0,00 EUR

Es befinden sich keine Produkte im Warenkorb.

0,00 EUR

Es befinden sich keine Produkte im Warenkorb.

Start Blog Seite 1136

Mr. Sideburn And The Barons – HIGHBALLING THE JACK

0

Mr. Sideburn And The BaronsPunkrock mit Entertainment-Qualität.

Das Quartett kommt aus Erfurt und hat sich dem Punk’n’Roll verschrieben: Sänger Ralf Sideburn klingt wie ein überdrehter Derwisch, der mit speediger Kopfstimme etwas an Rick Sims von den Didjits erinnert. Musikalisch gibt es hier eine Vollbedienung zwischen Dead Boys, Carl Perkins und Social Distortion. Der Song ›Whiskey‹ ist das Gegenprogramm zu allen 0,0-Promille-Plänen, Mr. Sideburn And The Barons verlangen nach geistigem Getränk für ihre Crowd. Denn wenn die Kehle erst mal gut geölt ist, rutscht der tägliche Ärger besser runter. Mit den berühmten drei Akkorden wird zum ›Roll With The Bad Boys‹ geladen und ›Fuckin’ Lies‹ ist eine wütende Abrechnung. Bei ›Bad Trip‹ und ›Soulstrippin’‹ wird das Gaspedal dann bis zum Anschlag durchgetreten. Diese beiden Songs atmen den Cowpunk-Geist von Nine Pound Hammer. HIGHBALLING THE JACK orientiert sich an vielen musikalischen Vorbildern, ohne diese blind zu kopieren. Die Thüringer überzeugen also mit einer frischen und vielseitigen Punkrock-Platte.

Mother Road – DRIVE

Mother RoadGanz in der Tradition der 70er.

Amerikaner nennen die legendäre Route 66 „Mother Road“ und schon hat man vor seinem inneren Auge die Weite des Südwestens der USA. Staubige Highways, neongeprägte Dinners und humorlose Cops…. das typische Ami-Klischee eben. Die Band Mother Road orientieren sich mit ihrem Debüt DRIVE deutlich an den späten 70ern. Gegründet von Gitarrist Chris Lyne (Soul Doctor) und Sänger Keith Slack (MSG, Steelhouse Lane), liefern sie grundehrlichen und soliden Hard Rock mit Blues-Einflüssen. Die Songs sind sauber ausgearbeitet und technisch souverän umgesetzt. Klingt ›Feather In Your Hat‹ sehr nach bluesigen Deep Purple, dominieren Free und Bad Company bei ›Poor Boy (Long Way Out)‹, während ›These Shoes‹ Parallelen zu Whitesnake aufweist. Die elf Tracks auf DRIVE liefern also keine neuen musikalischen Erkenntnisse, außer, dass auch heutzutage noch Bands in der Lage sind, die Leidenschaft der 70er auf Platte zu bannen. Ein hörenswerter Einstand.

John Mayall – A SPECIAL LIFE

886444543583.1200x1200-75Der Pate des britischen Blues im dritten Frühling.

Zusammen mit Alexis Korner zählt John Mayall zu den Wegbereitern des britischen Blues, zahlreiche spätere Rockstars lernten ihr Handwerk bei seinen Bluesbreakers. Hier eine kleine Auswahl seiner Schüler: Eric Clapton, Jack Bruce, Mick Taylor, Andy Fraser, John McVie, Mick Fleetwood und Peter Green spielten mit ihm in den Swinging Sixties. 1969 zog der Brite nach Kalifornien und scharte wiederum Talente um sich, darunter Harvey Mandel, Larry Taylor, Coco Montoya und Walter Trout. Zudem freuten sich die Größen des US-Blues darüber, mit Mayall & seinen Bluesbreakers aufzutreten, Albert Collins, Buddy Guy, Etta James und Mavis Staples sind nur eine kleine Auswahl. 2008 ging Mayall die Puste aus, er löste seine Band auf. Im Folgejahr änderte er seine Meinung, er nahm weitere Alben auf und stieg wieder in der Tourbus. 2013 feierte er seinen 80. Geburtstag mit dem passend betitelten Album A SPECIAL LIFE. Auf dem Coverfoto sieht John Mayall erstaunlich vital aus – und erstaunlich vital ist auch seine Musik. Drei Nummern hat er selbst komponiert, darunter das politisch-kritische ›World Gone Crazy‹. Die anderen Songs sind Cover-Versionen, freundlicherweise steht dahinter in welcher Tonart sie gespielt werden. Der Chef selbst greift zu Piano, Orgel, Mundharmonika, Clavinet und gelegentlich auch zur Gitarre, bei zwei Titeln begleitet ihn Akkordeonist Clifton Chenier. Man ist verblüfft über die Zeitlosigkeit des Blues und die Frische dieses außergewöhnlichen Musikers.

