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Start Blog Seite 155

Red Hot Chili Peppers: BLOOD SUGAR SEX MAGIK

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Anfangs wusste Anthony Kiedis nicht, ob er wirklich für BLOOD SUGAR SEX MAGIK mit dem berühmt berüchtigten Rick Rubin zusammenarbeiten wollte. Er hatte das Gefühl, dass es ein Problem mit der Chemie geben könnte. „Wir wussten einfach nicht, ob er gut zu uns passen würde mit seinem ganzen Slayer-Zeug und den Ziegenköpfen von Danzig und so“, erzählte Kiedis und nahm Bezug auf Rubins vorherige Arbeiten. „Aber es stellte sich heraus, dass er ein sehr offener und angenehmer Typ war.“

Mit vier Alben im Gepäck, hatte das Ende der 80er Jahre für die Chilis in kommerziellem Erfolg gemündet: MOTHER’S MILK von 1989 wurde zu ihrem bis dato größten Verkaufsschlager. Auf der anderen Seite bekamen sie es jedoch knüppeldick ab: Gründungsmitglied und Gitarrist Hillel Slovak starb an einer Überdosis Heroin und warf die Band damit in eine Krise, während Drummer Jack Irons aufhörte und die anderen für den Tod seines Freundes verantwortlich machte. Kiedis ging ins Exil nach Mexico, um clean zu werden. Ihm war klar, dass es genauso gut ihn anstelle von Slovak hätte treffen können. Als er wieder nach Los Angeles zurückkehrte, war gerade Michael „Flea“ Balzarys Tochter Clara zur Welt gekommen. Voller Freude und Trauer machten sich Flea und Kiedis daran, die Band wiederaufzubauen.

Eines Tages begleiteten sie einen fürchterlich schüchternen, 17-jährigen Gitarristen namens John Frusciante zu einer Audition für eine Band namens Thelonious Monster. Während dieser Audition fiel Flea und Kiedis plötzlich der lässige Flair dieses Jungen auf. Also beschlossen sie, ihm die Chili Peppers schmackhaft zu machen. Für die Arbeiten an BLOOD SUGAR mietete Rubin alle in einer Mansion am Laurel Canyon Boulevard ein, die 1917 gebaut worden war. Fast sieben Wochen verbrachte die Band dort in vollkommener Abschottung ohne jeglichen Kontakt zur Außenwelt und erfreute sich eigenen Angaben zufolge an den freundlich gesinnten Geistern, die das verwilderte Anwesen bewohnten.

Das Album selbst spiegelt eine präzisere und sanftere Seite der Chili Peppers wider. ›I Could Have Lied‹ und ›Breaking The Girl‹ zeigen eine versöhnlichere Band, die sich neuen Wegen öffnet, ohne an Groove einzubüßen. Nach wie vor waren sie auch zu bombastischem, heavy Funk imstande, was das monströse ›Give It Away‹ aus Fleas Feder beweist. Doch erst mit ›Under The Bridge‹ erreichte die Band ihren kreativen und kommerziellen Zenit. Kiedis nutzt seine andauernde Liebe zu seiner Wahlheimat L.A., personifiziert selbige („I drive on her streets, cos she’s my companion“) und reflektiert von dieser Basis aus schließlich seine schlimmen Zeiten als Heroinabhängiger.

Der Überhit von BLOOD SUGAR SEX MAGIK verkaufte sich bis heute mehr als 13 Millionen Mal. Am Anfang eines höchst fruchtbaren neuen Zeitalters für die Rockmusik war das die Platte, die den Weg für eine neue Generation an Eigenbrötlern geebnet hat. Der Großteil an Funk Metal, Nu Metal und Rap-Rock kann auf dieses bahnbrechende Album zurückgeführt werden. „Sie alle waren damals durch die Drogen wirklich am Ende“, erzählte Rick Rubin dem Rolling Stone, als man ihn auf die frühere Phase der Chili Peppers ansprach. „Als ich sie dann für BLOOD SUGAR wiedertraf, waren sie eine andere Band. Sie hatten sich im Griff und waren bereit, etwas Gutes abzuliefern.“

(Texte: Paul Elliott, Rich Hobson, Jon Hotten, Rob Hughes, Emma Johnston, Dave Ling, Everett True, Philip Widing, Henry Yates)

Plattensammler: Jay Buchanan (Rival Sons)

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Der Frontmann der Rival Sons über die Acts, Platten und
Gigs, die sein Leben nachhaltig prägten.

