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Randy Rhoads: „Reflections of a Guitar Icon“ erscheint

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Heute erscheint eine neue Dokumentation über Randy Rhoads. „Reflections of a Guitar Icon“ erzählt die Geschichte von Rhoads Karriere, von seinen frühen Anfängen bei Quiet Riot über seine fulminante Zusammenarbeit mit Ozzy Osbourne bis hin zu dem tragischen 19. März 1982, als der Wundergitarrist mit nur 25 Jahren bei einem Flugzeugunfall ums Leben kam.

Die Doku mischt Archivmaterial mit neuen Interviews. Es wurde mit Ozzy Osbourne, Eddie Van Halen, Frankie Banali, Kevin DuBrow, Joel Hoekstra, George Lynch, Gary Moore, Rudy Sarzo, Dweezel Zappa und mit Rhoads Mutter Delore gesprochen. Den Film gibt es jetzt als DVD, Blu-ray und Download-to-Own.

Billy Idol: THE CAGE EP im September

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Am 23. September veröffentlicht Billy Idol seine neue EP namens THE CAGE, den Nachfolger zu THE ROADSIDE EP aus dem Jahr 2021. Den treibenden Titeltrack der kommenden Scheibe hat Idol gerade eben inklusive energiegeladenem Video veröffentlicht:

Die 4-Track-EP wurde in den America Studios und MDDN Studios in Los Angeles aufgenommen und enthält Produktionsbeiträge von English, Zakk Cervini (Blink 182, Machine Gun Kelly) und Butch Walker (Green Day, Weezer).

Woodstock: 50 Fakten, die ihr noch nicht darüber wusstet – Teil 1

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Am Wochenende des 15. August 1969 pilgerten fast eine halbe Million Amerikaner zur Farm von Max Yasgur in Bethel, New York. Diese dreitägige „Aquarian Exposition“ war die Woodstock Music and Art Fair. Am Montag, den 18. August, zogen sie dann alle wieder nach Hause, nachdem sie sich von Jimi Hendrix, The Who, Santana, Janis Joplin, Creedence Clearwater Revival, Crosby, Stills, Nash & Young, Sly and the Family Stone und weiteren in den Bann hatten ziehen lassen. Es war das ultimative Love-in der Gegenkultur dieser Dekade. Ereignisse wie Hendrix’ bastardisierte Interpretation der US-Nationalhymne oder The Whos ›See Me, Feel Me‹ just zum Sonnenaufgang des dritten Tages wurden zu Legenden der Rockgeschichte. Doch wie viel wisst ihr wirklich über Woodstock ’69?

01 Woodstock wurde von vier Männern gesponsort – John Roberts, Joel Rosenman, Artie Kornfeld und Michael Lang – und kostete letztlendlich mehr als 2,4 Millionen Dollar. Der Älteste von ihnen war 26.

02 John Roberts war der Erbe eines Drogerie- und Zahnpasta-Magnaten und bezahlte das Ereignis über einen Multi-Millionen-Dollar-Treuhandfonds und einen Leutnantssold der Armee. Er hatte überhaupt erst ein einziges Rockkonzert in seinem Leben besucht: The Beach Boys.

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Woodstock war ursprünglich als profitorientiertes Unterfangen geplant. Es wurde erst zu einem kostenlosen Event, als klar wurde, das hunderttausende Menschen mehr kommen würden, als die Veranstalter geplant hatten. Jegliche Organisation wurde schließlich aufgegeben, als Horden verzweifelter Fans ohne Eintrittskarten den Zaun einrissen.

04 Die Karten kosteten 6 bzw. 8 Dollar pro Tag (Vorverkauf/vor Ort) oder 18 bzw. 24 Dollar für alle drei Tage.

05 Die Vorbereitungen dauerten sechs Monate. Es wurden geschätzt 50.000 Dollar gezahlt, um 240 Hektar von Max Yasgurs Land zu mieten.