KXM – KXM

0

KXMHypnotisierende Kreationen.

Unter diesem skurrilen Kürzel machen drei Größen der Rock- und Metal-Szene nun gemeinsame Sache, nämlich George Lynch (Lynch Mob, ex-Dokken), Doug Pinnich (Sänger und Bassist von King’s X) und Ray Luzier (Schlagzeuger bei Korn). Aus ihren Hauptarbeitgebern setzt sich auch der Bandname zusammen: K wie Korn, X wie in King’s X und das M von Lynch Mob. Entstanden ist dieses Projekt durch Zufall, denn bei einer Feier im Hause Luzier fragte dieser die beiden anderen, ob sie nicht Lust auf einen Jam hätten und schnell war klar, dass man mehr zusammen machen musste. Das Ergebnis ist nun auf ihrem selbstbetitelten Debüt zu hören. Pinnicks einzigartige Stimme harmoniert perfekt mit Lynchs unverkennbaren Gitarrenparts, unterstützt von Luziers kraft- aber immer gefühlvollem Schlagzeugspiel. Egal ob groovige Midtempo-Nummern wie die erste Single ›Rescue Me‹, Powerballaden (›Never Stop Loving You‹) oder Kracher wie ›I’ll Be Ok‹: Die drei Herren verstehen es, Songs zu kreieren, die einen schon beim ersten Hören in den Bann ziehen, ja gar hypnotisieren. Hoffentlich bereitet diese Kooperation ihnen noch lange Freude, denn man wird sofort hungrig auf mehr.

Johnny Crash – FIGHT THE CAUSE

Johnny CrashCash, Crow und Co. im AC/DC-Gewand.

Auf BEYOND THE HIGHWAY TO HELL (2012) verpackten Johnny Crash Johnny-Cash-Lieder in AC/DC-Gewänder. Somit begingen die Augsburger gleich zwei Sakrilege, doch das Ergebnis gab ihnen Recht: Cash hinterließ im Pubrock-Rahmen eine ordentliche Figur. 2014 drehen Johnny Crash neben Cash auch andere Künstler durch den australischen Wolf und präsentieren eine Hand voll eigener Songs. Der erste und mit Abstand stärkste, ›Fight The Cause‹, klingt dann auch gleich, als sei Bon Scott auferstanden und zu AC/DC zurückgekehrt. In Sachen Coverversionen bescheren einem die Süddeutschen weiterhin gemischte Gefühle: Auf der einen Seite profitiert Sheryl Crows ›Redemption Day‹ von tollen Stones-Leads, auf der anderen brechen Johnny Crash am laufenden Band eiserne Regeln des „An diesen Stücken für die Ewigkeit sollst du dich niemals vergreifen“-Gesetzbuchs. Dazu zählen Cashs ›Man In Black‹ und ›Get Rhythm‹ ebenso wie U2s ›One‹ oder Depeche Modes ›Personal Jesus‹. Dass Johnny Cash diese und andere Fremdkompositionen zu Lebzeiten glanz- und stilvoll interpretiert hat, bedeutet eben nicht, dass sich auch Normalsterbliche an ihnen vergreifen sollten…

IQ – THE ROAD OF BONES

Evil man gesturing silence, quiet isolated on black backgroundProg Rock in Vollendung: So machen Dramatik und Tiefgang Spaß!

Um Qualität und Niveau braucht man sich nie Sorgen machen, wenn der britische Prog-Rock-Großmeister Peter Nicholls mit seiner Band IQ ins Studio geht. Die Frage lautet vielmehr: Wie heavy werden diesmal die neuen Songs? Und wie dunkel/melancholisch? Und dann noch: Wie viel Jazz findet man, wie viele Zugeständnisse an den Mainstream? Nun, für THE ROAD OF BONES gilt: Peter Nicholls wird allem und jedem gerecht, also seinen langjährigen Fans, neu Interessierten, aber auch Kritikern und Kollegen. Denn der Mann hat den guten Geschmack gepachtet, führt seine Mitmusiker mit klarer Stimme und wunderbar poetischen Texten durch unterschiedliche Stimmungen. Im knapp neunminütigen Titeltrack erreichen IQ die künstlerischen Höhen von Yes, mischen Dramatik mit Tiefgang und nehmen sich die Zeit, jede Idee in voller Ausdehnung zu zelebrieren. Mittelpunkt des neuen Albums ist das fast 20-minütige ›Without Walls‹, das vermeintlich unscheinbar mit sanfter Klavierpassage startet und sich sukzessive zu einer wahren Hymne mit unzähligen Quer- und Gegenbewegungen aufbäumt. Gerade hier zeigt sich, wozu IQ generell und Nicholls Stimme im Besonderen in der Lage sind: einen Spannungs-bogen auch über mehr als zeitlich begrenzte Radioformate aufrechtzuerhalten, ohne den roten Faden zu verlieren oder den Zuhörer zu überfordern. Ziemlich kunstvoll.

