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Neuigkeiten zu: Rhapsody Of Fire

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Rhapsody2010cJede Saga muss irgendwann zu Ende gehen – gegen dieses Schicksal kamen nicht einmal „Herr der Ringe“ und „Star Wars“ an. Nun ist auch Rhapsody Of Fires Fantasy-Geschichte, die 1997 mit dem Debüt LEGENDARY TALES ihren Anfang nahm, an der Reihe. Über 15 Jahre hat sie die Band weiterent­wickelt, doch jetzt, auf dem neunten Studioalbum FROM CHAOS TO ETERNITY, findet das Epos seinen Abschluss. Die Italiener sind, auch wenn sie ein bisschen Wehmut verspüren, enorm stolz auf ihr Werk – schließlich haben sie es über diesen für Musikbusiness-Verhältnisse gigantischen Zeitraum hinweg stets erfolgreich mit neuem Leben gefüllt: „Das be-deutet das Ende einer Ära. Natürlich sind wir traurig, aber diese Platte wird dank ihres künstlerischen Werts und ihrer einzigartigen Handlung in die Bandgeschichte eingehen.“ Davon sind Gitarrist Luca Turilli, Keyboarder Alex Staropoli, Sänger Fabio Lione & Co. vielleicht auch deswegen so überzeugt, weil sie zum Schluss der Story noch einmal deutlich mehr (musikalische) Härte demonstrieren als auf dem allzu or-chestralen Vorgänger THE FROZEN TEARS OF ANGELS aus dem Jahr 2010. „Wir haben den Bombast-Anteil etwas zurückgefahren und die Gitarren wieder mehr krachen lassen“, bekräftigt Turilli. Die Anhänger des Quintetts aus der nordita­lienischen Hafenstadt Triest erwarten u.a. progressiv-wuchtige Gitarren in ›Ghosts Of Forgotten Worlds‹ und richtige Thrash-Metal-Riffs in ›Aeons Of Raging Darkness‹. In letzterem Stück finden sich auch fiese Gesangspassagen, wie man sie sonst nur im Black Metal-Sektor antrifft. Zudem nehmen Rhapsody Of Fire auf FROM ­CHAOS TO ETERNITY auch Abschied von Christopher Lee. Der Charakter-Darsteller, bereits seit einigen Jahren ein treuer Wegbegleiter der Band, darf sich ein letztes Mal als Erzähler betätigen. So führt der 88-Jährige im theatralischen Intro ›Ad Infinitum‹ ins Geschehen ein und beendet das Rhapsody-Spektakel auch, und zwar im 20-minütigen Rausschmeißer ›Heroes Of The Waterfalls‘ Kingdom‹.

Neuigkeiten zu: Bret Michaels

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bretmichaelsEr hat ein Jahr hinter sich, das man seinem ärgsten Feind nicht wünscht. Nach der erfolgreichen Herzoperation Anfang des Jahres geht es aber für den Poison-Frontmann langsam wieder aufwärts, die gesundheitlichen Probleme, die ihm 2010 so schwer zu schaffen machten, scheinen der Vergangenheit an-zugehören. Daher hat er nun wieder Zeit und auch die nötige Energie, um zum Rock’n’Roll-Alltag zurückzukehren. So stehen gerade zwei neue Veröffentlichungen an. Vor wenigen Tagen ist ein Sampler erschienen, der eine neue Version von ›Every Rose Has It’s Thorn‹ enthält – und zwar in einer Version für Kinder. Michaels hat den Song gemeinsam mit seinen Töchtern Raine und Jorja eingesungen, die Verkaufserlöse kommen unter anderem einer Stiftung zu Gute, die Teenager unterstützt, die an Diabetes leiden. Aber Michaels ist nicht nur in Sachen Charity aktiv. Nächste Woche erscheint sein neues Solo-Album GET YOUR ROCK ON, das Stü-cke enthält, die der Sänger im Laufe der letzten Jahre zusammengetragen hat. „Die Scheibe enthält vor allem geradlinige, schnörkellose Rock-Songs. Ich glaube, dass die Fans sie mögen werden, denn sie klingen sehr direkt, haben Ecken und Kanten, gehen aber dennoch ins Ohr. Mir gefallen sie jedenfalls außerordentlich gut, und ich hoffe, dass es den Leute genauso geht wie mir.“ Als Einflüsse für GET YOUR ROCK ON nennt Michaels Garth Brooks, John Mellencamp, Lynyrd Skynyrd und Aerosmith. Klingt verdammt vielversprechend.