06 1969 verriet Yasgur dem „Life Magazine“ Details seines Deals mit Veranstalter Lang. „Falls irgendwas schiefgehen sollte, würde ich ihm einen Crew Cut verpassen. Falls alles planmäßig ablaufen sollte, würde ich mir die Haare wachsen lassen. Ich denke, er hat die Wette gewonnen, aber ich bin so kahl, dass ich meine Wettschuld nie werde begleichen können.“

07 Yasgur (dessen rechte Hand nur drei Finger zählte) hatte an der Universität von New York Immobilienrecht studiert, bevor er in den 40er Jahren zurück auf den Familienhof zog. Zur Zeit von Woodstock war er der größte Milchproduzent in Sullivan County.

08 Das berühmte Woodstock-Logo von Arnold Skolnick zeigte eine Taube, die auf dem Hals einer blau-grünen Cartoon-Gitarre sitzt, doch ursprünglich war das eine Katzendrossel auf einer Flöte. Skolnick war ein großer Jazzfan.

09 Am 7. August fand ein „Aufwärmfestival“ auf der Hauptbühne statt, während diese noch aufgebaut wurde. Die Rockband Quill aus Boston, die auch beim echten Festival spielte, eröffnete den Tag.

10 Die Tonanlage wurde von Ingenieur Bill Hanley entworfen, einem Klang­innovator und stolzem Preisträger des prestigeträchtigen Parnelli Award. Er baute spezielle Lautsprechersäulen auf den Hügeln auf sowie 16 Lautsprecheranlagen auf einer quadratischen Plattform, die auf 21 Meter hohen Türmen bis zum Hügel reichte. „Das war auf 150.000 bis 200.000 Menschen ausgerichtet“, erinnerte er sich. „Aber dann kamen 500.000.“

11 Die Edelmarke Altec entwarf bis zu 15 Kabinett-Lautsprecher aus wasserfestem Sperrholz, je eine halbe Tonne schwer, 1,80 Meter hoch, 1,20 Meter tief und einen knappen Meter breit. In jeden Woofer passten vier 15-Zoll-Lautsprecher. Die Hochtöner bestanden aus vier 2-Cell- und zwei 10-Cell-Altec-Horns. Dieses Soundsystem wurde als „The Woodstock Bins“ bekannt.

12 Um mit den nie dagewesenen Menschenmassen fertigzuwerden, wurden 346 Polizisten aus New York, die eigentlich gerade nicht im Dienst waren, für je 50 Dollar pro Tag eingestellt, ebenso wie 100 örtliche Sheriffs, mehrere hundert State Trooper und Deputies aus zwölf Counties.

13 Die durchschnittliche Wartezeit, um einen Anruf zu tätigen, betrug zwei Stunden. Allein am ersten Tag fanden mehr als 500.000 Ferngespräche statt.

14 Der Stau auf der wichtigsten Straße zum Gelände war 27 km lang. Die „Washington Post“ bezeichnete diese Hippie-Karawane als „den geduldigsten Verkehrsstau“, den die Catskill Mountains je erlebt hatten. Zunächst war man von 60.000 Besuchern ausgegangen, aber mehr als 400.000 kamen tatsächlich zum Festival, während weitere 250.000 es nie erreichten.

15 Angesichts des enormen Verkehrsaufkommens dauerte die Fahrt der knapp 160 Kilometer von New York nach Bethel unfassbare acht Stunden. Die Festivalbesucher ließen ihre Autos schließlich scharenweise stehen und liefen durchschnittlich 24 Kilometer, um das Gelände zu erreichen.

16 Neben Medikamenten und 50 Ärzten wurden 600 kg Essen allein per Hubschrauber eingeflogen. Am ersten Tag wurden über 500.000 Hamburger und Hotdogs zum Stückpreis von einem Dollar verzehrt.

