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Fair Warning – TALKING AIN’T ENOUGH – LIVE IN TOKYO

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fair warningKurzweiliges vom Propheten, der im eigenen Land nichts gilt.

Es könnte wie Namedropping aussehen, wenn eine deutsche Band ihre Live-DVD in der japanischen Metropole aufnimmt. Keine Frage, Tokio klingt vielversprechender als Wermelskirchen oder Schwäbisch-Gmünd. In diesem Fall aber ist der Hintergrund ein an-derer: Die Hannoveraner Melodic Rocker haben in Asien eine weitaus größere Bedeutung als hierzulande. Es gab Zeiten, da landeten Studioalben der Gruppe auf Platz 2 der japanischen Verkaufscharts, lediglich übertroffen von Bon Jovi oder U2, während in Deutschland kaum jemand Notiz von ihnen nahm. Deshalb: Diese Shows wurden dort aufgenommen, wo Fair Warning am größten sind.

Die Doppel-DVD zeigt zwei Konzerte, eines beim 2009er Loudpark-Festival und eines aus einem Club in Tokio im Januar 2010. Schöne Bilder, erstaunlicher Sound (zumindest bei den Chören wurde sicherlich nachgeholfen) und viel gute Laune: eine Sünde, dass die Band so weit reisen muss, um die verdiente Anerkennung zu bekommen.

Eloy – THE LEGACY BOX

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eloy

Die ganze Geschichte der Hannoveraner Kultband auf Doppel-DVD.

Die deutsche Musikpresse hatte sich in den Siebzigern hingebungsvoll auf Frank Bor-nemann und sei-ne Band Eloy eingeschossen. Man sprach von der „gewagten Promenadenmischung aus My- thos und Technologie“ (Musikex-press) oder auch von einer „Wol-ke aus Manierismus und Lange-weile“ (Sounds).

Man kann das so sehen, man kann aber durchaus auch anderer Meinung sein, wie die Historienaufarbeitung THE LEGACY BOX auf einer Doppel-DVD anschaulich beweist. Eloy schwammen sicherlich im Fahrwasser von Pink Floyd und adaptierten einige ihrer Soundeffekte, aber wie das große britische Vorbild hatten auch ihre Songs Eigenständigkeit und eine unbestrittene Magie. Daran konnten nicht einmal das allgegenwärtige Pathos und das radebrechende Englisch von Bornemann etwas ändern.

90 Minuten Musikunterricht in deutscher Rockgeschichte, die das Phänomen Eloy erklären: einfach schöööön!

Doro – 25 YEARS IN ROCK

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doroGroßes Kino zugunsten der sympathischen Metal-Queen!

Die Feierstunde im Haus der Düsseldorfer Metal-Queen gestaltete sich zu einem ve- ritablen Who-is-who: Die Scorpions waren da, die finnische Sopranistin Tarja Turunen, der amerikanische Paradiesvogel Jean Beauvoir, dazu Mitglieder von Grave Digger und Overkill, von Girlschool und Nevermore, kurzum: Es wurde gefetet, dass die Schwarte krachte. Dazu eine festlich dekorierte Bühne im Düsseldorfer ISS Dome, ein praller Sound und tolle Lichteffekte – der Rahmen des 25-jährigen Jubiläums war stimmig und dem Anlass entsprechend würdig.

DVD 1 zeigt das komplette Konzert des Abends, DVD II wei-tere Aufnahmen anderer Shows sowie Interviews mit vielen Be- teiligten und einige ausführliche Statements von Doro selbst, die nicht nur die Aktualität, sondern auch ihre Vergangenheit einer genauen Bestandsanalyse unterzieht. Viel zu sehen, viel zu hören, hier gibt’s ordentlich was fürs Geld.

Deep Purple – DEEPEST PURPLE – THE VERY BEST OF DEEP PURPLE 30TH ANNIVERSARY EDITION

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DeepPurpleVon der Wiege bis ins Trotzalter: Entwicklungsjahre des Hardrock-Urgesteins in Bild und Ton.

Selbstverständlich sind sämtliche Singles und Alben des britischen Quintetts in den vergangenen Dekaden gleich mehrmals auf Vinyl und CD erschienen – multimedial im Angebot waren Purple-Klassiker der Jahre 1968 bis 1976 allerdings noch nie. Für die 30TH ANNIVERSARY EDITION von DEEPEST PURPLE – THE VERY BEST OF DEEP PURPLE leistet sich die EMI einen doppelten CD/DVD-Hybriden, der penibel die Entwicklungs-jahre des Hardrock-Urgesteins festhält. Einziges Manko bei der CD ist die mangelnde Chronologie, wenn Mark 2 mit ›Black Night‹ startet, aber dann nach drei Songs mit ›Hush‹ von Mark 1 zurückblendet.

