Die britischstämmige fünfköpfige Gruppe The Heavy Heavy legte im Jahr 2019 los. Ende 2020 verzauberten sie mit ihrer ersten EP LIFE AND LIFE ONLY dank einer lebhaften Mischung aus Jefferson Airplane, The Band und The Mamas & The Papas. Auftritte beim Newport Folk Festival und bei „Jimmy Kimmel Live!“ folgten, ebenso Engagements als Vorgruppe für Black Pumas und Band of Horses. Auf ihrem ersten Album, für das sich The Heavy Heavy in ihr eigenes Studio in Brighton zurückzogen, fokussieren sie sich eher auf britische Einflüsse, wie die Stones der frühen 70s und frühe Fleetwood Mac (den Einsatz von Reverb auf den Gitarren scheint man sich bei Peter Green abgeschaut zu haben). Außerdem hört man hochkarätig arrangierte Cello-Passagen, Pedal-Steel-Gitarren, ein hypnotisches Mellotron auf ›Lemonade‹ und herrlich frenetische Over-the-Top-Vocals, etwa bei ›Dirt‹. Der folkige Anteil geht nun eher Richtung Delaney & Bonnie, vielleicht sogar Fleet Foxes. Ein bisschen Kula-Shaker-artigen 90s-Britpop (die lässig-satten Schlagzeug-Beats) bietet die Gruppe ebenfalls, zum Beispiel bei ›Feel‹. The Heavy Heavy sind also nicht in den 60s verhaftet, sehr lässig! (Philipp Opitz)
John Corabi ist zurück und veredelt neue Hardrock-Kracher
Klar war der Release mit Glenn Hughes am Mikro gut und eigen. Irgendwie passt John Corabi aber doch besser zum Sound der Dead Daisies. Sein Gesang ist weniger exaltiert und am Limit wie der von Hughes, nicht zuletzt dank seiner musikalischen Vergangenheit in Bands wie The Scream und Mötley Crüe klingt er dagegen eher dirty und gritty. Sein schmutziges Timbre harmoniert jedenfalls perfekt mit einem Kracher wie ›I Wanna Be Your Bitch‹. Sehr cool auch das folgende ›I Wanna Ride‹ mit seinen pointierten, punktgenauen, beinahe AC/DC-artigen Riffs. Wiederum gefolgt von dem grantigen Groover ›Back To Zero‹. Treibend und catchy ist auch ›Take A Long Ride‹. Eingeläutet wird das Energiespektakel mit dem dynamischen Titelsong. Es passiert viel auf den insgesamt zehn harten Tracks, aber eben glücklicherweise nicht zu viel – man kommt immer auf den (Power-)Punkt. Die Gruppe scheint jedenfalls wieder eine echte Einheit zu sein. Ist natürlich nur so ein ganz persönliches Gefühl, aber auf Gefühle kommt es beim Rock doch schließlich an.
Die Scorps müssen ihre September-Shows absagen, weil Matthias Jabs sich an Finger und Ferse verletzt hat.
Am 22. August haben die Scorpions ihre anstehenden Deutschland-Tourtermine im September abgesagt. Grund hierfür war eine Verletzung von Gitarrist Matthias Jabs. Jetzt wendet sich Jabs mit einer persönlichen Nachricht an seine Fans, die auf der Homepage der Scorpions und auf den Social-Media-Kanälen der Band geteilt wurde.
„Liebe Fans und Freunde,
wie ihr vielleicht schon gehört habt, bin ich in unserem gemieteten Ferienhaus auf Sylt die Treppe (16 Stufen) hinunter gefallen. Dabei habe ich mir die Ferse gebrochen und den kleinen Finger 2x gebrochen. Mittlerweile bin ich in Hamburg von 2 Spezialisten erfolgreich operiert worden und kann Dank der Top-Leistung der Ärzte positiv in die Zukunft schauen. Ich werde von meiner Seite aus alles für eine schnelle Genesung tun, um bald wieder mit meiner Gitarre auf der Bühne zu stehen. Es tut mir leid, dass die Konzerte im September nicht stattfinden können, aber ich bin zuversichtlich, dass wir uns bald wieder sehen.
