Eagles-Gitarrist Joe Walsh und AC/DC-Sänger Brian Jonson machen gemeinsame Sache. Das hat Walsh jetzt auf Instagram verraten.
Was immer auch da auf uns zukommt, es dürfte spannend werden: Denn Joe Walsh, bekanntlich Gitarrist bei den Eagles, hat via Instagram ein Foto geteilt, auf dem er zusammen mit dem langjährigen AC/DC-Sänger Brian Johnson zu sehen ist.
Unter das Foto schrieb Walsh: „Great day making music with my old pal Brian today in london. We nailed it! Love ya man!“
Dekadenz, Überdruss, Melancholie: Das Duo aus Los Angeles verabschiedet sich von seinen überdrehten Auftritten und macht düsteren Westcoast-Pop mit viel Synthesizer.
Ein androgyner junger Mann mit wilden langen Haaren wirbelt manisch durch die Kulisse, er springt aufs Schlagzeugpult, singt atemlos, winkt ironisch-affektiert ins Publikum. Sein Name: Sam France. Der Schauplatz: die Late-Night-Show von David Letterman im Januar 2015, wo Foxygen ihre neue Single vorstellen (auf YouTube unter dem Titel: Foxygen – How Can You Really Live On David Letterman).
Sprung ins Jahr 2019: Ein immer noch junger Mann, die Haare kurz und adrett gescheitelt, stapft durch die Hügel von Kalifornien, er streift durch eine Villa in den Hollywood Hills, fährt durch das nächtliche Los Angeles, verzweifelt, und steht auf den Ruinen ehrwürdiger alter Häuser. Er wirkt irgendwie traurig und verloren, er klagt zu Streichern darüber, dass ein anderer seinen Act geklaut habe. Es ist natürlich wieder Sam France, zu sehen im Video zu ›Livin’ A Lie‹, der ersten Single des neuen Foxygen-Albums SEEING OTHER PEOPLE.
„Foxygen haben eine neue Stufe erreicht. Eine der Dekadenz, der Melancholie, des Überdrusses und der glamourösen Tristesse.“
Damit ist klar: Die Band hat, nachdem sie, wie sie selbst sagt, alle Rock’n’Roll-Klischees von Drogen, Exzentrik und Exzess durchlebt habe, eine neue Stufe erreicht. Eine der Dekadenz, der Melancholie, des Überdrusses und der glamourösen Tristesse. In seinen bisherigen fünf Alben tobte sich das 2005 von den damaligen Highschool-Kids Sam France (Sänger) und Jonathan Rado (Multi-Instrumentalist) gegründete Duo zwischen Lo-fi-Psychedelic, 60s-Pop, Avantgarde, Stones, Abba, Showbiz und Barock-Pop aus. Eklektisch nahmen die beiden alles, was ihnen in die Hände fiel, in ihre oft überdrehte Musik auf.
Die neuen Stücke klingen düster, wehmütig, manchmal gelangweilt. Sie sind von Synthesizer-Schlieren durchzogener Westcoast-Pop, der vom Schlussmachen erzählt, von Einsamkeit und davon, zu akzeptieren, wer man ist – und dass man nie so tanzen wird wie James Brown. France selbst nennt SEEING OTHER PEOPLE ein „Adult Contemporary Album“, ein „poliertes Yuppie-Pop-Meisterwerk“, das klinge, als „hätte Kanye West John Mellencamp produziert“ (zumindest was ›The Thing Is‹ betrifft, stimmt letzteres tatsächlich).
Der Schlusssong auf SEEING OTHER PEOPLE heißt ›Conclusion‹, „I think we should just be friends“, singt France da. Die Schlüsselworte für das Ende einer Beziehung. Dazu wurden Gerüchte gestreut, dieses sei das letzte Album der Band. Ist etwa alles aus?
Dass man bei Foxygen nie den Fehler machen sollte, alles zu ernst zu nehmen, macht ein zum Album veröffentlichter „Abschiedsbrief“ von France klar. Für ihn bedeute Abschied: „Abschied von den Drogen, von den Partys, Abschied von meinen Zwanzigern und meinem Saint-Laurent-Model-Körper.“ Und von einigen Sachen mehr. Das Theatralische, das Ironische, die Inszenierung, sie sind ein wesentlicher Teil der Band. Allzu große Sorgen sollte man sich nicht um sie machen. Die Frage ist eher: Was kommt als nächstes?
„Es wird gut sein“: Billy Gibbons hat verraten, dass er und Dave Grohl bei der nächsten Platte der Queens Of The Stone Age dabei sein werden.
Josh Homme war Kollaborationen noch nie abgeneigt: Ob nun mit Iggy Pop oder mit Jesse Hughes bei den Eagles of Death Metal.
