit ihrer neu besetzten Plastic Ono Band spielt die inzwischen Fünfundachzigjährige eine lebhaft frische Musik zwischen Rock und Avantgarde, die viele junge Bands alt aussehen lässt. Diese Präsenz bestätigte sich dann auch im Interview.

Text: Olaf Maikopf

Warum heißt ihr neues Album TAKE ME TO THE LAND OF HELL?
Die Hölle ist ein Konzept, das wir für uns selbst geschaffen haben. Aber wenn wir wollen, können wir mit Liebe und Vertrauen auch alles zu etwas Schönem verändern. Ich möchte Menschen mit Leidenschaft und Liebe füreinander sehen, stattdessen sehe ich nur berechnende Menschen. Möglicherweise sparen sie ihre Leidenschaft für Geld und Ruhm auf. Das kommt, weil sie dem Herzen nicht genug Wichtigkeit in ihrem Leben einräumen. Denken sie daran, ihr Herz verdient es, eine reine Leidenschaft für einen anderen Menschen zu empfinden. John und ich waren damals von der Welt überrumpelt, aber mit unserer Liebe standen wir fest zueinander. Unsere Liebe wuchs weiter, mitten im Land der Sturmhölle, die viele Menschen für uns erschaffen hatten.

Ihr künstlerisches Oeuvre ist riesig, Sie sind in vielen Bereichen erfolgreich tätig und wurden mit Preisen überhäuft. Musik und Gesang waren immer auch ein Teil davon. Was interessiert Sie im Jahr 2013, im Alter von 80 Jahren, noch an Pop- und Rockmusik?
Musik und Poesie waren schon immer zwei Dinge, mit denen ich mich ausgedrückt habe, seit ich etwa vier Jahre alt war. Sie gehören zu mir wie das Atmen. Musik ist wahrscheinlich die einzige Schwinngung, die wir erschaffen, die von der Natur akzeptiert ist. Wir atmen Musik. In der Tat, ich glaube, es gibt viele Bäume und Tiere, die zu unserer Musik tanzen, auch konzeptionell. Musik ist gut für die Gesundheit aller Lebewesen.

Hat Ihre derzeitige große Energie vielleicht auch mit dem Blick auf das Alter und ein nicht endloses Leben zu tun? Lässt Aktivität den Menschen länger leben?
Auf jeden Fall! Aktivität ist die körperliche und geistige Übung. Ich fühle mich heute stärker und freier in meiner Arbeit als je zuvor. In einer nicht allzu fernen Zukunft werden wir vielleicht alle ein endloses Leben haben können – wenn wir es wählen.

Was ist Ihre erste Erinnerung an Musik?
Ich weiß, dass ich schon bevor meine Mutter mich im Alter von vier Jahren auf der Musik- schule Jiyu-Gakuen anmeldete, Musik im Kopf hatte. Es war eine ziemlich fortschrittliche Schule in Tokio. Sie sagte: „Wenn du Musik so gern magst, geh da hin.“ Dort lernten wir Harmonie, Noten und sogar etwas über westliche Musik. Eine sehr gute Ausbildung. Aber ich wollte nie die Stücke anderer singen, dafür war ich schon als Teenager zu ehrgeizig. Ich versuchte lieber, etwas Eigenes, Einzigartiges zu kreieren, das den Klang der Welt erweitert.

Kennen sie sich auch mit traditioneller japanischer Musik und europäischer Klassik aus?
Ich habe europäische Klassik durch meinen Vater kennengelernt. Er war ihr sehr zugetan und sogar ein großartiger Pianist. Aber sein Vater wollte, dass er Banker wird, und darum musste er es aufgeben. Meine Mutter jedoch bevorzugte die japanische Musik. Sie hat gesungen und war eine sehr traditionsbewusste Musikerin, konnte auch viele japanische Instrumente spielen. Somit hatte ich in meiner Kindheit beide Einflüsse.

Hören Sie noch Klassik?
Ich liebe klassische Musik, komme irgendwie nicht davon los. Als ich die Musik zu TAKE ME TO THE LAND OF HELL schrieb, dachte ich viel an deutsche Klassik, speziell Schubert. Mit seinen Liedern fingen damals meine Gesangsstunden an.

Sie kommen aus einem wohlhabenden Haus. Was waren ihre Eltern für Menschen?
Ich erlebte meine Mutter als eine sehr beschäftigte Person, die sich kaum um meine Erziehung kümmerte. Dafür gab es Hausangestellte. Darum war unser Verhältnis eher angespannt. Aber vielleicht genau deshalb wollte ich ihr als Kind immer gefallen. Später wollte ich dann die Art von Frau sein, die meinem Vater gefallen würde. Er meinte, Frauen müssen klug sein.