KK’s Priest um Gitarrist KK Downing haben den Titeltrack ihres neuen Albums THE SINNDER RIDES AGAIN mit Video veröffentlicht.
Vergangenen Samstag startete die Tour von KK’s Priest – um die beiden ex-Judas Priest Mitglieder K.K. Downing (Gitarre) und Tim „Ripper“ Owens (Gesang) – und Accept im legendären Whiskey A Go Go in Los Angeles. Zur Feier des Tourauftakts haben KK’s Priest heute ein brandneues Musikvideo zum Titeltrack ihres aktuellen Albums, THE SINNER RIDES AGAIN, veröffentlicht.
THE SINNER RIDES AGAIN ist das zweite Album von KK Downing und Konsorten, es markiert den Nachfolger zum Debüt SERMONS OF THE SINNER. Beide Platten präsentieren klassischen Oldschool-Metal und wandern deutlich hörbar auf den Spuren von KK Downings Judas-Priest-Erbe.
Auf Social Media teilte Brian May von Queen mit, dass er vor kurzem einen Schlaganfall hatte. Jedoch gehe es ihm jetzt wieder gut.
Vor kurzem erlitt Brian May von Queen einen „kleinen“ Schlaganfall, wie er selbst auf Social Media mitteilte. Nach einem ersten Schock und einer anfänglichen Taubheit im Arm, informierte May seine Fans darüber, dass es ihm gut gehe und er wieder Gitarre spielen könne.
In einer Videobotschaft erzählt er: „Ich bin hier, um euch zuallererst eine gute Nachricht zu überbringen, denke ich. Die gute Nachricht ist, dass ich nach den Ereignissen der letzten paar Tage wieder Gitarre spielen kann. Ich sage das, weil ich Zweifel hatte, denn das kleine gesundheitliche Problem, das ich erwähnte, passierte vor etwa einer Woche – sie nannten es einen kleinen Schlaganfall. Und plötzlich, aus heiterem Himmel, hatte ich keine Kontrolle mehr über diesen Arm. Das war schon ein bisschen beängstigend, muss ich sagen.“
Außerdem erklärt May, warum er die Öffentlichkeit damals nicht sofort über die Situation informieren wollte: „Ich wollte damals nichts sagen, weil ich nicht wollte, dass irgendetwas davon abhängt. Ich will wirklich kein Mitleid. Bitte spart euch das, denn es würde meinen Posteingang verstopfen, und das hasse ich. Die gute Nachricht ist, dass es mir gut geht.“
Den Katalog seiner Band Pink Floyd würde David Gilmour ab liebsten verkaufen. Nicht unbedingt des Geldes wegen …
… sondern vor allem, um endlich Ruhe zu haben. In einem jüngsten Interview mit dem Rolling Stone erklärte er, dass der Verkauf des Katalogs von Pink Floyd immer mal wieder diskutiert würde. Gerüchten zufolge wurden der Band 500 Millionen Dollar angeboten, doch für Gilmour stehen andere Argumente im Vordergrund.
„Mein Traum ist es, die Entscheidungsfindung und die Streitereien loszuwerden, die damit verbunden sind, die Band am Laufen zu halten“, erklärte der Musiker in Anspielung auf die ständigen Streitereien, die er mit seinem ehemaligen Bandkollegen Roger Waters austragen muss. „Ich bin aus finanzieller Sicht nicht an [einem Katalogverkauf] interessiert. Ich bin nur daran interessiert, um aus dem Dreck herauszukommen, in dem das alls seit geraumer Zeit (steckt).“
Er gibt auch einen Hinweis darauf, dass Roger Waters es ist, der sich gegen einen Verkauf ausspricht: „Das funktioniert nach einem Vetosystem. Man könnte sagen, dass drei Personen Ja sagen, aber eine Person Nein sagt.“
Gehetzt von selbsternannten Hütern der unverdorbenen Jugend, verfolgt von religiösen Gruppen und angeschossen, hätten W.A.S.P. aufgeben können. Doch nach 40 Jahren „sind wir immer noch hier“, wie Bandboss Blackie Lawless sagt. „Und ich bin mir sicher, dass einige Leute darüber nicht sehr glücklich sind.