Für Jay Buchanan, Spross einer musikalischen Familie und Solokünstler, bevor er 2009 bei den Rival Sons einstieg, ist Singen nicht nur etwas, das er eben tut. Die Pandemie, so sagt er, habe das bestätigt: „Auf einem so elementaren Niveau singen und schreien zu können, und dieser emotionale Aderlass, der mit der Fähigkeit einhergeht, all diese Frequenzen mit meinem Körper zu erzeugen … dass mir das weggenommen wurde, war ein großer Weckruf. Mir wurde klar, dass ich singen muss. Ich MUSS das wirklich tun. Es ist Teil meines Wesens.“ Seit wir das letzte Mal von den Rival Sons hörten, ist er erneut Vater geworden, von Nashville zurück nach Kalifornien gezogen und hat am nächsten Album der Band gearbeitet. DARKFIGHTER, so kündigten die Rival Sons unlängst an, erscheint im März.

DIE ERSTE MUSIK, AN DIE ICH MICH ERINNERN KANN
Meine Mutter, die im Haus Joni Mitchell sang, wahrscheinlich etwas von BLUE, und mein Dad, der Gitarre spielte. In diesen frühen Jahren, bevor die Religion meine Eltern erfasste, gab es bei uns viele Partys, Jamsessions, viel Lachen und Spaß. Ihr gesamter Freundeskreis machte auch Musik, und alle hatten ebenfalls Kinder in unserem Alter. Die Kinder waren dann also immer in einem
Schlafzimmer und spielten, und die Eltern sagten: „Ihr müsst jetzt schlafen gehen“, aber wir konnten diese Livemusik durch die Wand hören. Das war einfach der Klang des Lebens. Ich glaubte, alle Menschen seien Musiker.

DIE ERSTE MUSIK, DIE ICH (ALS GITARRIST) LIVE SPIELTE
Als ich etwa 13 war, fand ich mich in einer Punkband wieder. Ich liebte Punk nicht unbedingt, aber
ich wollte live Musik spielen und alle wollten damals nur Punk und Powerakkorde und hohes Tempo, all diese jugendliche Energie. Also war ich in dieser Band namens Loud House. Die anderen waren alle mindestens fünf, sechs Jahre älter als ich. So wuchs ich wahrscheinlich schneller auf, als es gut für mich war, aber das passierte eben.

DER ERSTE SONG, DEN ICH LIVE ALS FRONTMANN SANG
Als Nächstes war ich dann Sänger einer weiteren Punkband und unsere erste Show war bei einer großen Party im Garten eines Hauses. Ich glaube, wir spielten ›You Really Got Me‹ von The Kinks.

DAS BESTE ALBUM ALLER ZEITEN
KIND OF BLUE von Miles Davis. Das ist ein so zugängliches, erlesenes und minimalistisches Album, vor allem für ihn. Das war wie Sterneküche, die ohne eine lange Zutatenliste auskommt. Und es brachte vielen Menschen den Jazz nah. Du hast Gäste? Leg KIND OF BLUE auf. Du willst alleine einen Joint rauchen, einfach entspannen und ein Bad nehmen oder was auch immer? KIND OF BLUE. KIND OF BLUE lässt alles ein bisschen weniger chaotisch wirken.

DER SÄNGER
Für seine honigsüße Stimme, Ray Charles. Doch der großartigste Rocksänger aller Zeiten ist wohl Little Richard. Es gibt für mich einfach niemanden, der ihm auch nur nahe kommt. Seine Stimme
kann einem Angst machen. Sie klingt wie brechende Knochen. Sie klingt wie jemand, der um sein Leben schreit, oder aus Verlangen.



