Flashback: Moscow Music Peace Festival

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Flashback: Moscow Music Peace Festival

Am 12. und 13. August 1989 fand das “Moscow Music Peace Festival” statt, eines der legendärsten Rock-Events aller Zeiten.

Zurück geht das “Moscow Music Peace Festival”, gerne auch „Woodstock der UdSSR“ genannt, auf Doc McGhee. Der frühere Manager der Scorpions, Mötley Crüe und Skid Row war bei faulen Geschäften im Droggenschmuggel erwischt worden. Statt eine mehrjährige Haftstrafe abzusitzen, zahlte er einen Haufen Geld und verpflichtete sich, eine Anti-Drogen-Kampagne zu organisieren. Von einem ehemaligen schwarzen Schaf wäre eine solche Lektion erfolgreicher als von staatlicher Seite, so die Hoffnung.

McGhee zog das Ganze im großen Stil auf: Vermarktet wurde das Event als das russische Woodstock und selbstverständlich gab es auch eine Fernsehübertragung. Die Gewinne gingen an die Make A Difference Foundation. Für den Manager war die Möglichkeit, seine Schützlinge bestmöglich unterzubringen, perfekt. Neben Skid Row, Mötley Crüe und den Scorpions traten auch Ozzy Osbourne, Cinderella und Bon Jovi auf.

Da die Scorpions zu diesem Zeitpunkt die bekannteste Band der westlichen Welt waren, gebührte ihnen der Platz vor dem Headliner und Kassenbrecher Bon Jovi. Das gefiel weder Mötley Crüe, noch Ozzy Osbourne. Letzterer war schon auf dem Weg zurück zum Flughafen, entschied sich schlussendlich jedoch, trotzdem aufzutreten.

Nicht ganz so versöhnlich betrachtete Tommy Lee die ganze Sache. Da McGhee auch Bon Jovi managte und sich Mötley Crüe zum einen klar von „den Posern“ abheben wollten und sie sich vernachlässigt fühlten, war die Stimmung schon zuvor angespannt. Als Bon Jovi dann noch Pyrotechnik nutzten, entgegegn McGhees Versicherung, dies würde nicht geschehen, platzte dem Drummer der Kragen. Er schlug den Manager und teilte ihm mit, er könne „die Chipmunks managen“. Auf einen gemeinsamen Flug zurück in die USA verzichtete die Band.

Doch neben den Streitigkeiten ist das „Woodstock der UdSSR“ auch dafür bekannt, Klaus Meine zu ›Wind Of Change‹ inspiriert zu haben, dem Song, der schließlich zur Hymne der Wiedervereinigung in Deutschland werden sollte.

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