Sivert Høyem – ENDLESS LOVE

hc3b8yemNordisches Morgengrauen-Moll im Breitwandformat.

Als Frontmann der gegenwärtig auf Eis liegenden Madrugada etablierte Sivert Høyem einen gleichsam melancholischen wie dynamischen Stil. Mit eigenwilligen Alben wie INDUSTRIAL SILENCE (’99), THE NIGHTLY DISEASE (’01) und THE DEEP END (’05) erspielte sich die Truppe aus Stokmarknes Akzeptanz weit über Norwegens Grenzen hinaus. Vor allem Høyems zwischen Scott Walker und Mark Lanegan angesiedelter Bariton sorgten für Wiedererkennungswert. In etwa gleichem stilistischen Spannungsfeld entwickelt sich auch die Solokarriere des Vokalisten, Gitarristen, Komponisten und Texters. Mit ENDLESS LOVE, dem fünften Werk im Alleingang, bündelt Høyem sämtliche Kreativhöhenflüge der vergangenen 15 Jahre und liefert einmal mehr gewohnt Anspruchsvolles: Sakrale Kirchenorgel und kraftvoller Duane-Eddy-Gitarren-Twang lenken im hypnotischen Titelsong gleich zu Auftakt in die richtige Richtung. ›Enigma Machine‹, jenes Chiffriergerät, mit der das deutsche Militär im Zweiten Weltkrieg wichtige Nachrichten verschlüsselte, dient als Metapher für einen runden Ohrwurm, der David Bowies STATION TO STA-TION zumindest als Textzeile zitiert. Als empathische Gospel-Hymne empfiehlt sich ›Hand-some Savior‹. Nancy Sinatras Arrangement von ›Bang Bang (My Baby Shot Me Down)‹ stand offensichtlich Pate für die introspektive Zeitlupenode ›Little Angel‹. Sein Vintage-Gretsch-Modell an die Grenzen der Belastbarkeit bringt Mr. Høyem im heftig auf Rockabilly getrimmten ›Wat Tyler‹, einer Hommage an gleichnamigen englischen Bauernführer des 14. Jahrhunderts. „I was alone… I was a rolling sto-ne…“, schallt es im verhallten Blues-Stil zu tiefen Klavierakkorden im Intro von ›Görlitzer Park‹ – und der geneigte Hörer fragt sich, was in Berlins Grünfläche im Ortsteil Kreuzberg wohl passiert sein mag, dass der 38 Jahre alte Norweger gleich ein derart gigantisches Breitwandopus mit schleppendem Rhythmus danach benennt. Besinnlich gestaltet sich der Ausklang mit einem weiteren Sakralopus, ›At Our Evening Table‹, sowie der filigranen Akustikballade ›Ride On Sister‹. Schlicht perfekt!

Howlin’ Rain – LIVE RAIN

HowlinStürmischer Woodstock-Rock voll blühender Flower-Power.

Ein mächtiger Bart ziert das Gesicht von Sänger/Gitarrist Ethan Miller, eine Haartracht, die an Rick Rubin erinnert. Bis vor kurzem war die Band aus San Francisco auch noch bei Rubins American Recordings (bzw. dessen Sub-Indie Birdman Records) unter Vertrag. Ganz offensichtlich gefiel dem einflussreichen Produzenten der Stil des Vierers, der aus Psychedelic, Blues und Rock besteht. Mit seiner vorigen Band Comets On Fire hatte Ethan Miller sich einen Kult-Status erarbeitet. Howlin’ Rain – seit 2008 aktiv – tönen weniger avantgardistisch, die meisten Einflüsse der Hippie-Kapelle stammen aus der Zeit zwischen 1965 und 1975. Auf dieser Live-CD (Doppelalbum als Vinyl) offerieren Howlin’ Rain ausgedehnte Rocksongs und kosmische Balladen mit stürmischen Gitarrensoli, Schlagzeug-Ausflügen und Millers melodramatischen Gesängen. Elemente von Hendrix, Ten Years After, The Who, Grateful Dead und Santana tauchen auf. Fazit: Howlin’ Rain hätte bestens ins Programm von Woodstock gepasst.