17 Die Frauengruppe des jüdischen Gemeindezentrums von Monticello war auf jeden Notfall vorbereitet und lieferte 30.000 Sandwiches für die Besucher. Verteilt wurden sie von Nonnen des Klosters St. Thomas.

18 Ein Laib Brot kostete 1969 20 Cent, ein Liter Benzin 8 Cent und ein neues Auto etwa 2.000 Dollar. Das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen in den USA lag damals bei 6.500 Dollar im Jahr, ein neues Haus dagegen schlug mit 40.000 Dollar zu Buche.

19 Der Mindestlohn für die Arbeiter auf dem Festival­gelände betrug magere 1,60 Dollar pro Stunde. Santana bekam dagegen (ausgehend von seinem 45-minütigen Auftritt) umgerechnet 2.000 Dollar.

20 LSD und Meskalin konnte man für 4 Dollar kaufen. Geschätzt mehr als 400 Besucher nahmen das berüchtigte „brown acid“ (der legendäre Radio-DJ Wavy Gravy hatte auf der Bühne vor „schlechten Trips“ gewarnt). Insgesamt 33 Menschen wurden wegen diverser Drogendelikte verhaftet.

21 Ein Teenager hatte vermutlich die größte Menge LSD in Woodstock vorrätig. Dieses LSD löste jedoch viele unangenehme Trips aus. Die „Washington Post“ stellte fest, dass „die Droge unter Marktpreis zu haben war… und das LSD tatsächlich Strychnin oder Rattengift enthielt.“

In Memoriam: Aretha Franklin

Heute im Jahr 2018 ist eine der ganz Großen von uns gegangen.

Sie war die erste Frau, die in die „Rock And Roll Hall Of Fame“ einzog. Gleichzeitig setzte sie sich für die afroamerikanische Bürgerrechtsbewegung und Frauenrechte ein. Franklin war 1942 geboren und verdiente sich ihren Titel als „Queen Of Soul“ in ihrer über fünfzigjährigen Karriere.

Mit 18 begann sie diesen Weg als professionelle Sängerin, nachdem sie als Kind bereits in der Kirche, in der ihr Vater arbeitete, im Gospelchor gesungen hatte. Es dauerte jedoch einige Jahre, bevor sie schließlich bei Atlantic Records ab 1966 kommerziellen Erfolg hatte.

Ihr Song ›Respect‹ wurde zu einer Hymne für die Bürgerrechtsbewegung. Bekannt ist sie nicht nur für ihr Engagement und ihre zahlreichen Alben, sondern auch aus dem Film „Blues Brothers“. Sie gilt als die einflussreichste Sängerin der 1960er Jahre und gewann während ihrer Karriere zahlreiche Preise und Auszeichnungen.

2018 verstarb sie an einem Bachspeicheldrüsentumor. Ihre Autobiografie „Respect“ wurde verfilmt und erschien 2021. Unter denen, die sie auf ihrem Sterbebett besuchten, war auch Stevie Wonder. Aretha Franklin sang unter anderem auch bei der Amtseinführung von Barack Obama im Jahr 2008, sowie hier zu sehen im Jahr 2015:

Werkschau: Unser Album-Guide zu Elvis Presley

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elvis presley 1968Wir suchen uns die Highlights in der Karriere des hüftwackelnden, Eltern provozierenden ehemaligen Lkw-Fahrers heraus, der zum unangefochtenen König des Rock‘n‘Roll avancierte und heute 85 Jahre alt geworden wäre.