Für das kommende Album seiner Stammband Queens Of The Stone Age hat sich Homme mit Dave Grohl und Billy Gibbons zusammengetan. Das zumindest hat Gibbons jetzt am Rand des Hellfest-Auftritts von ZZ Top gesagt.
„Vor einem Monat habe ich eine Platte mit den Queens Of The Stone Age gemacht“, so Gibbons. „Dave Grohl war auch dabei und er hat uns zu einem großen Barbecue eingeladen.“
Klingt nach Spaß – und das Ergebnis soll es in gar nicht allzu langer Zeit zu hören geben. Homme habe das Album fertiggestellt und wolle es an Halloween veröffentlichen, sagte der ZZ-Top-Sänger weiter. „Es wird gut sein.“
Eine offizielle Bestätigung von Homme selbst gibt es noch nicht, die eventuelle Neuerscheinung jedenfalls wäre das achte Studiowerk der Queens Of The Stone Age und das erste seit VILLAINS von 2017.
Am 19.06. machten Lynyrd Skynyrd gemeinsam mit ihrer Vorgruppe Blackberry Smoke in Frankfurt Halt, um im Zuge ihrer Abschiedstour ein wenig Südstaaten-Flair in die Messehalle zu bringen. Unser Fotograf war vor Ort und hat ein paar Impressionen ihrer letzten Show dort eingefangen.
Im Juli kommt Marky Ramone nach Deutschland. Das sollte man sich nicht entgehen lassen.
Zuerst trommelte Marc Bell Anfang der 70er in der wegweisenden Untergrund-Protometal-Gruppe Dust, dann klemmte er sich 1978 unter seinem neuen Pseudonym Marky Ramone hinter’s Schlagzeug bei der legendären Punk-Rock-Combo Ramones. Mit kürzeren Unterbrechungen spielte Marky bei den Ramones bis zu deren Auflösung im Jahr 1996.
In diesem Jahr wird er mit seiner Formation Marky Ramone’s Blitzkrieg, bei der unter anderem Greg Hetson von Bad Religion mitmischt, nach Deutschland kommen und seinem eigenen Vermächtnis huldigen, das er mit den Ramones geschaffen hat.
03.07. Hannover, Musikzentrum
05.07. Hamburg, Monkey’s Music Club
06.07. Berlin, Bi Nuu
07.07. Hünxe, Ruhrpott Rodeo
10.07. A – Mödling, Redbox
11.07. Regensburg, Alte Mälzerei
12.07. Wiesbaden, Schlachthof
18.07. Nürnberg, Z-Bau
19.07. Gaubitz, Back To The Future Festival
21.07. München, Free And Easy im Backstage
Am 11. Juli läuft „The Cure – Anniversary 1978-2018 Live in Hyde Park London“ einmalig in mehr als 150 deutschen Kinos. Wir verlosen zwei von der ganzen Band signierte Filmposter.
Im Juli 1978 spielten The Cure in einem Pub in Crawley, Sussex ihr allererstes Konzert – vor 65 Leuten. 40 Jahre später schaute das ganz anders aus: Da versammelten sich 65.000 Fans im Hyde Park in London, um mit den britischen Postpunk- und Rockikonen 40-jähriges Jubiläum zu feiern.
Am 11. Juli gibt es die Chance, dieses historische Ereignis erneut zu erleben: Denn dann läuft der Konzertfilm „The Cure – Anniversary 1978-2018 Live in Hyde Park London“ exklusiv in 150 Kinos in Deutschland.
Aufgezeichnet hat die Show ein alter Bekannter: Tim Pope. Der ist für zahlreiche Videos der Band verantwortlich und für den preisgekrönten Film „The Cure In Orange“ von 1986.
„Weder hat Robert je so gut gesungen, noch haben The Cure jemals leidenschaftlicher, tighter und mit mehr Power gespielt“, schwärmt Pope von der Jubiläumsshow. „Es war ein großartiger Tag, den keiner von uns je vergessen wird“, sagt Sänger Robert Smith.
Mehr Infos zu „The Cure – Anniversary 1978-2018 Live in Hyde Park London“, eine Liste der teilnehmenden Kinos und Tickets gibt es unter: thecure.film
Seht hier das Video zu Danzigs Klassiker ›Mother‹ …
Glenn Danzig wird heute 68 Jahre alt. Passend zu diesem Anlass blicken wir im ‚Video der Woche‘ zurück auf seinen größten Hit. 1988 veröffentlichte der „Evil Elvis“ sein Solo-Debüt, die Single ›Mother‹ bleibt bis heute sein größter Chart-Erfolg.