Neuigkeiten zu: The Rods

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Rods Dec. 2010-19Es ist makaber, aber wahr. Erst dem viel zu frühen Tod von Ronnie James Dio und seinem posthum weiter gewachsenen Ruhm ist es zu verdanken, dass nun verstärktes Interesse an der (erweiterten) Familie besteht. Das merken die Metal-Veteranen The Rods nun: Sie hatten sich bereits 2008 wiedervereinigt und ein Live-Comeback gegeben, doch erst jetzt erscheint die Reunion-Scheibe VENGEANCE, auf der eben auch Dio zu hören ist. Wenige Wochen, bevor der begnadete Sänger am 16. Mai vergangenen Jahres starb, war er gemeinsam mit seinem Cousin und Rods-Sänger/Gitarristen Dave „Rock“ Feinstein im Studio , um zwei Songs einzusingen. Einer davon, ›The Co- de‹, erschien als Vorab-Single zu VENGEANCE. „Ronnie und ich hatten schon länger vor, wieder zusammen Musik zu machen, kamen aber wegen unserer vollen Terminkalender nie dazu. Als sich dann endlich die Gelegenheit bot, legte Ronnie eine Weltklasse-Performance hin“, erinnert sich Feinstein und strickt die Legende von Dio weiter: „Da-bei hatte er die Lieder zuvor noch nie gehört. Doch er kam ins Studio und hatte seine Parts sofort drauf.“ Kein Wunder, denn Ronnie James Dio kannte Feinsteins Eigenheiten und Stilvorlieben gut, schließlich bediente „Rock“ von 1967 bis 1973 bei dessen Band Elf die sechs Saiten. 1980 gründete Feinstein dann gemeinsam mit Bassist Garry Bordonaro und Schlagwerker Carl Canedy The Rods – eine der ersten US-amerikanischen Combos, die die Tradition der New Wave of British Heavy Metal auf den neuen Kontinent hinübertrugen und weiterentwickelten. Innerhalb von sechs Jahren brachte das Trio fünf Studioalben heraus, die heutige Genre-Größen nachhaltig beeinflussten. So haben Metallica, nun die weltweit größte Metal-Band, Anfang der Achtziger gar bei einigen Gigs für The Rods eröffnet. „Nun, eine richtig große Tour war das nicht“, entsinnt sich Feinstein, „wir haben aber ein paar Shows mit ihnen durchgezogen. Sie waren zu diesem Zeitpunkt schon großartig und klangen genauso energiegeladen wie wir. Wir haben ihnen eine große Zukunft prophezeit – womit wir Recht behalten sollten. Nebenbei waren es feine Kerle, mit denen wir ger-ne abhingen.“ Und während Hetfield & Co. heute Stadien füllen, nehmen The Rods mit ihrem ersten Studioalbum seit 25 Jahren die Clubs ins Visier. In der zweiten Juni-Hälfte sind sie im CLASSIC ROCK-Territorium live zu erleben.

Neuigkeiten zu: Williams/ Friestedt

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Friestedt_no-logoDie beiden wissen, dass sie gut miteinander können: Toto-Sänger Joseph Williams und der dänische Gitarren-Virtuose Peter Frie­stedt kennen sich – und zwar sowohl von den Studioaufnahmen für die LA PROJECT-Platten von Friestedt (auf denen Williams stets als Gastvokalist auftrat) als auch von gemeinsamen Shows, wie der Saitenstreichler berichtet: „Wir haben einige Konzerte in Skandinavien gespielt. Währenddessen entstand die Idee, dass wir eigentlich auch ein komplettes Album zusammen aufnehmen könnten. Schließlich ist es stets ein Vergnügen, mit Joseph zu arbeiten.“

Gesagt, gerockt: Für die Aufnahmen zu WILLIAMS/FRIESTEDT haben sich die beiden Musiker zum ersten Mal Ende 2009 getroffen, dann über einen Zeitraum von einem Jahr hinweg miteinander korrespondiert, aber alle Ideen in Eigenregie aufgenommen. Ende vergangenen Jahres setzten sie sich dann noch einmal zusammen, um den Deckel draufzumachen. Herausgekommen ist ein Al-bum, das AOR-Freunde in Hochstimmung versetzen wird: Bis auf den Instrumental-Track ›Going Home‹ hätte im Grunde jeder Song einen Platz in der Radio-Heavy Rota-tion verdient. Eingängige Melodien, butterweiche Keyboard-Einlagen, kernige Rhythmus-Gitarren und glasklar gezeichnete Soli – das ist Softrock, wie er im Buche steht.