Unverzichtbar

FROM ELVIS IN MEMPHIS (1969)

elvis memphis
Dieses Country-Soul-Meister­werk entstand in den American Sound Studios in Elvis‘ Heimatstadt gemeinsam mit den Memphis Boys, einer Band aus Session-Cracks, zu der auch der geniale Bassist Tommy Cogbill und Gitarrist Reggie Young zählten. Zunächst waren sie skeptisch ob des Superstars in ihrer Mitte, doch sein Charisma und sein Wille, hart zu arbeiten, überzeugten sie schließlich. Fakt war, dass Elvis einen Erfolg dieser Sessions dringend be­­nötigte, also gab er absolut alles auf Tracks wie ›Wearin‘ That Loved On Look‹, ›Long Black Limousine‹, ›In The Ghetto‹ und zwei Singles, die nicht aufs Album kamen: ›Suspicious Minds‹ und ›Kentucky Rain‹, beide auf der 2009er Reissue enthalten.

THE COMPLETE ‘68 COMEBACK SPECIAL: THE 40TH ANNIVERSARY EDITION (2008)

elvis complete
Eigentlich hieß diese TV-Sendung, die im Dezem­ber 1968 auf NBC ausgestrahlt wurde, schlicht „Elvis“, doch durch den Schub, den sie seiner damals stagnierenden Karriere gab, wurde sie als „The ‘68 Comeback Spe­cial“ bekannt. Wie er in einem hautengen schwarzen Leder­anzug ›Tiger Man‹ singt, ist dabei nur eines der Highlights. Elvis behauptet hier, auf dem Laufenden mit den neuesten Trends zu sein, und zeigt den Hippies dann mit einer atemberaubenden Darbietung von ›If I Can Dream‹, wie man es richtig macht. Die Stellen, an denen er mit seinen alten Kumpels Scotty Moore und Bill Black herumalbert und jammt, sind natürlich ebenfalls Gold wert.

Wunderbar

THE SUN SESSIONS (1976)

elvis sun
Ob wahr oder nicht: Die Legen­de, dass Sun-Besitzer Sam Phillips einen weißen Jungen suchte, der singen konnte wie ein Schwarzer, trug böse Früch­te, als Südstaaten-Rassisten Elvis als degenerierten „Neger­freund“ bezeichneten. Sogar Frank Sinatra gab seinen Senf da­­zu und tat ihn als „vulgären Einfaltspinsel“ ab. Während der KKK Presleys Tod wollte, fuhren die Kids nur so ab auf explosiven Rockabilly wie ›That‘s All Right‹, ›Blue Moon Of Ken­tucky‹ und ›Mystery Train‹, befeuert von Elvis‘ Rhythmus­gitarre, dem Country-Jazz-Picking von Scotty Moore und Bill Blacks Bass.

ELVIS PRESLEY (1956)

elvis presley
Sein RCA-Debüt hatte nicht nur musikalisch einen großen Einfluss – The Clash bedienten sich 1979 für LONDON CAL­LING auch ungeniert beim Art­work. Tatsächlich handelt es sich hier um eine Sammlung von RCA-Tracks und übrigge­bliebenem Material von Sun. Die legendären Version­en von Carl Perkins‘ ›Blue Suede Shoes‹, Little Richards ›Tutti Frutti‹ und Ray Charles‘ ›I Got A Woman‹ fügen sich nahtlos an Sun-Aufnahmen wie ›Just Because‹ und ›Blue Moon‹. Das Publikum merkte nichts und kaufte die Platte sowohl in den USA als auch in Groß­britannien auf Platz 1.

ELVIS‘ GOLDEN RECORDS (1958)

elvis golden
Es gibt Hunderte Elvis-Samp­ler, dennoch ist eine seiner besten Hit-Sammlungen ausgerechnet seine erste. ELVIS‘ GOL­DEN RECORDS ist die erste Rock‘n‘Roll-Compila­tion überhaupt – und makellos. Hier finden sich alle Songs, die John und Paul, Mick‘n‘Keef oder Page & Plant dazu brachten, Rockstars sein zu wollen: ›Hound Dog‹, ›Heartbreak Hotel‹, ›Jailhouse Rock‹, ›All Shook Up‹. Dazu gibt es die kariös überzuckerte Ballade ›Love Me‹, die Elvis-Fan – und zeitweise sein Schwiegersohn – Nicolas Cage in „Wild At Heart“ zum Besten gab.

