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Razzmattazz: ROCK OR DIE

Drin ist, was drauf steht

ROCK OR DIE ist so ein Titel, der schon vor dem ersten Durchhören eine gewisses Bild, eine gewisse Erwartungshaltung evoziert. In Kombination mit dem Coverartwork, welches das Bandlogo vor einer Wand aus Full Stacks präsentiert, spekuliert man natürlich sofort auf geradlinigen Hardrock und genau den bekommt man auf dem neuen Album der deutschen Razzmattazz auch serviert. Kernige Riffs, unaufgeregte, aber treibende Drums, raue Reibeisen-Vocals, hier und da ein paar rabaukige Chöre – die zehn neuen Songs haben viel AC/DC geatmet und lassen sich in diesem Spektrum irgendwo zwischen Krokus und Ohrenfeindt einordnen. ROCK OR DIE ist eine Platte ohne Firlefanz, Chichi und doppelten Boden: Drin ist, was drauf steht. Da gibt es keine unerwarteten Ausbrecher, kein plötzliches Prog-Interlude und zwar aus dem einfachen Grund, weil es das schlichtweg nicht braucht. Das hier ist handwerklich super gemachter, solider und breitbeiniger Hardrock wie er im Buche steht. Eingängig, auf die 12, mit viel Blues, etwas Boogie und einer Messerspitze Oldschool Metal drin.

7 von 10 Punkten

Razzmattazz
ROCK OR DIE
GOOD NIGHT MUSIC RECORDS

Creeping Jean: BUSINESS IS DEAD

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Schön und gut: Das zweite Album der Südküsten-Groover ist ein echter Knaller

Von den Sex Pistols bis zu den Small Faces gibt es eine ganze Reihe britischer Rockgruppen, die eng mit Klamottenläden verbunden sind. Die in Brighton ansässige Band (benannt nach einem Kinks-Song) ist die jüngste. Ihr Hauptquartier ist Mammoth, das Geschäft von Frontmann Oliver Tooze für Vintage-Kleidung in der Stadt. Es ist also keine Überraschung, dass der Rock der fünfköpfigen Band wie maßgeschneidert wirkt, mit muskulösen Anspielungen auf Franz Ferdinand, die Arctic Monkeys und Queens Of The Stone Age, die in den dichten Sturm von zackigen Riffs und schrillen Soli eingeflochten sind. Inmitten des Bombasts herrscht jedoch ein unheimliches Gefühl der Beunruhigung, und das nicht nur im Titelstück, in dem Tooze düster verkündet: „The boutique’s a graveyard“. Lasst euch nicht täuschen! Grübelnd, aber brillant, sind Creeping Jean immer noch im Geschäft. (Text: Paul Moody)

9 von 10 Punkten

Creeping Jean
BUSINESS IS DEAD
TOWNSEND



MC5: Neue Single ›Can’t Be Found‹

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Heute erscheint die neue Single ›Can’t Be Found‹ vom kommenden MC5-Album HEAVY LIFTING.

Am 18. Oktober erscheint HEAVY LIFTING, das neue Studioalbum von MC5. Es ist das erste Album in 53 Jahren, das unter dem Banner MC5 erscheint und gleichzeitig eine posthume Würdigung seines Schöpfers und Gründungsmitglieds Wayne Kramer, der leider im Februar 2024 von uns ging.

12 der 13 Songs hat Kramer zusammen mit Sänger und Songwriter Brad Brooks aus Oakland geschrieben, produziert wurde das Album von Bob Ezrin, der auch regelmäßig für Größen wie Alice Cooper oder Deep Purple arbeitet. Kramer ist an Gesang und Gitarre zu hören. HEAVY LIFTING erscheint einen Tag, bevor MC5 in die Rock And Roll Hall Of Fame aufgenommen werden und dort den „Musical Excellence Award“ erhalten.

HEAVY LIFTING präsentiert eine All-Star-Besetzung von Kramers Freunden und musikalischen Kollegen, darunter Slash, Tom Morello, William DuVall (Alice in Chains), Vernon Reid (Living Colour), Don Was und Tim McIlrath (Rise Against). Heute erscheint die neue Single ›Can’t Be Found‹ feat. Dennis Thompson und Vernon Reid.