„Friestedt und Williams stehen für den typischen ‚Westküsten-Sound‘, so zumindest wird unser Stil von den Leuten häufig bezeichnet“, setzt Williams zu einer Projekt-Definition an. „Das muss damit zu tun haben, dass es in den Siebzigern und Achtzigern jede Menge Studiogitarristen in und um Los Angeles gab. Die haben einen bestimmten Klang geprägt, der sehr kompakt klingt, weil er eben von diesen unglaublich begabten Session-Musikern kreiert worden ist. Diese eingeschworene Gemeinschaft von Top-Gitarristen hat damals nicht nur für jeden großen Künstler Tracks im Studio eingespielt – viele haben sich auch eine eigene Karriere aufgebaut.“

Im Sommer begibt sich der 50-jährige auch wieder mit Toto auf Tournee: Hierzulande sind Steve Lukather, David Paich, Steve Porcaro, Simon Philips und Mike Porcaro zwischen 12. und 16. Juli live zu sehen: Hamburg, Straubing, Ulm und Zürich stehen auf dem Programm des Sextetts. Auch eine Live-DVD von dieser Tour ist in Planung.

Neuigkeiten zu: Fleet Foxes

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fleet_foxes_2011_3_(autumn_dewilde)Fleet Foxes

Sie wirbelten die Indie-Gemeinde auf wie ein Sturm: Alles, was die sechs jungen Hippies dazu brauchten, war eine Melange aus Folk, Psychedelic-Pop und den wohl unwiderstehlichsten Gesangsharmonien seit ›Bohemian Rhapsody‹. 2008 war das – und seitdem haben die Fleet Foxes nichts verlernt, wie ihr zweites Studioalbum HELPLESSNESS BLUES beweist. Noch immer lädt der fluffige Sound der Formation aus Seattle immens dazu sein, ihn mit einer kleinen Eigenverbrauchsration Marihuana zu konsumieren. Daher kommt die Anekdote, die Bandchef Robin Pecknold gerne beim Gespräch über die neue Platte erzählt, nicht von ungefähr – der Song ›Grown Ocean‹ basiert auf Träumen, die Pecknold mit Nikotin-Pflastern intensiviert hat: „Diese Dinger können einem wirklich irrsinnig lebendige Träume verpassen, die sich echt anfühlen. Ich bin schließlich an einen Punkt gelangt, an dem ich mir extra vor dem Schlafengehen ein Pflaster draufgeklebt habe, nur um zu sehen, was danach passiert.“ Einsatz zeigen gehört zum Rock-Leben, klar.

Doch HELPLESSNESS BLUES hat den Fleet Foxes mehr abverlangt, als ursprünglich geplant war. Die ersten Aufnahmen fanden im Herbst 2009 statt, 2010 hätte das Werk in den Läden stehen sollen. Es kam anders: „Der erste Mix hat uns gar nicht überzeugt. Also sagten wir uns: ‚Okay, so ist es nun. Wir stehen hier, wollen aber ganz woanders hin…‘“ Bassist Christian Wargo fügt hinzu: „Es hat sich schräg angehört, passte nicht.“ Und Pecknold setzt nach: „Nachdem wir bei zwei Tracks angefangen hatten, einzelne Spuren nochmal einzuspielen, konnten wir nicht mehr aufhören. Zudem wollte ich nie etwas veröffentlichen, bei dem mir schon von vornherein klar war, dass wir es hätten besser machen können. Dabei war es mir völlig egal, ob sich dadurch alles verzögert hat und wir viel mehr Zeit investieren mussten.“ So übernahm das Album die Kontrolle über das Leben der Musiker, insbesondere über das von Pecknold. Eine Situation, aus der es keinen schmerzfreien Ausweg gab: „Das hat mich meine Beziehung und meine Gesundheit gekostet. Daher dreht sich das Album um den Egoismus, der damit einhergeht, wenn man sich etwas verpflichtet fühlt und Entscheidungen treffen muss, die man nicht gar fällen will.“ HELPLESSNESS BLUES eben. Ein wahrlich treffender Titel.