DER SONGWRITER
Ich denke nicht, dass irgendjemand Leonard Cohen übertreffen kann. Er konnte ein paar Zeilen singen und dann eine letzte Wendung abliefern, die einfach so wunderschön war. Wie in ›Famous Blue Raincoat‹, wo er mit seinem Freund redet, der mit seiner Frau geschlafen hat, und sagt: „Thanks, for the trouble you took from her eyes/I thought I was there for good, so I never tried“.
Aber es gibt noch viele weitere.

DER GITARRENHELD
Jimi Hendrix. Ich stand nie besonders auf diese Revolverheld-Gitarrengötter – ich spielte schon in einem frühen Alter Gitarre, aber sah sie immer als ein gutes Instrument für Ensembles. Was ich so an Jimi Hendrix liebe, ist sein Songwriting und woher er kam, im Erschaffen dieser Landschaften nicht nur mit der Gitarre, sondern dieser Produktion, und die Band war so fantastisch. Ich weiß noch, wie ich AXIS: BOLD AS LOVE hörte und dachte: „Das ist einfach ein anderes Universum.“



DIE BESTE PLATTE, DIE ICH JE GEMACHT HABE

Wahrscheinlich ein Soloalbum, das ich 2007 oder so gemacht habe. Es wurde nie veröffentlicht. Es heißt LOCUSTS AND WILD HONEY. Daneben würde ich FERAL ROOTS von der Band nennen. Ich denke, das ist künstlerisch unsere größte Leistung. Wir nahmen uns Zeit dafür und ich glaube, das hört man.

MEIN GUILTY PLEASURE
ABBA. Die Sparsamkeit der Hooks, die Produktion und das Songwriting, das ist Wahnsinn. SUPER
TROUPER ist unfassbar. Kitschig, aber so gut.

DIE BESTE COVERVERSION

Was Joe Cocker aus ›With A Little Help From My Friends‹ machte, ist so viel besser als das Original. Da muss man gar nicht nachdenken.

DER SONG, DER MICH ZUM WEINEN BRINGT
Das Titelstück von ALL THE ROADRUNNING von Mark Knopfler und Emmylou Harris. An einem Punkt in meinem Leben, wahrscheinlich in meinen spätern 20ern, kam ich von einer Solotournee durch die USA und Australien zurück, bei der ich für Super-Popacts eröffnet hatte. Diese Band löste ich auf, ich kehrte nach Kalifornien zurück, fing an, auf dem Bau zu arbeiten und abends in meinem Studio. So erfand ich meinen Songwriting-Stil komplett neu. Ich hörte im Auto auf dem Weg zur Baustelle Musik und dann kam dieser Song und machte mich einfach nur fertig: „If it’s all for nothing, all the roadrunning’s been in vain“. Ich wusste, wie weit ich gekommen war und wie viel Arbeit ich hineingesteckt hatte, und fragte mich, ob ich je da sein werde, wo ich sein muss. Aber dann dachte ich: „Ich muss weitermachen.“

MEIN SAMSTAGABEND/PARTYSONG
Um im Stimmung zu kommen, wahrscheinlich ›I Want To Take You Higher‹ von Sly & The Family Stone. Der Song ist reinstes Adrenalin auf die beste Art und Weise.



DER SONG, DER BEI MEINER BEERDIGUNG LAUFEN SOLL
Jemand wie Merle Travis. ›Dark As A Dungeon‹. Die Botschaft darin ist: „Verschwende dein Leben nicht damit, zu jagen und Besitz anzuhäufen.“ Verbringe dein Leben damit, zu existieren, you know?

https://youtube.com/watch?v=-FPmSLzsbdM

Video der Woche: The Band mit ›I Shall Be Released‹

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Am 04. März 1986 nahm sich Richard Manuel von The Band während einer Tournee das Leben. Im Gedenken an den Multiinstrumentalisten blicken wir heute auf das spektakuläre „The Last Waltz“ Konzert von The Band zurück. Hierfür versammelte die Truppe an Thanksgiving 1976 im Winterland, San Francisco zahlreiche Stars, um ihr Abschiedskonzert zu zelebrieren.