Wacken 2024: So sah der erste Tag aus

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Vom 31. Juli bis 03. August findet wieder das legendäre Wacken-Festival in Schleswig-Holstein statt. Unser Fotograf Markus Werner ist vor Ort und hält die Festivaltage für euch in Bildern fest. Am Mittwoch waren u.a. Suzi Quatro, The Darkness, In Extremo, Girlschool, Flogging Molly, The Warning und Tina Guo auf den Bühnen des Festivals zu sehen.

Flashback: „The Concert for Bangladesh“ findet statt

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Heute im Jahr 1971 fand unter der Leitung von George Harrison das Konzert für Bangladesch in New York statt.

Am 1. August 1971 fand das Konzert für Bangladesch statt. Die zwei Shows am selben Tag wurden von Ex-Beatle George Harrison und Ravi Shankar, einem berühmten indischen Sitar-Spieler, organisiert. Die Benefiz-Veranstaltung fand im Madison Square Garden in New York statt und sollte die Flüchtenden aus Bangladesch, die wegen des Bangladesch-Krieges ihre Heimat verlassen mussten, unterstützen.

Durch den Verkauf der Konzerttickets allein konnten 250.000 Dollar eingenommen werden, die an UNICEF gespendet wurden. Ein Live-Album sowie ein Doku-Film über das Event wurden wenig später veröffentlicht. Neben den beiden Organisatoren waren auch Eric Clapton, Bob Dylan, Leon Russell oder Klaus Voormann mit von der Partie. Eric Clapton war zu dieser Zeit schwer heroinabhängig und brach später während des Konzerts aus der Bühne zusammen.

The Sheepdogs: Neue Single ›Darlin‘ Baby‹

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The Sheepdogs haben heute mit ›Darlin‘ Baby‹ einen neuen, bittersüßen Sommersong veröffentlicht.

Mit ›Darlin‘ Baby‹ haben die kanadischen Retrokönige von den Sheepdogs eine neue Single veröffentlicht, deren verträumter Sommervibe einen subtilen Kontrast zu den Herzschmerz-Lyrics zeichnet. Frontmann Ewan Currie hat die Nummer in einer schwierigen Phase seines Lebens geschrieben, wie er den britischen CLASSIC ROCKern gegenüber verriet.

„Ich habe ein paar schwere Zeiten im Leben durchgemacht und war eine Zeit lang einfach verschwunden. Ich flog nach Miami und fand mich schließlich in den Florida Keys wieder. Es war eine sehr seltsame Reise. Ich lief ganz allein im Paradies herum, fühlte mich beschissen, trank Light-Bier und Mescal und hörte Country aus den 80ern und 90ern: Alan Jackson, die Hits von Brooks and Dunn und der Nitty Gritty Dirt Band, so etwas in der Art. Irgendwann zog ich meine Socken an, kam zurück nach Kanada und fing an, ein paar Songs zu schreiben. ›Darlin‘ Baby‹ war das erste, was ich geschrieben habe.“

Weiter führt er aus: „Spirituell gesehen denke ich, dass es etwas mit ›Now That I’ve Found You‹ von den Foundations gemeinsam hat, das verdammt peppig ist, aber sehr traurig, wenn man den Text wirklich beachtet. Als ich den Song gesungen habe, hatte ich die Vorstellung, dass „die Eagles nach Margaritaville“ fahren. Ich war damals fasziniert von Jimmy Buffet und seinem Lebensstil, der sich um das Chillen im Paradies drehte und den er in ein Multi-Millionen-Dollar-Imperium verwandelte. Mein Witz war: „Ich liebe alles an Jimmy Buffet, außer die Musik“. Also habe ich etwas von seinem chilligen Vibe aufgegriffen, aber versucht, etwas zu schreiben, das ein bisschen mehr Herz hat. Ich denke, es spiegelt wirklich meine traurige Zeit, ganz allein im Paradies, wider.“

Hört hier ›Darlin‘ Baby‹ von The Sheepdogs:

Im Herbst kann man The Sheepdogs hier live erleben:

13.11.2024 München, Strom
14.11.2024 Dresden, Beatpol
15.11.2024 Berlin, Frannz
17.11.2024 Hamburg, Bahnhof Pauli
26.11.2024 Köln, Luxor

Bruce Dickinson: Neues Video zu ›Resurrection Men‹

Zur Single ›Resurrection Men‹ von seinem Soloalbum THE MANDRAKE PROJECT hat Bruce Dickinson jetzt ein Video veröffentlicht.