Neuigkeiten zu: Art Brut

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Art Brut_CommunityIch singe, Ian hat ein neues Pedal, Fred singt das erste Mal Backing Vocals, und wir lassen Jasper ein Gitarrensolo auf nur zwei Saiten spielen”, zählt Eddie Argos die Unterschiede zwischen BRILLIANT! TRAGIC!, dem vierten Album, und den drei Vorgängern auf. Zudem habe sich der Frontmann beim Schreiben der Texte von den leichten Dingen des Lebens (wie dem Busfahren oder Ferien-Jobs) auf richtig tiefgründige Sujets verlegt. Da wären z.B. ›Bad Co-median‹ (ein Stück über einen miesen, im Internet entdeckten Komödianten), ›Ice Hockey‹ (das rein gar nichts mit Eis-hockey zu tun hat, aber später mal auf Argos‘ Beerdigung gespielt werden soll) und ›Axl Rose‹. Letzteres ist aus der Sicht eines Guns N‘Roses-Fans geschrieben und enthält so grandiose Zeilen wie „When the world has got you by your throat/ Who do you want in your corner? Axl Rose!“ und „I want to give the world the finger/With the exception of my favourite lead singer“. Eigentlich hat sich also gar nichts geändert: Die britisch-deutsche Kapelle unterhält aufs Köstlichste mit ihrem chaotisch daher rumpelnden Indie-Punkrock sowie dem unnachahmlichen Charme von Eddie Argos. Und auch Black Francis, der Produzent des Drittwerks ART BRUT VS. SATAN, ist wieder mit von der Partie. „Er hat mir beigebracht, vernünftig zu singen“, so Argos, der zumeist einen akzentuierten Sprechgesang pflegt. „Ich bin sehr stolz darauf. Und es hat nur vier Alben gedauert, bis ich das draufhatte! Nicht schlecht, oder?“

Live: Roadburn Festival

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Candlemass_Roadburn_MiraBorn_0164Tilburg, O13

Das Roadburn-Festival ist ein Event der Superlative, in jeglicher Hinsicht. Schon wenige Minuten nach dem offiziellen Verkaufsstart Ende November vermeldeten die Veranstalter: ausverkauft! Hotelzimmer waren zu diesem Zeitpunkt bereits schon nicht mehr zu bekommen, alles ausgebucht – für eine Veranstaltung, die erst ein halbes Jahr später stattfinden würde. Der Grund da-für: ein Programm, das es in dieser Form nirgends anders zu sehen gibt. Die Bandbreite des Roadburn reicht von Extrem-Metal bis hin zum Psychedelic Rock, dazwischen gibt es klassische Riffs, aber auch markerschütternden Drone Doom. Rund 80 Bands präsentieren im Verlauf der vier Festivaltage ihre Version von Rock’n’Roll – CLASSIC ROCK pickt die Höhepunkte des spektakulären Indoor-Riff-Marathons heraus.

Der erste Festivaltag ist weit mehr als eine Aufwärmübung: Am Donnerstag treten auf den vier Roadburn-Bühnen sowohl die spannendesten Newcomer als auch etablierte Ikonen an. Woven Hand und Pentagram zum Beispiel füllen mühelos die größte Halle des Tilburger 013-Komplexes. Über 2.000 Fans bejubeln Dave Eugene Edwards, der ein derartiges Format hat, dass er selbst a-cappella problemlos einen kollektiven Gänsehaut-Schauer erzeugt hätte. Ähnliches gelingt wenig später Bobby Liebling, der trotz jahrzehntelangem Drogenexzess noch über eine Stimme verfügt, die so vor Leidenschaft und Ausdruckskraft strotzt, dass manch einer nach der Show verstohlen die Augen trocken wischt. Doch auch die jüngeren Acts schaffen es, die Massen mitzureißen. Insbesondere Ghost, seit einigen Monaten der heißeste Okkultrock-Geheimtipp, zaubern ein Lächeln auf die Gesichter ihrer Anhänger – die Show wird zur Messe, und Jünger hängen zu Recht an den Lippen der Riff-Hohepriester. Noch stärker in den Siebzigern verhaftet sind die kultigen Blood Ceremony, die nach Ghost antreten, was vor allem die Traditionalisten im Publikum freut. Wer es etwas deftiger mag, kann sich mit den ungestümen Schweden-Riffern In Solitude vergnügen – oder aber den hypnotischen Groove von The Atomic Bitchwax genießen. Godflesh, die Headliner des ersten Tages, versuchen mit bedingungsloser Härte zu punkten, was jedoch nicht über die gesamte Länge des Sets funktioniert, sodass etliche Fans sich schon mental auf den Count Raven-Gig vorbereiten oder abwandern, um sich die Norweger Wardruna anzusehen, die mit vielerlei selbstgebauten Instrumenten, z.T. zurechtgestutzten Stämmen oder Hörnern, die Geheimnisse der Runen klanglich entschlüsseln.