Während der fünfstündigen Show, die 1978 als Album und Konzertfilm erschien, waren u.a. Muddy Waters, Bob Dylan, Neil Young, Joni Mitchell und viele mehr mit von der Partie. Ein Highlight des Abend war die legendäre Kollektiv-Performance des Dylan-Songs ›I Shall Be Released‹:

Gewinnspiel: NOTHING SPECIAL von Will Sheff im Lostopf

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Nach gut 20 Jahren musikalischer Arbeit mit rund 20 wechselnden Mitgliedern, nach neun Alben, nach unzähligen Auftritten in Bars, Clubs, Hallen, Theatern und auf Festivals, entlässt Will Sheff mit dem Album NOTHING SPEICAL sein musikalisches Solo-Projekt. Seine Band Okkervil River hat er vorerst hinter sich gelassen. Erstmals steht nur noch sein Name und er alleine ganz klein in der
majestätischen Gebirgslandschaft auf dem Cover der Platte. In Vorbereitung auf die zwei Shows, die Will Sheff demnächst in Berlin und Hamburg spielen wird, verlost CLASSIC ROCK sein neues Album je zweimal auf Vinyl und zweimal auf CD.

Will Sheff live erleben:

14.03.2023 Hamburg – Molotow Club

15.03.2023 Berlin – Urban Spree

Jetzt mitmachen und gewinnen:

[contact-form-7 id=“135728″ title=“Will Sheff Verlosung“]

(Teilnahmeschluss ist der 10.03.2023)

Neuheiten: Ab heute im Plattenladen

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Heute stehen die neuen Alben von Country-Legende Willie Nelson, Kaskadeur, Wellbad und Marc Broussard in den Läden.

Willie Nelson: I DON’T KNOW A THING ABOUT LOVE

„Willie Nelson schöpft in den zehn Titeln aus dem umfangreichen Fundus des legendären Country-Songwriters Harlan Howard.“

Hier geht’s zur Review…

Kaskadeur: PHANTOM VIBRATIONS

„Kaskadeur kann man vielleicht unter dem groben Überbegriff „New Wave of Krautrock“ einsortieren, der Sound ist kreativ, modern, experimentell, irgendwo zwischen Indie, Jazz, Heavy Rock, Psychedelic und Prog, garniert mit sanften Pop-Tupfern, die vor unhörbarer Abgedrehtheit bewahren.“

Hier geht’s zur Review…

Wellbad: BAD HABITS

„Das Album arbeitet schlechte Angewohnheiten reihenweise ab, ein Konzept, in dem sich jeder gerade am Jahresbeginn selber wieder findet. Wer perfektes und unberechenbares Songwriting gepaart mit Bandsounds a’la Triggerfinger, Beck, Yello, Blur und Popa Chubby mag, MUSS hier zugreifen.“

Hier geht’s zur Review…

Marc Broussard: S.O.S. IV: BLUES FOR YOUR SOUL

„Covers von Little Milton, Son House oder Johnny „Guitar“ Watson sind einfach leidenschaftliche Interpretationen. An ›Driving Wheel‹ von Roosevelt Sykes (1936) versuchten sich schon Foghat oder Al Green, aber Broussard mit Bonamassa heben den Song noch eins höher. In diese Coverscheibe inklusive Eigenkomposition könnte man sich reinlegen!“

Hier geht’s zur Review…

Willie Nelson: I DON’T KNOW A THING ABOUT LOVE

Willie interpretiert zehn Tracks von Nashvilles Songwriter-Legende. Top!