Das Original-Video zum Song wurde damals von MTV verschmäht, weil in der Schluss-Sequenz ein Huhn geopfert und mit seinem Blut ein umgedrehtes Kreuz auf den nackten Bauch einer Frau gezeichnet wird.
Auf dem Album FOREVER WORDS haben prominente Kollegen wie Kris Kristofferson, Elvis Costello und Chris Cornell aus neu entdeckten Texten der Country-Ikone komplette Songs gemacht. CLASSIC ROCK sprach mit John Carter Cash, dem Sohn von Johnny Cash und June Carter, über das Vermächtnis, die Liebe und den Glauben seines Vaters.
Wie ist es zu FOREVER WORDS gekommen?
Wenn ich die handgeschriebenen Texte meines Vaters las, habe ich immer Melodien dazu gehört. Nach seinem Tod fanden sich Tausende Seiten davon in seinem Büro. Es waren Liebesbriefe an meine Mutter dabei, Gedanken zur Bibel und eben diese Gedichte, diese Texte, die nie veröffentlicht worden waren. Wir stellten daraus schon vor ein paar Jahren das Buch „Forever Words“ zusammen. Denn ich finde, dass diese Worte seine Vielseitigkeit zeigen, seine glückliche, lachende Seite ebenso wie die Dunkelheit, die in seiner Natur lag, seine Kämpfe, seine Drogenprobleme auch. Aber das Wichtigste, was ich sah, war Hoffnung. Die Platte jetzt, die auf dem Buch basiert, beginnt mit einem Gedicht, das mein Vater am Ende seines Lebens schrieb, in seinen letzten Wochen. Kris Kristofferson liest es. Es heißt darin: „The trees that I planted are still young/The songs that I’ve written will still be sung.” Dass er so positiv dachte in großer Not, ist wunderbar. Jedenfalls: Das Album entstand, weil ich glaube, dass er diese Stücke mit den Leuten teilen wollte. Und es gab Musiker, die sich der Herausforderung stellten, daran teilzuhaben: Von seinen Freunden über Verwandte, seine Tochter (Rosanne Cash), seine Stieftochter (Carlene Carter), bis hin zu Künstlern, die ihn respektierten, liebten und sein Vermächtnis würdig fortsetzen wollten.
Hast du einige der Texte für FOREVER WORDS schon vor dem Tod deines Vaters gekannt oder waren sie auch für dich allesamt neu?
Ich erinnere mich, ›Spirit Rider‹ gesehen zu haben, und ›Goin’, Goin’, Gone‹, aber ich erinnere mich nicht an die Musik, die er vielleicht einmal dazu gespielt hat. Wenn es sie irgendwo gäbe, ich würde sie so gerne hören. Er ist nicht mehr hier, um sie zu singen, doch er lebt in den Worten selbst. Und die Spannbreite an Menschen, die er mit seinem Werk erreicht hat, ist einmalig. Vom Punk in den Straßen von Hamburg bis zum Bluegrass-Gospel-Fan im Süden der USA, alle könnten sich über ihren Lieblingssong von Johnny Cash unterhalten.
In ›The Walking Wounded‹, gesungen von deiner Halbschwester Rosanne Cash, geht es um Menschen, die heimatlos sind, die ihre Hoffnungen verloren zu haben scheinen. Ist damit eine bestimmte Gruppe von Leuten gemeint oder gehören wir potenziell alle zu diesen Verwundeten?
Der Song handelt vom posttraumatischen Stresssyndrom. Mein Vater schrieb ihn wahrscheinlich in den 70ern unter Bezug auf die amerikanischen Vietnamveteranen. Er fühlte sich ihnen verbunden, denn sie hatten Kämpfe und große Not erlebt. Er selbst hatte große Schmerzen damals, sein Kiefer war gebrochen, schon zuvor hatte er sich eine Kniescheibe gebrochen, dazu mehrere Rippen. Kurz: Er hatte chronische Schmerzen. Aber er versuchte zu verstehen, dass es da Menschen gab, die von größeren Schmerzen geplagt wurden als er, die viel schlimmere Narben ihrer Erlebnisse trugen. Am Ende des Stücks kommt dann heraus, dass wir alle Verwundete sind, dass wir alle die Lasten unserer Vergangenheit mit uns herumschleppen. Das Lied ist aber ebenso sehr das von Rosanne wie das meines Vaters. Ich glaube ihr, dass sie das ist, dass sie sich mit den Worten verbunden fühlt.
Zu den berührendsten Beiträgen des Albums gehört – vor dem Hintergrund seines Suizids – sicher der von Chris Cornell, mit Zeilen wie: „I know you feel the way I changed/But you can’t change the way I feel.“ Es ist, als hätte er das selbst geschrieben.