Am zweiten Tag eröffnet der Japaner Keiji Haino mit einer entrückten Noise-Performance, die nur noch von Attila Csihars (schlecht besuchter) Void Ov Voices-Gig an Sound-Gewalt übertroffen wird. Besser läuft es für Aluk Todolo, mit ihrem rituellen, kärglich-stimmig mit einer Glühlampe beleuchteten Set. Freunde sanftmütigerer Klänge lassen sich daher lieber von Mamiffer in epische Postrock-Sphären entführen oder geben sich die Routiniers: Place Of Skulls riffen ohne Überraschungen, aber solide, ebenso die Doom-Ikonen Winter, die angesichts der Euphorie im Vorfeld jedoch ein bisschen mehr Enthusiasmus an den Tag legen hätten können. Ein Rat, wie man ihn gerne auch Corrosion Of Conformity mit auf den Weg geben würde. Die Reunion im ANIMOSITY-Line-up verkommt zu einer öden Nummer: Es mangelt der Band komplett an Energie, zudem fehlen Über-Songs wie ›Eye For An Eye‹. Fazit: Hardcore geht anders. Dann doch lieber experimentelle Riffs mit den wie immer bodenständig-sympathischen Voivod oder klassische Melodien, zum Beispiel von Sabbath Assembly, bei der die zauberhafte Jessica Thoth wieder einmal beweist, dass sie im Moment zu den absoluten Top-Sängerinnen im Seventies-Rock-Sektor zählt. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Jesse Sykes, die später am Abend auftritt und dabei des Öfteren an Heather Nova erinnert, sorgt sie dafür, dass die Ladies heute einen Sonder-Applaus einfahren. Den bekommen auch Sunn O))), die nicht nur als Headliner auftreten, sondern auch als Kuratoren einen Teil des Festival-Programms zusammenstellen durften. Bei ihrer eigenen Show setzen die Drone-Doomer auf die pure Kraft der Verstärker: Es
wabert so nachhaltig, dass selbst im 30 Kilometer entfernten Eindhoven noch ein Nachhall zu spüren sein muss. Ihre monolithischen Sound-Wände untermauern sie auch optisch: Die Nebelmaschine räuchert nicht nur die komplette Halle ein, sondern auch den Vorraum gleich mit – die Beleuchter haben alle Hände voll zu tun, um mit den blauen Scheinwerfern überhaupt noch ein wenig Licht auf die Bühne zu bekommen. Denn es wäre jammerschade, wenn die Fans nicht mitbekommen würden, was und wer sich da tummelt. Der japanische Noise-Wizard Keiji Haino gesellt sich zusammen mit Sänger Attila Csihar zu den US-Doomern, um Stephen O’Malley und Greg Anderson zu unterstützen. Und unglaublicherweise schaffen sie es mit vereinten Kräften, trotz des sperrigen Mate-rials, ein Headliner-Set auf die Bretter zu bringen, das zu keiner Sekunde langweilig wird – große Kunst, in jeglicher Hinsicht. Von Scorn, dem Ein-Mann-Projekt von Mitch Harris, kann das keiner behaupten – innerhalb von wenigen Minuten wandern alle Fans in die Nebenhallen ab. Dort schaffen es Caspar Brötzmann Massaker und auch die coolen The Secret, die im Mastodon-Fahrwasser segeln, die letzten Energien freizusetzen, bevor die Nacht zu Ende geht.