Inhaltliche Konfusion herrscht auch bei den restlichen der ins-gesamt 16 Tracks, die Single-A- und B-Seiten wie ›Demon’s Eye‹, ›Smoke On The Water‹, ›When A Blind Man Cries‹, ›Woman From Tokyo‹, ›Burn‹, ›You Keep On Moving‹ mit den Key-Alben-Tracks ›Highway Star‹, ›Space Truckin’‹ und ›Child In Time‹ munter kreuzt.

Ebenfalls zeitlich nicht ganz akkurat, erfreut die DVD allerdings mit raren TV-Auftritten, Konzertmitschnitten und sogar neu kreierten Clips – Track-by-Track und mit süffisantem Un- derstatement kommentiert von Gründungsmitglied Jon Lord. Der Keyboarder lässt reichlich Insider-Infos einfließen, wenn er etwa Anekdoten über die erste US-Tournee, das Playback-Mimen im Deutschen Fernsehen, die Single-Auswahl in Purples Erfolgsphase und Dissonanzen im Aufnahmestudio zum Besten gibt.

Mehr als nur einen Nostalgieschauer erzeugen essenzielle Auftritte in TV-Musikshows wie Top Of The Pops (›Strange Kind Of Woman‹), Disco 71 (›Fire-ball‹), Music Today (›Demon’s Eye‹) und Beat-Club (›Highway Star‹). Schlichtweg unbezahlbar ist Purples Beitrag ›Speed King‹ aus Vicky Leandros’ ARD-Show „Ich bin“ von 1970 – eine opu-lente post-psychedelische Produktion des leider allzu früh verstorbenen WDR-Innovators Rolf Spinrads.

Eric Clapton – CROSSROADS

crossroadsErics Gitarren-Sause mit prominenter Besetzung.

Seit Eric Clapton 2004 zum ersten Mal die Creme der bluesenden und rockenden Gitarristenzunft für ein Benefizfestival zugunsten seiner Drogenklinik „Crossroads Center“ auf Antigua zusammenrief, hat sich die Marke „Crossroads“ nicht nur als Live-Ereignis, sondern auch als DVD-Thema bestens etabliert (der Mitschnitt des ersten Festivals ist inzwischen die meistverkaufte Konzert-DVD weltweit). Wer in dem Line-up der dritten Ausgabe arg viele Wiederholungsgäste (von Robert Cray über Buddy Guy bis ZZ Top) ausmacht, sieht sich in den folgenden viereinhalb Stunden aufs Angenehmste überrascht, denn genau das entpuppt sich als Stärke: Man kennt sich inzwischen und wirft sich quer durch drei Generationen in teilweise aufregenden Jam-Sessions die Licks zu – ob Country-Star Vince Gill mit Elvis-Gitarrst James Burton, Jazzer Earl Klugh und Albert Lee, ob Buddy Guy mit Jonny Lang und Ron Wood oder ob der Gastgeber mit Sonny Landreth, Jeff Beck und Steve Winwod spielt. Dabei machen inzwischen gerade die Jüngsten (Lang, John Mayer, Doyle Bram-hall, Derek Trucks) richtig Eindruck, während es bei den Ältesten (Hubert Sumlin, B.B. King) mitunter schon die Gebrechlichkeit ist, die die großen Emotionen auslöst. Alles in allem aber: ein Triumph der bodenständigen Spielfreude.

Asia – SPIRIT OF THE NIGHT – LIVE IN CAMBRIDGE 09

asiaNur phasenweise heiße Momente mit den Herren Wetton, Downes, Howe and Palmer.

Dieser Mitschnitt stammt von der vorletzten Asia-Performance auf ihrer PHOENIX-Tour von 2009. Die Band tritt dort im Original Line-up als Headliner des Cambridge Rock Festival auf. Nach nur zwei Post-Comeback-Alben scheint eine weitere Live-Platte nach dem 2007er FANTASIA – LIVE IN JAPAN zwar etwas verfrüht, doch mit ihren 85 Minu-ten Spielzeit ist die DVD-Versi-on ein aktuelles Kompakt-Kraftpaket in Sachen Asia-Imbiss für den kleinen Hunger zwischendurch.