ELVIS COUNTRY (I‘M 10,000 YEARS OLD) (1971)

elvis country
Auch wenn er in dem Moment, als er im Sun Studio über die Schwelle trat, den Niedergang des Country in Gang setzte, er­­wies er mit diesem weniger bekannten Konzeptalbum den Künstlern und Kunstformen, die ihn als Kind berührt hatten, seine Reverenz. Die Neuinter­pre­­tation von Jerry Lee Lewis‘ ›Whole Lotta Shakin‘‹ ist grandios, doch es ist vor allem die warmherzige Fassung von Willie Nel­sons ›Funny How Time Slips Away‹, die die Repeat-Taste verschleißen lässt. Kom­mer­ziell kein großer Erfolg, doch eine Rückkehr zu Elvis‘ Wurzeln.

Anhörbar

ALOHA FROM HAWAII VIA SATELLITE (1973)

elvis hawaii
Entgegen der Meinung Unwis­sender veröffentlichte Elvis in den 70ern einige seiner besten Platten – niemand beherrschte selbstironische, brustkorbklopfende Rocknummern wie ›Burning Love‹ und ›A Big Hunk O‘ Love‹ besser als er. Daneben plündert er auch seinen Backkatalog mit ›Suspi­cious Minds‹, ›Hound Dog‹ und ›Blue Suede Shoes‹ und erweist den Beatles mit ›So­­me­­thing‹ die Ehre. Am herausragendsten ist jedoch zweifellos ›An American Trilogy‹, eine zu Tränen rührende, tief empfundene Liebes­erklärung an die Südstaaten.

ELVIS (1956)

elvis
Der Nachfolger seines RCA-Debüts beinhaltet eine seiner schrägsten Cover-Version­en. Nur Elvis konnte soviel Pathos aus Red Foleys ›Old Shep‹ wringen, der herzerweichenden Geschichte über einen Köter. Es war der erste Song, den Elvis live gespielt hatte – bei einem Talentwettbewerb im Alter von zehn Jahren. Wer jetzt denkt, „ich kaufe mir doch kein Album mit einem Trauer­lied auf einen Hund“, wird mit Freuden hören, dass sich hier auch einige der besten frühen Rocknummern des King finden, u.a. ›Rip It Up‹, ›Paralyzed‹ und eine stürmische Dar­bietung von Little Richards ›Long Tall Sally‹.

ELVIS‘ CHRISTMAS ALBUM (1957)

elvis christmas
Dieses Festmahl war eine Überraschung für ein Amerika, das von kreisenden Hüften im Fernsehen und deren anschließender Zensur gespalten worden war. Die empörten Eltern wussten eben nicht, dass er ein strenggläubiger Christ und unverhohlenes Muttersöhn­chen war, was er auf seiner aufrichtigen Interpretation des Gospelsongs ›(There‘ll Be) Peace In The Valley (For Me)‹ bewies. Eine schöne Version von ›White Christmas‹ findet sich hier ebenso, doch die meisten werden vor allem seine tolle Fassung des melancholischen Klassikers ›Blue Christmas‹ kennen.

Sonderbar

FUN IN ACAPULCO (1963)

elvis fun in acapulco
Selbst die treuesten Elvis-Fans werden zugeben, dass die meisten seiner Filme scheiße sind. Dabei hatte seine Schau­spielkarriere halbwegs viel­­­­­­­versprechend mit „Gold aus heißer Kehle“ (1957), „Mein Leben ist der Rhythmus“ (1958) und „Café Europa“ (1960) begonnen. Doch im Lauf der 60er wurde er darauf re­­duziert, Flachsinn à la ›(There‘s) No Room To Rhum­ba In A Sports Car‹ auf Zellu­lo­idmüll wie „Acapulco“ zu singen. Dabei ist dieser Sound­track nicht mal sein schlechtester. Wir haben ihn ausgesucht, weil er Elvis in einer müden Phase zeigt, während die Beat­les schon zum Angriff bliesen.