Das noch so junge Jahr ist jetzt schon ein Willie-Nelson-Jahr. Warum? Zum einen hat er im Februar bei den Grammys abgeräumt, zum anderen wird der nimmermüde Country-Recke heuer sage und schreibe 90 Jahre alt. Und zu guter Letzt bringt er mit I DON’T KNOW A THING ABOUT LOVE erneut ein klasse Album raus. Ob der siebenfache Vater nichts von Liebe versteht? Wer weiß. Als gesichert gilt, dass der Mann einiges über Musik weiß. Nicht nur im Country-Bereich. Der betagte Texaner ist auch ein profunder Kenner der Jazz- Materie, des Soul und, natürlich, des Great American Songbook. Auf I DON’T KNOW A THING ABOUT LOVE fließen diese Zutaten aber nur sehr, sehr verhalten bis kaum hörbar ein. Denn: Willie Nelson schöpft in den zehn Titeln aus dem umfangreichen Fundus des legendären Country-Songwriters Harlan Howard. Bis zu seinem Tod im Jahr 2002 hat dieser den Vorsatz „three chords and the truth“ geprägt und ihn in Tausenden Liedern beherzigt. Viele davon avancierten zu Klassikern. In den so kompetenten wie gefühlvollen Interpretationen von Willie & Co. erwachen Tracks wie das soulige ›Busted‹, die Retro-Ballade ›She Called Me Baby‹, das hochromantische ›Life Turned Her That Way‹ und das unverwüstliche ›Tiger By The Tail‹ zu neuem Leben. Mehr Country-Spirit geht nicht.

Willie Nelson/I DON’T KNOW A THING ABOUT LOVE/ SONY LEGACY

Willie Nelson

Kaskadeur: PHANTOM VIBRATIONS

Filigraner Heavy Prog abseits des Mainstreams

Erst kürzlich machten Kaskadeur mit einem starken Instagram-Post auf sich aufmerksam, in dem sich die Band deutlich gegen jegliche Formen von Sexismus auf ihren Konzerten positionierte. Wie schön, dass nun die neue Platte der Potsdamer auf dem Bemusterungstisch liegt und genauso wenig enttäuscht, wie die Gesinnung des Quartetts. Die Truppe selbst bezeichnet ihren zelebrierten Stil als Heavy Prog Rock – definitiv sind die teils unvorhersehbaren, kundig geschmiedeten Arrangements mit sattem Orgel- und Synth-Einsatz weit weg von Easy Listening. Kaskadeur kann man vielleicht unter dem groben Überbegriff „New Wave of Krautrock“ einsortieren, der Sound ist kreativ, modern, experimentell, irgendwo zwischen Indie, Jazz, Heavy Rock, Psychedelic und Prog, garniert mit sanften Pop-Tupfern, die vor unhörbarer Abgedrehtheit bewahren. PHANTOM VIBRATIONS changiert gekonnt zwischen eingängigeren Nummern wie dem groovenden All Comes From Nothing, dessen Refrain und Rhythmus sich schnell in das Körpergedächtnis einschleifen und eigentümlichen, doch nicht minder wunderbaren Schöpfungen wie dem abschließenden Instrumental Moving Particles. PHANTOM VIBRATIONS ist ein filigran gearbeitetes, durchdachtes Werk, das abseits des Mainstreams über viele Verzweigungen fließt und bei jedem Hördurchlauf eine neue Schicht offenbart.

8 von 10 Punkten

Kaskadeur/ PHANTOM VIBRATIONS / NOISOLUTION

Marc Broussard: S.O.S. IV: BLUES FOR YOUR SOUL

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Marc Broussard ist als Sohn eines bekannten Bluesmusikers aus Lafayette/Louisiana bereits früh zu einem anerkannt phänomenal guten Soulsänger geworden. Trotz seiner weißen Hautfarbe wird er respektiert, sobald seine Stimme einsetzt gehen die Augenbrauen nach oben, hier singt einer, der Blues und Soul mit der Muttermilch aufgesogen hat. Mit seinen 42 Jahren hat er heute schon einiges erreicht und auch karitativ viel bewegt. Mehrere Benefiz-Coveralben gehen auf sein Konto, logisch dass er auch in Joe Bonamassas Charity Serie prima reinpasst. Hier werden Jugendliche aus schlechter Nachbarschaft mithilfe Musikprojekten von der Gangsterkarriere fern gehalten. Covers von Little Milton, Son House oder Johnny „Guitar“ Watson sind einfach leidenschaftliche Interpretationen. An ›Driving Wheel‹ von Roosevelt Sykes (1936) versuchten sich schon Foghat oder Al Green, aber Broussard mit Bonamassa heben den Song noch eins höher. In diese Coverscheibe inklusive Eigenkomposition könnte man sich reinlegen!

Marc Broussard/S.O.S. IV: BLUES FOR YOUR SOUL/ KTBA RECORDS/ROUGH TRADE