Chris und ich haben uns bei einem Johnny-Cash-Konzert in den 90ern kennen gelernt. Er war ein Riesenfan, er erzählte mir, mein Vater habe ihn mindestens genau so sehr beeinflusst wie jeder andere Künstler. Ich selbst bin mit Soundgarden aufgewachsen, als ich 19 war veränderte LOUDER THAN LOVE mein Leben. Es ist hart darüber zu reden, Mann. Ich verstand mich auf so vielen Ebenen mit Chris, er liebte die Musik meines Dads, beide sind wir als Kinder mit unseren Vätern auf Angelausflügen in Kanada gewesen. Als ich ihm den Text zu ›You Never Knew My Mind‹ gab, sagte ich, hey Mann, das ist heavy, aber ich denke, das passt zu dir. Darauf er: Jeder denkt ich bin so heavy! Darauf ich: Hey, du hast damit angefangen, ein Flanellhemd zu tragen. Du warst der erste, an den ich mich erinnere. Da musste er lachen. Wir waren Kameraden und Freunde, er war eine so höfliche, sanfte Person. Man kann in die Texte reinlesen, was man will: Ich verstehe Chris, ich höre sie auch so, wie du sie hörst, ich weiß, was sie meinem Vater bedeuteten, der 1967, als er das schrieb, seine Frau Vivian verlassen hatte. Auch Chris musste kämpfen, auch für ihn scheiterte eine Ehe. Mein Vater konnte von Hoffnungslosigkeit singen und schreiben und trotzdem mit Hoffnung im Herzen weitermachen. Das verband ihn mit Chris, der mit vollem Herzen dabei war. Das Stück ist so sehr mit seinem Leben verbunden, es war wie damals, als mein Dad zum ersten Mal ›Hurt‹ sang. Ich glaubte ihm, dass das seine eigenen Worte waren, weil er in seinem Leben einfach so fühlte.
›I’ll Still Love You‹ ist eine Liebeserklärung an deine Mutter June Carter. Elvis Costello interpretiert sie jetzt auf der neuen Platte…
Mein Vater und meine Mutter sangen früher ›Far Side Banks Of Jordan‹ zusammen, in dem es um die Liebe geht, die sie teilen werden, auch wenn sie die physische Welt verlassen haben werden. Er glaubte fest an diese Vision von Liebe über den Tod hinaus. Elvis war einer seiner Freunde, ich traf ihn erstmals in den 70ern in Nick Lowes Haus. Damals waren sie für mich nur eine Band, die großen Krach machte, ich wusste nicht, wer sie waren. Er hat ›I’ll Still Love You‹ jetzt auf sehr eigene und kunstvolle Weise aufgenommen, es ist wunderschön.
Ist es für dich eher ein Liebeslied oder ein religiöses Lied?
Ich würde es spirituell nennen. Das bedeutet für mich: eine Verbindung zur Wahrheit. Mein Vater trug das im Herzen. Religion ist von Menschen gemacht, Glaube und Verbindung zur Wahrheit sind etwas komplett anderes. Er war überzeugt, dass die Liebe, wenn sie stark genug ist, über den Tod hinaus bestehen kann, sogar die physische Liebe, die er zu meiner Mutter spürte.
Glaubte er an Gott?
Ich weiß nicht, ob er an den alten Mann oben in den Wolken glaubte…
…aber an ein Leben nach dem Tod und daran, dass man die Menschen, die man liebt, auf welche Weise auch immer, wieder treffen wird?
Ja, davon bin ich überzeugt.
Nun hatte dein Vater in seinem Leben auch traurige Phasen zu überstehen, er hatte Drogenprobleme, er verlor Menschen, die ihm nahe standen. Was hielt seinen Glauben stark?
Im Alten Testament gibt es das Buch Hiob. Und in diesem Buch werden Hiob all diese Dinge weggenommen, wie seine Familie und seine Gesundheit. Mein Vater wusste, dass das Theaterstück, in dem wir leben, ein unperfekter physischer Ort ist, aber er war überzeugt, genau wie Hiob, dass am Ende alles seinen Sinn hatte, dass alles der Ordnung Gottes gehorchte und dass es keine Rache, keine Wut, keine Verurteilung oder Verdammnis darin gab. Er glaubte an eine übergeordnete Instanz, aber nicht an einen Gott des Zorns, der deshalb all diese Dinge in sein Leben tragen würde, das Leid, die Kämpfe, die Sucht, den Verlust seines Bruders, den seiner Ehefrau, noch bevor er starb. Er war niemals wütend auf Gott, genau wie Hiob. Das ist der Punkt.