Blackie Lawless wusste, dass die Dinge aus dem Ruder gelaufen waren, als jemand versuchte, ihn zu töten. Es war 1985 und das Mastermind hinter den kontroversen Schockrockern W.A.S.P. war Amerikas neuester Lieblings-Buhmann. Warum die puritanische Rechte so großen Anstoß an Lawless und seiner Band nahm, ist nicht wirklich klar. Vielleicht lag es daran, dass ihr Name angeblich für „we are sexual perverts“ stand. Oder dass ihre erste Single ›Animal (Fuck Like A Beast)‹ eine lechzende Ode an den Sex war, auf deren Cover Lawless’ Schritt in Nahaufnahme zu sehen ist, bedeckt von einem lächerlichen Kreissägen-Lenden-schurz.
Es könnten aber auch ihre berüchtigten Konzerte gewesen sein, bei denen Oben-ohne-Models an Gerüste gefesselt waren und der Frontmann rohes Fleisch ins Publikum warf. Aber wer weiß … Doch zurück zu diesem angeblichen Mordversuch. Lawless hatte damals ein Haus in den Hollywood Hills, umgeben von Büschen und Gestrüpp. An jenem Tag schlenderte er mit seinen 1,94 nach draußen und sah 30 oder 40 Meter entfernt irgendeinen Typen, der ihn beobachtete. Als er bemerkte, dass Blackie ihn gesehen hatte, sprang er ins Gebüsch. „Seltsam“, dachte sich Blackie, als er in einen 1967er Jaguar E-Type stieg, den ihm seine Verrufenheit gekauft hatte, und ihn anließ, um ins Studio zu fahren, wo W.A.S.P. gerade ihr zweites Album THE LAST COMMAND aufnahmen.
Als er auf den Freeway fuhr, wurde es jedoch brenzlig. Als die Tachonadel 55 Meilen [88 km/h] erreichte, löste sich eines seiner Vorderräder und rollte vor ihm weg. Der Wagen begann, über alle vier Spuren zu schleudern, und während Lawless mit dem Lenkrad kämpfte, sah er im Rückspiegel, dass ein Schwerlastwagen auf ihn zu donnerte. „Das war’s“, dachte er, „genau hier werde ich sterben.“ Doch das tat er nicht. Er trat auf die Bremse, der Trucker trat auf die Bremse, überall war Rauch, und nach ein paar panischen Sekunden kam der Jaguar zum Stillstand, ebenso wie – wundersamerweise – der Lkw.
Der Abstand zwischen den beiden betrug nur wenige Meter. Als Blackie Lawless den Wagen dann in eine Werkstatt zu einem Mechaniker brachte, den er kannte, servierte der ihm die schockierende Nachricht : „Die Räder wurden sabotiert. Du solltest tot sein“. Heute, fast vier Jahrzehnte später, blickt Lawless entspannt auf diesen vermutlichen Anschlag auf sein Leben zurück: „Ich würde sagen, die meisten Fans sahen das, was wir machten, als radikal. Vielleicht zehn Prozent erkannten den Humor darin. Doch die ältere Generation betrachtete uns als etwas absolut Gefährliches und fand, dass man uns aufhalten musste.“
Doch nicht nur mörderische Religionsfanatiker missverstanden W.A.S.P. Die ganze Welt versteht sie seit über 40 Jahren nicht wirklich. Klar, in ihrer frühen Fleisch-und-Lendenschurz-Inkarnation stellten sie das Paradebeispiel für Donner und Verdammnis des 80er-Metal dar – ein aufgedrehtes Marvel-Comic-Update von Alice Coopers clever subversivem Schockrock aus dem Jahrzehnt zuvor. Doch W.A.S.P. waren viel mehr als die blutgetränkten Rüpel, als die sie schon so lange dargestellt werden. Sie konnten sich dumm stellen, wenn sie mussten – Hits wie ›Wild Child‹, die Rednecks provozierende Trinkhymne ›Blind In Texas‹ sowie ›Mean Man‹ sind breitbeinige 80s-Metal-Knaller, denen das Hirn aus der Hose hängt.