Im März 2024 hat Bruce Dickinson, Sänger von Iron Maiden, sein Soloalbum THE MANDRAKE PROJECT veröffentlicht. Anschließend ging der Künstler damit auf Tour und beendete seine Konzertreihe am 21. Juli in Griechenland. Jetzt gibt es ein neues Video zur Single ›Resurrection Men‹ zu sehen, das Dickinson als Dankeschön für seine Fans bezeichnet.

„Die Tournee war eine der besten überhaupt“, so Dickinson. „Die Band war hatte Bock und war jeden Abend so bei der Sache, dass es eine Freude war! Die Reaktionen des Publikums auf alte und neue Songs waren einfach überwältigend, und ich kann es kaum erwarten, wieder auf Tour zu gehen! Das Video ist mein Dankeschön an alle, die uns auf Festivals, in Clubs, Theatern und Arenen gesehen haben. Wer sagt denn, dass ein Metal-Publikum kein Theremin, Bongos oder eine ‚Dick Dale-eske Surfer-Gitarren zu schätzen weiß? Meines jedenfalls tut das!“

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Blues Pills: Wie neu geboren

In den letzten Jahren war ein wenig Sand im Getriebe der Blues Pills. Doch seit die schwedische Band sich auf ihre Wurzeln und Leidenschaft zurückbesinnt hat, fühlen sich die Pills wie neu geboren. Diesen Zustand feiern sie auf ihrem gelungenen vierten Album BIRTHDAY. Sängerin Elin Larsson und Gitarrist Zack Anderson erklären im Interview, wie die neue Platte zustande kam und wie Elins Schwangerschaft deren Entstehung positiv beeinflusst hat.

Wie erging es euch in den vier Jahren zwischen HOLY MOLY und BIRTHDAY?

E: HOLY MOLY konnten wir aufgrund der Pandemie gar nicht promoten. Durch diese Pause und der damit zusammenhängenden Reflexion kam es bei uns zu einer Art Wiedergeburt, uns wurde klar, was wichtig ist im Leben. Wir holten ein paar Konzerte nach und haben schließlich angefangen, an diesem neuen Album zu arbeiten. Als wir 2022 mit Airbourne tourten, hatten wir schon einige Songs geschrieben und fertig aufgenommen.

Was ist denn wichtig im Leben?

E: Bei HOLY MOLY gingen wir durch eine schwierige Zeit. Wir betrieben viel Aufwand für diese Platte, Mitglieder verließen die Band und wir konnten die Aufnahmen nicht genießen, weil unser Fokus auf dem ganzen Bullshit drumherum lag. HOLY MOLY war eher eine Therapiesitzung. Danach kam die Pandemie, wir saßen zuhause – da fiel uns erst wieder auf, wie viel Spaß uns Musik macht und warum wir uns für sie entschieden haben. Wir fanden zurück zu unseren Wurzeln und haben uns wieder in unsere Band verliebt.

Wann in diesem Prozess hast du von deiner Schwangerschaft erfahren?

E: Das war, als ich von der Tour mit Airbourne zurückkam, hatte aber nichts mit Airbourne zu tun. (lacht) Die letzten Songs von diesem Album nahmen wir um den Geburtstermin herum auf. Ich war 16 Tage drüber und sang hochschwanger ein. Das war sehr intensiv, man kann ja fast nicht mehr atmen. Bei einem Song meinte Zack: „Hier sollten wir ein Vocal-Solo reinmachen“ und ich dachte mir nur: „Verarscht du mich?“ (lacht)

Was hat deine Schwangerschaft mit der Band gemacht?

E: Mir war meine Schwangerschaft wichtiger als das Album, was gut war, weil man dazu neigt, solche Angelegenheiten komplett zu zerdenken. Manchmal kritisiert man sich selbst am meisten und das konnte ich einfach loslassen. Ich war im Hier und Jetzt, wir hatten Spaß! Wenn wir mit einem Song nicht weiterkamen, schrieben wir einfach einen Neuen. Wir waren richtig im Flow, keine Ahnung, ob das an der Schwangerschaft lag. (lacht)

Es gibt nicht viele Artworks, auf denen schwangere Frauen zu sehen sind. Wie habt ihr die Reaktionen darauf erlebt?

Z: Bis auf wenige Ausnahmen sehr positiv!