Wucan: Krautig und wunderbar kauzig

Wucan in eine plakativ beschriftete Retro-Rock-Schublade zu packen, wäre zu einfach. Zwar versprüht die Band einen deutlichen Vintage-Vibe, beruft sich jedoch im Gegensatz zu vielen ihrer Kollegen nicht nur auf eine angelsächsische Musiktradition, sondern sieht sich selbst auch im Kraut- und Ostrock verwurzelt. Auf ihrer neuen LP erweitern die Dresdener um Frontfrau und Multiinstrumentalistin Francis ihren Stil erneut und präsentieren mit HERETIC TONGUES ein spannendes, facettenreiches und vor allem wunderbar kauziges Album, das aus der Masse hervorsticht.

Francis, es war länger ruhig um euch. Was hat die Pandemie mit Wucan gemacht?

Die Pandemie hat uns in die Hände gespielt, um uns künstlerisch, inhaltlich und soundtechnisch neu zu orientieren. Wir haben uns auf die Suche gemacht nach der Musik, die wir wirklich spielen wollen.

Weil ihr das Gefühl hattet, es fehlt etwas?

REAP THE STORM war ein schwieriges Album. Das Label hatte zu große Erwartungen an uns, die wir nicht erfüllen konnten. Wir auch, doch waren wir in unserem künstlerischen Reifeprozess noch nicht so weit. Deswegen haben wir uns kritisch mit uns selbst auseinander gesetzt, nicht zwingend, weil etwas gefehlt hat. Die Elemente, die wir auf den anderen Alben hatten, sind auch jetzt noch vorhanden. Wir haben nur weiter an Songwriting, Arrangement und Sound gearbeitet. Ein bisschen wie ein Bildhauer, der hier und da noch etwas abträgt. Und das hat ewig gedauert, weil wir uns ständig gefragt haben: ‚Holt uns das ab?‘ Man ist ja nicht nur Musiker, sondern auch Fan.

Sieht man da vor lauter Bäumen den Wald noch, wenn man so viel Zeit investiert?

Jein. 2020 war für uns ein introspektives Jahr, weil wir die Pandemie sehr ernst genommen haben. 2021 wohnte ich dann quasi im Studio, da steckt man schon sehr tief drin. Als es bei den Aufnahmen an die Detailarbeit ging, musste ich zwischendurch echt mal um den Block gehen, um etwas Abstand zu gewinnen. Fertig war dann alles im November 2021.

Wie fühlte es sich an, das Baby nach so langer Zeit abzugeben?

Einerseits ist da große Erleichterung, weil wir etwas geschaffen haben, das uns sehr gut repräsentiert. Auf der anderen Seite denke ich, dass das wieder nur ein Ausschnitt von uns ist. Nach dem Motto: Was wir machen, ist ein Blockbuster, aber das ist der Werbevorspann. (lacht) Ich könnte schon wieder neue Songs schreiben.

Was hat dich während der Entstehung des Albums besonders beschäftigt?

Vor allem meine private Situation, ich singe viel über zwischenmenschliche Beziehungen. Und die Corona-bedingte Introspektive. In ›Physical Boundaries‹ zum Beispiel geht es darum, dass sich Menschen nur bis zu einem gewissen Punkt nahe kommen können. Irgendwo beginnt man selbst und die andere Person endet. Das sind so Überlegungen von mir. ›Fette Deutsche‹ hingegen beschäftigt sich sozialkritisch mit der Situation in Sachsen, vor allem mit den Vorkommnissen von 2018 in Chemnitz. Philipp hat an dem Text mitgearbeitet. Wir kommen fast alle aus Haushalten, die durch Rechtsextremismus oder Querdenker tangiert wurden.

Ihr habt euch für ein Cover von ›Zwischen Liebe und Zorn‹ entschieden. Warum?