Mit frischer Kraft geht es in die nächste Roadburn-Runde: Candlemass holen ihren EPICUS DOOMICUS METALLICUS-Sondergig nach, der im vergangenen Jahr der Vulkanasche zum Opfer gefallen ist. Und das tun sie mit vollem Einsatz: Sowohl Ur-Sänger Johan Lindquist als auch der jetzige Frontmann Robe Lowe geben alles, der Sound perlt und drückt zugleich, dazu hagelt es unsterbliche Hymnen wie ›Solitude‹ oder ›Under The Oak‹, zudem gibt’s ein SloMo-Cover von ›Don’t Fear The Reaper‹. Ein Fest, nicht nur für eingefleischte Headbanger. Währenddessen hängen im Nebenraum etliche Rocker gebannt an den Lippen von Black Math Horseman-Fronterin Sera Timms, und auch zu den orientalischen Attacken der Master Musicians Of Bukkake grooven sich einige Hundert Fans warm für den Tag. Zudem wird heute für Fans von konischen Rauchwaren einiges geboten: Lonely Kamel, Weedeater, Imaad Wasif und Stone Axe sorgen für die passende Untermalung nach der Schwaden-Inhalation. Wer lieber beim Bier bleibt, kann entweder mit den Indie-Favoriten Wolf People die Hüften schwingen oder sich etwas mehr Härte gönnen: Evoken präsentieren bitterböse Doom-Riffs, The Gates Of Slumber die schönsten schmutzstarrenden Heavy-Melodien des Festivals, und Yakuza beweisen eindrucksvoll, dass ein Saxofon im Metal-Kontext sehr wohl Sinn (und Stimmung) macht. Die Italo-Doomer Ufomammut wollen so viele Leute sehen, dass sich die Schlange vor dem zweitgrößten Roadburn-Club sogar bis ums Hauseck windet, was dazu führt, dass viele lieber noch einen weiteren Blick auf die kultigen Shrinebuilder werfen oder sich schon in der Haupthalle versammeln, um Michael Gira und den Swans zu huldigen. Doch wo die einen auf die Knie fallen, wenden sich andere gelangweilt ab: Der Gig spaltet die Roadburn-Gemeinde. Gira ist der Alleinherrscher auf der Bühne, kommandiert selbst mit minimalen Gesten und Blicken seine Musiker und auch das Publikum. Durch das repetitive Moment in der Musik wird dieser Eindruck noch verstärkt. Wem diese Dominanz gefällt, der fällt in wohlige Trance, alle anderen gehen.

Über eine ganz besondere Aura verfügen auch Black Mountain, die am vierten Roadburn-Tag als Headliner gebucht sind. Aus dem ehemaligen „Afterburner“, bei dem eine Handvoll Acts allen Unersättlichen noch ein paar zusätzliche Stunden Riff-Huldigung beschert haben, ist inzwischen ein eigenständiges Event geworden, das über dasselbe Qualitätsniveau verfügt wie der Rest des Roadburn-Programms. Insbesondere die Verpflichtung von Black Mountain, die ein ebenso ergreifendes wie intensives Set hinlegen, kann nur als magisch bezeichnet werden. Darum herum drapiert als weitere Klang-Leckereien: die Washington-Spacer Dead Meadow oder die japanischen Doomer Coffins, die neben den Blood Farmers und Sourvein dafür sorgen, dass die Fans sich mit einem finalen Freuden-Juchzer von Tilburg verabschieden. Und im Geiste schon beim Rausgehen mit den Reisevorbereitungen für 2012 beginnen.

Mira Born, Petra Schurer, Thorsten Zahn

Live: Favez

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FavezMünchen, Feierwerk

Zugkräftiger Headliner für ein lobenswertes Förderprogramm.

Schön, dass es so was noch gibt: Im Rahmen des „Make It Or Break It“-Events müssen Rockfans Anfang Mai drei Tage lang keinen Eintritt bei den Shows zahlen, die in den verschiedenen Feierwerk-Hallen stattfinden. Ziel ist es, die Nachwuchs-Acts zu fördern, die in dieser Zeit vor namhaften Riff-Zugpferden auftreten dürfen. Für Favez eröffnen heute die Indie-Punker The Promise, bevor The Dope mit ihrer Mischung aus Alternative und Emocore ranklotzen. Als Favez schließlich zu später Stunde antreten, ist die Menge bereits gut angewärmt.

Entsprechend hitzig fällt die Begrüßung aus, als Bandchef Chris Wicky, Gitarrist Guy, Fabrice Mentron (Drums), Yvan Lechef (Bass) und die Tasten-Meister Jeff Albelda und Maude Oswald auf die Bühne kommen. Aber was heißt hier „kommen“ – sie stürmen los, getreu dem Motto des aktuellen Albums EN GARDE! Degen, ähem, Instrumente raus und ran an den Fan – mit dieser Einstellung macht sich der Sechser aus Lausanne sichtlich Freunde in der Menge. ›Looking For Action‹? Aber sicher doch.

Denn lang suchen muss man da nämlich nicht. Favez tun so, als wäre alles immer noch ›Like In The Old Days‹, reißen mit diebischer Freude die Kilometer ab (›Tearing Down The Highway‹), natürlich im passenden Gefährt (›White Limousine‹), und tanken noch mal nach (›Naked And Gasolined‹). Am Ende versprühen sie so viel Leidenschaft, dass man ihnen Worte wie ›I Hate This Town‹ nicht mehr abnimmt.

Benedikt Mekelburg