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    Wino: München, Feierwerk

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    Wino: München, Feierwerk

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    WinoDrei Ein-Mann-Auftritte hintereinander – mit dem Großmeister des Doom als akustischem Höhepunkt.

    Es ist ein Abend des Reduzierten, in jeglicher Form. Drei Musiker, drei unterschiedliche Sets. Und wenig Publikum. Gerade mal 20 Fans finden an diesem Dienstag den Weg in den kleinen Feierwerk-Club, die Kranhalle. Das ist auf der einen Seite traurig, schließlich wünscht man den Künstlern eine breitere Anerkennung, hat aber auch den Vorteil, dass man sie in kleinem Rahmen hautnah erleben kann. Bis es soweit ist, dauert es aber noch. Conny Ochs, erster Solist des Abends, lässt sich Zeit mit dem Beginn, er wartet noch, bis das 18. Ticket verkauft ist. Dann aber legt er los, ein Mann und seine Akustik-Gitarre, mal folkig-bluesig, mal durchaus erdig-rockig. Und als er sich kurzzeitig selbst die Verstärkung der Akustischen ausstöpselt, wird er nicht verlegen, sondern zieht das Ganze eben komplett unplugged durch. Ohne Strom ginge bei Darsombra gar nichts. Ein-Mann-Droner Brian Daniloski sorgt für wabernde Sound-Wälle, spielt alle Instrumente kurz live ein, sampelt das Ganze und haut es den Zuhörern – unter Verwendung verschiedenster Effekte – in einer dicken, einlullenden Lärm-Wolke entgegen. Das eigentlich Sensationelle an der Show ist jedoch die Energie, Leidenschaft und der Enthusiasmus, mit dem Darsombra zu Werke geht. Er freut sich wie ein kleines Kind über alles, was er mit flinken Fingern aus den am Boden montierten Zauberkästen hervorzerren kann. Ganz anders Wino: Der große, alte Mann des Doom kommt heute völlig ohne Tamtam daher. Und er braucht auch kein Beiwerk. Er, seine Gitarre – Werkzeug und Freundin gleichermaßen – dazu Talent und die Erfahrung, wie sich ein hartes und entbehrungsreiches Leben anfühlt. Genauso klingt die Musik des aktuellen Albums ADRIFT, und genauso bewegt sich Wino auch auf der Bühne. Er steht da, aufrecht, ungebrochen, und er steuert sein Publikum mit minimalen mimischen Bewegungen, ein feuriges Blinzeln hier, ein trauriger Blick dort, mehr braucht es nicht, um den Emotionen von Songs wie ›Hold On Love‹ Authentizität zu verleihen. Doch gegen Ende wird klar, dass Wino sich als One-Man-Entertainer nicht hunderprozentig wohl fühlt. Er holt Ochs auf Bühne, und im gemeinsamen Spiel blüht der Saint Vitus-Frontmann richtig auf: Er schwingt sogar sanft mit den Hüften im Takt mit, lässt seinem Partner Solo-Freiraum und freut sich auch sichtlich darüber, während der gemeinsamen Tour einige neue Musik kennen gelernt zu haben. Die Verabschiedung des Publikums übernimmt Wino dann aber wieder im Alleingang. Er hängt sich seine Akustikgitarre um, fängt das Spielen an und steigt dabei von der Bühne hinab, geht mitten unter die Leute. Die klatschen im Takt, während Wino ein letztes Mal die Wehen der Welt anklagt. Dann marschiert er mit Gitarre aus der Halle – und alle hinterher.

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