Präsentiert werden natürlich die Klassiker, klar, aber so richtig toll kommen erstaunlicherweise gerade die beiden frischen Nummern von PHOENIX rüber: ›An Extraordinary Life‹ ist und bleibt ein (hoffentlich) künftiger Knüller im Kanon, und ›Never Again‹ belegt, dass Asia auch mit neuem Material ihre Hymnen-Heterogenität noch lange nicht bis zum Äußersten ausgereizt ha-ben. Doch eigentlich sollte dann die Nacht mit ›Heat Of The Moment‹ noch weiter an Hit-Hitzegraden zunehmen – was allerdings nicht wirklich passiert. Stattdessen geht man schon vor dem Ende duschen. Aber immer-hin: ein schöner Abend.

Alice Cooper – Theatre Of Death

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Project9Solide Live-DVD eines Gigs im Londoner Hammersmith Apollo.

Heutzutage setzen Bands auf der Bühne gerne mal High-Tech-Spiel-zeuge wie Bild-schirme und alles in Grund und Boden strahlende Lightshows ein. Alice Cooper macht da natürlich nicht mit. Als Schockrocker alter Schule lässt er sich auf der Bühne lieber ein paar Mal live hinrichten. Galgen, Guillotine, Giftspritze und eine Art Eiserne Jungfrau kommen dabei zum Zug. Das haben wir jüngst auch selbst live erleben dürfen, denn Cooper war gerade mit seinem Todestheater auf den hiesigen Bühnen zu sehen. Und er hat dabei deutlich gemacht, dass ihm all die Grausamkeiten nichts anhaben können. Ein ums andere Mal steht er wieder von den Toten auf und rockt unermüdlich weiter. Freilich muss man inzwischen sagen: Die Show-Einlagen des passionierten Golfers schocken heutzutage höchstens noch die Omas, aber sichtlich keinen, der unter 30 Jahre alt ist – da ist zu viel passiert an der Horrorfront. Doch der 62-Jährige hat seinen DVD-Zuschauern zum Glück noch mehr zu bieten als bloße Effekthascherei: Er kann auf THEA­TRE OF DEATH daher vor allem mit den 26 Cooper-Klas­sikern punkten.

Dr. Feelgood – OIL CITY CONFIDENTIAL

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drfeelgood_neuÜberaus eindrucksvolles Porträt einer britischen R’n’B-Kultformation – wenngleich ohne ein richtiges Happy End.

Haarscharf an einer internatio-nalen Karriere vorbei schlitterten Mitte der siebziger Jahre Dr. Feelgood. Ruppig und authentisch in-szenierten sich Schlagzeuger John „The Big Figure“ Martin, Bassist John B. Sparks, Frontmann Lee Brilleaux sowie der hy-pernervöse Gitarrero Wilko Johnson, der aufgrund intensiven Speedkonsums einen Bühnenmanierismus entwickelte, als leide er an motorischen Störungen. Prägnanten Rhythm’n’Blues mischte das kompakte Quartett von der britischen Canvey Island mit würzigem Pub Rock und galt als integratives Bindeglied zwischen Fifties-Rock’n’Roll, Sixties-Beat und Seventies-Punk.

Julien Temples Kinofilm OIL CITY CONFIDENTIAL zeichnet mit ruhiger Collagentechnik minutiös den Weg von Dr. Feelgood mit jeder Menge altem Ar-chivmaterial und aktuellen Interviews nach – lässt aber auch zahllose prominente Musikerkollegen zu Wort kommen: Von den Anfängen in schwitzigen Clubs über die Zeit als Londons „Next Big Thing“ mit brillanten Alben wie DOWN BY THE JETTY, MALPRACTICE, STUPIDITY und SNEAKIN’ SUSPICION bis hin zur abrupten Trennung von Johnson 1977 – der erste heftige von nicht gerade wenigen Rückschlägen für die vor allem auf nachfolgende Musikergenerationen so einflussreiche Truppe. Doch Temple liefert auch ein eindringliches Porträt über das englische Provinzleben, das nur wenige Chancen bereit hält für ambitionierte Mitglieder der un-terprivilegierten Working Class.

Bonusmaterial von rund 50 Minuten inklusive eines ausführlichen Interviews mit dem 1994 verstorbenen Lee Brilleaux machen OIL CITY CONFIDENTIAL für jeden zum Must-Have, der an der Entwicklung britischer Pop-Kultur auch nur halbwegs interessiert ist.