Renft und Ostrock begleiten uns schon ne Weile. In der öffentlichen Wahrnehmung kommt Ostrock viel zu kurz. Renft waren eine Band, die wirklich was bewegen hätten können. Aber kein Sack kennt die. Dabei ist das so ne wunderbare Musik. Das Cover steht exemplarisch für die ganzen anderen tollen Bands, die niemand mehr hört. Selbst Krautrock ist für viele ein Buch mit sieben Siegeln und das finde ich schade.

Video der Woche: Crosby, Stills, Nash & Young mit ›Almost Cut My Hair‹

David Crosby wird heute 81 Jahre alt. Zur Feier des Tages blicken wir deshalb auf das Jahr 1974 zurück und eine Performance des Songs ›Almost Cut My Hair‹ vom 1970 erschienenen Album DÉ JÀ VU von Crosby, Stills, Nash And Young.

Im Video dieser Woche spielen David Crosby, Stephen Stills, Graham Nash und Neil Young das von Crosby geschriebene und gesungene Lied live. Das Stück behandelt die Frage, ob man als Teil einer Gegenkultur (wie beispielsweise der Hippies) seine Haarpracht auf eine praktische Länge kürzen oder sie lang als Zeichen der Rebellion tragen sollte.

Flashback: Moscow Music Peace Festival

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Am 12. und 13. August 1989 fand das „Moscow Music Peace Festival“ statt, eines der legendärsten Rock-Events aller Zeiten.

Zurück geht das „Moscow Music Peace Festival“, gerne auch „Woodstock der UdSSR“ genannt, auf Doc McGhee. Der frühere Manager der Scorpions, Mötley Crüe und Skid Row war bei faulen Geschäften im Droggenschmuggel erwischt worden. Statt eine mehrjährige Haftstrafe abzusitzen, zahlte er einen Haufen Geld und verpflichtete sich, eine Anti-Drogen-Kampagne zu organisieren. Von einem ehemaligen schwarzen Schaf wäre eine solche Lektion erfolgreicher als von staatlicher Seite, so die Hoffnung.

McGhee zog das Ganze im großen Stil auf: Vermarktet wurde das Event als das russische Woodstock und selbstverständlich gab es auch eine Fernsehübertragung. Die Gewinne gingen an die Make A Difference Foundation. Für den Manager war die Möglichkeit, seine Schützlinge bestmöglich unterzubringen, perfekt. Neben Skid Row, Mötley Crüe und den Scorpions traten auch Ozzy Osbourne, Cinderella und Bon Jovi auf.

Da die Scorpions zu diesem Zeitpunkt die bekannteste Band der westlichen Welt waren, gebührte ihnen der Platz vor dem Headliner und Kassenbrecher Bon Jovi. Das gefiel weder Mötley Crüe, noch Ozzy Osbourne. Letzterer war schon auf dem Weg zurück zum Flughafen, entschied sich schlussendlich jedoch, trotzdem aufzutreten.

Nicht ganz so versöhnlich betrachtete Tommy Lee die ganze Sache. Da McGhee auch Bon Jovi managte und sich Mötley Crüe zum einen klar von „den Posern“ abheben wollten und sie sich vernachlässigt fühlten, war die Stimmung schon zuvor angespannt. Als Bon Jovi dann noch Pyrotechnik nutzten, entgegegn McGhees Versicherung, dies würde nicht geschehen, platzte dem Drummer der Kragen. Er schlug den Manager und teilte ihm mit, er könne „die Chipmunks managen“. Auf einen gemeinsamen Flug zurück in die USA verzichtete die Band.

Doch neben den Streitigkeiten ist das „Woodstock der UdSSR“ auch dafür bekannt, Klaus Meine zu ›Wind Of Change‹ inspiriert zu haben, dem Song, der schließlich zur Hymne der Wiedervereinigung in Deutschland werden sollte.