Doch sich dumm stellen und dumm sein, sind zwei paar Schuhe. Mötley Crüe, die Herzallerliebsten, standen an der Spitze im Medaillenspiegel der Trottelolympiade des Heavy Metal. W.A.S.P. hingegen waren die cleverste dumme Band des Planeten. Beweisstück A zu ihrer Verteidigung: ihre Musik. Die Singstimme von Lawless mag klingen, als würde er sich zum Frühstück Schmirgelpapier-Smoothies reinkippen, doch er wuchs mit den Beatles und The Who auf und deren melodisches Genie hört man auch in den besten Songs seiner Gruppe.
„Ich habe oft gesagt, dass W.A.S.P. im Wesentlichen eine elektrische Version der Everly Brothers sind“, was gar nicht so lächerlich ist, wie es klingen mag. „Unsere Sachen basieren auf diesen zweiteiligen Harmonien. Bis heute kannst du dir unsere Platten anhören und alles ist harmoniebasiert.“ Beweisstück B: Lawless selbst. Wie bei Arthur Brown, Alice Cooper oder allen anderen, denen ein Revolverblatt jemals den Begriff „Schockrocker“ vor ihren Namen geschoben hat, steht eine scharfe Intelligenz hinter dem ganzen Brimborium. Und Lawless war klug genug, um zu wissen, wann die Zeit gekommen war, das hinter sich zu lassen: Er stieß seine Kritiker vor den Kopf, als er 1989 das äußerst erwachsene, (fast) schockfreie THE HEADLESS CHILDREN veröffentlichte, ein Album, das nach wie vor als eines der großen unbesungenen Meisterwerke aus jener Ära gelten darf.
Und doch verblichen Ruf und Ruhm von W.A.S.P. nach den 80ern. Sie wurden nie so groß wie Mötley Crüe, geschweige denn Guns N’ Roses, eine Band, auf die sie zweifellos viele unschuldige Ohren vorbereitet hatten. Doch im Gegensatz zu diesen beiden Gruppen machten sie weiter mehr oder weniger regelmäßig großartige Platten – DOMINATOR von 2007 oder GOLGOTHA von 2015 konnten den Oldschool-Klassikern wie dem selbstbetitelten Debüt von 1984 oder dessen Nachfolger THE LAST COMMAND absolut das Wasser reichen. „Wir sind immer noch hier“, so Lawless. „Und ich bin mir sicher, dass einige Leute darüber nicht glücklich sind.“
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In einem jüngsten Podcast-Interview erklärt Iron-Maiden-Chef Steve Harris, welche Ratschläge er Newcomern im Musikbusiness mit auf den Weg geben würde.
Während eines Interviews im Rahmen des Podcasts „Scards and Guitars“ erklärte Iron-Maiden-Bassist Steve Harris, wie wichtig es für Musikschaffende sei, ihren eigenen Sound zu finden, anstatt einem speziellen Vorbild nachzueifern.
„Nun, ich sage den Leuten einfach, hört euch so viele Leute wie möglich an und versucht nicht, euch an einer Person zu orientieren. Viele sagen zu mir: ‚Oh, ich will genau so spielen wie…‘ Das sollte man nicht tun. Du solltest einfach vielen verschiedenen Leuten zuhören, und irgendwann wirst du hoffentlich deinen eigenen Stil und Sound finden, sonst wird man nur sagen: ‚Oh, du klingst wie jemand anderes.’“
Zum Thema Songwriting erklärt Harris: „Das klingt sehr grundlegend, aber man sollte sich nicht zu sehr bemühen, sich nicht zu wiederholen. Man schreibt einfach mit Gefühl und schreibt das, was man zu diesem Zeitpunkt für das Beste hält“. Er fährt fort: „Es ist schwierig. Es ist schwer zu erklären, denke ich, für jeden, der vielleicht noch keinen Song geschrieben hat oder vielleicht nur ein oder zwei Songs. Ich meine, offensichtlich gibt es Maiden schon sehr lange, und all die verschiedenen Erfahrungen, die man macht, und alles, all das fließt in deine Grenzen ein, wie du schreibst und wo du gerade bist.“