TAKE ME TO THE LAND OF HELL kulminiert Ideen, die Sie während der letzten zwei Jahre auch in Zusammenarbeit mit ihrem Sohn Sean entwickelten. Sind Sie mit dem Ergebnis zufrieden?
Ich bin aufgeregt, weil ich glaube, dass es mein bisher bestes Album ist. Ich bin so dankbar, dass die Arbeit daran ein wirklich gutes Resultat brachte. Ich wollte keine alten Sounds, die in der Vergangenheit ruhen, dafür befasste ich mich lieber mit neuen Ideen und frischen Klängen. Denn ich halte nichts davon, etwas Geringeres als das Beste zu kreieren. Was sollte sonst der Sinn und Zweck sein, etwas an die Öffentlichkeit zu bringen?

Auf dem Album singen Sie zu mitreißen- dem Avant-Pop, zu Soundexperimenten, Electro und Rockriffs eigene Texte über Idealismus, die Verhältnisse im heutigen New York, Vergänglichkeit, das Tanzen und über Gefühle. Gibt es ein Konzept?
Es geht um Ernsthaftigkeit, egal in welcher Situation man sich befindet. Es handelt auch von intensiver Leidenschaft zu einer anderen Person. Ich gehe dabei in Zeiten zurück, wo wir unsere Herzen öffneten. Heute öffnen wir Menschen unsere Herzen nicht mehr. Das glaube ich jedenfalls!

Vor langer Zeit wurde Ihre Kunst und Musik verhöhnt. Aber aus der einst ungeliebten Yoko Ono ist längst ein gefeierter Star geworden. Wie haben Sie das erreicht?
Ich bin einfach immer ich selbst. Es ist sehr praktisch, wenn man nicht versucht, jemand anderes zu sein, sondern zu sich steht. Dann fließt auch die Energie. Immer wenn ich eine kreative Arbeit beginne, erhalte ich dadurch die benötigte Energie. Wir alle brauchen Herausforderungen! Wenn wir die nicht haben, wird uns langweilig und wir werden Couch Potatoes. Es ist großartig, dass wir uns Aufgaben stellen können. Sie halten uns jung, gesund, aktiv. Und egal was ich tue, ich genieße alles, auch weil mir bewusst ist, dass ich der Welt immer noch etwas gebe.

Bereits im Eröffnungssong ›Moonbeams‹ singen Sie, wohin Ihre Reise geht: auf den Dancefloor eines kosmischen Clubs.
Tanzen ist ein Teil von mir und meinem Leben. Tanzen, Lachen und etwas Rhythmisches kreieren, das ist wichtig. Gute Musik ist der Jungbrunnen für uns alle. Dagegegen ist ein Marschrhythmus etwas sehr Trauriges. Denn wer marschiert, der kann auch erschossen werden.

Van Morrison – IN CONCERT

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Van Morrison In Concert

Kontrolle statt Überschwang.

Naturgemäß lässt’s Van Morrison heutzutage gemächlicher angehen als zu seinen Strum-und-Drang-Zeiten in den 60ern und 70ern. So auch bei seinem „In Concert“-Auftritt 2016 für die BBC in London. Der Fokus liegt auf Perfektion, Wohlklang und Kontrolle, bei den da­­mals neuen Songs ›Let It Rhyme‹, ›Keep Me Singing‹ und ›The Pen Is Mightier Than The Sword‹ ebenso wie bei den gar nicht so reichlich eingestreuten Klassikern wie ›Here Comes The Night‹ oder ›Brown Eyed Girl‹. Der einstige Über­schwang tritt zugunsten einer altmeisterlichen Gospel-Blues-Stimmung zurück. Orgel und Gitar­re dominieren, Bläser gibt’s vergleichsweise selten. Morrison, in Nadelstreifenanzug, Hut, blassrotem Schaltuch – die Fliegerbrille nimmt er die ganze Zeit nicht ab –, hält sich am Mikro fest, gibt streng den Takt vor und schnallt sich hin und wieder sein Saxofon um. Etwas gelöster ist der große Songschreiber-Barde im Bonus-Feature „Up On Cyprus Avenue“. Das zeigt die Show an seinem 70. Geburtstag auf einer Freiluftbühne in seiner Geburtsstadt Belfast. Morrison schäkert jetzt auch mal mit dem Publikum, musikalisch geht’s hier tendenziell mehr in Richtung keltischen Folk und Soul.

7/10

Van Morrison
IN CONCERT
Eagle Rock/Universal