E: Es ist ein Fakt, dass Frauen es oft schwerer haben. Ich war halt schwanger und musste arbeiten, wir hatten dieses Album fertigzustellen. Mir ist es wichtig, all das zu normalisieren, deswegen wollten wir diese Fotos auch machen, als ich einen Babybauch hatte. Ich finde, durch die Schwangerschaft gehen zu dürfen, hat etwas Göttliches an sich. Für mich war es der richtige Weg, das zu zeigen, denn das ist nun mal, was passierte. Wir arbeiteten an einer Platte und ich wurde schwanger. Ich kann rocken und schwanger sein. Ich kann ein Rockstar und eine Mutter sein.

Definitiv! Ich bin froh, dass es keine blöden Reaktionen gab. Ich erinnere mich noch an die sexistischen Kommentare zu eurem Song Proud Woman.

Z: Ich denke, diese Fans haben wir inzwischen verloren und das ist auch gut so.

Zack, wie ist es für dich, zu sehen, wie Elin es als Frau im Rock’n’Roll oft echt schwer hat?

Z: Das rückt die Dinge in Perspektive. Wir sind schon lange in dieser Band, da bekommt man vieles mit. Ich war auch schon nur mit Männern in einer Band und es fällt wirklich auf, dass Frauen doppelt so hart beurteilt werden. Ein Mädchen muss fünfmal so gut singen wie ein Typ, sonst ist sie scheiße, während Typen sich auf eine Bühne stellen und schrecklich singen dürfen, ohne dass sich jemand großartig beschwert. Frauen in der Rock-Szene müssen besser als alle Männer sein, sonst zollen ihnen die Leute keinen Respekt.

Apropos. Der Titeltrack klingt fröhlich, ist aber eine Abrechnung. Mit wem genau?

E: (lacht) Wir waren auf Tour und wollten meinen Geburtstag groß in einem Restaurant in Mexico feiern, doch ein Kellner dort hat mich sexuell belästigt und der ganze Geburtstag war völlig im Arsch. Mir ist wichtig, zu betonen, dass es um dieses eine Arschloch im Speziellen geht. Wir fuhren heim und schrieben einen Song darüber.

Wie ist das wunderschöne Top Of The Sky entstanden?

Z: Eine Youtube-Doku hat mich dazu inspiriert. Es ging um einen Influencer, der auf hohe Gebäude kletterte und sich dabei filmte. Eines Tages stürzte er ab und starb. Das hat mich zum Nachdenken gebracht. Es ließ mich auf Social Media blicken, auf unsere Smartphone-Abhängigkeit. Darauf, wie die Menschen Likes nachjagen. Es ist schon eine harte Perspektive, wenn jemand etwas für seine Follower tut und dabei stirbt. Wenn man den Song hört, denkt man vielleicht erst, dass es sich um ein Liebeslied handelt, doch eigentlich bettelt das erzählende Ich um Anerkennung.

E: Ein Spiegel für unsere oberflächliche Gesellschaft. Soundtechnisch sollte ›Top Of The Sky‹ sehr luftig klingen, ein wenig nach Bowie.

Ihr seid seit 12 Jahren in dieser Band. Wie hat sich eure Beziehung über die Jahre entwickelt?

E: Ich hatte schon immer sehr viel Respekt vor Zack, auch wenn wir unsere Meinungsverschiedenheiten hatten. Es gab auch mal Drama, wir konzentrierten uns nicht auf die Musik, sondern auf das falsche Umfeld, die falschen Leute. Doch der Respekt ist immer geblieben und seit wir uns kennengelernt haben, ist er als Person gewachsen. Er ist einer meiner besten Freunde. Auch wenn es die Band irgendwann nicht mehr geben sollte, werden wir befreundet sein.

Z: Wir haben alles zusammen durchgemacht, was man durchmachen kann. Das hat unsere Beziehung nur gestärkt.

Was lässt eure künstlerische Flamme weiterhin brennen?

Z: Es wird immer unendlich viel Musik zu entdecken geben, die einen inspiriert. Für mich ist es wichtig, mich selbst weiter zu pushen. Einen besseren Song als letztes Mal zu schreiben, mein Instrument besser zu spielen. Das hält mich am Laufen.

E: Es ist wichtig, interessiert zu bleiben. Am Instrument oder auch an meiner Stimme. Ich glaube nicht, dass ich schon die beste Version meiner selbst bin, was Gesang und Performance betrifft. Wir sind heute viel offener als früher, das ist sehr inspirierend. Die Aufnahmen zu BIRTHDAY waren ein tolles Erlebnis. Es macht einen großen Unterschied, ob dein Umfeld dir Energie raubt oder spendet.